Die Geschichte:
Poison gehören zu den Bands, über die auch heute noch viel geredet wird, obwohl die
aktuellen CDs leider keine sehr hohen Verkaufszahlen erreichen. Sie waren in den 80ern
wohl die bekannteste Glam Band der Welt. Laut und bunt! Größte Aufmerksamkeit bekamen
die Jungs aus Pennsylvania, weil sie sich sehr weiblich kleideten und auch schminkten.
Auf den Album Covern war nicht mehr gleich zu erkennen, ob Männer
oder Frauen abgebildet waren. Aber gerade wegen ihrem eigenständigen Stil schafften es
Poison zu mehreren Platin Scheiben und Weltruhm.
Poison entstand aus einer Band namens Paris, die von Sänger Bret Michales (Bret
Sychalk) und Drummer Rikki Rocket (Richard Ream) 1983 in Harrisburg, Pennsylvania
gegründet wurde. Nachdem sie Bassist Bobby Dall (Kuy Kendall) und Gitarrist Matt 'Ko Ko'
Smith aufgenommen hatten, nannten sie sich in Poison um. Ein Demo wurde eingespielt. Nach
einigen Misserfolgen zog die komplette Band nach Kalifornien um. In Los Angeles fiel die
Band vor allem durch den vielen Puder, den Eyeliner und die toupierten Haare auf. Atlantic
Records zeigte erstes Interesse an der Band und finanzierte ihr ein weiteres Demo. Auf
diesem waren die Songs "No. 1 Bad Boy", "Want Some, Need Some" und
"Blame It On You", die später auch auf dem ersten Album "Look what the cat
dragged in" zu finden waren. Atlantic Records war allerdings noch nicht überzeugt
und lehnte Poison ab. Gitarrist Matt Smith zog zurück nach Harrisburg, da seine Freundin
ein Kind erwartete. Die Lücke wurde von C.C. DeVille geschlossen. Auch Slash, der später
bei Guns N Roses berühmt wurde, hatte sich um diesen Posten beworben.
In diesem Line Up nahmen Poison dann ihre Debüt CD "Look what the cat dragged
in" in nur 12 Tagen für $23.000 auf. Die Medien nahmen schnell Notiz von der
außergewöhnlichen Band und viele Touren, sowie großes Airplay ihrer ersten Single
halfen Poison immer mehr Aufmerksamkeit zu erregen. Anfang 1987 erreichte die LP
Goldstatus, nur kurz danach sogar schon Platin. Die LP wurde mehr als 3 Millionen mal
verkauft. Capitol Records hatten schnell Interesse an der Band, die sich aber weigerte an
ihrem Outfit oder ihrer Musik Änderungen zu machen um mehr Alben verkaufen zu können.
Viele Fans liebten Poison, andere hassten sie. Einen Mittelweg gibt es bis heute nicht.
1988 wurde das zweite Album "Open Up And Say...Ahh!" veröffentlicht. Paul
Stanley wollte es produzieren, was aus Zeitgründen aber nicht funktionierte. Für ihn
sprang Tom Werman ein. Auch dieses Album erreichte schnell Platin und verkaufte mehr als 8
Millionen Kopien weltweit. Hits wie "Every rose has it's thorn" liefen weltweit
im Radio und enterten die Charts. Grosse Headlinertouren folgten. 1990 erschien das
Nachfolgealbum "Flesh and Blood". Hier wirkten Poison schon viel erwachsener,
verzichteten sogar größtenteils auf Make Up. Trotzdem erreichten Poison mehrfach Platin.
Leider gab es erste Streitigkeiten in der Band. Spannungen zwischen Bret und C.C. liessen
die Befürchtung zu, dass die Band auseinanderbrechen werde.
1991 verließ C.C. nach einem Kampf mit Bret (bei den MTV Music Awards) die Band.
Capitol Records ließ sich nicht davon stören, dass die Band ohne Gitarrist war und
veröffentlichte Anfang 1992 die live CD "Swallow This Live". Der leere Platz
wurde mit Richie Kotzen besetzt. Selbst in der absoluten Hochphase des Grunge konnten
Poison mit dem Album "Native Tongue" Gold einspielen. Als Rikki Rocket
herausfand, dass Richie Kotzen sich heimlich mit seiner Freundin traf, wurde Kotzen aus
der Band geworfen. 1993 übernahm Blues Saraceno die Saiten.
Die größten Schlagzeilen machte Bret Michaels 1994, als er Baywatch-Star Pamela Anderson
zur Freundin hatte. Die Beziehung hielt allerdings nicht lange an, entschied sich sexy Pam
doch lieber für Mötley Crüe Drummer Tommy Lee.
Anfang 1997 brachte Capitol Records das Album "Greatest Hits 1986-1996" heraus,
auf dem auch 2 neue Bonus Tracks enthalten waren. Erst 1999 fanden sich Poison wieder in
der Originalbesetzung zusammen und spielten als Headliner einige Festivals in den USA. Es
gab weitere Spannungen innerhalb der Band und C.C. verließ Poison erneut, nur um einige
Wochen später zurück zu kehren. Auf dem Bandeigenen Label Cyanide Music kam "Power
To The People" heraus, allerdings ohne großes Aufsehen zu erregen. Ein weiteres
Greatest Hits Album, mit dem Titel "Show Me Your Hits" wurde 2000
veröffentlicht. Das neueste Werk erschien 2002 mit dem Titel "Hollyweird". In
den USA tourt die Band immernoch fast jedes Jahr in großen Hallen. Bleibt zu hoffen, dass
Poison auch den Weg nach Europa wieder finden werden.
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Der Sound:
Zu erklären wie Poison klingt, ist recht schwierig. Poison klingen eben wie
Poison. Es war kein ausgeklügeltes Songwriting, dass Poison so erfolgreich gemacht hat,
sondern eingängigen Melodien und die Refrains zum Mitsingen. Die Songs haben einen Beat,
der heute noch auf jede Tanzfläche in einem Rockschuppen passt. Nichts verschnörkeltes,
Poisons Musik ist einfach und geradeaus. Die Texte handeln ganz im Stil der 80er von Sex
Drugs und Rock n Roll.
Jedoch auch Balladen wie "I won't forget you" sind so
gefühlvoll und sensibel, dass eine ganze Generation von Mädchen diesen verrückten Jungs
verfallen war. "Look what the cat dragged in" ist eines der am meisten
diskutierten Cover in der Hard Rock Geschichte. Die Meinungen gehen von super genial bis
fürchterlich.
Ohne Umschweife kann die Party mit "Cry tough" beginnen.
Es ist einer der eingängigsten Songs. Einmal gehört, nie wieder vergessen. Allerdings
hat das ganze Album keine Durchhänger, alle Songs bringen Stimmung. Einer der größten
Hits ist "Talk dirty to me", den fast jeder schon einmal gehört haben dürfte.
"Look what the cat dragged in" ist für mich auch heute
noch meine absolute Lieblingsscheibe. Ohne sie wäre ich wahrscheinlich nie beim Metal
gelandet. Das Album ist für mich so zeitlos, dass ich es auch heute immer noch tagelang
anhören kann. Wer also dieses alte Album nicht kennt, sollte sich vielleicht einmal die
Mühe machen und reinhören, wer aber die Möglichkeit hat sogar ein Video von Poison
anzuschauen, der sollte sich doch dann dem kompletten Vergnügen hingeben. Denn visuelles
und akustisches Vergnügen zusammen, ist absolut Spitzenklasse.
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