CD-Reviews Februar 2018
Wertung:
  9.0 bis 10 Kaufempfehlung.         7.5 bis 8.9 Gut.
  4.0 bis 7.4 Vor Kauf reinhören.   0.0 bis 3.9 Nicht empfohlen.
IGNORE THE SIGN - A Line To Cross
Steamhammer/Musikvertrieb
Ursprünglich als Solo-Ding angedacht, überlegte es sich Sänger und Multiinstrumentalist Ossy Pfeiffer anders und scharte eine illustre Schar an gestandenen Musikern um sich, liess diese beim Songwriting mitwirken und schöpfte danach die Schaumkrone ab, um der neuen Band Ignore The Sign entsprechend Leben einzuhauchen. Die Mitstreiter, darunter die Rosy Vista Gitarristin/Sängerin Anca Graterol, Gitarrist Steve Mann (MSG, Lionheart), Bassist Lars Lehmann, Perkussionist Momme Boe und Drummer Kristof Hinz haben zusammen mit Ossy, der noch für die Keyboards verantwortlich zeichnet, eine wunderbar fluffige und stimmige Classic Rock Scheibe eingespielt, die zwischendurch gar mal an Toto erinnert. Dabei wechseln sich rockigere Tracks mit melodiösen Glanzstücken wie «Brother» ab, die bei der Zielgruppe von Anfang an die Lust aufkommen lassen, «A Line To Cross» ganz durch zu spielen, um danach gleich wieder die (Re-) Playtaste zu betätigen. Ein echter Gewinn ist die zweite Leadstimme von Anca Graterol, die nicht nur bei «The Story Isn't Over» brilliert und das Ganze wie einen Hybrid aus Deep Purple (musikalisch) und Mother's Finest (stimmlich) klingen lässt. Die härteren Licks und Riffs von Steve Mann lassen Ignore The Sign derweil nie in zu seichte Gewässer abwandern. Noch nicht mal in der Hälfte des Albums angelangt, herrscht bereits das Gefühl vor, schon ziemlich viel Gutes angehört zu haben, doch das Beste kommt bekanntlich am Schluss! Allerdings ist der Weg dorthin mit weiteren Sound-Perlen gepflastert und Genre-Kenner merken bald, welche Qualität hier von Ossy und seiner Truppe geboten wird! Ignore The Sign liefern mit ihrem sackstarken Debüt den überzeugenden Beweis ab, dass man in der vermeintlich ausgelutschten Classic Rock Ecke auch im Jahre 2018 immer noch zu Höchstleistungen fähig ist. Je länger das Teil dreht, desto mehr will man davon. Beispiele gefällig?! «God With A Million Faces», mit hammergeilen Vocals und Bass-Lines von Lars Lehmann, Killer! Ossy's Flair für The Fab Four verleiht unter anderem «Sweet Lady» die entscheidende Note und Anca gibt bei «Can't Find The Door» nichts als Vollgas. «A Line To Cross» setzt die Messlatte in dieser Stilecke ohne Ausfall schon zu Beginn des Jahres extrem hoch an, und mir fallen dazu artverwandt nur gerade The Night Flight Orchestra ein.
Rockslave 

Punkte: 10 von 10
EKTOMORF – Fury
AFM Records/Musikvertrieb
Die ungarischen Neo-Thrasher Ektomorf um Mastermind Zoltán „Zoli“ Farkas bieten wieder neues für die Gehörgänge. Groovende, tiefer gestimmte Gitarren und aggressives Drumming, ergänzt durch kraftvolle und rohe Vocals sind das Markenzeichen der Band. Für Thrash mit erheblichen Hardcoreeinflüssen ist der Sound erstaunlich abwechslungsreich und drückt ungeheuerlich ab. Der Sinti-Hintergrund von Bandleader Zoli formte die Band über all die Jahre und sorgte dafür, dass es Ektomorf entgegen allen Widerständen geschafft haben, sich eine internationale Karriere aufzubauen. All die angestauten Themen wurden zu Songtexten über Diskriminierung, gesellschaftliche Probleme, Schmerz und Hass, aber zeigen auch einen starken Willen, diese Missstände zu überwinden. Trotz oder genau wegen aller erlebten Umstände, etablierten sich Ektomorf als eine der erfolgreichsten ungarischen Bands, die für intensiven, energetischen und überwältigenden Metal bekannt ist. Auf „Fury“ servieren die Ungarn zehn starke, vor Härte strotzende Songs, die die Platte zu einem Metal-Feuerwerk machen. Schon der Opener „The Prophet Of Doom“ ist ein echter Klassiker, der keine Kompromisse macht. Düster, bis ins Mark krachend und mit einem Ohrwurm-Refrain frisst sich der Titel tief ins Gehirn und putzt dabei den letzten Rest Dreck aus der Birne. Totaler Abriss! Auch das Hardcore beeinflusste Stück „Blood For Blood“ ist ein fetter Schlag ins Gesicht, der es in sich hat. Ektomorf haben sich auf „Fury“ gesanglich wie musikalisch ihren brasilianischen Musikerkollegen von Sepultura angenähert, zu Zeiten der legendären „Chaos A.D.“ Ära. Für mich hat sich der Trupp in den letzten Jahren vom Geheimtipp zum Favoriten gemausert und Album für Album zeigen sie mehr ihre musikalischen Qualitäten. „Fury“ ist eine zehn Song starke Granate, die Stück für Stück explodiert ohne nachzulassen. Kaum ist die Scheibe durch, lechzt man nach Neustart und einer weiteren Tracht Prügel. Hell „fu**ing“ Yeah!
Oliver H. 

Punkte: 9.5 von 10
CORELEONI – The Greatest Hits Part 1
Frontiers Records/Musikvertrieb
Was machen, wenn die Haupttruppe sich von den Wurzeln abgewendet hat, kaum mehr in diese Richtung gehen wird und nun auch noch eine Unplugged-Tour ansteht? Das hat sich wohl auch Leo Leoni, seines Zeichen Gründungsmitglied von Gotthard und amtlicher ROCK-Gitarrist, gefragt. Seit Jahrzehnten vermisst der Tessiner seine rauchenden Saiten und den Dreck in den Songs. Wie es zu CoreLeoni kam, könnt ihr aus dem aktuellen Interview auf auf unserer Site entnehmen. Wie hört sich nun aber der Sound an, welcher Leo, sein Gotthard-Kumpel Hena Habegger (Drums), der ehemalige Gotthard-Tourgitarrist Jgor Gianola, Bassist Mila Merker und Sangeswunder Ronnie Romero (Rainbow, Lords Of Black) verbreiten. Speziell auf Ronnie sind die Ohren gerichtet, der niemand Geringeren als Steve Lee ersetzen muss. Der Italiener macht seine Sache aber verdammt gut, singt die alten Klassiker völlig locker und überzeugt von der ersten bis zur letzten Sekunde, so dass man ab und zu denkt, den verstorbenen Steve am Mikrofon zu haben. Wobei Mister Romero die Songs noch eine Spur dreckiger und rockiger singt als Mister Lee. Leo hört man die Spielfreude förmlich an, da er aus allen «Röhren» feuert und sich wahrlich in einen Rausch spielt. Über die Songauswahl kann man sicher streiten, aber da der Titel mit «Part 1» versehen ist, kann man davon ausgehen, dass ein zweiter Teil folgen wird. Tracks aus den ersten drei Gotthard-Alben («First», «Dial Hard», «G.») geben sich die Klinke in die Hand, werden überraschenderweise mit «Anytime Anywhere» vom 2005-Album «Lipservice» ergänzt und hat mit «Walk On Water» einen neuen Song. Musikalisch klar von der Frühphase beeinflusst, vom Refrain her definitiv in der Neuzeit verankert gibt diese Nummer aber ein klares Statement ab! Lustig auch die Einspielungen vor «Firedance» und «In The Name». Wer schon lange auf die wirklich tollen Gotthard-Lieder gewartet hat, muss hier zugreifen, denn alleine «Ride On» (mit der Textzeile: «Ride on, `til the day I die…») ist der Kaufpreis wert. Zuschlagen, geiles Album aus einer geilen Zeit mit einem noch geileren Sänger und einem endlich wieder aufblühenden Leo Leoni!
Tinu 

Punkte: 9.2 von 10
LETTERS FROM THE COLONY - Vignette
Nuclear Blast/Warner
Hellyeah, was für ein nächster, schwedischer Überflieger kommt da auf uns zugeschossen. Letters From The Colony, hellyeah. Mit was? Mit 'Vignette', dem ersten full-length Debut-Longplayer entern die fünf Schweden aus Borlänge die progressiv-technische Death-Metal-Welt, mit 9 abwechslungsreichen Tracks hämmern uns die fünf Schweden Alexandre Backlund (Vocals), Sebastian Svalland (Guitars), Johan Jönsegard (Guitars), Emil Östberg (Bass) und Jonas Sköld (Drums) ihren qualifizert hochstehenden, technischen Death-Metal in unsere gehinrmassigen Eingeweide. Nach der EP 'Letters From The Colony' (2011) und ebenfalls der EP 'Galax' (2014) jagt uns mit 'Vignette' ein weiterer Leckerbissen der Letters From The Colony-Garde uns ins Haus. Soundtechnisch tendieren die Skandinavier in die Bereiche von Meshuggah und Gojira, jedoch bleiben sie sich selbst stets treu und können so ihren eigenen Sound, den Letters From The Colony-Sound, stets kreieren und weiter ausbauen, was sie auch stetig tun, sogar innerhalb ihres Debutalbums 'Vignette'. Neun Hammertracks, allesamt als Anspieltipps zu erwähnen, ohne einen Abschreiber zu machen, ein sehr integres Album, durchwegs. Sebastian's und Johan's exzellente und hochstehende Saitenhuldigung ist sowas von exzessiv-goil, ein Riffgewitter nach dem anderen, ein fusion-jazzig gehaltenes Shred-Soli nach dem anderen, eine gepflegte solierte Unterhaltung untereinander, einfach nur noch hochstehend. Emil's Bassläufe sind ebenfalls exzessiv-goil, stets rhythmisch versiert und doch auch solistisch in ungeahnte Sphären hinaustreibend. Jonas' Drumming ebenfalls exzessiv-goile Ober-Ober-Oberklasse, rhythmische Double-Bass-Attacken, Blasts aber auch sehr songwriterisch-dienliche Patterns wechseln sich gekonnt auf hochstehendem Level ab. Zu guter letzt noch Alexandre's gutturaler Gesang sowie thrashigen Shouts runden diese Reise wütend, brutal und banddienlich positiv ab. Das Coverartwork ist - wie auch bei den beiden EP's - einfach perfekt zum dargebotenen Sound gestaltet worden, zugleich auch die Produktion wie auch das Mixing absolute Weltklasse darstellt. Perfekter kann eine progressiv-technische Death-Metal-Scheibe einfach nicht erklingen. Warte gespannt auf weitere 'letters from the colony' und würde mich verdammt nochmals freuen, diese Schweden in der Schweiz live zu sehen.
Leopold 

Punkte: 9.1 von 10
CHRIS BAY – Chasing The Sun
Steamhammer/Musikvertrieb
„Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist der mutigste Metal-Musiker in diesem Land?“ Diese Frage darf sich zurzeit Deutschland stellen. Die Antwort ist bereits klar. Es ist Chris Bay von Freedom Call. Chasing The Sun heisst sein erstes Soloalbum, auf dem mit Ausnahme des Schlagzeuges alles von Bay selber eingespielt wurde. Das alleine macht ihn natürlich noch nicht mutig. Gewagt sind dagegen die Lieder und die Aufnahmen. Personen, welchen Freedom Call bereits zu fröhlich sind, werden dieses Album erst recht hassen. Denn Chasing The Sun setzt dieser Tendenz noch einen drauf und fügt noch eine gewaltige Menge Pop hinzu. Ausser der Hard Rock-Nummer „Bad Boyz“ kann man alle anderen zehn Lieder in die Pop-Rock-Ecke einordnen. Wobei so einfach macht es einem Bay nicht. Dafür sind die Lieder zu abwechslungsreich. Entscheidend ist aber was ganz anderes: Die Lieder verfügen über ein absolut geniales Songwriting! Vieles klingt einfach gestrickt und aufs wesentliche beschränkt. Die Kunst eingängige hervorragende Lieder fern aller vermeintlicher (Heavy Metal)-Gesetze zu schreiben, beherrschen nur wenige. Kommt dazu, dass hier nichts künstlich oder erzwungen wirkt. Chris Bay mimt hier nicht den aus der Gosse kommender und mit Kindheitstrauma versehener durchs Leben gehärteten Typen, den er scheinbar nicht ist, sondern den fröhlichen, lebensfrohen Musiker. Chasing The Sun wirkt deshalb sehr authentisch. Damit hat Bay etwas begriffen, was viele Metaller ihr ganzes Leben nicht lernen. Bay ist Metal durch und durch, in dem er schlicht sein Ding durchzieht und damit geniale Musik schreibt. Wer es nicht glaubt, der teste Lieder wie das geniale „Silent Cry“, „Light My Fire“ oder in das mutige „Keep Waiting“. Trotz der herausragenden Qualität wage ich die Prognose, dass Chasing The Sun gnadenlos untergehen wird. Denn für „normalen“ Metaller wird diese Scheibe zu seicht sein, während Bay in der Pop-Welt das Metaller-Preisschildchen haften wird. Die Welt ist ungerecht!
Roger W.

Punkte: 9.1 von 10
SEBASTIEN – Act Of Creation
Pride & Joy Music
Tschechien darf man ab sofort ganz gross auf der Power-Metal-Weltkarte anstreichen. Denn was Sebastien auf ihrem dritten Album präsentieren, klingt schlicht hervorragend. Das liegt in erster Linie am grandiosen Songwriting, welches ohne Hänger alle 13 Lieder auszeichnet. Die beiden Gastsänger Apollo Papathanasio (Spiritual Beggars, ex-Firewind) und Mayo Petranin (Signum Regis) bei zwei Songs sorgen für zusätzliche Abwechslung, wären aber aufgrund der bereits vorhandenen Stärke nicht zwingend nötig gewesen. Was nun Act Of Creation besser macht als das gross seiner Konkurrenz, ist schwer zu sagen und mehr ein Bauchgefühl. Irgendwie scheinen Sebastien aber besser als andere auf den Punkt zu kommen. Dabei klingen die Tschechen nicht mal zwingend extrem eigenständig, sonder erinnern je nach Lied jeweils dezent an Kamelot, Sabaton oder gar an die Schweizer Prog-Götter Appearance Of Nothing. Wichtig scheint der Faktor „Abwechslung“ zu sein. Denn Sebastien können mal stampfend, mal mit poppigen Refrains, mal symphonisch, episch, mal technoid, mal leicht Folk angehaucht, mal klassisch power-metallisch oder mal Riff-lastig und sogar mal dezent akustisch. Dazu kommt mit Georg Rain ein Sänger, welcher seine Stimme variabel den Liedern anpasst und zu keiner Sekunde nervt. Gelungen ist ihm und seinen Mitstreitern wohl eines der Power- Melodic-Metal-Höhepunkte des Jahres. Die internationale Konkurrenz ist gefordert.
Roger W.

Punkte: 9.1 von 10
THE UGLY - Thanatology
ViciSolum Productions
Bereits seit 2004 treiben The Ugly ihr Unwesen und das neues Album "Thanatology" ist ihr drittes Album. Traditioneller Black Metal wird überzeugend dargeboten. So hat man schon beim ersten Song "Thanatology" praktisch keine Zeit um Luft zu holen, so schnell und rastlos zelebrieren The Ugly ihren Black Metal. Also genau nach meinem Geschmack und frei von iregndwelchen Ballaststoffen! Geiles Riffing begrüsst die Hörerschaft in "The Szages Of Demise". Flott geht es direkt zur Sache und die Gitarrenarbeit ist einfach nur genial. Die Musik ist sehr abwechslungsreich und merkt, dass da gestandene Musiker am Werke sind! Das hohe Tempo wird mit "Usurpater Vitae" ein wenig reduziert, damit sich eine gewaltige Heaviness ausbreiten kann! Zum Schluss wird nochmals dem Gott der Geschwindigkeit gehuldigt. Das es noch schneller gehen kann, beweist danach "King Of Death". Aber trotz dieser hohen Geschwindigkeit verlieren The Ugly nie den roten Faden und so herrscht maximal ein organisiertes Chaos! "Necro Worship" geht ebenfalls in die Vollen und hat auch noch eine thrashige Schlagseite! Der Drummer ist ein Tier und er blastet sich fast um den Verstand! Geht da noch was in Sachen Geschwindigkeit? Aber natürlich, denn jetzt ist "Sons Of Stench" an der Reihe. Der Geschwindigkeitsrausch wird kurz durch einen groovigen Part geschickt unterbrochen, um dann wieder dem König Geschwindigkeit Platz zu machen. Mit einer herrlichen Melodie startet "Temple Of The Reaper" und The Ugly landen ihren nächsten Volltreffer! Die Abwechslung kommt nicht zu kurz, denn The Ugly bauen verschiedene Elemente in die Songs ein. Eintauchen kann man dann in "Begravnigshymn", der gemütlich von Statten geht! Der Sänger, der auf dem ganzen Album eine hervorragenden Job abliefert, kotzt und würgt in diesem Song den Text förmlich raus! Mit "Pallor Mortis" haben The Ugly ein stimmiges Instrumental auf dem Album. Wer bis jetzt mit dabei ist, darf sich den nächsten Geschwindigkeitsrausch mit "Dressed In Death Pt.II" hingeben. Zum Schluss wird das Gaspedal erneut bis zum Anschlag durch gedrückt! Herrliches Album, das von der ersten Sekunde an unheimlich viel Spass macht! Für alle Black Metaller, denen es nicht schnell genug gehen kann, ist dieses Album wärmstens ans Herz gelegt!!
Roolf  

Punkte: 9.1 von 10
TRIBULATION - Down Below
Century Media/Sony
Das ursprüngliche Death/Thrash-Quartett scheint mit seinem vielgelobten Transformationsalbum "The Children Of The Night" (s. Review Mai 2015) seine ureigene Nische gefunden zu haben und liefert auch auf "Down Below" eine fragile Mischung aus rockigem Metal mit reptilischem Mikrogekrächze und got(h)isch angehauchter Atmosphäre ab. Einmal mehr überzeugen die Schweden mit abwechslungsreichem Liedgut und emotionalen Melodien, spannenden Aufbauten und Mut zu diversierenden Sounds. Der neue Mann am Schlagzeug swingt, der Bass ist präsent und die Gitarren glänzen, zischen, knurren und schmeicheln. Das Wort welches dieses Album für mich am treffendsten umschreibt ist wohl "cool", denn dieses bezieht sich auf sämtliche Aspekte. Von Gesamteindruck, Groove, der gekonnten laut/leise Dynamik, der luftigen aber drückenden Produktion, dem sensiblen und kraftstrotzenden Cover bis hin zum optischen Auftritt der Band. Die acht Songs (plus Interlude) wirken darum zwar igendwie sehr durchdacht, sind aber wenigstens hervorragend umgesetzt. Arschcoole Scheibe, reinhören.
Hardy  

Punkte: 9.0 von 10
EVIL WARRIORS - Fall From Reality
War Anthem Records
Mit "Fall From Reality" gehen Evil Warriors, die aus Musikern von Antlers, II und Blood Vengeance besteht, bereits in die zweite Runde. Schon mit dem ersten Song "Fall From Reality" wird eine gewaltige Kerbe ins Gedächtnis geschlagen und das mit Black Metal der brutalen, gemeinen und furchteinflössenden Art! Oldschool und rohe Gewalt als Qualitätssiegel, aber nicht altbacken, auch wenn die alten Werte hoch gehalten werden! Der Schützenpanzer setzt seine Fahrt auch bei "Excess" fort und hinterlässt nichts als reine Verwüstung! Herrlich ist der Hall auf der Stimme des Sängers. Gekonnt wird das Tempo variert, also nicht nur mit Vollgas durch die Botanik, auch wenn sich die Geschwindigkeit immer noch im roten Bereich bewegt! Zum Schluss lässt man die Gitarren gequält aufheulen. Angurten, denn mehr als rasant geht es bei "Pillow Of Cold Water" weiter wie auf einer Achterbahn! Man gönnt der Hörerschaft kurze Verschnaufpausen, um dann das Tempo wieder unerbittlich anzuziehen! Aber dieses Gebolze ist auf keinen Fall nur stumpf und eintönig, sondern wird wie ein fehlendes Puzzleteil zu den langsameren Parts hinzugefügt und so ensteht ein fabelhaftes Soundgebilde! Erstaunlich ist auch, dass es Evil Warriors spielend einfach gelingt die Spannung aufrecht zu halten, selbst bei den längeren Songs. Mit der Ruhe vor dem Sturm beginnt "Reincarnation", um dann unbarmherzig alles zu vernichten, was sich in den Weg stellt! Schlicht und einfach nur genial! Man wähnt sich im Auge eines Tornados! Majestätischer Black Metal wird mit "Idleness And Doom" geboten! Hier wird auf Atmosphäre gesetzt und dass die Musiker wahre Könner sind stellt man erneut fest! Von 0 auf 100 in Nullkommanix startet "Mania And Passion" und genauso ist das Gefühl, wenn man den Kopf in einen Bienenstock steckt! Die Produktion ist ebenfalls ausgezeichnet, weil sie roh und brutal diesem Album bestens zu Gesichte steht! Das vorangegangene hohe Niveau wird auch mit "Worthless Wretch" spielend gehalten. Dieser Song glänzt mit einem genialen Intro, bis es wieder heisst: Alle im Schützengraben in Deckung gehen, denn der Panzer rollt wieder an! Noch kein bisschen müde sind Evil Warriors in ihrem letzten Song "All The Stars" und so wird noch mal aus allen Rohren geballert! Dieses Album ist mein Soundcheck-Highlight dieses Monats und das soll was heissen, bei dieser Konkurrenz! Pflichtkauf für alle, denen Marduk's Panzer Division Marduk ein Lächeln ins Gesicht zaubert!!
Roolf  

Punkte: 9.0 von 10
ABIGOR - Höllenzwang
Avantgarde Music
Der Jahrgang 2018 des Black Metal's kündigt ein Spitzenjahr an, den nach Watain und Shining, die bereits gewaltig abgeliefert haben, sind nun die altbekannten Abigor an der Reihe mit einem weiteren Hammeralbum des Jahrganges 2018! Ich habe Abigor schon vor langer Zeit abgefeiert und sie dann ein wenig aus den Augen verloren, als die Band Extremität gegen Avantgarde ausgetauscht hatte. Meine anfänglichen Befürchtungen, dass sich Abigor noch weiter von ihren Wurzeln entfernt hätte, werden schon mit dem ersten Song "All Hail Darkness And Evil" (Songtitel des Jahres!) im Keime erstickt. Abigor gehen direkt, unkompliziert und harsch zu Werk! Bei "Sword Of Silence" wird mit verzweifeltem Gesang und schleppendem Tempo eine unheimlich frostige Atmosphäre aus dem Ärmel geschüttelt. "Black Death Sathanas -Our Lord Arrival" präsentiert das rockige Gesicht von Abigor, besonders in der zweiten Hälfte, wenn der Song direkt ab durch die Hecke geht! Abigor sind/waren sehr eigen und nicht mit anderen Bands zu vergleichen! So weiss man auch nie, was als nächstes im Song passiert und das ist bei "The Cold Breath Of Satan" kein bisschen anders und zeigt die vielen Facetten von Abigor auf! Immer wieder gibt es sperrige Einschübe, die die ganze Aufmerksamkeit einfordern! Die Gesangsleistung von Silenius ist meisterhaft gekonnt und gibt auch "None Before Him" eine ganz spezielle Note! Und experimentierfreudig sind Abigor ebenfalls noch, was die Songs vom Einheitsbrei, der von vielen Bands geboten wird, klar abhebt! Mit "Olden Days" haben Abigor einen fast zu normalen Song im Repertoire, der aber klirrend kalt und ohne Durchdrücken des Gaspedals auskommt. Das es auch rasend schnell abgehen kann, beweist "Hymn To The Flaming Void". Aufgelockert wird der Geschwindigkeitsrausch durch geile Breaks mit Hammermelodien! Was erwartet uns bei "Christ's Descent Into Hell"? Ein Song, der die werte Hörerschaft mit seinem teuflischen Groove abholt. Intensiv und unheimlich zieht "Ancient Fog Of Evil" mich nochmals in seinen Bann! Dieses Album ist alles andere als leichtverdaulich, aber wenn man sich auf dieses Album einlässt, dann wird man noch über lange Zeit viel Freude an "Höllenzwang" haben!!!
Roolf  

Punkte: 9.0 von 10
SHEZOO - Agony Of Doubt
Fastball Music
Es hat fast vier Jahre gedauert, bis die D / NL / CH – Connection Shezoo nach ihrem Knalleralbum „Change“ endlich einen Nachfolger nachgeschoben hat. Die Truppe hatte es ja auch nicht wirklich einfach in der jüngeren Vergangenheit, ist sie doch kurz nach dem damaligen Release der Rhythmusfraktion verlustig geworden, was augenscheinlich einige Irrungen und Wirrungen nach sich gezogen hat. So ist mir noch ein damals neues Bandfoto vom Herbst 2016 in Erinnerung, auf dem sich die Band plötzlich als Quintett präsentierte. Der neuen, diesmal männlichen Rhythmustruppe war auch ein Keyboarder zu Shezoo gefolgt. An und für sich ein guter Schachzug, doch der darauf folgende Videoclip zum Song „Live And Let Live“ liess mich zusammenzucken. Der (neu aufgenommene) Track war mit Keyboards im typischen Van Halen Stil völlig zugekleistert, das waren nicht mehr Shezoo, wie ich sie einmal gekannt hatte, und ich hakte betrübt die Band für mich ab. Was danach geschah, ist mir nicht bekannt und geht mich auch nichts an. Jedenfalls machte die Band dann doch als Quartett weiter. Das Resultat höre ich mir gerade zum vierten Mal in Folge an, und ich bin begeistert. Unrecht zu haben kann manchmal richtig toll sein. „Change“ war schon ein beachtenswertes Album, „Agony Of Doubt“ ist in jeder Hinsicht dessen würdiger Nachfolger ohne Wenn und Aber. Die Band versteht es meisterlich, griffige Hooklines und grosse Melodien mit der gerade richtigen Portion Härte zu kombinieren, so dass Metaller, Hard Rock Fans und die eher elitär veranlagte AOR – Gemeinde gleichsam darauf anspringen dürfte. Wir sprechen hier nicht einmal über das handwerkliche Können der Truppe, das steht für mich nicht zur Debatte. Mir geht es vielmehr darum, dass Shezoo in kompositorischer Hinsicht nochmal einen wirklich grossen Schritt nach vorne gemacht haben. Ich bin ja bekanntlich nicht gerade der Freund von Balladen, aber selbst diese empfinde ich auf dieser Scheibe absolut nicht als störend sondern sehe sie als festen, unverzichtbaren Bestandteil im Fluss des Albums. Und die Band hat zudem das scheinbar Unmögliche geschafft. Auf dem Vorgänger „Change“ befand sich dieser eine Song, der mir heute noch wohlige Schauer den Rücken runter jagt. „The Winner“ hiess diese Wunderwaffe, von der ich überzeugt war, es sei ein Glücksfall, ein „Lucky Strike“, der sich nicht wiederholen lassen würde. Weit gefehlt, „Agony Of Doubt“ beinhaltet einen Übersong namens „The Key“, der Punkto Arrangement und Hookline genau in die damals geschaffene Kerbe schlägt. So schreibt man Songs für die Ewigkeit Leute, ich neige ehrfürchtig mein Haupt vor den Autoren dieses Wundertracks! Dem nicht minder stimmungsvollen „To You“ mit der Textzeile „Friends, family and fans, I wanna thank you for your precious time, love and support“ kann ich nur antworten: Wir haben zu danken Shezoo. Danke für diese weitere wirklich grossartige Scheibe.
Mirko B.  

Punkte: 9.0 von 10
OREGON TRAIL - h/aven
Czar Of Crickets
Oregon Trail, eine Band aus Le Locle, spielen auf ihrem zweiten Album "h/aven" eine gelunge Mischung aus Hardcore und Rock mit dem Zusatz Post versehen! So startet "Sun Gone Missing" eher düster, bis der Song so richtig Fahrt aufnimmt, eher in Richtung Hardcore als Metal! Der musikalische Spannungsbogen wird, durch das Spiel mit laut und leise, gekonnt in "Aimless At Last" bis zum Anschlag gedehnt! Der Sänger singt wie ein angepisster Strassenköter, der agressiv vor sich hin bellt, was ausgezeichnet zur Musik passt und als Erkennungsmerkmal für Oregon Trail steht. Mit einem Schlagzeug-Solo beginnt "Everlasting Walks" und in diesem Song wird der Sänger mal nicht von der Leine gelassen und so tänzelt sich der Song galant in die Gehörgänge. Oregon Trail legen sehr viel Wert auf Abwechslung! So geht die Band musikalisch sehr intensiv vor und transportiert gekonnt viele verschiedene Stimmungen! Wie man einen Song langsam wachsen lassen kann, demonstrieren Oregon Trail mit "Aven" eindrücklich und sie zeigen auch auf, dass wir es hier mit Könnern ihres Faches zu tun haben. Der Sänger beweist auch, dass er nicht nur bellen kann, auch wenn das Bellen seine bevorzugte Sportart ist! Die Produktion ist sehr gelungen und passt wie eine Faust auf's Auge zu dieser Musik! "Safety Of The Strom" ist fast schon zu eingängig für Oregon Trail, besitzt aber gerade deswegen mächtiges Hitpotential! Sirenartig erklingt "Hound's Will", das mit Getrommel unterstützt wird. Hier hört man eine gewisse Nähe zu Palmer, auch wenn in einer wesentlich zahmeren Version. Mit dem hardcorigen "Candles" wird die Geschwindigkeit nochmals hoch geschraubt. Wunderschön, wie der Song langsam ausklingt. Ein letztes Ausrufzeichen wird von "Marble Grounds" gesetzt, dem letzten Song dieses Albums. Hier zeigen Oregon Trail nochmals ihr ganzes Können! Ein tolles Album, auch wenn es nur am Rande dem Metal zu geordnet werden kann! Empfehlenswert für Leute, die offen für neue Bands und deren Musik sind! Ein tolles Album und das nicht nur aus nationaler Sicht!!
Roolf    
Punkte: 8.9 von 10
ESCAPING AMENTI – Awakening
Big Balls Productions
Wir schreiben das Jahr 2370. Ein allumfassender Krieg hat die Welt erschüttert. Als Folge dessen wurden alle Religionen als Gefahr für die Menschheit verdammt… Es handelt sich also bei Escaping Amenti‘s Debütalbum „Awakening“ um den Auftakt einer apokalyptischen Zukunftsvision gepackt in harten schwedischen Metal. Angepriesen wird der Trupp bereits jetzt schon als die schwedischen Slipknot. Wenn da nicht schon jemand die Konfrontation mit „Göttern“ sucht?! Bei der Genrespezifikation muss man jedoch schon ein wenig relativieren. Escaping Amenti spielen eher Melodic-Deathcore als den Alternative-Nu-Metal-Mix der Amerikaner aus Iowa. Den Sound der Schweden würde ich eher mit Bands wie As I Lay Dying oder In Flames vergleichen, was ja auch keine kleinen Namen im Business sind. Das Intro „Awakening“ mündet nach einem kurzen aber düsteren Instrumental nahtlos in einer aggressiven Synthie-Hook. Sofort prügeln Escaping Amenti mit allem los was sie so im Petto haben. Die Schweden kommen mit zwei Sängern – namentlich Umbra und Strife – daher und zusätzlich wird das musikalische Gemetzel gelegentlich mit diversen Synthies und Keyboardflächen unterlegt. „The Gathering“ lässt einen nicht zur Ruhe kommen und auch das folgende „Our World“ wütet ebenso bedrohlich. Das Gedresche wird jedoch im Refrain von klarem Gesang aufgebrochen. „This Will Never End“ und „Voice Of Mankind“ sind eher melodischer und letzteres hat vor allem im Refrain schon fast poppige Anleihen mit erheblichem Mitgröhlcharakter. „First Blood“ besticht durch harte Strophen und ein melodischer Refrain. Unterbrochen von etwas Dubstep. Et voilà: Escaping Amenti. Bei „Memories“ stellt sich die Band noch von ihrer ruhigen Seite vor. Die erste kleine Pause nach 40 Minuten apokalyptischem Krieg. Es wird balladesk und melancholisch, bevor es mit „The Depths Of Amenti“ und „Echoes Of The Void“ wieder zur Sache geht. Abgerundet wird das Debüt der Schweden mit „The Secret Of The Past“, welches noch einmal alle Elemente des Albums vereint und am Ende recht hymnisch wird. Die Schweden sind laut und aggressiv und ohne wirklich Pause zu machen, prügeln die Mannen knapp eine Stunde wie im Wahn durch ihre apokalyptische Geschichte. Hut ab!
Oliver H.    
Punkte: 8.9 von 10
HYBORIAN - Hyborian Vol.1
Season Of Mist/Irascible
Zuviel Musik schlägt entweder auf die Ohren oder verzerrt die eigene Wahrnehmung. Aber zum Glück werden CDs (noch?) nicht mit Genrezugehörigkeit etikettiert, andernfalls wären Stoner Metal – Fans beim Kauf dieser Wiederveröffentlichung ziemlich enttäuscht. Die Amis Hyborian haben jedenfalls mit einer – ich zitiere frei übersetzt aus dem Labelwisch – „…Kombination aus Stoner Rock, Retro Inspiration und grossartigen Grooves…“ in etwa gleich viel am Hut wie Cannibal Corpse mit Power Metal der Sorte Freedom Call oder Sonata Arctica. Lasse ich mein in solchen Fällen übliches Gestänkere mal beiseite, bleibt eine geile und gleichermassen kurze (knackig – intensive 32 Minuten) wie kurzweilige Scheibe übrig, die zwar schon letztes Jahr erschienen ist, jetzt aber aufgrund zu niedriger Resonanz nochmal über Season Of Mist erscheint, und das ist gut so. Diese Band kombiniert gekonnt US – Metal mit modernen Einflüssen, die oft an In Flames erinnern, so und nicht anders sieht es aus liebe Kollegen von der schreibenden Zunft! Und am besten klingen sie in meinen Ohren immer dann, wenn sie mehr nach Hyborian und weniger nach Göteborgs Lieblingssöhnen klingen. „Maelstrom“, „Blood for Blood“, das schon fast progressive „Ajna“ und „Dross“ sprechen diesbezüglich eine unmissverständliche Sprache, das ist einfach geiler Heavy Metal mit Anspruch und richtig schön viel Power. Lasst mal die Megaseller beiseite, oder verschiebt sie auf später, die kommen auch so über die Runden, keine Sorge. Folgt dem Rat eines orthodoxen Metalisten, unterstützt den Nachwuchs und holt euch diese Scheibe!
Mirko B.     
Punkte: keine Wertung
NIGHT IN GALES - The Last Sunsets
Apostasy Records
Mit 'The Last Sunsets' präsentieren uns die germanischen Deather von Night In Gales deren sechster Longplayer, und was für einer, hellyeah. Seit 1995 in Voerde bei Köln gegründet, entern sie die musikalischen Bühnen. Zwölf hammerharte Death-Kracher, mal straighter, mal etwas melodiöser, aber stets konstant nach vorne groovend. Night In Gales sind aktuell Tobias Bruchmann (Bass), Adriano Ricci (Drums), Frank Basten (Guitars), Jens Basten (Guitars) und Christian Müller (Vocals). Ausser Frage steht, dass ebenfalls eine lange Liste veröffentlichter Tonträger verschiedener Arten seit 1995 vorhanden ist, so sind 'Five Scars' (2011), 'Necrodynamic' (2001), 'Nailwork' (2000), 'Thunderbeast' (1998), 'Towards The Twilight' (1997) full-lenght Longplayers, 'Sylphlike' (1995), 'Ten Years Of Tragedy' (2005) EP's, 'Razor' (1996) eine Single, 'Ashes & Ends' (2014) eine Compilation und zu guter letzt 'Promo 2004' (2004) und 'Promo MMVIII' (2008) zwei Demos. Soundtechnisch geht's in den straighten, etwas thrashigen Death-Metal, gepaart jedoch immer mit stets melodiösen und filigranen Gitarrensoli. Somit riffen sich die Herren Basten, mit Vornamen Jens und Frank, genüsslich durch die thrashigen Death-Riffs, solieren sich die Finger wund, mal melodiös, mal einfach shreddernd vorwärts, so ist Tobias' Tieftöner das ideal Bindeglied zwischen den Klampfen und den Drums, rhythmisch auf den Punkt gebracht, und doch ab und an auch soloistisch unterwegs. Adriano's drumming ist stets verdammt schnell double-bass-lastig, zeitens auch einfach thrashend straight und blastend schnell, eine wahrhaftig humane Soundmaschine. Christian's Growls und Shouts sind eher dem death-thrashigen Bereiche angesiedelt, steht aber dem Gesamtsound in Nichts nach, passt hervorragend. Anspieltipps sind alle zwölf Tracks, doch 'Architects Of Tyranny', der Titeltrack 'The Last Sunsets', 'The Abbyss' und 'Dark Millenium' ragen da etwas heraus, meiner Meinung nach. Das Coverartwork passt perfekt, wie der Deckel auf den Pott. Schaut man auf das Kunstwerk, so weiss die/der geneigte Zuhörer/in, worauf sie/er sich einlässt. Die Produkion ist fett, klar und verdammt druckvoll geworden. Um euch näher an Night In Gales zu bringen, vor allem diejenige unter euch, welche die Band (noch) nicht kennen, so wären In Flames, Dark Tranquility, At The Gates, Efnorsaken, Withered Beauty, Nightrage und Konsorten als Anhaltspunkte gedient. Gelungenes Album.
Leopold  
Punkte: 8.9 von 10
ANGRA – OMNI
Ear Music/Phonag
Nach dem letzten Studiowerk «Secret Garden» der brasilianischen Angra, war ich gespannt auf das neue Album. Auch weil Urmitglied Kiko Loureiro nun bei Megadeth spielt und somit ein Ersatz hermusste. Also, Fabio Lione als nicht mehr ganz so neuer Sänger und Marcelo Barbosa als neuer Gitarrist. Wie werden Angra anno 2018 klingen? Mit dem Opener «Light Of Trancendence» erinnert viel an die alten Angra. Hymnisch, verspielt und mit der nötigen Power rocken die Fünf als gäbe es kein Morgen. Interessant auch das Zusammenspiel zwischen Rafael Bittencourt und seinem neuen Sechsaiterpartner Marcelo. Die Beiden harmonieren sehr gut zusammen, als hätten sie nie was anderes getan. Auch wenn man einen Kiko nicht ersetzen kann, so erinnert auch Gitarren technisch vieles an früher. Vielleicht spielen die Zwei noch eine Spur verspielter und virtuoser, um wirklich allen zu beweisen, dass es ohne Kiko läuft. «Travelers Of Time» hat einen sehr progressiven Start, um dann in einem klassischen Angra-Song zu wechseln. Mit «Insania» beweisen Angra erneut das unglaubliche Gespür für die Mischung aus einer feinen Melodie, hymnischen Chöre und leicht vertrackten Parts. Das balladeske «The Bottom Of My Soul» hat sehr viel Tiefgang und überzeugt mit schweren orchestralen Elementen. Richtig Angra like wird es dann bei «War Horns» bei dem Kiko nochmals mitspielen darf. Eine wirklich hammergeile Nummer, die in jedes zukünftige Konzert der Jungs gehört. Höhepunkte sind dann die beiden Titelnummer, welche auf «OMNI – Silence Inside» und «OMNI – Infinite Nothing» getauft sind. Viele Klassik-Parts werden mit dem bekannten Angra-Stil vermischt. Eine schon fast symphonische Vermischung. Tja, was ist es nun geworden, das neue Angra-Werk? Ein tolles Album, das aber den grossen Angra-Highlights das Wasser nicht ganz reichen kann. Trotzdem: Zugreifen!
Tinu  
Punkte: 8.8 von 10
THE POODLES – Prisma
Gain Music/Sony
Aha, kein neues Studioalbum im eigentlichen Sinn, sondern eine Coverscheibe veröffentlichen die Herren von The Poodles. Die Pudel haben sich dabei aber eher Hardrock untypischen Songs zu Gemüte geführt und sie dabei auf eine sehr spezielle, aber geile Art kopiert. So knallt zuerst die The Osmonds-Nummer «Crazy Horses» aus den Boxen, bevor «Maniac» (bekannt vom Film «Flashdance») von Michael Sembello erhalt. «Love Is Gone» von David Guetta überzeugt dabei ebenso, wie die Elton John-Nummer «Goodbye Yellow Brick Road», oder Fleetwood Mac’s «Go Your Own Way». Fetzig ist Blondie’s «Call Me», das man zuerst nicht erkennt und das unter die Haut gehende «Set Fire To The Rain» von Adele. Auch an Depeche Mode («It’s No Good») vergreifen sich die Schweden um den einmal mehr hervorragenden Shouter Jacob Samuel. Mit der Deep Purple-Nummer «Soldiers Of Fortune» kommt ganz am Schluss dann noch eine reinrassige Rockballaden-Nummer zu ehren. Sehr interessant, was die Schweden veröffentlichen und anhand eines Coverwerkes ein sehr mutigen Schritt gehen. Einer, bei dem man oftmals nicht von Beginn weg den Ur-Song erkennt. Auch gehen die Vier nicht den Weg, die Tracks einfach nachzuspielen, sondern verleihen ihnen ein anderes, musikalisches Gewand. «Prisma» ist ein ganz geiles Werk geworden, auch wenn ich mir lieber neue The Poodles-Songs gewünscht hätte, aber diese Covers haben einen unglaublichen Reitz!
Tinu     
Punkte: keine Wertung
LETZE INSTANZ – Morgenland
AFM Records/Musikvertrieb
Die Letzte Instanz ist seit über 20 Jahren ein fester Grundstein in der Deutschen Rocklandschaft. Ihre kleine Nische nennt sich Brachialromantik und zeichnet sich aus durch fast schon poetische Texte, die auch gerne mal aufrütteln und anecken wollen. Unverkennbar sind auch Violine (M. Stolz) und Cello (Benni Cellini), die der Musik den Zauber eines Orchesters verleihen – eine nahtlose Verschmelzung von Klassik und brachialer Rockmusik. Die Grundaussage der Band ist meist dieselbe – Wenn wir alle zusammenstehen, stehen wir alle besser da. Keiner ist allein! Gerade im heutigen politischen Klima sind Lieder wie “Morgenland“, “Mein Land“ oder auch “Armageddon“ äusserst brisant und ein klares Statement. Die Letzte Instanz findet grade auch in der Schwarzen Szene viele begeisterte Anhänger – für diese Fan-Schar dürfte das Lied “Schwarz“ besonders interessant sein. Erst fürchtete ich, es sei die selbe schon tausend mal gehörte und immer wieder gleich interpretierte Ode an die Nicht-Farbe, die fast jede Band dieses Genres früher oder später in ihr Repertoire aufnimmt… Doch Die Letzte Instanz hat daraus etwas Neues gezaubert – denn in dieser Version geht es vor allem darum, wie eindimensional die schwarz gekleidete Gemeinschaft von Aussenstehenden wahr genommen wird und wie viel jenen dadurch entgeht… Highlights sind der Opener und Titeltrack "Morgenland“, das etwas nachdenklichere “Du lebst“ sowie das ungeheuer melodische “Glücksritter“, das sich als wahrer Ohrwurm entpuppt. Fazit: Die Letzte Instanz liefert einmal mehr ein sehr typisches und tolles Album ab. Allerdings ist die Forderung nach Friede, Freude, Eierkuchen dieses Mal fast ein wenig über-präsent. Meiner Meinung nach nicht ganz so gut wie das letzte Album “Liebe Im Krieg“ oder seine Vorgänger, aber rein hören lohnt sich auf alle Fälle!
Patricia H.  
Punkte: 8.8 von 10
WEDGE - Killing Tongue
HeavyPsych Sounds
Wie ihre Brothers In Crime Kadavar frönt das Berliner Trio dem äusserst authentischen und raffinierten Retro Sound, glücklicherweise ohne in wirkliche Konkurrenz zu ihnen zu geraten. Ist der Ansatz bei Kadavar eher jener des „direkt in Fresse Rock“, gehen diese drei Burschen einen etwas variantenreicheren und nicht ganz so harten Weg. Variantenreicher bedeutet in diesem Fall, dass sich Wedge deutlich hörbar an einigen Grössen aus der goldenen Ära der Rockmusik orientieren. Da ein Bisschen Grand Funk Railroad, dort ein Quäntchen The Doors, hier eine klitzekleine Prise Pink Floyd, dort ein Hauch Lynyrd Skynyrd. Und wenn „Lucid“ noch eine dezent gehaltene Ehrerbietung vor Uriah Heep ist, ist der Titelsong schon ein regelrechter Kniefall vor den britischen Hard Rock Göttern. Was Wedge vielleicht an Härte gegenüber ihren Glaubensbrüdern Kadavar fehlt, kompensieren sie souverän durch griffige Melodien und unwiderstehlichen Hooklines. Und ich kann mir durchaus vorstellen, dass eine etwas knackigere Produktion dem Album zuträglich gewesen wäre, live klingt das Ganze garantiert um einiges heftiger. Einige Berührungspunkte also, aber noch mehr Unterschiede, welche förmlich danach schreien, diese beiden Bands zusammen auf Tour zu schicken. Bis es soweit ist, geniesst diese Scheibe und, falls ihr es nicht schon habt, holt euch auch gleich noch das selbstbetitelte Debüt.
Mirko B.  
Punkte: 8.8 von 10
VOODOO CIRCLE – Raised On Rock
AFM Records/Musikvertrieb
Voodoo Circle ohne den Pink Cream 69-Sänger David Readman? Kann das klappen? Bandleader Alex Beyrodt hat mit Herbie Langhans (Avantasia) sicher einen guten Ersatz gefunden, aber so ganz kann der stimmgewaltige Herbie seinen Vorgänger in meinen Augen nicht vergessen machen. DENN! Voodoo Circle schippern noch immer im Whitesnake-Fahrwasser, hört euch nur das Eröffnungsriff von «Running Away From Love» an, und da hat in meinen Ohren die «wärmere» Stimme von David einfach besser gepasst. Anyway. Neben Herbie und Alex ergänzen die beiden Sinner-/Primel Fear-Mucker Mat Sinner (Bass) und Francesco Jovino (Drums) das Line-Up. Heftig und mit viel Dreck unter den Fingernägeln erklingt das schwer rockende, leicht bluesig «Higher Love» aus den Boxen, welches von «Walk On The Line» abgelöst wird. Auch hier sind die Whitesnake-Grooves nicht von der Hand zu weisen. Schon fast Journey-mässig erklingt «Just Take My Heart», das wie die anderen Songs auch von der unglaublichen Gitarrenarbeit lebt. Mister Beyrodt kann sich bei seinem Baby erneut bestens austoben. Mit viel Tiefgang und einem «Is This Love»-Vibe erklingt «Where Is The World We Love». Im krassen Gegenteil schiesst «Ultimate Sin» aus den Boxen ein Riffmonster vor dem Herrn! Was mit zunehmender Spielzeit auffällt, dass die Stimme von Herbie sicher sehr interessant ist, aber auf die Dauer auch ein bisschen monoton ausfällt. Hier fehlen zumindest mir die Klangfarben von David, der ein Album mit seiner Stimme nachhaltig prägen kann und dabei auch Akzente beim ansonsten dominierenden Spiel von Alex setzen kann. Trotzdem ein cooles Album, das man sich problemlos zulegen darf, wenn man auf traditionellen Hardrock steht.
Tinu.  
Punkte: 8.8 von 10
GONOREAS - Minotaur
Art Gates Records/Non Stop Music
Nachdem die Fans in Japan bereits im vergangenen Dezember mit «Minotaur» beglückt wurden, ist die Heimat im Februar nun auch endlich dran. Was hierbei auf den ersten Blick etwas verwundert, ist wohl durchaus mit einem gewissen Kalkül verbunden, denn seit dem kurzen Japan Live-Trip im Jahre 2014 konnten Gonoreas entsprechende Kontakte knüpfen, die heuer wahrscheinlich einen neuerlichen Besuch im Land des Lächelns nach sich ziehen werden. Die Schweizer Power Metaller um Flitzefinger Damir Eskic und Bass-Derwisch Pat Rafaniello, die das Faible für Malmsteen'sche Griffbrett-Rasereien und pumpende Bass-Läufe noch bei Damir's Rising Force ausleben können, liefern zwei, respektive drei Jahre nach «Destructive Ways» und der letztjährigen Best-Of Scheibe «Guardian Of Time» ihre mittlerweile sechste Studioscheibe ab. Nach dem getragenen und stimmigen Intro galoppiert der Opener «Seeds Of The New Future» wie ein wilder Gaul auf die Prärie hinaus und besticht durch Groove und gar einer leicht punkigen Attitüde, ein wahrer Metal-Rock-Hybrid! «Puzzle» repräsentiert danach wieder das, was Gonoreas den Übernamen "Schweizer Iced Earth" eingebracht hat und seit je her ein gewichtiges Trademark der Aargauer Power Metal Band ist. Um sich in diesem Korsett jedoch nicht zu verlieren, ist man stets bemüht, die Songs durch zahlreiche Tempi-Wechsel abwechslungsreich zu gestalten. Das gelingt über weite Strecken ziemlich gut und die schon fast "doomigen" Elemente bei «Eris» fügen sich überzeugend ins Gesamtbild ein. Voran getrieben durch den abermals von Producer V.O. Pulver (ist seit dem Album Apocylypse von 2011 an Bord) veredelten wie druckvollen Sound pflügen sich Gonoreas ein weiteres Mal wie ein Mähdrescher durch das Maisfeld. Nach zwei sich (zu) ähnelnden Brechern erklingen zu «Behind The Wall» balladeske Klänge, untermalt mit der akustischen Gitarre, die an der richtigen Stelle für einen wohltuenden Break sorgen. Anschliessend wird der Titeltrack zelebriert, wo Frontmann Leandro Pacheco zwischendurch wieder etwas nach Hell Hofer von Bullet klingt. Die Haupt-Rhythmik ist wohl bekannt, doch auch hier werden zusätzliche Elemente wie interessante Backing Vocals eingeflochten. Nach einem weiteren Intro folgt mit «The Lead Masks Of The Vintem Hill» der längste Song als Schlusstrack, der kompositorisch jedoch eher abfällt. Unter dem Strich gefällt mir «Minotaur» besser als der Vorgänger «Destructive Ways» (2015), aber «The Mask Of Shame» (2011) bleibt bis auf Weiteres das zu schlagende Masterpiece.
Rockslave    
Punkte: 8.7 von 10
ORPHANED LAND – Unsung Prophets & Dead Messiahs
Century Media/Sony
Konflikte weltweit, ganz zu schweigen von den ewigen Scharmützeln in Israel, der Heimat der orientalischen Progressiv-Metaller von Orphaned Land. Sie veröffentlichen nach fünf Jahren Wartezeit ihr sechstes Studioalbum „Unsung Prophets & Dead Messiahs“. Die wichtigste Veränderung gleich vorneweg. Dieses Album ist das erste ohne Gitarrist und Gründungsmitglied Yossi Sassi, was aber nicht zu merken ist, denn Orphaned Land sind grösser als jedes einzelne Mitglied. Nicht verändert zu seinen Vorgängern hat sich die progressive Herangehensweise. Es passiert unheimlich viel in den 13 Songs. Nette, eindimensionale Songs gibt es nicht, allerdings auch keinen eindeutigen Hit im Stil von „All Is One“. Dennoch ist es ein ungemein vielseitiges Album, das die Death-Metal-Wurzeln der Band mit Geigen und Chören, metallischen Riffs mit orientalischen Skalen und den sehnsuchtsvollen Melodien des Nahen Ostens verbindet. Dieser Mix spiegelt sich auch bei der Auswahl an Gastmusikern wider. Steve Hackett (ex-Genesis) steuert zu „Chains Fall To Gravity“ ein Gitarrensolo der Extraklasse bei, Hansi Kürsch (Blind Guardian) und Tompa Lindberg (At The Gates, The Lurking Fear) haben jeweils Gesangsparts übernommen. Gerade „Chains Fall To Gravity“ entführt die Hörer in seinen neun Minuten auf einen ergiebigen Progressive-Metal-Ritt. Vom zaghaften Beginn über druckvolle Chor-Passagen und Elegien, die jedes Dream Theater Album schmücken würden, bis hin zum bombastischen und ergreifenden Orchesterfinale. Als „Hit“ dieses Albums würde ich den überlangen Opener „The Cave“ bezeichnen, denn er enthält alles was Orphaned Land ausmacht. Growls, klare Vocals und orientalische Klänge vermischt mit hartem Gitarrensound, mal schneller und mal langsam. Der Song spielt mit allen Facetten, die die Band ausmachen. Das darauf folgende „We Do Not Resist“ ist Wut pur und zeigt beeindruckend noch eine andere Seite ihres Sounds. Wie bei allen Alben von Orphaned Land, lohnt sich auch bei „Unsung Prophets & Dead Messiahs“ ein Blick auf die Songtexte und das übergeordnete Konzept. Es basiert auf der Feststellung, dass revolutionäre Figuren regelmässig in der Weltgeschichte gemeuchelt wurden und thematisiert das berühmte Höhlengleichnis von Plato, das dieser vor 2.500 Jahren nach der Ermordung von Sokrates verfasst hat. Wer also nebst anspruchsvoller Musik noch eine geistige Herausforderung sucht, wird bei den aktuellen Texten fündig. Auch wenn dem neuesten Streich von Orphaned Land der Hit fehlt, wird „Unsung Prophets & Dead Messiahs“ tiefe Spuren im nahöstlichen Sand und in unseren Köpfen hinterlassen.
Oliver H.    
Punkte: 8.7 von 10
STEVE HACKETT - Wuthering Nights: Live In Birmingham
InsideOut Music/Sony
Mit beinahe der gleichen Stammbesetzung, wie beim Album „Live At Hammersmith“ ausser Lee Pomeroy am Bass wurde hier ersetzt durch Nick Beggs, beehrt uns Steve Hackett hier live aus der Birmingham Symphony Hall vom Mai 17 mit diesem 2 CD / 2 DVD Pack. Disc 1 enthält ausser "Eleventh Earl Of Mar" nur Songs aus Steve Hackett Alben, während Disc 2 vorwiegend aus Genesis Songs besteht. Natürlich muss Steve auch hier die unsterblichen Genesis Klassiker wie das geniale "The Musical Box", "Los Endos", "Blood On The Rooftops" und "Firth Of Fifth" spielen. Aber auch das wunderschöne "One For The Vine" übrigens grandios Gesungen von Nad Sylvan. Manchmal hat man echt das Gefühl Peter Gabriel ist hier am Micro, unglaublich. Auch die tolle Nummer "Inside And Out" hat es noch ins Set geschafft. All die anderen Genesis Songs findet man auch auf dem Live Werk "Genesis Revisited: Live At Hammersmith. Es ist einfach schön solchen unsterblichen Nummern wie "Firth Of Fifth zu lauschen, oder auch "Dance On The Volcano" Steve hat hier eine sehr starke Band im Rücken, die Songs kommen alle sehr nahe ans Original ran. Auch das auf sehr hohem Niveau gespielte Instrumentale "Los Endos". Für mich aber ist "The Musical Box" der eindeutige Höhepunkt dieses Live Dokumentes. Jedes Mal wird man von diesem Song weggetragen in die unendlich schöne Welt der frühen Genesis, einfach genial. aber auch Steve`s Solo Songs sind grandios. Das starke "Every Day" , das mit Chören glänzt und mit einem gewohnt genialen Gitarrensolo des Meisters. Auch das wilde, instrumentale "El Nino", oder mystische "In The Skeleton Gallery", hervorragend gespielt. Oder das 10 Minuten lange "Shadow Of The Hierophant" wunderschön gesungen von Amanda Lehmann. Lehnt euch zurück und lasst euch einfach wegtragen von der wunderbaren Musik von Steve Hackett. Ein Muss für Proggies.
Crazy Beat     
Punkte: keine Wertung
SIGNAL RED – Under The Radar
Escape Music/Non Stop Music
Mit „Under The Radar“ erreicht uns das Debüt einer neu formatierten Band aus Grossbritannien. Dafür traffen sich der Sänger Lee Small (Phenomena, Shy) und der Gitarrist und Keyboarder Steve Grocott (Ten). Vorallem Lee kann auf ein breites Betätigungsfeld verweisen. Nebst seinen beiden Hauptbands war er schon auf 17 Scheiben als Leadsänger zu hören, hat aber auch schon mit Dante Fox und Magnum zusammengearbeitet. Seine gefühlvollen, aber sehr krafvollen und ausdrucksstarken Vocals heben auch die vorliegende Scheibe auf ein hohes Level und bescheren einen ausgezeichneten Hörgenuss. Kombiniert mit den äusserst abwechslungsreichen, rasanten Gitarren und den perfekt ergänzenden, filigranen Keyboards von Steve bleiben kaum mehr Wünsche offen. Die Jungs haben für das Werk elf grossartige, opulente Melodic Perlen verfasst, die durch eingängige Strukturen überzeugen. Der Sound bleibt dabei äusserst voluminös, tendiert dabei immer mal wieder in die epische Ecke, ohne den knackigen Grundtenor zu verlassen. Nebst den schnell ins Ohr gehenden Titel „Stronger“, „Emotions In Motion“, „Monstertruck“ und dem Rausschmeisser „The Time Machine“ hat sich sicher auch der eine oder andere Song mit dezent tieferem Niveau eingeschlichen. All in all überzeigt „Under The Radar“ aber mit konstantem Drive und erkennbaren Emotionen. Vor allem Phenomena Fans sollten hellhörig werden.
Chris C.    
Punkte: 8.7 von 10
KILLING GANDHI – Aspirations Of Failure
Massacre Records/Musikvertrieb
Mit ihrem Debüt „Cinematic Parallels“ haben sich die Melodic Deather von Killing Gandhi bereits 2015 erste Lorbeeren erspielt. Nun folgt knapp drei Jahre später mit „Aspirations Of Failure“ ihr Zweitling. Die Macher sind wahrlich keine Unbekannten, denn sie spielten vor der Gründung im Jahre 2013 in Bands wie Manticora, Illdisposed und Wuthering Heights. Ihr neuster Streich ist ein Konzeptalbum über zwei Männer, die sich vor die Wahl gestellt sehen, ob sie in ihrem professionellen und persönlichen Leben erfolgreich sein oder versagen wollen. Die Story ist ein Mix aus realen Erfahrungen von Martin Arendal (Gitarre) und reiner Fiktion. Wenn die Dänen Musik schreiben dann gibt es einen Grundsatz und zwar den, dass es keine Grenzen gibt. Dadurch ist das Songwriting des neuen Albums noch wuchtiger geworden als auf ihrem Debüt. Das Album beinhaltet Einflüsse diverser Metalgenres. Dimmu Borgireske Black Metal Passagen, eine Aggressivität, die stark an Arch Enemy erinnert oder eingängige Refrains im Stil von Children Of Bodom und den frühen In Flames. Selbst einige Wikinger-Vibes à la Amon Amarth haben es aufs Album geschafft. Die Vocals auf „Aspiration Of Failure“ decken ein breites Spektrum ab, wobei Leadsänger Thorbjørn Jensen über zwölf Titel sein ganzes Repertoire ausschöpfen kann. Von tiefen Growls über solide Mitteltöne bis hin zu hohen, aggressiven Screams ist alles dabei, wobei sich der Hörer jedoch immer voll auf die Songs konzentrieren kann, dennoch nicht weiss, was ihn im Verlauf der Tracks erwartet. Durch Produzent Jacob Hansen (Volbeat, Epica, Tyr etc.) haben die Songs von Killing Gandhi eine neue Dimension bekommen und die Band erreichte den perfekten Melo-Death Sound, nach dem sie strebten. Mit dem neuen Album im Gepäck sind Killing Gandhi bereit, einen Schritt weiter zu gehen und bestimmt einen noch grösseren Eindruck in der internationalen Metalszene zu hinterlassen. Astreine Ware für Hartgesottene!
Oliver H.    
Punkte: 8.7 von 10
IRDORATH - Denial Of Creation
Wormholedeath
Deathiger Black-Metal, dem haben sich die Jungs von Irdorath, ein österreichischer Vierer aus Kärnten seit 2005 geschworen und bringen mit 'Denial Of Creation', ihrem vierten Longplayer, nach 'I Am Risen' (2013), 'Dekonstrukteur des Fleisches' (2010), 'Götterdämmerung (Zorn der Elemente)' (2007) und einem Demo namens 'Erwachen' (2006) ein 10-Track starkes, death-lastiges Black-Metal-Teilchen auf die Welt. Erfrischender Black-Metal mit einer gesunden Portion des Death-Metal-Bereiches, speziell bei den Blasts und den etwas melodiöseren Soli, stechen die Österreicher aus der Masse hervor. Die Band besteht aus Markus Leitner (Guitars, Vocals), Thomas Leitner (Drums), Mario Jackisch (Bass) und Craigh Hauser (Guitars) und die hat es einfach in sich, vor allem mit den Ideen und dem exzellenten Songwriting, die Tracks bleiben allesamt in den Ohren irgendwie und irgendwo hängen, dieser Bazillus kann man getrost gerne zu sich aufnehmen. Thomas' Drumming ist klar, stets nach vorne treibend, double-bass-lastig, blastend, eher im deathigen Bereiche daheim, doch tut es dem gesamten Black-Metal von Irdorath erfrischend gut, so einen variantenreicher Drummer in seinen eigenen Reihen zu wissen. Aber auch Mario's exquisites Bassplaying tut dem Gesamtsound sehr gut, da er sowohl banddienlich groovt, aber auch sehr eigenständige Melodieläufe und Untermalungen zu dem Songwriting beisteuert. Craig's und Markus' Gitarrenriffgewitter geht dafür eher in den blackigen Metalbereich, doch wissen sie ebenfalls, mit deathigem Riffgewitter zu imponieren und steuern erfrischend zum Gesamtsound bei. Herrliche, auf technisch sehr hohem Niveau, gespielte Soli, mal melodiös, mal einfach deathig böse, aber stets vor allem groovend und einfach verdammt und spielexakt durchgezogen. Markus' Growls sind einfach perfekt zum Gesamtsound, er pendelt stets guttural zwischen dem Black- und Death-Metal und verbindet diese beide Genres perfekt zur Symbiose miteinander. Das Coverartwork ist ein Augenschmaus, passt ideal zum Sound auf 'Denial Of Creation', die Produktion sowie das Mastering einfach nur klare Power, Power mit Ansage. Anspieltipps wären 'Devoured By Greed', 'Denial Of Creation', 'Purification', aber eigentlich wären alle zehn Songs nennenswert, da einfach ein in sich geschlossenes perfektes Album Irdorath mit 'Denial Of Creation' kreiert haben. Nach Pungent Stench und Disharmonic Orchestra endlich wieder mal goile Black-Death-Metal-Mucke aus unserem östlichen Nachbarland. So gelten auch die genannten zwei Bands als vage Anhaltspunkte, denn Irdorath sind authentisch und alleweil eine Reise wert. Unbedingt antesten.
Leopold     
Punkte: 8.6 von 10
PRAYER – Silent Soldiers
Escape Music/Non Stop Music
Die Finnische Combo Prayer ist nicht gerade als fleissig bekannt. Deren erster Output erschien 2005 („Wrong Adress“), der Zweite 2012 („Danger In The Dark“). Nun, weitere sechs Jahre später liegt uns aktuell „Silent Soldiers“ zur Diskussion vor. Die Truppe um Sänger, Gitarrist und Songwriter Tapani Tikkanen hat dabei eine interessante Entwicklung durchgemacht. Das Debütalbum war noch ein reinrassiger AOR Rundling. Bereits auf dem Nachfolger tendierte man zu Melodic Rock / Metal. Jetzt scheint man am Ziel angekommen zu sein. Nebst den AOR Wurzeln und dem melodiösen Hardrock und Metal, adapiert man neuerdings auch eine Prise Classicrock. Viel wichtiger aber ist, dass man aktuell erstmals Songmaterial auf der Hinterhand hat, dass Substanz und Charisma aufweist. Grossartige Melodien und eingängige Songstrukturen werden mit ausgeprägter Kreativität kombiniert. Die satten Gitarren werden gekonnt mit filigranen aber unaufdringlichen Keyboards ergänzt. Tapani himself glänzt zudem mit individuellen Vocals, die durchaus Parallelen zu Phil Lynott erkennen lassen. Warum diese Entwicklung 15 Jahre gedauert hat bleibt schleierhaft. Doch was lange währt, wird endlich gut. Wer auf Melodic mit erdigem Touch steht ist mit diesem Album definitiv bestens bedient.
Chris C.     
Punkte: 8.6 von 10
USURPRESS – Interregnum
Agonia Records
Dem schwedischen Progressive Death Metal Trio Usurpress gelingt der Spagat zwischen den musikalischen Stilen wieder mal ganz besonders gut. Nicht dass dieses Stilmittel absolut neu wäre, wie es funktioniert haben Bands wie Godgory, Death oder Sadist schon vorgemacht. Heutzutage ist es eher wichtig, die Kunst zu beherrschen vordergründig unvereinbare Dinge so zusammenzufügen, dass am Ende doch noch eine zwar immer noch heterogene aber trotzdem harmonische Einheit entsteht. Ausschlaggebend ist hierfür nicht zuletzt auch die Konstellation der involvierten Musiker. Das Kernteam bestehend aus Stefan Pettersson (Gesang), Påhl Sundström (Gitarre) und Daniel Ekeroth (Bass) hat auf die Zusammenarbeit mit dem Jazz / Fusion Drummer Stefan Hildman und dem Ambient / Trance Keyboarder Erik Sundström gesetzt, wodurch sich dem Sound ganz neue Perspektiven eröffnet haben. Teile der Tracks sind entweder ganz auf die beiden Gastmusiker zugeschnitten oder sind, als krasser Gegensatz dazu, reiner, brachialer Death Metal, der sich glücklicherweise auch im Midtempo und selbst in richtig langsamen Passagen zu Hause fühlt. Andere Tracks hingegen vereinen beide Welten in sich und dienen dadurch sozusagen als Bindemittel. Auch wenn die sporadisch vorkommenden, vorwiegend gesprochenen Clean Vocal Parts zuweilen leicht schräg daherkommen („Ships Of Black Glass“), bleibt das Album in seiner Gesamtheit ein beachtenswertes Stück musikalischer Kunst. Auch wenn es in dieser Sparte weitaus komplexere und anspruchsvollere Veröffentlichungen gibt, führt für Tech Death Metal – Fans und musikalisch interessierten Fraktal – Mathematikern eigentlich kein Weg an „Interregnum“ vorbei.
Mirko B.     
Punkte: 8.6 von 10
WHITESNAKE – The Purple Tour (Live)
Rhino/Warner
Das 2015 veröffentlichte «The Purple»-Album, erschien damals als Hommage an den 2012 verstorbenen Deep Purple-Organisten Jon Lord. Bei Purple startet 1973 auch die Karriere von David Coverdale, dem Sänger und Bandleader von Whitesnake. Nun erscheint das zur «The Purple Tour» gehörende Live-Album, welches es in unterschiedlichen Versionen zu kaufen gibt. Auch mit einer DVD des auf dem Tonträger zu hörenden Konzertes. Neben David stehen die beiden Gitarristen Reb Beach und Joel Hoekstra, Bassist Michael Devin, Keyboarder Michele Luppi und der zurückgekehrte Schlagzeuger Tommy Aldridge auf der Bühne. Schon beim Opener «Burn» kommen die tollen Gitarrensolos, sowie das ergreifende Keyboardspiel von Michele zu tragen. – Er ist sicher einer der unterbewertetsten Musiker! – Und JA! Coverdale singt lange nicht mehr so gut, wie in seinen besten Zeiten, vieles ist mehr gekrächzt, denn passabel gesungen, aber seien wir ehrlich, auch schon auf der «Slip Of The Tongue»-Tour hatte der Engländer seine stimmlichen Probleme. Ganz zu schweigen von gewissen Aufnahmen der damaligen «1987»-Konzertreise. Dafür sind die heisseren Screams von David echt und nicht wie bei vielen Shoutern aus der Konserve. Spielerisch gesehen feuern die Jungs aus allen Rohren und alleine die Darbietung von Reb und Joel bei «Bad Boys» macht einfach Spass. Mit Tommy kommt auch wieder ein metallener Einschlag zurück, welcher den Songs ein bisschen den Blues nimmt, aber sie dafür mit mehr Rock und eine Spur Metal serviert. Die Setliste besteht grösstenteils aus Songs vom «The Purple Album» und dem erfolgsverwöhnten «1987»-Werk. Auch wenn Reb das Solo bei «Give Me All Your Love» auf seine ureigene Art spielt und Joel mit viel Virtuosität das Ganze beendet und der Song so einen leicht anderen Anstrich bekommt, so macht es trotzdem unglaublich Spass, das Lied zu hören. Erst recht, wenn dann der Fangesang noch sehr authentisch eingefangen wird. Ergreifend auch «Mistreated» und «Ain't No Love In The Heart Of The City». Ebenso wie «Soldiers Of Fortune» eine Nummer, die oftmals vergessen wird, aber ganz einfach zu den Sternstunden des harten Rocks gehört (auch wenn es eine gefühlvolle Ballade ist). Gefühlvoll, aber auch mit viel Herzschmerz, Blues und Dreck unter den Fingernägeln entpuppt sich «Fool For Your Loving», das noch immer eine unglaubliche Energie hat. Die beiden unzerstörbaren «Here I Go Again» und «Still Of The Night» beenden diese tolle Livescheibe. Ja, nochmals, David hatte schon bessere Tage, aber zumindest singt er noch immer mit Hingabe, was vielen neueren Shoutern völlig verloren geht. Ob «The Purple Tour» das Beste von unzähligen Live-Scheiben ist, muss jeder selber entscheiden. Zumindest macht das Album verdammt Spass und gehört in jede gut sortierte Plattensammlung!
Tinu    
Punkte: keine Wertung
MALADIE - ... Of Ham And Salvation
Apostasy Records
'... Of Ham And Salvation' ist der dritte Longplayer nach '... Still ...' (2015), '... Plague Within ...' (2012) und der EP 'Symptoms' (2016) des Nonetts aus Ludwigshafen am Rhein, Rheinland-Pfalz. Seit 2009 frönen sie dem progressiven Black-Metal und bringen mit einem Saxophon, Cello, Piano interessante Instrumente in den Black-Metal hinein. Nun, Maladie setzt sich aus Hauke Peters (Saxophone), Michael 'Jimmy' Imhof (Vocals), Björn Köppler (Guitars), Mark Walther (Guitars), Déhà (Piano, Cello, Vocals), Alexander Wenz (Vocals), Moritz Grenzmann (Bass), Kevin Olasz (Guitars) und Tobias Blach (Drums) zusammen. Überraschenderweise werden die Lyrics in meist lateinischer Sprache, nebst deutschen, englischen und französischen Texten, was ich so raushören konnte, abgehalten, was dem leicht jazzig-fusioniertem Sound ebenfalls zusätzlich noch eine interessante Attitüde gibt, da auch die mehrstimmigen, wirren Gesangslinien in gutturalem wie auch gleichzeitig shoutendem und gesprochenem wie cleanem Gesang ebenfalls eine progressiv sphärische Wirkung hinterlassen. Blastiger Black-Death-Metal wird geboten mit eben genannten Attitüden und dem jazzigen Einsatz des Saxophon wie auch Cellos, den doch etwas metallisch-fusionierten Gitarrensoli. Hauke's Saxophon sowie Déhà's Cello- und Piano-Einsätze zeichnen für einen sehr jazzigen Touch bei Maladie. Björn's, Mark's und Kevin's virtuoses Gitarrenspiele hängen zwischen fusionartigem Jazz und technisch-progressiven Shred-Gitarrensoli, rhythmisch jagen sie allesamt jedoch dem traditionellen Black-Metal nach. Moritz' Bassläufe sind exquisit, wie sie auch aus dem fusionierten Jazz heraus entstehen, rhyhtmisch sehr solide und doch auch solotechnisch flott unterwegs. Tobias' Drumming ist schlichtweg blastend genial, double-bass-mässig schnell, zeitgleich rockig und metallisch in den ruhigeren und jazzigen Parts, speziell wenn das Saxophon und Cello zur Geltung kommen. Michael's, Déhà's und Alexander's Gesang ist genial zu jeder Stimme, der eine shoutet à la Chuck Billy von Testament, der andere growlt gewaltig böse und wiederum untermalt der Letzte der Dreien mit cleanen, klaren Vocals genial zum Gesamtwerk der acht Tracks auf '... Of Harm And Salvation'. Das Coverartwork wiederspiegelt den progressiven Black-Metal perfekt, ebenfalls sehr theatralisch und progressiv verpackt. Die Produktion ist klar, sauber und einfach nur powervoll gelungen. Anspieltipps auch diesmal alle acht Songs, nur einige zu nennen wäre unfair, denn '... Of Harm And Salvation' ist ein wahrhaftiges Gesamtwerk, ein Opus, geworden. Freaks von Bands à la Akercocke, Anorexia Nervosa, Meshuggah und Konsorten freuen sich auf Maladie. Aber hört doch einfach mal rein und lasst euch überraschen, so wie's mir ergangen ist. Progressive-positive.
Leopold    
Punkte: 8.6 von 10
THERION – Beloved Antichrist (3 CDs)
Nuclear Blast/Warner
Das erste richtige Therion-Album nach dem 2010er-Werk „Sitra Ahra“ fordert den Hörer. Es umfasst auf drei CDs verteilt 46 Lieder und 30 Sänger und ist ein monumentales Stück-Metal-Oper, welches ursprünglich auf Vladímir Soloviovs "Kurze Erzählung vom Antichrist“ basierte. Mit zunehmendem Dauer des Songwritings, entwickelte sich dann aber immer mehr zu Therion Chefs Christofer Johnsson eigener Geschichte. Wer die letzten Alben von Therion kennt, wird sich schnell im neuen Klanguniversum zu Recht finden. Wer bei weiblichem und männlichem Operngesang schnell das Weite sucht, wird mit „Beloved Antichrist“ erst recht nicht warm. Aber selbst Fans der Truppe werden Zeit brauchen, um sich in diesem Lebenswerk zu Recht zu finden. Johnsson beschreibt in der „Verpackungsbeilage“, dass das Stück für die Bühne geschrieben wurden, ohne dass das Publikum vorher zwingend die Musik gehört haben muss. Ob das gelingt und das Interesse genug gross ist, um „Beloved Antichrist“ würdig live zu präsentieren, wird sich zeigen. Wie oft man das Tripple-Album hören muss, um in der Geschichte eintauchen zu können, wird wohl bei jedem anders sein. Bei mir selber plätschert es auch nach vielen Versuchen immer noch emotionslos vorbei. Ich fühle mich schlicht überfordert, spüre aber gleichzeitig die unglaubliche Klasse, die hier präsentiert wird. Es ist ein sehr komisches Gefühl. Man könnte das Album deshalb schlechtreden oder als Alternative den Hut ziehen. Ich tue Letzteres und zolle Meister Johnsson Respekt. Dieser wird sich bewusst sein, dass seine Musik alles andere als leicht verdauliche Kost ist. Wer sich an „Beloved Antichrist“ heranwagt wird Mut, Offenheit und Ausdauer brauchen. Ist das Album deshalb schlecht? Mitnichten. Im Gegenteil, es braucht mehr solcher Werke, welche den Hörer fordern oder gar überfordern! Braucht es dafür eine Bestnote? Ebenfalls nicht! Denn ein Blindkauf kann hier zu grosser Enttäuschung führen. Oder anders gesagt: Wer eine lange Bergwanderung wagt, ist gut beraten, sich vorher richtig auszurüsten und sich mit dem der Route und dem zu erwartenden Wetter eingehend auseinander zu setzen. Eine ähnliche Vorbereitung kann auch vor dem Kauf von „Beloved Antichrist“ nicht schaden.
Roger W.    
Punkte: 8.5 von 10
FEED THE RHINO - The Silence
Century Media/Sony
Feed The Rhino sind eine Hardcore/Metal Band aus dem vereinigtem Königreich England. Ihr neustes Werk „The Silence“ könnte ein Maloch aus dem Southern Groove von „Down“ sein mit der Melodie von den „Deftones“ und „Alice in Chains“. Sänger Lee Tobin bringt sein Organ richtig in den Vordergrund mit Melodie und Wutschreien die aber immer recht gut mit der Instrumenten Abteilung zusammen passt. Tja hier scheint das vierte Werk der Bandgeschichte die beste Performance zu sein für die Briten die mir auch persönlich sehr gut gefällt und ich sicherlich nicht zum letzen mal hören werde!
Daniel J.    
Punkte: 8.5 von 10
MACHINE HEAD – Catharsis
Nuclear Blast/Warner
Wenn die härtere musikalische Gangart für etwas steht, dann für Freiheit. Die im Jahre 1991 in Oakland, Kalifornien gegründeten Machine Head richten sich nach genau dieser Maxime, indem sie niemals ihre künstlerische Freiheit aufgegeben und stets ihren Glauben in die Macht der Heavyness behalten haben. Genau diese Tatsache hat erneut im Vorfeld zur Veröffentlichung von „Catharsis“ zu etlichen Diskussionen in der Metalszene geführt. Mit ihrem bahnbrechenden Debütalbum „Burn My Eyes“ von 1994 etablierte sich die Band um Sänger und Gitarrist Robb Flynn als eine Band, die gerne gegen den Strom schwimmt. Unnachgiebig produzierten sie in den Folgejahren eine Menge an bleischweren, aber teuflisch innovativen, modernen Metal-Alben, die den Sound des Metal des 21. Jahrhunderts nicht nur festlegten, sondern auch neu definierten. Von bahnbrechenden Triumphen wie „The Burning Red“ aus dem Jahre 1999 bis hin zu „The Blackening“ von 2007, mit dem die Band die Welt eroberte und mehrmals als Headliner und als Hauptsupport für Metallica und Slipknot den Globus bereiste, hielten sich Machine Head stets mit Leichtigkeit an der vordersten Front der Szene. Mit „Catharsis“ geht es nun erneut auf Achterbahnfahrt durch alle Facetten des immer vielfältigeren Machine Head-Sounds. Vom explosiven Opener „Volatile“ bis zu den himmlischen Melodien und der ergreifenden Erhabenheit des Titeltracks wird das neunte Studioalbum ein Tsunami aus sowohl positiven als auch negativen Emotionen. Eine gewaltige Menge an Stilen und Stoff beinhaltend, ist „Catharsis“ ein 75-minütiger, 15 Songs umfassender Vulkanausbruch voller Schmerz und Wut, Hoffnung und Freude, Melodie und Wildheit. Sofortige Klassiker wie das donnernde, riffgeladene „Beyond The Pale“, die Grooves und die Gossenpoesie von „Triple Beam“ und das psychedelische „Kaleidoscope“ gehören zum Eindrucksvollsten und Kraftvollsten, das Flynn und seine jahrzehntelangen Bandkollegen bis heute geschrieben haben. Knurrende Thrash ‘n‘ Roll-Tracks wie „California Bleeding“ und der Lemmy-Tributsong „Razorblade Smile“ bringen hingegen eher die aggressive, fiese Seite der Band zum Vorschein. „Catharsis“ ist und bleibt in der Szene ein vieldiskutiertes Album aber wahre MH-Fans werden dieses Werk vergöttern!
Oliver H.    
Punkte: 8.5 von 10
NECROPHOBIC - Mark Of The Necrogram
Century Media/Sony
Schwedens ureigene Necrophobic läuten nach dem Ex-Sänger-Debakel von 2013 offiziell ihren zweiten Frühling ein. Und der neue Sänger ist der wiederum ganz Alte, Ur-Krächzer Anders Strokirk nämlich. Ebenfalls wieder mit dabei ist das Gitarrentandem Johan Bergebäck/Sebastian Ramstedt, welches den Grundpfeilern der Band (Drummer Joakim Sterner und Basser Alex Friberg) wieder heissen Wind unter die ledernen Flughäute bläst. Ihr stromlinienförmiger Black/Death ist wie gehabt nicht für Anhänger von archaischem Gerumpel gedacht, sondern bezieht seine Anziehung aus kraftvollen, melodischen, "poppigen" und stimmungsvollen Songs. Toller Soundtrack um wild in der Gegend herum zu gucken, übermässig Bier zu trinken und hemmungslos die Air zu fisten. "Mark Of The Necrogram" erinnert zudem öfters an die seligen Dissection, könnte sogar fast als Bindeglied zwischen "Storm Of The Light's Bane" und "Reinkaos" dienen. Die fette, homogen tönende Produktion, das Kristian Wåhlin Cover und diese ätherische Leichtigkeit zehn Songs mit soviel Groove und Bauchgefühl zu präsentieren verlangt zumindest einen gewissen Respekt. Einmal mehr wurde das Rad zwar nicht neu erfunden , dafür sehr ansprechend neu designed. Reinhören.
Hardy    
Punkte: 8.5 von 10
CRUCIFYRE – Post Vulcanic Black
Pulverised Records
Ok, damit habe ich jetzt nicht gerechnet – zuerst war ich noch der Meinung, mit Crucifyre nun eine sehr schwarzmetallische Band zu rezensieren. Nun, so kann man sich täuschen, nur schon der Einstieg mit dem Titeltrack erinnert eher an alte Doom-Machenschaften der Marke Sabbath, Orange Goblin oder Pentagram. Gut, die Vocals sind schon ziemlich derbe im Keller, macht aber nix. „Thrashing With Violence“ könnte ein Bastard aus Candlemass, Metallica und Venom sein, während „Mother Superior’s Eyes“ frappierend an Witherscape erinnert. „War Chylde“ (interessante Schreibweise) geht dann wieder in Richtung Venom/Candlemass, und mit „Död Människa“ haben wir sogar einen fremdsprachigen Titel im Gepäck. Der Rausschmeisser „Serpentagram“ ist dann eher ruhiger gehalten, steigert sich aber immer mehr und endet schlussendlich mit flirrenden Gitarren und atmosphärischen Hintergrundgeräuschen. Kurzum: Crucifyre haben einen sich windenden und stetig verändernden Bastard in diese Welt geschmissen – Wer es nicht nötig hat, dass ständig nur geknüppelt und gegrunzt wird sowie Wert auf eine ordentliche Abmischung legt, der sollte sich „Post Vulcanic Black“ mal genauer anhören. Leicht zugänglich ist zwar anders, aber es sperrt sich jetzt nun auch nicht dermassen, dass man keinen Zugang finden würde.
Toby S.    
Punkte: 8.5 von 10
GOOD TIGER – We Will All Be Gone
Metal Blade/Sony
Good Tiger ist zwar eine noch recht junge Band, doch die einzelnen Mitglieder bringen nicht nur viel Talent, sondern auch Erfahrung mit: Elliot Coleman (Ex-Sänger bei Tesseract), Derya Nagle und Joaquin Ardiles (ehemalige Gitarristen von The Safety Fire) sowie Bassist Morgan Sinclaire (Tourgitarrist für Architects). Dazu kommt Drummer Alex Rüdinger (unter anderem The Faceless), der auf diesem Silberling wirklich eine phänomenale Arbeit leistet. Tatsächlich sind die variantenreichen Drums eins der Highlights dieses Silberlings und enorm prägend für den Sound der Alt-Metaller. Etwas gewöhnungsbedürftig, dafür umso unverkennbarer, ist der fast schon androgyn wirkende Gesang von Frontmann Elliot Coleman. Seine hohe Stimme ist eher ungewöhnlich für die Mischung aus Alternative Metal und Progressive Rock, den die Good Tigers zelebrieren – aber nicht ohne Präzedenzfall (The Darkness). Musikalisch hat die Band nach ihrem viel gelobten Debütalbum “A Head Full Of Moonlight“ (2015) noch einen drauf gelegt und präsentiert nun ein deutlich dichteres Songwriting sowie eine sehr gute Aufnahmequalität, wobei es deutlich weniger metallisch zu und her geht. Das Album erweist sich als erstaunlich abwechslungsreich, da mehrere Mitglieder an den Texten schreiben – so geht es mal um Themen wie Freundschaften und Beziehungen (“Salt of the Earth“, “Grip Shoes“), mal um persönliche Erfahrungen der Band auf Tour. Scheinbar sind alle Good Tigers nämlich grosse Fans von gutem Kaffee und die 19 Gramm sind die optimale Menge Kaffeepulver für eine perfekte Tasse Espresso - “Nineteen Grams“ beschreibt diesen fast schon feierlichen Genussmoment. Ein weiterer besonderer Track ist “I‘ll Finish This Book Later“, ein Duett zwischen Gitarrist Nagle und Sänger Coleman.  Fazit: Good Tiger ist ein wenig gewöhnungsbedürftig, aber hier haben sich definitiv ein paar sehr talentierte Musiker zusammengefunden, die aussergewöhnlich gut miteinander harmonieren. Wer auf etwas spezielleren Alternative Metal, gespickt mit ein paar progressiven Elementen steht, der ist hier definitiv an der richtigen Adresse! Einziger Wermutstropfen – die einzelnen Tracks sind sehr kurz und entsprechend beträgt die gesamte Spielzeit auch nur 36 Minuten. Good Tigers punkten generell mit sehr dichten und soliden Kompositionen, da hätten sie sich ruhig auch an etwas längere Songs trauen dürfen - wenn schon, denn schon!
Patricia H.    
Punkte: 8.5 von 10
POEM - Unique
ViciSolum Productions
Die griechische Band aus Athen veröffentlicht im Februar ihr drittes Album. Musikalisch machen es uns die Griechen nicht ganz einfach. Gross ist ihr Spektrum. Als erstens fällt die tolle, variable Stimme von Giorgos Porkopiou auf. Kräftig und mit viel Gefühl singt er sich souverän durch die sieben Tracks. Irgendwo zwischen Metallica, Muse und Volbeat. Eine leckere Mischung und es ist schwer sich von der Stimme loszulösen, um auch mal auf den Reste der Musik der Griechen zu hören. Gut zu hören bei "My Own Disorder". "Four Cornered God" lebt dann von der Vielseitigkeit der Musiker. Eher ruhig wird gestartet um dann mit einem coolen Prog Part zu punkten, später entwickelt sich der Song in eine starke Prog Metal Nummer. Man switcht musikalisch umher zwischen Metal ,Prog und Alternative. Und über allem thront die mächtige Stimme von Giorgos. Man erkennt ganz klar, dass er alle Songs mit seiner variablen Stimme aufwertet. Es macht echt Spass wie die Griechen mit ihrem schwedischen Gitarristen Laurence Bergström so verschiedene Genres in den einzelnen Tracks vermischen. Gut zu hören auch beim tollen "Euthanasia". Top sicher das geniale "Unique" eher ruhig und mit klasse Drum Arbeit von Stavros Rigos. wobei auch die Lead Gitarre eine klasse gefühlvolle Leistung zeigt. Dasselbe gilt für das Finale Stück "Brightness Of Loss". Knapp acht Minuten zeigen die Jungs hier zu was sie Musikalisch fähig sind, klasse Nummer. "Unique" ist ein sehr interessantes Stück Musik das seine Zeit braucht um sich dem Zuhörer vollkommen zu öffnen. Dann aber bringt man den Rundling kaum mehr aus dem Player raus.
Crazy Beat   
Punkte: 8.4 von 10
TEMPLETON PEK - Watching The World Come Undone
Drakkar Entertainment/Musikvertrieb
Das Trio aus Birmingham England bringt hier ihr fünftes Werk heraus. Erster Song ballert los und sofort wippt der Fuss mit. Punkrock a la „Rise Against“ wird hier zum besten gegeben. Ja man durfte sogar mit den Idolen aus den USA auf Tournee. Tja was will man da schlechtes schreiben eigentlich gar nichts den diese Mucke macht richtig Spass auch wenn nicht immer so eigenständig und man das Genre ja nicht erfunden hat. Aber Nachahmer sind die Engländer wirklich nicht den sonst würden sie schon lange Geschichte sein. Vollgas Punk Rock!
Daniel J.   
Punkte: 8.4 von 10
OZONE MAMA - Cosmos Calling
Ripple Music
Diese vier Ungarn sind in ihrem Herzen US – Amerikaner, anders kann ich mir dieses Album nicht erklären. Ausser damit, dass sie vermutlich ihre ganze Kindheit ausschliesslich damit verbracht haben, 24 Stunden am Tag Molly Hatchet, Blackfoot, Lynyrd Skynyrd, Free, 38 Special und The Four Horsemen zu hören. Ganz so knackig wie die genannten Bands gehen sie zwar nicht vor, aber der Einfluss elektrisch verzerrter Südstaatenklänge ist deutlich hörbar. Dem fügen sie noch Vibes aus dem Schaffen von Led Zeppelin, The Black Crowes und Pearl Jam hinzu, und fertig ist ein musikalisches Gebräu, das sie zum richtig heissen Scheiss in ihrem Heimatland hat werden lassen. Verdientermassen muss ich sagen, denn die meisten der mit viel Herz vorgetragenen Songs gehen gut ins Ohr, brillieren mit mitreissenden Grooves und oft mehrstimmigen Refrains und stehen kompositorisch den amerikanischen Vorbildern eigentlich in fast nichts nach. Kleine Schlenker in Richtung Classic Rock („High Ride“) respektive funkig und soulig eingefärbte Geschichten („Doppelganger“, „Feel So Alive“) lockern die Geschichte zusätzlich auf und lassen über die zwei bis drei eher semitollen Nummern grosszügig hinwegsehen. Und lasst euch bloss nicht vom Coverartwork täuschen (Eine schwarze Flagge schwingende Dame mit offenem Astronautenhelm sitzt auf einem mit Panzerplatten versehenen Mischwesen aus Hirsch und Hase, das Ganze im Comic – Stil gehalten), die vier Musiker haben mit Space – oder Stoner Rock absolut nichts am Hut. Für Freunde von Clutch, Blackberry Smoke, den Rival Sons oder Black Stone Cherry, nur um ein paar modernere Genrevertreter zu nennen, dürfte diese Scheibe durchaus eine lohnenswerte Anschaffung darstellen.
Mirko B.    
Punkte: 8.4 von 10
EXTREMITIES - Gaia
Painted Bass Records
Ouh, doch noch Niederländer in dieser Ausgabe. Und was für welche. Progressive-Metal mit Groove-, Death-, Thrash-Metal-Einflüssen. Wie würden berühmte Leute sagen? Tolstoi, ... schwere Kost. Dasselbe gilt nun für: Extremities ... schwere Kost, im wahrsten Sinne des Wortes und der Bedeutung. Die relative junge Band, gegründet 2015, bringt mit 'Gaia' ihr Debut auf den Markt. Der Fünfer aus Eindhoven, namens Bart Merkus (Bass), Pim Goverde (Drums), David Luiten (Guitars), Thimo Franssen (Vocals) und Maarten Stoelhorst (Guitars) hatten bisher ihre EP 'Rakshasa' veröffentlicht und holen mit einem mächtigen Keulenschlag zum Debut aus. Nun, was verknüpft nun der Fünfer in ihren mächtigen Sound so alles rein? Also, sicher mal Progressive-Metal, kombiniert mit einer interessanten Mischung aus Technical-Death-Metal-Parts einerseits, aber auch andererseits thrashige und schlicht metallische Elemente in ein Werk voller Wogen, will sagen, einerseits herrschen Sturm und Drang-Zeiten, andererseits ist es wieder windstill (musikalisch gesprochen, wohl bemerkt), will sagen, kommen schwebende, mystische, progressiv-sphärische Elemente zum Tragen. Acht Tracks voller Überraschungen, acht Tracks voller Diversitäten erfüllen 'Gaia' mit Leben. Thimo's Vocals sind mal growlend, danach clean, mal shoutend, mal ruhig. Maarten's und David's Gitarrenarbeit angelt sich von riffenden, thrashigen, technisch-deathigen Parts zu progressiven, schwebenden, teils auch cleanen Momenten, gepaart mit technisch versierten Soli, teils mit leicht fusion-jazzigen Elementen, melodiös, mal abstrakt. Bart's Bassspiel untermalt die zwei Gitarren perfekt im groovigen Bereich, er baut auch sehr eigenständig und tragende Melodiebögen ins Gesamtkunstwerk mitein. Pim's Drumming ist einer der vielseitigsten und modernsten, was ich bisher zu hören bekommen durfte. Mal treibt er double-bass-lastig nach vorne, anderseits schwebt er mit schwingenden Cymbals und Tombs hinaus in die weite Welt. Das Coverartwork ist sehr avantgardistisch gehalten, so wie es auch der Sound auf den acht Songs es wiedergeben, progressiv. Die Produktion ist perfekt, alles kommt klar rüber, progressiv druckvoll. Anspieltipps wären da 'Emissary', Through The Dreamscape', 'Ciruclar Motions' und 'War', obwohl alle acht Songs gerade so gut erwähnenswert wären. Fans von Dream Theater, Meshuggah, Animals As Leaders, Psychotic Waltz und Konsorten sprichen Extremities mit 'Gaia' an, doch hat es auf jeden Fall noch Platz für alle anderen Metal-Interessierte/n. Hammerteil ... und wieder von den Niederländern. Da ist einiges in der Szene am positiv Rumoren.
Leopold    
Punkte: 8.3 von 10
SHIRAZ LANE – Carnival Days
Frontiers Music/Musikvertrieb
Mit „Carnival Days“ präsentieren uns die Finnischen Neo-Sleazer Shiraz Lane ihr zweites Album. Nach wie vor huldigt man dabei den ganz Grossen des entsprechenden Genres, Guns N'Roses und Hanoi Rocks, bringt aber auch Aerosmith ins Spiel. Gefährliche Vergleiche. Eine relevante Annäherung ist nur schon durch den veränderten Zeitgeist praktisch nicht möglich. Zudem ist der Sound der Combo schon sehr glattpoliert, Ecken und Kanten wurden leider entfernt, die anständige Portion Dreck, z.B. in Form einer Prise Punk wie bei genannten Querverweisen, wurde weggelassen. Somit wildert man in der Praxis vielmehr im melodiösen Hardrock. Will man unbedingt eine Achtziger Formation zur Sprache bringen, wäre die Glam Band Poison prädestiniert. Labelseitig wird auch Crazy Lixx, Santa Cruz und Crashdiet erwähnt, was den Nagel ziemlich genau auf den Kopf trifft. Im direkten Vergleich zum tollen Debüt „For Crying Out Loud“ hat man erkennbare Fortschritte gemacht. Vor allem Sänger Hannes Kett hat offensichtlich an seinen Vocals gearbeitet. Die ganz hohen, fast schon schmerzverursachenden Töne sind glücklicherweise verschwunden. Das eh schon versierte Songwriting konnte auf hohem Level weitergeführt werden. Die Jungs schmeissen mit knackigen Melodien und eingängigen Hooklines um sich, so dass ein Album mit hohem Mass an Wiedererkennungswert resultiert. Sympatische Band mit nunmehr einer zweiten starken Scheibe im Gepäck.
Chris C.    
Punkte: 8.3 von 10
EMPIRESFALL - A Piece To The Blind
Iron Shield Records
Na, na, heute ham'wer die Invasion aus teutonischem Lande, so waren die Niederländer letzten Monat zahlreich anwesend, nun sind's diesen Monat die Alemannen. Diesmal kommt eine Combo namens Empiresfall aus der Hansestadt Hamburg zum Zuge, mit 'A Piece To The Blind' und überrascht mich mit erfrischendem Thrash-Metal mit leicht Anleihen aus dem Speed- und Power-Metal-Bereichen, was deren Zweitwerk verdammt gut zum Stehen kommt, nach 'Riot' (2014) und der EP 'Place Of Pain' (2009). Seit 2008 thrashen die Vierer im Namen von Empiresfall durch die Welt. Franky Chigetti (Vocals, Guitars), Alex 'Mad' Bäm (Guitars), Dennis Gundelach (Bass) und Nico Steffens (Drums) zelebrieren den guten, alten Thrash-Metal im modernen, metallischen Gewand. Will sagen, der Spagat zwischen sogenannten 'old-school' Sachen und modernem Sound sowie Riffing gelingt Empiresfall hervorragend. Die Klampfen von Franky und Alex riffen was das Zeugs hält, in Kombination mit hervorragendem Soloing. Franky's Vocals sind perfekt in thrashigem Shouting gehalten, Dennis Bassspiel ist ebenfalls herausragend zu den gitarrentechnischen Hochleistungsportleistungen, er setzt sich gekonnt in Szene und kommt zum Glück deutlich zwischen den zwei Saitern zum Grooven. Nico's drumming ist einerseits ziemlich 'old-school' gehalten, doch wiederum zeigt er ein konstantes, stets nach vorne peitschendes, modernes Drumming auf. Alles zusammen ergibt ein modernes 'old-school' Thrash-Scheibchen mit acht Songs namens 'A Piece To The Blind'. Das Coverartwork zu guter letzt repräsentiert den peitschenden Thrash-Metal formidable und die Produktion ist einfach der Hammer geworden, klar, sauber und doch sehr druckvoll. Anspieltipps wären so 'The Descendant', 'Enemy Of Mine', 'Betrayers' und das Titelstückchen 'A Piece To The Blind'. Thrash-Fans mit Faible für Kreator, Destruction, Sodom, Tankard, Grinder, Protector, Accuser und Konsorten sind mit diesem Teilchen edelst bedient.
Leopold    
Punkte: 8.2 von 10
LOATHE - Holding Absence, This is as on… (EP)
Sharptone Records/Warner
Liverpool hat nicht nur gute Fussballer nein auch in Sachen harten (sehr hartem…) Metal hat man gute Karten International mit den bestem mitzuhalten. Seit der letzten Platte The Cold Su die im April 17 das Licht der Welt erblickt hat ist nicht viel Zeit vergangen. Umso erstaunlicher das man jetzt mit einer vier Track EP daher kommt. Mir persönlich gefällt das Melange aus Messhugah und Mastodon recht gut. Ok es ist schwer verdauliche Musik aber das können der Musiker ist hier der Schlüssel zum Erfolg. Man wir von Laote sicher noch viel positives Hören da bin ich mir sicher.
Daniel J.   
Punkte: keine Wertung
NOCTURNAL HOLLOW - The Nuances Of Death
PRC Music
Nun, einen Exoten darf ich euch, geneigte Leserschaft, mit Nocturnal Hollow präsentieren. Das Trio stammt aus Punto Fijo und kommt aus Venezuela. Nocturnal Hollow sind seit 2010 in der metallischen Welt tätig und veröffentlichen mit 'The Nuances Of Death' bereits deren vierter Longplayer, nebst 'Deathless And Fleshless' (2016), 'Into The Shade Of Solitude' (2014), 'Decay Of Darkness' (2011) und den zwei EP's 'Demonical Euphony' (2016), 'Fleshless And Deathless' (2015). Nocturnal Hollow haben sich dem straighten old-school Death-Metal verschrieben und diesem gedeihen sie mit zehn Tracks auf 'The Nuances Of Death'. Wow, gnadenlos straight as hell. Nocturnal Hollow sind Leo Rios (Bass), George Knive (Drums) und JR Escalante (Guitars, Vocals). Einen leichten Schweden-Touch ist dennoch auszumachen, aber das venezolanische Trio-Infernale frönt sich doch eher dem straighten, brutalen Death-Metal. So ist auch George's drumming double-bass-lastig stets nach vorne peitschend, groovend, rhyhtmisch tight, einfach höllisch brutal. Leo's Bass ist wummernd straight und tight, passend zu den treibenden Drums von George. JR's Gitarrenriffgewitter könnte direkt von 'Left Hand Path' von Entombed stammen, doch JR spielt es straighter, brutaler und härter. Yep, das gibt's tatsächlich. Auch seine Soli sind straighter, teilweise melodiös, so wie's seine schwedischen Kollegen sich auf den Leib geschrieben haben. Dennoch ist JR's Gitarrenspiel erkennbar, will sagen, er ist nicht auf das Abkupfern gedrillt, nein, er setzt gekonnt spielerische Akzente. Auch seine Growls und shoutenden Vocals passen perfekt zu 'The Nuances Of Death'. Das Trio harmoniert bestens auf den zehn Tracks, auch die Produktion kommt klar und verdammt powervoll rüber. Dazu passt auch das etwas 'old-school'-mässige Coverartwork. Insgesamt ein gelungenes Werk, was uns da aus Venezuela erreicht. 'Crooked God', 'Praise The Unbless', 'An Evil Wrath', 'Demonic Breath' und alle anderen Songs wären Anspieltipps für euch. Fans von Entombed, Bloodbath, Entrails, Dismember, Unleashed und Konsorten ist dieses Scheibchen beinahe ein 'Must', der Rest wie immer mal anhören und antesten. Ich persönlich find's einfach nur noch goil und bringt mich 'back to the roots', hellyeah.
Leopold
     
Punkte:
8.1 von 10
VISIGOTH – Conqueror’s Oath
Metal Blade/Sony
Was für eine Steigerung! 2013 durfte ich die vier Track-EP dieser amerikanischen Heavy Metal-Band bewerten und gab ihnen zu Recht mickrige fünf Punkte. Eine Single und ein Debutalbum später, sieht die Sache beim Zweitwerk gänzlich anders aus. Heute darf ich eine Kaufempfehlung für all diejenigen aussprechen, welche Bands wie HammerFall, Blind Guardian, die Schweizer Pertness und dezent Manowar gerne hören. Wobei Visigoth aus Salt Lake City erstaunlich europäisch klingen. Trotzt den Querverweisen erschaffen die Amerikaner ihre ganz eigene Atmosphäre. Herausragend und Stilprägend sind die vielen kleinen Gitarrenmelodien, die locker aus der Hand wie zufällig kurz hin gespielt werden. Dezent erinnert das ganze gar an die Virtuosität von Dragonforce und die Epik dezent an GloryHammer. Der Gesang von Jake Rogers wurde mit viel Hall aufgenommen und nervt zu keiner Sekunde. Musikalisch wildern sie auf Conqueror’s Oath im gesamten klassischen Heavy Metal-Universum. Neben Riff-lastigen Stücken gibt es also auch Raser und Rock’n’Roll. Damit empfehlen sich Visigoth für höhere Taten. Schaffen es die Amerikaner, den Charme der neuen Lieder auch als Vorband einer der genannten Bands auf die Bühne zu bringen, sollte ihnen die Metalwelt zu Füssen liegen. Wer es nicht glaubt, der höre in dieses Album rein.
Roger W.     
Punkte:
8.0 von 10
ANIMAL DRIVE - Bite!
Frontiers Music/Musikvertrieb
Mit etwas Schützenhilfe von Jeff Scott Soto bekamen die kroatischen Heavy Hardrocker einen Deal mit dem italienischen Label-Stall Frontiers Records. Das ist natürlich nicht verboten, lässt aber die Frage anklingen, ob es ohne Fürsprache auch gereicht hätte. Die Info von wegen "for Fans from Skid Row, Whitesnake and Dream Theater" liest sich erstmal nicht schlecht. Zudem kann Mainman und Bandgründer Dino Jelusic für sich in Anspruch nehmen, mal einen gewichtiger Part beim Trans Siberian Orchestra, kurz TSB, eingenommen zu haben und darf wohl mit weiteren Engagements rechnen. Animal Drive wurden 2012 aus der Taufe gehoben und haben nun mit «Bite!» ihr Debüt-Album am Start. Eigentlich wollte man das erste Langeisen etwas früher, sprich Ende letzten Jahres raus hauen. Nun hat es ein wenig länger gedauert, was ja per se nicht tragisch ist. Das Alien-artige Wesen auf dem Cover lässt erahnen, dass hier in der Tat mit Drive zu rechnen ist. Der mit Hammond-Sound unterlegte Beginn des Openers «Goddamn Marathon» hört sich beim ersten Anhören bereits ziemlich interessant an, um dann aber relativ hart im Stile der eben genannten Skid Row (zu «Slave To The Grind» Zeiten) und Dream Theater in der «Train Of Thought» Phase los zu brettern. Dieser Style setzt sich nachfolgend auch bei «Tower Of Lies» fort. Gitarrist Ivan Keller liefert hierzu beeindruckende Riffs und Licks ab, inklusive Bending à la Zakk Wylde. Während die ersten drei Songs deutlich in der Ecke von Skid Row stehen, dringen Coverdale & Co. bei der ansprechenden Halbballade «Hand Of Time» deutlich durch. Das schleppend und geil abrockende «Time Machine» sorgt derweil, inklusive Piano-Einschub gegen den Schluss hin, für den nötigen Kontrast zum deftigeren Material. Die Gesangsleistung von Dino Jelusic ist über alles gesehen verdammt gut und liegt irgendwo in der Schnittmenge zwischen David Coverdale und Jorn Lande. Wie so oft, und das zeigt auch die zweite Halbballade «Father», liefern gute Sänger besonders hierbei eine überzeugende Leistung ab. «Bite!» darf man durchaus als gelungenes Debüt-Album bezeichnen, wobei die melodiöseren Reminiszenzen an die weisse Schlange deutlich besser munden als das (zu) ruppige Element von Seb Bach & Company.
Rockslave     
Punkte:
8.0 von 10
BLACK VEIL BRIDES – Vale
Spinefarm/Universal
Mit dem fünften Album stehen die Amis von Black Veil Brides in den Startlöchern um der U20-kreischenden-Mädchenfraktion erneut einen gehörigen, klebrigen Fleck in den Strings zu besorgen. Von den einstigen Mötley-Crüe-Nachfolgern ist spätestens nach dem Überwerk «Set The World On Fire» mit dem Singlehit «Fallen Angels» nur bedingt noch was übrig geblieben. Die Jungs entwickelten sich eher die Avenged Sevenfold-Richtung und konnten sich so dem Mainstream schneller zuwenden. Schade eigentlich, denn hört man sich auf dem neuen Werk «Vale» die Nummer «Wake Up» an, mit diesem typischen Metal-Gitarrensolo, erinnert man sich sehr gerne an die alten Tag des Fünfers um Sänger Andy Biersack zurück. Black Veil Brides ist heute eine Truppe, die man sich problemlos anhört um gleich danach dem nächsten Hitparadenstürmer zu huldigen. Was die Herren machen, machen sie verdammt gut und dank der Stimme von Andy gehen Hits wie «When They Call My Name» sofort ins Ohr. Dass bei dieser Nummer auch feine Streicher zum Einsatz kommen, macht die Truppe nur noch Massentauglicher. Ja, die einstmals rockige Ausrichtung ist einer sehr erwachsenen Schiene gewichen. Was den Jungs sicher den einen und anderen Dollar mehr einbringt, bei den Hardrock-Fans aber ein Schulterzucken und Kopf schüttelndes Abwenden mit sich zieht. Logisch hat Black Veil Brides mit dem über acht Minuten langen «Dean Man Walking», dem sich vehement aufbauenden «The King Of Pain» und dem gefühlvollen Titeltrack tolle Kompositionen in den eigenen Reihen. Aber (auch) ich vermisse diese Arsch tretende und Leck mich am selbigen-Attitüde, wie sie damals noch bei «Set The World On Fire» vertreten waren. Fazit: Ein eigentlich tolles Album, das aber klar im Schatten eines Szenen-Highlight steht.
Tinu     
Punkte:
8.0 von 10
DON BROCO - Technology
Sharptone Records/Warner
Mit Don Broco haben wir es mit dem heissesten Eisen der Briten zu tun seit den famosen Beatles. Nun die Engländer haben einen begnadeten Sänger an Bord und die Instrumenten Fraktion ist sehr im Kommerziellen des Rock zu Hause. Ja es klingt stark nach Radio und Hitparade. Auch wenn ab und wann die Fetten Gitarren ausgepackt werden nein Don Broco werden sich nicht aus dem Todsicheren Hitschema wegbewegen. Ok es ist alles angelegt für Erfolg mit Super Sänger und melodischem Rock mit Stromgitarren aber mir ist das alles zu gezielt auf Hitparade aus ja der Diamant wurde zu viel geschliffen was aber nicht heissen muss das die Band schlecht ist.
Daniel J.    
Punkte:
8.0 von 10
OF MICE & MEN - Defy
Rise Records
Eine der interessantesten Metalcore Bands der letzten Jahre ist mit ihrem neuen Album zurück, welches man sich definitiv antun sollte. Jedes Lied ist stilistisch ein klein Wenig anders gehalten, doch im Grossen und Ganzen sind sich die Kalifornier auch nach dem bedauernswerten, aber aus gesundheitlichen Gründen notwendigen Ausstieg des Sängers Austin Carlile, treu geblieben. Die Scream- und Gesangsparts wurden vom Bassisten Aaron Pauley übernommen und ohne zu viele Anglizismen verwenden zu wollen, erlaube ich mir den passenden Ausdruck: "He nailed it!". Das Album ist als gesamtes solide und bereitet beim Zuhören eine grosse Freude. Weshalb die Band immer wieder in das Core-Genre gedrückt wird, ist mir persönlich nicht ganz klar, denn ich erkenne viele Elemente anderer Genres. Nanu, nichtsdestotrotz bin ich überzeugt, dass die Band mit Aaron als Sänger auch in Zukunft tolle Alben produzieren wird. Mit 46 Länge ist das Album im gesunden Durchschnitt, mehr wäre in diesem Fall zu viel gewesen. Genau richtig getroffen sind die Lieder und auch das Cover des Pink Floyd Hits "Money" erfreut die Ohren. Besonders nach diesem Album habe ich ganz grosse Lust auf ein Konzert der Herren zu besuchen. Was mir auffällt, ist, dass man trotz der Härte und "Dunkelheit" unserer Lieblingsgenres den lockeren, freudigen Kalifornischen Lifestyle heraushören kann, egal ob jetzt Heavy Metal oder eben Core. Dies macht Lust auf mehr. Dieses Album klingt dadurch nicht übertrieben hart, ja fast etwas locker, genau auf den Punkt gebracht und dürfte auch für Metal-Einsteigern, die noch nicht auf die ganz Harten Alben zurückgreifen möchten, einen guten Start bieten.
Mona    
Punkte:
8.0 von 10
UNRULY CHILD – Unhinged Live From Milan
Frontiers Records/Musikvertrieb
Während ich schon ganz gespannt auf die neue Live-Scheibe von den L.A. Guns warte, die auch am Frontiers-Konzert aufgenommen wurde, erscheint nun die Live-CD/DVD von Unruly Child. Mit viel Schmackes rocken sich die Herren durch ihre zwölf Tracks, die live um einiges kräftiger und nicht so «schwülstig» aus den Boxen rocken. Klar, Unruly Child sind und bleiben eine AOR-Band, die aber immer mit Gitarren dominierenden Sounds aufwartet. Die Amis sind eine Truppe, die ich mir nicht immer anhören kann, aber auf dieser Live-Scheibe (die DVD liegt mir leider nicht vor!) rocken die Herren schön nach vorne los. Ist dies bei «Lay Down Your Arms», «Rock Me Down Nasty», «On The Rise», oder «Tunnel Of Love» der Fall, bleibt das Bein kaum stehen. Dass die Jungs mit Balladen überzeugen werden ist klar und so ist der Mitsingfaktor bei «Forever», und «Is It Over» sehr hoch! «When Love Is Gone» läutet das Finale ein, welches durch «Who Cries Now» beendet wird. Wer auf packenden AOR-Sound steht, wird an diesem Album nicht vorbeikommen, denn neben vielen Melodien, ist auch die Spielfreude der Musiker zu hören.
Tinu     
Punkte:
keine Wertung
NEBULA - Let It Burn - Dos Eps -To The Center (Re-Releases)
HeavyPsych Sounds
Diese Re-Releases dürften Stoner – und Desert Rock – Enthusiasten glänzende Äuglein bescheren. 1997 durch ex-Fu Manchu Musiker gegründet, hat es dieses Power Trio von Beginn an tunlichst vermieden, wie ein einfacher Klon des ursprünglichen Brötchengebers zu klingen. Nebula waren abgespacter, gleichzeitig aber auch um einiges räudiger und punkiger als Fu Manchu. Der sehr starke Garage Rock – Einschlag wurde dabei durch den simplen Schiefgesang von Gitarrist / Mastermind Eddie Glass noch hervorgehoben, was die Band sehr schnell in die Nähe von The Stooges gerückt hat (deren Song „I Need Somebody“ vom „Raw Power“ – Album auf der 1999er Scheibe „To The Center“ dann auch konsequenterweise gecovert wurde). Aber so simpel und straight dies alles nun auch klingen mag, das Trio steckte dann doch ein breiteres musikalisches Spektrum ab, als es meine ersten paar Zeilen vermuten lassen. So sind vor allem auf der EP – Compilation „Dos EPs“ doch einige trippige Jam – Momente enthalten, wie sie besser und ausufernder Meister des Faches vom Schlage Hendrix oder The Doors nicht hinbekommen hätten. Somit vermitteln diese drei Scheiben einen guten Eindruck davon, was diese Band in den ersten zwei Jahren ihrer Existenz ausgemacht hat. Fuzzig, psychedelisch aber je nach Track auch überraschend rockig, rotzig und bluesig, die Jungs hatten ihre Hausaufgaben in Sachen musikalische Vielfalt gemacht. „Let It Burn“ und „To The Center“ enthalten jeweils zwei Bonustracks (Live – bzw. Demo – Versionen einzelner Albumsongs), auf die Zusammenstellung der „Sun Creature“ und „Nebula/Lowrider“ – EPs sind hingegen drei bisher unveröffentlichte Nummern als Kaufanreiz draufgepackt worden. Nach siebenjähriger Auszeit hat sich die Truppe übrigens Ende des letzten Jahres in der Formation Eddie Glass (Gitarre und Gesang), Tom Davies (Bass und Gesang) und Michael Amster (Schlagzeug) wieder zusammengerauft, um zumindest live wieder von sich hören zu lassen. Mal schauen, wie lange es diesmal hält, wies die Band in ihrer Vergangenheit bei der Rhythmusfraktion doch eine ähnlich hohe Personalfluktuation auf wie Sodom bei den Gitarristen und Drummern…
Mirko B.   
Punkte: keine Wertung
ÖBLIVÏON - Resilience
ROAR! Rock of Angels Records
Die Grenze zwischen Heavy und Power Metal ist manchmal nicht so klar ersichtlich, ja verschwommen. Dies wird auch im Fall dieser französischen Formation einmal mehr klar. Knapp mehr als 50 Minuten Tonmaterial welches anregt und Lust auf mehr macht befindet sich aum gelungenen Debütalbum. Nicht nur die Musik wurde sorgfältig einstudiert, auch das Logo und Albumcover strahlen Perfektionismus aus. Die Länge wurde genau richtig bemessen, mehr wäre wohl zu viel des Guten. Die Musiker haben alle noch Erfahrungen aus anderen tollen Bands mitgebracht und das Zusammenspiel ist ein Fest für die Ohren. Ein absolut bemerkenswerter Newcomer, welcher für alle Fans des guten alten Hard Rocks ein Pflichtprogramm werden dürfte, aber auch die Liebhaber der moderneren Strömungen überzeugen kann. Von den Riffs über die Vocals, alles wurde harmonisch vereint und das Ergebnis ist sehr zufriedenstellend. Definitiv ein Kauftipp! Ein weiterer Act, welcher auf meiner Concert-Bucket List landet.
Mona  
Punkte:
8.0 von 10
PAINTED BLACK – Raging Light
Wormholedeath
Die Portugiesen können im härteren Sektor gut was reissen, das weiss man nicht erst seit Moonspell oder Heavenwood. Painted Black veröffentlichen nun seit ihren Anfängen 2001 erst das zweite ‚vollwertige‘ Lebenszeichen, sprich LP. Ganz ehrlich, die Scheibe ist ziemlich durchwachsen. Zu Beginn klingt alles noch sehr ähnlich, „The Raging Light“ und „Dead Time“ können als Bastard zwischen Before The Dawn, Draconian und eventuell noch November’s Doom angesehen werden, mit schönen Abwechslungen zwischen wunderschönen cleanen und gegrowlten Gesangspassagen. Jedoch, und das ist der Negativpunkt, sind die Soundstrukturen und die Tonlagen sich sehr ähnlich – was bewirkt, dass die Abgrenzung der einzelnen Tracks voneinander schwer zu vollziehen ist. Am ehesten gelingt dies, wenn man den Stücken die absolut ungeteilte Aufmerksamkeit schenkt. Dann kann man auch gesprochene Teile wahrnehmen, welche wie ein Anhalten des Stückes als solches bewirken, bevor es wieder härter zur Sache geht. „Absolution Denied“ klingt stellenweise wie Opeth zu „Blackwater Park“-Zeiten. Man könnte beinahe meinen, Painted Black könnten sich bei all den Einflüssen nicht zu einer eigenständigen Mischung gelangen. Spätestens aber bei „I Am Providence“ ist dies aber nicht mehr der Fall, denn mit den klagenden Solo-Gitarre, der drückenden Rhythmus-Gitarre und den verdoppelten/verdreifachten rauhen Gesängen (erinnert irgendwie an Vorph von Samael) kommt ein sehr eigenständiges Gefühl auf. Kann man schlecht erklären, muss man gehört haben. Summa summarum lässt sich sagen, dass Painted Black mit ihrer Musik es bei der Fast Food-Fraktion extrem schwer haben wird – jedwelche, die aber bereit sind, sich dieser Mischung aus Doom, Groove, Ambient und Dark hinzugeben, könnten Welten entdecken, die diese Mühe wert sind. Gebt der Scheibe eine Chance, die Jungs haben’s verdient!
Toby S.  
Punkte:
8.0 von 10
SALEM - Attrition
Dissonance Records
Bereits 1979 gegründet kommen die Engländer hier mit ihrem erst dritten Album "Attrition". Natürlich klingen die Jungs um Gitarrist Paul Macnamara ziemlich britisch. Eine Mischung aus Hardrock und Heavy Metal, elf knackige Songs, fett produziert mit spannenden Gesangsmelodien und Gitarrenriffs. Auch mal etwas schwerer und langsamer wie bei "Black And White", erinnert mich an ältere Saxon Songs. "I`m The One" dann ein Westerngitarren Track mit starker Melodie und rockigem, sehr melodiösem Refrain. Bleibt schnell in Gehör hängen. Sänger Simon Saxby passt hervorragend zu Salem mit seiner Melodiösen Stimme, die mich ein wenig an Stormwitch erinnert was ab und zu auch die Songs tun. Vor allem bei den nicht so harten Songs. sehr gut gefällt mir auch, dass die meisten Tracks im Midtempo Bereich angesiedelt sind. Auch die Tempowechsel sind perfekt eingebaut, wenn’s mal ein bisschen langsamer wird. Und eben auch die fetten Drum Sounds geben zusammen mit dem Bass ein solides Fundament bei allen Elf Songs. Salem bedienen hier den Melodic Fan mit hervorregendem Kraftfutter, es macht viel Spass sich das Album mehrmals reinzuziehen und die Refrains mitzusingen. Und das liegt unter anderem auch an Sänger Saxby. Coole CD, unbedingt antesten.
Crazy Beat  
Punkte:
8.0 von 10
ALCYONA - Trailblazer
Pride & Joy Music
Symphonisches Überraschungsdebut aus Weissrussland! Da haben sich aber talentierte Musiker gefunden! Ausgehend von der Keyboarderin Natalia Malei entstand ein würdiger Nachfolger der bereits bekannten, grossen Acts des Genres. Sowohl das instrumentelle Spiel wie auch die Vocals überzeugen in jeder Hinsicht und das Gesamtbild kann als entspannendes, leicht emotionales Werk genossen werden. Diese Band hat eindeutig Potential und ich bin sehr gespannt, was in den nächsten Jahren kommen mag. Ein Konzert wird sicherlich drinliegen. Wer auf die grossen Player der symphonischen Szene steht, wird an Alcyona bestimmt grossen Gefallen finden. Ich wage zu behaupten, dass sich die Band mit der Zeit stark weiterentwickeln und mit den Grossen mitmischen wird, geben wir ihnen noch ein paar Jahre. Auf jeden Fall ein sehr gelungenes Debüt und meinen Segen gibt's!
Mona  
Punkte:
8.0 von 10
ASENBLUT - Legenden
AFM Records/Musikvertrieb
'Legenden' ist die erste EP mit fünf Songs der deutschen true Viking-Metaller von Asenblut. Die Göttinger werkeln seit 2006 an ihrem Wege zum triumphalen Einzug in Valhalla. Nach 'Kampfruf' (Demo, 2008), 'Aufbruch' (2009), 'Von Worten und Taten' (2013), 'Berserker' (2016) folgt nun ein spezielles Highlight des Schaffens des Fünfers aus dem südlichen Niedersachsen, welches klar die Vorlieben der Bandmembers zeigt, Death-Metal gepaart mit Heavy- und Thrash-Metal-Elementen und natürlich mit deutschen Texten verarbeitet. Claus Cleinkrieg (Guitars), Sash (Bass), Yuri (Guitars) Balrogh (Drums) und Tetzel (Vocals) zelebrieren satten, traditionellen, säbelrasselnden Metal, waren sie anfangs noch dem Pagan-Metal-Genre zugeordnet, so kann und darf man deren weitere Entwicklung in die Viking-, Death-, Thrash-, Melodic Death- und Heavy-Metal Regionen durchaus in Ehrfurcht würdigen. Claus Cleinkrieg und Yuri's Gitarrenarbeit rifft und melodiöst einwandfrei zwischen Heavy-, Thrash- und Death-Metal-Zonen abwechselnd hin und her, gepaart mit filigranen, melodiösen Soli, welche Power-Metal-Freaks nicht weniger entzücken werden als auch alle anderen weiblichen und männlichen Metalheads mit den genannten Vorlieben der metallischen Richtungen. Sash Bassarbeit ist perfekt mit Balrogh's Drumwork koordiniert, kraftvoll, rhythmisch perfekt getimed, double-bass-lastig seitens Balrogh intoniert. Tetzel's Growls passen einfach perfekt zum Asenblut-Sound, mal wütend, mal einfach guttural erzählend. Interessant und gelungen ist das Manowar-Cover 'God Or Man', rundet 'Legenden' perfekt ab, nebst natürlich den eigenen Kracher namens 'Die Legende', 'Heldenbürde', 'Asenblut' und 'Von des Verräters Untergang', welche allesamt auf dem 2009er Longplayer 'Aufbruch' zu finden sind), jedoch selbstverständlich in der aktuellen, zeitlichen Klangwiedergabe von Asenblut 2018 zu geniessen sind. Auch das Coverartwork zeichnet klar den Viking-Metal von Asenblut aus, die Produktion ist klar und powervoll gelungen. Fans von Amon Amarth, Dark Tranquility, aber auch Manowar- und Blind Guardian-Freaks können hier ruhig mal antesten und danach zugreifen. Starkes Zeichen.
Leopold   
Punkte: keine Wertung
LONG DISTANCE CALLING - Boundless
InsideOut Music/Sony
Die Jungs aus Münster beehren uns hier mit acht interessanten Instrumental Tracks auf ihrem neusten Album. Nach dem Musikalischen Ausflug mit Sänger Marsen Fischer, bedient man die Fans hier wieder rein instrumental. Der Opener "Out There", ein neun Minuten langer abwechslungsreicher Track, zeigt schon beinahe alle Trademarks der Deutschen. Sehr verspielt. rockig, mit ruhigem Mittelteil, klasse was Gitarristen David Jordan und Florian Füntmann hier abliefern. Da vermisst man sogar den Sänger nicht. Etwas anders sieht’s aus beim treibenden "Ascending", da fällt mir beim Anhören sofort eine Gesangsmelodie ein, die wunderbar passen würde. Trotzdem sehr spannender Track. "In The Clouds" dann lebt von den vielen Breaks und Stimmungen. Verspielte Gitarren und Solis laden zum Schweben ein, starke Gitarrenriffs zum Headbangen, treibenden Drums und tolle Basslinien lassen den Zuhörer tief eintauchen in die Welt von LDC. Genauso wie das Folgende "Like A River" mit seinem Country touch. Es bleibt spannend wie das außergewöhnliche "The Far Side" zeigt. Klasse was da alles aus den Gitarren gezaubert wird, all diese verschiedenen Sounds. Bei "On The Verge" gefallen mir die abwechslungsreich gespielten Drums von Janosch Rathmer, echt klasse. Und so ist Boundless ein wirklich starkes Album das den Zuhörer fesselt und auch ohne Sänger größtenteils spannend bleibt.
Crazy Beat
  
Punkte:
8.0 von 10
DUKES OF THE ORIENT - Dukes Of The Orient
Frontiers Music/Musikervertrieb
Dies ist die Geschichte von John Payne (Asia, GPS) und Erik Norlander (Lana Lane u viele andere Projekte). Die beiden toben sich hier im AOR und leichtem Prog Rock aus, ganz genau so wie in deren anderen Bands in denen sie spielen. Schon beim Opener "Brother In Arms" fällt John`s melodiöse Stimme auf, und die ebenso mehrstimmigen sehr melodiösen Chöre. Dadurch wird man schon an Asia, Toto oder auch Survivor erinnert. Die Herren schaffen es AOR mit Prog Rock so raffiniert zu kombinieren, das es erst gar nicht so auffällt, da immer die Melodie und die Chöre im Vordergrund stehen. Erik glänzt mit vielen tollen Key und Synthie Solis, auch Gitarrist Moni Scaria glänzt mit grandios gespielten Gitarrensolis. Hier stimmt das Gesamtbild. Ob das langsamere von Klavier getragene. "Amor Vincit Omnia", oder das flotte "Time Waits For No One"" mit toller Gesangsmelodie. Die Songs gefallen allesamt. "A Sorrows Crown" glänzt mit starkem Ayreon like Synthie Solo, so richtig fett und dazu die grossen Chöre, grosser Song. "Fourth Of July" dann ein echter Asia Track von vorne bis hinten, aber gut. Zum Schluss dann das 10 Minuten lange "Give Another Reason" das startet mit einem wunderschönen Klassik Gitarren Solo und in ein Gitarrensolo mündet das Mark Knopfler nicht besser hingekriegt hätte. Langsam baut sich das Ganze dann auf in einen starken Track mit spannenden Gesangsmelodien. Man driftet dann in Richtung neuere Yes ab, mit interessanten Instrumentalen Spielereien mit Key, Gitarre, Drums und Synthies. Gegen Ende kommt man wieder auf die Gesangsmelodie zurück. Hammer Song. Also wem Asia, Yes und Toto gefallen dürfte hier dran seine Freude haben. Cooles Album.
Crazy Beat
  
Punkte:
8.0 von 10
ALKALOID - The Malkuth Grimoire (Vinyl Re-issue)
Season Of Mist/Irascible
Wer auf progressiven Metal abfährt und gesanglich die derbere Schiene bevorzugt kommt an Alkaloid nur schwerlichst vorbei. Das Album ist zwar schon 2015 unter Eigenregie erschienen, erhält aber nach einigen europäischen Gigs und einem speziellen Auftritt in Kairo/Ägypten durch das Signing mit dem französischen Kult-Label Season Of Mist nun die höheren (Vinyl-)Weihen. Wer noch immer keine Ahnung hat, soll sich nur schon mal das Line-up auf der Zunge zergehen lassen: Hannes Grossmann (Blotted Science, Howling Sycamore, Obscura) an den Drums, Christian Münzner (Necrophagist, Obscura, Spawn of Possession) und Danny Tunker (Aborted, Marty Friedman) an den Gitarren, Linus Klausenitzer (Obscura, Noneuclid) am Bass und Tausendsassa Morean (Dark Fortress, Noneuclid) am Mikro. Gekonnt werden eigentlich bekannte "Standards" frisch und immer etwas anders verwoben und mit Moreans Stimme, welche zwischen Black Metal und cleanen Studiospielereien pendelt, viele Variationen geboten. Ein Album abseits von gängigem Mainstream und verzweifelter Anbiederung, dafür mit Ausnahmemusikern und einer Vision die anscheinend bald zu einem verdienten Zweitwerk von Alkaloid führen soll. Man darf gespannt bleiben. Reinhören.
Hardy  
Punkte:
keine Wertung
PAARA - Riiti
ViciSolum Productions
Im Jahre 2011 als Zwei-Mann-Projekt gestartet, sind jetzt mit fünf Musikern und einer Musikerin unterwegs. Ihr zweites Album "Riiti" bietet ein Sammelsurium an verschiedenen Stilen und handelt thematisch von finnischen Poltergeistern, alten Ritualen und Mythen! Damit die ganze Kiste noch an Authentität gewinnt, wird durchs Band in der finnischen Sprache gesungen. Depromässig wird ins Album mit "Viimeinen Virta" gestartet und der eindringliche Gesang ist so klar wie ein Bergbach! Mit Akustikgitarren wird auch noch Lagerfeuer-Romantik erzeugt und die Musik tendiert stark in Richtung Folk! Doch plötzlich geht das Tor zur Hölle auf und ist jetzt eine andere Band am Werk?! Diese Black Metal-Seite an Paara gefällt mir wesentlich besser als die Folk-Seite. Aber das ist natürlich Geschmackssache! Nur sollte sich die Band entscheiden, wo die Reise hingehen soll. So werden überlange Songs mit verschiedenen Stilen geboren, die leider einige langweilige Momente beherbergen. Mit Black Metal pur geht es in "Hurmeen Haula" weiter. Dieser schnellgespielte Black Metal ohne viel Beigemüse macht Freude. Klassisch beginnt "Suon Sydan" und Paara sind wieder wie ausgewechselt, denn jetzt gibt wieder der Folk den Ton an. Beim dritten Song fühlt es sich so an, als ob die dritte Band am Werk wäre wie auf einem Split-Album mit verschiedenen Bands. Einziges Manko auch hier wieder: Der Song geht in eine Endlosschleife und wird so unnötig in die Länge gezogen! Besser wäre: Kurz und bündig! Knarzig und garstig beginnt "Kuiskaus Pimeästa" bis es schnulzig, kitschig und romantisch wird. Um den vielen Seiten von Paara noch um eine zu erweitern, wird in diesem Song auch majestätischer Metal mit Hymnencharakter geboten! Bei Paara fehlt es noch an einigen Ecken, aber was die Abwechslung angeht, sind sie ganz weit vorne! Für mich ist "Hurmeen HHauta", der zugleich auch mein Anspieltipp darstellt!
Roolf
  
Punkte:
7.9 von 10
REVERTIGO – Revertigo
Frontiers Records/Musikvertrieb
Sänger Mats Levén und Gitarrist Anders Wikström musizierten 1992 schon bei Treat zusammen. Nun haben sich die Beiden wieder zu einem Projekt zusammengefunden und schippern in der Schnittmenge zwischen Treat, Eclipse und entfernt Pretty Maids. Was die Herren abliefern ist teils ganz grosses Kino, wie «Sailing Stones», das mit einer packenden Melodie und geilem Solo, sowie dem nach wie vor grandiosen Gesang von Mats überzeugen. So erklingen (teils) Hits, die in den achtziger Jahren, wie auch heute funktionieren. Das typische Songwriting von Anders kommt hier sehr zum Tragen. Und wer sich fragt, woher er den (Drum-) Anfang von «Symphony Of Fallen Angels» kennt, weiss spätestens jetzt wer den Gotthard-Hit «Lift U Up» geschrieben hat. Bei «Symphony Of Fallen Angels» wird der orchestrale Part ein bisschen zu stark in den Vordergrund gerückt und so der ansonsten rockige Part ein bisschen im Hintergrund steht. Aus Ausgleich rockt «The Cause» dann mit viel Schmackes und erinnert an ein Überbleibsel vom letzten Treat-Werk «Ghost Of Graceland». Revertigo beinhaltet das Problem, dass man musikalisch ein bisschen auf zu vielen Hochzeiten tanzen will, ab und zu stark in moderneren Gefilden abdriftet («Revertigo») und dabei die achtziger Fans vor den Kopf stösst. Nicht dass die Lieder schlecht wären, aber bei einem Duo wie Levén/Wikström erwartet man eine anderen Kost. Viel Licht, aber auch deren Schatten beinhaltet Revertigo. Ein Album, das man sich mehr als nur einmal anhören muss. Auch ein Punkt, den man sich von Treat, sprich Wikström sonst nicht gewöhnt ist…
Tinu  
Punkte:
7.8 von 10
VOJD - The Outer Ocean
High Roller Records/Musikvertrieb
Eine bewusste musikalische Neuausrichtung im vorerst gleichen Line-Up kommt nicht so häufig in der Musikszene vor. Im Fall der Schweden von Vojd war es aber so, dass man von 2004 bis 2016 erstmal unter dem Namen Black Trip unterwegs war. Die töfte Opener-Show am BYH!!! 2016 hinterliess auf jeden Fall einen ordentlichen Eindruck, aber Tatsache ist, dass die damalige Besetzung der Band keine Zukunft mehr unter dem heavymetallischen Banner sah. Die Folge war, dass man sich flugs in Vojd umbenannte und stilistisch einen Schwenk in Richtung Classic Rock mit Retro-Vibes vornahm. So weit so gut, aber offenbar zogen danach nicht alle Members am gleichen Strick, und so drehte sich kurz nach der Neuausrichtung das Personen-Karussell. Nebst Enforcer Drummer Jonas Wikstrand machten sich auch Sebastian Ramstedt (g) und Johan Bergebäck (b) vom Acker. Neu dazu kamen dafür Linus Björklund (g) und Anders Bentell (d). Wer jetzt aufgepasst, respektive aufmerksam mitgelesen hat, wird sich fragen, wer denn nun den Bass bedient?! Es ist Frontmann Joseph Toll, der bei Enforcer bekanntlich E-Guitar spielt und nun bei Vojd, nebst dem Gesang, kurzerhand auch für die tiefen Töne sorgt. Wenn man sich «The Outer Ocean» anhört, wird schnell klar, dass Black Trip eindeutig Vergangenheit sind. In der Tat dominiert angestaubter Rock der 70er, den mittlerweile einige andere Bands wie Dead Lord, The Vintage Caravan, Travelin Jack oder The Honeymoon Disease mit Hingabe zelebrieren. Vojd schlagen sich da ebenso wacker, auch wenn um Beispiel das ZZ Top Zitat des Überhits «La Grange» bei «On An Endless Day Of Everlasting Winter etwas gar dominant daher kommt. Interessant ist zudem, wie die metallischere Vergangenheit sich in abgeschwächter Form bei «Heavy Skies», einem flotten Rocker, orten lässt. Da pure Gegenteil folgt auf dem Fusse mit dem herrlichen Slow-Blues «Dream Machine». Dazu lässt sich wunderbar an einem Whisky nippen und das Weekend starten. Der Titeltrack mit Space Rock Anleihen und der gernetaugliche Rest des Albums lassen Black Trip in der Tat vergessen. Was die Fans mehr mögen, wird sich zeigen.
Rockslave   
Punkte:
7.7 von 10
BLOODSHOT DAWN – Reanimation
Hostile Media
Obwohl „Reanimation“ bereits das dritte Werk von Bloodshot Dawn ist, so feiert die Band bei mir seinen Einstand und auch wenn der erste Eindruck noch etwas „verwirrend“ war, so habe ich diesen kleinen Bastard richtig lieb gewonnen. Die Mischung aus modernem (Melodic-) Death Metal, klein wenig Death- Metalcore und progressivem Heavy Metal wirkt auf den ersten Blick etwas ungewöhnlich, doch die Jungs verstehen es aus all den Zutaten ein durchaus geniessbares Gebräu zu kreieren. Insbesondere die Gitarrenarbeit, sprich die Solos und Leads sind die grosse Trumpfkarte vermischt mit einer gesunden Portion Härte und einer druckvollen Produktion ergibt sich ein sehr interessantes Album. Anders ausgedrückt wir kreuzen mal Aborted, Arch Enemy, Allegaeon, Unearth, Into Eternety und noch irgend ne Prog Band wie Vanden Plas oder Threshold und erhalten dann Bloodshot Dawn. Die Problematik an der Scheibe ist natürlich, dass für reine Prog-Freunde eindeutig zu viel Death Metal drin steckt und wiederum für Todesstahl-Veteranen zu viel rum gefrickelt wird. Diese Positionierung zwischen Stühlen und Bänken wird nicht die grosse Masse ansprechen, doch gerade Musikliebhaber die Werke der genannten Bands im Regal stehen haben und jedem der Sub-Genres was abgewinnen können die sollten unbedingt „Reanimation“ ihr Gehör schenken. „Soul Affliction“, „Upon The Throne Of Fear“ und „Survival Evolved“ reichen mal aus um einen Eindruck zu erhalten, wobei wenn man die Songs gehört hat, überrascht die Scheibe nicht weiter ausser vielleicht noch mit dem kurzen aber tollen Instrumental „DNA Reacquisition“. Klar „Reanimation“ wird kaum ein Meilenstein in der Metal-Welt markieren und zum zeitlosen Klassiker aufsteigen, doch die Scheibe bietet angenehme Unterhaltung für aufgeschlossene Geister und macht einfach Spass.
R.K.   
Punkte:
7.7 von 10
HOODED MENACE - Ossuarium Silhouettes Unhallowed
Season Of Mist/Irascible
Doom wollte eigentlich schon immer Gefühle wie Furcht, Beklemmung und Hoffnungslosigkeit auslösen. Leider wurde das Genre durch gewisse Bands immer mehr in eine eher dunkel – romanische Richtung gelenkt, welche es im metallischen Mainstream (ja, auch den gibt es wirklich) ankommen liess. Dem steuern Bands wie die Finnen Hooded Menace mit aller Konsequenz entgegen. Es reicht ihnen offensichtlich nicht, dass ihr Doom Metal so puritanisch und orthodox ist, wie er nur sein kann, sie müssen ihn auch noch mit Death Metal kombinieren. Da gehören selbstredend wüste Growl – Vocals ebenso dazu wie gelegentliche Doublebass – Passagen, die den Drummer davor bewahren, vor lauter Zeitlupentempo schlafend vom Hocker zu kippen. Da trifft todesmetallische Garstigkeit auf die melancholische Schwere ganz früher Candlemass oder My Dying Bride. Wüstes Riffing und wunderschön traurige Melodien halten sich die Waage, was „Ossuarium Silhouettes Unhallowed“ glücklicherweise nie definitiv in die eine oder die andere Richtung kippen lässt, man liebt beide Seiten und lebt sie auch relativ ungehemmt aus. Das klingt so, als ob man musikalischer Brachialität etwas Anmut verleihen möchte. Was jetzt absolut paradox wenn nicht gar unmöglich klingt, gelingt auf dieser Scheibe sehr gut. „Charnel Reflections“ ist hierfür sowas wie das Paradebeispiel, hier findet sich die Essenz aus beiden Welten in perfekter Harmonie zusammengefügt. Für sanftmütige Gothigs gleichermassen empfehlenswert wie für Armyhosen und Springerstiefel tragende Death Metal Freaks.
Mirko B.   
Punkte:
7.7 von 10
DESOLATION ANGELS - King
Dissonance Records
Und noch was Älteres aus Englang. Desolation Angels 1981 gegründet veröffentlichen hier ihr drittes Album "King". Angesiedelt im zeitlosen Heavy Metal, klingen die Herrschaften um Sänger Paul Taylor, seit 2015 mit dabei, oft etwas nach Saxon`s Biff. Das Ganze klingt trotz 80er Jahre Metal recht frisch und knackig aus den Boxen. Hier dominieren klar die knackigen Drums und die fetten Gitarren. Den Gesang nicht so dominant im Vordergrund, lassen die Songs etwas härter klingen, passt perfekt. Gut gefällt mir die nach vorne getriebene Nummer "Rotten To The Core", ganz klar mit Saxon Anleihen. Mir gefällt wie die Briten sich an der NWOBHM Musik orientieren. Auch wenn’s mal schneller wird wie beim rauen "Your Blackened Heart" coole Nummer. Oder das treibende "Hellfire" schmeißt den Zuhörer direkt in die 80er zurück. Viel mehr gibt`s hier nicht mehr zu berichten. Wer also auf ältere Britische Musik und deren Vertreter Saxon steht, kann hier bedenkenlos zugreifen. Die Briten bieten hier den unzerstörbaren, zeitlosen Heavy Metal aus England.
Crazy Beat   
Punkte:
7.7 von 10
ATOMWINTER - Catacombs
Trollzorn
Und wieder ruft Göttingen, das teutonische Fleckchen deathige Erde in südlichen Niedersachsen, doch diesmal mit englischen Lyrics und old-school-mässigem Death-Metal mit einer leichten skandinavischen old-school-mässigen Prise. Die Rede ist vom dritten Longplayer 'Catacombs' der Deather Atomwinter. 10 Tracks haben es auf das Scheibchen geschafft, wovon eines als Intro mit dem sinnlichen Songnamen 'Intro' und Celloklängen hervorsticht. Bei den anderen neun Songs geht's gewohnt old-school-mässig im Death-Gleichschritt voran, will sagen, einfach gemütlich für's Nagelbrett, denn der gestandene Old-School-Metaller trägt nicht nur Nagelbänder, sondern er schläft auch auf einem gediegenen, verrosteten old-school-Nagelbett, hellyeah! Nun, seit 2010 frönt der Vierer namens O. Holzschneider (Vocals), B. Grapp (Guitars), P. Walter (Drums) und M. Schulz (Bass) dem gediegenen Death-Metal. B.'s Gitarrenarbeit kommt bös schwedisch-riffartig daher, konsequent in den tiefsten Tönen shreddernd, untermalt mit wilden, kratzigen, kurzen, deathigen Soli, P.'s drumming ist double-bass-gewittrig und -blastend gehalten, stets nach vorne treibend und wird jeder/m Headbanger/in schlussendlich den Nacken brechen, so dass sie/er mit dem jeweiligen Kopf unter dem Arm die Konzerte von Atomwinter glückselig verlassen werden. M's Bassarbeit unterstützt und untermalt düster wummernd die Riffgewitter von B. und den double-bassigen Attacken wie auch blastigen Fills von P., so dass es O.'s Gesangsorgan wild und guttural verdammt tief perfekt die Symbiose von Atomwinter's Rhythmusgemeinschaft zusammenhält. Auch das Coverartwork passt wiederum wie die berühmte Faust auf's Auge zum old-school Death-Metal, dementsprechend fett und rumpelnd kraftvoll ist auch die Produktion zu 'Catacombs' gelungen. Ein gelungenes, drittes Werk mit 'Catacombs' ist gelungen, nach 'Iron Flesh' (2015), Atomic Death Metal (2012), sowie der Single 'Another Pain' (2014), der EP 'Death Doomination' (2013) und dem Demo 'Atomwinter' (2010). Ach ja, Freunde von Six Feet Under, Unleashed, Entombed, Dismember, Edge Of Sanity, Asphyx, Gorefest und Konsorten können da gut zugreifen. Old school forever, gilt für Atomwinter, hellyeah!
Leopold   
Punkte:
7.5 von 10
AMOR - Love VS Logic
Arising Empire/Warner
Der Liebesengel der römischen Mythologie heisst ja bekanntlich Amor. Was werden uns die US-Amerikaner unter dem Banner Amor mitteilen? Das ist schnell erkenntlich nach ein paar Sekunden Sound. Metalcore heisst das Zauberwort. Stimmlich hat man parallelen mit Linkin Park und musikalisch ist man im Schema des Metalcore mit Melodien fetten Riffs und leisen Passagen. Das alles klingt gut aber man erfindet damit das Rad hier auch nicht neu. Metalcore Fans die alles haben müssen können hier ruhig zugreifen.
Daniel J.
  
Punkte:
7.5 von 10
MALACODA – Ritualis Aeterna EP
Rockshot Records
Malacoda wurde 2013 gegründet, aus ehemaligen Mitgliedern von Bands wie Pyramaze, Annihilator sowie Grade. Die Kanadier machen eine Mischung aus Gothic, Horror sowie Symphonic/Melodic Metal mit teils progressiven Elementen. Das Debütalbum (2013) wurde von Mastermind und Multi-Instrumentalist Lucas Di Mascio geschrieben und grösstenteils aufgenommen, mit Hilfe einiger Gastmusiker. Die Idee wurde zur Band, doch nach Veröffentlichung der EP “Ritualis Aeterna“ 2016 auf dem amerikanischen Markt wurde es still um die Kombo… Doch nun, mit neuem Line Up und neuem Record Label im Rücken (Rockshots Records), haben es die Kanadier auf den europäischen Markt abgesehen. Die EP ist erstaunlich abwechslungsreich und spannend. Es gibt quasi drei grosse, stilprägende Achsen und jeder dieser Tracks liegt an einem komplett unterschiedlichen Punkt in diesem dadurch gebildeten Raum. Diese Achsen heissen Gothic, Horror und Melodic Metal. Während “Penny Dreadful“ ein wenig wie ein alternativer Soundtrack für die gleichnamige Horror-TV-Serie klingt und alle Achsen gleichzeitig bedient, geht “I Got A Letter“ noch einen Schritt weiter in Sachen Horror und greift das Thema von Silent Hill 2 auf. “Pandemonium“ ist dann hingegen wieder sehr schöner Melodic Metal mit einem Hauch Horror/Doom. “The Wild Hunt“ erzählt in bester Melodic Manier eine Geschichte, wobei auch hier wieder die düstere Atmosphäre des Gothic/Doom durchschlägt. “Linger Here“ sticht sehr heraus, handelt es sich hierbei doch um eine erstaunlich leichte und melodische Powerballade. “There Will Always Be One“ bedient dann wieder alle drei Achsen und klingt sehr opulent. Fazit: Wer auf abwechslungsreichen, horrorlastigen und doch gleichzeitig melodischen Metal steht, der dürfte an diesem Projekt seine helle (bzw. dunkle?) Freude finden. Allerdings ist das Keyboard oft etwas gar überbordend und dominant… Auch wirkt das Gesamtpaket nicht ganz rund, vermutlich gerade weil es so viele verschiedene Aspekte des melodischen Horror/Gothics gleichzeitig zu bedienen versucht. Man darf gespannt sein, was das nächste Full Length Album bringen wird!
Patricia H.  
Punkte:
7.5 von 10
AGRIMONIA - Awaken
Southern Lord Recordings
'Awaken', ja, das ist der passende Titel zu Agrimonia, denn ich hab' mich, wie immer, erstmal etwas schlau gemacht, zu deren dritten Longplayer. Das schwedische Quintett aus der Metalhochburg Göteborg treibt seit 2005 ihre metallischen Gedankengüter in die Welt hinaus. Mit 'Agrimonia' (Demo, 2008), dem 'Host Of The Winged' (2010) und 'Rites Of Separation' (2013) rasseln und rumpeln die Wikinger mit 'Awaken' in die Szene erneut hinein. Ja, auch wenn sechs Tracks auf den Longplayer gelangt sind, so ist es dennoch ein full-length Release, denn die Songs haben eine Dauer zwischen 3 Minuten 01 Sekunden ('Awaken') und 12 Minuten 52 Sekunden ('Withering'). Well, da gibt's den Opener 'A World Unseen' (09:11), 'Astray' mit (11:01), 'Foreshadowed' (08:46), 'Awaken' (mit eben 03:01), 'Withering', den längsten Track mit (12:52) und 'The Sparrow' mit (12:26). Nun, was will denn der Rezensionsschreiber damit der geneigten Leserschaft mitteilen? Nun, dass Agrimonia einen sehr weiten, musikalischen Spannungsbogen spielen, verschiedene Einflüsse der Metal-Genres miteinbeziehen und einfach keine 08/15-Mucke spielen. Der Fünfer um Martin (Bass), Björn (Drums), Pontus (Guitars, Keyboards, Backing Vocals), Magnus (Guitars) und Christina (Vocals, Keyboards) kombinieren Death-, Doom-, Post-Metal gekonnt mit Crust und Sludge, gepaart mit noch ein paar anderen 60ies-, 70ies-, earyl 80ies-Sound, Hardrock, etwas Black-Metal ... Wie ihr unschwer bemerken könnt, fallen mir da noch einige attributische Genres mehr ein, aber ich möchte doch bei den wichtigsten, soundklanglichen Elementen bleiben, denn progressiv und avantgardistisch könnte man auch noch dazunehmen ... aber halt, mach' mal einfach halblang und es reicht mal an den genannten Einflüssen. Also, eines ist ganz sicher, ihr solltet Agrimonia's Werk 'Awaken' unbedingt erstmal antesten (= anhören), denn da kommt eine Wahnsinnsflut an Metal auf euch zu. Um noch ein paar 'ähnlich-klingende' Bands zu nennen, so kommen mir Amorphis, Paradise Lost, Downfall Of Gaia, Morne, Planks oder Nux Vomica in den Sinn, aber wie gesagt, mit Vorsicht zu geniessen, denn Agrimonia haben wahrlich über die Jahre ihren eigenen, unverkennbaren Soundteppich geschaffen. Mit den Keys von Christina's und Pontus' werden sehr sphärische, tragende, ja 70ies-Style Teppiche gelegt, auf welchen dann mit recht aggressiven, growlenden Vocals von Christina (so à la Arch Enemy, Holy Moses und Konsorten), den tief-screamenden Backvocals von Pontus, den treibenden, schweren, double-bassigen, doomigen Drums von Björn, in Kombination mit dem schweren, klaren, wummernden Viersaiter von Martin sowie der einen Klampfe von Magnus und der zweiten Sechssaiter von Pontus, wenn er nicht an den Keys werkelt, mit schweren, doomigen, treibenden Riffs und sehr melodiösen Soli, perfekt im Einklang mit dem grundlegend schweren Metalsound, auch wenn schleppend, auch wenn teils deathig, harmonieren und zugetan werden, so dass sich der Kreislauf von 'Awaken' wahrhaftig und wundersam sich schliessen mag. Das Coverartwork schreit förmlich diese düster-spannende Atmosphäre auf dem Album vollends zur Geltung, die Produktion ist fett und kraftvoll gelungen. Sechs Tracks, voller Überraschungen, 'Awaken' ist gelungen, denn die Abwechslung ist die Überrachung und umgekehrt. Also, geneigte Metallerinnen und Metaller, viel Spass beim Antesten und Anhören dieser Scheibe.
Leopold
    
Punkte:
7.5 von 10
SACRED LEATHER - Ultimate Force
Cruz Del Sur Music
Die Amis von Sacred Leather waren in der Tape-Szene ein Begriff und nun, nach zwei Jahren harter Arbeit, debütieren Dee Wrathchild (Vocals), JJ Highway (Lead Guitar), Carloff Blitz (Lead Guitar), Magnus LeGrand (Bass Guitar) und Jailhouse (Drums) mit ihrer ersten full lenght Scheibe. Dabei geht die Reise gut und gerne 35 Jahre zurück, wenn man sich gleich den Opener und Titeltrack einverleibt. Während hier und auch danach die frühen Def Leppard Pate gestanden sind, werden bei «Watcher» untrüglich Iron Maiden aus der Zeit zitiert. Der Gesang von Frontmann Dee trägt allerdings mehr die typische Handschrift des US-Metal. Was ebenso umgehend auffällt, sind die geilen Gitarren des Axt-Duos Highway/Blitz, die bei «Power Trust» die glorreiche Ära von Judas Priest ehren. Die ersten drei Songs fischen somit spürbar in den Gewässern von drei Schwergewichten der Szene, die damals richtig abhoben. Bei Sacred Leather klingt das hier und heute zwar ganz nett und verströmt Unmengen an Vibes der 80er-Jahre. Zudem ist das Ganze ohne Zweifel mit viel Herzblut versehen, kommt aber Jahrzehnte zu spät. Weniger prickelnd gestaltet sich die überlange "Ballade" «Dream Searcher», die auch damals keinen Blumentopf gewonnen hätte und nicht wirklich auf dieses Album passt. «Master Calling» markiert derweil den nächsten Leppard/Maiden-Hybrid wie aus dem Lehrbuch und «Prowling Sinner» liegt ebenso näher bei eisernen Jungfrauen als sonst was, bloss mit einer anderen Gesangsstimme. Flasht mich jetzt nicht wirklich, obwohl vor allem die beiden Gitarristen perfekt harmonieren und voll abliefern. Als Highlight von «Ultimate Force» dürfte mit Sicherheit das fast zehnminütige hardrockige Epos «The Lost Destructor/Priest Of The Undoer» als Schlusssong durchgehen, wo man die grossen Vorbilder erstmals nicht zwingend ausmachen kann. Das ist unter dem Strich letztlich klar zu wenig, um 2018 einen nachhaltigen Eindruck zu hinterlassen. Da gefallen mir zum Beispiel Night Demon als Paket weitaus besser. Erklärte Fans der 80er werden Sacred Heart jedoch schon nur wegen der gelungenen Vintage-Produktion mehrheitlich abfeiern und gleichzeitig hoffen, dass diese Combo auf einem der kommenden Billings des "Keep It True"-Festivals figurieren wird.
Rockslave 
Punkte:
7.5 von 10
PHILIP H. ANSELMO & THE ILLEGALS - Choosing Mental As a Virtue
Season Of Mist/Irascible
Au Backe… Das hier wird jetzt richtig derbe… Mann O Mann das haut einem ja fast aus der Verankerung! Doch von vorne bitte! Ja Phil Anselmo kennen die meisten Metaller die eine gute Plattensammlung Zuhause stehen haben. Pantera und zuletzt Down sind oder waren Bands die der polarisierende Frontmann sicherlich sehr geprägt hat. Leider hat Herr Anselmo wenn er trinkt oder sonstige Substanzen zu sich nimmt sich nicht mehr im Griff und macht somit von sich reden mit stupiden Aktionen die er nachher sehr bereut. Leider bringen dann auch Entschuldigungen nicht mehr viel zu sehr ist sein Heldenstatus im Wanken ja sogar im versinken soweit würde ich gehen. Aber wem das alles scheiss egal ist was der Mann in die Welt hinaus brüllt und seine aktuelle Scheibe hören will muss zuerst mal sehr gute Nerven haben. Von Pantera und Down sind wir Meilenweit entfernt. Wir sind eher in der Region von Napalm Death gemischt mit Mike Patton wobei diese zwei Bands/Künstler dagegen richtige Engel sind. Nein Anselmo gibt hier alles von seinen stimmlichen Fähigkeiten und präsentiert hier allen Kritikern die ihn hassen einen riesengrossen Stinkefinger. Hier gibt es kein Hit keine Melodie nein hier wird alles zerstört und doch ist der Mann in aller Munde das heisst doch schon mal etwas und ich würde meinen das man von diesem Spinner noch recht viel hören und sehen wird.
Daniel J. 
Punkte:
7.5 von 10
KILL RITUAL – All Man Shall Fall
Dissonance Records
Das vierte Kill Ritual-Album ist ein kleines Monster! Zumindest, wenn man ihm genügend Zeit lässt. Irgendwo zwischen klassischem Heavy Metal und Slayer riffen sich die vier Mannen aus San Jose, Kalifornien, durch elf Lieder. Es ist ein Album, das besonders durch seine ungeschönte Rohheit gefallen kann. Wer den Kopf also in verschiedenen Tempi „abschädeln“ möchte, findet hier die passende Beschallung dazu. Das dürfte vor allem Live bestens wirken. Zumal Kill Ritual nicht nur rasen, sondern durchaus auch kleine Epen aufbauen, welche zwischendurch fast in doomige Sphären abdriften, nur um sich wieder zu fassen. Leider braucht es sehr lange, bis das Album ohne Hänger bis zum Ende gehört werden kann. Dazu sind die Ohren gegen Schluss zu voll. Um dieses Manko zu beheben gibt es verschiedene Möglichkeiten: Der Hörer kann sich das Album schön hören, die Reihenfolge ändern, oder es vorzeitig aus dem Player nehmen. Die Band dagegen könnte weiter am Songwriting feilen oder sich ich beim nächsten Werk auf weniger Lieder beschränken. Ob die Qualität des Songwritings gegen Schluss nachlässt oder die Ohren, ist deshalb schwierig zu sagen. Wer rohen Heavy Metal sucht, wird mit „All Man Shall Fall“ glücklich – auch wenn hier nicht ganz alles Gold ist, was klingt.
Roger W. 
Punkte:
7.5 von 10
SONIC PROPHECY – Savage Gods
Rockshot Records
Sänger Shane Provstgaard bietet dem Hörer mit seiner Truppe Sonic Prophecy viel Metal. Eine Mischung aus Helstar, Manowar und alten Iron Maiden trifft den Stil der Truppe vage. Mit Shane hat Sonic Prophecy einen coolen Shouter mit noch cooleren Screams in den Reihen. Bestes Beispiel dafür «Night Terror» das leicht schwerfällig aus den Boxen quillt, während das entfesselte «Unholy Blood» und das hymnische «Dreaming Of The Strom» (geile Gitarrenarbeit!) sehr zu gefallen wissen. Packend das sieben Minuten lange «Walk Through The Fire» mit fein eingestreuten Pianoparts. «Iron Clad Heart» gefällt durch Geschwindigkeit und verspielten Gitarrenparts. «Savage Gods» ist eines dieser Alben, das dir gefällt und du es dann doch (noch) nicht kaufst, weil viele andere Scheiben den Vorrang haben. Was schade ist, denn Sonic Prophecy haben mehr als nur Potential, sondern auch (sehr) gutes Material, welches sich immer wieder durch Iron Maiden-artigen Breaks und Tempowechsel («Chasing The Horizon») aus der Masse herausheben, aber dadurch auch ein bisschen schwer verdaulicher sind. Testet die Truppe an und entscheidet selber, wie sich «Savage Gods» anhört.
Tinu 
Punkte:
7.4 von 10
HARMS WAY - Posthuman
Metal Blade/Sony
Thrashig-grooviger Hardcore aus Chicago, Illinois, servieren uns Harm's Way mit 'Posthuman' deren vierter Output mit 10 Tracks als Longplayer. 2006 wurde Harm's Way gegründet, mit 'Reality Approaches' (2009), 'Isolation' (2011), 'Rust' (2015), 'Imprisoned' (EP, 2007), 'Harm's Way' (EP, 2008), 'No Gods, No Masters' (EP, 2010), 'Blinded' (EP, 2013) und 'Breeding Grounds' (Single, 2011) wurden bereits schon einige Silberlinge und Vinyls auf dem Markt präsentiert, somit kann man durchaus von einer sehr produktiven Band sprechen. Chris Mills (Drums), Bo Lueders (Guitars), James Pligge (Vocals), Casey Soyk (Bass) und Nick Gauthier (Guitars) kombinieren Hardcore mit thrashigen Elementen, so im Stile von Biohazard, Prong, Corrosion Of Conformity (C.O.C.), aber auch im Stile von Pantera, M.O.D. und Konsorten lassen sich heraushören. Aber ganz klar, Harm's Way pflegen ihren eigenen Stil. Da hardcoren, punken und thrashen die beiden Klampfen von Bo und Nick riffbombenartig nur so daher, Groove wird einfach als verdammt wichtig eingestuft, was sie auch mit ihrem Riffing absolut erreichen, unterstützt natürlich vom ebenfalls groovenden Tieftöner von Casey und stets stampfend und treibend nach vorne gehauen vom Drummer Chris. James hardcorelastige Shout-Vocals, welche reibend, wütend, stampfend und böse rüberkommen, passt perfekt zum Gesamtstil auf 'Posthuman'. Live wird eh' die Post bei Harm's Way abgehen und mit dem genial gestalteten Coverartwork für 'Posthuman' hat man eh' schon Punkte gewonnen. Zudem erreicht die heftige und druckvolle Produktion sogleich den roten Bereich in den Levelspuren. Anspieltipps wären 'Temptation', 'Unreality', 'Human Carrying', wobei alle zehn Songs eine hervorragende Falle machen. Eine absolute Hardcore-Scheibe zum Abfeiern und einfach mal abgrooven as hell.
Leopold   
Punkte:
7.4 von 10
THE ATLAS MOTH - Coma Noir
Prosthetic Records
Death-Metal gepaart mit atmosphärischen Sludge-Stoner-Metal-Core aus Chicago, Illinois, präsentieren uns The Atlas Moth mit 'Coma Noir', deren vierten Output seit der Bandgründung im Jahre 2007. Der Fünfer in Persona namens Stavros Giannopoulos (Guitars, Vocals), David Kush (Guitars, Vocals), Andrew Ragin (Guitars, Synths, Backing Vocals), Alex Klein (Bass, Backing Vocals) und Mike Miczek (Drums, Percussion) präsentieren uns da eine interessante, metallische Mischung auf 'Coma Noir'. Death kombiniert mit Stoner, Alternative, Sludge, Hardcore, Doom, Psychedelic, Progressive und einfach nur Heavy-Metal. Wow, neun Songs, die es in sich haben. Fans von Mastodon, Neurosis, Kylesa, Burst, YOB, Isis und Konsorten werden ihre Freude in 'Coma Noir' von The Atlas Moth haben und laben. Nebst eben dem vierten Longplayer namens 'Coma Noir' haben The Atlas Moth 'The Old Believer' (2014), 'An Ache For The Distance' (2011) und 'A Glorified Piece Of Blue-Sky' (2009) als Longplayer veröffentlicht, nebst aber auch 'Pray For Tides' (EP, 2008), 'Hope For Atlantis' (Single, 2008), 'The One Amongst The Weed Fields' (EP, 2010), 'One Amongst The Weed Fields / Pray For Tides' (Compilation, 2012), 'Label Showcase - Profound Lore Records' (Split, 2012), 'Master Of Blunt Hits' (Compilation, 2013), 'The Atlas Moth Wolvhammer' (Split, 2013) und 'The Atlas Moth / KEN mode' (Split, 2015). Sehr atmosphärisches Songwriting, interessante Umsetzung und vor allem derer Verschmelzung in Sachen musikalisches Genre. Schwere Distortion von drei Gitarren in einen Kessel heiss zusammen geschmolzen, tragende Soli und Riffs, melodiöse Läufe, ealry 70ies Soli und Läufe, von den Herren Stavros, David und Andrew. Gekonnt eingesetzte Synths von Andrew, atmosphärisch und mystisch, gibt einen 70ies Doom-Touch. Mike's drumming ist stets konstant, tragend, dienend zum Gesamtsound, genau was es dazu benötigt, aber auch seine percussionartigen Einfälle geben dem Gesamtbild genau den Touch, den die Songs verlangen und danach schreien. Alex' Tieftonkünste wummern passend zwischen den donnernden und schleppenden Drums sowie den harten, leicht progressiven Gitarren sowie den Fills, Soli und Melodiebögen. Stavros' und David's leicht und tief growlende Shouts, aber auch deren cleaner und etwas shoutenden Gesang passen ideal zum Gesamtsound von The Atlas Moth. Die Back-Vocals von Andrew und Alex runden 'Coma Noir' in sich ab. Die Produktion ist, trotz enormer Gitarren-Distortion, sehr klar und einfach sowas von fett druckvoll. Das Coverartwork ist beinahe schon gegensätzlich zum soundtechnischen Eindruck von 'Coma Noir', aber passt schlussendlich doch auch zum Sound und Gesamtbild. Eine sehr avantgardistische Scheibe, und wie immer an unsere geneigte Leserschaft, ein stetes Anhören und Antesten sollte immer drinliegen, oder? Nun denn, so lasset es erklingen, in euren Ohren. Habe fertig.
Leopold   
Punkte:
7.3 von 10
HARIKIRI FOR THE SKY - Arson
AOP Records
Bereits zum vierten Mal geben sich Harakiri For The Sky die Ehre mit dem Album "Arson". Harakiri For The Sky setzten sich aus M.S., der praktisch alle Instrumente und das Songwriting beisteuert, und J.J., der sich um die Vocals und die Texte kümmert, zusammen. Für die Drums konnte Kerim "Krimh" Lechner, der sonst bei Septicflesh den Takt angibt und livehaftig noch mit Behemoth auf der Bühne sitzt, gewonnen werden! Zuckersüss und wie zum Anbeissen startet " Fire, Walk With Me" in dieses Album. Progressiver Metal, der hochprozentig sauber gespielt ist und sehr modern daher kommt, wird von Harakiri For The Sky dar geboten und er enthält 100% keine Spuren von Black Metal mehr! Musikalisch ist das einwandfrei auf den Punkt gebracht, aber mir fehlt das wilde, rohe und brutale Element, das für mich richtigen Metal ausmacht. Stilvolles Gitarrengeklimper läutet "The Graves We've Dug" ein! Harakiri For The Sky machen sich mit diesem massenkompatiblen Sound sicher sämtliche Scheunentore bei ganz vielen Leuten sperrangelweit auf, denn diese Musik macht niemandem weh! Der grösste Kritikpunkt meinerseits, sind die überlangen Songs, die sich wie Kaugummi endlos in die Länge ziehen lassen! Schade, eigentlich! Härtetechnisch und von der Spieldauer her, unterscheidet sich "You Are The Scars" nicht von seinen Vorgängern. Man hat sich mittlerweilen an den gleichförmigen Sound gewöhnt. Nette Musik, die sich aber nicht auf meiner Festplatte einnisten will. Ruhig und schmusig, beginnt "Heroin Waltz" und geht dann unerwartet schnell zur Sache! Aber nach drei Minuten gerät dieser Song leider wieder ins altbekannte Fahrwasser! Mit "Tomb Omnia" ist man dann in der Fahrstuhlmusik-Ecke angekommen! Nicht gerade weltbewegend! Auch "Stillborn" plätschert gleichförmig über neun Minuten vor sich hin! Bei "Voidgazer" ist man sich nicht sicher, ob man den Song schon mal gehört hat, denn er gleicht den anderen Songs auf's Haar! Ein ruhiger Ausklang bietet dann noch "Manifesto", der es als Bonustrack auf's Album geschafft hat. Für moderne Metaller, die gerne Metal mit einer leichten Progressiv-Seite haben, machen sicher nichts falsch, wenn sie mal in das Album rein hören!
Roolf
   
Punkte:
7.3 von 10
DRIVE BY WIRE – Spellbound
Argonauta Records
Das ist doch wieder mal Balsam für meine Seele. Das holländische Quartett mit der charismatischen Frontdame Simone Holsbeek gibt dem ihr zugeordneten Desert / Stoner Rock eine sehr bluesige Schlagseite, die meinen zuweilen etwas geschundenen Ohren merklich guttut. Zum einen entfaltet der warme Sound seine volle heilende Wirkung, keine Loudness War sondern echte organische Energie sprüht da aus den Boxen, minimal instrumentiert, mit maximaler Leidenschaft gelebt. Zum anderen fasziniert die Dame mit einem Organ, das sinnlich und lässig zugleich klingt, wodurch ihr eine gewisse Variabilität zuteilwird, die sie konsequenterweise auch gekonnt einsetzt. Egal ob’s ordentlich rockt („Glider“, „Mammoth“, „TheDevil'sFool“) oder eher für ruhige, einsame Momente gedacht ist („LiftedSpirit“, „Apollo“), die Sängerin führt den Zuhörer immer souverän durch die Songs. Dies trifft speziell auch auf die düster bluesigen Nummern „Spellbound“ und vor allem „Blood Red Moon“ zu, Songs die ein gewisser Glenn Danzig leider schon lange nicht mehr imstande ist zu schreiben. Ich kann nicht abstreiten, dass sich auch ein paar weniger spektakuläre Filler auf „Spellbound“ geschlichen haben, aber trotzdem kann ich diese Scheibe Freunden des leicht verdrogten Classic Rock wärmstens empfehlen.
Mirko B.   
Punkte:
7.0 von 10
AN EVENING WITH KNIVES - Serrated
Argonauta Records
Bei den Begriffen „Postmetal“, Stoner Doom“ „Post Rock“ „Sludge“ zuckt der Schreiber dieser Zeilen zusammen. Das bedeutet Schwerstarbeit den dieses Genre von Musik ist äußerst dunkel Psychedelisch ja richtig schwarz es erreicht dich im innersten deiner verlorenen Seele. All die Schreie der verdammten deren Schmerz und Tränen hörst du jede freie Minute deines geschundenen Lebens. So in etwa klingt die Musik des holländischen Trios. Wer Baroness, ISIS und Neurosis mag sollte hier mal ein Ohr voll nehmen. Diese Musik ist definitiv nichts für Zartbeseitete.
Daniel J.   
Punkte:
7.0 von 10
ATARAXY - Where All Hope Fades
Dark Descent Records
Doom, soweit das Auge reicht. Ja, klar, Death- und Goth-Elemente sind ebenfalls auszumachen, aber Doom-Metal ist die Haupteinzugsquelle dieses spanischen Vierers aus Zaragoza, der gleichnamigen Provinz. O.K., man kann es auch als Dark-Gothic-Death-Doom-Metal bezeichnen, düster sind Ataraxy auf jeden Fall. Wiederum ein Longplayer mit sechs Songs, namens 'The Absurdity Of A Whole Cosmos' (03:53), gefolgt mit 'Matter Lost In Time' (11:21), One Last Certainty (05:44), 'As Uembras d'o Hibierno' (07:33), 'The Mourning Path' (06:08) und 'The Blackness Of Eternal Night' (13:01) auf Ataraxy's zweitem full-length Longplayer nach 'Revelations Of The Ethereal' (2012), der Single 'The Festival / The Tomb' (2016), der EP 'Curse Of The Requiem Mass' (2010) und dem Demo 'Rotten Shit' (2009). Ach ja, seit 2008 doomen, deathen, gothen Ataraxy in personeller Form namens Viejo (Drums), Edu (Bass), Santi (Guitars) und Javi (Vocals, Guitars) durch die düsteren Universen unserer und anderer Welten. Viejo's schwere Drums double-bassen, blasten, black-metallern und doomen zähflüssig und gleichzeitig wild ausufernd durch die Songs, Edu's Bass sticht deutlich black-metallerisch und natürlich doomisch-gotisch hervor, Santi's und Javi's Riffgewitter ergänzt sich fabelhaft zu den Drums, dem Bass und natürlich harmonieren Javi und Santi gekonnt untereinander, gepaart ebenfalls mit mystischen, langanhaltenden Tönen, cleanen, langsamen, doomigen Parts, aber dann sogleich in die speedigen Black-Metal-Parts und teils auch leicht schwedisch angehauchten Death-Metal-Riffs wechselnd um im selben Atemzug das Bremspedal voll durchzudrücken, beinahe notbremsenmässig. Javi's Vocals sind growlend, guttural sowas von böse und tief, da bekommt sogar Meister Satan Hühnerhaut. Nebst englischem Textmaterial wird auch der aragonesischen Sprachkraft gehuldigt mit 'As Uembras d'o Hibierno' (leider habe ich hier keine ansprechende, auch nur annähernde Übersetzung dazu gefunden. Habe es mir persönlich als 'Die Sonnenkernschatten des Winters' übersetzt, also ohne Gewähr ...). Anyway, das Coverartwork wiederum zeigt ganz klar die musikalische Marschrichtung und die Produktion ist ebenfalls verdammt heavy und druckvoll gelungen. Anhören lautet auch hierbei die Devise, denn Anhänger von Saint Vitus, Asphyx, Abhorrence, Funebre, Demigod, Krypts, Convulse und Konsorten sollen mal reinhören und dann in der Musse des Dooms entscheiden.
Leopold   
Punkte:
7.0 von 10
DEAD ALONE – Serum
Reaper Entertainment
Angeschwärzter Death Metal aus Deutschland? Kennt man, klingt gut und ist in der Regel bewährt. Alleine, leider sagt mir persönlich „Serum“ nur bedingt zu. Wieso das? Weil ich das Gefühl habe, dass zwar sehr viel Können und Innovation in diesem doch recht engen Korsett zu finden ist (man kann schon beinahe von einer progressiven Note sprechen), jedoch klingt alles überproduziert, es fällt mir schwer, zwischen den einzelnen Tonspuren zu differenzieren. Es wirkt schnell wie ‚zu viel‘ auf einmal, wie eine Einschränkung dessen, was man mit subtileren Noten vielleicht noch stärker hätte betonen können. Jedoch, und das muss festgehalten sein, sind die Jungs sehr technikaffin unterwegs und wissen, wie sie ihre Instrumente handhaben müssen. Leider werde ich eben dieses vorhin beschriebene Gefühl nicht los – wer aber sich davon nicht abschrecken lässt und generell die schwarzmetallische Schiene präferiert, der sollte sich Dead Alone wirklich mal anhören.
Toby S.   
Punkte:
7.0 von 10
GREYFELL – Horsepower
Argonauta Records
Die ersten Klänge, die im Ping Pong-Effekt auf die Gehörgänge treffen, versetzen den Konsumenten der vorliegenden Scheibe zurück in die 60er-Jahre, als man mit der Stereofonie angefangen hat zu experimentieren. Bereits hier zeichnet sich ab, dass die folgende Kost nicht leichtverdaulich sein wird. Gitarre und Bass sind stark verzerrt und füllen den Raum mit Doom Metal der ganz schweren Sorte. Über der Saitenfraktion lagern Synthiesounds und mit reichlich Effekten versehene und in verschiedensten Variationen auftauchende Gesänge, die einen zutiefst verstörenden Charakter aufweisen. Die Franzosen zeigen sich auf ihrem zweiten Studioalbum als leidenschaftliche Tüftler, die mit ihrer Musik stets auf der Suche nach einer kompromisslosen Härte sind. Ihr Einstand bei Argonauto Records ist nichts für schwache Nerven, kann sich aber definitiv sehen lassen.
Patricia L.   
Punkte:
7.0 von 10
RISE OF AVERNUS - Eigengrau
Code 666
Vom weit entfernten fünften Kontinent, genauer aus Sydney, kommen Rise Of Avernus her. Ihr vierter Release hört auf den Namen "Eigengrau". Sehr schleppend wird mit "Terminus" in das Album gestartet und orchestrale Einsprengsel lockern das Gesamtbild auf! Der erste Gedanke schweift in die musikalische Richtung von Fleshgod Apocalypse ab, einfach nicht mit deren Intensität und Heftigkeit! Was auffällt, ist die überwältigende Dominanz der klassischen Elemente! Klassisch, im wahrsten Sinne des Wortes, geht es dann im selben Takt mit "Ad Infinitum" weiter. Wenn das Gleichgewicht zwischen Klassik und Metal einigermassen stimmt, dann haben Rise Of Avernus durchaus ihren Reiz! Nur ist bei dieser Feinjustierung noch einige Luft nach oben! Die instrumentale Passagen gefallen mir nicht schlecht. Düster und bedrohlich beginnt "Gehenna" und wird dann komplexer und um mit Streichern und Klargesang eine ganz neue Seite von Rise Of Avernus aufzuzeigen! Leider wollen Rise Of Avernus zuviel in einem Song, und so werden in einem Song so viele Ideen verbraten wie andere Bands davon zehn Songs machen würden! So wirken die Songs auch überladen und weniger wäre vielerorts wesentlich mehr! "Eigenlicht" beginnt mit einem schönen akustischen Intro, bis der Song dann mit Geklimper zu betoniert wird und plötzlich wie in einem Power Metal-Song nach vorne abgeht! Der Sänger bleibt sich aber treu und growlt den ganzen Song durch, was leider nicht zu diesem Song passt! Einzelne Fragmente werden wahllos zusammen gekleistert und das Endprodukt tönt dann auch dementsprechend! Wohin entführt uns als nächstes "Tempest"? In eine dunkle Höhle und es tönt nach Dimmu Borgir mit ganz vielen Keyboards! Nun kommen aber wieder die Klassik-Freunde zum Zug! Ähnlich wie "Eigenlicht" beginnt auch "Forged In Eidolon" akustisch, um dann den klassischen Weg einzuschlagen und mit Stakkato-Riffs, die in jedem Song zu genüge vorkommen, beendet wird. Die bereits erwähnten Muster wiederholen sich auch bei "Mimicry", vielleicht hat die Band auch ihr Ideen-Pulver verschossen?! Mit "Into Aetherium" wird das Album in acht Minuten mit sämtlichen und schon gehörten Elementen nochmals wieder gekaut! Für mich krankt dieses Album an den Überambitionen der Band! Da sich die Songs nicht von einander unterscheiden lassen, gibt es auch keinen Anspieltipp!
Roolf    
Punkte:
6.9 von 10
AVON - Dave's Dungeon
HeavyPsych Sounds
Dass bei den kalifornischen Wüstenrockern Avon der Drummer Alfredo Hernandez hinter den Pauken und Kesseln sitzt, dürfte für einige schon mal eine Referenz sein, hat der Gute doch früher auch schon für Kyuss und QOTSA die Stöcke geschwungen. Doch reicht diese Tatsache alleine schon aus, um den zweiten Output des Powertrios mit Vorschusslorbeeren zu versehen? Ich würde mal vorsichtig sagen nein, denn Avon haben bei mir einen eher zwiespältigen Eindruck hinterlassen, da nützt alles Namedropping, zumindest bei mir, herzlich wenig. Fakt ist, neben echt coolen Rockern der Sorte „Terraformations“, „Mace Face“ oder „On Fire“ (sehr geil, künftig bitte viel mehr davon!) und mit Beatles-esken Chören veredelten Songs („Yello“, „Red Barn“) sowie einem leicht schräg angehauchten Ausflug in die wabernden Sphären des Space Rock („Was Ist Los“) sorgen auch ein paar Nummern für gepflegte Langeweile („Hero With A Gun“, „Space Native“, „Dungeon Dave“), welche die Scheibe unnötig in die Länge ziehen und den ansonsten angenehmen Fluss beeinträchtigen. Unterm Strich bleibt „Dave’s Dungeon“ ein gutes Desert Rock Album mit leichten Heavy Psych Anleihen, das die anvisierte Kundschaft zweifellos zufriedenstellen wird, kein Naturereignis also, aber zum Glück auch kein Rohrkrepierer.
Mirko B.
  
Punkte:
6.9 von 10
SCHWARZER ENGEL – Kult der Krähe
Massacre Records/Musikvertrieb
Der Name lässt schon erahnen, dass es hier um Gothic/Dark Metal geht. Die Band mixt gekonnt Elemente aus Gothic Rock, Deutschrock und Melodic Metal und pfeffert das ganze mit düsterer Atmosphäre. Das Ergebnis lässt sich vergleichen mit Bands wie Oomph!, ASP, Eisbrecher und stellenweise auch den Düsterschlagerstars Unheilig. Positiv fällt auf, dass die Texte nicht ganz so platt daherkommen wie bei manchen Genrekollegen, wobei sich mit den Lyrics nun wohl auch kein Literaturnobelpreis gewinnen lassen würde… Solides Mittelfeld würde ich sagen! Die Kompositionen wirken etwas eingerostet und vorhersehbar, entsprechend will nicht so richtig Spannung aufkommen, auch wenn einige gute Tracks mit dabei sind. Ein Highlight ist sicher der Opener des Silberlings, der auch gleich das Thema der Scheibe vorgibt: “Krähen an die Macht“ lautet das Motto hier und kommt als eingängige, düstere Hymne daher. Allerdings schleicht sich gerade wegen des monotonen Gesangs von Frontmann Dave Jason etwas Langeweile in die Playlist ein. Der wohl beste Track der Scheibe ist das äusserst eingängige “Sinnflut“, das fast schon poppig anmutet. Heraus sticht auch die Ballade “Requiem“, wobei die Gitarren hier ein wenig zu dominant wirken. Ansonsten hat mich jetzt nichts so wirklich vom Hocker gerissen, auch wenn es angenehme Hintergrundmusik ist… Fazit: Schwarzer Engel fühlt sich in der Deutschen Düsterszene pudelwohl und der neue Silberling dürfte da auch wieder grossen Anklang finden. Und doch wirkt die ganze Scheibe ein wenig zu monoton um ein wirkliches Highlight zu sein. Ich ertappe mich dabei, wie ich immer auf etwas “mehr“ - mehr Kreativität, mehr Originalität, mehr Leidenschaft - warte, das schlussendlich doch nicht richtig kommt. Ein solides Album, aber nicht Überragendes.
Patricia H. 

Punkte: 6.8 von 10
CANE HILL – Too Far Gone
Rise Records
Die Nu-Metaller Cane Hill, die eigentlich keinen Nu-Metal machen wollen (wie sie in Interviews betonen), werfen auch mit ihrem neuen Werk „Too Far Gone“ ein waschechtes Nu-Metal Album auf den Markt. Den Stempel wird das Quartett aus New Orleans mit der vorliegenden Veröffentlichung sicherlich nicht abschütteln können, allerdings weist dieser einen etwas weniger faden Beigeschmack von „ausgelutscht“ und „altbacken“ auf, als der Vorgänger „Smile“. Vermutlich liegt dies daran, dass der Vierer krampfhaft versucht, jenseits der nach wie vor in grosser Menge vorhandenen Nu-Metal-Parts, doch nicht zu sehr nach denen zu klingen. Das Resultat ist deshalb recht durchzogen. Der Titeltrack „Too Far Gone“ könnte nach einem Riff-Facelift ohne Probleme als neuer Slipknot Song angepriesen werden und daran ändert auch das feixende Gitarrensolo nichts, das bekanntlich im Nu-Metal nicht gerade einen Stammplatz hat. „Singing In The Swamp“ oder „Why“ zeigen dafür ein neues eigenes Gesicht. Abgenutzte Stimmeffekte werden ausgetauscht, leicht progressive Riffs herangezogen und sogar vereinzelt wirklich schnelle Double-Bass-Passagen eingebaut. Zumindest ein Versuch eigen zu klingen und nicht dem Nu-Metal ein neues Gesicht zu verleihen. Der definitive Höhenflug gelingt mit dem zweiminütigen Kracher „Scumbag Fix“, der ein echter Schlag in die Fresse ist. Leider sind diese Ausbrüche auf „Too Far Gone“ zu selten, um wirklich im Gedächtnis zu bleiben. Das Album ist zwar fett produziert, klingt auch durchwegs nicht schlecht aber schafft es leider nicht, die offensichtliche Affinität zum Nu-Metal spannend klingen zu lassen. Ausnahmen wie „It Follows“ oder das brettharte „Scumbag Fix“ wären wohl der bessere musikalische Massstab fürs Album gewesen. So wird wahrscheinlich auch diese Arbeit bald der Vergangenheit angehören und in Vergessenheit geraten.
Oliver H. 

Punkte: 6.7 von 10
BIBLE BLACK TYRANT - Regret Beyond Death
Argonauta Records
Ich kann mir diese CD noch so oft reinziehen, am Ende weiss ich immer noch nicht, was ich davon halten – und was ich dazu schreiben soll. Verkauft wird das Ami – Trio als Sludge / Doom Metal Band. Doom naja, Sludge geht hingegen in Ordnung, sofern man diese sehr noisige Variante noch dazurechnen kann. Was mir die Sache so schwierig gestaltet ist die Tatsache, dass die Band mit dem Opener “Instead Of” schon fast ihr ganzes Pulver verschiesst. Der Song kommt in seiner urigen Gewalt und der durch die gelegentlich eingestreuten Soundspielereien sehr dichten Atmosphäre schön mächtig daher und erweckt Hoffnungen auf weitere Nummern desselben Kalibers. Leider können die Jungs in der Folge dieses Niveau aber nicht mehr halten. Zwar bewegt sich das restliche Songmaterial auf einem ähnlich hohen Energielevel im gepflegten Slow Motion – Tempo, aber der sprichwörtliche Funken will einfach nicht mehr überspringen, was nicht zuletzt auch auf das Konto des sehr undynamischen, variantenarmen Schreigesang von Aaron D.C. Edge geht. Wer mit Red Fang, YOB und ähnlich extrem veranlagten Truppen etwas anfangen kann, darf hier getrost zugreifen, alle anderen sollten erst mal vorsichtig reinhören.
Mirko B.     
Punkte: 6.5 von 10
SQUEALER - Behind Closed Doors
Pride & Joy Music
Die deutsche Truppe Squealer meldet dich wieder zurück. Nach dem tragischen Unfalltod ihres Sängers Andreas Allendörfer (2005) stand die Truppe in einer Art Schockstarre, aus der sie sich nur sehr schwer befreien konnte. Mit dem neuen Album schippert die Truppe irgendwo zwischen Blind Guardian-liken Chören, der Energie von Kreator und der verspielten Art von Rage. Eine Mischung die auf den ersten Blick sehr sympathisch rüberkommt, auf der anderen Seite vom Hörer aber doch einiges abverlangt. Dass die Jungs dabei leicht thrashig rüberkommen ("Behind Closed Doors"), aber auch sehr metallisch erklingen ("Time Goes By") hält das Album abwechslungsreich und spannend. Was der Scheibe aber sicher gut getan hätte, wenn man die ungezügelte Wut mehr kanalisiert und ab und zu einfach auch ein bisschen mehr der Melodie denn der Härte den Verzug gegeben hätte. Anspieltipps sind sicherlich "Brainwash" und "Worlds Collide". Schon früher waren Squealer für mich eine Band, die gutes Material abliefert, aber in der Flut an Truppen unterging. Dies ändert sich auch mit "Behind Closed Doors" nicht. Aber ich bin mir sicher, dass die Jungs ihre Fans finden werden.
Tinu     
Punkte: 6.5 von 10
START A REVOLUTION - Survivors
Metalville/Musikvertrieb
Die jungen Wilden aus Aachen verteilen mit ihrem Metal-Hardcore-Punk-Mix ordentliche Faustschläge und auch wenn ich anfangs noch etwas skeptisch war, so gefällt mir die Musik mit jedem Lied besser. Das Album Cover ist auf jeden Fall gut gemacht, denn es konnte nichtsdestotrotz mein Interesse wecken. Alles in allem wirkt die Musik solide, aber etwas bemüht, was aber auch am Gerne liegen könnte. Die Truppe weiss auf jeden Fall, ihre Mittel korrekt zu nutzen und füllt die knappe Dreiviertelstunde gekonnt. Nach dem Durchlauf empfinde ich aber eine leichte Erschöpfung und bin froh, ist das Album nicht noch länger. Trotz guter Ansätze hinterlässt die Scheibe keinen bleibenden Effekt, wenn auch vereinzelte Lieder auf meiner Playlist landen könnten. Das Album landet somit in der Kategorie "zur Abwechslung". Nichtsdestotrotz kann ich es Fans des Hardcore-Genres herzlich empfehlen.
Mona    
Punkte: 6.5 von 10
HARPYIE – Blindflug (Re-Release)
Metalville/Musikvertrieb
Scheint gerade total Mode zu sein, alte Alben neu herauszubringen – Die Mittelalter Rocker/Folk Metaller von Harpyie springen auf den Zug auf und präsentieren ihr Debüt “Blindflug“ von 2012 in neuem Gewand. Zugegeben, das war auch nötig um den eigenen Ruf zu retten… Das vergriffene Erstlingswerk wurde damals nämlich von Kritikern ziemlich verrissen aufgrund der miesen Aufnahmequalität und den eher schwächelnden Gesangskünsten - Die Neuauflage soll es nun richten! Doch so richtig überzeugen tut mich auch diese Neuaufnahme nicht. Die brachialen Drums sind oft zu dominant abgemischt und Sänger Aello schrammt nach wie vor hart an den Grenzen seiner Stimmlage vorbei. Allerdings sind die Folk Elemente wirklich grossartig – Geige, Drehleier, Dudelsack und Flöten sind klar das Highlight des Albums. Gerade bei “Lunas Traum“ kommt dies sehr schön heraus, da die Melodie von jedem Instrument nochmals aufgenommen und leicht abgeändert wird – ein wirklich brillanter Effekt! Ein weiterer Höhepunkt ist “Hudertdreyssig“, bei dem es um den Rattenfänger von Hameln geht. In dieser neuen Version wurde auch der nervige Kinderchor massiv abgeschwächt – hätte man für mein Dafürhalten auch gleich ganz weglassen können, aber immerhin… Die Neuauflage kommt übrigens mitsamt einer Bonus CD, die es wahrlich in sich hat! Für das Lied “Die Glorreichen Sieben“ konnten jeweils die Sänger der Bands Feuerschwanz, Tanzwut, Nachtgeschrei, Vogelfrey, Krayenzeit & Medusa gewonnen werden – quasi die Essenz des Mittelalter Rocks! Vom Letzten Album “Anima“ wurde die Ballade “Löwenherz“ in einer Akustikversion übernommen. Das wohl beste Lied der beiden Alben kommt mit Elisa (Remix von Subway To Sally Drummer Simon Michael). Das Schlusslied “Schöne Neue Welt“ mit gelegentlichen Grunzern von Robert “Robse“ Dahn von Equlibrium ist hingegen eine grosse Enttäuschung. Fazit: Harpyie sind mit den Jahren deutlich besser geworden, darum hätte es diese Erinnerung an die eher bescheidenen Wurzeln echt nicht gebraucht. Die Bonus CD wird dem einen oder anderen Mittelaltermarkt Fan ein Lächeln entlocken, doch auch die kommt nicht an den letzten Silberling “Anima“ (2017) heran, den ich übrigens richtig klasse fand. Immerhin ist die Neuauflage deutlich besser als das Original…
Patricia H.    
Punkte:
keine Wertung
THAL – Reach For The Dragon’s Eye
Argonauta Records
Uff, das raschelt ja ordentlich aus den Lautsprechern, hab ich da aus Versehen Kies mit reingemischt? Nee, passt schon, sind nur THAL („The Heathens Are Loose“), die hier mit ihrem zweiten Werk vorstellig werden. Dieses Werk ist für mich persönlich schwer zu beurteilen, da ich mit dieser Art von Stoner/Doom nur bedingt etwas anzufangen weiss. Neben eher eingängigen Liedern wie „Under Earth“ (verzerrt bis zum Gehtnichtmehr) oder „Thoughtform“ existiert auch ein richtiger Biker-Song namens „Punish“, den man sich super auf dem Motorrad anhören kann, während man auf einer staubigen Strasse in den Sonnenuntergang brettert. Daneben sind sowohl der Einstieg namens „Rebreather“ wie auch der titelgebende Rausschmeisser eher gewöhnungsbedürftig und sind nicht mehr sogleich zugänglich. Generell gilt aber bei THAL, dass die Stücke sich ziemlich ähneln und man deswegen eher weniger Abwechslung erwarten kann. Wer aber darüber hinwegsehen kann und generell was mit dem Stoner/Doom-Genre, das ganz im Stile vergangener Tage gespielt wird, anzufangen weiss, sollte sich „Reach For The Dragon’s Eye“ mal antun. Für Freaks und Kenner, würde ich persönlich sagen.
Toby S.    
Punkte: 6.0 von 10
HEAVATAR – Opus II The Annihilation
Ear Music/Phonag
Die Deutschen Heavatar melden sich mit «Opus II The Annihilation» zurück. Ziemlich heftig erschallen die zwölf neuen Tracks, die einerseits sehr symphonisch sind und andererseits mit viel Power vorgetragen werden. Jüngeren Fans wird diese Mixtur sicher gefallen, ich für meinen Teil finde mich schnell zwischen Stuhl und Bank wieder. Was wollen die Herren von Heavatar nun sein, beziehungsweise mitteilen? Zudem passt die Stimme von Van Canto Mastermind Stefan Schmidt irgendwie nicht. Die Deutschen versuchen mit Klavierelementen, runter gestimmten Gitarren und leicht gegrowlten Gesang die Massen auf sich aufmerksam zu machen. Ein roter Faden fehlt irgendwie. Auch wenn der Titelsong sicher seinen Reitz hat, so geht er schlussendlich in der Flut an neuen Liedern unter. Dies liegt sicher auch daran, dass die Truppe versucht viel zu viele Stile unter einen Hut zu bringen. Vergreift man sich dann noch an Manowars «Metal Daze» spielt man mit dem Feuer. Das fast 14 Minuten lange «The Look Inside (Orchestral Version)» zeigt nochmals, dass sich Heavatar nicht in eine Schublade stecken lassen wollen. In meinen Augen viel zu viele Stile, ein fehlender roten Faden… Sorry hier scheitert ein guter Versuch schon im Ansatz.
Tinu    
Punkte: 6.0 von 10
KID ROCK – Sweet Southern Sugar
BMG Rights
Kid Rock hat seinen Stil gefunden und diesem bleibt er auch bei seinem neuen Studioalbum „Sweet Southern Sugar“ treu. Sein Southern-Country-Rock mit gemütlichen Melodien und teilweise bissigem Text sind Mainstream-tauglich und ziehen Hörer aus allen Genres an. Härtere Rock-Töne hört man fast nie, denn schwerpunktmässig spielt Mr. Rock die akustische Gitarre, um Lagerfeuer-Stimmung zu machen und mit seiner rauen Whiskey-Stimme Bar-Feeling zu vermitteln. In „American Rock'n'Roll“ kommt er rüber als ein softer Bad Boy, der nur beim etwas wilder geratenen Gitarrensolo eine Spur härter wird. Textlich geht es oft um Herzschmerz und die üblichen Männer-Themen. So verliert der Proband bei „Raining Whiskey“ schon mal die grosse Liebe und ertränkt den Schmerz mit viel Alkohol. Das später folgende „Sugar Pie Honey Bunch“ im Original von The Four Tops (I Can’t Help Myself) von 1965 fällt sowas von unglaublich kitschig aus, dass man sich echt bemühen muss, um den Mageninhalt nicht über den ganzen Fussboden zu verteilen. Es gibt wohl kein anderes Exemplar im Rockzirkus, das es wagt einen Song aufs Album zu packen, der normalerweise nur im Disco-Fox-Tanzkurs oder in einem einschlägigen Schlagertempel gespielt wird. Das liegt schon sehr verdächtig nahe an der Grenze des guten Geschmacks. Aber ja, mit dem Schlusstrack „Grandpa's Jam“ zeigt man sich versöhnlich und das „American Bad Ass“ lässt seine Band noch mal rocken und grooven. Es wird ein eher schwerer Rhythmus angespielt, der Funk, Rap und Rock mischt, dass man unweigerlich an die alten Titel der Red Hot Chili Peppers denken muss. Alles in allem also nichts Neues und wer Kid Rock‘s letzte Alben mochte, der wird auch an diesem Tonträger wieder Gefallen finden. Mit seinem lang erprobten Mainstream Sound ist er für fast alle tauglich, die maximal gemütlichen Rock hören.
Oliver H.  
Punkte: 6.0 von 10
PAINTED DOLL - Painted Doll
Tee Pee Records
Gähn… Na gut, ich will jetzt nicht gleich damit einsteigen, dass ich die True Metal Keule schwinge und damit alles zertrümmere, was mit dieser meiner Religion nichts zu tun hat. Widmen wir uns also zunächst mal den personellen Fakten. Painted Doll sind ein amerikanisches Duo bestehend aus Dave Hill (Gesang, Gitarre, Bass, Keyboard) und Chris Reifert (Schlagzeug, Gitarre, Bass). Dass sie demzufolge bei den Aufnahmen auf keine Gastmusiker zurückgegriffen haben, rechne ich den beiden schon mal hoch an. Dave Hill arbeitet nebenbei noch als Comedian, Radiomoderator, Schriftsteller und Frontmann bei der Power Pop Band Valley Lodge. Habe noch nie von dem Kerl gehört, von seinem Sidekick hingegen schon. Chris Reifert hat die Drums auf dem Death – Debüt „Scream Bloody Gore“ eingespielt und danach seine eigene Band Autopsy gegründet. Und was kommt dabei heraus, wenn sich ein witzemachender Popkünstler mit einem Death Metal Pionier zusammentut? Eine Band, die sich bezüglich Marschrichtung nicht festlegen will. Zunächst sei einmal festgehalten, dass Painted Doll mit Metal absolut gar nichts zu tun hat. Die zwei pendeln in ihren Songs fröhlich zwischen Tom Petty, The Who in ihrer vom Beat noch stark beeinflussten Frühphase, Happy Punk und Billy Idol’schen Schmachtfetzen hin und her. Das klingt zerfranst und ist es auch. Aber glaubt mir, die beiden haben es faustdick hinter den Ohren, das ist Kalkül. Ich kann mit dem ganzen Mist hier zwar nichts anfangen, aber die zwei ziehen ihr Ding ganz bewusst entgegen jeglichen Konventionen durch. Vor allem Chris Reifert, eine Death Metal Legende, zeigt damit aussergewöhnlichen Mut, und das ringt mir meinen Respekt ab. 9.0 objektive Punkte für die Risikobereitschaft, 3.0 sehr subjektive Punkte für die Musik.
Mirko B.    
Punkte: 6.0 von 10
UNSHINE – Astrala
Rockshot Records
Die Finnen bezeichnen ihre Musik als Druiden Metal und wollen mit ihrer Musik neben der typisch nordischen Melancholie auch Folk Metal Elemente heraufbeschwören. Klingt doch schon mal vielversprechend! Allerdings hätte ich mir unter dieser Beschreibung mehr etwas in Richtung Neo Folk vorgestellt, mit sphärischen Klängen oder auch etwas in Richtung Pagan Metal - jedenfalls nicht dieses leicht poppig angehauchte, seichte Gedudel... Tatsächlich klingt die Sängerin wie eine skandinavische Version von Popsternchen Luna und die Folk Elemente stammen allesamt vom Keyboard, was die ganzen Arrangements ziemlich billig und oberflächlich wirken lässt. Die Kompositionen sind grösstenteils nichts Besonderes und äusserst vorhersehbar, mit ein paar wenigen Ausnahmen… Unshine sind zu Druiden das, was Leaves‘ Eyes zu Wikingern sind – nett anzuhörende Frontsirene, doch die Musik hat nicht wirklich was mit dem Thema zu tun. Das einzig magische an Unshine sind die finnischen Texte – Die Sprache hilft der angepeilten mystischen Atmosphäre immerhin ein wenig auf die Sprünge. Thematisch geht es darum, die alten Götter und Wege mit der modernen, technophilen Welt zu verbinden und in Balance zu bringen. Unshine ehren die Natur als spirituelles Heim und zelebrieren ihre rurale, naturverbundene Herkunft. Der Albumtitel “Astrala“ bezeichnet die unsichtbare Seite der Erde und es geht darum, den Weg da hin zu finden… Fazit: Ich bin ziemlich enttäuscht von diesem Album – Dabei klang Finnischer Druiden Metal so vielversprechend! Doch die ganzen Folk Elemente stammen nur aus der Dose, die Sängerin klingt wie ein x-beliebiger Popstar und die Kompositionen sind eher mittelmässig. Es entsteht keine Atmosphäre und plätschert irgendwie belanglos vor sich hin.
Patricia H.      
Punkte: 6.0 von 10

FROZEN CROWN - The Fallen King
Scarlet Records
Vielversprechend klingt die Eigenwerbung der Melodic Power Metal Band aus Milano und macht den potentiellen Hörer "gwundrig". Power Metal, gemischte Vocals, mit Heavy und Symphonic Elementen, wow, klingt nach dem ultimativen Mix. Das Endprodukt lässt sich auch tatsächlich hören, wobei ich persönlich finde, dass das Marketing besser war als das Produkt, welches es zu verkaufen gilt. Der gitarrenlastige Sound wird von einem glücklicheweise zurückhaltend eingesetzten Keyboard unterstützt, die Melodien und Riffs klingen technisch einwandfrei, aber auch ein wenig eintönig. Hinzu kommen Vocals, welche recht bemüht klingen. Klarer Gesang und auch Growls dürfen unsere Ohren verzeichnen, doch das Zusammenspiel lässt einige Wünsche offen. Alles in Allem ist der Sound nett, umwerfend klingt aber anders. Die selbst genannten Einflüsse (frühes Sonata Arctica und Nightwish) sind klar hörbar, doch eine blosse Inspiration reicht halt leider nicht aus. Das Resultat ist wie bereits gesagt hörbar, aber er vermag nicht, mich vom Hocker zu reissen. Der Fairness halber muss ich aber sagen, dass mir das Album nach einem zweiten Hören schon etwas besser gefällt. Vor dem Kauf vielleicht doch besser reinhören!
Mona.      
Punkte: 6.0 von 10

JON BUTCHER AXIS – Jon Butcher Axis
Escape Music/Non Stop Music
Bereits 1983 erschien das Debütalbum von Sänger und Gitarrist Jon Butcher und seiner Formation Axis. Die Scheibe stiess auf positive Resonanzen, erreichte Platz 91 der Billboard Charts und das Video von „Life Takes A Life“ war angeblich das Erste, eines schwarzen Künstlers, nebst Michael Jackson, dass auf MTV gezeigt wurde. Nun, sonderlich beeindruckend ist dies noch nicht, die Tatsache, dass man mit Rush, Def Leppard und Scorpions auf Tour gehen konnte, schon eher. Wie dem auch sei, es erschien nur noch der Nachfolger „Stare At The Sun“ und das Album „Wishes“ ohne den Zusatz „Axis“, danach verschwand der Mann von der Bildfläche. Die Alben gerieten in Vergessenheit, wurden aktuell von Escape Music ausgegraben und in Form des selbstbetitelten Debüts ersmals auf CD veröffentlicht. Die Formation war im Genre des AOR / Melodic Rock tätig. Jon beweisst sich dabei als begnadeter Sänger und ausgezeichneten Gitarristen. Es lässt sich nun die Frage stellen, warum die Karriere des Protagonisten nicht Fahrt aufnahm. Die Antwort ist ganz einfach. Jon mag ein erstklassiger Musiker sein, als Songwriter ist er höchstens Mittelmass. Selbst die angeblich besten Tracks besitzen kaum Wiedererkennungswert, sind wenig nachhaltig und verblassen aufgrund mangelder Substanz. Kein Wunder ist der Name Jon Butcher Axis kaum bekannt und dauerte es 35 Jahre bis zum Re-Release. Für AOR Alleskäufer only.
Chris C.      
Punkte: 6.0 von 10

GRIMNER – Vanadrottning
Despotz Records
Aller Anfang ist schwer - das gilt leider auch für den neusten Output des schwedischen Sextetts Grimner. Die künstlichen Keyboardklänge, die einem zum Auftakt dieser Platte begrüssen, schreien direkt nach der Stopptaste. Keinesfalls besser wird die Situation mit dem Einsetzen der zu weit in den Vordergrund gemischten Flöten. Die Gitarrenarbeit mit mehrheitlich ansprechenden Riffs und einigen netten Doppelleads gefällt da schon deutlich besser. Allerdings hilft die dumpfe Produktion nicht wirklich, diesen Umstand richtig zu schätzen. Die Highlights der Scheibe lassen sich in den Refrains mit den in der Landessprache gesungenen, hymnischen Chören finden. Dass viele Fans die Sprache wohl nicht verstehen ist halb so wild, denn inhaltlich halten die Herren mit ihren Geschichten aus der nordischen Mythologie nichts Aussergewöhnliches bereit. "Vanadrottning" ist nichts, was man gehört haben muss. Wer allerdings seine Freude an Folk Metal im Stile der vor über zehn Jahren von Finntroll oder Equillibrium veröffentlichten Scheiben hat, kann einen Hörversuch wagen.
Patricia L.      
Punkte: 5.5 von 10
FUNERAL WINDS – Sinister Creed
Avantgarde Music
Die Black Metal Truppe aus Holland gibt es nun doch schon seit einigen Jahren (erstes Demo 1992), doch so wahnsinnig fleissig scheinen die Jungs nicht zu sein. Seit dem letzten Lebenszeichen ist die Erde 10 mal um die Sonne gekreist, doch was sind schon 10 Jahre in der ewigen Hölle der Verdammnis. Man hört jedoch dem Werke an, dass hier absolut kein Wert auf irgendwelche modernen Klänge gelegt werden, sprich die Einflüsse von Venom, Hellhammer bis hin zu Sodom sind nach wie vor omnipräsent. Auch die verwaschene Produktion wirkt wie ein Relikt aus den frühen 90er Jahren, doch passt diese absolut zu der musikalischen Darbietung. Roh und schnörkellos wird auf den Tisch gehauen, dies macht gleich der treibende Opener „The Road To Predition“ klar und wird mit dem folgenden „Cursed Is This Pantheon Of Flesh“ gnadenlos zementiert. Die Mischung aus schnellem Black Metal, kurzen Breaks und der dezenten Thrash Beilage zieht sich nahezu über alle Songs hinweg, abgesehen von dem eher schleppenden „Black Moon Over Saturn“, das einen orchestralen Geschmack verstreut. Auch wenn dieser Song eher ungewöhnlich für das Album wirkt, so lässt genau dieser die dunkle Atmosphäre so richtig aufglühen, während die restlichen Songs einfach ein Fausthieb in die Magengrube sind. Meiner Ansicht ist das Highlight auf „Sinister Creed“ der über 7 Minuten dauernde Abschluss „Nunc Et In Hora Mortis Nostrae“, der nicht bloss auf den blanken Hass und Prügel setzt sondern sich regelrecht auftürmt wie ein alles Vernichtender Sturm und eine sehr dichte Stimmung aufbauen kann. Wären auf „Sinister Creed“ noch mehr Songs von diesem Kaliber vertreten, dann würde es auch für mehr Punkte reichen, doch unter dem Strich bleibt es bei einem guten jedoch nicht wirklich mit Ideen gesegneten „Retro-Werk“, welches zwar nicht zeitgemäss wirkt aber der älteren Generation durchaus Freude machen könnte.
R.K.      
Punkte: 5.0 von 10

HUNTSMEN – American Scrap
Prosthetic Records
Ich werde aus dieser Truppe einfach nicht schlau. Mal klingt man wie eine Indie-Band, dann wiederum sind deutliche Post/Ambient-Einflüsse hörbar, dann gibt es dreiminütige instrumentale Zwischensequenzen, macht weiter mit einer seltsamen Mischung aus Indie/Grunge und Post Rock/Metal, schreit sich die Seele aus dem Leib, flüstert kaum hörbar… Ich könnte hier noch viel mehr aufzählen, aber das bringt nichts. Meiner bescheidenen Meinung nach stellen Huntsmen die Art von Musiker dar, welche auf Biegen und Brechen progressiv sein wollen und einfach zusammenmischen, egal, ob es nun zugänglich ist oder nicht. Da ich persönlich zu wenig bewandert bin in solchen Gefilden, vergebe ich 5 Punkte – exakt. Damit sind wir in der Mitte, und wer mit den obengenannten Einflüssen was anzufangen weiss, der kann gerne mehr Punkte dazu addieren.
Toby S.      
Punkte: 5.0 von 10
NICK OLIVIERI - N.O. Hits At All - Vol. 4 (Compilation)
HeavyPsych Sounds
Ich hatte es schon fast befürchtet, aber irgendwie auch erwartet. Nachdem mir die Ehre zu Teil geworden war, die ersten drei Ergüsse aus der Reihe der Reststoffverwertung von Nick Olivieris Kollaboration als Gastsänger mit diversen Bands zu besprechen, war es schon mehr als wahrscheinlich, dass mir auch der vierte Teil dieser scheinbar nicht enden wollenden Serie ins Haus schneien würde. Und wie immer kann der kauzige Glatzkopf gleichermassen faszinieren („Don’t Believe“), langweilen („Super Hero“), Kopfschütteln auslösen (das extrem käsige Ramones – Cover „Susy Is A Headbanger“ ist eine Zumutung für jeden Metaller, sei er noch so tolerant), wie auch nerven („Endless Vacation“, „Fuck You Up And Get High“), je nachdem mit wem er da gerade zusammen musiziert hat. Leider bleibt Letzteres ein Mysterium, ausser man geht im Internet auf die Suche, wozu mir die Zeit im Zusammenhang mit dieser Veröffentlichung einfach zu schade ist. „Vol. 4“ fällt qualitativ gegenüber den ersten drei Teilen dieser Reihe somit deutlich ab, zu krampfhaft auf Punk und Noise getrimmt wirkt das Ganze. Die absolute Arschkarte zieht aber diesmal der Autor des Infoblattes, das sich eigentlich gar nicht so nennen dürfte. Null Info darüber, auf welchem Track Nick Olivieri mit welcher Band zusammengearbeitet hat, kein Wort darüber unter welchen Umständen welcher Song zustande gekommen ist. Und der Gipfel ist die Schlussbemerkung, man soll sich für das bald erscheinende „Volume 4“ bereithalten. Wollt ihr mich verarschen? Hab ich mir doch gerade angehört und besprochen! Da war wohl eher „Volume 5“ gemeint, diesmal wurde wirklich auf allen Ebenen gepfuscht. Wer jetzt immer noch für diese mageren 19 Minuten Musik den vollen CD – Preis bezahlen will, bitte sehr. Ich habe euch gewarnt.
Mirko B.  
Punkte: keine Wertung
THAUROGOD - Coast Of Gold
Drakkar Records/Musikvertrieb
Kaum zu glauben, dass die Finnen schon fünfzehn Jahre unterwegs sind. Das Baby der Ur-Mitglieder Pasi Tanskanen (b), Joonas Pykälä-Aho (d) und Emil Pohjalainen (g) war zwar schon mit Sabaton, Alestorm, Symphony X und gar Nevermore unterwegs. Viel weiter gebracht hat das die Jungs bisher offenbar nicht, und das komplette Fehlen in unserem Live-Archiv spricht ebenso Bände. Das sagt freilich nichts über die technischen Fähigkeiten der Band aus, die 2010 das Debüt «Upon Haunted Battlefields» raus haute, drei Jahre später «Anteinferno» folgen liess und heuer nun mit «Coast Of Gold» das dritte Album am Start hat. Fünf Jahre hat es also gedauert, bis man neues Material mit teils erneuerter Mannschaft veröffentlichen konnte. Eine lange Zeit, in der wohl das bisher eroberte Terrain der Konkurrenz quasi kampflos wieder überlassen werden musste. Wenn ich auf dem Info-Sheet Power Metal lese und das ansprechende Cover anschaue, ist die Welt noch in Ordnung. Wenn dann im Text jedoch "eine Mischung aus Sonata Arctica (Ok, früher waren die mal richtig geil) und DragonForce (Hiiilfeee!!)" zu entnehmen ist, wage ich den Opener «Power» kaum zu starten. Nach dieser veritablen Mutprobe bestätigen sich meine allerschlimmsten Albträume, als das vollspeedige Geballer nach ein paar kurzen Snare-Schlägen ohne Gnade meine Lauscher malträtiert und beinahe bluten lässt. Trotz der melodischen Hookline rollen sich bei mir sogleich die Zehennägel nach oben. «The Commonealth Lives» ist anschliessend DragonForce in Reinkultur, lässt Freedom Call wie blutige Anfänger im Regen stehen und erinnert schwer an Axxis auf Crack. Nö Leute, das geht definitiv nicht, und spätestens nach dem dritten Track ist Ende Gelände. Genre-Fans mögen es mir verzeihen, aber Thaurogod gehen jetzt gar nicht. Das praktisch permanente wie obernervtötende Speed-Geballer mit penetrant nölendem Synthie und zumeist flirrenden Gitarren ist überhaupt nix für den Rockslave, und darum ist die Rezi hier umgehend zu Ende. Die drei Pünktchen gehen übrigens nur auf das Konto des (endlich!!) ruhigen Schlusssongs «Halla»!
Rockslave      
Punkte: 3.0 von 10
OPHE – Litteras Ad Tristia Maestrum Solitude
My Kingdom Music
Der Stoff aus dem Alpträume sind und dies nicht in einem positiven Kontext gemeint, sondern das absolute vertonte Grauen offenbart sich hier auf diesem Debüt. Experimental Black Metal vermischt mit schizophrenen Saxophon Klängen, der die Gehörgänge zum bluten und meine Geduld auf eine harte Probe stellt. Und um es auch gleich noch klar zu stellen, wir alle hier bei Metal Factory verdienen kein Geld mit unserer Schreibarbeit, sondern wir tun dies mit Herzblut und ausschliesslich für euch und die Szene. Dabei opfern wir jeden Monat viel Zeit, versuchen die uns zugeteilten Werke fair zu bewerten und die Emotionen welche die Musik transferiert in Worte zu fassen. Bei all den Scheiben welche ich über die Jahre anhören durfte und musste, offenbart sich hier ein absoluter Tiefpunkt und obwohl ich dem Werk mehrere Anläufe gegönnt habe, war es mehr als eine Zerreissprobe, die Scheibe an einem Stück anzuhören. Ich habe absolut keinen Plan, wem ich diesen Irrsinn schmackhaft machen sollte, ohne dabei ein schlechtes Gewissen zu haben. Die fünf „Kompositionen“ eignen sich höchsten für einen Folterabend unter Feinden oder um seine eigenen Schmerzgrenzen zu testen. Meine Schmerzgrenze ist hier definitiv überschritten und ich bereue jede Sekunde meiner Lebenszeit, die ich für dieses miese Stück vergeuden musste. Nie wieder!!
R.K.      
Punkte: 0.0 von 10
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