Demos - Eigenproduktionen - MySpace - 6degrees - MX3 und andere
Wertung:
  9.0 bis  10 Exzellent!         7.0 bis 8.0 Gut!
  4.0 bis 6.0 Mittelmässig!    0.0 bis 3.0 Ungenügend!
Kivimetsän Druidi – Demo 3 (The New Chapter)
MySpace-Link / Eigenvertrieb
Auf diese interessante, finnische Fantasy Metal Band wurde ich eines Abends durch ihren Manager Harri Koskinen aufmerksam gemacht. Er fand mich wohl eher zufällig im grossen MySpace Universum. Fakt ist, dass mich die dort hinterlegten Tracks von Kivimetsän Druidi sehr angesprochen haben. Es ist grob eine Mischung aus Within Temptation, etwas Nightwish und Edge Of Sanity. Ersteres durch die klare und ausgesprochen schöne Stimme von Jenni Onishko, die auch optisch einem Fantasy-Land entsprungen sein könnte. Von ihren Landsleuten wäre es der Bereich Key- und Guitar-Sound und letztlich sind es die Growls von Gitarrist Joni Koskinen, welche glatt von Dan Swanö sein könnten. Zusammen ergibt das einen feinen Metal Cocktail, der sehr gefällig daher kommt. Das veranlasste mich, das neue Demo mit dem Titel "The New Chapter" sogleich bei Harri zu ordern, welches kurz darauf schon in meinem Briefkasten lag. Die Reise aus dem hohen Norden wurde ohne Schaden bewältigt und so konnten die drei Songs gebührend unter die Lupe genommen werden. Der Opener geht gleich nach vorne los, verströmt beste Humpa-Stimmung und besticht durch einen guten Mix zwischen den beiden gegensätzlichen Vocals. Dazu kommt ein abwechslungsreicher Aufbau, der nie Langeweile aufkommen lässt. Kaum gehört, will man gleich die Repeat-Taste drücken! "Burden", der zweite Track, könnte zu Beginn von einer Prog Metal Band stammen, ehe die Stimme von Jenni einsetzt. Schon bald folgen die ersten Growls und auch der Rhythmus, also das Tempo, zieht an. Das zwischenzeitlich blackmetallische Drumming passt dabei, wie vereinzelt auch bei "The Tyrant", erstaunlich gut. Dazu folgen wieder unter-schiedliche Parts und insgesamt wieder tolle Gesangsmelodien und ein klar progressiver Touch. Das gleiche Konzept greift bei "Kristallivuoren Maa" auch mit finnischem Text bestens und verströmt mittelalterliche Vibes in Reinkultur. Erfreulich ist auch die Qualität der Aufnahmen. Leider ist nach einer knappen Viertelstunde schon Schluss. Hoffentlich schreibt diese hoffnungsvolle, junge Band weiterhin solch gutes Material, wird sie professionell unterstützt und kriegt mal einen anständigen Deal! Der Zuspruch im MySpace wächst auf jeden Fall laufend.
Rockslave
Punkte: 8.0 von 10
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Rock Ignition – I Can't Resist
MySpace-Link / Eigenvertrieb
Wenn eine Rockband eine attraktive Sängerin hat und diese ihr Fach beherrscht, kann eigentlich mit guten Songs nichts mehr schief gehen. So erlebten es in den 80ern zum Beispiel Lee Aaron, Lita Ford oder Doro. Letztere trägt zurecht den Namen "Metal Queen" und hat sie alle, bis heute, sehr erfolgreich überlebt. Rock Ignition ist primär das Baby von Bassist Jürgen Steinmetz (Ex-Silent Force) und Heather Shockley, die zum Beispiel 2005, zusammen mit Kamelot, als Gastsängerin auf der BYH!!!-Bühne performte. Die gemeinsame Vision von kernigem Hardrock der glorreichen 80er-Jahre mit Vibes von Vixen, Kiss, Skid Row, Whitesnake, Mötley Crüe, Kiss oder Bon Jovi musste einher gehen mit dem Finden der richtigen Musiker. Diese haben Heather und Jürgen inzwischen mit Uwe Lames (g) und Christian Sommer (d) gefunden. Resultat ist nun "I Can't Resist", eine 5-Track EP, die von keinem Geringeren als Knöpfchen-Papst und Musiker Dennis Ward (Pink Cream 69) gemischt wurde. Der Opener und Titeltrack lässt sogleich erkennen, wer hier Pate gestanden ist: Skid Row mit "Youth Gone Wild"! Trotzdem rockt der Song ganz ordentlich mit fetten Gitarren und variablem Drumming. "Heartbeat" belebt die Erinnerung an Vixen oder die frühen Heart, während "Caught In The Past" halbballadesk ausgelegt ist und insgesamt jedoch viel zu lasch daher kommt. Noch einen Gang runter schaltet die stimmige Ballade "Too Tough To Take", die unter anderem mit typischem Akustik-Sound ausgestattet ist und im zweiten Teil elektrische Unterstützung erhält. Den Abschluss macht die Midtempo-Nummer "Your Truth", die zwar nicht schlecht, aber absolut kein Burner ist. Es fehlt vom Riffing her an guten Hooks, während die Soli (generell) soweit ok sind. Heather Shockley deutet ihr Potenzial hörbar an, kann es aber beileibe nicht ausschöpfen! Da müssen die Songs klar noch einen Zacken zulegen, sonst wird das nix in diesem völlig überfluteten Markt. Die Optik ist eben nicht alles!
Rockslave
Punkte: 6.0 von 10
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BLOOD WEEPS – Demo 2006
MySpace-Link / Eigenvertrieb
Die Geburtsstunde der Schweizer Melodic Heavy Rock Band aus dem Kt. Zürich war 2003 und zwei Jahre später stand das heutige Line-Up mit Pat Rafaniello (v/g), Silvio Riedi (b/growls), Priska Nuria Schlatter (v), Dave Rumer (g) und Danny Rafaniello (d). Meine Verbindung zu Blood Weeps ist Bassist Silvio alias "Sequies", mit dem ich vor meiner Metal Factory Zeit bei Metalworld mal zusammen gearbeitet habe. Am Vorabend des diesjährigen BYH!!! bekam ich also von Master Riedi ein paar Tunes 'seiner Band' vorgespielt, die mein Interesse bereits da geweckt hatten. Dass die Songs, insgesamt fünf plus ein Intro, letztes Jahr professionell aufgenommen wurden, wusste ich zuvor natürlich noch nicht. Umso besser, hat das gute Teil inzwischen den Weg zu uns gefunden. Nach einem Hammer-Intro (mit Blitz und Donner) könnte man beim Opener "Blood Weeps" glatt meinen, die alten Black Sabbath seien wieder auferstanden. Zähes Riffing dominiert den düsteren Song, wo sich Pat (clean) und Silvio (Growls) nur bei diesem Track die Vocals teilen. Dabei sticht Pat's klare, tonsichere und starke Stimme umgehend hervor. Darüber hinaus setzt die Lead-Gitarre beim Solo ein paar orientalische Akzente. Ganz anders präsentiert sich hingegen "Past Times Burning", wo erstmals die weibliche Stimme von Priska Nuria Schlatter auftaucht und von Pat Rafaniello vortrefflich ergänzt wird. Ein total ruhiger, stimmiger Track, der wiederum von den ausdrucksstarken Stimmen profitiert und gar mit einem doppeläufigen Guitar-Solo aufwartet. "Falling" ist darauf eine typische Rock'n'Roll Nummer, wo herrlich einer auf Joan Jett ("48 Crash") gemacht wird. Dazu rifft es ordentlich und das Guitar-Solo könnte glatt von Jack White (White Stripes) stammen. Als eine Art Halbballade empfiehlt sich danach "A Nearby State Of Mine", wo der erste Part zunächst (nur von Priska gesungen) schon fast mystisch (mit geilem Halleffekt!) beginnt, bevor Pat abermals mit überraschend guten Gesangslinien anschliesst. Riffs und ruhige Parts wechseln sich zuerst ab, ehe es doch noch etwas zu schrummen beginnt und der Gesang teils miteinander läuft. Das Thema vom Anfang setzt hier schliesslich den ruhigen und passenden Schlusspunkt. "Moj Novi Svitjet" als kürzester Track vereinigt derweil nochmals alle Stärken von Blood Weeps und bringt die ganze Chose auf den Punkt: Es ist in der Tat schwierig, die Band stilistisch eindeutig zuordnen zu können, aber, wie eingangs schon erwähnt, trifft Melodic Heavy Rock den Kern der Sache ziemlich gut. Die Growls, obwohl technisch völlig in Ordnung, würde ich jedoch ganz weglassen oder nur sporadisch bringen. Hoffentlich geht diese überzeugende Story weiter, denn solche Top-Vocals schreien förmlich nach neuen Song-Ideen!
Rockslave

Punkte: 8.5 von 10
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BADMOUTH – Demo 2007
MySpace-Link / Eigenvertrieb
Aus dem hohen Norden, genauer gesagt Schweden, stammen Badmouth, die aus den Ruinen von Yankee Rose auferstanden sind. 1991 untergegangen und 2007 eigentlich wiederbelebt, ging es dann aber nicht so weiter, wie es hätte sein sollen und da entschlossen sich die verbliebenen Mike Hill (g) und Chris LeMon (b) dazu, die Vergangenheit definitiv abzuschliessen und gleich eine neue Band zu gründen. Damit einher ging auch ein neuer Name, der schliesslich mit Badmouth gefunden wurde. Wiederum auf einem meiner nächtlichen Streifzüge durch's MySpace stiess ich auf den einen Song ("Pedal To The Metal") und war sehr angetan davon. Nach einem kurzen Austausch mit Bassist Chris flatterte mir kurz darauf ein erstes 3-Track Demo umgehend auf den Tisch. "Pedal To The Metal" (so heisst ja übrigens auch ein Song der neuen Scheibe von Godiva!) lässt dann gleich mal ordentlich die Wände wackeln. In der Schnittmenge von The Cult und Britny Fox mit einem Schuss Stoner Rock scheppert es umwerfend und mit griffiger Hookline daher. Mit "Super-Sassy Glossy Lips" geht es anschliessend ein wenig gemächlicher zu und her, inklusive einem wiederum tollen Refrain (mit guten Backing Vocals), der sich gleich in den Gehirnwindungen festbeisst. Gleichzeitig schwingt Randy ein paar solide wie coole Licks aus dem Ärmel. "Cocaine Girl" belebt schliesslich den Geist der Sex Pistols und die Rotz-Attitüde von den Heavy Metal Kids. Gitarrist Randy Joy, der hier für die Lead-Vocals verantwortlich ist, klingt dabei sogar etwas nach dem guten Gary Holton (R.I.P.) - Badmouth werden 2008 ihr erstes Album raus bringen und wenn die Songs das Niveau dieser ersten drei überzeugenden Appetizer halten, wenn nicht übertrumpfen können, beglückt uns eine weitere, interessante Rock-Kapelle. Dies quasi als positive Gegenbewegung zum schmerzlichen Ende von The Hellacopters. Metal Factory wird bei den Schweden auf jeden Fall am Ball bleiben, verbunden mit der Hoffnung, dass das weitere Songwriting die hohen Erwartungen erfüllen wird!
Rockslave

Punkte: 8.0 von 10
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DISCIPLES – Colors Of Being
MySpace-Link / Helvetic Production
Obwohl diese Schweizer Band bereits 1989 gegründet wurde und seither landauf und landab zahlreiche Konzerte gespielt hat, waren mir Disciples bisher noch nicht bekannt! Aber wie heisst es doch so schön: Besser spät als nie! Das kann im schnelllebigen Music-Business allerdings bereits zu spät sein. MySpace und anderen Plattformen sei Dank, kann unter anderem mittlerweile jegliche Form von Musik in Windeseile in die ganze Welt hinaus getragen werden. Dazu gehören aber auch noch ein paar Bemerkungen unsererseits, denn es wird höchste Zeit, dass Disciples von (noch) mehr Leuten wahr genommen werden als bisher. Angesprochen im Sinne einer Zielgruppe sind vor allem die Progger unter unserern Lesern, denn ein wesentlicher Bestandteil des Disciples-Sounds ist klar progressiv ausgerichtet. Dem etwas folkig ausgerichteten Opener "My World" hört man das allerdings nicht zwingend an. Eine weitere Stärke sind prägnante Melodien, die oft vom Piano und/oder Keyboard ausgehen. "Not A Day" beginnt lieblich, ehe dann etwas Bombast à la Savatage die Wände erzittern lässt. Etwas aus dem Rahmen fällt der absolut radiotaugliche Song "Treasures Of Heaven", der jedoch die stimmlichen Stärken aufblitzen lässt. Bei "Lost In Infinity" geht es dann aber während fast elf Minuten genau so zu und her, wie es die Vorbilder Deep Purple, Uriah Heep und Dream Theater ebenso zu tun pfleg(t)en. Eine weitere Band, die meines Erachtens immer wieder mal durchschimmert, ist Jethro Tull. Zentraler Kopf für die Umsetzung ist Gitarrist/Sänger Matthias Schranz, der einerseits Herr der (Lead-) Saiten ist und dazu eine tolle Stimme mit hohem Wiedererkennungswert besitzt. Weiter sorgt Keyboarder Andreas Siegenthaler für angenehme wie kultige Hammond-Klänge, die meine Lauschklappen natürlich nachhaltig erfreuen. Das gilt auch für "Why Tonight" und "Rising", wo Disciples eindrucksvoll zeigen, dass sie auch die leiseren Töne bestens beherrschen. Optimal ins progressive Umfeld passt auch das pumpende Bass-Spiel von Jan Zinsel, der seinem 6-Stringer feine Töne wie Läufe entlockt und zusammen mit Drummer Philippe Marti das unabdingbare Rhythmus-Gerüst bildet. Was früher, also vor allem in den 70ern gang und gäbe war, lassen die Schweizer schliesslich mit dem über 25-minütigen Epos "All We Are II (We Are Still Alive)" mutig wieder aufleben. Pianoklänge gehören einleitend ebenso dazu, wie allerlei feinstes Prog-Futter, das erst mit andächtigem Anhören so richtig entdeckt werden kann. Dennoch wirkt das Ganze nie uninspiriert und es gibt stets Neues zu hören, sei es von der Instrumentierung oder dem astreinen Gesang her. Einzig textlich, also von der Aussprache her, klingt der eine oder andere Englisch-Brocken wie etwa bei "put in" (>> "puud_iin") ein bisschen schräg. "Colors Of Being" ist aber auf jeden Fall ein starkes Stück Schweizer (Prog-) Rockmusik, dessen Vielfältigkeit und Tiefgang bei der instrumentalen "Moonlight Sonatina" (mit Master Schranz am Cello!) abermals unterstrichen wird; ganz zu schweigen von der fetten Produktion, die regelrecht nach leistungsstarken Hi-Fi Komponenten lechzt!
Rockslave

Punkte: 8.5 von 10
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THE CORLEONS – Clockwork
MySpace-Link / Helvetic Production
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, um in der Musikszene entdeckt zu werden oder auf sich aufmerksam zu machen. Das Zauberwort der jüngeren Vergangenheit nennt sich "Casting" oder "Contest". Bestes aktuelles Beispiel ist die junge Schweizer Sängerin Stefanie Heinzmann, die unlängst beim (weitaus glaubwürdigeren) DSDS-Ableger "SSDSDSSWEMUGABRTLAD" souverän abgeräumt und kürzlich ihre erste CD veröffentlicht hat. The Corleons aus Thun, 2002 gegründet, hatten diese Schützenhilfe allerdings nicht und gewannen im Frühling 2007 trotzdem einen nationalen Bandcontest. Dadurch beflügelt, folgten zahlreiche Konzerte und ein paar Monate später (aber erst 2008 released!) die vorliegende EP "Clockwork", die nun über den spontanen Kontakt (MySpace sei Dank!) zum VSM (Verband Schweizer Musik-schaffender) auch den Weg zu Metal Factory fand. Die CD-Taufe ging übrigens erst gerade im März im heimatlichen Thun über die Bühne. Im Schmelztiegel der in der Bio genannten Einflüsse wie Led Zeppelin, The Black Crows, The Hellacopters, The Who, The Rolling Stones, Cheap Trick, Guns n'Roses oder auch Black Sabbath rocken sich die Thuner um die saitenschwingenden Gebrüder Röthlisberger durch die musikalische Land-schaft des Rock'n'Roll's. Während der Opener "Good Friends Evening Talk" die EP eher unauffällig eröffnet, groovt das nachfolgende "Remind Me Of You" in bester Lenny Kravitz meets Red Hot Chili Peppers Manier daher. Bei "Flower Horse" dringen beim ersten Riff sogleich und unverkennbar Tony Iommi & Co. durch, ehe danach die eigene Duftnote Fahrt aufnimmt. "Rock'n'Roll Queen" dürfte vor allem auf der Bühne, womöglich einen Tick schneller gespielt, voll abgehen, was sicherlich auch für den tollen Rotz-Rocker "New Song" gilt. Dass The Corleons jedoch auch anders können, beweist die feine Akustik-Ballade "Reality And Poetry" zum Schluss, wo nebst der Mundharmonika auch Sänger Stefan Ramseier mit ruhigeren Vocals überzeugen kann. "Clockwork" macht eindeutig Lust auf mehr und bringt somit zum Ausdruck, dass diesem gelungenen und ansprechend produzierten Debüt hoffentlich weitere erfolgversprechende Taten folgen werden!
Rockslave

Punkte: 7.5 von 10
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SINS OF FORGIVENESS – Demo 2006
MySpace-Link / Eigenvertrieb
Diese junge Band aus Rom war auf der letzten Tour mit Vengeance unterwegs und gastierte im März auch im Z7. Trotz einer wie leer gefegten Halle stiegen Sängerin Maryla (Mariangela Labianca), Bassistin Sin (Angela Panzarella), Gitarrist Pat (Patrizio Izzo) und Drummer Ale (Alessandro Iovannitti) voller Tatendrang auf die Bühne und pfefferten ihre Musik lautstark in Richtung Publikum. Beim nach Hause gehen traf ich die ganze Band draussen vor ihrem kleinen Bus, wo ich dank meiner zweiten Muttersprache Italienisch sofort den Draht zu ihnen fand, ein paar Takte quatschte und beim Abschied noch das letzte Demo von Sins Of Forgiveness (stammt aus dem Jahr 2006) in die Hand gedrückt bekam. Darauf zu finden sind insgesamt fünf Songs, die beim ersten Gig in der Schweiz meines Wissens allesamt gespielt wurden. Als Opener fungiert gleich mal ein Track, der als Titel den Bandnamen trägt. Mit leicht punkiger Attitüde geht's gleich richtig zur Sache. Ein fetter Sound mit einer lauten Snare-Drum überrascht angenehm und die Leadstimme von Maryla erinnert etwas an die junge Debbie Harry (Blondie) oder Belinda Carlisle. Ein erstes Mal blitzt auch das gekonnte Gitarrenspiel von Pat auf, der allen Stücken seinen Stempel aufdrückt. Das kommt auch bei der Cover-Version «Rain» (im Original von The Cult) gut zum Ausdruck. Die Riffs wie Soli sind astrein! Dass es eher schwer ist, für SOF eine eindeutige Stilschublade zu finden, offenbart sich bei «The Necronomicon», wo wiederum die melodieführende E-Gitarre im Vordergrund steht. Ruhiger gebärdet sich «Crucified», wo unter anderem auch ein paar Synthie-Klänge zu vernehmen sind, und dazu wieder ein schönes Solo von Pat, der es wirklich drauf hat. Auch «Between The Lines» rockt flüssig drauf los und wird durch passende Backing-Vocals (die generell immer wieder mal vorkommen) bereichert. Insgesamt lassen diese ersten Soundhappen in der Tat aufhorchen, denn das Songwriting wirkt ausgereift und fokussiert auf einprägsamen Melody-Lines. Als Rausschmeisser steht eigentlich noch die Vixen Cover-Nummer «I Want You To Rock Me» als vermeintlich sechster Track hinten drauf, fehlt jedoch auf der gebrutzelten CD. MySpace sei Dank steht dieser glücklicherweise im Profil drin und lässt sich so ebenfalls in ganzer Länge abspielen und downloaden. Hierbei kommen nochmals alle Stärken und Merkmale von SOF zum Vorschein: Exzellente Saitenakrobatik, gepaart mit keckem Gesang wie stimmigen Backing Vocals, sowie präsentem Drum- und kernigem Bass-Spiel. Allerdings sollte auf der Bühne, wie schon beim Live-Bericht erwähnt, ein Rhythmus-Gitarrist für zusätzlichen Schub sorgen, weil sich der ansich raumfüllende CD-Sound sonst nicht vollständig umsetzen lässt!
Rockslave

Punkte: 8.0 von 10
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COMBO DE LA MUERTE – Tropical Steel
MySpace-Link / Silence/MilanoLab
Diese verrückte Geschichte wäre wohl ohne MySpace nie so verlaufen, sprich eine für unserere Hartwurst-Szene doch ziemlich aussergewöhnliche Band hätte ihren selbst kreierten «Voodoo Latin Jazz» kaum bis gar nicht unter die Leute bringen können. Combo De La Muerte bestehen aus Italienischen und Kubanischen MusikernInnen, die sich eines Tages vorgenommen hatten, diversen hochkarätigen Metal-Klassikern einen neuen Anstrich zu verpassen. Im ersten Moment fällt einem da vielleicht dazu ein, es könnte sich hier um eine weitere langweilige Tribute- oder Cover-Scheibe handeln, aber weit gefehlt! Wer bereit ist, allfällige Vorurteile unvermittelt abzulegen und sich diesem höchst gelungenen Experiment im Sinne einer persönlichen Erweiterung des musikalischen Horizontes wie stilistischen Spektrums öffnet, wird diese spezielle Scheibe lieben und nie mehr missen wollen! Zudem hat es bis anhin für alle MetallerInnen keine Möglichkeit gegeben, selbst seinen Grosseltern noch «Breaking The Law», «South Of Heaven» oder «Highway To Hell» ohne Gefahr der Enterbung vorspielen zu können! Darüber hinaus schafft es nun sogar auch meine Wenigkeit, mit «Defender» einen Manowar Track tatsächlich mehr als einmal anhören zu wollen! «Tropical Steel» enthält inklusive Intro, drei Überleitungen und Outro je einen entsprechend arrangierten Track von Judas Priest, Slayer, W.A.S.P., Megadeth, Ozzy Osbourne, Iron Maiden, Dismember (!), AC/DC, Death (!), Motörhead, Manowar, Saxon, Mercyful Fate (!), Black Sabbath und Napalm Death (!!). Wer nun wissen möchte, welche Songs genau dahinter stecken (vier wurden ja bereits genannt und ein fünfter steht etwas weiter unten), zieht sich am besten erst mal alle verfügbaren Soundhappen der MySpace Seite von Combo De La Muerte rein und wird nach dem letzten Ton von «Wrathchild» erstens mit Sicherheit ein breites Grinsen im Gesicht stehen haben und zweitens gleich den unterhalb stehenden Link zum Bestellen der CD drücken..., wetten? Aber das ist noch nicht alles, denn im Vorfeld der Produktion bekamen alle gerade aktuellen MS-Friends von CDLM ein Mail mit der Anfrage, ob diese ihr jeweiliges Nick-Foto für die «Gallery Of Steel» im Booklet stehen haben wollen?! Die 500 Schnellsten (inklusive Rockslave he he) bekamen eine Antwort mit der nachgefragten Authorisierung und zieren nun exklusiv diese tropisch angehauchte Ehrerbietung an den Heavy Metal. Kultiger geht's ja wohl nicht mehr. «Tropical Steel» ist Experiment wie Kunstwerk zugleich und schreit förmlich nach mindestens einem Nachfolger. Falls sich das nicht einstellen sollte, geht dieses hochwertige Audio-Schmankerl im schmucken Digipak noch schneller in die Geschichte ein!
Rockslave

Punkte: 10 von 10
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SCARLET SINS – Scarlet Sins
MySpace-Link / Eigenvertrieb
Die Geschichte dieser Debüt-CD der kanadischen All-Girl-Band Scarlet Sins wäre ohne MySpace wohl anders verlaufen. Wie oft durch Zufall darauf gestossen, nahm mich der schwere Sound gleich mal ziemlich gefangen. Sylvya Nuvynska (v), Christina Bishop (g), Tanya Nicklaus (b) und Elie Bertrand (d) sieht man es auf der Rückseite der CD zwar nicht unbedingt an, dass sie derart düstere Mucke mit etwas Industrial Schlagseite spielen. Erstes Merkmal der selbstbetitelten Langrille ist die überfette Produktion, die alles in Grund und Boden walzt. Der Opener «Let Go» groovt ganz ordentlich, weist auch ruhige Parts als Überleitung auf und zeigt sogleich die prägnante Stimme von Sylvya, die stets von Melancholie begleitet wird. «Drown» ist nach dem gleichen Muster aufgebaut und auch bei «Above Ground» findet sich ähnliches Riffing, das mich, wie eigentlich auf dem ganzen Album, immer wieder an die Amerikanischen Kult-Metaller Warrior erinnert und auch W.A.S.P's Düster-Opus «Kill Fuck Die» schimmert dann und wann durch. Dass Scarlet Sins jedoch nicht nur voll lospowern können, beweisen sie mit der Halb-Ballade «With You», die aber ebenso traurig daher kommt wie die anderen Songs. Entprechend sind dann auch die Texte ausgefallen. Obwohl das Ganze wie aus einem Guss klingt, schleicht sich bald einmal eine gewisse Monotonie und folglich Langeweile rein, da sich viele der Songs sehr ähnlich sind. «Backstabber» weicht mindestens etwas davon ab und beim letzten Track «No Arguments» frönt man einer halbwegs doomigeren Variante der Sorte Black Sabbath. Was mir persönlich auf diesem Album fehlt, ist der berühmte Killer-Song und insgesamt etwas mehr Abwechslung. Komischer-weise hört sich die Depeche Mode Cover-Version von «Strangelove» nicht sonderlich nach dem Original an, obwohl bei den Credits klar Martin Gore aufgeführt ist. Sehr überzeugend hingegen ist die bemerkenswerte Gesangs-leistung von Sylvya Nuvynska und die dominante Drum-Spur, die im Studio von einem gewissen John Pacheco eingespielt wurde. Unlängst durften die Mädels in ihrer Heimat ja für Mötley Crüe eröffnen, was hoffentlich dazu beigetragen hat, dass Scarlet Sins bekannter werden und sich eines Tages auch mal bei uns blicken lassen.
Rockslave

Punkte: 7.0 von 10
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GRIFFEN – Linked In Eternity
MySpace-Link / Griffen Music / Eigenvertrieb
Der letztjährige 4-Tracker der Schweden zeigte gute Ansätze aus der Power Metal Ecke, die aber noch einer Steigerung bedurften. Die neue Promo enthält diesmal 5 Songs und startet gleich mit dem Titeltrack «Linked In Eternity» als Opener durch. Wiederum dominiert sattes und zähes Riffing mit US-Metal Einschlag. Sänger Jörgen Söderberg steuerte wiederum seine kraftvollen Vocals bei, die je nachdem von allen Kollegen begleitet werden. «Secret Fire» beginnt danach in etwas flotterem Tempo und erinnert mich sogleich an Circle II Circle, während «Falling Inside» ordentlich Vibes der guten, alten Warrior aufleben lässt. Spätestens bei «The Hydra» sollte dann jeder bemerkt haben, wie fett dieses Material produziert wurde, wobei hier vor allem der Bass-Sound heraus sticht. Zu guter Letzt werden bei «Life On The Way» auch noch die legendären Zeiten von Van Halen herauf beschworen. Der Fokus von Griffen liegt jedoch klar bei US-lastigem Power Metal mit vielen Reminiszenzen zu bekannten Acts und Sounds. Dies muss jetzt kein Nachteil sein, da das ja heutzutage viele der neuen Bands machen, aber die Schweden werden es meiner Meinung nach im heutigen Umfeld eher schwer haben, sich deutlich von der Masse abzuheben. Dazu braucht es bald einmal ein ganzes wie möglichst überzeugendes Full-Lenght Album und vor allem einen voran bringenden Support-Slot im Schlepptau einer Major-Band. Die Basis steht auf jeden Fall und nun muss aber ein Gang nach oben geschaltet werden!
Rockslave

Punkte: 7.7 von 10
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BADMOUTH – Badmouth
MySpace-Link / Romulus X Records / Eigenvertrieb
Was hier bei den Demos schon mal vor ein paar Monaten begutachtet wurde (siehe weiter oben), findet jetzt seine mit Spannung erwartete Fortsetzung! Badmouth aus Schweden haben erfreulicherweise Wort gehalten und legen nun ihr erstes, gleichnamiges Full-Lenght Album vor! Als Opener figuriert wiederum der griffige Rocker «Pedal To The Metal», der gleich die Whiskey-Gläser im Regal zum Wackeln bringt und die richtige Stimmung entfacht. Nicht minder rockig schliessen «Kick It Up!» und «Cocaine Girl» an und lassen vorwiegend die kultigen Britny Fox hochleben. Dabei wird durch das Axt-Gespann Mike Hill und Randy Joy nicht nur vorzüglich gerifft, sondern auch ganz töfte soliert. Für die Prise Stoner Rock im Sound von Badmouth ist Bassist Chris LeMon verantwortlich, während die Felle treffend von Rick Hard malträtiert werden. Der Amerikaner Paul Sabu, seines Zeichens Gitarrist wie Sänger während der 80er (Sabu, E.Wade & Only Child) produzierte und mixte die erste Langrille der Schweden in Los Angeles. Dazu steuerte er noch Backing Vocals bei, die wohl auch beim coolen «Dance Little Sister» zu hören sind. Die Produktion als solche klingt vor allem von der Snare-Drum her zwar etwas hölzern und geht daher, zusammen mit dem Bass (wie bereits erwähnt), eher etwas in die Stoner-Ecke, ohne allerdings zu fett zu wirken. Noch schmalbrüstiger, da akustisch, präsentiert sich darauf «Rivethead» überraschend anders und überzeugend zugleich! Sänger Tom Pearson zeigt hier ausserdem, welche Qualitäten in seiner ausdrucksstarken und klaren Stimme liegen. Alle zehn Songs stammen übrigens aus der eigenen Feder und der clevere Verzicht auf die allenfalls halbgare Interpretation irgendeines berühmten Genre-Klassikers wertet das Ganze noch zusätzlich auf. Überdies wird damit der Beweis erbracht, dass genügend eigene Ideen vorhanden sind. Das unterstreicht zum Beispiel auch «Hell Tonight» (Tipp!), wo das zu Beginn ziemlich simpel auftretende Riff (klingt etwas nach den Holländern von Picture) interessant ausgeschmückt wird. Lemmy & Co. (zu ihren frühen Zeiten) werden augenzwinkernd bei «...And Take Your Toothbrush With You» geehrt (hammergeiler Bass-Sound!), während das vom Demo her leicht umbenannte «SuperSassyBaby» (hiess vorher «Super-Sassy Glossy Lips») als idealer Rausschmeisser nochmals alles auf den Punkt bringt, was Badmouth ausmacht. Tolle Scheibe, die sich mit jedem Durchgang tiefer in die Gehirn-windungen hinein frisst!
Rockslave

Punkte: 8.7 von 10
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ERIC VANLANDINGHAM – Meet My Demons
MySpace-Link / Retrospect Records / Eigenvertrieb
Der Multi-Instrumentalist aus den U.S.A verdingte sich anfangs der 90er Jahre noch in einer Metallica Coverband namens Damage Inc. und davor versuchte man mit Entice einen Deal zu holen, was aber nicht gelang, da man "zu hart" aufspielte. Etwas später wurde eine Truppe namens Slave (interessant!) formiert, um im Jahre 2000 die Songs der ersten, selbstbetitlelten Solo-CD von Eric auf die Bühne zu bringen. Dabei wurden auch immer wieder Cover-Versionen von bekannten Acts gespielt, die unter anderem (auch früher schon) in Bands namens Mean Streat und Uncut zum Besten gegeben wurden. All diese Engagements führten dazu, dass sich der talentierte Amerikaner schliesslich in jedem Bereich eines Line-Ups bewegen konnte. Mit dem zweiten Werk «Meet My Demons» wurde nun ein Konzeptalbum erschaffen, das eigentlich erstmals schon 2006/07 hätte erscheinen sollen. Der nächste Termin wurde schliesslich mit März 2008 ins Auge gefasst. Fast ein Jahr später stiess ich über MySpace (wo sonst?!!) nun auf diese Mucke und musste gleich genauer hinhören. Was sich da in meinen Gehörgängen umgehend festsetzte, klang sehr ermutigend! Ein kurzer, persönlicher Kontakt mit Herrn VanLandingham (MySpace lässt grüssen!) hat genügt, das Interesse auf beiden Seiten zu wecken. So kam denn schon bald eine CD bei mir angerauscht, die es wahrlich in sich hat. Zu allererst muss jedoch gleich erwähnt werden, dass dieser wahnsinnige Musiker das ganze Album (!) komplett alleine (!!) eingespielt, remastered und gemixt hat!!! Man muss sich das mal vorstellen..., einfach unglaublich. Dass dabei auf der Seite des Drums rein digital gearbeitet wurde, ist verständlich wie mutig zugleich, denn das endet meist in einem Desaster. Nicht auf «Meet My Demons»! Musiker und Sachverständige werden den Drum-Computer zwar rasch heraus hören, aber was Eric daraus gemacht hat, verdient den grössten Respekt. Zwölf Songs mit powermetallischer Schlagseite vor allem in Richtung Warrior, Savatage, Circle II Circle und US-Metal allgemein, lassen das Herz eines jeden Metallers schneller pochen. Eher im gemässigtem Tempo angesiedelt, erzeugt das Material ordentlich Druck. Sanftere Klänge wie bei «1'000 Voices» kommen ebenso gut daher, wie die flotteren Tracks. Auch gesanglich kann Mr. VanLandingham überzeugen und lässt sich dabei nicht mal so einfach auf Kollegen festlegen. Je länger man sich die Songs anhört, desto weniger kann man glauben, dass alles, was man hiert hört, wirklich aus der Feder und Mache eines einzelnen Musikers stammt! Und immer wieder erstaunt dieser verflucht abwechslungsreiche Drum-Sound, den man ja zuerst mal im Kopf haben muss, um ihn dann entsprechend ausarbeiten zu können. So folgt nach dem Ultragebretter bei «No One Attacked» das getragene «Hypnosis», wo auch wieder alles zusammen passt. Mein Highlight ist der obergeile Groover «The War On Sanity», der voll in die Knochen und Gedärme haut. Wenn es denn einen etwas schwächeren Song auf «Meet My Demons» gibt, dann ist das «Nobodys Home», das etwas zu schleppend wirkt, aber dennoch kein Filler ist, vor allem gegen Ende. «The Final Battle» klingt am Anfang mit der akustischen Gitarre, wie schon «1'000 Voices», etwas nach Lita Ford's «Close My Eyes Forever». Wo andere Alben gegen den Schluss hin abbauen, legt Eric VanLandingham mit «Welcome To Your Funeral» nochmals einen epischen Kracher vor, der, zusammen mit dem überaus künstlerischen Aspekt von Booklet und CD unterstreicht, was für ein Juwel hier geschaffen wurde. Diese CD verdient die aufrichtige Aufmerksamkeit und Würdigung aller Fans von harten Sounds, denn so ein ehrliches und nur so von Handwerk strotzendes Album darf nicht in der Masse unter gehen. Darum loggt Euch jetzt sogleich auf Eric's MySpace Seite ein (Link ist oben im Titel), hört Euch nebst drei älteren Songs vor allem die drei neueren davon an und ordert gleich darauf eine der interessantesten Indipendent-Veröffentlichungen der letzten Zeit!
Rockslave

Punkte: 9.5 von 10
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ETERNAL – Start Of A New Era
MySpace-Link / Eigenvertrieb
Kürzlich kam bei MySpace, wie laufend immer wieder mal, ein Friend-Request daher, der abermals Folgen hatte! Kurz darauf traf nämlich ein Brief aus Schweden bei mir ein, der die brandneue 4-Track EP plus Infoblatt von Eternal enthielt. Kein Geringerer als Studio-Ikone und Musiker Peter Tägtgren (Pain) hatte an den Knöpfen gedreht und sorgte damit schon mal für einen Top-Sound. Das lässt sich beim schmissigen Opener «The Thing» sogleich bestätigen. In bester Europe/Pretty Maids/Crystal Ball Manier der alten Tage, also mit dominantem Key-Sound und massig Flair der 80er, geht die Post voll ab. Schon nach kurzer Zeit, vor allem wegen dem Gesang von Christer Gärds und dem Key-Sound von Pontus Lekaregård kam mir aber vorerst nur eine Band in den Sinn: Kirk! Die Baselbieter Melodic Metal Band brachte vor sechs Jahren mit «The Final Dance» eine Top-Scheibe auf gleicher Augenhöhe raus, die leider bereits in wieder der Versenkung gelandet ist, da die Band sich inwzischen aufgelöst hat. Wer aus Schweizer Sicht ebenfalls als Richtschnur in Frage kommt, sind die (hingegen wieder auferstandenen) Black Angels. Eternal springen da jedenfalls wirklich erfreulich in die Bresche und liefern mit «Cross The Line» und «Stay The Night» zwei weitere Hämmer ab, die Genre-Fans laut mit der Zunge schnalzen lässt. Die überaus orchestral arrangierte Mucke füllt den Raum opulent aus und will nur eines, nämlich laut(er) gespielt werden. Der vorläufig letzte Track «Face The Truth» braucht bei mir allerdings etwas länger, bis er zumindest ein "gut" erreicht. Und nun ist leider bereits Ende Feuer bei dieser Review und es bleibt schwer zu hoffen, dass die fünf Schweden in absehbarer Zeit ihr erstes, amtliches Langeisen raus hauen werden. Wenn dabei das glückliche Händchen in Sachen Songwriting auf diesem Niveau gehalten werden kann, steht uns ein todsicheres Masterpiece bevor, das bestimmt für Furore sorgen wird. Somit entspricht auch der Titel der EP den Erwartungen, was ja nicht immer der Fall ist. Beide Daumen hoch für Eternal! Unterstützt diese hoffnungsvolle Combo und ordert Euch «Start Of A New Era» direkt bei der Band, das heisst über MySpace.
Rockslave

Punkte: 8.5 von 10
      Keine Homepage vorhanden!
RAG DOLLS – Unlawfully Delicious
MySpace-Link / Eigenvertrieb
Ungeachtet der wirtschaftlichen oder gesellschaftlichen Umstände gibt es etwas auf dieser Welt, das zu keiner Zeit unter zu kriegen ist: Der gute, alte Rock'n'Roll! AC/DC haben es dieses Jahr beispielsweise wieder allen gezeigt, wo der Hammer hängt und auch eine altgediente Truppe wie Status Quo vermag die Leute immer noch in Scharen anzulocken. Dass dies im Grundsatz, also echter, ehrlicher Rock'n'Roll, auch künftig so bleibt, macht es zwingend nötig, dass fähiger Nachwuchs in die Fussstapfen der Vorbilder tritt. Umso wertvoller wird das Ganze, wenn sich nationale oder gar regionale Talente bemerkbar machen. Dazu gehört mit Sicherheit auch der erst 17-jährige Oltner Kantischüler Elias von Arx, der lieber auf (s)einer Fender Telecaster spielt, anstatt sich mit (s)einem Girl abgibt. Was hier auf den ersten Blick allesfalls abschätzig belächelt wird, erstickt sogleich im Keim, wenn man diesen rohen Diamanten auf einer Bühne spielen sieht. Zusammen mit zwei Kollegen (Läli Spring, b und Martin Hommes, d) gründete Eli im Dezember 2006 die Band Rag Dolls. Inzwischen hat das rockige Trio seit 2007 bis jetzt rund 50 Gigs (!) gespielt, wovon ein paar Bandcontests waren, die stets mit guten Plätzen versehen waren. Der Trend zeigt mittlerweile klar nach oben und damit sich möglichst viele Leute ein Bild von Rag Dolls machen können, wurde ein feiner 6-Tracker eingetrümmert, der es wahrlich in sich hat. Im Januar 2009 erschien der (im Gelterkinder BWS Tonstudio live eingespielte!) Silberling, der nebst vier neuen Songs noch zwei ältere vom Vorgänger-Album «Look Like Idiots, Play Like Gods» (2008) beinhaltet. Der Opener «Strange Titled Song» rumpelt dabei herrlich frisch wie rau daher und besticht durch fettes Riffing und einem guten Solo, das bereits aufzeigt, was der junge Mann drauf hat. Der nachfolgende «Morning Blues» mit unver-kennbarem Flair der alten AC/DC ist ansich nichts Spezielles, aber die Nummer groovt wie Sau und man spürt deutlich, dass der Jung-Gitarrist sein Instrument mit Leichtigkeit und Tiefe zugleich zum Vibrieren bringt. Da steckt Leben drin und verströmt genau die Leidenschaft, die es braucht, um in dieser Stil-Ecke glaubwürdig rüber zu kommen. Davon zeugen «Stop To Start» und auch «Take Me Up», wo gerockt wird, dass der Kitt nur so aus dem Fensterrahmen bröselt. Dafür sorgt unter anderem die blitzsaubere und druckvolle Aufnahme. Auf gleicher Augenhöhe sind auch die beiden Bonus-Tracks «Perfect» und «What I Am», die das überzeugende Niveau des eigenen Songwritings unterstreichen. Wenn es denn einen Punkt der Kritik zu benennen gibt, dann ist das der zu jugendlich wirkende und unausgereifte Gesang. Wer Rag Dolls allerdings in der jüngeren Vergangenheit mal live gesehen hat, wird auch hier unüberhörbare Fortschritte festgestellt haben. Sollte sich Elias von Arx aber jedoch weiterhin mit Vocals zusätzlich auf Trab halten wollen, muss dieser Bereich deutlich verbessert werden. Ansonsten sollten hiesige Talent-Scouts ihre Augen und Ohren weit aufsperren und diesen überaus begabten Burschen nicht mehr aus den Augen lassen. Wohl dem, der das riesige Potenzial rechtzeitig erkennt, sich diesen kommenden R'n'R-Edelgaul baldmöglichst krallt und in den Stall stellt! Interessierte sollten sich umgehend die MySpace-Site und die bandeigene Homepage von Rag Dolls zu Gemüte führen, es lohnt sich.
Rockslave

Punkte: 8.5 von 10
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SAHARA RAIN – Sand In Your Hands
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Die einheimische Hardrock-Band aus Zürich (oder Umgebung, mehr findet sich nicht) existiert eigentlich erst seit 2007 und bis zum heutigen Lineup dauerte es noch gut ein Jahr. Die Musiker sind jedoch allesamt keine Newbies, sondern weisen überwiegend jahrzehntelange Szene-Erfahrung und Engagements mit anderen Formationen, unter anderem Wild East, dem Band-Vorläufer auf. Somit war klar, dass hier eindeutige Ambitionen vorhanden waren, etwas Seriöses auf die Beine stellen zu wollen. Sahara Rain bestehen aus Sänger Ricci Domenico, den Gitarristen Dave Silhanek und Adrian Honegger, sowie der Rhythmus-Abteilung mit Boet de Haas (b) und Levent Sunu (d). Vervollständigt wird das Sextett mit Tastenmann Bo Rebsamen. Anfangs dieses Jahres (also 2009) entstand das Debüt «Sand In Your Hands», das von keinem Geringeren als dem bekannten Musiker (Ex-Jaded Heart) und Produzenten Michael Bormann tatkräftig unterstützt wurde. Dies sowohl an den Knöpfen, wie auch mit beigesteuerten Backing Vocals. Somit ist die stilistische Richtung quasi vorgegeben und wird durch den mit orientalischen Vibes versehenen Opener «Feels Like» sogleich bestätigt. Der schleppende Rhythmus, der mich auch etwas an die alten Whitesnake erinnert, lässt der prägnanten Stimme von Ricci viel Raum und zusammen mit den füllenden Backing Vocals setzt sich die Hook-Line gleich hartnäckig fest. Ins gleiche Horn stösst «Black Gold», wo mir wegen dem Piano und dem Song ansich sogleich die Amis von Shotgun Symphony einfallen. Etwas mehr Drive gibt es bei «Jungle» zu hören und spätestens jetzt wird wohl auch der Letzte bemerkt haben, wie professionell diese Scheibe produziert wurde und die unverkennbare Handschrift aus dem Hause Bormann trägt. Mit «Higher Sky» und «Center Of Pain» stehen dann die obligaten (Halb-) Ballade zum Geniessen bereit, wo alle Freunde von melodiösem und nicht zu hartem Hardrock auf ihre Kosten kommen. Dass Sahara Rain aber sehr wohl rocken können, beweisen «The Dance» und auch «Shadow», wo wiederum die gesanglichen Stärken voll ausgespielt werden. Meine persönlichen Highlights folgen jedoch erst jetzt, wo bei «Blinded Eyes», «Be The Man You Are» und «With These Hands» glatt auch die Baselbieter Band Kirk mit ihrem Erstling «The Final Dance» am Werk sein könnte. Handwerklich betrachtet ist «Sand In Your Hands» allererste Sahne, mir persönlich (insgesamt) allerdings etwas zu schmalzig ausgefallen und dürfte noch etwas mehr Pepp aufweisen. Dieser Eindruck könnte womöglich von der Live-Performance ins rechte Licht gerückt werden. Fazit: Wer auf topproduzierten AOR steht, kommt an den Schweizern nicht vorbei und sollte anfangs 2010 umgehend nach der zweiten CD Ausschau halten!
Rockslave

Punkte: 8.0 von 10
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TYREHEAD – Through The Mass
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Über die Musikplattform «restorm.com» wurde ich auf diese junge und frische Band aus dem Rockkanton Solothurn aufmerksam. Es muss also nicht immer das übermächtige MySpace sein, das neue Talente an die Oberfläche spült! Das umtriebige Trio, als da wären Dänu Meister (v/g), Päscu Meister (b) und Andy Uetz (d) rottete sich 2005 zusammen und widmete sich nebst Konzerten ab 2008 auch dem gepflegten Aufbau des eigenen Studios, wo bereits die Vor-Produktion der mir vorliegenden EP in Angriff genommen wurde. Letztes Jahr war das Teil schliesslich im Kasten und konnte auf die Menschheit losgelassen werden. Der groovige Opener «Deadly Eye» erinnert gleich mal frappant an die Anfangstage der Baselbieter Combo Excentric, obwohl die ruhige Bridge vor dem Einsetzen des Gesangs eher unerwartet auftaucht. Weniger ruhig geht es beim Bass-Drumspiel von Herrn Uetz zu und her, der hier nämlich ziemlich fix drauf ist und sich damit deutlich bemerkbar macht. Leider ist das erste Stück nach gerade mal drei Minuten schon zu Ende. «Drive» klingt darauf so, wie der Song auch heisst und ruft hier nebst etwas punkiger Attitüde unweigerlich die längst verblichenen The Almighty ins Gedächtnis zurück und zwar musikalisch wie auch von der Gesangsstimme her, die an dieser Stelle stark der von Ricky Warwick gleicht. Die in der Kurzbio angesprochene Stilvielfalt von Tyrehead wird mit der ziemlich ruhigen Nummer «Remedy» untermauert, die dann halbballadeske Züge annimmt und mit guten Vocals aufwartet. Wieder einen voll auf die Mütze gibt's bei «Lowmax», wo Andy's Top-Drumming noch prägnanter als eh schon zu vernehmen ist. Überhaupt ist der von nur drei Musikern erzeugte Sound überdurchschnittlich ausgefallen und nebenbei auch ganz ordentlich aufge-nommen worden. «Jimmy» glänzt derweil mit dem Flair der ganz frühen Tage von Motörhead, während «Ride» als leider bereits letzter Track zu Beginn nochmals eine andere (ruhige) Facette der Solothurner zeigt. Die Jungs haben's echt in der Hand, dass dereinst mal ein nie langweilig werdendes Debüt-Album entstehen könnte. Das Potenzial dieser EP ist auf jeden Fall deutlich erkennbar und es bleibt zu hoffen, dass wir bald wieder was von Tyrehead hören werden! So check them out folks!!
Rockslave

Punkte: 8.0 von 10
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SILENCE LOST – Now Is The Time
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Die fünfköpfige Band aus dem Aargau besteht erst seit Januar 2009, ist also noch sehr jung. Ihre Mitglieder sind allerdings längst aus dem Schülerband-Alter raus und allesamt versierte Muskiker. Neuester Zugang ist Sänger Marcel "Marc" Bürgi, der als Songwriter die kompositorischen Geschicke von Silence Lost lenkt. Harten, melodischen Rock haben sich die Jungs auf die Fahne geschrieben und so hören sich der Opener und Titeltrack «Now Is The Time» und «He Died For Nothing» auch an. Nebst solidem Riffing von Patrick "Pädu" Jost sind die filigranen Soli von Thomas "Hedi" Hediger nicht zu überhören. Beim zweiten Song der 5-Track EP erinnert mich die Stimme von Herrn Bürgi zudem an einen gewissen Herrn Sweeney (Crystal Ball) mit einem Schuss Mark Fox (FOX, Ex-Shakra). Bryan Adams schimmert dann und wann auch noch etwas durch. Da es hier keine Keyboard-Sounds hat, wird die Melodieführung der Leadgitarre übertragen, was gut gelingt. Gleiches lässt sich zur tadellosen Eigenproduktion sagen, die das Rhythmus-Duo Patrick "Punsh" Andres (b) und Mirko Hürzeler (d) optimal in Szene setzt. Die Halb-Ballade «Caught» zeigt nachfolgend auf, dass sich Silence Lost auch in dieser Ecke wohl fühlen und hier locker mit Shakra mithalten können. Der etwas andere Timbre, vor allem zu Beginn, unterstreicht die Wandlungs-fähigkeit von Marc's Stimme. Rockiger wird es dann wieder bei «Slaves», wo die Co-Lead Vocals von Pädu mit der deutlich höheren Stimmlage gut dazu passen. Hier fehlt mir allerdings ein bisschen der letzte Zwick, der jeweils auf der Bühne bestimmt wett gemacht wird. Ein quasi halbes Album besitzt jetzt aber stets den Nachteil, dass eine Band dadurch nicht ihre ganze Bandbreite abdecken kann. So fehlt hier auf dem sonst töften Debüt «Now Is The Time» der Überraschungseffekt einer vielleicht etwas schrägeren Nummer. «Tears», die zweite Ballade und bereits der letzte Track, erinnert mich umgehend an das Kult-Album «Defrosted» (1997) von Gotthard und gefällt mir eigentlich am besten. Womöglich ist diese Ecke bezüglich der Zielgruppe ergiebiger, denn etwas modern angehauchter Rock ist zur Zeit eher weniger gefragt. Wer sich angesprochen fühlt, sollte Silence Lost auf jeden Fall mal Gehör schenken!
Rockslave

Punkte: 7.0 von 10
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TANADRA – Tanadra
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Der Weg zu dieser sehr ansprechenden und, um es gleich vorweg zu nehmen, leider viel zu kurzen EP führte, wie könnte es denn heutzutage bald nicht mehr anders sein, über das allmächtige MySpace-Portal! Längst zum Hort von tausenden von Bands und Interpreten geworden, ist es mittlerweile schon fast ein kleines Wunder, wenn was aus dieser unübersichtlichen Flut heraus ragt. Bei der aus New York stammenden Tanadra hatte mich ihr Aussehen, respektive das Styling vorerst eher an einen R'n'B- oder Pop-Act erinnert. Würde da in der Biographie nicht was von "alternative/hard rock EP" gestanden haben, hätte ein Klick gereicht und die dunkelhäutige, rassige Amerikanerin aus New Jersey wäre umgehend in der digitalen Versenkung auf Nimmerwiedersehen verschwunden! Das Schicksal wollte es aber anders und wenn dann einer der Songs noch «Danny» heisst, ist das Grund genug, näher darauf einzugehen. Und siehe da, die Neugier machte sich bezahlt, denn der Opener des selbstbestitelten Debüts knallte mir in bestem und fettem Mother's Finest Stil um die Ohren! Die unter anderem zu den Einflüssen genannte Tina Turner lässt sich derweil eindeutig aus der (hard-) rockigen Nummer «Pissed Off» eruieren. Treibende Drums und ein gnadenlos pumpender Bass lassen deshalb die Fenster erzittern. Das pure Gegenteil dann bei der etwas poppig ausgerichteten Ballade «Today Is The Day», die ziemlich radiotauglich daher kommt, aber nebst akustischen Gitarren und (künstlichen) Streichern immerhin noch so etwas wie ein E-Guitar Solo enthält. Kaum warm mit Tanadra's prägnanter Stimme, erklingt mit «Take It Easy» auch schon der letzte Song, der mich musikalisch einerseits an Fiona (Flanagan) und andererseits noch deutlicher an Reamonn erinnert. Auch hier, da nicht hart ausgerichtet und mit coolen Akustik-Leads, böte sich mögliches Airplay an. Was haben wir also unter dem Strich? Zwei rockige und zwei leisere Tracks, die allesamt überzeugen, textlich aus dem harten Jugendleben von Tanadra berichten und für die Sängerin gemäss eigenen Angaben von grosser Bedeutung sind. Das erklärt auch die Leidenschaft, die spürbar vorhanden ist. Was es nun (bald) braucht, ist weiteres Material auf diesem Level und die richtigen Leute im Hintergrund, um dieses Talent weiter nach vorne bringen zu können! Hiermit soll ein kleiner Beitrag dafür geleistet werden, verbunden mit der Aufforderung an die Leser, sich diese tolle Stimme unbedingt mal anzuhören! Für Heavy Metaller ist das natürlich nix, aber wer gemässigteren, durchaus peppigen und melodischen Rockklängen zugetan ist, sollte Tanadra eine echte wie faire Chance geben. Mittlerweile steht zudem die Acoustic-Version von «Danny» als kostenloser Download bereit und das aktuelle Video gibt es auch anzusehen, also nichts wie ran Leute!
Rockslave

Punkte: 8.0 von 10
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RAG DOLLS – You're Allowed To Love It Too
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Dass Talente zumindest die Chance haben, was aus sich zu machen, respektive andere das Potenzial erkennen und wirklich daran interessiert sind, jemand echt und anhaltend zu fördern, soll ja vorkommen. Oft ist es leider anders, aber bei der Oltner Combo Rag Dolls, dessen Bandleader und Gitarrist Elias von Arx mittlerweile volljährig geworden ist, scheint alles noch offen sein! Musikalisch ist man zum Glück nicht stehen geblieben und hat nebst dem Komponieren weiter wacker Konzerte gespielt und an Bandcontests teilgenommen und, wen wundert’s, weitere davon gewonnen. Diese Beharrlichkeit, ergänzt um das ohne Zweifel noch gesteigerte Talent, beschert uns nach dem letztjährigen 6-Tracker «Unlawful Delicious» nun mit Freude die nächste EP, diesmal mit sieben Songs bestückt. Schon der Opener «I Love You Because You Told Me To» deutet eine stilistische Korrektur mehr in Richtung Indie-Rock, genau Indie Blues-Rock an, nachdem der letzte Opener «Strang Titled Song» doch um Einiges mehr schrummelte. Doch das Ganze macht vielleicht durchaus Sinn, weil man damit womöglich eher am Puls der Gegenwart liegt, obwohl gute Rockbands mit fähigen Musikern immer ihr Publikum finden werden. Rag Dolls haben ihr Songwriting mit den neuen Songs spürbar erweitert und legen auch mehr Wert auf die Arrangements. Des Weiteren entfalten die stets so locker flockig gespielten Soli deutlich mehr Tiefgang und lassen den zwar besser gewordenen, aber halt immer noch verbesserungswürdigen Gesang ebenfalls viel besser aussehen. Ein weiteres Detail ist der permanente Drummer-Verschleiss in dieser Band, denn Samuel Hool, der die neue Scheibe hier mit eingespielt und einen sehr versierten Eindruck hinterlassen hat, gehört bereits nicht mehr zum Lineup. Der neue Schlagzeuger hört auf den Namen Simon Moll und wir wünschen an dieser Stelle endlich Sitzleder, sprich Kontinuität! Wie gross der Wandel und die Vorschritte bei Rag Dolls inzwischen sind, zeigt die absolut radiotaugliche Hammer-Ballade «Too Many Reasons» auf, die irgendwo zwischen Mr. Big, Gotthard und den alten Rolling Stones wie Dire Straits angesiedelt ist. Gleichzeitig liefert Herr von Arx hier seine bisher beste Gesangsleistung ab! «Baby I Know» stimmt danach die Rockfreaks wieder milde, denn hier blitzt das ein wenig vermisste Ungestüme der Jugendlichkeit durch und Elias fordert hier seinem Gesang Einiges ab, was dann live, besonders wenn die Stimmbänder nicht 100%-ig fit sind, zum Problem wird. Zu den fünf Studio-Nummern wurden noch zwei Live-Tracks angehängt, von denen vor allem der «C-Blues» das beindruckende Improvisationsvermögen des Jung-Gitarristen zur (Ohr-) Schau stellt. Auch «Just One Dance» mit spürbarem Santana-Flair deutet unmissverständlich an, welcher rohe Diamant hier am Entstehen ist. Darum an dieser Stelle nochmals der Appell an die Musikschaffenden und -verantwortlichen in der Schweiz: Holt Euch diesen geilen Typ in den Stall, bevor es jemand anders tut und unterstützt nachhaltig ein kommendes Aushängeschild der einheimischen Musikszene!
Rockslave

Punkte: 8.5 von 10
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To be continued...