New Musik-Reviews April 2018
Wertung:
  9.0 bis 10 Kaufempfehlung.         7.5 bis 8.9 Gut.
  4.0 bis 7.4 Vor Kauf reinhören.   0.0 bis 3.9 Nicht empfohlen.
SKELETAL REMAINS - Devouring Mortality
Century Media/Universal
Heiliger Scheiss, wie hammermässig ist denn "Devouring Morality" ausgefallen?! Kommt ganz nah an die neue Pestilence namens "Hadeon" ran. Der US-kalifornische Dreier aus Whittier präsentiert uns mit "Devouring Mortality" den dritten Full Length-Longplayer - "Desolate Isolation" (2011, Demo), "Beyond The Flesh" (2012), "Condemned To Misery" (2015), "Live At Asakusa Deathfest 2016" (2017, Split), "Planetary Genocide2 (2018, Single) - eine geschichtsträchtige Death Metal-Scheibe. 11 Tracks in bester amerikanischer Death Metal-Manier, seit 2011 als Trademark geltend (vorher unter dem Namen Anthropophagy), schieben uns die Herren Adrian Marquez (Bass), Chris Monroy (Vocals, Guitars), Mike De La O (Guitars), unter zusätzlich gütiger Bei- und Mithilfe von Johnny Valles (Drums), Adrain Obregon (Guitars) und Carlos Cruz (Drums, live) satten, leicht technisch angehauchten, brutalen, leicht thrashigen Death Metal, in bester Florida-Death-Gangweise. Auch hierbei zieht sich der rote Faden gnadenlos durch alle 11 Songs, ohne Wenn und Aber. Alle 11 Tracks sind potentielle Anspieltipps, kann mich auf keinen bestimmten festlegen, ehrlich gesagt, da wirklich alle Songs sauber ineinander hineinfliessen und demensprechend auch wieder rausfliessen, um von einem musikalischen Höhepunkt zum anderen zu gelangen, ohne Umschweife, gnadenlos brutal und deathig. Da gibts von Blast-Attacken, Riffgewittern mit Thrash- und Deatheinflüssen, einfach alles, was das dunkle Death-Herz nur so sich reinsaugt und vor Verzückung im Skeletal Remains-Rhythmus hüpft und pumpt. Wie gesagt, Anleihen von Death, Pestilence, Monstrosity, Morbid Angel, Morta Skuld, Malevolent Creation, Suffocation, Cannibal Corpse, Obituary, Sinister und Konsorten, um Anhaltspunkte gewähren zu dürfen. Die Drums sind sowas von goil blastend, doublebassend, heiliger Kanonendreck, da würde Baron Münchhausen bis zum Saturn und retour fliegen, so eine Macht haben die Drums. Die beiden Gitarren riffen sich sowas von death-goil in Ekstase, die Soli und Arpeggi sind der absolute Burner, da ist einfach technisches Können und Flair am Werke. Muss man Angst haben? Ja, aber im positiven Sinne! Der Bass zieht seine Läufe in den tiefsten Höhlen und Höllen, unentwegt, unbeirrt und ermöglicht den Growls, welche mich sowas von an Chuck Schuldiner von Death erinnern, und zwar im verdammt positiven Sinne. Wie eine Reinkarnation, ohne jedoch dem guten Chris Monroy seine Eigenständigkeit entsagen zu wollen, nein, einfach ebenfalls nur der Burner. Das, meine Damen und Herren, das ist ein verdammt goiles Hellfest, Punkt. Und erst noch das geniale Cover-Artwork, ebenfalls eine Version gehört an die gehörnte Wand zuhause, in vinyler Form wohlbemerkt, die andere Vinylversion gehört in die gut situierte Plattensammlung, wohlbemerkt. Die Produktion rollt wie eine heisse Lava aus den Tieftönern deiner Boxen, so druckvoll, powervoll, hammerhart, sauber und einfach nur bös. Death Metal-Freaks, was wollen wir mehr? Eben, "Devouring Mortality"! Genial, einfach nur genial!
Leopold  

Punkte: 9.9 von 10
BULLET - Dust To Gold
Steamhammer/Musikvertrieb
So, wieso die Schweden von Bullet noch nicht in einem Atemzug mit den ganz Grossen genannt werden, ist mir ein Rätsel. Hört euch den Opener "Speed And Attack" an. Was will man als Metal-Fan noch mehr? Geschwindigkeit, tolles Doppel-Solo, ein treibender Rhythmus und ein Schreihals, wie man sich ihn wünscht. Folgerichtig geht es dann mit "Ain't Enough" weiter, einfach eine Spur treibender und langsamer. Bullet halten noch immer die Fahne von Judas Priest, Accept, AC/DC und Saxon hoch. Hochkarätiges Material, das man sich als Metal-Head einfach anhören muss. Und wenn sich schon beim ersten Hören die Melodien nachhaltig festkrallen, dann muss man von einem Meisterwerk sprechen. Die Jungs erfinden die Musik nicht neu, sondern geben den Hits der alten Zeit neues Lebenselixier und überzeugen von der ersten bis zur letzten Sekunde. "Rogue Soldier", "Fuel The Fire" oder "Highway Love" fallen dabei kaum ab, sondern halten das enorm hohe Level locker. Mit Hell Hofer hat man einen Knuddelbär in den Reihen, der mit seinem Organ überzeugt und sich locker auf den Rhythmusteppich von Gustav Hjortsjö (Schlagzeug) und Gustav Hector (Bass) fallen lassen. Ein nicht leichtes Unterfangen mit seinen Massen. Krönend im ganzen Sound ist aber die Gitarrenarbeit von Hampus Klang und Alexander Lyrbo, die sich einerseits die Riffs zuschiessen und andererseits sich bei den Soloparts besten ergänzen oder duellieren (zum Beispiel bei "Wildfire"). Songs wie "Forever Rise" und "Hollow Grounds" gehören sicher zum Besten, was die Nordländer bis anhin komponiert haben und so darf man zu Recht von einem Hammer-Album sprechen. Wahrscheinlich das kompakteste und beste, welches Bullet bis anhin veröffentlicht haben in einer eh schon nicht schlechten Diskographie.
Tinu 

Punkte: 9.8 von 10
EVIL DRIVE - Ragemaker
Reaper Music
Die finnischen Newcomer von Evil Drive führen melodischen Death/Thrash Metal ins Feld und präsentieren ihren Zweitling "Ragemaker" in beeindruckender Manier. Der Fünfer aus Helsinki hat elf Tracks auf den Silberling gebrannt, der mit dem Intro "The Rage Is Rising" ins Rollen und erst nach über 40 Minuten wieder zum Stillstand kommt. Ohne dies wirklich zu suchen, prasseln von Beginn an Parallelen zu anderen Gruppen des Genres auf einen herab. Durch die Frontfrau Viktoria Viren schielt man gerne zu Arch Enemy oder Holy Moses, wobei letztere eindeutig für weniger melodiöses Schaffen bekannt sind. Dafür stehen Evil Drive für deutlich mehr Melodik und zaubern einem grandiose Death Metal-Hymnen in die Ohren, die sehr lange nachklingen. Derbe Riffs, abwechslungsreiches Drumming und eine Stimme, die durch Mark und Bein fährt. Fantastische Härte, ohne dabei das melodiöse aus den Augen zu verlieren und sich stets treu zu bleiben. Das ist grundsätzlich das Rezept der Truppe aus Helsinki. Ganz ohne Ausnahme und Huldigung an verstorbene Legenden kommt aber auch "Ragemaker" nicht aus, und so beendet Motörheads "Killed By Death" das Album, wobei auch mit der zweiten, der ruhigsten Nummer "Legends Never Die" an ehemalige Helden des Metal gedacht wird. Tatsächlich passt der Titel nicht unbedingt in die restliche Landschaft, stört jetzt aber in dieser Form auch nicht. Wie dem auch sei, Evil Drive machen einen verdammt guten Job und brauchen Vergleiche mit Genre-Grössen nicht zu fürchten. Die Qualität ihres Sounds hat sich seit dem Debüt "The Land Of The Dead" nochmals verbessert, vom Albumcover ganz zu schweigen. Im Kopf bleiben Nummern wie "Anti-Genocide", "There Is No God" oder der Titeltrack "Ragemaker" definitiv hängen. Evil Drive sind für Fans der bereits genannten Bands mit Sicherheit ein Muss. "Ragemaker" ist ein runder zweiter Longplayer, der ruhig öfters angespielt werden darf.
Oliver H. 

Punkte: 9.5 von 10
CRUACHAN – Nine Years Of Blood
Trollzorn
Cruachan dürfte mittlerweile jedem Fan des Pagan Black Metal Genres ein Begriff sein, sind die Iren um Gründungsmitglied, Screamer und Gitarrist Keith Fay doch schon seit über 25 Jahren im Musikgeschäft. Cruachans Sound ist genau so wild, brutal und ungestüm wie die Schlachten, über die sie so gerne singen. Doch die Iren haben neben brachialen Schlachtgesängen auch erstaunlich verspielte Melodien im Programm, teils mit raffinierter Folk Inszenierung… Neben den rauen Screams von Keith Fay dürfen natürlich auch die bei Pagan Bands fast schon obligaten Männerchöre im Refrain nicht fehlen – doch überraschenderweise gibt es auch viele Clear Vocal Parts, die alles etwas auflockern. Unterstrichen wird das Ganze von den üblichen Drum-Gewittern und Gitarrenattacken in bester Black Metal Manier. Doch Cruachan präsentieren sich einmal mehr als erstaunlich vielschichtig und so sind auch rein instrumentale Stücke mit keltischem Einschlag Teil der Playlist. “Nine Years of Blood“ ist das mittlerweile 8. Studioalbum der Iren und bildet den Abschluss der sogenannten “Trilogy Of Blood“, die 2011 mit “Blood On The Black Robe“ ihren Anfang nahm, gefolgt von “Blood for the Blood God“ (2014). Thematisch geht es dabei um den Krieg zwischen Irland und England, der von 1593 bis 1603 tobte und mit einer knappen Niederlage der Iren endete… Eine epische Geschichte über Sieg und Verlust, mutige Helden und Feiglinge.Fazit: Cruachan bringen ihre “Trilogy Of Blood“ mit einem epischen Highlight zu Ende. Ein sehr abwechslungsreiches Album, das die vielen Facetten dieser Band repräsentiert.
Patricia H.  

Punkte: 9.0 von 10
JAMES CHRISTIAN - Craving
Frontiers Music/Musikvertrieb
Fünf Jahre nach dem letzten Solowerk ("Lay It All On Me") erscheint nun der vierte Alleigang des House Of Lords-Shouters. Grundsätzlich ist und bleibt James einer der besten Rock-Sänger und dies beweist auch "Craving". "Heaven Is A Place" startet rockig mit Bläsern und verbreitet von der ersten Sekunde an gute Laune. Wie auch das folgende "Wild Boys", das mit fetten Gitarren und songdienlichen Keyboards auf sich aufmerksam macht. Der Titelsong ist eine auf einer Akustikgitarre aufgebaut Nummer, die sofort ins Ohr geht. Mit "Jesus Wep" folgt ein ganz starker AOR-Track. Schon nach den ersten vier Liedern ist klar, dass James trotzt seiner Krankheit nichts von seinem genialen Songwriting eingebüsst hat. Logisch werden die Slayer-Fans wohl kaum auf ihre Kosten kommen, aber hart rockende Freaks werden kaum um "Craving" vorbei kommen. James vermischt auch viele Stilelemente mit teils Hard Rock-fremden Instrumenten und lässt dabei seiner Kreativität einfach mal freien Lauf ("Amen"). Dabei darf auch das harte "Sidewinder" nicht fehlen wie auch das fett rockende und leicht bluesige "Love Is The Answer". Der absolute Höhepunkt folgt fast am Schluss mit "Black Wasn't Black", bei dem Mister Christian richtig schön vom Leder zieht. Es war so sicher wie das Amen in der Kirche: Wo James seine Finger im Spiel hat, da erklingt Qualität.
Tinu  

Punkte: 9.0 von 10
PRIPJAT - Chain Reaction
NoiseArt Records
Thrashing maniacs, the german thrashing beast Pripjat mit ihrem zweiten Longplayer namens "Chain Reaction" auf erneutem, erfolgreichem Pfad in den Metal-Olymp. Wirklich? Yep, denn selten so eine erfrischend aufspielende Thrash-Kapelle gehört wie Pripjat. Nun, seit 2011, der Bandgründung in Köln (Brühl), Nordrhein-Westfalen, flossen einige Tröpfchen Rheinwasser den Rhein hinab, wurden viele echt Kölsch Wasser 4711-Flacons verscherbelt, da spielen Pripjat die besser Viererkette als der 1. FC Köln aktuell in der 1. Bundesliga ... Was will der Schreiberling nun bewirken? Gute Frage, will einfach sagen, dass ich beim Tippen dieser Zeilen verdammt Mühe habe, denn gleichzeitig einen Rezension schreiben und stetig headbangen, das geht auf die Dauer nicht und ich muss mich jetzt für eines entscheiden. Da ich mit meinen Fingern die richtigen Tasten besser treffe als mit headbangen und stagediven in meiner Abstellkammer, konzentrieren wir uns nun wieder auf das Wesentliche, nämlich auf "Chain Reaction", den geheiligten 10 Thrashsongs, welche einem die Gehörgänge einmal richtig goil durchspülen. Nun, Pripjat, in menschlicher Form genannt als Kirill Gromada (Vocals, Guitars), Eugen Lyubavskyy (Guitars), Pablo Tapai Ugarte (Bass) und Yannik Bremerich (Drums) knallen uns auf ihrem Zweitling - "Liquidators" (2012, Demo), "Sons Of Tschernobyl" (2014) - einfach straighten, etwas vertrackten, verspielten, speedigen Thrash Metal um und in die Ohren. Die Gitarren sägen in prächtiger Thrash-Manier Riff an Riff, die Soli sind wohlbedacht mal melodiös, dann wieder shreddig, schnell und im gleichen Moment harmonisch. Der Bass hat seine Freiheiten trotz der sägenden Gitarren, seine Eigenständigkeit und passt einfach hervorragend zu den zwei Quetschbalken. Die Drums sind doublebass-lastig, straight, powervoll treibend wie eine Horde Orks durch die Outlands. Der Gesang ist typisch thrashig, shoutend, zetternd, wütend, mal aufhorchend, jedoch nie langweilig oder nervtötend, eben typische Thrash-Shouts. Anspieltipps wären alle Songs, aber der ordnungshalber "Take The Law", "Bowed, Yet Unbroken", "Just A Head" oder "Brick By Brick". Erwähnenswert ist auch "28.04.", ein akustisch gehaltenes Introstück, mit kurzen, metallischen Inputs. Das Cover-Artwork ist sehr gelungen, nicht unbedint thrash-like, doch passend auf den Bandnamen Pripjat übertragen. Übrigens, der Name Pripjat erfolgte aus der Geisterstadt, nahe des AKW's Tschernobil, da Kirill und Eugen ukrainisches Blut in sich fliessen haben, nebst den natürlich vererbten Thrash-Genen wohlbemerkt. Die Produktion ist sauber, perfekt abgemischt und produziert, powervoll, straight. Für mich eines der Thrash Metal-Highlights im 2018. Fans von Kreator, Destruction, Havok und Konsorten werden hell begeistert sein von "Chain Reaction". Ich bin es auch, von diesem kleinen, aber ganz grossen Thrash Metal-Output.
Leopold   

Punkte: 9.0 von 10
AYREON - Universe - Best Of Ayreon Live
Mascot Records/Musikvertrieb
Holy Shit! was für ein Spektakel! Unglaublich was Joost Van Den Broek zusammen mit Arjen hier auf die Beine gestellt hat. Mike Mills als Alien-Sprecher eröffnet das Ganze. im gewaltigen Prolog. Dann kommt Edward Reekers, singt das schöne "Dreamtime" Gänsehaut pur. Sofort geht's weiter mit "Abbey Of Synn". Mega fetter Sound, gewaltige Keys und Synthies. Ed Warby an den Drums muss man ja keinem Ayreon-Fan mehr beschreiben, und das fette Brett an den Gitarren liefern Marcel Coenen und Ferry Duijsens. Am Bass Johann Van Stratum und als Gast Kult Basser Peter Vink. Das Ganze wird abwechselnd präsentiert von 18 Sängern. So singen beim grandiosen "River Of Time" Hansi Kürsch und Marco Hietala (Nightwish) hier im Duett. Oder bei "Merlins Will" hört man Mike Mills zusammen mit Floor Jansen und Marcela Bovio. Und dann das göttliche "Valley Of The Queens" diesmal mit Marcela Bovio, Floor Jansen und Anneke Van Giersbergen. Unbeschreiblich schön wie die drei wunderschönen Stimmen (und Ladys) das hier Vortragen und wieder Gänsehaut pur. Oder "Ride The Comet" hört euch da den unglaublichen Chor an von Irene Jansen, Marcela Bovio und Lisette Van Den Berg und der Refrain wird gesungen von Maggy Luyten, was für eine Powerstimme. Das grandiose "Loser" glänzt mit einem voll geilen Key-Solo von Jost Van Den Broek, unglaublich. Und dann hebt man schon beim Intro des nächsten Songs ab, dem mächtigen "And The Druids Turn To Stone" traumhaft gesungen von Damian Wilson, man sitzt echt nur gefesselt vor dem TV. Es folgen die beiden Übersongs "The Two Gates" und "Into The Black Hole" und wieder Gäsehaut pur, nur schon wegen dem Chor der Mädels. Ein Kracher jagt den anderen. "Actual Fantasy", "Computer Eyes", "Age Of Shadows" und "Intergalactic Space Crusaders" mit Peter Fink am Bass. Am Gesang Damian Wilson und Maggy Luyten, was für eine Kombination und was für eine coole Show der beiden. Und dann ist es soweit. Zum genialen "The Castle Hall" erscheint dann Arjen mit seiner schwarzen Gibson Explorer, das Publikum rastet aus. Robert Soeterboek singt das Spektakel grandios zusammen mit Damian Wilson. "Amazing Flight In Space" folgt gesungen von John Jaycee Cuijpers und Arjen Lucassen. Zum Schluss gibt's noch das starke "Day Eleven: Love" auf die Ohren und das von allen 18 Sängern zusammen gesungene "The Eye Of Ra" einfach göttlich und unfassbar. Man braucht nach diesen zweieinhalb Stunden DVD (oder BluRay) genauso lange um das Ganze zu verdauen. Ich hab so was Geniales noch nie gesehen. Die Musiker, die visuelle Show, die Spezial Effekte, die unglaublichen Sänger und Sängerinnen, die 28 Songs. Arjen Lucassen ist wirklich ein begnadeter Komponist. Kauft euch am besten das coole Earbook mit 2CDs, 2DVDs und einer Blu-ray. und tonnenweise coole Pics der Show.
Crazy Beat     
Punkte: keine Wertung
BARREN EARTH - A Complex Of Cages
Century Media/Sony
Das Jahr 2018 hat gerade erst sein erstes Viertel hinter sich, und schon nenne ich eine der wahrscheinlich beeindruckendsten Veröffentlichungen des Jahres mein eigen. Das finnische Sextett aus Helsinki setzt zehn Jahre nach der Bandgründung auf ihrem vierten Longplayer die Messlatte im Bereich Progressive/Death Metal nochmal ein gutes Stück höher. Zunächst irritierte mich zugegebenermassen der extreme Kontrast zwischen den verschiedenen eingesetzten Stimmen, doch das war bei dieser Truppe schon immer so, das hin und her Springen zwischen Growls, schon fast operettenhaftem Falsettgesang und soliden, cleanen Vocals hat unter den Fans seit Anbeginn für Diskussionen gesorgt. Jedenfalls war für mich auch diesmal die Eingewöhnungsphase recht kurz, und Sänger Jón Aldará erweist sich zum wiederholten Mal als extrem variables Wunderkind am Mikro, das aufgrund seines Talentes wohl Seinesgleichen sucht. Und über die instrumentale Seite brauchen wir auch nicht lange zu diskutieren, zählt man doch Szeneikonen wie Kreator-Gitarrist Sami Yli-Sirniö und Amorhpis-Urbassist Olli-Pekka Laine zu den eigenen Protagonisten. Auf "A Complex Of Cages" verschmelzen beste Dream Theater-Momente mit verträumten Opeth-Reminiszenzen und melancholischen Verneigungen vor Paradise Lost zu einem irrwitzigen Mix aus brachialem Death Metal, akustischem Art Rock und traditionellem Heavy Metal, was ein monströses Etwas hervorbringt, das vor allem auch in Anbetracht der Länge der Tracks ungemein fordert und fesselt. Ganz besondere Erwähnung verdient hierbei lustigerweise jener Musiker, der im Grunde genommen am weitesten im Hintergrund steht, neu-Keyboarder Antti Myllynen. Seine Einsätze sitzen punktgenau in der genau richtigen Dosis, er kleistert nicht alles mit seinen Soundteppichen zu sondern ergänzt das vertrackte Geschehen auf perfekt harmonische Weise mit seinen Tastenklängen. Was mich besonders freut, ist, dass die früher noch deutlich vorhandenen Doom und Folk-Elemente weitgehend verschwunden sind, die Band scheint endlich musikalisch dort angekommen zu sein, wo sie hingehört. Für den wackenisierten Ballermann-Metaller ist das hier natürlich gar nix. Proggies hingegen dürfen verzückt frohlocken (und natürlich kaufen).
Mirko B.  

Punkte: 9.0 von 10
ROSS THE BOSS - By Blood Sworm
AFM/Musikvertrieb
Ross Friedman, besser bekannt als Ross The Boss, der auch nachhaltig für die tollen ersten Songs von Manowar verantwortlich war, zeigt mit "By Blood Sworm", warum heute Manowar ein Schatten ihrer selbst sind. Mit einer unglaublichen Hingabe, viel Schwerstahl unter den Fingernägel, einem sich durch die Songs screamenden Marc Lopez und einer Rhythmusmaschine (Mike LePond und Lance Barnewold), die nichts anbrennen lässt, sprechen wir hier vom besten Manowar-Werk seit "Fighting The World". Was schreit sich Marc die Seele aus dem Körper ("Devil's Day", "This Vengenace"), als würde er der kleine Bruder von Eric Adams (Manowar) sein. Der grosse Meister im Ring ist aber Ross, der unglaubliche Soli und Riffs aus dem Ärmel schneidert. Es ist nicht nur die Geschwindigkeit, sondern auch der treibenden Rhythmus, wie beim Titeltrack, der sofort in die Beine geht und überzeugt. Was für ein Riff bei "Among The Bones", das mit den typischen (Ross The Boss-) Rock-Elementen gewürzt wird. Mit Flamenco-Parts fasziniert die Ballade "Faith Of The Fallen". Was für eine Dramatik entlädt sich bei diesem Track! Unglaublich. Ein mörderisches Abrisskommando entpuppt sich bei "Fistful Of Hate", mit viel Hass in der Stimme. Schade nur erklingen die für die Special-Edition enthaltenen Manowar-Tracks nicht. Da hat die Plattenfirma leider gepennt und die Promo-mp3 nicht zur Verfügung gestellt, denn zu gern hätte ich den Vergleich zwischen Ross The Boss und Manowar gezogen, bei "Each Dawn I Die", "The Oath" und "Hail And Kill". So erfreue ich mich eben am über sieben Minuten langen und verspielten "Lilith". Unglaublich, was Ross hier abliefert und seine alten Kollegen nicht im Ansatz an ein gleiches Niveau kommen. Tja, Geld verdirbt nicht nur den Charakter, sondern auch das musikalische Qualitätslevel.
Tinu  

Punkte: 9.0 von 10
RON KEEL - Metal Cowboy (Re-Release)
EMP Outlaw/EMP Label Group
Zusammen mit Yngwie Malmsteen schrieb Ron Keel bei den amerikanischen Steeler Musikgeschichte. Dass die Liaison der beiden Alpha-Tiere kaum lange halten würde, war so klar wie das Amen in der Kirche. Die Story beziehungsweise der weitere Karriereverlauf kennen wir. Malmsteen kam als Solokünstler zu Ruhm und Ehre, während Ron die Truppe Keel gründete und speziell in Amerika für Dollarregen sorgen konnte. Mit "Metal Cowboy" steht nun ein ganz geiles Soloalbum in den Starlöchern - das aber eigentlich schon 2014 das Licht der Welt erblickte. Dies auch, weil Ron noch immer mit dieser rauchigen, leicht krächzenden Stimme gesegnet ist und einfach weiss, wie man geile Rock-/Metal-Nummern schreibt. "My Bad" ist schon mal der erste Beweis, bei dem nicht nur Ron ganz gross auftrumpft, sondern auch sein Saitenkumpane DC Cothern, der zusammen mit Ron ein ganz geiles Brett spielt. "The Last Ride" donnert mit einer unglaublichen Wucht aus den Speakern, der an die guten alten Achtziger erinnert, dabei aber kaum altbacken klingt und mit einer fein eingestreuten Slide-Gitarre den rauchenden Saiten einen kleinen Farbtupfer abverlangt. "Just Like Tennessee" hat einen bluesigen Grundrhythmus und entfacht richtige Lagerfeuerromatik. Würden alle "Dead Man Rockin'" so geil musizieren, müsste man sich um die Lebenden keine Sorgen machen. Ron schiebt hier Material aus den Speakern, das mich restlos überzeugt und ich mich fragen muss, wieso man so lange nichts von dem Shouter hörte. Vermischt Cinderella mit Great White, Tangier und Keel, und ihr wisst, wohin die Reise auf "Metal Cowboy" geht. Wer diese Truppe verpasste oder nicht kennt, kann sich hier mit ein Stück Rock (Geschichte) in die Stube holen und sich an handwerklichem Geschick und dem Gespür für tolle Songs und Melodien erfreuen. "Wild Forever", "The Cowboy Road", "When Love Goes Down" und das mit einer Mundharmonika und harten Beats vorgetragene "Evil Wicked Man & Nasty" sowie der Abschluss "Long Gone Bad" erfüllen den Hörer mit rockendem Stolz und dem Bewusstsein, dass es kein Alter für gute Musik gibt. KAUFEN!
Tinu 

Punkte:
keine Wertung
FRONTLINE - State Of Rock (Re-Release)
AOR Heaven/Non Stop Music
Es war 1994, als dieses Werk der deutschen Frontline das Licht der Welt erblickte. Und ich gestehe, ich liebte dieses Album, nein ich liebe es bis heute! Diese Wiederveröffentlichung besticht durch tolle Melodien und einer Wahnsinns-Produktion, bei der nicht nur die Keyboards kraftvoll auftrumpfen, sondern auch die Gitarren und Sänger Stephan Kaemmerer. Songs wie "Victim Of Madness", das rockige "The Night Comes Over You", das balladeske "Another Love", das flotte "Heaven Can Wait", das hymnische und verträumte "Endless", das harte "I Have To Be Strong" sowie der Ohrwurm par exzellence "It's Over Now" zeugen noch heute von tollen Kreativideen. In den letzten 24 Jahren hat diese Scheibe nichts von seinem Flair verloren und gehört nach wie vor zu den besten hart rockenden Alben aus Germany. Die Mischung aus Melodien, Gitarrenparts und Keyboard sucht seinesgleichen, und wer bis heute "State Of Rock" nicht kannte, hat definitiv ein Album verpasst, das Geschichte geschrieben hat, aber nie dafür den Erfolg verbuchen konnte.
Tinu     
Punkte: keine Wertung
TEMPERANCE - Of Jupiter And Moons
Scarlet Records
Wir CD-Kritiker sind sadistische Arschlöcher, die es toll finden, mit viel Schweiss, Blut und Geld aufgenommene Musikwerke schlecht zu reden! Tatsächlich musste ich beim kürzlich erschienen Live-Album der italienischen Melodic-Metaller eine sehr tiefe Note zücken. Umso mehr Freude habe ich, es diesmal nicht tun zu müssen. "Of Jupiter And Moons" ist mit Abstand das stärkste Werk der Female-Fronted-Heavy Metal-1Band (was für eine Scheiss-Bezeichnung!). Das Potential, das bereits auf dem vorgängigen und dritten Album "The Earth Embraces Us All" zu hören war, wird jetzt komplett ausgespielt. Temperance spielen mit "Of Jupiter And Moons" nicht mehr am Rande des Throns, sondern auf Augenhöhe mit Within Temptation und Nightwish. Musikalisch könnte man sie schon fast als Klon der Finnen bezeichnen. Natürlich gibt es da kleine Unterschiede. Diese fallen aber nur wenig ins Gewicht. Umso schöner ist es, dass diese Vergleiche bei den hier vorgeführten Liedern keine Rolle spielen. Temperance überzeugen hier mit einer genialen Mischung aus Frauen- und Männergesang, Einfach- und Vertraktheit, Eingängigkeit und Härte, Abwechslung und Kompaktheit. Den letzten Kick zu dieser nochmaligen Steigerung könnte die neue Sängerin Alessia Scolletti gegeben haben. Ähnlich wie Nightwish's Floor Jansen beherrscht Scolletti nicht nur die hohen Töne, sondern überzeugt auch immer wieder mit kratzig rotzigen Klängen. Sie gibt den Liedern jeweils das Flair, das gerade verlangt wird. Können Temperance diese Besetzung behalten, stehen den Italienern künftig alle Türen offen. Hoffen wir, dass sie diesen Schwung für atemberaubende Auftritte und weitere Meisterwerke nutzen können.
Roger W.  
Punkte: 8.9 von 10
CALIBAN - Elements
Century Media/Universal
Gross vorstellen muss man die fünf Herren aus dem Ruhrpott bestimmt nicht mehr, denn Caliban gehören in der Metalcore-Szene bereits zum alten Eisen. Ihr elftes Album "Elements" hat bereits im Vorfeld der Veröffentlichung teilweise für kontroverse Diskussionen gesorgt. Zum einen regt man sich auf, wenn das neue Zeug wie das alte klingt, und ebenso, wenn das neue Material nicht mehr wie das alte daherkommt. Da bleibt wenig Spielraum für Kompromisse und deshalb haben Caliban das einzig Richtige getan - einfach ihren eigenen Weg zu gehen. Liebe, Hass, Hoffnung und Verzweiflung, unsere täglichen Emotionen stehen stellvertretend für die vier Elemente, die den Albumtitel bilden. Verstärkt wird dies durch den Gesang, denn diesmal ist Frontmann Andy Dörner für die komplette Vocal-Range zuständig, entsprechend stimmig passen cleane und gutturale Parts zusammen. Da die Core-Weide auch nur begrenzt frisches Gras bietet, werden ebenfalls ein bisschen Alternative und Mordern Metal ins Menü integriert. Caliban haben auch nach Jahren noch was mitzuteilen, und dies tun sie auf "Elements" auf eindrucksvolle Weise. Entsprechend bekannt sind auch die Namen der Gäste, seien es nun die alten Freunde Sebastian "Sushi" Biesler (Eskimo Callboy), der sich stimmlich beim obligatorischen deutschsprachigen Track "Ich blute für Dich" verewigt, der Auftritt von CJ McMahon (Thy Art Is Murder) auf der neuen Single "Before Later Becomes Never" oder der wahrgewordene Kindheitstraum in Form von der Zusammenarbeit mit Brian Welch (Korn) auf "Masquerade", der übrigens im Refrain am schönsten reinknallt auf der Scheibe. Wer also kategorisch alles neu tönende ablehnt, sollte wohl eher nicht reinhören im Wissen, definitiv etwas zu verpassen. "Elements" wird wahrscheinlich nicht den Preis "Metalcore-Scheibe des Jahres" gewinnen, dennoch ist es als Gesamtpaket ganz weit oben.
Oliver H.  
Punkte: 8.8 von 10
VOLSTER - Perfect Storm
Roar Rock Of Angels Records
Die schwedische Formation Volster präsentiert uns mit "Perfect Storm" ihr Debütalbum, obwohl ein erstes Lebenszeichen in Form eines vier Song Demos bereits 1996 das Licht der Welt erblickte. Die beiden Köpfe und Gründer der Band, Gitarrist Ulf Andersson und Bassist Henrik Lundberg, waren beide Ende Achtziger/Anfang Neunziger bei Masquerade aktiv, bevor sie nach dem gemeinsamen Demo getrennte Wege gingen. Nun findet die Geschichte endlich eine Fortsetzung. Komplettiert wird das Quartett durch Stöckeschwinger Daniel Granlund und Vocalakrobat Peter Tenning. Musikalisch orientiert man sich an klassischem Hard Rock der Siebziger und Achtziger, adaptiert aber auch moderne Aspekte, was der Scheibe einen zeitgemässen Touch verleiht. Die Jungs haben dazu ein Dutzend Tracks verfasst, die durch Substanz und Nachhaltigkeit überzeugen. Sie beweisen lückenlos Fingerspitzengefühl für eingängige Melodien und jede Menge grosse Hooks. Die harten Riffs und das bodenständige Soundgewand von Bass und Schlagzeug erzeugen einen druckvollen Grundtenor. Mit Sänger P.Tenning hat man zudem einen erstklassigen Frontmann in seinen Reihen, der die Songs auch vocaltechnisch veredelt. In der Schnittmenge von David Readman (Pink Cream 69) und Ozzy Osborne begeistert der Mann durch die Kombination von Volumen und Power. Die Truppe hat das Rock und Metal Rad zwar nicht neu erfunden, die vorhandenen Bestandteile kann man aber kaum mehr besser zusammensetzen.
Chris C.  
Punkte: 8.8 von 10
TRI STATE CORNER - Hero
Drakkar Entertainment
Refuge und Rage findet man auch bei Tri State Corner. Lucky, der bei Rage hinter der Schiessbude sitzt, bedient hier den Gesang (und dies verdammt gut) und Chris Efthi haut bei Refuge und Tri State Corner in die Felle. Die griechische, polnische und deutsche Gemeinschaft schreibt noch immer tolle Songs, die von harten Grundrhythmen leben und durch die Bouzouki den musikalischen Bezug zu Griechenland nicht vermissen lässt. Hart, mit einer ehrlichen Wehmut und extrem tollen Gesangspart überzeugen Tri State Corner auch auf dem fünften Album. Anspieltipps, um zu verstehen, dass TSC bedeutend mehr als In Extremo oder Saltatio Mortis ist, sind "Breaking News", "Wanted", "Fortune In Line", "Daydreamer", "Save My World" und "Tomorrowland". Die Musiker gehen geschickt mit den Sounds um, lassen dabei immer wieder auf feine Art die Emotionen spielen und haben, wie schon oft erwähnt, mit Lucky einen sensationellen Sänger, der eine einzigartige Stimme hat. Die griechische Folklore mit harten Sounds, teils vielleicht einigen modernen Ausrichtungen, müsste in der heutigen Folk-Rock/Metal-Pagan-Welt eigentlich ein ganz grosser Kandidat sein für Höheres. Darum: Metal-Volk, vereinigt euch und geniesst zusammen Tri State Corner und deren neue Meisterleisting "Hero".
Tinu  
Punkte: 8.8 von 10
MAVERICK - Cold Star Dancer
Metalapolis Records/Phonag
Die jungen Heavy Hardrocker aus Belfast räumten zu Beginn des Jahres am "ICE ROCK"-Festival in Wasen im Emmental voll ab und bestätigten den guten Eindruck, den man zuvor schon 2017 zum 10-jährigen Jubiläums-Festival "Rocknacht Tennwil" hinterlassen hatte. Mit «Myrmidon» wurde dabei bereits ein erster Vorgeschmack auf «Cold Star Dancer» abgeliefert. Nach einem (etwas zu) langen Intro namens «Dusk» legen die Nordiren mit dem knackigen Titeltrack wie die Feuerwehr los und erinnern von der Intensität her an Eclipse. Danach folgt bereits der zuvor genannte "ICE ROCK" Song, der unter anderem mit knackigem Double Bass Drumming wie flinken Soli der Saitenfront aufwartet. Wie schon beim Vorgänger «Big Red» (2016) dominiert fettes Riffing und auch diesmal ist wiederum nichts aus der Ecke Thin Lizzy zu vernehmen. Vielmehr wissen Maverick zum Beispiel mit dem halbballadesken «Goodbye» bestens, wie man es anstellen muss, dass die Sinne, vornehmlich das Gehör, angenehm verwöhnt wird. Spätestens bei «Ex Machina» wird klar, welche Waffe das United Kingdom neben anderen Hopefuls wie Inglorious gegen die skandinavische Übermacht erfolgreich ins Feld führen kann: Maverick! Die Songs sind durchwegs ansprechend und die Gesangsstimme von Davod Balfour schlicht exzellent. Unterlegt ist das Ganze mit einer konstant spürbaren Portion Härte, die teils an die frühen Skid Row erinnert und die Chose nie in klebrige Bereiche abdriften lässt, im Gegenteil! Hoch in meiner Gunst stehen zum Beispiel auch «Kings» und der flotte Rausschmeisser Jessie's Girl, wo von der Rhythmik her und überhaupt wohl The Darkness ohne Sirene Justin Hawkins standen. Dazu steht ausser Frage, dass Maverick auf der kommenden Tour mit diesem Top-Album im Rucksack keine Gefangenen machen werden. «Cold Star Dancer» rockt vorzüglich und erfüllt die Erwartungen der Fans ohne Zweifel.
Rockslave    
Punkte: 8.7 von 10
AFSKY - Sorg
Vendetta Records
Bei Afsky handelt es sich um das Projekt des dänischen Einzelkämpfers Ole Luk, der auch noch in den Diensten von Solbud steht. Nordisch und schwarz sind die ersten Anhaltspunklte auf dem Debüt-Album "Sorg". Ohne Eile beginnt "Jeg Baerer Deres Lig" gemächlich und die Musik kann sich wunderbar entfallten! Zumindest bis zur Hälfte des Songs, danach fegt ein übler Black Metal-Orkan über die Köpfe der werten Höhrerschaft hinweg! Die nahtlosen Übergänge von langsam zu schnell und wieder zu langsam gelingen Afsky meisterhaft! Trotz langer Spielzeit von sieben Minuten kommt keine Sekunde Langeweile auf! Frostig und klirrend kalt, wird man in "Skaer" in Empfang genommen. Geboten wird durchwegs geiler Black Metal der tradtionellen Machart! Diese unglaubliche Raserei raubt mir schon fast den Verstand, zumindest bis zum nächsten Break! Dass es auch kontrolliert und nicht mehr so heftig geht, zeigt "Sorte Vand" sehr gekonnt auf! Sobald Afsky wieder wie ein wirbelnder Tornado aufspielen, dann punkten sie bei mir am meisten! Dissonant, eindringlich und intensiv rollt "Stjernerne Slukkes" wie eine Geröll-Lawine über alles hinweg. Bald ist es aber mit dem gemächlichen Rollen vorbei, und das nächste Black Metal-Ungeheuer wird zum Leben erweckt! Auf einem Mittelalter-Markt bei Regen, wähnt man sich in "Vaettekongen", das mit folkigen Klängen versetzt ist. Aber die stimmige Mittelalter-Atmosphäre wird mit einem Paukenschlag für beendet erklärt und Afsky setzt wieder auf die bewährte Raserei! Das folgende klassische Zwischenspiel "Glemsomhedens Elv" wäre für mich verzichtbar gewesen. Ein starker Wind frischt bei "Oh Manelose Nat" auf, aber nur für kurze Zeit und dann ist wieder Meister Black Metal der Herr im Hause! Ein sehr gelungenes Debüt-Album und von Afsky ist in der Zukunft sicher noch einiges zu erwarten! Für Freunde des unverfälschten und rohen Black Metal ist dieses Album sicher mehr als nur ein Geheimtipp!
Roolf    
Punkte: 8.7 von 10
FLOTSAM AND JETSAM - Doomsday For The Deceiver (Re-Release)
Metal Blade/Sony
Was soll man zu diesem Klassiker noch gross sagen, als dass er damals (1986) ein bahnbrechendes Werk war und bis heute geblieben ist. Mit welcher Leichtigkeit, Power und Unbekümmertheit damals Eric AK (Gesang), die beiden Gitarristen Edward Carlson und Michael Gilbert sowie Bassist Jason Newsted (danach bei Metallica in Lohn und Brot) und Trommler Kelly David-Smith damals das Debüt einspielten, sucht noch bis heute seinesgleichen. Hört euch nur die Gitarrenarbeit vom Opener "Hammerhead" an. Und der unglaublich tolle Gesang von Eric. Der mit seinen spitzen Schreien auch "Iron Tears" veredelt. Die Geschwindigkeit, welche Flotsam And Jetsam an den Tag legten, war unglaublich und trotzdem fanden sie immer die passende Melodie oder Harmonie, damit die Lieder nie langweilig klangen. Das über neun Minuten lange Titelstück überzeugt dabei ebenso mit seinem klassischen Aufbau und der musikalischen Genialität wie das acht Minuten andauernde "Metalshock". Für Europa war "Der Führer" schon fast ein Schlag ins Gesicht, zumindest musikalisch gehört aber dieser Track zu den Besten, die jemals das FAJ-Tonstudio verliessen. Was für geniale und virtuose einleitende Gitarrenparts! Ergänzt werden die zehn Tracks mit dem Demoaufnahmen des "Metal Shock"-Demo aus dem Jahre 1985. Interessant, wie damals die Songs zu hören waren und wie sie später auf den Studio-Alben klangen. Die remasterete Version dieser Kult-Scheibe gehört in jede gut sortierte Metal-Sammlung und hat bis heute nichts von seinem Flair verloren. Begeisterung hoch zehn!
Tinu 
   
Punkte: keine Wertung
BLACK RAINBOWS - Pandaemonium
Heavy Psych Records
Vor knappen zwei Jahren hatten mich die römischen, naja, Stoner-Rocker mit dem wirklich starken Album "Stellar Prophecy" überrascht. Das "naja" steht für die Tatsache, dass diese Band wieder mal ein dankbares Beispiel dafür ist, dass Kategorisierungen nicht immer wirklich Sinn ergeben, vor allem dann nicht, wenn man unbekümmert in verschiedenen Jagdrevieren herumwildert. In diesem Fall wären dies neben dem bereits erwähnten Stoner Rock artverwandtes wie Doom, Space und Retro Rock. Und genau auf diese (nicht allzu) verschiedenen potentiellen Kunden zielt "Pandaemonium" ab, wobei das Power-Trio als verstärkendes Kaufargument zwei Geheimwaffen einsetzt: Eine wirklich fette Breitwandproduktion und Neu-Drummer Filippo Ragazzoni, der eben durch ersteres besonders gut in Szene gesetzt wird. Beides hat der Truppe offensichtlich einen ordentlichen Arschtritt verpasst, der in Form von hochenergetischen Rockern wie "The Abyss", "High To Hell" oder dem wirklich grandiosen "Riding Fast 'Til The End Of Time" gleich an die Fans weitergegeben wird. Daneben stehen ein paar wenige Nummern, welche, in ihrer etwas ruhigeren und verschrobenen Gestalt, den Rezensenten weniger begeistern, aber das ist halt das andere Gesicht der Band, und die flotten Geschichten überwiegen sowieso. Was den Römern auch auf ihrem fünften Output halt immer noch fehlt, ist dieser eine Signature-Song, den künftig die affinen Fans automatisch mit der Band verbinden. Nichtsdestotrotz stellt hier eine routinierte, gut gereifte Band ein wertiges Stück Musik in die Regale, für das ich mehr empfehlen kann, als einfach nur kurz reinzuhören. Tuckerten die schwarzen Regegenbogen vor zwei Jahren noch auf einer Vespa frech durch die Gassen Roms, ist es diesmal immerhin schon eine Ducati mit offenen Auspuffrohren.
Mirko B.    
Punkte: 8.7 von 10
VORBID - Mind
Indie Recordings/Irascible
Norwegischer Thrash Metal aus Arendal, Aust-Agder mit ihrem Full Length-Debütalbum namens "Mind". 5 Tracks, sackstarkes Riffing mit technischen Fingerfertigkeiten ... und dann kommt der sehr spezielle Gesang, für meine Begriffe. Versteht mich bitte nicht falsch, das ist ein sackstarkes, technisch hochstehendes Thrashriffing, was der norwegische Vierer hier abliefert ... aber dann kommt dieser doch etwas gewöhnungsbedürfte, extreme Gesang hinzu. Ehrlich gesagt, mittlerweile habe ich mich daran gewöhnt, aber ich hab' mir dieses geniale Scheibchen über zwanzig Male angehört. Nun, zum Gesang noch etwas später intensiver. Seit 2013 sind der wikingerische Vierer im Metalzug unterwegs, haben nebst eben dem Erstling "Mind" schon - "Violation Of A Human Mind" (2015, Single), "Vorbid" (2016, EP), "Zombie" (2018, Single), "Intervention Intervention" (2018, Single) - herausgebracht. Alle 5 Songs auf "Mind" sind hörenswert, von "If There's Evil (There's People)", "Zombie", "Intervention Intervention", "To Mega Therion" und bis zum längsten Track "Mind" mit 23:36 Minuten Spielzeit, sind hörenswert, die Herren Michael Eriksen Briggs (Vocals, Guitars), Daniel Emanuelsen (Leadguitars), Marcus Gullovsen (Drums) und Jonas Tellefsen (Bass), auf einem sehr technisch anspruchsvollen Niveau ihrem Thrash Metal frönen. Wie gesagt, das Thrashriffing ist beinahe etwas progressiv, sehr ineinander verschachtelte Riffs, gepaart mit hervorragenden Melodie- und Harmoniebögen, technisch versierten Soli und Arpeggi. Der Bass addiert sich zu den beiden Klampfen bestens, untermalt und soliert auch seinen Lines. Die Drums sind doublebassig unterwegs, speedig und thrashig zugleich, progressiv verschachtelt. Michael's Gesang ist sehr gewöhnungsbedürftig, denn er shoutet thrash-like in einer extremen, hohen, hellen, aggressiven Tonlage. Somit erinnert mich das etwas an Dave Mustaine's Gesang oder gar an John Cyriis Gesang bei Agent Steel. Anhaltspunkte wären so eben besagte Agent Steel, Megadeth, Havok und Kompagnione. Das Cover-Artwork passt hervorragend zum thrashigen Material auf "Mind", die Produktion ist messerscharf, druckvoll, klar und sauber. Ein absoluter Thrash-Kracher, mit kleinen Lackkratzern, welche ich nun in meinen Gehörgängen am Ausbessern bin und mich an den Gesang langsam gewöhne. Deshalb ist wirklich ein Antesten unbedingt Pflicht. Trotz diesen Umständen gebe ich eine hohe Benotung ab, weil einfach dieser Thrash Metal ein absolutes Killerteil ist, schon lange nicht mehr so goilen Thrash Metal gehört. Allen Unkenrufen zum Trotz, bin trotzdem am Headbangen während dem Schreiben ... Deshalb beende ich das Schreiben nun mal und wende mich dem Headbangen zu. Thrash 'em all, hellyeah!
Leopold     
Punkte: 8.6 von 10
BEHEMOTH - Messe Noir (Live CD&DVD)
Nuclear Blast/Warner
Gerade noch haben Behemoth mit "The Satanist" ihr bisher erfolgreichstes Album veröffentlicht und sind damit um den Globus getourt. Aus diesem Anlass wurde das Konzert in Warschau vor heimischem Publikum mit der gesamten Setliste von "The Satanist" jetzt auf dieser DVD oder BluRay mit Live-CD veröffentlicht. Über Sinn oder Unsinn von Live-Alben kann man verschiedene Ansichten haben, was aber die Bewertung fast unmöglich macht, ist, wenn kein Bildmaterial vorliegt! Dass "The Satanist" ein sehr starkes Album ist, ist unbestritten und die Live-Aufnahmen der CD unterstreichen das mit einem sehr authentischen Sound! Man hört das Publikum sehr deutlich und kann sich vorstellen, dass die Leute wirklich abgegangen sind! Und so macht "Messe Noir", für eingefleischte Behemoth-Fans und Komplettisten, absolut Sinn! Geboten wird nämlich ein CD-Digibook mit DVD oder BluRay, auf denen die Konzerte von Warschau 2016 und dem Brutal Assault 2016 enthalten sind. Auch sind noch alle offiziellen Videos von Behemoth drauf gepackt worden. Die Live-CD enthält neun Songs vom Warschau-Konzert. Da ist also eine ganze Menge mit dabei, wenn aber auch leider nichts Neues!
Roolf    
Punkte: keine Wertung
FM - Atomic Generation
Frontiers Music/Musikvertrieb
Die aus London stammenden FM gehören seit Jahren zu den besten AOR-Rockern und hatten immer ein gutes Händchen für gute Melodien, denen eine gewisse Härte nie abhandenkam. So liefern sie auch auf dem mittlerweilen zehnten Album einmal mehr tolle Lieder ab. Mit dem Opener "Black Magic" rockt sich der Fünfer um Sänger Steve Overland mit leicht trendigen Parts in die Herzen der Rockfans. Mit welchen Melodien man Millionen bezaubern kann (und leicht japanischen Elementen), würden man einen solchen Song im Radio spielen, zeigt "Too Much Of A Good Thing". Ein "schlechte-Laune-Vertreiber" ist "Killed By Love" der sicher nicht in die Liga von Saxon aufsteigt, aber mit seinen Gitarrenparts heute locker jeden Bon Jovi-Track härtetechnisch um Längen schlägt. "In It For The Money" vermischt locker traditionelle und modernere, härtere Parts, ohne dabei am Melodiebonus einzubüssen. In die rockigere Liga stellen sich "Make The Best Of What You Got" und "Follow Your Heart", die zeigen, dass man AOR-Sounds auch mit Härte präsentieren kann. FM haben ein sehr gutes Album abgeliefert, das sich auch Metaller anhören können, sofern sie auf Sounds wie Def Leppard oder VEGA stehen. Unbedingt antesten!
Tinu    
Punkte: 8.6 von 10
FIELDS OF TROY - The Great Perseverance
Painted Bass Records
Bei Fields Of Troy handelt es sich um eine fünfköpfige Band aus Belgien. Ihr Sound verbindet viele Metalelemente und kombiniert gekonnt Härte mit Speed und besticht durch abwechslungsreiche Melodien an den richtigen Stellen. Musikalisch beeinflusst wird das Quintett durch Bands wie Alice In Chains, Alter Bridge oder Mastodon. 2016 hat sich Fields Of Troy mit der EP "Hardship" bereits erste Lorbeeren und eine beachtliche Fangemeinde erarbeitet. Dieser Aufwand soll nun mit ihrem Debütalbum "The Great Perseverance" gekrönt werden. Nach dem Intro groovt der Track "Dethroned" heftig aus den Boxen. Abwechslungsreiche Gitarrenriffs paaren sich mit den vielen gesanglichen Facetten von Sänger Louis Soenens. Seine Stimme, teilweise klar dann wieder schreiend, verleiht der Musik eine ganz besondere Stimmung, die diverse Gefühlswelten ans Tageslicht bringt. Mit "My Temple Broken" lassen die Stone Temple Pilots grüssen, wobei das Grundgerüst nicht ganz so destruktiv ausfällt. "Face The Giant" ist dann wieder ein rockiger Kracher, der mit Screams sowie melodischen Vocals die Hörer aus der Reserve lockt und eine gewisse Offenheit einfordert. Der Wechsel von Härte und Melodik zieht sich kontinuierlich durchs Album und sorgt damit für stetige Abwechslung. Obwohl normalerweise der härteren Musikart zugewandt, schaffen es Fields Of Troy mit ihrem Sound dennoch, einen Zugang zu meinem Gehör zu legen. Einzig beim Finisher "Doomsayer" sträuben sich zeitweise die Nackenhaare und man ist irritiert, da Linkin Park vielerorts Pate zu stehen scheinen. Ist ja reine Geschmackssache, aber passt einfach nicht zum restlichen wirklich interessanten Material. Ich bin gespannt, wie die musikalische Reise von Fields Of Troy weitergeht. Das Debüt ist auf jeden Fall gelungen!
Oliver H.    
Punkte: 8.6 von 10
ABINCHOVA - Weltenwanderer
Massacre Records/Musikvertrieb
Unsere heimischen Folk/Melodic/Death-Metaller aus Ebikon holen zum Dritten Streich aus. "Weltenwanderer" verbindet deutsche Texte mit mystischen Geschichten, gekeiftem und melodischen Gesang, harten und soften Melodien. Um den Texten folgen zu können, braucht es dabei ein wenig Konzentration. Diese wird einem durch die permanente Songdienlichkeit der Kompositionen erleichtert. Das Titelstück bietet einen guten Einstieg in die Stilvielfalt, aus welcher sich Abinchova bedienen. Und trotz Folk, Heavy Metal und süssen Klängen hat man hier nie das Gefühl, dass irgendwas willkürlich zusammengeschweisst wurde. Im Gegenteil: Die zwölf Lieder hier wirken harmonisch aufeinander abgestimmt. Die Mischung aus dem rauen Hauptgesang von Arnaud Hilfiker und der hellen Nebenstimme von Geigerin Nora Lang schafft immer wieder überraschende Momente. Dass mir ob des Gekeifes mit zunehmender Dauer die Lust an Abinchova ein wenig vergeht, liegt wohl mehr an meinem Geschmack denn am Songwriting der Band. Letzteres bleibt bis zum Schluss auf sehr hohem Niveau. Schön auch, dass sich Abinchova nach wie vor nicht in eine Schublade stecken wollen. Die Grundrichtung ist zwar durchaus vorgegeben, trotzdem nehmen sich Abinchova diverse Freiheiten raus und bleiben sich durchwegs selber treu. Hier vermischt sich der vermeintlich Folk-angehauchte Melodic/Death Metal mit Heavy, Power oder Thrash Metal. Jeweils so, dass es gerade passt. Dabei können sie wie bei "Gestaltenwandler" gar zwischenzeitlich an Rammstein erinnern. Für einen dauerhaften Vergleich mit den Deutschen fehlen Abinchova aber das Industrial-Element und das stampfende Riffing. Abinchova können auch vertrackte Soli spielen, ohne dabei auf Ego-Pfaden zu wandeln. "Weltenwanderer" ist ein vielseitiges Album geworden, das jedem zu empfehlen ist, der bei gekeiften Gesang frohlockt.
Roger W.    
Punkte: 8.5 von 10
KING GOAT - Debt Of Aeons
Aural Music
Das legendäre Debüt von Candlemass, treffenderweise "Epicus Doomicus Metallicus" genannt, wurde vom Sessionmusiker Johan Längqvist eingesungen, dessen markante, einzigartige Stimme ich immer der von Messiah Marcolin bevorzugt habe. Beinahe hatte ich geglaubt, ihn auf diesem Album wieder zu treffen, halt etwas älter und tiefer. Weit gefehlt, der Mann mit der beeindruckenden Stimme hört auf den Namen Anthony 'Trim' Trimming und ist ein waschechter Brite. Diese Band, die mir bislang zu meiner Schande unbekannt war, besticht durch ihre gelungene Kombination aus Doom Metal und progressiven Elementen. Offensichtlich hat es sich die Band zur Mission gemacht, den Zuhörer in ungeahnte, tiefe Sphären zu entführen, welche je nach Einstellung zur Sache entweder furchteinflössend oder faszinierend sein können. Auf mich trifft eindeutig das Zweite zu, denn für mich verfügt jeder Song auf "Debt Of Aeons" über ungemein viel Substanz und Dichte, nicht immer einfach anzuhören und schon gar nicht leicht zu konsumieren, aber immer intensiv und packend. Der Gefahr, Doom Metal klinge seit Candlemass immer irgendwie gleich, hat diese Truppe mit Innovationsbereitschaft und einem guten Händchen für griffige Melodien entgegengewirkt. Nicht selten hat man das Gefühl, einer härteren Variante von Pink Floyd zuzuhören, welche, das sollte man nie vergessen, insbesondere in ihrer Phase von "Atom Heart Mother" (1970) bis "Meddle" (1971) sehr gerne mit sehr düsteren Soundelementen experimentierten. Meines Erachtens ist diese Scheibe ein klarer Pflichtkauf für anspruchsvolle Doomheads, wem hingegen dieses Album zu intellektuell und vielschichtig ist, sollte es vielleicht mal mit den Toten Hosen oder JBO versuchen.
Mirko B.    
Punkte: 8.5 von 10
DEAD CITY RUINS - Never Say Die
AFM Records/Muskvertrieb
Australien hat ja immer wieder mal ordentliche Rocker hervorgebracht, man denke nur mal an Rose Tattoo. Auch Dead City Ruins sind vom rockigen Kaliber her, allerdings eher klassisch angehaucht. Das merkt man spätestens bei der Halb-Ballade "Rust & Ruins" - da wird gerockt, ruhig vor sich hin geschrummelt, ein wenig aufs Gaspedal getreten und der Solo-Gitarre genügend Platz eingeräumt, die sich schön jaulend durch den Song hindurch zieht. Hat irgendwie ein gewisses Flair von solchen Bands wie Kansas, REO Speedwagon oder Lynyrd Skynyrd. So, genug geschrieben - da braucht es prinzipiell auch keine weiteren Worte mehr. Wer auch Classic/Hard Rock steht, der sollte sich zwingend mal Dead City Ruins anhören, es könnte sich lohnen. Aber auch allen anderen Rockern da draussen sei mindestens mal ein Probehören empfohlen. Fetzt!
Toby S.   
Punkte: 8.5 von 10
DRUDKH - They Often See Dreams About The Spring
Season Of Mist/Irascible
Eine weitere der vielen, vielen Bands die mir bisher zwar vom Namen her bekannt war aber komplett ignoriert wurde. Ist vielleicht insofern erklärbar, da ich (ausser den ersten beiden Skyclad Alben) alles was mit "Pagan" oder "Folk" beschriftet war konsequent aus meiner Wahrnehmung strich (der Tag war dazumals einfach zu kurz für Waldscheiss). Ich kann daher keine direkten Vergleiche aus dem 15-jährigen Bestehen und der imposanten Diskografie von elf(!) Alben und einer Handvoll EP's und Splits dieser Ukrainer machen, versuche aber meinen aktuellen Eindruck weiterzugeben. Fünf Songs mit einer Durchschnittsdauer von 8,7 Minuten bedienen standesgemäss das atmosphärerischere Spektrum des erdigen Midtempo-Black Metals und punkten mit warmen Gitarren, einem unterschwellig potenten Bass, verhalltem Kreischgesang und einer allgemein homogenen, fast schon unaufgeregten aber überaus sympathischen Produktion. Die komplett bauchgeführten Kompositionen sind stimmig, beinhalten Groove, Gespür sowie diese wahnsinnig wichtigen, immer wieder mal auftauchenden kleinen Details um das Unterbewusstsein vom kompletten Abdriften zu Alltäglichem abzuhalten. Bestens geeignet für moderate Fünfblattliebhaber und ausgedehnte Waldspaziergänge. "They Often See Dreams About The Spring" tut Niemandem weh, ist aber genau wegen seiner archaischen, treibenden Schönheit in unseren kalten Technologiezeiten eine wahrscheinlich noch weitaus strahlendere Blüte als beabsichtigt. Bin positiv überrascht, reinhören!
Hardy   
Punkte: 8.5 von 10
KINO - Radio Voltaire
InsideOut Music
Auch schon wieder 13 Jahre her, seit Kino ihr Debüt "Picture" veröffentlichten. Nun also bringt der Kino-Chef John Mitchell den Nachfolger "Radio Voltaire" unter die Fans. Eigentlich wollte Mitchell ein drittes Lonely Robot-Album machen, aber die Plattenfirma meinte, es sei zu früh dafür, er solle doch lieber ein zweites Kino-Album in Angriff nehmen. Gesagt, getan, und hier ist es nun. Natürlich im Prog Rock verankert. Zusammen mit Pete Trewavas (Marillion, Transatlantic) am Bass und den Keys, erschufen die beiden elf starke Prog-Nummern. Ganz cool kommt das etwas härtere "The Dead Club", treibende Gitarren, von Synthie-Klängen überflogen und einem Stimmstarken Mitchell. Dem entgegen kommt das entspannte, mit Klavier getragene "Idlewild", sehr gefühlvoll gesungen. Typisch für den Briten und mit IQ-Anleihen versüsst. "I Dont Know Why" dann, eine typisch britische Prog Rock-Nummer, hier zeigt John mal wieder, was er für grossartige Gitarrensoli spielen kann, mit sehr viel Gefühl. So geht's mehr oder weniger durch alle Tracks hindurch. Kurzweilige Musik, spannend und mit hohem Suchtpotential. Ob das akustische "Temple Tudor" auch hier mit grossartigem Solo veredelt, oder das Stimmung wechselnde, spannende "Grey Shapes On Concrete Fields" mit etwas Landmarq-Schlagseite, hier kann man sich kaum dem Kino-Feeling entziehen. Egal ob Arena, Lonely Robot oder Kino, wo John Mitchell seine Finger im Spiel hat, gibt's Musik auf hohem Niveau, das wohl jeden Prog Rock-Fan zufrieden stellen dürfte. Und so ist auch "Radio Voltaire" ein klasse Album der Briten.
Crazy Beat   
Punkte: 8.5 von 10
CROSSON - Invincible
Metalapolis Records/Phonag
Nach dem 2016er-Debüt "Spreading The Rock'N'Roll Disease" ist die Australische Formation Crosson mit dem Nachfolger "Invincible" zurück. Musikalisch bleibt man sich selber treu und perfektioniert den Sound des Erstlings. Bereits auf diesem waren jede Menge catchy Melodien und eingängige Refrains zu hören. Dabei orientiert man sich gnadenlos an den Tugenden der Achtzigern. Einerseits kommt dies im versierten Songwriting zur Geltung, anderseits aber auch im extravaganten Auftreten, vor allem von Frontgaul Jason Crosson. Beides steht unter dem Banner des Glam Metal, womit der Unterhaltungs-und Showfaktor automatisch auf ein hohes Level steigt. Musikalisch orientiert man sich an den Grossen des theatralischen Hard Rock. Vor allem Kiss und Alice Cooper stehen Pate. Aber auch T-Rex oder Sweet sind im Sound von Crosson auszumachen. Begibt man sich wieder in die Neuzeit, landet man bei Wig Wam und Lordi, bedingt auch bei Steel Panther. Der Kopf der Formation Jason Crosson (wäre der Mann Schweizer würde er 'Gipfeli' heissen) macht dabei nicht nur an Gitarre und Keyboard eine erstklassige Figur, vor allem seine an Paul Stanley erinnernde Stimme weiss zu begeistern, Obwohl diese doch deutlich hinter dessen Volumen und Durchschlagskraft zurück bleibt. Vor allem aber die substanziellen Songs wirken Nachhaltig. Diese Faktoren ergänzt mit einer druckvollen, aber glattpolierten Produktion heben "Invincible" auf ein durchwegs anständiges Level. Obwohl der Innovationsfaktor eher gering ist, können Genre-Fans kompromisslos zugreifen.
Chris C.   
Punkte: 8.5 von 10
RAVEN - Wiped Out (Re-Release)
Dissonance Productions
Was soll man zur zweiten Scheibe der englischen Raven noch gross sagen? Ausser, dass die Scheibe 1982 für viel Aufsehen sorgte. Das lag einerseits an der ungehobelten Rohheit und andererseits an der jugendlichen Wildheit, der sich niemand in den Weg zu stellen wagte. Mit dem unglaublichen "Live At The Inferno" und "Faster Than The Speed Of Light" legten die Gallagher-Brüder zusammen mit Trommler Rob Hunter das Fundament für das ein Jahr später erschienen "All For One", welches in meinen Ohren noch immer die beste Raven-Scheibe ist. Mit vier Bonustracks erklingt die Wiederveröffentlichung von "Wiped Out" und gibt den Metal-Heads die Möglichkeit, sich diese vergriffene Scheibe wieder zu erwerben. "Wiped Out" gehört zu den prägendsten Scheiben der "New Wave Of British Heavy Metal" und war damals noch eine Spur wilder und rockiger ("Rock Hard"), als ihre Landsmänner von Saxon, Judas Priest oder Iron Maiden. Was ihnen aber wahrscheinlich auch das Problem einbrachte, dass sie nie zu den ganz Grossen gezählt wurden. Dass die Herren den Spass selten verloren, beweist "2021 (Outtake)", der mit menschlichen Geräuschen verfeinert wird.
Tinu   
Punkte: keine Wertung
TOMORROW`S EVE - Mirror Of Creation III Project Ikaros
Dr. Music Records
1999 starteten die deutschen Prog-Metaller mit ihrem Debüt "The Unexpected World" mit ihrem Mix aus Prog und brachialen Elementen gehörig durch. Nun sind sie zurück mit dem von Rainer Grund im Alleingang geschriebenen fünften Studio-Album. Der Gitarrist hat den Grundsound nicht gross verändert. Noch immer haut er dem Zuhörer brachiale Parts, ruhige verspielte Passagen und tonnenweise geile Riffs um die Ohren. Elf Nummern zwischen fünf und knapp neun Minuten werden durch die Boxen geballert. Die Sänger Martin LeMar mit seinem kräftigen Organ gebührend veredelt mit seiner kräftigen Stimme. Prog Metal also auf hohem Niveau, ohne jedoch zu vergessen, dass die Gesangsmelodie eine tragende Rolle spielt. Musikalisch drücken ab und zu die göttlichen Threshold durch, was ja wohl kaum negativ bewertet werden kann. Natürlich bieten die Deutschen keine leichte Kost und man braucht schon einige Zeit, um das Ganze zu verdauen und zu kapieren. Anspruchsvolle Musik braucht halt seine Zeit. Anspieltipps kann ich hier wirklich keine geben, da das Album als Ganzes wirkt und es zu komplex ist, um da einige rauszupicken. Schmeisst das Teil in euern Player lasst es rotieren und geniesst dieses wilde Stück Metal im Ganzen. Wirklich cooles und anspruchsvolles Comeback der deutschen Proggies.
Crazy Beat   
Punkte: 8.5 von 10
OCTOPUS - Supernatural Alliance
Rise Above Records
Ach du scheisse - das erste, was mir durch den Kopf ging, als ich "Dragonhead" hörte, war: Das klingt wie eine härtere Version von Creedence Clearwater Revival! Quasi gepaart mit Deep Purple zu "Black Night"-Zeiten, mit einer Sängerin, die zwar in den höheren Tonlagen singt (normalerweise ein rotes Tuch für mich) - hier passt jedoch einfach alles zusammen, man könnte glatt meinen, diese Truppe wäre aus den 60ern direkt in die Neuzeit katapultiert worden und zieht nach wie vor ihr Ding durch. Inklusive Hammond-Orgel, versteht sich. "The Unknown" hat sogar sachte Sabbath-Anleihen und doomt vor sich hin, da hätten sogar Retro Rock-Fanatiker mit Occult-Einschlag Freude daran. Auch hierbei müssen nicht wirklich noch weitere Worte verwendet werden - wer sich angesprochen fühlt: kaufen!
Toby S.   
Punkte: 8.5 von 10
SEPTIC TANK - Rotting Zivilisation
Rise Above Records
Lee Dorrian, ehemals Sänger der Britischen Doom-Legende Cathedral, hat hier sein altes Projekt wieder hervorgekrammt und hat sich einer 180 Grad-Umkehrung unterzogen. Jetzt ist der coole Mann im Fahrwasser von Napalm Death und spielt Grindcore mit Hardcore-Einflüssen. Das sind doch welten, vom Doom zum Grindcore, aber was soll's, es klingt gut und das ist doch das wichtigste. Die 18 Songs sind natürlich so kurz wie möglich gehalten und gehen nie länger als 3 Minuten. Ja Leute, das alles rauscht wie ein TGV-Hochgeschwindigkeitszug durch das Gehirn und gibt dem Hörer ein sehr angenehmes Gefühl der Entspannung. Freunde des Grindcore sollten nicht, nein müssen unbedingt zugreifen, denn das hier macht richtiggehend Spass!
Daniel J.   
Punkte: 8.5 von 10
KARDINAL SIN - Victorious
Massacre Records/Musikvertrieb
Ein beachtliches Power Metal-Album schmettern die Schweden Kardinal Sin um die Ohren. "Victorious" ist ihr Debut-Album. Die Band ging aus der Asche von Rough Diamond hervor. Auf dem Erstwerk zelebrieren sie astreinen Happy Metal, der aber eine Spur düsterer als üblich ausgefallen ist. Am mutigsten zeigen sie sich dabei bei ihrer Metal-Interpretation von "Bells Of Notre Dame" aus dem Disney-Zeichentrickfilm "Der Glöckner von Notre Dame". Ganz so verspielt klingen die eigenen elf Lieder aber nicht. Trotzdem fällt die grosse Abwechslung, Dynamik und die konsequente Umsetzung von eingängigen Melodien auf. Dass das Ganze dabei über genügend Power verfügt, versteht sich von selbst. Damit katapultieren sich die Schweden zwar nicht gleich an die Speerspitze des Power Metal, empfehlen sich aber Hoffnungsträger dieser Stilrichtung. Positive Ansätze sind zuhauf zu hören. Und gebe es nicht bereits noch bessere zwingendere Alben, könnte man gar die Höchstnote zücken. Von Kardinal Sin wünsche ich mir, dass sie noch konsequenter an ihren Alleinstellungsmerkmalen arbeiten. Schaffen sie es, diese künftig noch besser hervorzuheben, verspricht die Zukunft einen neuen Stern am Power Metal-Himmel. Und auf diesen wartet die Szene schon länger.
Roger W.   
Punkte: 8.5 von 10
AT THE GATES - Gardens Of Grief (EP) (Re-Release)
Dissonance Productions
Ich bin mir ehrlich gesagt nicht ganz sicher, wer jetzt hinter dem Re-Release dieser EP steckt - wenn es die Band selbst ist, dann könnte man vermuten, dass sie ihre Anfangstage den Leuten wieder zugänglich machen wollen (gemäss Recherche erschien diese EP knapp 4 Monate nach Formation der Band im Jahre 1991 in Eigenregie). Sollte es jedoch ein Produkt einer Plattenfirma sein, so könnte man reine Profitgier unterstellen... Auf Kosten der werten Hörerschaft. Nun, welcher Fall auch immer zutreffen mag - hiermit hat man die Möglichkeit, die Ursprünge von At The Gates mitzuerleben. Geboten wird beinahe schon klassischer Death Metal, wie er halt Ende der 80er / Anfang der 90er üblich war - nur mit dem Unterschied, dass At The Gates ähnlich wie damals Cemetary mit "An Evil Shade Of Grey" zwar auf Gerödel setzten, dennoch aber immer wieder gewisse Einsprengsel horrorähnlicher, melodischer Natur einfügten. Für Komplettisten und Sammler zeitgenössischer Dokumente sicherlich interessant.
Toby S.     
Punkte:
keine Wertung
FLESHWORKS - Engine Of Perdition
Apostasy Records
Fucking hell, was für ein Blast und Growl gleich zu Beginn und die Marschrichtung ist verdammt vorgegeben. Seit 2008 macht der Fünfer aus Osnabrück, Niedersachsen, Brutal/Death Metal, mit interessantem Songwriting. "Engine Of Perdition" ist das Zweitlingswerk - "Fleshworks / Demo" (2009, erstes Demo), "The Deadventure" (2009) - von Dirk Frenking (Vocals), Sven Rahe (Guitar), Jens Wendlandt (Bass), Alexander Schmidt (Drums) und Sven Sievering (Guitar). 10 Tracks voller blastenden, hyperdeathigen, seltenen mid-tempo-deathigen Geschwindigkeitsräuschen in brachial-brutalster Form. Die Drums blasten einem vor Freude so nur um die Ohren, die beiden Gitarren riffen, grinden und blasten ebenfalls nur so die Gedärme auf die Fleischerhaken, die Soli sind mal melodiös im Hyper Tempo, dann wieder slayertypisch shreddend und schnell, der Bass treibt jede zähe Sehne bis zur Absolution der Dehnbarkeit und die Vocals sind sowas von brutal, growlend, wütend, shoutend und dennoch verständlich, also sehr sauberes Growlen. Richtig geiler Brutal/Death Metal, durchdacht, goil geblastet, einfach gnadenlos bis in die ewigen Jagdgründe. Anspieltipps wären "Death By Autopsy", "Walk The Purgatory Line", "In The Face" oder "Steamram Beating". Anhaltspunkte, well, so im Stile à la Entombed, Six Feet Under, Immolation, Malevolent Creation, Fleshcrawl, Unleashed und Konsorten, um Euch einige zu nennen. Das Cover-Artwork ist ebenfalls sehr gelungen, denn besagte Fleischerhaken sind ready drauf. Die Produktion kommt powervoll und sehr brutal daher, also einfach nur gnadenlos. Mit Fleshworks kommt da ein schwerer, brutaler Death-Broken auf die Metalszene zu, ein gewichtiger Koloss, der einige Blutlachen in Wallung bringen wird. Die Schlachthäuser können nun gebucht werden zur Fleshworks' Slaughterhouse-Invasion.
Leopold   
Punkte: 8.3 von 10
ASCENDANT - A Thousand Echoes
Pure Steel Publishing
Das Album einer progressiv beeinflussten Heavy/Power Metal-Band aus den Vereinigten Arabischen Emiraten hat man auch nicht jeden Tag auf dem Tisch, somit war die Spannung auf das musikalische Fundstück recht gross, wobei die Erwartungen nicht allzu hoch waren. Zu Unrecht, wie ich ziemlich schnell feststellen musste. Die 8 Songs (ohne Intro) auf "A Thousand Echoes" sind eine Tour durch reale menschliche Abgründe und Geschichten zwischen Hoffnung und Resignation. Drei der fünf Bandmitglieder sind in Syrien aufgewachsen, das mittlerweile einem blutigen Bürgerkrieg zum Opfer gefallen ist. So vielfältig ihre Lebensgeschichten, so vielfältig ist auch ihre Musik. Hart, groovig und stellenweise auch ein Hauch Oriental. Sänger Youmni Abou Al Zahab schafft es immer, die richtige Stimmung der Songs zu transportieren. Ob aggressiv, wütend, nachdenklich oder traurig. Man hat stets das Gefühl, zu spüren, was er spürt. Beeindruckt von so viel Echtheit, geben sich auch einige bekannte Gastmusiker wie Lindsay Schoolcraft (Cradle Of Filth) oder Hadi Sarieddine (Solo & Benevolent) auf "A Thousand Echoes" die Ehre. Die Arbeit am vorliegenden Werk begann schon 2014 und endete erst 2017. Dabei wurden Top-Studios in Dubai und Schweden aufgesucht, um den bestmöglichen Klang zu gewährleisten. Diesen hat die Band auch erhalten und das Album ist ein echtes Klangerlebnis geworden. Nichts für Drescher und einfache Metalgemüter. Dieser Sound muss "echt" gehört werden.
Oliver H.   
Punkte: 8.4 von 10
BLACK STONE CHERRY - Family Tree
Mascot Records/Musikvertrieb
Nach der «Back To Blues» EP vom letzten Jahr als Wegbereiter hin zur neuen Langrille, ist das Kind nun geboren und trägt den Titel «Family Tree». Damit setzen die Amis aus Edmonton mit ihrer sechsten Langrille auf spürbar fluffigere Mucke als bei ihren älteren Scheiben. Ihr Sound wird ja grundsätzlich dem "Southern American Rock'n'Roll" zugeschrieben, was beim Opener «Bad Habit» jedoch nicht wirklich durchdringt. Besser ins Ohr geht da «Burnin'» und auch «New Kinda Feelin'» passt da, inklusive ein paar Pianoklängen, weitaus besser in diese Stilschablone, und spätestens bei «My Last Breath» sehe ich die zerfledderte Flagge der Südstaaten wild im Wind flattern. Was bei den vorherigen Alben mehrheitlich härter und mit klar modernerem Anstrich raus gehauen wurde, fährt nun auf einer deutlich erdigeren Schiene. Je mehr Songs an mein Ohr dringen, desto mehr zeichnet sich dieses Bild ab. Bei «Ain't Nobody» taucht gar eine Slide-Guitar inklusive gospelmässigen Backing Vocals auf. Etwas, das man vorher kaum, bis gar nicht von Black Stone Cherry gekannt hat. Und somit gelangen wir tatsächlich in die Zone, wo auch der Rezensent dieser Chose erstmals wirklich was abgewinnen kann! Dazu gehört mitunter die rockige Ehrerbietung an die Soul-Legende James Brown, die im gleichnamigen Song gar mit dezent eingesetzten Bläsern aufwartet. Cool bratzt auch «You Got The Blues» aus den Speakern und wirbelt massig Staub auf. Highlight ist jedoch der am Schluss stehende Titeltrack, wo noch eine soundbereichernde Hammond für den letzten Feinschliff sorgt. Unter dem Strich steht somit eine überraschend starke Scheibe, die ich so nicht erwartet hätte. Mein persönliches Southern Rock Universum, wo Bands wie Molly Hatchet, Lynyrd Skynyrd, Blackfoot, 38 Special oder Hogjaw zumindest für meine Begriffe stilgerechter vertreten sind, erhält spätestens mit «Family Tree» Zuwachs von Black Stone Cherry. Wäre der Opener ebenso erdig wie der Rest ausgefallen, hätte es noch mehr Punkte abgesetzt.
Rockslave   
Punkte: 8.3 von 10
ISSA - Run With The Pack
Frontiers Music/Musikvertrieb
Bereits zum fünften Mal wird die norwegische Sängerin Issa Oversveen mit einem neuen Werk vorstellig. Einmal mehr wurde sie dabei von Serafino Perugino, Labelchef und AOR/Melodic-Spezialist von Frontiers Music, unter seine Fitiche genommen. Als Produzent und Keyboarder wurde ihr Alessandro Del Vecchio, ebenfalls ein ausgezeichneter Genre-Kenner und Könner, zur Seite gestellt. Also fast schon ideale Bedingungen für ein hochstehendes Werk. Für die Instrumentalisierung wurde auf Musiker von DGM, Vision Divine und Kee Of Hearts zurückgegriffen die ein fettes, gitarrenlastiges Grundgerüst erschufen. Dadurch wurde den Tracks viel Drive und eine angenehme Härte einverleibt. Aushängeschild ist und bleibt aber die attraktive Sängerin. Deren Stimme erinnert frappant an die von Robin Beck, will heissen voluminös und kraftvoll. Aber auch der poppige Anstrich ist prägend. Dadurch begibt man sich, vor allem im balladesken Bereich, gefährlich nah an die Radiokommerzgrenze, überschreitet diese aber glücklicherweise nicht. Genau dieser eingeschlagene Weg beweist das auch Mainstreammusik auf hohem Niveau Hand und Fuss haben kann. Dieses muss man auch der Sängerin hoch anrechnen. Mit ihrer wunderbaren Stimme übertrifft sie das Gros der Popsternchen um Welten, könnte dadurch aber auch im reinen Pop-Metier wahrscheinlich zu Ruhm und Ehren gelangen. Die Dame hat sich aber für Hard Rock entschieden und beschert unsereins damit ein anständiges AOR/Melodic-Album, mit durchwegs fundiertem Songmaterial, inklusive einem Duett mit dem ehemaligen Journey-Drummer Dean Castronovo. Prädikat empfehlenswert.
Chris C.   
Punkte: 8.3 von 10
HEADLEES CROWN - Century Of Decay
Massacre Records/Musikvertrieb
Oha! Da hören sich die Gitarrenparts von "Grinder Of Souls" aber frappant nach älteren Running Wild an? Die Schweizer Headless Crown spielen eine gute Mixtur aus den alten Helden Saxon, Judas Priest und Metal Church, mischen dazu aber auch eine feine Prise Thrash-Metal in Form von Annihilator oder Metallica. Dazu bauen sie ein Konzept, das die Geschichte eines namenlosen Arbeiters ist, der durch seine Träume spirituell seinem belang- und sinnlosen Leben entflieht und dessen Ziel es ist, in der Welt - die er selbst erschaffen hat - frei von Schmerzen zu leben. Klingt alles sehr interessant und packend. Und, es ist auch so! Mit diesem zweiten Album haben sich die Helvetier eine Nische erarbeitet, die nicht neu aber auf eine gewisse Art und Weise Einzigartig ist. Dabei spielen sich die Jungs auch mal sehr schleppend durch "Plan 9", um dann das Tempo anzuziehen. Oder riffen sich gefährlich durch "Radiant In Grey". Schon fast Metallica-like erklingt der Titelsong, während "The Eyes Of The Crow" mit einen gefühlvollen Mittelpart überzeugt, der eingebettet in ein tolles Gitarrensolo und einem kräftigen Track vollkommen überzeugt. "Century Of Decay" ist ein tolles Album, das sicher den Weg zu den Fans finden wird und mit der wirklich tollen Handarbeit und dem ausgeklügelten Songwriting zu gefallen weiss. Kompliment!
Tinu    
Punkte: 8.3 von 10
SENSE OF FEAR - As The Ages Passing By
Rockshots Records
Mit "As The Ages Passing By" präsentieren uns Sense Of Fear ihr Debütalbum, nebst einer releasten EP im 2013 namens "Sense Of Fear". Ach ja, Sense Of Fear sind aus Kozani, Westmazedonien, Griechenland und treiben ihr Unwesen seit dem Jahre 1999 in metallischen Gefilden. Aber halt, damals hiessen erstmal noch Holy Prophecy (von 1998 bis 1999), bevor dann der Namenswechsel auf Sense Of Fear fiel. Irgendwie hab' ich's mit den langen Wartezeiten, denn knapp 20 Jahre nach der Bandgründung präsentieren uns die Griechen Ilias Kytidis (Vocals), Ioannis Kikis (Guitars, Vocals), Themis Iakovidis (Guitars), Dimitris Gkatziaris (Bass) und Markos Kikis (Drums), mit "As The Ages Passing By" ihr Debütscheibchen ... O.K., abgesehen von der releasten EP im Jahre 2013. Nun gut, man sagt ja, gut Ding will Weile haben, und ich muss gestehen, gelernt ist gelernt, sauberes Handwerk wird da in den 10 Songs abgeliefert. Der griechische Fünfer hat sich dem Power Metal verschrieben, mal etwas melodiöser, mal etwas catchier. Die Songstrukturen sind klar durchdacht, die Songs hören sich auch dementsprechend ausgereift an, man hört auch den Touch der 90er, so à la Medieval Steel, Virgin Steele, Armored Saint, Jag Panzer, Savatage und Konsorten. Also, viel Mid Tempo-Metal, mal eben powervoller, dann mal etwas gemässigt heavier. Die Drums sind treibend doublebass-lastig unterwegs, im typischen Power Metal-Stil. Der Gesang erinnert etwas and David DeFeis, aber besitzt genügend Eigenständigkeit, keine Angst, eine starke Stimme mit viel Raum. Der Bass hat seine eigenen Walking-Bass-Läufe, welche mit den Drums und den beiden Gitarren hervorragend harmoniert. Die beiden Klampfen riffen sich in typischer Power Metal-Manier von Track zu Track, Riff an Riff, gepaart mit sehr melodiösen Soli und Arpeggi. Power Metal in bester Reinkultur. Anspieltipps wären so "Angel Of Steel", "Torture Of Mind", "Black Hole" oder "Lord Of The World". Die Produktion ist sauber, roh, metalized und powervoll gelungen, das Cover-Artwork wiederspiegelt bestens den zelebrierten Power Metal von Sense Of Fear. Ein gelungenes Metallerwerk, wird unter all' den anderen Releases auffallen, da es sehr authentisch und ehrlich rüberkommt. Power Metal as it's best.
Leopold    
Punkte: 8.3 von 10
TORTURE SQUAD - Far Beyond Existence
Secret Service Records
Vom südamerikanischen Kontinent, genauer gesagt aus Brasilien, noch genauer geschrieben aus São Paulo, Brasil, kommen Torture Squad mit ihrem bereits achten full-length Longplayer namens "Far Beyond Existence". 13 Songs haben den Weg auf dieses 'old-school'-lastige Death/Thrash Metal-Teilchen gefunden, wobei die letzten vier Songs Bonustrack sind, drei davon Covers, wie "Inside The Electric Circus" (W.A.S.P.), "Divine Step" (Coroner) und "Overkill" (Motörhead). Seit 1993 sind Torture Squad nun unterwegs, da steht ein langes Palmares selbstverständlich zur Hand - "A Soul In Hell" (1993, Demo), "Shivering" (1998), "The Unholy Spell" (1999), "Pandemonium" (2003), "Death, Chaos And Torture Alive" (2004, Live-Album), "Death, Chaos And Torture Alive" (2005, Video), "Chaos Corporation" (2006, EP), "Hellbound" (2008), "AEquilibrium" (2010), "Esquadrão De Tortura" (2013), "Possessed By Horror" (2015, EP), "Coup d'Etat Live" (2015, Live-Album), "Coup d'Etat Live" (2015, Video), "Return Of Evil" (2016, EP). Der brasilianische Vierer deathed und thrashed in good, old Manier so frei von der Seele, vergisst dabei glücklicherweise die moshigen, pittigen Parts nicht und knallen diese meist unerwartet goil vor den Latz, so dass mittlerweile die Nackenmuskeln bretterhart angewachsen sind. Erinnert mich so an die ersten Sepultura-Scheibchen, etwas Sodom, etwas Volcano und Sarcofágo, etwas Claustrofóbia und Nervosa, etwas ältere Samael und Destruction, um Anhaltspunkte geben zu dürfen. Torture Squad, das sind aktuell Castor (Bass, Backing-Vocals), Amílcar Christófaro (Drums), Rene Simionato (Guitars) und Mayara 'Undead' Puertas (Vocals). Anspieltipps wären so da "Hate", "Hero For The Ages", "Blood Sacrifice", "Far Beyond Existence" oder "You Must Proclaim". Es ist ein sehr eigenständiger Death/Thrash Metal, den Torture Squad zelebrieren, die Gitarren sind sehr tief und auf eine spezielle Art dumpf, kommen jedoch mit jedem Brachialriffgewitter brutal aus den Boxen geschmettert, die Soli sind mal slayerähnlich shreddernd, dann wieder etwas melodiöser. Der Bass kommt ebenfalls sehr tief durch, ähnlich dumpf wie die Gitarren, ergibt selbstverständlich ein brachiales Trio, welches durch die blastenden, thrashigen, deathigen, speedigen und doublebassigen Drums hervorragend rausgepeitscht werden, direkt in den Moshpit und das Stagediven. Die Vocals sind einerseits guttural, tief, grummlig gehalten, andererseits wiederum sehr thrash-shoutend -lastig. Die Produktion kommt es dumpf rüber, zusätzlich zu den bereits vorhandenen dumpfen Gitarren und des Basses, doch ist sie dennoch druckvoll und satt geworden. Das Cover-Artwork zeigt die Boshaftigkeit dieses musikalischen Machwerkes ganz klar, sehr Death Metal-like. Wie geschrieben, Fans brasilianischer Metalkunst werden hier zugreifen, Deather und Thrasher ebenso. Mach(t)werk aus dem Amazonienland. Brutal, heftig und hart.
Leopold    
Punkte: 8.3 von 10
FLUXMEISTER - Ende Anfang ebenfalls
DMG Records
2016 veröffentlichten die deutschen Fluxmeister ihr Debüt-Werk "Firnis". Jetzt zwei Jahre später folgt "Ende Anfang ebenfalls". Und dieses rockt mit "Die Birne weich" gleich voll drauflos. Coole Mucke die Fluxmeister hier machen. Bluesig geht's dann mit dem sieben Minuten langen Titeltrack weiter. Im Mittelteil legt man dann an Tempo zu mit coolen Chören, bevor dann das Ganze wieder ins Anfangstempo zurückkehrt. Das etwas ruhigere "Engelsgleich" erinnert mich musikalisch an Westernhagen, auch cool. Dann das funkige, geile "BassDa", echt starke Instrumental Nummer. So geht das weiter durch alle Tracks hindurch, rockig, bluesig und funkig. Allesamt sehr verspielt. Joachim Villwocks Stimme ist anfangs etwas gewöhnungsbedürftig. Aber nach ein paar Durchläufen gewöhnt man sich daran und sie gefällt sogar ganz gut. Stark find ich auch das etwas an die Proggies Traumpfad erinnernde "Heute Morgen, jeder neue Tag", sicher ein Anspielt-Tipp dieses Rundlings. Auch toll wie Frank Schirmer den Anfang von "Unser Spiel beginnt" mit seiner Gitarre spielt. Die Frankfurter sind hier mit einem echt guten Album an Start. Geile Ideen, eingständige Songs, mit Prog Rock-Anteilen, klasse umgesetzt, ein wirklich angenehmes, spannendes Hörerlebnis, unbedingt abchecken.
Crazy Beat    
Punkte: 8.3 von 10
COMMANDER - Fatalis (The Unbroken Circle)
Black Sunset/MDD-Records
Die bayrischen Death-Metaller Commander sind wieder Al!ve, denn knappe 10 Jahre warteten die treuesten der treuen Fans auf den neuen Output namens "Fatalis (The Unbroken Circle)" und es hat sich so oder so gelohnt für die Fans und auch solche, die es noch werden möchten. 9 Songs im deftigen Death Metal-Stil so à la Bolt Thrower, Firespawn, Krisiun, Benediction, Immolation, Obituary und Konsorten, um einen Anhaltspunkt zu gewährleisten, erwartet Euch auf dem dritten, full-length Album - "The Enemies We Create" (2008), "World's Destructive Domination" (2006), "World's Destructive Domination" (2005, als Demo, yep), "Promo 2003" (2003, logischerweise, erstes Demo) - von den vier Münchnern Nick Kolar (Vocals, Guitars), Steffen Augstein (Lead-Guitars), Toby Brandl (Bass) und Flo Puchert (Drums), welche seit der Bandgründung im Jahre 1999 stetig unterwegs waren, sind und werden es hoffentlich in Zukunft auch weiterhin bleiben. Nun, es erwartet Euch eine Vollladung an Mid bis Hyper Tempo-Death Metal, brutal, roh und einfach wie die Faust voll in die Fresse. Die beiden Gitarren schneiden, riffen, sägen, thrashen, deathen alle möglichen Riffings dieses und jenseitiges Universum durch, gepaart mit melodiösen und schnellen Soli, jedoch stets durchdacht. Auch der Bass wummert mit solch einer Herrlichkeit zu den beiden Klampfen, eigenständig, untermalend und stets nach vorne treibend. Die Drums sind der Burner in Sachen Blast und Doublebass. Perfekte Patterns zu perfekten Riffs. Der Gesang ist absolut böser Guttural, jedoch nicht so tief, dass er unverständlich klingen würde, nein, er ist schon tief, aber man versteht, was Nick da vor sich herschiebt. Auch etwas thrashige Vocals kombiniert mit eben growlendem Death-Gesang. Anspieltipps? Alle 9 Tracks! Aber man könnte durchaus beispielsweise "Insidious Greed" nehmen, den einzigen Slow-Brutal-Death-Kracher auf dem Album, oder "And Death Swings The Scythe", einen Slow/Mid Tempo-Song, "Shattered Existence" oder dann "Locust Infestation", aber wie gesagt, es sind allesamt Death-Kracher-Songs, hellyeah! Die Kombination von blastigem und straightem, schädelnickendem Riffing passt perfekt, das Cover-Artwork ist ebenfalls der Hammer geworden. Die Produktion ist hammerhart, powervoll und einfach nur satt. Wie ich eingangs schon erwähnt hatte, die lange Wartezeit hat sich auf jeden Fall und alleweil gelohnt, denn mit "Fatalis (The Unbroken Circle)" ist dem bayerischen Vierer ein wahrer Death-Hammer gelungen, was natürlich die nächsten 10 Jahre auch überdauern würde, aber wir hoffen mal - und dies als Appell an Commander gerichtet - dass wir nicht mehr so lange auf den vierten Longplayer warten müssen... Klar, wir werden warten, keine Frage, bleibt uns auch nichts anderes erspart, aber die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Nichts desto trotz, hammeriger Death Metal.
Leopold    
Punkte: 8.2 von 10
SHADYGROVE - In The Heart Of Scarlet Wood
Rockshot Records
Die Folk Metal Band Shadygrove setzt sich aus Musikern namhafter Bands wie Elvenking, Evenoire und Sound Storm zusammen. Das Ergebnis klingt ein wenig wie Blackmore‘s Night und Loreena McKennitt, respektive wie Elvenking – nur eben mit einer weiblichen Stimme hinter dem Mikrofon. Fantasievolle Geschichten werden hier auf zauberhafte Weise vertont mit wunderschönen Melodien und klassischen Folk Instrumenten. Violinist Fabio "Lethien" Polo beschreibt Shadygroves Musik als “folk-lastiger ethnischer, akustischer Celtic Pop . Wir versuchen die Volksmusik unserer Regionen, gemischt mit keltischer und mittelalterlicher Musik, in einer modernen Weise zu interpretieren - ohne dabei die Seele der Musik zu verändern. Wir schreiben sehr bewegende Lieder, die den Hörer auf eine Reise führen wollen, wo die Natur noch uneingeschränkt herrscht.“ Auf “In The Heart Of Scarlet Wood“ fliessen verschiedene Folk Stile ineinander, das Resultat ist eine sehr harmonische, melodiöse Komposition, die ein wenig Farbe und Fantasie in den grauen Alltag zu zaubern vermag… Das Album ist zwar konstant auf einem hohen Niveau, doch fehlen irgendwie die herausstechenden Highlights, weswegen es leider nicht lange in den Gehörgängen hängen bleibt. Doch so lange die Reise andauert, ist es wirklich ein Vergnügen. Fazit: Wer auf Folk Metal steht, der muss hier unbedingt mal rein hören. Hört sich tatsächlich ein wenig so an als würden Nymphen in einer Waldlichtung um einen Satyr tanzen und dem Frühling huldigen... Vielleicht ein wenig kitschig, aber Folk Metal darf das!
Patricia H. 
Punkte: 8.2 von 10
FREEDOM HAWK - Beast Remains
Ripple Music
Der Virginia-Vierer rund um den beinahe Ozzy-Stimmenimitator T.R. Morton gab sich in seinen Anfangstagen in den frühen Zweitausendern weitaus doomiger als heute. Diese finsteren Soundelemente sind heute weitgehend einem Sound gewichen, der stark vom Classic Rock und Proto Metal beeinflusst ist. Und gerade diese interessante Mischung macht es aus, es ist wirklich schwierig diese Band mit irgendeiner anderen Combo direkt zu vergleichen. Der Spagat zwischen klassischen Tunes ("Danger") und Proto Metal/NWOBHM ("Deep Inside") habe ich selten dermassen gut geglückt erlebt wie auf diesem Album. Hier stimmt einfach fast alles, die originellen Ideen, der charismatische Gesang mit hohem Wiedererkennungswert, die organische, dynamische Produktion und vor allem die authentische, auf musikalische Rückbesinnung zielende Stimmung, die das Album vom Anfang bis zum Schluss verbreitet. Einziger Stinker ist ausgerechnet der Titelsong, den ich schlicht als langweilig und uninspiriert empfinde. Da haben die Jungs aus Virginia glücklicherweise ganz andere Pfeile im Köcher, die ihr Ziel weitaus sicherer treffen als dieser kleine Ausrutscher. "Beast Remains" ist ein Album, das mit jedem Durchgang wächst, bis man es innig liebt. Acht geile Songs gegen einen 'geht so - Kandidaten', da kann man wirklich nicht meckern. Wessen Herz für die Stromgitarrenmusik der späten Siebziger und frühen Achtziger schlägt, sollte hier unbedingt zugreifen.
Mirko B.    
Punkte: 8.2 von 10
VARATHRON - Patriarchs Of Evil
Agonia Records/Non Stop Music
Hier kommen die nächsten, alteingesessenen, hellenischen Metaller in Form von Varathron mit ihrem sechsten Longplayer namens "Patriarchs Of Evil", Black Metal zelebrierend, nicht gleich blackig und avantgardistisch wie ihre Landsmänner von Rotting Christ, doch eher dem traditonelleren Black Metal verschrieben, so à la Inquisition, Mayhem, Samael, Immortal und Komparsen. Nun, seit der Gründung im Jahre 1988 in Ioannina, Epirus, Hellas, hat sich Sisyphus ein paar mal den Berg rauf- und runterbewegt, nur mit dem Unterschied, dass Varathron weitaus erfolgreicher agieren, als besagter Sisyphus. Palmares? Et voilà - "Procreation Of The Unaltered Evil" (1989, Demo), "Genesis Of Apocryphal Desire" (1990, Demo), "One Step Beyond Dreams" (1991, Single), "The Black Arts / The Everlasting Sins" (1992, Split), "His Majesty At The Swamp" (1993), "Walpurgisnacht" (1995), "Sarmutius Pegorus" (1997, Demo), "Genesis Of Apocryphal Desire" (1997, Compilation), "The Lament Of Gods" (1999, EP), "Varathron 1989/1991" (2004, Compilation), "Walpurgisnacht / His Majesty At The Swamp / The Lament Of Gods" (2004, Compilation), "Live At The Swamp" (2004, Demo), "Crowsreign" (2004), "Stygian Forces Of Scorn" (2009), "Darkness Has Landed" (2009, Split), "Genesis Of The Unaltered Evil" (2012, Compilation), "Emissaries Of The Darkened Call - Three Nails In The Coffin Of Humanity" (2012, Split), "Old Demons Rise" (2014, Split), "Untrodden Corridors Of Hades" (2014), "The Confessional Of The Black Penitents" (2015, EP). Also, untätig waren Varathron ja nicht, und genau das hört man auch ihrem Black Metal an, sehr eigenständig, mal sphärisch, mal blastend. Das aktuelle Line Up sieht wie folgt aus: Stefan Necroabyssious (Vocals), Achilleas C. (Guitars), Haris (Drums), Sotiris (Gutiars) und Stratos Kountouras (Bass). 8 Songs sind auf "Patriarchs Of Evil" gelandet, die aber alle es in sich haben. Die Vocals sind stets im gutturalen, also Growl-Bereich anzusiedeln, mal richtig bös und tief, dann aber auch wieder, vor allem bei den etwas im Mid Tempo-Bereich anzusiedelnden Tracks eher in erzählend, growlendem Stile. Die Drums sind mal blastend, mal doublebassig, aber auch auf eine Art frei schwebend, atmosphärisch verstreuende Kicks, doch immer stets treibend. Der Bass läuft seine Walkings rauf und runter, ergänzend zu den Gitarren. Die beiden Klampfenmeister variieren und harmonieren gut zueinander und bedienen genau die Elemente, welche es für die songtechnischen Momente es gerade benötigt. Die Soli sind oft melodiös gehalten, gepaart mit cleanen, akustischen Parts. Getragen werden die Songs auch durch dezenten Synthesizer-Klänge, welche dem Gesamtsound die entsprechende Wucht auszeichnet. Die Produktion kommt bretterhart rüber, sehr sauber produziert und abgemischt, druckvoll und mit einer Wucht voller Black-Metal-Macht. Das Cover-Artwork passt perfekt zum epischen Black Metal von Varathron, mystisch und sphärisch zugleich. Die nächsten Heroen vom Peloponnes, Black Metal from Greece, hellyeah. Ach ja, Anspieltipps, da wären "Luciferian Mystical Awakening", "Saturnian Sect", "Orgasmic Nightmares Of The Arch Desecrator" oder "Remnants Of The Dark Testament". Sphärisch-wuchtiger Black Metal.
Leopold    
Punkte: 8.2 von 10
GUS G. - Fearless
AFM Records/Musikvertrieb
"Fearless" ist das Dritte Solo-Werk des Griechen, der lange in Ozzy Osbournes Band gespielt hat. Mit dabei sind der Evanescence-Drummer Will Hunt und Bassist, Sänger und Produzent Dennis Ward, der sonst bei Pink Cream 69 und Unisonic den Bass zupft. Geboten werden hier 9 Songs mit Gesang und drei Instrumental-Nummern. Eröffnet wird das Album vom harten Metaltrack "Letting Go", Ward veredelt die Songs mit seiner etwas rauen, variablen Stimme, echt toller Sänger. Auch Hard Rock-Nummern wie das melodiöse "Dont Tread On Me" gefallen gut und werden mit der Gitarre von Gus getrieben und mit Dennis Stimme hervorragend abgerundet. Das schnelle Instrumentalstück "Fearless" zeigt, was die drei Musiker auf dem Kasten haben. Eine wilde Rock-Nummer, die etwas an Michael Schenker erinnert, echt stark, was Gus hier auf seiner Jackson leistet. Die ruhigere Nummer "Nothing To say" überzeugt mit tollem Refrain und einer interessanten Gitarrenlinie vor allem im clean gespielten Teil. Etwas überraschend dann das Dire Straits-Cover "Money For Nothing" in Anfangs einer etwas gewöhnungsbedürftigen Version. Nach ein paar Durchläufen aber muss man sagen, gar nicht mal so schlecht, diese harte Version dieses Klassikers. Die zweite Instrumentalnummer dann ein Gemisch aus Scorpions uns MSG-Einflüssen. Deutlich kann man hier hören, wo Gus' Inspirationen herkommen. In Ganzen kann man sagen, dass Gus, Dennis und Will hier ein tolles Album abgeliefert haben, hörenswert, mit viel Abwechslung und auf hohem spielerischen Niveau.
Crazy Beat    
Punkte: 8.1 von 10
KARMA VIOLENS - Serpent God (2 CDs)
Growl Records
Die Griechen von Karma Violens beginnen mit dem Intro "Men Of Gibeah" ihr drittes Album "Serpent God". Dieses Intro lässt einem im Dunkeln tappen, welcher musikalischen Stilrichtung sich Karma Violens verschrieben haben. Als erste Orientierung muss "Serpent God" hin halten und zeigt vage in Richtung Black Metal! Gesanglich wird munter vor sich hin gekrächzt, dazu gesellt sich abwechslungsreiche Musik, die mit allen Geschwindigkeiten aufwarten kann! Richtig erwacht das Album mit "Sons Of Destruction". Ohne Rücksicht auf Verluste wird geballert, was das Zeug hält, zumindest bis zum nächsten Break! Dass Karma Violens Musik auch Teile von progressiver Musik enthalten kann, wird so eindrücklich demonstriert. Da sind wahre Könner am Werke, leider fehlt manchmal ein wenig der berüchtigte rote Faden! Bei "The Constractors" handelt es sich um ein Dublikat von "Sons Of Destruction". Akustisch beginnt "The Sun I Never Had" und wächst mit einer genialen Gitarrenarbeit zu einem exzellenten Song heran. Auf "Dark Morel" bieten Karma Violens das volle Programm, von besinnlichen Momenten bis hin zur wütenden Raserei! Langeweile gibt es auf diesem Album zu keinem Augenblick! Richtig modern und speedig wird mit "A Letter To The Worthless Chamber" fortgefahren und zeigt die Vielseitigkeit dieses Albums einmal mehr auf. Die nächste Überraschung folgt sogleich, nämlich mit Mönchsgesängen im Song "Radix Malorum". Die Ruhe vor dem Sturm, so zusagen, denn nacher wird wieder aus allen Rohren geschossen und das Tempo bewegt sich im Bereich Überschall! Das Salz in der Suppe sind die eingestreuten Breaks! Das hohe Niveau wird auch von "Blood Aurora" spielend gehalten und zeigt noch weitere unbekannte Facetten von Krama Violens auf! "Eternal Darkness" markiert den Schlusspunkt eines Albums, das von Song zu Song gewachsen ist! Karma Violens ist eine der positiven Überraschungen dieses Soundchecks und sicher mehr als nur ein Insidertipp!
Roolf    
Punkte: 8.1 von 10
PRIMORDIAL – Exil Amongst The Ruins
Metal Balde/Sony
Es ist wohl nicht mehr nötig die Herren aus Irland noch vorstellen zu müssen, nach 27 Jahren Bestehen und dem nun neunten Studioalbum im Gepäck, wird bestimmt schon jeder der auf Pagan- Folk- und Blackmetal steht mit Primordial in Kontakt gekommen sein. Ich kann dabei verstehen, wenn einige unter euch Primordial für langweilig halten, diese Meinung wird sich mit „Exil Amongst The Ruins“ kaum ändern, denn Primordial machen keine Musik für das Bierzelt, kein „Humpa-Humpa“, keine Polonäse-Animation und Fröhlichkeit ist definitiv abgeschrieben. Musik für Erwachsene, die bei einem Bad in der Schwermut so richtig aufblühen und auch mal ruhigere Töne zu schätzen wissen. „Exil Amongst The Ruins“ klingt dabei überraschend roh, erdig und nach „old school“, ob das Album nun in dem Jahr oder vor 20 Jahren auf den Markt gekommen wäre, spielt keine Rolle, denn die Songs wirken alle zeitlos und versprühen mit jedem Takt die Essenz einer dunklen Energie. Damit sich das Schwarz in der Seele ausbreiten kann, benötigt es jedoch auch seine Zeit, man muss die Songs auf sich wirken lassen, man muss sich vom Alltag lösen und sich bewusst für die Musik öffnen wollen, dann kann sich „Exil Amongst The Ruins“ so richtig entfalten und seine Atmosphäre auf den Zuhörer übertragen. Wer Primordial bis anhin mochte, wird von „Exil Amongst The Ruins“ bestimmt nicht enttäuscht sein und ich wage es sogar zu sagen, dass die Scheibe das Potenzial besitzt um in einem Atemzug mit den Klassikern „The Gathering Wilderness“ und „To The Nameless Dead“ genannt zu werden. Man kann der Band vorwerfen, dass sie nicht sonderlich innovativ ist und vorhersehbar im bereits bekannten Priordial-Kosmos agieren, dem kann man nicht viel entgegensetzen, jedoch wage ich zu bezweifeln, dass die Fans von Primordial wirklich erwarten, dass die Band sich an irgendwelchen Trends orientiert und von Album zu Album neu erfindet. Die Iren ziehen ihr Ding durch und dies auf einem anspruchsvollen Niveau und in gewohnter Qualität, wo an Feinheiten gefeilt wird, statt alles auf den Kopf zu stellen.
R.K.     
Punkte:
8.0 von 10

SENTIENT HORROR - The Crypts Below (EP)
Testimony Records
Nach dem Debütalbum im Jahre 2016 namens "Ungodly Forms" folgt nun eine EP namens "The Crypts Below" der im Jahre 2016 gegründeten amerikanisch-schwedischen Sentient Horror. Diese 5-Track-EP - "Enter Crypts Below", "Bled Dry By The Night", "Hatchet Crimes", "Hell Marked", "Darkday" (= Edge Of Sanity-Cover) - frönt dem eher schwedisch als amerikanisch angehauchten Death Metal à la eben besagten Edge Of Sanity, Entombed, Dismember, Unleashed und Komparsen. Jon Lopez (Guitars), Matt Moliti (Guitars, Vocals), Tyler Butkovsky (Bass) und Evan Daniele (Drums) beweisen, dass auch kontinental zusammen gefundene Bandmembers in bester Brutal/Death Metal-Manier harmonieren können, sofern natürlich besagtes, musikalisches Handwerk vorhanden ist, und dies ist bei Sentient Horror auf jeden Fall, keine Frage. Was noch interessant und vielleicht für die einen oder anderen unter uns noch wichtig sein könnte, von 2014-2016 bestand diese Combo unter dem Namen Sentience, so zur Info. Grundsätzlich würde ich die rhythmische Fraktion dem Schweden-Tod zuschreiben, die filigranen Soli jedoch eher dem US-Tod, da etwas technischer und melodiöser gestaltet, will schreiben und sagen, die Soli und Arpeggi fliessen weitaus weniger zähflüssiger, als die rhythmische Lava. Die Drums rumpeln, doublebassen wie in den besten Schweden-Tod-Zeiten, erinnert mich sehr an das Debutalbum "Left Hand Path" von Entombed, aber keine Angst, erneut, immer noch sehr eigenständig, der Gemischtvierer von Sentient Horror. Der Bass röchelt ebenfalls genussvoll vor sich hin, wie gewohnt beim 'old-school' Schweden-Tod. Die beiden Gitarren sind sehr riffig, ähnlich dumpf wie bei besagtem Debutalbum von Entombed, jedoch sehr eigenständig. Die Songs sind eher im Speed Tempo anzusiedeln, auch hat es interessante Blasttechnik beim Song "Hell Marked", einem der Highlights auf dieser EP. Die gutturalen Vocals sind ebenfalls sehr tief, basslastig anzufinden, jedoch interessanterweise ebenfalls verständlich. Alles in allem, goiler Schweden-Tod, da auch das Cover-Artwork ganz klar die Richtung anzeigt, auf welcher sich dieser Vierer von Sentient Horror sich befindet. Die Produktion ist ebenfalls sehr roh, brutal, sauber und druckvoll gehalten, halt voll Schweden-Style. So, genug schwedisiert, reinhören, kaufen und Mucke goil deathig finden.
Leopold   
Punkte: keine Wertung
BONFIRE - Temple Of Lies
AFM Records/Musikvertrieb
Bonfire ist seit dem Ausstieg/Rauswurf von Claus Lessmann so eine Sache. Zuerst versuchte sich Hans Ziller (Gitarre) mit dem ehemaligen Accept-Sänger David Reece, der nach lobwollenden Worten plötzlich weg war und durch Michael Bormann ersetzt werden sollte, der dann aber nie das Mikrofon in die Hand nahm, sondern Alexx Stahl. Mit Alexx hat man einen tollen Metal-Shouter in den eigenen Reihen, und genau dort liegt auch das Problem begraben. Der Master Of Disguise-Schreihals legt einen tollen Job ab, aber er passt in meinen Ohren so gar nicht in die Songstrukturen von Bonfire, die SORRY Hans, einfach von Claus über Jahre geprägt wurden. Bonfire sind heute weit davon entfernt, den soliden (US-) Hard Rock zu spielen, der ihnen in den achtziger Jahren viel Lorbeeren einbracht. Heute ist Bonfire eine Truppe, die sich irgendwo zwischen Metal und Hard Rock hinstellt und sicherlich mit sehr tollen Liedern zu überzeugen weiss, aber auch die alten Bonfire-Fans vor den Kopf stösst. Songs wie "On The Wings Of An Angel" haben sicher Hitpotential und erinnern an das, was Bonfire einmal waren, aber alleine der Titelsong zeigt die neue Richtung konsequent auf und lässt die Frage im Raum stehen, hätte Hans Bonfire nicht besser umgetauft? "Feed The Fire", "Love The Way You Hate Me" oder speziell "Stand Or Fall" verstreuen unheimlich viel Spass wie auch das mit vielen Keyboard gewürzte "Crazy Over You". Hätte Hans das Ganze unter dem Bandnamen EZ Living, seiner anderen Truppe veröffentlicht, es hätte niemand gemosert. Aber Bonfire haben ein Erbe zu tragen, das mit diesen neuen Liedern nicht erhalten werden kann. Nochmals, die Lieder sind toll, die Band noch toller, aber bitte nicht unter dem Namen Bonfire.
Tinu     
Punkte:
8.0 von 10
PERFECT PLAN - All Rise
Frontiers Music/Musikvertrieb
Mit Perfect Plan wird eine weitere AOR/Melodic-Band aus Schweden mit ihrem Debüt vorstellig. Offensichtlich handelt es sich dabei nicht um eine Retortenband aus mehr oder weniger bekannten Musikern. Vielmehr sind hier fünf Freunde am Werk, die sich schon länger kennen, bisher aber nicht relevant in Erscheinung getreten sind. Dies wirkt sich direkt auf die Substanz und das Charisma aus. Beides kann nämlich den elf Tracks praktisch ausnahmslos attestiert werden. Da sind nicht nur grosse Hooks sondern auch viel Drive und grossartige Melodien auszumachen. Musikalisch bewegt man sich allerdings im altbekannten Genre-Fahrwasser. Als Anhaltspunkte werden die Legenden Giant, Foreigner und Journey ins Spiel gebracht, aber auch Eclipse, W.E.T., FM oder Work Of Art werden genannt. Die potenzielle Zielgruppe ist somit klar definiert. Aber auch in Sachen Instrumentalisierung liefern die Jungs eine fundierte Arbeit ab. Dabei sticht Sänger Kent Hilli definitiv heraus. Mit seinen klaren, aber wuchtigen Vocals tendiert er stellenweise sogar Richtung David Coverdale. Im Gegensatz zum Gros der Genre Konkurrenz ist Perfect Plain einen Schritt voraus. Obwohl dieser nur klein ist, macht das den Unterschied aus, um positiv in die Zukunft blicken zu können. Dazu muss aber sicher noch an der Nachhaltigkeit geschliefen werden, um den Schritt von nett zu grossartig zu schaffen.
Chris C.     
Punkte:
8.0 von 10
WALLACHIA - Monumental Heresy
Debemur Morti Productions
Norwegischer (Pagan) Symphonic Black Metal, schon das Genre scheint vielversprechend. Nicht enttäuscht wird der Hörer, welcher einen energiegeladenen, rauen Sound auf die Ohren bekommt. Nebst gelungenen, "härteren" Instrumentals gibt es auch einen grosszügigen Anteil an orchestralen Instrumenten und sogar einen Männerchor. Die Mischung ergibt ein sehr solides Album, welches auch diejenigen überzeugen könnte, die mit den düsteren Richtungen des Metals normalerweise nicht viel anfangen können. Nur 52 Minuten dauert der Spass, doch bekanntlich liegt in der Kürze die Würze. Man könnte die Musik als hypnotisch bezeichnen, aufregend und gleichzeitig entspannend. Absolute Kaufempfehlung.
Mona M.     
Punkte:
8.0 von 10
IZEGRIM - Beheaded By Trust (EP)
District 19
Die holländischen Death-Thrasher von Izegrim haben schon fünf Alben auf ihrem Schaffenskonto, wobei das letzte "The Ferryman's End" auch schon wieder zwei Jahre auf dem Buckel hat. Um die Wartezeit auf ihren nächsten Longplayer zu verkürzen, schieben sie mit "Beheaded By Trust" eine EP dazwischen. Vier gepfefferte Nackenbrecher sind darauf enthalten, die einen gekonnten Spagat zeigen und zwar gleich in mancherlei Hinsicht. Izegrim pendeln immer gekonnt zwischen Death und Thrash Metal, mischen Tradition und Moderne, wechseln zwischen technischen Raffinessen und Geradlinigkeit. Ihre Einstellung versprüht Old School-Feeling, aber sie geben sich auch zeitgemäss, was man vor allem an der Produktion mit den tiefen Gitarren und dem getriggerten Schlagzeug merkt, das dem Sound den nötigen Druck verleiht. Dass bei Izegrim eine Frau ins Mikro röhrt hört man kaum, dennoch müssen mit dem Wissen Bands wie Holy Moses, Arch Enemy oder Cripper als passende Vergleiche herhalten. Übrigens ist diese EP in Eigenregie erschienen, so quasi als Gegenbewegung zum derzeit überaus beliebten "Crowdfunding". Wer also bis zum nächsten Full Lenght-Album nicht auf Izegrim verzichten will, soll sich "Beheaded By Trust" unbedingt zu Gemüte führen. Kurz, aber heftig!
Oliver H.    
Punkte: keine Wertung
PARASIGHT - At leve som hvis der var et hab
Indisciplinarian & Modstand
Parasight sind aus Dänemark und spielen Hardcore. Die Texte sind in Dänisch gehalten, was es dem Schreiber dieser Zeilen besonders schwer macht, da ich dieser Sprache nicht mächtig bin. Das Musikalische klingt phasenweise noch recht gut, ist aber wie gesagt komisch, weil eben ein Kauderwelsch in den Parolen des Sängers vorhanden ist. Gemischt hat schwedens Produzenten-Legende Fredrik Nordström (At The Gates), was dem Gesamtsound natürlich seinen Stempel aufsetzt. Alles in allem ein solides Album mit einer bestimmten Härte, das der Band gut bekommt. Coole Sache!
Daniel J.     
Punkte:
8.0 von 10
HEXED - Netherworld
ViciSolum Productions
Die relativ junge Band aus Schweden zeigt mit ihrem ersten Longplayer ihr ganzes Können - und dieses ist gross! Die Melodic (Progressive) Metaller bieten 46 Minuten reinstes Vergnügen für die Ohren. Das solide Stimmorgan der Frontfrau Tina Gunnarsson lenkt die ganze Aufmerksamkeit auf sich, von der Musik im Hintergrund, die ebenfalls solide ist, merkt man verhältnismässig wenig. Ein echt starkes Wert, ein sehr gelungenes Debüt! Diese Band, könnte ich mir vorstellen, wird in der Zukunft noch grössere Erfolge feiern können. Für alle Fans des Metals absolut zu empfehlen! Gefühlvoll, authentisch, angelehnt an die klassischen Elemente und trotzdem ganz frisch, so könnte man den Sound grob umschreiben. Aber am einfachsten ist es immer noch, reinzuhören! Klare Kaufempfehlung.
Mona M.     
Punkte:
8.0 von 10
CRONE - Godspeed
Prophecy Productions
Tja, auch mit dem neuen Werk von Crone bin ich in etwa so gefordert wie damals bei "Gehenna". Der Sound hat sich nur geringfügig, wenn überhaupt, verändert, es dominiert nach wie vor eine Post/Doom-Atmosphäre, die nun ein wenig rockiger als bisher daherkommt. Man möge Memory Driven, Sisters Of Mercy, Dreadful Shadows und Draconian kreuzen, dann kommt man in ungefähr an den Sound von Crone heran. Klingt immer noch alles sehr professionell, solide abgemischt, die Vocals sind auch immer noch im Hintergrund - aber das macht nix, passt zu der düster-verträumten Atmosphäre, die Crone erschaffen wollen.
Toby S.     
Punkte:
8.0 von 10
J.B.O. - Deutsche Vita
AFM Records/Musikvertrieb
Was die Liveauftritte betrifft, bin ich ein grosser Fan der deutschen Blödelbarden. Auf CD allerdings zeichnen sich J.B.O. durch ein Auf und Ab aus. Alben, die ich von Anfang bis Ende herausragend finde, sind in der mittlerweile zwölf-Werke umfassenden Diskographie rar gesät. Wobei jedes Mal einige künftige Live-Klassiker zu finden sind. "Deutsche Vita" ist deshalb ein typisches J.B.O.-Album geworden. Sprich: Zwischen einigen Brüllern gibt es auch ein paar Lieder, denen ich nichts abgewinnen kann. Kommen wir aber zu den künftigen Klassikern, welche das Live-Repertoire bereichern werden. Mit "Nur geklaut" startet "Deutsche Vita" fulminant mit einem Prinzen-Cover. Ebenfalls gelungen ist das Carbanara-Cover "Wer ist der Fahrer". Lustigerweise haben die Deutschen diesmal einige Lieder gecovert, welche bereits Otto Waalkes umgewandelt hatte. Dazu zählen der Neue Deutsche Welle-Hit +Ich will Spass+ und "Hurra Hurra die Schule brennt" von Extrabreit. Von Nena wird diesmal "Nur Geträumt" durch den Fleischwolf gedreht, wobei ich die neue Version mässig toll finde. Der Witz, dass Metallica mit englischem Akzent dieses Lied in ein eigenes umwandeln, geht an mir irgendwie vorbei. Weiter wagen sich J.B.O. an die Kinderlieder "Wickie" und "Lummerlied". Spannend ist, dass das Promo-Schreiben bei einigen Liedern die Originale angibt, das aber nicht bei allen tun. Von den Eigenkompositionen überzeugen mich "Gewiss Ist Nur Der Tod" und textlich das Albumnamen-gebende Lied. Dazwischen gibt es die bei J.B.O. schon länger üblichen Soundexperimente. "Deutsche Vita" lässt immer wieder aufhorchen, ist aber insgesamt nicht griffig genug, um sich gesamthaft als künftiger Klassiker etablieren zu können. Dazu sind mir einige Texte schlicht zu flach und einige musikalische Umsetzungen zu wenig zündend. Es kann aber auch daran liegen, dass ich schlicht nicht alle Originale kenne und somit die J.B.O.-Interpretation zu wenig begreife. Wer bei J.B.O.-Alben gerne die Rosinen rauspickt und sie selber zu einer eigenen Best-Of-J.B.O.-Playlist hinzufügt, wird hier ein Fundus von neuen Kandidaten finden. Und wie Anfangs bereits erwähnt, sind und bleiben J.B.O. vor allem Live ein Riesen-Erlebnis. Die Zusammenstellung deren Setliste dürfte durch "Deutsche Vita" definitiv nicht einfacher werden.
Roger W.    
Punkte:
8.0 von 10
AMERICAN TEARS - Hard Core
Escape Music/Non Stop Music
Bereits 1974 veröffentlichte das Keyboard-Trio ihr Debüt-Album. Die Herren um Mark Mangold, der hier übrigens die Keys, Bass, Drums und die Vocals eingespielt hat, benutzt heute dieselben Instrumente wie in den Siebzigern. Hammond-Orgel Synthies, Melotron usw. Inspiriert wurde man damals natürlich von ELP. Purple und auch den Moody Blues. Und so klingen sie auch heute noch. Keyboard Rock ohne Gitarre, der so gut dargeboten wird, dass hier die Gitarren echt nicht vermisst werden. Schon der sehr melodiöse Opener "Hard Core" berührt den Zuhörer ungemein. Mangold geht auf diesem Rundling sehr verspielt zur Sache. Es macht unglaublich Spass, sich die vielen Arten von Keys und Synthies zu entdecken. Dazu immer eine schöne Gesangsmelodie und interessant gespielte Drums, einfach herrlich und sehr erfrischend das Ganze. Auch die Prog Rock-Anteile kommen hier nicht zu kurz wie bei "Lost In Time", stark wie Mangold hier die Drums spielt. "Fyre" kommt mit einem typischen Deep Purple-Touch, treibenden Drums und rockigem Gesang. Auch sehr schön das von fetten Keys getragenen "The Ferryman" untermalt von Mangolds melodiöser Stimme. "Nuclear" hat durch die coolen Synthies und den wilden Drums wieder eher was von den grossen ELP, sehr spannender Instrumental Track. Wirklich sehr eindrücklich was dem Zuhörer hier geboten wird von dem Mann, der live von 12 Keyboards umgeben wird. "Hard Core" ist für alle Rock-Fans, die die Siebziger mögen und auf Keyboard-Sounds abfahren, aber auch gitarrenverwöhnte Leute werden hier sicher ihre Freude haben, genau wie Purple- und ELP-Fans.
Crazy Beat    
Punkte:
8.0 von 10
BLEED FROM WITHIN - Era
Century Media/Universal
Mit "Era" folgt nun bereits der vierte Output der schottischen deathcorenden Metaller aus Glasgow. Seit der Gründung im Jahre 2005 präsentiert uns der Fünfer in regelmässigen Abständen die Weiterentwicklung ihres Deathcore-Metal - "In The Eyes Of The Forgotten" (2005, EP), "Welcome To The Plague Year" (2008, EP), "Humanity" (2009), "Empire" (2010), "Uprising" (2013), "Death Walk" (2014, EP) - und eben mit "Era" das neue, interessant und intelligent verschachtelte Death Metal-Album mit freakigen und überraschenden Rhythmuswechsel wie auch Riffabfolgen. Bleed From Within sind in Persona Scott Kennedy (Vocals), Ali Richardson (Drums), Craig 'Goonzi' Gowans (Guitar), Steven Jones (Guitar) und Davie Provan (Bass), welche nun 11 Tracks auf "Era" packten und diese nun den - vor allem - metalgeneigten Fans präsentieren. Nun, das gitarrentechnische Riffing kommt knüppelhart rüber, viel Deathcore, zusammengepackt mit Elementen aus dem traditionelleren Hardcore, Thrash Metal und auch dem amerikanisch-angehauchten Death Metal. Natürlich hat es auch melodiöse Gitarrenparts auf dem Silberling drauf, man arbeitet auch mit Sequenzer und experimentiellen Soundfiles, welche vor allem als Intros und auch als Auflockerung in die Songs eingestreut werden. Gitarrentechnisch bewegt man sich also im hardcore-death-thrashigen Bereich, gepaart mit melodiösen Soli - jedoch spärlich gesät, da mehr mit Melodien experimentiert wird -, Harmonie- und Melodiebögen. Die Drums sind ebenfalls mit variantenreichen Patterns bereichert, will schreiben, dass es nicht nur ein stetes, straightes, doublebass-lastiges Trommeln ist, sondern man spürt die Sequenzen, in welchen man eben variantenreiche Drums platzieren und kreieren kann, um dem Sound die nötige Neugierde zu schenken. Auch der Bass kommt dabei sehr schön zum Tragen, trotz den intensiv riffenden zwei Klampfen, somit ist dem Bass ebenfalls eine eigene Identität gewährleistet und setzt dem Gesamtsound einen eigenständigen und doch hineinverleibten Akzent. Der Gesang ist brutal, nicht unverständlich growlend, eher brutal-aggressives Shouting, was viel im Hardcore-Bereich in Erscheinung tritt. Aber auch thrashige Shouts, gepaart mit richtig brutalen, gutturalen Shouts kommen dabei zum Zuge. Im Grossen und Ganzen sind die 11 Tracks eher im Mid Tempo-Bereich anzusiedeln. Das Cover-Artwork wiederspiegelt die vertrackten Songs hervorragend, ansonsten ist es eher schlicht gehalten. Die Produktion kommt satt, klar und sehr powervoll durch. Anspieltipps wären "Gatekeeper", "I Am Oblivion, Pt. II" oder "Alive". Der Gesamtsound erinnert und lässt sich so à la Caliban, Sylosis, As Blood Runs Black, Salt The Wound, Knights Of The Abyss und Konsorten einordnen. Eine knallendes Scheibchen Deathcore.
Leopold  
Punkte:
8.0 von 10
THE OSIRIS CLUB - The Wine-Dark Sea
Indie Recordings/Irascible
Der gute Roxx will anscheinend mich auf die Probe stellen, wie dehnbar denn mein Musikgeschmack ist. Roxx, mein Musikgeschmack ist sehr dehnbar, jedoch unzerstörbar. Spass beiseite, mit The Osiris Club beglücken uns eine britische Progressive-Avantgarde-Post-Punk-Rock-Combo die heimischen Gefilde. Mit "The Wine-Dark Sea", dem zweiten Full Length-Album - nebst "Blazing World" (2014), "The Signal" (2018, Single) - gehen sie konsequent ihren musikalischen Inspirationen und Ideen nach, kompromisslos und eigenständig, was eben Vergleiche mit ähnlichen Künstlern schwer fällt, deshalb komme ich auf die Inspirationen der Bandmitglieder zu "The Wine-Dark Sea" darauf zu sprechen, denn da wären King Crimson und die 'alten' Genesis, was man auch auf den 9 Songs klar auch heraushört. Nun, aber auch die anderen Einflüsse der besagten 60er, 70er und anfangs 80er sind zu hören, etwas auch von David Bowie, The Sex Pistols (vor allem bei den verzerrten Gitarrenangelegenheiten), aber auch etwas Deep Purple, Uriah Heep und Konsorten ist zu orten in den Songelementen, da der Moog und die Hammondorgel einen gewissen Schwerpunkt bildet, jedoch nicht in allen Belangen. Doch auch 80ies-Pop-Elemente gehören zum musikalischen Inventar von The Osiris Club. Nun, aus London, the United Kingdom, kommt der britische Dreier, im Hauptkern sind dies Sean Cooper (Leadvocals, Bass, Acoustic-Guitar, Piano, Synthesizers), Chris Fullard (Guitars, FX) und Andrew Prestidge (Drums, Percussion, Guitars, Synthesizers), und dabei werden sie von Simon Oakes (Vocals, Moog), Anders Moller (Percussion, FX), Hanna Pettersson (Saxophone) und Kristoffer Rygg (Vocals) unterstützt. Auch anhand den aufgezählten Instrumenten merkt die/der geneigte Leser/in, dass der Soundteppich von The Osiris Club ein sehr breitgefächerter Horizont darstellt, grenzenlos in musikalischer Hinsicht, spielerisch mit den verschiedenen Musikstilen.

Die Gitarren sind sowohl clean als auch mit recht 'old-schooliger' fetter Distortion bestückt, Melodiebögen, einzelne Töne wechseln sich mit Akkorden ab, mal ein kleineres Solo da, mal einzelne, stehenden Töne dort. Der Bass hat natürlich dadurch ebenso viel Platz für die Walking-Bass-Läufe wie auch die Gitarren für die Harmonie- und Melodiebögen. Getragen wird der Soundteppich auch durch den Einsatz des Moogs, der Synthesizer, in Kombination mit dem Bass und den Gitarren, ergibt sich eine recht progressive Avantgarde-Rock-Post-Punk-Stilrichtung, welches durch das lockere Drumming hinzu eine stets groovende und treibende Macht darstellt. Durch Hinzunahme von Percussion erreicht man gar leichten, fusionalen Jazz. Auch hierbei, keine Anspieltipps von mir, denn ein Antesten ist hier absolut eine Vorbedingung, denn die Musik ist sehr vielschichtig, die Musik ist wie ein Gezeitenspiel von Flut und Ebbe, von Sonne und Schatten, im positiven Sinne gedeicht. "The Signal" ist ein wirklich vager, möglicher Anspieltipp, aber auf eigene Gefahr ... Spass beiseite, auf "The Signal" kommen sowohl die härteren Klänge als auch die atmosphärisch ruhigeren Klänge zum Vorschein. Oder dann der finale Track auf "The Wine-Dark Sea", das 11:35 lange "A Winter's Night On Sentinal Hill" wäre ebenfalls ein vager Anspieltipp mit langem Atem. Der Gesang ist stets in klarer, erzählender Form. Alles in allem eine sehr interessante Angelegenheit und wiederum etwas für Metaller mit einem sehr weit dehnbaren, musikalischen Horizont, also nix für Die-Hard-Metaller, ausser sie wollen sich dem musikalischen Erguss von The Osiris Club öffnen. Lohnenswert ist es auf jeden Fall. Die Produktion ist ebenfalls sehr gelungen, druckvoll, klar, perfekt. Das Cover-Artwork passt ebenfalls zu 'The Wine-Dark Sea' und The Osiris Club. Alles in allem, eine sehr progressive, avantgardistische Scheibe, welche interessantes Songwriting aufzeigt sowie das musikalische Können aller Beteiligten. Interessant und positiv abgefahren.
Leopold  
Punkte:
8.0 von 10
MIND PATROL - Against All Predictions
Eigenvertrieb
Der Luzerner Thrash-Vierer, seit 2014 unterwegs, namens Mind Patrol und in Persona à la Yves Nellen (Guitars, Vocals), Christian Pfister (Guitars), Emil Schuler (Bass), Matthias Gsteiger (Drums) veröffentlichen mit "Against All Predictions" ihr Debütalbum. 7 Tracks haben den Weg auf den Silberling sowie die Vinylform gefunden. Dargeboten wird erfrischender Speed & Thrash Metal, mit etwaigen Power Metal-Einflüssen. Herrliche Gitarrenduelle, zweistimmige und unisono gehaltene Gitarrenläufe, speedig und thrashiges Geriffe, melodiöse Soli, überraschende Breaks, welche die Songs auflockern, interessant gestalten lassen, doublebassiges, straightes Drumming, ein eigenständig und hörbarer Bass, dessen Läufe die Existenz zwischen den powervollen Drums und den sägenden Gitarren berechtigen und dann der leicht melodiös, thrashige Gesang, welcher zeitweise mich auch Hardcore-Einflüsse bemerken lässt. Alles in allem, eine satte, sehr gute Sache, "Against All Predictions". Wie schon erwähnt, die Drums kommen straight, doublebass-lastig daher, stets powervoll nach vorne treibend, der Bass ergänzt die beiden Gitarren perfekt, da dieser sehr eigenständig und die rhythmische Ergänzung zwischen den treibenden Drums und den riffig-sägenden Gitarre ist. Die beiden Gitarren duellieren, harmonieren, unisonieren sich perfekt, goiles Riffing, melodiöse Soli, welche mich so in die Speed Metal-Ära erinnern und schwelgen lassen, der Thrash-Gesang, teils etwas melodiös, dann wieder aggressiv, dann etwas hardcore-lastig, aber passt perfekt zum Mind Patrol-Thrash. Auch die Produktion, das Mixing und Mastering seitens des Mischpult-Hexers V.O. in den Little Creek-Studios ist sehr gelungen, der Hexenmaster hat hervorragende Arbeit geleistet und abgeliefert, natürlich steht für all' das auch das musikalische Können des Thrash-Vierers im Vordergrund, keine Frage. Das Cover spricht für sich, da weiss die Thrasher-Dame und der Thrasher-Herr, wo der Bartli sprich die Bartlose den Most herholt. Die Inspiration für das "Against All Predictions"-Album kommt ganz klar aus dem Bay-Area-Thrash-Korridor, gepaart mit den teutonischen Thrash-Kapellen. Will Sagen, Megadeth, Exodus, Sacred Reich, Testament, Blind Illusion, Helstar, Annihilator, Kreator, Destruction, Holy Moses, Sodom, alte Helloween, Poltergeist, Apocalypse, und, und, und, um einen Anhaltspunkt zu gewähren, zeichnen die musikalischen Einflüsse aus. Und doch findet man bei den einen Songs stets auch im songtechnischen leichte Hardcore-Einflüsse, so à la Biohazard, Corrosion Of Conformity, Prong, M.O.D., Gurd und Konsorten. Nun ein gelungenes Debüt, auf welchem alle Tracks eine Anhörprobe wert sind. Die Tracks sind "Intro (Welcome To Hell)", "Till We Die", "Warfare", "Drinking Song", "Schizophrenia", "Doomsday" und "Generation Penetration". Ein hervorragendes Debütalbum, in allen Belangen. Wer die Trasher live sehen möchte, so ergäbe sich der 20.04.2018 im Treibhaus Luzern die passende Möglichkeit, da es sich dabei erst noch um die Album-Release-Show handelt. Thrash 'em all!
Leopold
  
Punkte:
8.0 von 10
ST. ELMOS FIRE - Evil Never Sleep
Pure Steel Records/Musikvertrieb
Beim Erblicken dieses Bandnamens machte es bei mir irgendwie sofort "klick", doch damit wurde zunächst eine Brücke in die Vergangenheit geschlagen. Gelandet bin ich da dann bei John Parr, der mit dem gleichnamigen Song in den 80ern einen veritablen Hit gelandet hatte. Hier sprechen wir jedoch von einer Combo mit diesem Namen und das war es dann auch mit Gemeinsamkeiten. Während der Song in den Bereich Pop gehört, schlagen St. Elmos Fire ungleich härtere Töne im Bereich US-Metal an. Obwohl im Infosheet als "Kult-Combo" bezeichnet, waren mir die 1979 gegründete Truppe und ihre vier Alben zwischen 1986 und 1992 überhaupt kein Begriff. Über ein Vierteljahrhundert danach ist der Dornröschen-Schlaf offenbar zu Ende und das alte Line-Up mit Jeff Jones (g), Chris Stringari (b) und Tom Frost (d) mit dem neuen Sänger Kevin Brady wieder zurück im Business. In den Staaten kam die Scheibe schon 2017 heraus und wird nun mit etwas Verzögerung auch bei uns auf die Metalheads losgelassen. Der Opener mit dem Titel «We Will Not Die» lässt die Absicht ohne Zweifel erkennen und in der Tat marschieren die Jungs forsch vorwärts. Die Bezeichnung US-Metal trifft auf jeden Fall ins Schwarze und erinnert an Kollegen wie die frühen Armored Saint, Warrior oder Savatage, um bloss mal ein paar unter vielen anderen zu nennen. Der Titeltrack «Evil Never Sleeps - Doomsday» geht als Midtempo-Walze besonders gut ins Ohr und überhaupt entfaltet der kernige Gitarren-Sound von St. Elmos Fire seine Wirkung erst bei gedrosseltem Tempo so richtig. «Soultaker» und auch «Across The Nations» bratzen ebenso formidabel daher und wenn ein gewisser Jon Oliva bei «Asleep In The Never» die Vocals beisteuern würde..., ja dann! Je länger «Evil Never Sleep» dreht, desto besser kommt das Teil in Fahrt. Zu den insgesamt zwölf Songs wurden dem Silberling noch drei Bonus-Tracks mit alten Versionen der bestehenden Neutracks angehängt, die es nicht zwingend gebraucht hätte, das diese nicht gross von den normalen Versionen abweichen. US-Metal Fans sollten hier unbedingt mal reinhören.
Rockslave  
Punkte:
8.0 von 10
LENORE S. FINGERS – All Things Lost On Earth
My Kingdom Music
Die Italiener machen eine Art zarten, sphärischen Gothic Dark Metal – melancholisch, introspektiv und leicht avantgardistisch angehaucht. Zwar ist die Grundstimmung durchaus düster, doch zieht sich ein silberheller Streifen durch das gesamte Werk, was ihm einen erstaunlich leichten Grundton verpasst im Gegensatz zu den meisten Genrekollegen. Soll jetzt aber nicht heissen, dass es poppig sanft daher kommt – im Gegenteil, der Metalpart hat ganz schön Wumms! Stilistisch erinnert es ein wenig an Lacuna Coil, allerdings etwas weniger rockig. Auch Orphaned Land oder Katatonia drängen sich als Vergleich auf. Mit von der Partie bei den Aufnahmen war auch Anna Murphy (ex-Eluveitie, Cellar Darling, Lethe), die der Band mit Rat und Tat, Tasten und Drehleier zur Seite stand. Das dürfte auch den leicht avantgardistischen Einschlag erklären, der sich in den Sound der Italiener einschleicht. Ebenfalls sehr speziell ist der Soundmix – vielleicht ein wenig gewöhnungsbedürftig, aber durchweg angenehm und harmonisch. Hier wechseln sich Akustikgitarre, teils stark verzerrte E-Gitarre, Synths und das Keyboard ab als Hauptakteur. Doch unbestrittener Mittelpunkt der Geschichte ist die schöne Stimme von Federica Lenore Catalano, welche auch die Akustikgitarre spielt. Der Name der 2010 gegründeten Band bezieht sich übrigens auf Roman Dirges Comic “Lenore, The Cute Little Dead Girl” und David Firths Fantasy Charakter Salad Fingers. 2014 veröffentlichte die Band ihr Debütalbum “Inner Tales“, das bei Fans und Kritikern gleichermassen gut ankam. Fazit: Wer auf eher leichten, melancholischen Dark Metal steht, der sollte sich Lenore S. Fingers unbedingt mal zu Gemüte führen. “All Things Lost On Earth“ kreiert eine einzigartige Stimmung, auch wenn es schwierig ist, einzelne Highlights herauszupicken. Es ist ein durchwegs rundes und harmonisches Gesamtwerk, das einen über 47 Minuten hinweg in eine wunderbar melancholische und doch fantasievolle Klangwelt entführt.
Patricia H.  
Punkte:
8.0 von 10
MESSA - Feast For Water
Aural Music
Scarlet Doom nennt sich die stilistische Standortbestimmung des italienischen Quartetts. Wie man es auch nennen mag, es klingt ganz passabel. Hört man über die Low Budget-Produktion des zweiten Langeisens von Messa hinweg (wobei, da habe ich von ganz grossen Bands schon wesentlich teurere Sachen ertragen müssen, die um Welten schlimmer klangen), dann bleibt die Erkenntnis, dass der Band auf ihrem zweiten Langdreher etwas wirklich Originelles und sehr Stimmiges gelungen ist. Sara mag zwar nicht über die charismatischste Stimme in der Doom / Occult Rock-Szene verfügen, aber das was sie kann, setzt sie gezielt und gekonnt ein. "Feast For Water", ein Album, das die symbolischen und mystischen Seiten des flüssigen Elementes thematisiert, lebt von den mannigfaltigen Stimmungen, die zudem sehr dynamisch inszeniert sind. Als Paradebeispiel schlechthin kann ich "The Seer" nennen, ein Longtracker, dessen ruhige, rituell anmutende Einleitung alsbald in eine donnernde Überleitung übergeht, welche, unterbrochen durch weitere getragene Parts, schlussendlich nur ein stetiges Crescendo ankündigt. Sehr schön auch das darauf folgende "She Knows", in dem die im Infoblatt erwähnten Dark Jazz-Elemente so richtig zur Geltung kommen. Ich hätte nie geglaubt, dass sich ausgerechnet ein dermassen fremder Stil so gut in einen Doom Rock-Song einfügt, aber man lernt eben nie aus. Der okkulte Doom Rock von Messa ist also sehr stimmig, zuweilen meditativ und gleichzeitig bluesy und voller Seele. Die damit gekoppelte, gerade richtig dosierte Experimentierfreudigkeit rückt die Band hin und wieder gar in die Nähe der nicht minder scheuklappenfreien Led Zeppelin. überhaupt scheinen die grössten Rockgiganten aller Zeiten einen bleibenden Eindruck bei den vier Norditalienern hinterlassen zu haben. Das beginnt bei der mystischen Aura und setzt sich logischerweise in der Musik fort. Dem atmosphärischen "White Stains" verleiht beispielsweise das zielsicher eingesetzte Rhodes Piano eine ähnlich verträumte Stimmung, wie wir sie in Led Zeppelins "No Quarter" erleben. Messa ist somit eine Band, die in der okkult angehauchten Doom-Gemeinde durchaus Beachtung verdient. Für Freunde von Bands wie The Devil's Blood, Hela, Jex Thoth, Blood Ceremony oder Mount Salem kann ich sogar eine unbedingte Kaufempfehlung aussprechen.
Mirko B.  
Punkte:
7.9 von 10
VOIVOD - War And Pain (Re-Release)
Metal Blade/Sony
Meine kanadischen Götter Voivod lassen mal wieder etwas von sich hören! Leider handelt es sich bei diesem Release um nichts Neues, sondern um ein Re-Release ihres Debut-Albums "War And Pain", das erstmalig 1984 das Licht dieser Welt erblickte. Nachdem im letzten Jahr bereits der Back-Katalog mit den Alben Nummer 2, 3 und 4 von Seiten Noise wieder aufgelegt wurden, ziehen Metalblade jetzt auch mit dem Debüt "War And Pain" nach. Chaotisch, sehr roh und unproduziert, aber zugleich auch das erste Lebenszeichen einer Underground-Legende! Das Potential von Voivod im Frühstadium lässt sich manchmal nur erahnen, was aber auch der damaligen gewöhnungsbedürftigen Produktion geschuldet ist. Für Fans von Voivod ist diese Album natürlich, trotz 34 Jahren auf dem Buckel, immer noch essentiell und sie werden dieses Album schon seit Jahrzehnten rauf und runter spielen. Ob die vier Bonustracks und das Remastering von Patrick W. Engel als Kaufanreiz genügen, muss am Ende jeder für sich selber entscheiden!
Roolf  
Punkte:
keine Wertung
TENGIL - Shouldhavebeens
Prophecy Productions
7 Songs, welche in eine etwas ähnliche - oder doch wieder nicht ähnliche - Ecke wie bei Spiritual Front gehen. Avantgardismus gepaart mit dezenten, und doch etwas mehr distortion-beladenen Gitarren, eher in das Noise-Avantgarde-Blast-Grind-Eckchen passt. Die vier Schweden aus Boras namens Sakarias (Vocals, Noise), Pontus (Guitars, Noise), Kalle (Bass, Noise) und Tobias (Drums) zelebrieren auf ihrem siebten Release - neben "A Dead End", "Million", "The Ivory Garden", "My Gift To You" (Single), "Six" (2015), "It's All For Springtime" - eine Mischung von Rock, Avantgarde, Pop, Electronica, so à la Dillinger Escape Plan oder Explosions In The Sky. Bei den Anspieltipps gilt auch hierbei, alle 7 Songs sich reinziehen und ebenfalls, dies ist Mucke für offene, tolerante Metaller, also keine Die-Hard-Metaller, nur um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen. Auch hier, die Gitarren wechseln sich akustisch clean mit einer rockigen Distortion ab, dazwischen gibt's nix. Will schreiben, es ist wie bei Black and White, entweder oder. Man legt grossen Wert auf Atmosphäre, egal ob mit Instrumenten oder Noises untermalt, tragend kommt der Sound der 7 Songs stets rüber. Man arbeitet viel mit den musikalischen Momenten, man lässt die Atmosphäre atmen und walten, es ist auf eine Art experimentieller Avantgarde-Rock-Noise. Auch der Bass kommt entweder clean oder dann etwas verzerrt rüber, in Anlehnung und Kombination an die Gitarre, an die tragenden Synthesizer-Effekte, des klaren, weiblichen, elfenhaftigen Gesangs beispielsweise bei "With A Song For Dead Darlings". Auf "A Lifetime Of White Noise2 herrscht für kurze 9 Sekunden einfach nur Stille, mal was anderes. Auch spielt man oft mit so Pink Floyd'schen Elementen, was natürlich das mystisch-atmosphärische stark in den Vordergrund bringt. Die gespielten Drums sind auch einen Mischung einerseits aus Pop-Elementen, oder dann recht blastigen Noises, heftig getrommelt, straight geblasted. Nein, keine Angst, habe keine Pillen oder Pilzchen geschluckt, ist so. Auf "It's All For Springtime" und "In Murmur" gibts gegen Ende der Songs verzerrte, grungige Gitarren, aber mit Vorsicht zu geniessen. Deshalb, testet Tengil an, und ihr werdet schnell merken, was ich versuche in Worten auszudrucken. Das Cover-Artwork passt zum Sound, ein Spiegelbild des musikalisch Dargebotenen. Die Produktion ist sehr sauber, druckvoll und präzis gelungen. Genau wie Spiritual Front, musikalische Avantgarde mit viel musikalischen Freiheiten. Beides würde gut in ein Cabaret passen, deshalb wäre eine Cabaret-Tour von Spiritual Front und Tengil nicht unmöglich. Es wäre eine musikalische Reise in die unendlichen Töne des Seins, des irdischen Befindens und die endlose weite des Universums.
Leopold  
Punkte:
7.8 von 10
THE AMORETTES - Born To Break
Steamhammer/Musikvertrieb
Album Numero vier für die weibliche Antwort auf Airbourne. Wobei diesmal die Antwort nicht mehr so deutlich ausfällt wie auf den vorangegangenen Veröffentlichungen, denn selbst bandtypische Stampfer wie "Everything I Learned (I Learned From Rock And Roll)", "Born To Break" oder "Coming Up The Middle" wirken irgendwie etwas schaumgebremst. Bei genauerem Hinhören erweist sich dies allerdings als direkte Konsequenz einer etwas saubereren Produktion, die den Songs zwar etwas Dreck, aber keinesfalls die Durchschlagskraft weggenommen hat. Natürlich ist die entfesselte Rohheit früherer Tage, die dereinst den holden Damen die Bezeichnung 'weibliche Motörhead' beschert hat, einer grösseren handwerklichen Sorgfalt und mehr Mut zu melodischer Abwechslung gewichen, und das wird in der Szene naturgemäss zu gespaltenen Meinungen führen. Ich sehe das erfahrungsgemäss als natürlichen Entwicklungsprozess, den man den Mädels nicht vorwerfen darf, im Gegenteil. Heute zeigen sie sich abwechslungsreicher und selbstsicherer denn je, ohne dabei die eigenen Wurzeln zu verleugnen. "Born To Break" macht irrsinnig Spass, knallt durch die ultrafette Produktion richtig gut rein, rockt wie Sau und wird selbst bei Dauerrotation nicht langweilig. Wenn man auch nach neun Jahren immer noch Songs veröffentlicht, die sich konstant zwischen den Wertungen 'Gut' bis 'Sackstark' bewegen, dann ist jegliche harsche Kritik nichts als Haarspalterei. Insofern haben die drei Schottinnen auch diese Mission erfolgreich erfüllt.
Mirko B.  
Punkte:
7.8 von 10
MARTYRIA – Martyria
Hammerheart Records
Heathen Ambient: Eine Genre Bezeichnung die passender kaum sein könnte. Das Duo aus Griechenland kreiert eine wunderschön sphärische und mystische Stimmung, mit klagendem Gesang und liturgischen Chants, Tribal Perkussion und byzantinischen Rhythmen sowie resonanten Holzinstrumenten. Die heraufbeschworene Stimmung spricht von aufziehendem Nebel über antiken Steinaltaren – eine melancholische Ode an die Vergänglichkeit und Spiritualität. Martyrias Debütalbum ist eine echte Bereicherung für das eher kleine Feld des Ritual/Dark Ambience und reiht sich nahtlos ein in die Reihen von Hagalaz Runedance, Shibalba, Caul, Funerary Call oder auch Voice of Eye. Fazit: Die dunkle, fast schon cineastische Klanglandschaft bildet den perfekten Soundtrack für düstere und leicht bedrohliche Geschichten – sei es in Game, Buch oder Pen&Paper-Abenteuer. Hintergrundmusik mit Gänsehaut-Garantie….
Patricia H.   
Punkte:
7.8 von 10
THE DEAD DAISIES - Burn It Down
Spitfire Music/Musikvertrieb
Grundsätzlich habe ich mich natürlich auf die neue Scheibe von The Dead Daisies gefreut, aber gleichzeitig bauten sich Bedenken auf, ob das brutalgeile Niveau vom Vorgänger «Make Some Noise» (2016) gehalten werden konnte. Gekrönt durch die letztjährige exzellente Live-Nachlese wurden die Erwartungen in schwindelerregende Höhen geschraubt. Der erste Komplettdurchgang von «Burn It Down» bestätigte dann meine Befürchtungen. Obwohl Gitarrist Doug Aldrich dazu konstatierte: "Das neue Daisies-Album wird Dein Gesicht zum Schmelzen bringen! Es ist roh und direkt mit einem ganz neuen Sound!" konnte ich das rockende Element schon ausmachen, aber der unwiderstehliche Groove ist leider fast vollständig flöten gegangen. Das hat freilich nichts mit dem Wechsel an den Drums zu tun, denn dort ist auf Brian Tichy (Ex-Whitesnake) mit Deen Castronovo (Bad English, Jounrney) ein weiterer Vollprofi an Bord. Eine weitere bisherige Stärke war die glückliche Auswahl, respektive jeweils gelungene Umsetzung von passenden Cover-Songs, die im Gewand der Daisies noch mehr Energie als die Originale freisetzten. Zum Beispiel «Midnight Moses» von The Sensational Alex Harvey Band ist schlicht ein Killer und kaum zu toppen. Sowas findet sich auf «Burnt It Down» nicht wirklich. Mir persönlich gefällt diese Modern Metal bis mitunter Alternative Rock Geschichte nicht so, aber auf der anderen Seite muss sich die Band nicht den Vorwurf gefallen lassen, nur an Ort und Stelle zu treten. Wie dem auch sei, die insgesamt zehn Songs sind qualitativ keinesfalls von schlechten Eltern und die Produktion von Marti Frederiksen knallt ordentlich. Vielleicht wird es nach mehrmaligem Anhören besser. Anwärter sind der Titeltrack, «Judgement Day», die Halb-Ballade «Set Me Free», und mit «Dead And Gone» ist definitiv doch noch etwas Groove aufgetaucht.
Rockslave
  
Punkte:
7.7 von 10
SPIRITUAL FRONT - Amour Braque
Prophecy Productions
Nun, werte Leserschaft der MetalFactory, wer hat den Namen Spiritual Front schon mal gehört? Well, mit "Amour Braque" veröffentlichen die Italiener aus Rom ihr achtes Werk, nebst vier weiteren Singles bzw. EP's - "Songs For The Will" (1999), "Nihilist Cocktails For Calypso Inferno" (2001), "Twin A Tin Tin Towers" (2002, EP), "Nihilist" (2003, 10"), "No Kisses On The Mouth" (2003, 7"), "Bedtime / Badtime2 (10" Split-Picture-Disc mit Naevus), "Satyriasis - Somewhere Between Equilibrium And Nihilism" (2005), "Armageddon Gigolo" (2006), "Rotten Roma Casino" (2010), "Open Wounds" (2013), "Black Hearts In Black Suits" (2013) - welches dem Genre des Neofolks, Post-Punks und Dark Cabarets zugespitzt werden, also sehr avantgardistisch, wie seinerzeit Celtic Frost mit "Into The Pandemonium", aber Achtung, Spiritual Front ist eine sehr eigene Angelegenheit, denn metallische Elemente zu suchen und finden, das ist nicht einfach auf "Amour Braque", es ist etwa so, wie die berühmte Nadel im Heuhaufen zu suchen und finden. Der römische Vierer in Persona von Simone Salvatori (Vocals, Guitars), zugleich auch der Bandgründer, dann Giorgio Maria Condemi (Gutiars), Federico Amorosi (Piano, Keyboard) und Andrea Freddy Nio (Drums) ziehen ihr Ding seit der Bandgründung Ende der 90er-Jahre konsequent durch. Am ehesten ist der Sound noch mit Sister Of Mercy, vage mit The Cult vergleichbar, aber ansonsten sind Spiritual Front eben Spiritual Front. Auch Anspieltipps, da denke ich, ist ein Antesten durch alle 13 Songs ein absolutes Muss, um auf den Geschmack zu kommen. Nun, so interessant als auch avantgardistisch, mystisch, sphärisch klingt der italienische Vierer. Die Gitarren sind meist akustisch, clean gehalten, wenn dann mal laut, dann nur leicht verzerrt, aber da passt wirklich auch alles, eher weniger Distortion, dafür mit Tremolo und Chorus, aber das passt so. Der Bass ist ebenfalls clean, sauber und geleitet die Gitarren perfekt im Rhythmus und Untermalung des Gesamtsoundes. Die Drums sind sehr variantenreich, dem Songwriting Tribut zollend, mal dezent, dann wieder sehr dominant eingesetzt. Das Keyboard bzw. Piano untermalt ebenfalls die nachdenklichen Momente, benutzt jedoch die Freiheiten, mal Streicher, orchestrale Momente, Trompeten, Handorgeln und sonstige Elemente einzusetzen. Der Gesang kommt klar, erinnert mich auch etwas an Billy Idol, Andrew Eldritch (Sisters Of Mercy), doch die Eigenständigkeit ist gewährleistet, ohne Frage. Spiritual Front bearbeitet Rock, Avantgarde, Country, Funk, Dance ... eigentlich alle Stilrichtungen, welche in einem Cabaret gespielt werden. Da wären wir wieder bei Dark Cabaret, der Kreislauf wäre somit geschlossen. Die Produktion ist sehr sauber und druckvoll gelungen, das Cover-Artwork passt zum Sound perfekt, eben Dark Cabaret, das Spiel mit den Gegensätzen und Motiven. Also, antesten und anhören auf jeden Fall, klingt interessant, aber eher weniger für Die-Hard-Metaller, wohlbemerkt.
Leopold   
Punkte:
7.7 von 10
SOJOURNER – The Shadowed Road
Avantgarde Music
Atmospheric Black Metal ist ja so was wie die Schlagerabteilung der Hölle und wer auf Raw Black Metal steht hasst dieses Subgenre naturgemäss abgrundtief. Fakt ist auch, dass es zwar sehr viele Bands gibt, welche in der Richtung musizieren, doch sehen wir mal vom Summoning ab, so fristen diese Bands meist ein Leben im Untergrund. Persönlich mag ich jedoch diese Nische, liegt vielleicht auch daran, dass ich als Kind der 70er die volle Schlager-Dröhnung miterleben musste. Wie üblich gibt es auch im Atmospheric Black Metal Licht und Schatten, oftmals eine Gratwanderung zwischen Kitsch und zu vielen gleichförmigen Strukturen oder einfach nur gehypter Mist (Ghost Bath). Sojourner sind mir jedoch bereits mit dem Debüt „Empires Of Ash“ sehr positiv in Erinnerung geblieben und dieser positive Eindruck verblasst auch nicht mit „The Shadowed Road“. Wenn man sich Atmospheric Black Metal anhört, dann will man Melodien ohne Ende, Piano und flächendeckendes Keyboard sind willkommen, man hat keinen Schrecken vor Flöten und weiblichem Gesang und es stört auch nicht, dass nicht jederzeit versucht wird tempomässig die Schallmauer zu durchbrechen. „The Shadowed Road“ erinnert mich so ein klein wenig an alte Taten aus den 90er Jahren, wem Dismal Euphony mit „Autumn Leaves - The Rebellion Of Tides“ (1997) oder das Graveworm Album „As The Angels Reach The Beauty“ (1999) noch was sagt und mischt dazu dezent noch etwas Melodic Death Metal der Marke Be’lakor, der kann sich in etwa vorstellen wie Sojourner tönen. Wer noch immer keinen Plan hat von was ich schreibe, nun der soll sich einfach mal die Songs „Ode To The Sovereign“, „Our Bones Among The Ruins“ und „The Shadowed Road“ anhören und sofern ihr keine Allergie auf die erwähnten Zutaten habt, bekommt ihr mit „The Shadowed Road“ ein durchaus gutes und stimmungsvolles Werk geliefert, das zudem für dieses Subgenre überdurchschnittlich gut produziert wurde.
R.K.  
Punkte:
7.7 von 10
MÖRK GRYNING - Live At Kraken (Ltd. Mini-Album)
Black Lodge Records
Die eigentlich seit 2005 aufgelösten Avantgarde-Schwarzkittel reformierten sich für zwei Konzerte in der "Maelstrom Chaos"-Besetzung und präsentierten das komplette Debüt "Tusen År Har Gått" plus ausgewählte Songs aus ihrer 10-jährigen Diskografie. Das vorliegende Mini-Album beinhaltet mit "Unleash the beast", "Supreme hatred", "Ont blod" und "Tusen år har gått" wenigstens Material aus den ersten drei Veröffentlichungen. Tönt ziemlich roh, aber die Band scheint gut eingespielt zu sein und macht ordentlich Lärm. Warum nur vier Songs dieses speziellen Abends veröffentlicht werden hinterlässt zwar Fragezeichen, aber die Schweden waren bekannt nichts so zu machen wie es gerade angesagt war. Interessant für Sammler und Diehard-Fans, Bonuspunkt fürs coole Cover. Reinhören.
Hardy  
   
Punkte: keine Wertung
LIGHT THE TORCH - Revival
Nuclear Blast/Warner
Howard Jones ist ein paar von euch vielleicht ein Begriff. Ja genau früher Sänger bei Killswitch Engage und später seine eigene Band Devil You Know gegründet, hat er jetzt seine Band umbenennen müssen, was der Grund auch immer sein mag. Light The Torch spielen weiterhin modernen Metal mit melodischen Vocals vom Chef, der das Gesamte sehr beeinflusst. Mich persönlich haut das Material nicht von den Socken, weil eben alles nicht wirklich neu ist und man beim ersten Durchlauf ein Déjà Vu hat mit den alten Werken von Jones. Wem das keine Angst macht und ein Fan erster Stunde ist, sollte zumindest mal ein Ohr riskieren.
Daniel J.
  
Punkte:
7.5 von 10
LEATHER - II
High Roller Records
29 Jahre nach ihrem ersten Solo-Album "Shock Waves" kommt die ehemalige Chastain-Sängerin Leather Leone mit ihrem zweiten solistischen Ausflug um die Ecke. Mit viel Metal im Sound und in der Stimme erklingt der Opener "Juggernaut", der von einem tollen Gitarrensolo begleitet wird. Mit "The Outsider" erklingt ein Riff, das schon nach dem ersten Hören für die Ewigkeit geschrieben wurde. Ob man diesen Track dann aber gleich mit "Screaming For Vengeance" von Judas Priest vergleichen muss, lassen wir mal so im Raum stehen. Schade, dass sich das Folgelied "Lost At Midnight" fast wie der kleine Bruder oder die kleine Schwester von "The Outsider" anhört. Gehen schon beim dritten Song der stimmgewaltigen Lady die Ideen aus? Irgendwie schon, denn vieles klingt sehr ähnlich, wenn die Qualität auch sehr gut ist. Bis zu "The One" bewegt sich einiges auf dem gleichen Level, und erst mit dem balladesk startenden "Annabelle" erklingt ein wirklich erhabener Track und verleiht "II" Abwechslung. Sanft und gefühlvoll startet dieser Track, um dann mit schweren Beats und fast Black Sabbath-liken Sounds zu überzeugen. "Hidden In The Dark" gefällt mit Geschwindigkeit und der solistischen Leistung an den sechs Saiten. "Sleep Deep" (langsam und gefährlich) und "Let Me Kneel" (Hymne) gefallen von der ersten Sekunde. Wie auch "American Woman" (NEIN, nicht von Krokus) und das fetzige "Give Me A Reason". Unterm Strich ist "II" ein spannendes Album geworden, das viel Licht, aber auch ein paar Schatten hat.
Tinu   
Punkte:
7.5 von 10
CRYSTAL BALL - Crystallizer
Massacre RecordsMusikvertrieb
Beim letzten Werk "Déjà-Voodoo" von den Innerschweitzern Crystal Ball bekundete ich meine Mühe mit dem "moderneren" Sound, der ihnen damals von Stefan Kaufmann (ehemals Accept und U.D.O.) gebastelt wurde. Davon sind Scott Leach (Gitarre) und seine Jungs nun eine merkliche Spur abgekommen, auch wenn weiterhin Stefan den Produzentensessel inne hatte und präsentieren sich wieder "erdiger", wenn auch mit vielen Höhen und zu wenig Tiefen, was aber auch am mp3-Format liegen kann. Vergleiche ich die neue Scheibe von Crystal Ball mit Bullet, fehlt mir dieser unglaublicher Rock-Groove, der einer der Pluspunkte von Bullet ist. Kann auch sein, dass es an den dicht gestreuten Keyboards liegt, welchen den Songs einen doch merklichen "cleanen" Klang geben. Die Songs finden trotzdem den Weg in die Gehörstuben und werden die neueren CB-Fans kaum enttäuschen. Dafür singt Steven Mageney zu gut und das Gitarrenduo Leach/Castell harmoniert wie noch nie. Persönlich fehlt mir aber der Rock, der mit staubigen Fingernägeln und Ölflecken am Shirt wiedergegeben wird. Alles wirkt zu "schön", und da reicht ein Track wie "Symphony Of Life" alleine eben nicht aus. Fazit: Wer mit den letzten Crystal Ball-Alben seine Freude hatte, wir auch hier auf seine Kosten kommen, die anderen können sich "Crystallizer" anhören und eine eigene Meinung bilden.
Tinu  
Punkte:
7.5 von 10
SOL INVICTUS – Necropolis
Prophecy Productions
Sol Invictus ist seit 1987 aus der Neofolk Szene nicht mehr wegzudenken. Vier Jahre nach dem letzten Album (“Once Upon A Time“) meldet sich Mastermind und Sänger Tony Wakefield mit seiner Kombo zurück – diesmal mit einem rund 50 Minütigen, dystopisch angehauchten Stadtrundgang durch die dunkle Seite Londons. Sol Invictus legen dabei viel Wert auf eine packende, düstere Atmosphäre, was sie hauptsächlich mit unheimlichen Choreinlagen, sanft eingesetzten Flöten und Streichern sowie einer markanten Pianolinie erreichen. Unverwechselbar ist auch der etwas gewöhnungsbedürftige Sprechgesang von Wakefield höchst persönlich, der dem ganzen seinen unverkennbaren, persönlichen Stempel aufdrückt. Allzu oft wird zusätzlich eine Erzählstimme eingeblendet, welche wie ein Tourguide monoton die Geschichte Londons herunter raspelt – das wirkt ziemlich irritierend und oft gründlich überladen. Der Rundgang basiert auf der Necropolis Railway – Eine Bahnlinie, welche ab 1854 die Hauptstadt mit dem Brookwood Cemetery verband und die Toten sowie ihre Angehörigen zur letzten Ruhestätte transportierte. Wakefields Ode and die Themse-Stadt ist von schwarzem Humor und morbider Faszination für grausame Verbrechen, fatale Katastrophen und dem Elend der Bevölkerung geprägt. Immer wieder werden auch bekannte englische Kinderreime (“Nine Elms“, “Still Born Summer“, “The Last Man“, “Kill“) aufgegriffen, allerdings in typischer Sol Invictus Manier verzerrt und verdüstert… Fazit: “Necropolis“ ist ein sehr typisches Sol Invictus Album und dürfte Gerüchten zufolge wohl auch das letzte der Band sein… Der düstere Stadtrundgang bildet einen spannenden Rahmen für den sogenannten Apokalyptic Folk der Engländer. Allerdings dürften viele der Nursery Rhymes (Kinderreime) ausserhalb der Insel kaum bekannt sein, was ein wenig schade ist und die Zielgruppe doch stark einschränkt. Wer auf Neofolk und die dunkle Seite der Geschichte steht, ist mit diesem Album jedenfalls bestens bedient.
Patricia H.   

Punkte:
7.5 von 10
BLACKWATER HOLYLIGHT - Blackwater Holylight
RidingEasy Records
Vier Musikerinnen aus Portland, Oregon zeigen auf dem selbstbetitelten Debut auf ihre ureigene Weise, wie man auch heutzutage psychedelisch und doomig eingefärbten Heavy Rock immer noch originell und innovativ zelebrieren kann. Zwar beginnt das Album mit dem ersten Song "Willow" relativ unspektakulär, eine ganz nette, von der Beat-Ära beeinflusste Nummer mit etwas erhöhtem Waber-Faktor, und nach dem etwas flotteren "Wave Of Conscience" folgt mit "Babies" ein Song, der in die genau gleiche Kerbe schlägt. Dann erfährt aber die Scheibe den entscheidenden Wendepunkt. "Paranoia" eröffnet die Reise in die dunklen Abgründe der vier Damen, wie ich sie so beileibe nicht erwartet hätte. Aber das ist erst die Einleitung, denn mit "Slow Hole" wird's danach richtig düster. Obwohl der Song recht simpel aufgebaut ist, lässt er einen nicht unberührt, denn das Wechselbad zwischen zähem Zeitlupensound und kraftvollen Tunes im Mid Tempo verfehlt seine Wirkung nicht. Mit "Carry Her" und "Jizz Witch" geht die Band den eingeschlagenen Weg konsequent weiter und hinterlässt einen erstaunten Rezensenten. Gut gemacht, der Daumen zeigt nach oben! Wenn's auch etwas platt klingt: So stelle ich mir Musik vor von Frauen, die sich der ihnen innewohnenden mystischen Seite bewusst sind, atmosphärisch, manchmal verträumt aber noch viel öfter geheimnisvoll oder sogar bedrohlich. "Blackwater Holylight" dürfte insbesondere für Fans von The Oath bzw. Lucifer besonders interessant sein. Greift zu, ihr Hexen und Magier!
Mirko B.
    
Punkte:
7.5 von 10
JADED HEART - Devil's Gift
Massacre Records/Musikvertrieb
Seitdem Sänger Johan Fahlberg bei den deutschen Jaded Heart mitspielt, hat sich einiges getan bei den einstigen Melodic-Rockern. Der Fünfer hat sich von der melodischen Schiene entfernt und sich bedeutend härteren Parts angenähert. Ob dies nun gut oder schlecht ist, muss jeder für sich selber entscheiden. Zumindest hat die Truppe mit den beiden Gitarristen Masahiro Eto und Peter Östros ein virtuoses Element in den eigenen Reihen und überzeugt mit filigraner Technik. Für die alten Fans wird dies aber schon viel zu verspielt sein, hört man sich "Conspiracy Of Science" an. Ebenso wie "The Enemy", das sehr hart aus den Boxen rollt. Schaut man sich das Cover an, versteht man, wieso so viele Leute eine Riesenangst vor Clowns haben. "Set Free" startet fast wie "Set Me Free" von Sweet, entpuppt sich dann aber doch nicht als Coverversion. Hat aber verdammt viel Power und Druck. Wie auch "Story Of My Life" und "Wasteland". Also? Jaded Hart, sorry Jaded Heart, gehen ihren eingeschlagenen Weg konsequent weiter. Bauen auf härtere Strukturen und versuchen dabei die Melodien nicht aussen vor zu lassen. Grundsätzlich ein tolles Album, das man sich bedenkenlos anhören kann.
Tinu 
Punkte:
7.4 von 10
SHADOWRISE - Shadowrise
Painted Bass Records
Ein weiterer Symphonic Act aus den Niederlanden, welcher vielversprechend zu sein scheint. Die Holländer scheinen ein Händchen für dieses Genre zu haben. 54 Minuten solides Powerspiel für die Ohren, der Sound ist sehr eigen, wenn auch logischerweise an die bekannten Genreelemente angelehnt. Erfreulich ist auch der dezente Einsatz des männlichen, gutturalen Gesangs. Allgemein ansprechend, vergeht die Zeit rasend schnell und es bleibt die Hoffnung, bald mehr von dieser Band zu hören. Für Freunde aller Metalgenres sehr zu empfehlen!
Mona M. 
Punkte:
7.4 von 10
EVOLUCIJA - Hunt
Pure Steel Publishing
Diese Serbisch-Schweizerische Band setzt mit ihrem dritten Album "Hunt" erneut auf die Schiene des Symphonic Metal. Bedeutet zunächst mal nichts neues oder bahnbrechendes. Vieles davon hat man bestimmt schon anderso schonmal gehört. Man könnte auch versucht sein zu behaupten, dass die Stimme von Sängerin Ilana für manchen etwas dünn scheinen könnte und der nicht ganz akzentfreie Gesang das ganze zunächst mal etwas komisch scheint. Je mehr man aber das Album anhört, umso mehr empfindet man die Stimme elfenhaft und genau passend. Die Abteilung der Instrumente leistet eine tolle Arbeit. Die Gitarren braten gut und das ganze kommt sehr wuchtig daher. Stevan Miletić ist ein wahrer Hexer auf dem Brett der 6 Saiten. Die Songs sind alle komplett auf Anhieb hörbar. Man muss kein Studium für Musik besucht haben um sie zu verstehen, denn sie gehen gleich ins Ohr ohne abgedroschen zu tönen. Hier ein paar Anspieltipps zu geben ist schwer, da jeder Song eine eigene kleine Welt ist, die es zu entdecken gilt. Um sich ein besser Bild von Evolucija zu machen, kann man sich die zahlreichen Videoclips reinziehen. Alle sehr gut gemacht. Man darf gespannt sein, wie sich die tolle Band weiter entwickeln wird. Live dürften sie schon ziemlich routiniert sein, da sie zahlreche Konzerte gegeben haben. Mit Auftritten auch in der Schweiz ist bestimmt zu rechnen. Wer auf ein abwechslungsreichen Symphonic Metal steht sollte hier mal reinhören.
Roxx 
Punkte:
7.4 von 10
MINDWARS - Do Unto Others
Dissonance Productions
Mike Alvord's Mindwars holen zum Rundumschlag aus und präsentieren mit "Do Unto Others" ihren dritten Longplayer. Mindwars- und Holy Terror-Fans werden ziemlich sicher nicht enttäuscht werden, denn das neue Paket beinhaltet elf düstere Thrash Metal-Tracks mit teils provokanten Texten. Das bunte Coverartwork mag auf den ersten Blick ein wenig verwirren, denn es sieht mehr nach GOA-Scheibe als nach Thrasher-Platte aus. Dieser Irrglaube hält allerdings nur kurz. Bei genauerem Hinsehen offenbart sich das Grauen, denn "Do Unto Others" ist ein musikalisch verstörendes Tagebuch, welches das aktuelle Weltgeschehen bestens dokumentiert. Willkommen zu einer neuen Weltordnung! Der Opener "The Fourth Turning" geht schon mal ganz schön nach vorne los. Mit einem Drumming, das den Weg für Gitarren und Gesang ebnet, wird einmal gnadenlos abgeholzt. Der Break zur Mitte hin beruhigt den Song ein wenig und lässt Zeit auf das produzierte Sägemehl zurückzublicken. Derb, roh und schnell geht es auch bei den weiteren Songs zur Sache und die Stimme von Alvord, die ein wenig an Rotkehlchen Dave Mustaine erinnert, setzt dem Ganzen noch die Krone auf. Titel für Titel schreiten die Herren nach dem gleichen Muster zur Tat, was mit dem Erreichen der halben Spielzeit doch ein wenig öde und abgedroschen klingt. Einzig der Titel "Kill Or Be Killed" passt nicht in dieses Schema und sticht auf dem Album echt heraus. Auch die Produktion klingt geil nach Old School-Thrash, der ungeschliffen durch die Boxen kommt und ein Hauch Nostalgie verbreitet. Das vorliegende Material ist als Gesamtwerk echt nicht schlecht, doch es könnte einfach auf mehrere Alben verteilt etwas mehr Abwechslung vertragen.
Oliver H.   
Punkte:
7.2 von 10
CIRCLE OF SILENCE - The Crimson Throne
Massacre Records/Musikvertrieb
Bereits seit zwölf Jahren muszieren die Heilbronner in gleicher Besetzung. Seit 2011 veröffentlichten sie zwei Alben. Mit "The Crimson Throne" erfolgt nun nach 2013 das Drittwerk. Die Wartezeit hat sich gelohnt. Denn das Drittwerk ist in vielen Bereichen griffiger als sein Vorgänger. Die Refrains sitzen, das Album strotzt vor Energie und die Musik will sich nicht richtig entscheiden, ob sie nun Heavy Metal, Power Metal oder Thrash Metal sein soll. Gut so! Denn so entsteht eine ganz eigene Atmosphäre, die vor allem dann überzeugt, wenn es Knüppelhart wird. Trotzdem tragen auch die Melodien zum guten Gelingen bei. Gerade die Leads können immer wieder gefallen. Mit "The Crimson Throne" könnten Circle Of Silence live sicher punkten. Sofern die Spielzeit nicht allzu lange ist. Denn auf den hier gebotenen 43 Minuten nutzt die durchschlagende Wirkung dieses Album leider zu schnell ab. Dafür fehlt es trotz unterschiedlichen Tempi und gutem Songwriting schlicht an den letztendlich genialen Ideen. Oder anders gesagt: Durchfälle sind auf "The Crimson Throne" nicht zu finden. Aneinander gehört, schwächen sich aber die Lieder gegenseitig. Wer dieser Nachwuchshoffnung trotzdem eine Chance geben will, erhält mit dem Drittwerk eine gute Gelegenheit.
Roger W.   
Punkte:
7.0 von 10
INNFIGHT - Black Dog
Pride & Joy Music
Ist noch schwierig, den Sound der Deutschen von Innfight einzuordnen. Rein vom Bandnamen hatte ich persönlich auf Heavy/Biker Rock getippt, aber man spielt eine Mischung aus düster angehauchtem Metal modernerer Prägung mit vereinzelt rockigen Einsprengseln - eventuell vergleichbar mit Three Days Grace oder Rev Theory (auf den neueren Alben). Das ist beileibe kein schlechtes Zeichen, macht es aber nur schwieriger, eine geeignete Hörerschaft zu finden. Da spricht man wie zu viele unterschiedliche Spektren an - nun, wie dem auch sei. Ordentlich ist die Mucke allemal, nicht wirklich neu oder gar grenzensprengend, aber solide und ehrlich, gut produziert und angenehm zu hören. Da muss man eigentlich gar nicht mehr allzu viel dazu sagen, wer sich angesprochen fühlt, sollte mal reinhören.
Toby S.   
Punkte:
7.0 von 10
SETTLE YOUR SCORES - Better Luck Tomorrow
Sharptone Records/Warner
Metalcore-Sound, gemischt mit Pop/Punk-Gesang, was es nicht alles gibt auf dieser Welt! Musikalisch ist man bei den Leuten, sprich man beherrscht das Instrument, was leider nicht immer der Fall ist. Eine gewisse Dynamik kann man auch nicht abstreiten, was das Ganze nie Langweilig macht. Letztendlich hat man hart gearbeitet für "Better Luck Tomorrow", und das hört man am Endresultat, das sich wirklich sehen lassen kann und für die Zukunft einiges erhoffen lässt. Mal schauen wie das Volk auf die Platte reagiert. Wer sich hier angesprochen fühlt, sollte mal ein Ohr voll nehmen und sich selber ein Urteil machen.
Daniel J.   
Punkte:
7.0 von 10
HEARTWIND - Higher And Higher
AOR Heaven/Non Stop Music
Klingt alles irgendwie wie "Hysteria" von Def Leppard, wenn auch nicht mit dem Hitpotential beziehungsweise mit der rockigen Attitüde wie bei den Engländern. Die schwedischen Heartwind gehen da bedeutend melodischer vor und versuchen mit vielen Keyboardparts dem Ganzen einen "softeren" Anstrich zu verleihen. Als Super-Group bestehend aus Mitgliedern von The Poodles, Narnia oder Essence Of Sorrow wird Heartwind angepriesen. Allerdings ist der Pathos, den die Herren verbreiten, ein kleines Killerkriterium, so dass man am Schluss nicht von einem Super-Album sprechen kann. Selbst wenn das Herz zerreissende "One Night Away From You" mit grossem Hitpotential gespickt ist, aber ein Track alleine reicht leider nicht aus, um zu einem Überflieger zu werden. Selbst wenn Tave Wanning von Adrenaline Rush mithilft. "Higher And Higher" ist ein Album, welches sich die AOR-Fans anhören können und sicherlich ihre Freude daran haben werden. Allerdings gibt es in diesem Monat mit Frontline oder FM sehr starke Konkurrenz, die Heartwind nicht schlagen.
Tinu.   
Punkte:
7.0 von 10
IN CASE OF FYR - Bitter And Betrayed
Fyrfighter Records
Metalcore-Kombos sind ja in den letzten Jahren wie Pilze aus dem Boden geschossen, aber wie bei den Schwammerln waren viele davon ungeniessbar. In Case Of Fyr (ICOF) ist glücklicherweise keine blutjunge Truppe, die über Core den Zugang zu harten Klängen gefunden hat, sondern fünf gestandene Rocker, die ihren Sound mit Core verfeinern. Das Ergebnis kann sich definitiv hören lassen. Die groovigen Angriffe wie bei "Lay Down Your Sword" sind besonders derb und der massive Sound bringt den Hörer zwangsweise zum Zucken. ICOF treiben ganz schön deftig durch die Platte und schaffen Abwechslung durch melodischen Gesang, wobei die höheren Gesangsparts manchmal zu harmlos, ja schon fast seicht daher kommen. Dies kann man aber getrost überhören, denn wenn der Fünfer zum Angriff bläst und eine Attacke losschleudert, bleibt sicher keiner unverletzt. Die Herren können blitzschnelle Riffs auf den Punkt spielen und ein heftiges Thrashgedonner dazugeben. Besonders hauen Songs wie "Poisoned Thoughts" und "When Darkness Falls" rein, wenn Core lediglich das i-Pünktchen der musikalischen Basis darstellt. Hier werden dem Hörer knackige Soli vor die Füsse gerotzt, während im Hintergrund die Riffwand hochfährt und die Drums alles niedertrümmern. Leider sind diese Highlights ein wenig rar und es fehlt bei 15 Tracks dann doch an Abwechslung und Ohrwurmmelodien. Die Platte rast mit der Zeit ziemlich gradlinig an einem vorbei und ist über die gesamte Spiellänge zu wenig greifbar, und die gute Produktion gleitet einem dadurch auch praktisch durch die Finger. In Case Of Fyr servieren auf "Bitter And Betrayed" sicher den einen oder anderen Leckerbissen. Für ein sättigendes Menü reicht es aber meiner Meinung nach nicht aus, und mancher Core-Fan wird mit knurrendem Magen zurückgelassen.
Oliver H.   
Punkte:
7.0 von 10
CELTACHOR – Fiannaíocht
Trollzorn
Hört man als Schweizer den Begriff Celtic Metal, dann denkt man wohl spontan an Eluveitie, ob nun ein Irländer dabei spontan an Celtachor denkt ist mir zwar nicht bekannt, aber eine gewisse Verwandtschaft ist nicht zu leugnen, zumal auch bei Celtachor Instrumente wie Flöte, Harfe und Violine zum Einsatz kommen. Im Gegensatz zu unserem Exportschlager liefert jedoch nicht Melodic Death Metal die Basis, sondern Celtachor sind da mehr auf Melodic Black Metal fixiert, dies macht der Opener „Sons Of Morna“ unweigerlich klar. Dabei ist dies jedoch analog zu Eluveitie nur ein Baustein im Klanggerüst, welches viel Abwechslung bietet. Blast und Gekeife trifft auf Klargesang und irische Folklore, dabei kommen auch ruhige Töne oder akustische Passagen nicht zu kurz. Celtachor sind dabei stets bemüht eine ausgewogene Balance zwischen Härte und Folk zu finden, was die Songs sehr abwechslungsreich macht und „Fiannaíocht“ durchaus authentisch wirken lässt. Das Album versprüht dabei einen gewissen Charme wie es einst bei „Spirit“ von Eluveitie der Fall war, jedoch was im Gegensatz zu „Spirit“ auf „Fiannaíocht“ fehlt sind einfach die Übernummern der Marke „The Dance Of Victory“ und „The Endless Knot“, solche Kaliber sind leider auf der Scheibe nicht vertreten. Trotzdem, wer was für Irland übrig hat und dem Primordial schlicht zu langweilig sind, wird von Celtachor gut und abwechslungsreich bedient. Wer zudem als Hobby Irische Mythologie pflegt, den wird es sicherlich erfreuen, dass „Fiannaíocht“ ein Konzeptalbum ist, welches über die Jugend und Abenteuer des irischen Helden Finn (Fiona Mac Cumhaill) handelt, der anscheinend auf der Grünen Insel eine richtig grosse Nummer war. Wer sich ein Ohr gönnen möchte, dem kann ich als Tipp die stimmungsvolle und dezent melancholische Akustik-Nummer „The Search For Sadbh“ oder den über 9 Minuten dauernden Epos „Tuiren“ empfehlen, wenn euer Herz dabei grün erblüht legt euch die Scheibe zu.
R.K.   
Punkte:
7.0 von 10
GATEKEEPER - East Of The Sun
Cruz Del Sur Music
Wenn eine Band als Bonustrack Savatage's "Hall Of The Mountain King" covert, hat sie bei mir bereits Vorschusslorbeeren verdient. Das blöde bei diesem Debutalbum dieser Kanadier ist, dass damit der musikalische Höhepunkt bereits erreicht ist und das eigene Material nicht annähernd an die Klasse der interpretierten Metal-Legende kommt. Zugegeben, das wäre auch etwas viel verlangt. Fair betrachtet spielen Gatekeeper hier durchaus ansprechenden Heavy Metal, der mal mehr, mal weniger progressiv angehaucht ist. Grosse Chöre treffen hier auf rohe Gitarren, plötzliche Geschwindigkeitswechsel und sehr Melodie-dienliche Gitarren-Soli. Dazu kommt mit Jean-Pierre Abboud ein Sänger, der sein Organ sehr variabel einsetzt. Gerade bei den kratzigen Tönen scheint er aber ständig seine Grenzen zu überschreiten und schreit derart schrill, dass die einen von Charakter-Stimme sprechen, während andere ihn am liebsten ein Gesangsverbot auferlegen möchten. Normal ist das definitiv nicht. Anderseits setzen die Kanadier hier wohl bewusst ein klares Zeichen gegen Kommerz. Ein künstlerischer Aspekt wohnt den acht Eigenkompositionen durchaus inne. Das Potential für grosse Taten ist spürbar. Auch wenn es an deren Umsetzung auf dem Erstwerk noch hapert. Gatekeeper kann man aber getrost auf eine Beobachtungsliste setzen.
Roger W.   
Punkte:
7.0 von 10
LECHEROUS NOCTURNE - Occultaclysmic
Willotip Records
Auch schon ein paar Jahre auf dem Buckel hat diese old school Death Metal-Combo aus den US of A. Und auch wenn bereits anno '97 gegründet, speien sie mit dem zungenbrecherischen "Occultaclysmic" erst ihr viertes Album (plus zwei eigenveröffentlichte Demos + eine EP) auf die Menschheit hernieder. Da ich aber mindesten zwölf Musikerwechsel zähle (darunter Nile's Dallas Toler-Wade und Monstrosity's Mike Poggione) darf man wohl "spezielle Umstände" geltend machen. Lecherous Nocturne bedienen Fans von 90er US-Death Metal der hektischsten "riffchange or die"-Sorte, vergleichbar mit ähnlichen Kapellen wie Nocturnus, erwähnte frühe Monstrosity, Morbid Angel oder Sadus minus Fretlesskapriolen. Gesanglich wird zudem nicht gegrowlt sondern eher rauh gekrächzt, der Bass ist genretypisch in den Hintergrund gemischt und von nachvollziehbaren Songstrukturen darf man zumindest träumen. Die Burschen meisseln dir acht Songs plus ein Instrumental lang eine ordentliche Wendeltreppe ins Genick und nehmen einem wütenden Wespenschwarm gleich selten den Fuss vom Gaspedal. Ausserdem scheinen mindestens zwei Aufnahmesessions abgehalten worden zu sein, denn die Tracks 1-3 und 9 erklingen roh und etwas dumpf, die restlichen Songs druckvoller und geschliffener. Musik für üble Tage mit üblem Wetter und übler Laune. Reinhören.
Hardy   
Punkte:
7.0 von 10
DARK HORIZON - Aenigma
Underground Symphony Records
Der fünfte Longplayer der italienischen Symphonic Power Metaller aus Piacenza gesaltet sich als ein ganz sanftes, angenehmes Hörerlebnis, welches durchaus eine gute Note verdient. Entspannend sind die 46 Minuten, entführen gekonnt. Dennoch bleibt die Frage, ob etwas haften bleibt. Zu einem Meilenstein der Musikgeschichte fehlt noch Einiges, doch ich sehe durchaus Potential und bin gespannt auf weitere Werke der Gruppe.
Mona M.   
Punkte:
7.0 von 10
CRIPPLED BLACK PHOENIX - Horrific Honorific
Season Of Mist/Irascible
Die Band, die weder personell noch stilistisch eindeutig einzuordnen ist, versucht es mal mit Covers. Gut, die Pink Floyd-Reminiszenz "Oh'Echoes", erschienen im September 2015, gehörte ja logischerweise auch zu dieser Kategorie, haben sich die ambitionierten Musiker damals ja das bahnbrechende "Meddle"-Album von Pink Floyd zur Brust genommen und neu interpretiert. Nun versucht sich also das Kernteam Justin Greaves, Daniel Änghede und Mark Furnevall unter Zuhilfenahme verschiedener Gastmusiker an Songs von Bands wie Arboretum, SwaNS, Magnolia Electric Co., No Means No, The God Machine und The Sensational Alex Harvey Band. "Horrific Honorific" ist zunächst mal ein absolut geiler Titel für ein solches Unterfangen, und er deutet schon mal an, dass diese EP nicht wirklich eine lockere und fröhliche Angelegenheit ist. In der Tat umschreiben Schlagworte wie Melancholie, Post Punk, Gothic und Dark Wave das Geschehen auf "Horrific Honorific" ganz gut. Allerdings wirkt die Scheiblette auf mich wie ein mittelmässiges Bild in einem sensationell schönen Rahmen. Das eröffnende "False Spring" von Arboretum ist eine herrlich Beatles-eske Nummer geworden, die energisch und verträumt zugleich den Zuhörer in die bunte Welt von "Sgt. Pepper's Lonely Hearts Club Band" entführt. Und das Schlusslicht "Faith Healer", ursprünglich von The Sensational Alex Harvey Band, wirft die Frage auf, warum sich Type O Negative dieser Nummer nie angenommen haben. Hier haben Crippled Black Phoenix absolut Grandioses geschaffen. Und der Rest dazwischen? Der liegt mir recht schwer auf den eh schon müden Augenlidern, das ist echt entspannter Stoff für Goten und sonstige Düsterheimer, die sich zum Lachen in den Keller verziehen. Aber immerhin kann ich der Band attestieren, dass sie sich in der Wahl der Covers nicht auf die sonst üblichen, risikofreien Standards gestürzt hat. Das verdient meine Anerkennung.
Mirko B.   
Punkte:
6.9 von 10
DESERT STORM - Sentinels
APF Records
Die Anfangs blechern scheppernde Visitenkarte "Journey's End" werte ich zunächst mal als mittelgrossen Fehlstart, doch bereits im Verlauf des selben Songs fangen sich die britischen Sludge-Metaller und zeigen, was wirklich in ihnen steckt. Und das ist weit mehr als der bemühte Schubladisierungsversuch, denn das versierte Quintett verfügt über zahlreiche musikalische Facetten. Das zeigt sich erstmal äusserst deutlich im streckenweise etwas ruhigeren "Kingdom Of Horns", das, von selbiger Band gespielt, wohl auch In Flames-Fans glücklich machen würde, denn der Wechsel zwischen sauber besungener Melancholie und gegrunzter Brachialität funktioniert vorzüglich. Und bereits das danach wie "Helter Skelter" von den Beatles beginnende "Too Far Gone" zeigt die Band von ihrer etwas derberen Seite. Dammbrechende Riffs im Mid Tempo treffen auf Growlgesang, eine Rezeptur, die in der Regel immer Wirkung zeigt. Aber wie "The Brawl" und "Gearhead" zeigen, können die Jungs auch ohne übertriebene Härte einfach mal drauflosrocken, um danach in Songs wie "Kingdom Of Horns" wieder eindrücklich zu zeigen, dass sie stets zu wenigstens teilweise etwas ruhigeren Songs fähig sind, in denen die stimmliche Variabilität von Frontmann Matt Ryan zur Geltung kommt. Kurzum: Mit "Sludge Metal" reduziert man diese Band auf etwas, das sie nicht ist. Zu gross zeigen sich Abwechslung und dynamische Spielweise, als dass sie damit nur eine bestimmte Klientel bedienen könnten. Insofern fällt es mir echt schwer, eine Empfehlung für eine bestimmte Fankategorie zu erstellen. Ich sage mal vorsichtig, wer auf Bands wie, Clutch, Karma To Burn, Crowbar, Down, Orange Goblin oder The Sword steht, sollte hier mehr als nur ein Ohr riskieren.
Mirko B.  
Punkte:
6.9 von 10
THRUST - Harvest Of Souls
Pure Steel Records/Musikvertrieb
Obwohl fast gleich ausgesprochen, hat diese Truppe aus Chicago nichts gemein mit den französischen Kult-Rockern namens Trust. Vielmehr haben wir es hier mit einer weiteren verschollenen us-Band der 80er zu tun, die 1984, also drei Jahre nach der Gründung, das Debüt «Fist Held High» am Start hatte. Während andere Bands, die auf dem berühmten «Metal Massacre»-Sampler vertreten waren, gemeint sind Metallica, zu Ehre und Ruhm kamen, war dies dem Grossteil der anderen nicht vergönnt. Thrust versuchen nun unter der Ägide von Ur-Member und Gitarrist Ron Cooke noch ein klitzekleines Krümel des einst übermächtigen Metal-Kuchens abzubekommen. Das gelingt grundsätzlich nicht mal schlecht und wandelt dabei durchaus auch ein wenig auf den Spuren der ebenso rezensierten St. Elmos Fire. Und wenn es darum geht, dass das «Keep It True» Festival auch für die kommenden Jahre noch Bands im Mittelfeld gebrauchen kann, besitzen Thrust durchaus ihre Berechtigung. Ausrufezeichen setzen Songs wie «Shadow Of The Cross» oder «Possessed». Die Produktion besitzt etwas mehr Wumms als vergleichsweise die von St. Elmos Fire, dafür sind deren Songs etwas eingängiger. Genre-Kenner und Freaks werden jedoch sicherlich auch bei Thrust entsprechende Unterschiede ausmachen, die für sie sprechen. «Harvest Of Souls» verdient es durchaus, von der Zielgruppe gewürdigt zu werden, doch für mehr als allenfalls ein paar Festival-Auftritte wird es für diese Mucke, wenn überhaupt ausserhalb der Staaten, nicht gereichen. Die Konkurrenz mit klingenderen Namen ist nach wie vor gross, und solange die weiterhin gute Mucke abliefern, schreit kaum ein Hahn nach Vertretern der zweiten und dritten Reihe.
Rockslave  
Punkte:
6.9 von 10
LOTH - Apocryphe
Vendetta Records
Aus Frankreich ziehen Loth mit atmosphärischem Black Metal in die Schlacht um die werte Höhrerschaft. Das zweite Album "Apocryphe" beginnt altertümlich und bezaubernd mit dem volkstümlichen Lied "Douce Dame Julie". Atmosphäre ja, Black Metal nein und eher ein Lied für einen Mittelalter-Markt! Mit "Mourir à Metz" gibt es nun Stromgitarren und Schepper-Drums satt. Dieses Mal gilt: Atmosphäre nein, Black Metal ja! Dieser Song ist nichts für Schöngeister und das Rad kann ja auch nicht immmer und immer wieder neu erfunden werden, denn diese Art von Black Metal wurde schon vielen anderen Bands dargeboten! Aber was mich wirklich nervt, ist die überlange Dauer des Songs. Warum muss ein Song auf 14 Minuten ausgedehnt werden, wenn nach fünf Minuten schon alles gesagt ist?! Auch ist der Sound einfach nur grottenschlecht und undifferenziert! Die Geschwindigkeit ist bei "Malmoth" sehr hoch, auch wenn immer mal wieder ein wenig abgebremst wird. Leider nervt der Drumsound so sehr, dass der Gesamteindruck wesentlich getrübt wird. Wie beim Vorgänger-Song ist hier in der Hälfte schon alles gesagt, aber man dehnt und streckt den Song auf zwölf Minuten aus! Beim letzten Song "Apocryphe" fassen sich Loth für ihre Verhältnis kurz und so hat der Song nur acht Minuten Spielzeit. Wie eine andere Band kommen Loth in diesem Song rüber, denn die Kadenz ist wesentlich tiefer und schweift ins Genre mit dem Zusatz Post ab. Von Black Metal ist in diesem letzten Song nicht mehr viel übrig, dafür kann in Sachen Atmosphäre gepunktet werden. Fazit meinerseits: Loth haben sicher gute Ideen, die aber noch nicht zu 100% umgesetzt werden und beim Gesamtsound hat es noch sehr, sehr viel Luft nach oben!
Roolf 

Punkte: 6.7 von 10
THE MOOD GROOVE - The Mood Groove
Escape Music/Non Stop Music
Diese Band ist im Wesentlichen das Baby von Gitarrist JK Northrup, den man vor allem von der Zusammenarbeit mit Sänger Paul Shortino (King Kobra) her kennt und der noch einige Credits bei verschiedenen Combos wie XYZ, Ted Poley, Foreigner oder King Kobra verbuchen kann, um einfach mal einige der bekannteren Namen zu erwähnen. Wie so oft, schlummert ja bei diversen Musikern jeweils der Wunsch, bei entsprechender Gelegenheit mal was "ganz anderes" machen zu wollen. Diesen Eindruck gewann ich nach dem ersten Durchlauf des selbstbetitelten Debüts, das Funk-Papst Glenn Hughes (Ex-Trapeze, Ex-Deep Purple) die Tränen in die Augen treiben würde. In der Tat passt der wilde Opener «Funk Soul Sister» zur eigenen Definition "spacey cosmic groovy poetic music with universal overtones". In der Schnittmenge von Extreme, Mind Funk (kennt die noch jemand da draussen?) und natürlich die grossen Mother's Finest rocken sich hier JK und seine Jungs durch eine fett produzierte Scheibe, die mit dem bisherigen musikalischen Wirken nicht viel gemein hat. Ich finde, dass die Mucke ordentlich Drive ausweist und gleichzeitig zum Beispiel mit «Moon Calling Sun» eine coole Slownummer auffährt, die mehr dem Classic Rock der Endsiebziger zuzurechnen ist. Leadsänger Ed Balldinger lässt dabei auch eher schräge Vocals wie bei «I Just Wanna Sit Down» zum Tragen kommen, während JK Northrup dazu am Sliden ist! Zu «We Are The Mushroom Man» braucht es kaum weitere Erklärungen, da es hier genauso klingt, wie man vermutet, fast schon Monty Python mässig, na ja. Hinten raus folgt nicht mehr viel Gescheites, und immerhin fiedelt sich JK bei «Leaning Too Far In» standesgemäss in den fade out hinein. The Mood Groove ist definitiv nichts für Rock- und Metal-Puristen. Hierbei sind vielmehr unvoreingenommene Freigeister ohne Scheuklappen gefragt, ob mit oder ohne Drogen.
Rockslave 

Punkte: 6.5 von 10
KRULL - The Black Coast
Iron Shields Records
Brasilien rumpelt ein neues, nicht uninteressantes Album ein. Was sofort auffällt, ist die Stimme von Luis Domingos Krull. Bösartig wie jene von Ex-Skyclad-Sänger Martin Walkier und keifende wie jene von Udo Dirkschneider. Musikalisch bewegt sich der Vierer mit seinem Debütalbum irgendwo zwischen Manowar, Cirith Ungol und Chastain. Mit einem starken Hang zum Untergrund. Die Gitarren sägen, das Schlagzeug poltert, alles ist auf "young, wild and free" aufgebaut und die "Ohhhooo"-Schachtrufe erinnern an ein Running Wild-Plagiat zu "Under Jolly Roger"-Zeiten. Produktionstechnisch klingt alles lange nicht so clean und/oder bodenständig, sondern hat auch immer wieder sehr hohe, nervende Passagen drin. Ist halt so eine typische Iron Shields-Produktion, die im Untergrund für Aufruhr sorgen wird, aber bei den älteren Metal-Fans wohl kaum zu Jubelstürmen reicht. Da hilft "Immortals" ebenso wenig wie der Titelsong mit über acht Minuten Spielzeit.
Tinu 

Punkte: 6.5 von 10
EAGLE TWIN - The Thundering Heard (Songs Of Hoof And Horn)
Southern Lord
Es kommt zwar selten vor, aber hin und wieder schneit mir dann doch ein Album dieser unfertigen Bands auf den Tisch. Mit unfertig meine jene Truppen, welche der Meinung sind, eine komplette Band könne sich auf zwei Musiker beschränken, die mit Gitarre, Gesang und Drums dermassen viel Krach produzieren, dass es keine weiteren Mucker mehr braucht. Obwohl sich Gentry Densley (Gitarre und Gesang) und Tyler Smith (Drums) diesbezüglich eigentlich noch recht gut aus der Affäre ziehen. Zum einen gebart sich ihr Sound wie ein Bastard, dem der raue Charme von Clutch zu eigen ist, kombiniert mit der Garstigkeit von Schlammhüpfern der Gattung Red Fang, Black Tusk oder natürlich Crowbar. Zum anderen macht Gentry Densley den fehlenden Bass mit einem Breitwand - Gitarrensound wett, der höllisch tief gestimmt beinahe jedes Soundloch augenblicklich stopft. Allerdings lässt das eine oder andere Overdub dann doch vermuten, dass es live vermutlich nicht ganz so fett klingen kann wie auf Konserve. Wie auch immer, Eagle Twin zelebrieren ihren Sludge Metal an der Grenze zum Drone mit Inbrunst und Energie. Vier überlange Tracks mit einer Durchschnittslänge von zehn Minuten sind mit der Zeit ganz schön schwere Kost, für die Ohren gleichermassen wie fürs Hirn, aber das hat bei diesem Duo natürlich System. Nischensound für Nischenmenschen, sozusagen, für Laien wie mich faszinierend und verstörend zugleich. Sollte ich unbedingt einen Anspieltipp nennen müssen, dann würde ich mich für das swingende "Heavy Hoof" entscheiden, einem superschweren Riffmonster, dessen Hauptriff sich ganz klar an jenes von Black Sabbath's "Wicked World" anlehnt. Für Freunde von Floridas wüsten Söhnen (Vorsicht Verwechslungsgefahr: Die Wüstensöhne sind musikalisch und geographisch woanders angesiedelt) durchaus interessant.
Mirko B.     
Punkte: 6.5 von 10
COILGUNS - Millennials
Hummus Records
Coilguns das sind vier Jungs aus La Chaux de Fonds, die extremen Metal spielen. Düster heruntergestimmte Gitarren, ein Sänger, der sich die Seele vom Leib schreit, schlicht und einfach ein Chaos. Melodie ist hier Fehlanzeige. Aber das soll Fans dieses Genres nicht davon abhalten, sich mit dem Sound auseinander zu setzen."Millennials" wurde im Alleingang geschrieben und auf alte, gebrauchte Kassetten aufgenommen, in einem kleinen, Holzofen-geheizten Haus irgendwo in den verzweifelten Monokultur-Landschaften von Zentraldeutschland erschaffen. So steht es geschrieben im Infoblatt der Schweizer. Tja Leute, viel mehr gibt es hier nicht zu berichten, wer kein zartes Pflänzchen ist und Slayer zu weich sind, ist hier völlig richtig. Ist mir zu krass (und das will was heissen!).
Daniel J.    
Punkte: 6.5 von 10
NIGHTMARER - Cacophony Of Terror
Season Of Mist/Irascible
Selten war der Titel des Albums treffender als bei Nightmarer, denn mit ihrem Debüt "Cacophony Of Terror" veranstalten sie wirklich eine wahre Cacophony, die zu Terror wird! Aber beginnen vom Anfang an und Nightmarer machen die Art Musik, die nichts für schwache Nerven ist! Mit "The Descent" wird schon mal ein dissonanter Vorgeschmack geliefert, der plötzlich abrupt endet! Auf "Stahlwand" kommt der Sänger auch zum Zug und Nightmarer demonstrieren, wie Musik ohne jegliche Melodie geht! Schrottplatz-Sinfonien für abgefahrenes Kopfkino! Synthetisch geht es mit "Skinner" im Industrial-Gewand weiter. Für dieses Album braucht es ein ausgeglichenes Nervenkostüm, weil hier kein Stein auf dem anderen bleibt! Da ich Krach jeglicher Art nicht abgeneigt bin, sind Nightmarer eigentlich an der richtigen Adresse bei mir. Nur machen es mir Nightmarer nicht leicht, denn ihre Songs klingen allesamt sehr ähnlich, ausser dass die Songtitel wechseln! In die Kategorie "anstrengend" bis "sehr anstrengend" fallen dann allesamt die Songs "Bleach", Cave Digger", "Fetisch", "Tidal Waves Of Terror" und "Ceremony Of Control"! Ein wenig ruhiger geht es mit "Death" weiter und ist Balsam für die geschundenen Ohren! Mit "Swansong" kommen Nightmarer zum Ende und ich bin über diesen Umstand nicht wirklich unglücklich! Nochmals wird man mit extremem Industrial-Krach bombadiert! Mit diesem Album haben Nightmarer keinen einzigen Nerv in meinem unendlichen zentralen Nervenuniversum getroffen! Schade!
Roolf    
Punkte: 6.2 von 10
SHADOWKEEP - Shadowkeep (Re-Release)
Pure Steel Records/Musikvertrieb
Zehn Jahre nach ihrem Zweitwerk veröffentlichen die britischen Power-Metaller Shadowkeep ihr Nachfolgewerk. Neu dabei ist die Alltime-Gesangswunderwaffe James Rivera, den man von Helstar, Ex-Seven Witches, Ex-Vicious Rumors und gefühlt hundert anderen Bands kennt. Er verleiht den sehr rohen Liedern von Shadowkeep die nötigen Ecken und Kanten. Anderseits ist es gerade Rivera, der das Zünglein an der Waage zwischen Gefallen und Nichtgefallen spielen könnte. Denn sein Gesang ist teilweise extrem und die hohen Schreie sehr schrill. Rivera überzeugt aber auch in den tief gesungen Teilen. Neben dem Gesang spielt aber auch das Songwriting eine wichtige Rolle. Und dieses bewegt sich hier zwischen belanglos und genial, könnte aber auf alle Fälle eingängiger sein. Mit Power Metal europäischer Ausprägung haben die elf Lieder hier nur wenig gemeinsam. Es dominiert ein sehr roh gespielter rifflastiger Heavy Metal, der nicht selten in progressive Gefilde abdriftet. Die Musiker spielen auf sehr hohem Niveau, können aber nicht verhindern, dass kaum etwas hängen bleibt. Vom Grundklang her erinnern mich Shadowkeep gar an heutige Gonoreas. Der Zufall will, dass mit "Minotaur" gar ein Lied auf dem neuen Werk ist, das denselben Titel wie das neue Album der Schweizer trägt. Sieht man von diesen beiden Punkten ab, haben Shadowkeep aber nur wenig gemeinsam mit Gonoreas. Wer trotzdem jetzt auf diese Briten neugierig geworden ist, darf gerne ein Ohr riskieren. Für eine höhere Punktezahl fehlen mir trotz hohem musikalischen Niveau die griffigen Melodien und ein gutes Songwriting.
Roger W.    
Punkte: 6.0 von 10
WHYZDOM - As Time Turns to Dust
Scarlet Records
Erneut frischer Wind aus den symphonischen Kreisen in Frankreich! Frisch, aber auch vertraut. Mit deutlicher Anlehnung an die grossen Vorreiter erkenne ich im vierten Studioalbum des Sextetts nur wenig Eigenes. Nichtdestotrotz hört sich die Scheibe gut an und die knappe Stunde vergeht ziemlich rasch. Mit der Zeit hängt es jedoch ein wenig an. Gross herausstechen kann das Album nicht, aber als Abwechslung kann es sehr gut dienen.
Mona M.    
Punkte: 6.0 von 10

SEVEN SISTERS - The Cauldron And The Cross
Dissonance Production
Regelmässig, einmal im Monat, erscheint einer dieser Platten, die mir vom Grundsatz her bestens gefallen sollten, aber leider sehr schnell monoton klingt. Ist alles schön gemacht, mit teils galoppierenden Rhythmen ("The Premonition"), oder durch intelligent aufgebaut Songstrukturen ("Blood And Fire"). Das Problem liegt bei Seven Sisters einmal mehr beim Sänger, der eine grundsätzlich solide Stimme hat, aber für diese Art von Musik (Anleihen bei Judas Priest und Iron Maiden) nicht variabel genug singt. So beschlicht mich schnell das Gefühl die Skip-Taste zu drücken mit dem Bewusstsein, dass ich mir einfach lieber eine Scheibe aus den achtziger Jahren in den CD-Player lege und geniesse.
Tinu      
Punkte: 5.5 von 10
NORTHLANE - Analog Future (Live)
UNFD
Aus Brisbane Australien haben wir eine weitere Metalcore-Band (Ich habe aufgehört zu zählen), die uns hier ein Live-Album präsentieren möchte. Die Songs wurden auf der letzten Tour aufgenommen und beinhalten Shows von Brisbane Glasgow und Buenos Aires. Ok soweit so gut, man spielt korrekt, hat alle Facetten des Genres in seinem Köcher und das Ganze klingt produktionstechnisch nicht schlecht. Leider ist diese Live-Platte wirklich nur für Fans des Metalcores geeignet, alle anderen werden sich gelangweilt nach einer interessanteren Platte umsehen. Braucht man nicht zu haben.
Daniel J.  
Punkte: keine Wertung
CHAOSTAR – The Undivided Light
Season Of Mist/Irascible
Chaostar das Nebenprojekt von Christos Antoniou, dem Gitarristen von Septicflesh lässt so alle paar Jahre ein neues Album vom Stapel, wo er sich im Gegensatz zu seiner Hauptband so richtig im Klassik Bereich austoben kann. Die Bezeichnung Avent-Garde Classical Ambient trifft es recht gut und es sei gleich erwähnt, mit Metal hat das absolut nichts mehr zu tun. Auch wer sich erhofft Bombast-Filmmusik der Marke Hans Zimmer vorzufinden, der wird enttäuscht sein und ich bin es irgendwie auch. Dies hat aber weniger mit den bereits genanten Faktoren zu tun, sondern mehr mit meiner durchaus positiven Erinnerung an das 2004er Werk „The Scarlet Queen“, das mit opulenten Chören eine düstere apokalyptische und teils gar klaustrophobische Stimmung erschaffen konnte. Auf „The Undivided Light“ ist davon nichts mehr zu spüren auch fehlen die Chöre, dafür geht es hörbar experimenteller zu Werke. Experimenteller (mal etwas Electronic hier, mal ein paar Gitarren Klänge da) und insbesondere anstrengender geht es über die knapp 45 Minuten, die nicht zwingend uninteressant sind, jedoch einiges an Durchhaltevermögen abverlangen. Wer sich gewohnt ist, dass ein Song auf klaren Strukturen aufbaut und dazu auch noch Melodien liefert, welche sich im Hirn verankern, der wird hier auf „The Undivided Light“ total auf verlorenem Posten stehen. Glücklicherweise sind wir Menschen jedoch nicht alle gleich und ich bin überzeugt, dass auch dieses Werk seine paar Liebhaber finden wird, doch kann ich hier nur weil Chaostar aus dem üblichen Rahmen fällt nicht generell mit Punkten um mich schmeissen, denn selbst wer bis anhin auf die Werke der Truppe abgefahren ist, sollte sich von „The Undivided Light“ erst mal einen Eindruck verschaffen. Empfehlen kann ich hier „Memniso“, dass äusserst dynamisch zu Werke geht und am ehesten noch auf ältere Werke von Chaostar verweist. „Ying And Yang“ sowie „Silent Yard“ sind durchaus spannend anzuhören und wer bei „Blutbad“ nicht entnervt den Stecker zieht, vor dem ziehe ich meinen Hut. Also wie üblich eine neutrale Punktwertung für ein aussergewöhnliches Werk, welches im Bereich Metal jedoch höchstens eine Randnotiz bleibt.
R.K.    
Punkte: 5.0 von 10
LORD OF PAGATHORN - Daimono Philia
Woodcut Records
Wie es scheint, liegt roher Black Metal mit Retro-Einschlag wieder im Trend, zumindest die Finnen von Lord Of Pagathorn huldigen auf diese Weise dem Gehörnten ihren Tribut. Dabei punktet das bei 666 Grad verwaschene Geschrummel mit einer schmutzigen und düsteren Atmosphäre, welche sich standhaft über die 45 Minuten behaupten kann. Wer nun denkt, Finnen spielen immer herrliche Melodien, welche den eisigen Wind des Nordens auf der Haut spüren lassen, den muss ich leider enttäuschen, denn wie es scheint, halten Lord Of Pagathorn nicht viel davon. Denn obwohl die Atmosphäre stimmt, so knüppeln die Songs irgendwie vor sich hin, lösen weder das Fleisch von den Knochen noch gefriert das Blut in den Adern. Überraschend ist an "Daimono Philia" rein gar nichts, zwar solide, aber irgendwie gibt es da draussen in der Dunkelheit genügend andere Schergen, welche das so auch hin bekommen. Ein paar "Ave Satani" reichen mir definitiv nicht aus, um in einen Sog zu morbiden und verfluchten Welten abzutauchen, dazu fehlt meiner Ansicht nach "Daimono Philia" einfach der Tiefgang. Als Happen für die Dämonen brauchbar, der Thron des Fürsten bleibt jedoch von dieser Darbietung eher unbeeindruckt.
R.K.      
Punkte: 4.5 von 10

CULT OF THE FOX - By The Styx
Iron Shield Records
Schwedischer True Metal, der aber sehr holprig vorgetragen wird und kaum erahnen lässt, dass die Jungs schon seit 2007 zusammen musizieren. Eine weitere Band, bei der einfach die tollen Songs fehlen und das Ganze sich auch eher nach einer Schülerband denn nach einer sich professionell ausgerichteten Truppe anhört. Für den Untergrund und ein Festival wie das "Headbangers Openair" sicher eine interessante Truppe, aber bei all den tollen Bands noch weit davon entfernt, auch nur im Ansatz Helstar, Omen, Judas Priest oder Seven Witches das Leben zu erschweren.
Tinu      
Punkte: 4.0 von 10
MOOSE BLOOD - I Don't Think I Can Do This Anymore
Hopeless Records
Moose Blood stammen aus dem englischen Canterbury und spielen Emo Rock. Emo was? Ja das ist dieser schnulzen-Sound, wo die Tempo-Papiertücher Hochkonjunktur haben, weil Scharen von Teenies sich die Tränensäcke leeren. Die Produktion klingt auch dermassen nach Kitsch, dass es einfach nur unmöglich ist, hier sich durch zu hören. Punk Pop kann man auch stehen lassen, nein Leute, wir sind recht flexibel, aber wir können nicht bei allen ein Auge zudrücken. Gefällt mir nicht so, schreibe ich das noch anständig und gesittet, wie sich das gehört. Rohstoffverschwendung.
Daniel J.      
Punkte: 3.5 von 10
CREMATORY - Oblivion
Steamhammer/Musikvertrieb
Ach ja, Crematory - was habe ich diese Band früher geliebt und mir zigmal Tracks wie "Caroline", "Tears Of Time", "The Fallen", "Away", "Moonlight" oder auch neuere Werke wie "Burning Bridges" angehört. Umso schmerzhafter war es, als dann die Kreativität (scheinbar) versiegte und jedes nachfolgende Album in meinen Ohren keine Eigenständigkeit aufzuweisen schien. "Pray" ging noch so halbwegs, aber "Monument" und "Antiserum" waren nur noch eine Ahnung dessen, was die Deutschen mal in Petto hatten. Nun... "Oblivion" ist kein Totalabsturz, aber auch kein Höhenflug. Man bekommt, was man erwartet. Mal abgesehen davon, dass man jetzt mit 3 Neuzugängen (am Bass und an der Lead/Rhythm Guitar) arbeitet, wobei der Rhythmus-Gitarrero auch noch clean singt und als Ersatz für Matthias Hechler gedacht ist, welcher bisher diesen Job übernommen hat. Es ist alles nicht schlecht, aber es reisst einfach nicht aus den Socken. Zudem wirken gewisse Passagen dermassen aufgesetzt und künstlich, dass es schon fast komisch wirkt. So genannter Gothic Metal in Ehren, aber die Texte sollten gerade in der heutigen Zeit über einen gewissen Tiefgang verfügen. Dies kann ich bei "Oblivion" nicht wirklich erkennen. Sagen wir's so: Crematory fahren ihren bisher eingeschlagenen Kurs weiter, ohne je nach links und rechts zu schauen, kleinere Schlenker sind zwar mit dabei, aber ein Ausbruch aus dem selbst gewählten Korsett ist nicht erkennbar. So hart es auch tönt - kann ich nicht wirklich weiterempfehlen, da gibt es viele Bands da draussen, die selbst einem so ausgelutschten Genre wie dem Gothic Metal einen eigenen Stempel aufzudrücken vermögen. Nebenbei: Das Video zu "Salvation" ist schon beinahe unfreiwillig komisch, wie sich die Band mit ihrem eigenen Merchandise präsentiert, man angestrengt ernsthaft/böse in die Kamera blickt und der Clean-Sänger die eine Seite der Oberlippe beim Singen verzieht.
Toby S.      
Punkte: 3.5 von 10
SECTOR – Digital Voodoo
Blood Rite
Sector hat sich dem Industrial Metal verschrieben, mit einer gehörigen Portion Electro. Dabei verfolgen die Hamburger das Motto “In summary – you suck!“. Die Bad Boy Attitüde zieht sich durch das gesamte Album – wütender Gesang, Double Bass Attacken und erbarmungslose Gitarrenwände werden zerschnetzelt von Sirenen, Gewehrsalven, Maschinenlärm und anderen Synthie Effekten. Richtig grottig wird es allerdings bei der Aufnahmequalität: Dumpf und völlig überladen, speziell beim “Gesang“. Der Sound scherbelt, dass es nur so kracht. Anfangs dachte ich tatsächlich, meine Kopfhörer hätten das Zeitliche gesegnet… Als Vorbilder werden Ministry oder auch Rammstein genannt – kann ich echt nicht nachvollziehen. Das wütende Gegrunze mit dumpfem Sound und überladenen Synthie-Effekten hat so rein gar nix mit diesen Genregrössen gemein, nicht mal annähernd. Selbst mit dem Debütalbum-Bonus im Hinterkopf kann ich diesem Lärm nichts abgewinnen… Das Album ist ein dichter, nichtssagender Klangteppich! Fazit: Echt furchtbarer Ohrenkrebs. Die Aufnahmequalität ist grausam und die einzelnen Tracks verschwinden in einem Meer aus belanglosen Synthiegewittern und Soundeffekten aus der Dose. Dieser Tip aus dem Untergrund sollte dort vorerst besser bleiben…
Patricia H.      
Punkte: 3.0 von 10
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