CD-Reviews Januar 2012
Wertung:
  9.0 bis 10 Kaufempfehlung.         7.5 bis 8.9 Gut.
  4.0 bis 7.4 Vor Kauf reinhören.    0.0 bis 3.9 Nicht empfohlen.
BEYOND THE BRIDGE - The Old Man And The Spirit
Frontiers Records/Musikvertrieb
Holy Moly! Da hat das neue Jahr erst grade laufen gelernt, und schon wird uns eine Progressive Rock/Metal-Opera auf höchstem Niveau um die Ohren gehauen. Was die Deutschen hier auf ihrem Debut-Werk bescheren, ist wahrlich ein Meisterwerk. Thematisch setzt sich das Album mit der menschlichen Polarität in Form von zwei Hauptcharakteren auseinander, die eine Geschichte erzählen. The Spirit steht für Personifikation der Weisheit und Bewusstheit, die für den Menschen aber nicht erreichbar ist. Und als Gegensatz The Old Man, ein Lebemann, der in der Körperlichkeit durch alle Höhen und Tiefen gegangen ist. Herbie Langhans und Dilenya Mar setzten dieses Konzept gesanglich zusammen hervorragend um. Der abwechselnde Männer/Frauengesang fügt sich bestens in das Gesamtkonzept ein. Vor allem die Gesangliche Vielfalt von Herbie ist einfach grandios. Für die Musikalische Komposition zeigen sich vor allem Gitarrist Peter Degenfeld und Keyboarder Christopher Tarnow verantwortlich. Musikalisch nutzt man die volle Breite zwischen Prog Rock/Metal, also von Dream Theater-Anleihen über Shadow Gallery zu Empty Tremor, Ayreon, bis zu Symphony X. Aber, ja aber mit sehr grossem Selbständigkeits-Anteil. Überall auf dem Rundling findet man klasse Gitarrenriffs, wunderschöne, sehr melodiöse Soli, tolle Chöre, ruhige spannende Syntie-Parts, Klavier-Passagen und sehr interessante Tempo- und Stimmungswechsel. Elf klasse Songs, die allesamt in ein tolles Konzept zusammengefasst sind und als Ganzes zusammengehören, das wird der verwöhnte Prog-Fan sofort bemerken. Die siebenköpfige Truppe hat hier im noch so jungen Jahr ein hervorragendes Stück Musik auf die Prog-Gemeinde losgelassen und somit die musikalische Messlatte enorm hoch angesetzt. "The Old Man And The Spirit" gehört für mich jetzt schon zu den besten Konzept-Alben der letzten Jahre, daran kommt einfach kein Proggie vorbei. Gratulation an die Damen und Herren unseres Nachbarlandes. Ich verneige mich vor Beyond The Bridge! Besser kann man's nicht machen. Punkt, aus.
Crazy Beat    

Punkte: 9.7 von 10
LAMB OF GOD - Resolution
Roadrunner Records/Warner
Das Jahr ist noch jung, und es bahnt sich schon ein grösseres Erdbeben an: Lamb Of God haben eine neue Platte am Start. Die Siebte soll es richten, und glaubt mir, Leute, das Ding ist sehr heiss. Die vierzehn Songs sind das beste, was man bisher von den Amerikanern aus Virginia gehört hat. Ich gaube, man kann so euphorisch sein, denn das Ergebnis ist verdammt gut. Der erste Track "Straight For The Sun" fängt eigentlich für Lamb of God-verhältnisse untypisch an. Der Opener ist im Sludge-Bereich angesiedelt, also recht doomig, langsam, zäh wie dickflüssige Lava. Im Übergang zu "Desolation" bekommen wir aber den bekannten Speed zurück, und vor allem Sänger Randy Blythe hat ein Stimmorgan, das nicht von dieser Welt ist. Sehr düster, tief, aber verständlich und wiederum sehr wütend screamt der Kerl, er ist hier in den Top Five der besten Thrash-Sänger des Universums einzustufen. Zurück zu den Songs: Man hat auch akustische Gitarren im Intro eingebaut, die aber die gesamte Härte der Scheibe nicht zu beeinflussen wissen, nein sie sind eher als Auflockerung zu verstehen. Auch dass man sich schon ein bisschen Zeit nehmen muss, um sich ins Songwriting einzuarbeiten, spricht für die Klasse von "Resolution". Die Produktion ist natürlich knüppelhart und zeitgemäss, ehrlich Leute, wer will schon Old School-Sound heutzutage? Die Gitarrenriffs haben auch die nötige Klasse, um sich gegen die Konkurrenz zu behaupten, aber Drummer Chris Adler muss man noch erwähnen: Der Junge ist weltklasse und hat Dave Lombardo von Slayer im Thrashsektor vom Thron verdrängt. Der letzte Song "King Me" mit seinen Streichern und epischen Momenten hat alles, was Lamp of God auszeichnet: Epik, Progressivität, Härte, tolle Vocals, Melodien und ein fantastisches Songwriting. Lamb of God haben ein Meisterwerk geschaffen, das schwer zu schlagen sein wird im modernen Thrash, ich wüsste nicht, wer das sein könnte. Ganz klare number one!
Daniel J. 
  
Punkte: 9.5 von 10
LACUNA COIL – Dark Adrenaline
Century Media/EMI
Das neue Jahr fängt gut an. Verdammt gut, wenn man Lacuna Coil als Massstab nimmt! Ich habe so viele aufstrebende Gothic Metal-Bands gehört in den letzten Jahren, die sich diese Band zum Vorbild genommen haben, und keine kam an das Original heran. Denn Lacuna Coil klingen weder so zuckersüss noch so unecht, so opernhaft oder so pompös wie andere Bands dieses Genres - sie produzieren ehrlichen, soliden und leidenschaftlichen Gothic Metal, und genau das hebt sie ab vom Rest! Ich muss zugeben, nach den ersten beiden Erfolgsalben "Comalies" (2002) und "Karmacode" (2006) war das letzte Album "Shallow Life" (2008), wie der Name schon erahnen lässt, leider eher oberflächlich und hat mich etwas enttäuscht. Doch mit ihrem neusten Werk "Dark Adrenaline" melden sich die Italiener zurück! Volle, solide Kompositionen, eine wunderbare Harmonie zwischen männlichen und weiblichen Vocals und vor allem wieder etwas mehr Härte! Höhepunkt ist "Kill The Light" – hier kommt einfach alles zusammen. Auch die Ballade "End Of Time" ist schön melancholisch und wunderbar düster, genauso, wie eine Gothic Ballade sein sollte. Die Band knüpft an ihren Erfolg mit "Karmacode" an, und der Sound klingt definierter und ausgefeilter – Lacuna Coil haben ihren Stil gefunden und festigen ihn mit diesem Album! Nach dem Depeche Mode-Cover "Enjoy The Silence", welches ich sehr gelungen fand, haben sich Lacuna Coil wieder an einen Klassiker gewagt: "Losing My Religion" von REM. Das passt nun leider überhaupt gar nicht. Lacuna Coil haben was ganz Neues aus dem Song gemacht, haben das Tempo runtergeschraubt und eine gehörige Portion Düsternis und Melancholie draufgepackt, sodass sie dem Song jegliches Leben ausgesaugt haben – R.I.P. REM! Doch das ist tatsächlich der einzige Kritikpunkt, den ich an dieser Scheibe finden kann. Ja, ich mag Lacuna Coil, und vielleicht bin ich deshalb ein wenig subjektiv. Doch die Entwicklung seit dem letzten Album ist deutlich zu hören, und auf "Dark Adrenaline" finden sich viele sehr eingängige Tracks, die man einfach mögen muss! Diese Platte ist ein absolutes Must Have für alle Gothic Metal-Fans!
Patricia 
 

Punkte: 9.2 von 10
VIVA LA TIA – Klassifiziert
Noise Art Records
Ein neuer Stern erleuchtet im unendlichen Kosmos der Deutschrockbands! Es ist ein Gestirn, welches das Potential hat, weit und unglaublich hell zu strahlen. Sein Name: Viva La Tia, was nach www.leo.org so viel wie "Es lebe die Nutte, Tante, Tussi, Weib oder Frau" bedeutet. Seine Rezeptur: Eine Prise AC/DC (z.B. bei "Der Weg zum Glück" oder "Nimm mich mit"), ein kleine Verneigung vor den Böhsen Onkelz ("Geister der Vergangenheit"), gerader Rock'n'Roll ("Sex und Pistolen") und schöne, kitschfreie Balladen ("Wunden wo keine war'n" und "Es kann nicht für immer regnen"). Dazu ein paar direkte, vielleicht etwas derbe Texte und das unglaubliche Gespür für griffige Melodien und Arrangements. Auf "Klassifiziert" ist nichts übertrieben, die Rock'n'Roll-Attitüde glaubhaft und oft scheint ein gewisser Galgenhumor zwischen den Zeilen hindurch. Viva La Tia irritieren aber auch. Denn Yvonne's Gesang ist nicht gleich als Frauenstimme erkennbar. Im Gegenteil. Bei schnelleren Songs singt sie derart tief, dass erst der Eindruck entsteht, dass die Band neben einer Sängerin auch einen Sänger hat. Entsprechend gibt sie die Antithese zum Engelsgepiepse symphonischer Metalbands. Wer sich erst einmal warm hört, wird mit dieser Scheibe frohe Stunden erleben. "Klassifiziert" ist ein Erstwerk, welches sich jede Band wünscht und hat das Potential, zum Standartwerk des Deutsch-Rock'n'Roll zu werden. Kaufen, rocken!
Roger W. 
  
Punkte: 9.1 von 10
HEXFIRE – The Fire Of Redemption
Nightmare Records
Das Erstlingswerk von den polnischen Hexfire kann als klassisches Power Metal- mit einem leichten Touch von Pagan Metal-Album bezeichnet werden. Da die fünf Jungs keinen eigenen Drummer haben, wurde nach tatkräftiger Unterstützung gesucht und gefunden. So ist unter anderen Alex Holzwarth von Avantasia mit von der Partie. Auch andere Musiker haben es zu dieser Session geschafft. Mit Niclas Etelavuori (Amorphis), Novy (Ex-Behemoth) oder Jonno Lodge (Ex-Paul Di'Anno) sind sehr namhafte Gestalten dabei. Sie hatten sicherlich auch durch ihre Erfahrung und Können starken Einfluss auf die einzelnen Songs. Dadurch ist ein sehr ausgereiftes und abwechslungsreiches Album entstanden, das absolut Spass macht beim Zuhören. Schon die ersten Songs "Hexfire", "Don't Believe" und "Never Learn" hauen voll auf die zwölf. Die klare und variable Stimme von Lucas rundet die musikalische Arbeit vollends ab. Mit "Wicked Men" und "Restless Wanderer" geht's dann erstmals ein wenig in Richtung Pagan-Einflüsse. Einen einzelnen Song rauspicken und als absoluten Knaller betiteln geht nicht, da alle 10 Songs einfach super sind und es nie langweilig wird. Also absolut beide Daumen hoch und reinhören.
Timo K.  

Punkte: 9.0 von 10
OPERA DIABOLICUS – 1614
Metalville/Musikvertrieb
Opera Diabolicus ist das Ergebnis einer Idee von den schwedischen Metal-Songwritern und Musikern David Grimoire und Adrian de Crow. Beide waren 2006 in Gothenburg an einer Inszenierung von Umberto Eco's "Der Name der Rose" beteiligt. Dabei dachten sie, dass dies auch musikalisch umgesetzt werden kann. Das Ergebnis ist nun die einmalige Scheibe "1614". Nebst den genannten Musikern waren einige namhafte Gastmusiker von der Idee begeistert und halfen mit. Unter Anderem waren Snowy Shaw (King Diamond, Mercyful Fate, Therion), Mats Leven (Therion) und Niklas Isfeld (Dream Evil) dabei. Gerade wer auf die progressive und epische Art von Therion steht, ist mit "1614" absolut richtig. Das Album strotzt nur so vor Dramatik, Doom, Atmosphäre und tollem Metal. Gerade die gesanglichen Duelle zwischen Snowy Shaw, Mats Leven und vor allem Camilla Alisander-Ason sind passen perfekt und runden das gesamte Werk ab. Natürlich ist "1614" keine einfache Kost, da der progressive Touch extrem im Vordergrund steht. Aber jeder, der sich Zeit lässt und das Album nicht nur anhört, sondern sich auch mit den Texten auseinander setzt, wird seine wahre Freude damit haben. Grosses Kino zum neuen Jahr!
Timo K. 

Punkte: 9.0 von 10
WOODS OF YPRES – Woods 5: Grey Skies & Electric Lights
Earache/Non Stop Music
Eigentlich hätte dies eine ganz normale Rezension werden sollen. Doch ein Ereignis hat alles verändert: David Gold, seines Zeichens einer der Gründer von Woods Of Ypres und Sänger, starb kurz vor Weihnachten, am 22. Dezember 2011, durch einen Autounfall. Somit wird dies vermutlich die letzte Review zu einem Werk von Woods Of Ypres, da sich die Band aufgelöst hat. Ironischerweise scheint nun, dass alles, was auf dem fünften Werk der Kanadier zu hören ist, sich wie ein Nachruf an David Gold anhört. Mag aber auch nur eine seltsame Koinzidenz sein. Wie dem auch sei, auf „Grey Skies & Electric Lights“ ist eine sehr eingängige Variante von Woods Of Ypres zu hören, nur schon der erste Track „Career Suicide (Is Not Real Suicide)“ erinnert extrem an Type O Negative, vor allem deswegen, weil David Gold extrem tief singt. In „Lightning & Snow“ werden dann auch wieder die Growls ausgepackt, zum Glück nicht andauernd, denn das würde die doch sehr melodiöse Songstruktur zerstören. Sehr viele Tracks sind in ruhigen Gefilden angesiedelt, beispielsweise das wunderschöne Outro in zwei Teilen, „Kiss My Ashes (Goodbye) Part 1“ und „Part 2“. „Death Is Not An Exit“ ist beinahe schon ein Flehen an den geneigten Hörer, das Leben und sich selbst zu respektieren, verdammt traurig und aufbauend zugleich – dies beschreibt ziemlich exakt, wie Woods Of Ypres ihre Songs aufgebaut haben, sie haben mittels der Dualität sowohl Positives wie auch Negatives verarbeitet und weitergegeben. Mehr gibt es nicht mehr zu sagen, denn Worte reichen nicht aus, um zu beschreiben, was diese Band und ihr Mastermind weitergegeben haben. Das muss man selber erleben und verarbeiten. Im letzten Song singt David: „When I die… Kiss my ashes goodbye.“ R.I.P. David Gold, du hinterlässt uns mit „Grey Skies & Electric Lights“ ein extrem schönes Stück Musik, das uns an dich erinnern soll.
Toby S. 

Punkte: 9.0 von 10
WINO & CONNY OCHS – Heavy Kingdom
Exile On Mainstream Records/Irascible
Es gibt Namen, die sind mit einem Gütesiegel vergleichbar, egal, was sie machen. Wenn es um Doom Metal geht, dann verspricht kein Name bessere Qualität als Scott Weinrich, besser bekannt als Wino. Ob St. Vitus, The Obsessed, Planet Caravan oder Shrinebuilder: Wo der charismatische Sänger und Gitarrist mitmischt, kann man unbekümmert zugreifen. Nicht überraschend also, dass dies auch für sein neustes Projekt zusammen mit dem deutschen Singer/Songwriter und Künstler Conny Ochs gilt. "Heavy Kingdom" jedoch ist keine dröhnende Doom-Messe, sondern ein eindringliches Akustik-Gebet. Dass Wino auch dies beherrscht, bewies er letztes Jahr mit seiner Solo-Scheibe "Adrift". "Heavy Kingdom" schlägt in die gleiche Kerbe: 11 Tracks, auf Gitarre und Stimmen reduziert, nachdenklich und trotzdem wuchtig. Dass dabei Lagerfeuerstimmung aufkommt, überrascht nicht, sind Kollaboration und erste Songs doch an einem ebensolchen während Sommerabenden am baltischen Meer entstanden. Dunkel glühen diese völlig kitschfreien Duette, und vom elegischen Opener "Somewhere Nowhere" über das mit sanft verzerrter Gitarre angereicherte "Vultures By The Vines" bis zum etwas zügigeren „Labour Of Love“ kann man die Gänsehaut einfach nicht abschütteln. Der grosse Singer/Songwriter-Experte bin ich nicht, das gebe ich gerne zu. Dass es in dieser Sparte aber etwas Berührenderes und Authentischeres gibt, kann ich mir kaum vorstellen.
Kissi  

Punkte: 9.0 von 10
NOTHNEGAL – Decadence
Season of Mist/Irascible
Kaum zu glauben, dass auf den traumhaften Malediven Death Metal gespielt wird, geht das überhaupt? Die Einwohner des Ferienparadieses im Indischen Ozean wissen ganz sicher, wie man den Touristen harte Devisen aus der Tasche zieht, aber Heavy Metal kennen die höchstens vom Hörensagen, und Death Metal schon gar nicht. Dementsprechend voreingenommen schiebe ich relativ lustlos die Debut–CD dieser exotischen Truppe in den Player und erwarte dabei nicht gerade viel, ausser dem üblichen dilettantischen Gepolter in grottiger Soundqualität. Und dann, BOOOOM! Wieder mal ist es einer mir völlig unbekannten Band gelungen, den Rezensenten gehörig an den Eiern zu packen. Die Produktion ist fett wie Sau, die Protagonisten an den Instrumenten agieren arschtight, Frontgrunzer/Leadgitarrist Fufu gelingt es bei all dem Gegrowle, die Texte dennoch deutlich artikuliert rauszubrüllen und über allem schwebt ein recht dominanter, aber nie kitschiger Keyboardteppich. Diese Band schnell mal in die Melodic/Death Metal-Ecke zu stellen ist der eher hilflose Versuch der Musikindustrie, den Sound von Nothnegal irgendwie einordnen zu können, denn mit Schwedentod und Göteborger Sound-Blaupause hat er rein gar nichts zu tun. Auf "Decadence" erwartet den Hörer meiner Meinung nach sehr atmosphärischer, orchestraler Horror/Death Metal, den man ohne Weiteres als Soundtrack für Endzeitmovies wie 28 Days Later oder The Book Of Eli hätte einsetzen können. Dass seit 2009 Kevin Talley (Six Feet Under, Ex-Chimaira, Ex-Dying Fetus, Ex-Misery Index) hinter den Kesseln sitzt und Marco Sneck (Kalmah, Poisonblack) die Tasten bedient, spricht für die Qualität und das Potential dieser Band. Anspieltipps? Alle acht Songs, von denen die letzten zwei clean eingesungen worden sind, was übrigens sehr gut gelungen ist und der äusserst düsteren Gesamtatmosphäre keinen Abbruch tut. Diese Scheibe ist bedrohlich, majestätisch, wuchtig und gefährlich schön, für mich ein absolutes Highlight in Sachen Extreme Metal-Veröffentlichungen 2011!
Mirko B.
  
Punkte: 8.8 von 10
FOX - 2012
Sony Music
Was lange währt, wird gut! Diese Volksweisheit wird nun in diesen Tagen auch für die neue Band von Ex-Skakra Frontmann Mark Fox Tatsache! Die neue Pladde namens «2012» ist im Kasten und versandbereit! Bis es soweit war, wurde in einem kleinen Studio in Biel fleissig daran gearbeitet. Meine Wenigkeit hatte ja bereits im letzten Herbst die Gelegenheit, alle elf Songs einmal in einem Durchlauf anhören zu können. Was ich damals hörte, war Bewährtes und Überraschendes zugleich. Nun hatte ich das Material frei von Auflagen am Ohr war gespannt, ob sich die ersten Einschätzungen bewahrheiteten und konsolidiert werden konnten. Mark Fox (v), Franky Fersino (g), Tony Castell (b) und Reto Hirschi (d) haben auf jeden Fall nichts dem Zufall überlassen und brachten zudem Vibes von Shakra, Krak, Krokus und Treekillaz auf den Punkt. Heraus gekommen ist eine vielseitige Scheibe, die ihr Zielpublikum und weitere Rockfans darüber hinaus erfreuen kann und wird. Schon der Opener «Problem Child» (der nichts mit dem gleichnamigen AC/DC Kult-Song gemein hat) springt einem nach dem Didgeridoo-Intro erstmal in bester Shakra-Manier voll ins Gesicht, um dann aber unvermittelt mit nicht erwarteten Parts und Arrangements zu überraschen, die wie ein roter Faden durch das ganze Album hindurch gehen. Bevor das weiter verfolgt wird, kommt aber zuerst eine wirklich gelungene Cover-Version vom alten Midnight Oil Hit «Beds Are Burning», die sogar mir gefällt, und das will was heissen!

«Raise Your Hands» steht darauf für das, was Mark und seinen Jungs als Vision für die Band Fox eigentlich am nähesten kommt, nämlich Groove, Melodien und Power, ohne in einem 08/15-Korsett gefangen zu sein. Eine anerkannte Stärke in Sachen töfte Balladen, wird auf «2012» mit «Nothing Without You» und «Home Again» bestens bedient, was bald auch Spuren bei nationalen Radio-Sendern hinterlassen wird. Die Midtempo-Walze «Black Sunday» gehört dann klar zu meinem Faves, wie auch «Flashed» mit seinen dezenten Vibes von Led Zeppelin, wo dann die geile Bridge zum Schluss hin völlig unvorhersehbar ist. Das Gegenteil davon scheint «Anytime» nach dem alten Skakra-Muster zu sein, doch Fox machen nun mehr daraus. Mit «We Are All» wird bester Party Rock'n'Roll geboten, der, je später der Abend sein wird, je besser Anklang finden wird. Ein weiteres Album-Highlight ist «Sell It To Me», wo unter anderem Guns n' Roses (mit «It's So Easy») Pate standen und die akustischen Gitarren-Parts den Unterschied ausmachen. «Down Down» als letzter Song übernimmt dann nicht die Funktion des Absackers, sondern lässt es nochmals ordentlich krachen und bringt abermals klar zum Ausdruck, was Fox im Jahre 2012 und künftig als Band darstellen wollen. Dabei ist es unnötig, die musikalische Vergangenheit des Herrn Fuchs weiter zu thematisieren, denn dieser bewegt sich immer weiter weg davon und der Hidden-Track im Keksdosen-Style soll nicht irritieren, denn die Produktion von «2012» ist top und darum hoffe ich nachwievor auf eine spätere Vinyl-Version!
Rockslave   

Punkte: 8.8 von 10
THE MORNING AFTER - Legacy
Rising Records
Was man in diversen Zeitschriften über The Morning After liest, das sorgt wahrscheinlich bei vielen, inklusive der Rezensentin, für skeptisch hochgezogene Augenbrauen. Man behauptet nämlich, dass diese Band aus England doch tatsächlich Metalcore mit Glam Rock vermischt. Nun gut, zwar sind diese zwei Elemente durchaus enthalten, doch wirklich zuammengepanscht wird hier gar nichts. The Morning After spielen in erster Linie Glam Rock, den sie sporadisch an durchaus passenden Stellen mit etwas härteren Riffs und progressivem Drumming spicken, was sich sehr, sehr interessant und gut anhört. Als Hörprobe empfiehlt sich an dieser stelle gleich "The Witch Is On My Back", und mit "Seasons" ist sogar ein nettes Ballädchen mit drauf. Beim ersten zaghaften Durchhören von "Legacy" merkt man sehr schnell, dass diese Jungs es mit ihrem Stilmix wirklich ernst meinen. Vor drei Jahren unterzeichneten sie einen Vertrag bei einer japanischen Plattenfirma, brachten ihr Debut "You Can't Hurt Steel" (klingt nach Manowar) heraus, verkauften tausende Kopien davon und wurden in Japan erstaunlich schnell zum Renner. Bleibt der Band nur zu wünschen, dass sie es auch auf dem Rest der blauen Kugel schaffen, denn sie verstehen ihr Handwerk wirklich sehr gut. Vor allem Sänger Sam Ryder hat eine Stimme, um die ihn so mancher Berufskollege in den 80ern beneidet hätte. Hut ab - ein gewagter und hevorragend gelungener Mix zweier Musikrichtungen!
Maiya R.B.   

Punkte: 8.8 von 10
ANGELINE – Disconnected
Avenue Of Allies Music
Obwohl die Schweden Angeline erste Konzerte schon 1987 gegeben haben, erschien erst im Frühjahr 2010 ihr Debutalbum mit eigenem Material. Viele Jahre war die Truppe als Coverband unterwegs und nahm 1997 sogar ein Album mit Fremdkompositionen auf. Der (zu) süsse Bandname gibt schon mal Hinweise darauf, in welchem Genre die Truppe zu Hause ist, die die ersten Klänge ihres Zweitwerkes "Disconnected" bestätigen: Melodic/Hard Rock. Erste Gedanken wie "nicht noch mehr AOR-Einheitsbrei aus IKEA-Land" verschwinden schnell. Mit Angeline steht wieder einmal eine Band auf der Matte, die Melodic nicht mit eierlosem Radiogesülze gleichsetzt. Im Gegenteil, die Jungs haben Rock'n'Roll im Blut, bleiben aber konstant auf der melodiösen Schiene. Airbourne- und Bullet-Einschläge, wie die Labelinfos uns weismachen wollen, sind nicht auszumachen. Das braucht es es aber auch nicht, da die Formation keineswegs in den 80ern festgefahren ist. Man ist sich des aktuellen Jahrtausends musikalisch voll bewusst, verleugnet aber eben auch die Hoch-Zeit dieses Stiles nicht. Herausgekommen ist ein Highlight, modern in Szene gesetzt und knackig produziert, eine Anhäufung von grandiosen Hooklines und Hammermelodien, ein Dutzend ultrastarker Tracks ohne unnötiges Füllmaterial, musikalisch kritiklos umgesetzt, coole Riffs, tolle Stimme. Ein Album, dass die Genreverwandten Harem Scarem nicht oft auf diesem Level hinbekommen haben. Für (Melodic) Hard Rock-Fans kompromisslos ein Pflichtkauf.
Chris C.
  
Punkte: 8.8 von 10
FEUERZEUG – Dead Wahines And Tsunamis
Ishii Kamikaze Records/Irascible
Es gibt ihn immer noch, den Röstigraben, die schwer überwindbare Sprachgrenze, welche sich durch unser kleines Land zieht. Zumindest in musikalischer Hinsicht, schauen wir Deutschschweizer doch viel eher in Richtung Deutschland denn in die Romandie. Was für ein Fehler das sein kann, zeigt "Dead Wahines And Tsunamis". Was die Lausanner auf ihrem zweiten Silberling nämlich abliefern, dafür muss man im Norden der Schweiz lange suchen. Eigenständige Rockmusik ist das, am ehesten mit der Etikette Stoner zu versehen, dabei aber auf alle Genre-Scheuklappen pfeifend. Und dann versteht es das Quartett auch noch, trotz Rhythmuswechsel, Breaks und fast gejammt wirkenden Passagen etwas von Eingängigkeit! Beispiele dafür sind nur schon der flotte Opener "Cyclops Will Be Beheaded" oder das folgende, hörbar von Queens Of The Stone Age inspirierte "Landkreuzer". Überhaupt haben Josh Homme und seine Mannen hier einige Spuren hinterlassen, das hört man beim dampfwalzenden "I'll Scratch Until I Bleed" ebenso wie im zwischen strammen und doomigen Parts wankenden "Licplorodon Vs Giant Orthocone". Heftige Riffs und funkiges Geschramme stehen hingegen bei "Evel Knievel Has Kissed The Devil" Schulter an Schulter, im groovenden "Kometa" winkt man Richtung Rage Against The Machine und im straighten "Nitroghostcar" drückt man mit Fu Manchu auf dem Beifahrersitz aufs Gaspedal. Der folgende "Fusion Van" ist von ähnlicher Bauart, eher doomig, psychedelisch schleppt sich hingegen "Magma, Lava And Burned Karma" aus den Boxen. Wenn es einen Grund gibt, seine Bestenlisten des letzten Jahres noch einmal zu revidieren, dann ist es das eigentlich schon im Dezember erschienene "Dead Wahines And Tsunamis", denn Rockscheiben von solcher Qualität (bis auf die etwas matschige Produktion) fand man letztes Jahr in der Schweiz nur wenige, egal, ob auf dieser oder jener Seite des Röstigrabens.
Kissi
  
Punkte: 8.8 von 10
LANTLÔS – Agape
Prophecy Productions
Die Schwierigkeit beim Rezensieren liegen nicht bei den schlechten, sondern bei den guten Platten. Was schreibt man über ein gutes Werk? Nun, das Duo von Herbst (Impavida, übrigens sehr empfehlenswert) sowie Neige (das läuft ohne Erklärung) haben andere Probleme. Zwischen grauem Himmel und Asphalt, irgendwo in den endlosen Strassenschluchten, hallt ihre Musik durch die regenschwere Luft. Und trifft sanft auf die Person, welche unsicher an einer Kreuzung steht. So sehr auf das Ego zentriert, dass die Unwichtigkeit daraus hervorbricht. Weitergehen oder umkehren? Fliehen in das Unbekannte, oder der Routine entgegnen? In welchem Weg liegt das Glück, und wo liegt das Scheitern? "Agape" versteht es, die Welt, wie sie uns entgegnet, mit einem grauen, farblosen Schleier zu überziehen. Nein mehr noch, es setzt sich tief im Gehirn fest und lässt einen somit die Welt von sich aus anders sehen. Minimalistisch gehalten im Aufbau, weil mehr Gefühl gar nicht mehr zu erreichen ist. Ein Hauch aus Massive Attack's "Mezzanine", das urbane Lebensgefühl, die (inzwischen) ziellose Wut sowie die depressive Resignation machen aus der Scheibe ein wahres Meisterwerk. Und das nicht nur im extremen Metal. "Agape" könnte schlicht zu einer dieser Platten gehören, welche auch zwanzig Jahre später noch gekauft werden, weil sie in ihrer Musik ein zeitloses Lebensgefühl transportieren. Die perfekte Mischung aus Emotion und musikalischem Können, eine Platte für die Endlosschlaufe.
Tristan
  
Punkte: 8.7 von 10
EVERGREY - A Decade And A Half (Best Of)
Steamhammer/SPV
Von einer Band des Kalibers von Evergrey erwartet man immer nur Gutes, was man dann auch kriegt. Acht Alben lang hat Mastermind Tom S. Englund bewiesen, was Schweden so alles können, wenn man ihnen die passenden Instrumente in die Hände drückt. Nun gut, bis auf Keyboarder Rikard Zander wurden 2010 sämtliche Mitglieder ausgewechselt, doch auch die neuen Mitglieder erledigen ihre Aufgaben jeweils prima. Aus anderthalb Dekaden Musik haben Evergrey nun 22 Songs herausgepickt und mit zwei bisher unveröffentlichten Versionen von "Frozen" und "Wrong" vermengt. Zugegeben, die Songauswahl ist wirklich gut, doch unverzeihlich ist und bleibt, dass "I'm Sorry" fehlt, die eine Ballade, die Fans weltweit gerührt und bewegt hat. Immerhin ist "Words Mean Nothing" drauf, der andere Evergrey'sche Schmachtfetzen. Und während man sich die wundervolle Musik anhört, kann man sich auch gleich noch das grosszügig gewordene Booklet dazu anschauen, das viel Bildmaterial sowie Linernotes von Mr. Englund enthält. Danke Evergrey, gute Arbeit!
Maiya R.B.
  
Punkte: keine Wertung
FREEDOM HAWK – Holding On
Small Stone Records
Das Metaljahr 2011 endete mit einem Paukenschlag: Black Sabbath verkündeten ihre Reunion im Original-Line Up, ein Ereignis, welches 2012 in aller Munde sein wird. Wüsste man es nicht besser, man könnte meinen, die Urväter des Heavy Metal hätten ihr Reunion-Album schon veröffentlicht. Das verwirrliche Stück Musik: "Holding On", der nunmehr dritte Silberling der aus Virginia stammenden Freedom Hawk. Mitten in die Fresse werden einem hier schon vom rasanten Opener "Living For Days" an die Sabbath-Einflüsse geklatscht. Nichts Besonderes mag man jetzt einwerfen, doch was Freedom Hawk von anderen Iommi-inspirierten Truppen unterscheidet: Sänger und Gitarrist T. M. Morton. Dessen Stimmorgan nämlich klingt so weinerlich, so am Rande des Wahnsinns, dass man gar nicht anders kann, als sich vorzustellen, wie Ozzy Osbourne selbst während dem Einsingen von "Holding On" durchs Studio gestolpert ist. Und auch wenn der Vierer in Sachen Komponierkunst nicht von der selben Muse wie Tony Iommi in den frühen 70ern geküsst worden sein mag: Jeder Song, ob der flotte Rocker "Her Addiction", das schleppende "Nomad" oder das zuerst funkig tänzelnde, dann dröhnende "Bandito" geht locker ins Ohr und lässt auch nach dem zehnten Hören kein Gähnen aufkommen. Wären Freedom Hawk nicht Freedom Hawk sondern Black Sabbath, die Fans wären mit "Holding On" wohl mehr als zufrieden.
Kissi  

Punkte: 8.6 von 10
SEAR BLISS – Eternal Recurrence
Candlelight Records/Irascible
Ungarischer Black Metal? Soll vorkommen, ja. Melodien sind auch noch dabei? Super, ist gekauft. Abwechslung und Atmosphäre sind ebenfalls anzutreffen? Wunderbar, da kann sich jede Möchtegern-Pandakapelle eine dicke Scheibe von abschneiden! Was sich hier nun liest wie eine elende Lobhudelei, ist in Wahrheit nichts anderes als die genaue Beschreibung dessen, was die Jungs von Sear Bliss bewerkstelligen. Ist man zu Beginn noch versucht, den Sound in die ausgetretene Schwarzmetall-Ecke zu treten, so wird man schon sehr bald eines besseren belehrt: Komplexe Soundstrukturen treffen auf Trompeten, man singt auch immer mal wieder clean, es gibt etliche Breaks, welche auf einer akustischen Gitarre bestritten werden und und und. Die Atmosphäre von „Eternal Recurrence“ zu beschreiben ist schlichtwegs nicht mit wenigen Worten zu bewerkstelligen, deshalb: Wer mit beinahe schon progressivem, melodischem Black Metal etwas anfangen kann, der sich gekonnt einer finalen Schubladisierung entzieht, der sollte sich Sear Bliss unbedingt mal antun. Allen anderen kann zumindest ein Ohr voll empfohlen, denn der Blick über den Tellerrand kann sich sehr schnell lohnen!
Toby S.  

Punkte: 8.5 von 10
MOLLO/MARTIN - The Third Cage
Frontiers Records/Musikvertrieb
Ich gebe es zu, nach dem absoluten Tiefpunkt in der Black Sabbath-Diskographie, dem 1995er-Album "Forbidden", habe ich den damaligen "Rein-raus-rein-raus"Sänger Tony Martin völlig aus den Augen verloren, und wenn ich mir heute den Mollo/Martin–Videoclip zum Opener "Wicked World" so anschaue, dann muss ich sagen, dass der Kerl inzwischen arg in die Jahre gekommen ist, er könnte glatt als Peter Gabriels Zwillingsbruder durchgehen. Aber abseits von dieser äusserlichen Nichtigkeit gilt es festzustellen, dass Tony Martin besser singt denn je! Nach "The Cage" (1999) und "The Cage II” (2002) folgt nun also mit "The Third Cage” die dritte Lendenfrucht aus der Beziehung Mollo/Martin. Mit "Wicked World", zu dem im Netz wie bereits gesagt der entsprechende Videoclip kursiert, findet die Band den einzig richtigen Einstieg, eine moderne Hard Rock–Nummer, wie sie sein soll, in der Tony Martin gleich beweisen kann, dass er noch über sein gesamtes Stimmvolumen verfügt. Die nachfolgende, schwerfällige Nummer "Cirque Du Freak" steht qualitativ locker auf gleichem Level, und man freut sich auf weiter Grosstaten, bedauerlicherweise etwas zu früh. Auf den gelungenen Doppelstart folgt unvermittelt ein Dämpfer in Form der musikalischen Belanglosigkeit "Oh My Soul", in dem das umtriebige Komponistenduo offensichtlich versucht hat, sich einer typischen, schwermütigen Nummer aus der Stahlschmiede Iommi/Dio anzunähern, leider völlig ohne Erfolg. Und auch die abschliessende Powerballade "Violet Moon" hätte nicht unbedingt sein müssen. Dem gegenüber stehen aber die restlichen allesamt starken bis sehr starken Tracks. "One Of The Few" ist ein wunderschöner, pumpender Melodic Rock-Song, "Still In Love With You" besticht durch sein orientalisches Flair, wiederum lassen Ritchie Blackmore und Tony Iommi herzlichst grüssen, diesmal aber mit mehr Erfolg. Mit "Can't Stay Here" wagt sich die Band gar in Funk Rock–Gefilde, vielleicht sollte sich der auf Konserve mittlerweile arg zahnlos klingende Lenny Kravitz bei Mollo/Martin mal ein paar Tipps holen, denn genau so sollte so ein Fusion-Ding klingen. Ansonsten wird in "Wardance" Sabbath–mässig geschlichen, in "Don't Know What It Is About You” feinstem AOR gefrönt, und in "Blind Fury" wird nochmal kräftig mit der Riffkeule dreingeschlagen. Somit stellen wir einen Total– und ein Beinahe–Ausfall auf insgesamt zehn Songs fest, das entspricht immer noch einer Trefferquote von 85%, und die mag ich dem kleinen Mann mit der grossen Stimme von Herzen gönnen!
Mirko B.  

Punkte: 8.5 von 10
VIRGIN STEELE - Age Of Consent (Re-Release) (2 CDs)
Steamhammer/SPV
Das Potenzial, etwas wirklich Grosses und Nachhaltiges zu erschaffen war da, aber die gute Saat der 80er verpuffte leider. Das weniger wegen persönlichem Unvermögen, sondern mehr aus businesstechnischen Gründen. Mastermind David DeFeis gab aber drei Dekaden lang nicht auf und brachte neue Langrillen in Umlauf, die aber nie die Wertschätzung erhielten, die er sich davon erhofft hatte. Wenn ich mir allerdings die vorletzte Scheibe «Visions Of Eden» von 2006 nochmals zur Brust nehme, dann kann das Ganze nicht nur unter dem Aspekt von schwächerem Songwriting abgetan werden, will sagen die (eigene) Produktion war einfach voll für'n Arsch! So kommt man natürlich in der heutigen Zeit bestimmt nicht weiter, und da nützen einem die alten Kult-Scheiben im Backkatalog auch nichts. «The Black Light Bacchanalia» von 2010 war dann eine Spur besser, aber auch nicht der Burner und in der aktuellen Nachlese völlig ohne Druck. Was liegt da also näher, sich halt doch über die alten Perlen her zu machen, von denen es ohne Zweifel ein paar gibt, wenn auch nur wenige. Dazu soll «Age Of Consent» von 1988 gehören, das nun als Re-Release zu erstehen ist. Nachdem der Vorgänger «Noble Savage» von 1985 würdevoll wiederbelebt wurde, gilt diese Erwartung auch für «Age Of Consent». Und siehe da..., schon der Opener «The Burning Of Rome (Cry For Pompeii)» rückt die ganze Sache mit dem erhofften "Wumms" ins richtige Licht und klingt schön rau wie eine alte Armored Saint oder Ruffians Scheibe. Na also..., geht doch! Und nun geht es los mit dem (Wieder-) Entdecken von alten Perlen in powermetallischem Gewand. Da war zum Glück noch keine manowar'sche Anbiederung auszumachen, sondern jeder Song eine songwriterische Meisterleistung seiner Zeit. Im zeitgemässen Soundgewand lassen sich die epenhaften, über acht Minuten langen Brocken wie «Perfect Mansions (Mountains Of The Sun)» oder «Serpent's Kiss» nun erst richtig geniessen. Dennoch erstaunt es dann, mit «Desert Plains» einen Cover-Song von Judas Priest vorzufinden, wobei David DeFeis noch zusätzliche Tracks für den Re-Release aufbereitete, die auf der zweiten CD zu finden sind. Und da taucht mit «Screaming For Vengeance» gar noch ein zweiter Song der Oberpriester auf. Bei den damaligen Fähigkeiten von Virgin Steele wie gesagt eher erstaunlich, aber heute unter der Rubrik "nice to have" platzierbar. Ich bin wirklich positiv überrascht und kann dieses Teil auch Anhängern von knackigem Hardrock wärmstens ans Herz legen und den Vinyl-Freaks sowieso nur eines raten: buy or die!
Rockslave  

Punkte: keine Wertung
SILENT CIRCUS - Into The Silence
Eigenvertrieb
Und wieder mal eine Schweizer Band, genauer genommen aus Neuenhof, Kanton Aargau, die von sich hören lassen will. Als Schweizer Band hat man es noch schwerer als etwa deutsche oder skandinavische Truppen, weil dort die Szene um einiges grösser ist als hierzulande, was ja auch normal ist bei der Grösse unseres Landes. Aber nichts desto Trotz können wir Schweizer immer noch auf sehr talentierte Bands zählen, und die Qualität stimmt auch meistens. Ja, auch hier mit Silent Circus haben wir Schweizer ein heisses Eisen im Feuer, wenn es darum geht, im modernen Metal oder sogar im Metalcore international zu bestehen. Der Fünfer hat mit Eike Freese in Hamburg eine sehr gute Produktion hinbekommen, die sich auch mit etablierten Acts messen lassen kann. Die Arrangements von den zehn Songs sind einwandfrei komponiert worden, und die Instrumente hat man auch im Griff. Der Gesang ist melodiös und hart, und auch die Gitarren machen einen sehr guten Job. Ja es hat richtige Ohrwürmer unter den Tracks, was mir am meisten gefällt, auf "Into The Silence". Das Cover ist auch sehr gut, aber wieso zum Teufel hat diese begnadete Truppe eigentlich keinen Plattenvertrag?! Manchmal schon komisch... Unterstützt diese geile Band, denn die Jungs haben sich das verdient! Um Weiten besser als manch amerikanischer Schrott.
Daniel J.  

Punkte: 8.5 von 10
VOLUME II – Volume II (EP)
Eigenvertrieb
Volume II ist eine junge, aufstrebende Band aus Chur. Die fünf Jungs vereinen in ihrem Sound verschiedene Metal-Stile, allen voran Old School-Rock-Elemente sowie neuzeitigen Metalcore. Gegründet wurde die Band 2008. Nach einigen Wechseln innerhalb der Band haben aber Volume II ihre Identität gefunden, und so erscheint nun die erste Mini-Scheibe mit 3 Songs. Die Musiker setzen in diesen 3 Songs genau das um, was sie auch versprechen. Es ist ein satter Old School-Metal, der mich schon beim ersten Song "Storm" stark an die alten Metallica-Platten erinnert. Dies auch aufgrund der Tatsache, dass die Stimme von Gian-Marco ein wenig an Mr. Hetfield erinnert. Natürlich ist es bei nur gerade 3 Songs schwierig, ein umfassendes Urteil zu bilden. Jedenfalls kommt der Sound satt aus den Boxen, die Songs sind sehr variabel mit einigen Geschwindigkeitswechseln, aber trotzdem sehr eingängig, und das wichtigste natürlich, dass die fünf Bündner ihr Handwerk absolut verstehen. Somit rate ich jedem, sich diese Scheibe von Volume II anzuhören und danach definitiv auf das hoffentlich bald kommende Full Length-Album zu warten.
Timo K.
 
Punkte: keine Wertung
LILLIAN AXE - The Days Before Tomorrow
AFM Records/Musikvertrieb
Was war ich von den letzten zwei Alben und «Say Day On Planet Earth» (2009) und «Deep Red Shadows» (2010) enttäuscht. Das mag musikalisch wie technisch auf hohem Niveau sein, aber viel mit den geilen Songs der alten Tage hatte das nichts mehr zu tun. Das letzte brauchbare Material stammt von 2007 und steht auf dem Album «Waters Rising». Offenbar müssen Lillian Axe entsprechende Feedbacks von ihren Fans erhalten haben, denn anders ist es kaum erklärbar, warum Steve Blaze (g/keyb) nun zu «The Days Before Tomorrow» verlauten lässt, dass dies die beste Scheibe sei, die er je für Lillian Axe geschrieben habe. Nun ja..., solche Floskeln kennt man ja zur Genüge und meist verpufft sowas schneller, als es entstanden ist. Doch schon der groovige Opener «Tomorrow Babylon» deutet an, dass Lillian Axe mit ihrem neuen Sänger Brian Jones die Quelle des musikalischen Jungbrunnens offenbar wieder angezapft haben. Auch «Death Comes Tomorrow» zieht voll vom Leder und gewinnt durch die ruhigen Zwischenparts noch mehr an Tiefe. Nach der anfänglichen Skepsis und gleichzeit hohen Erwartungen vermittelt auch «Gather Up The Snow» nur eitel Freunde! Ja sapperlot..., es geht also doch noch! «Bow Your Head» geht derweil als lupenreine Genre-Ballade durch und lässt keine Wünsche offen. Wer nun denkt, dass Lillian Axe ihr Pulver jetzt vielleicht verschossen haben, irrt, denn es wird munter weiter gerockt, dass sich die Balken biegen! Auch produktionstechnisch ist wieder deutlich mehr Pfeffer drin und vielleicht ist der Titel «My Apologies» nicht als Metapher, sondern viel mehr so aufzufassen, dass man künftig keine Experimente mehr eingehen will. Bleibt nur zu hoffen, dass man die Amis auch bald einmal live in unseren Breitengraden sehen wird!
Rockslave  

Punkte: 8.5 von 10
STEELWING – Zone Of Alienation
Noise Art Records
Gehypte Eintagsfliege, oder doch mehr? Das ist die Frage, welche Steelwing mit ihrem Zweitling "Zone Of Alienation" zu klären haben. Rockhistorisch ist es zwar das dritte Album, welches über Fortbestehen oder Untergang einer Band entscheidet, doch schnelllebig, wie die Zeiten heute sind, wird schon der zweite Streich zum Prüfstein einer Band. Nicht zuletzt, da die Schweden um Schreihals Riley Erickson durch Gewinnen des Rock The Nations-Award schon mit ihrem Debut "Lord Of The Wasteland" für Furore sorgen konnten. Und schon nach dem ersten Durchhören von "Zone of Alienation" wird klar: Steelwing sind gekommen, um zu bleiben! Tighter, abwechslungsreicher, ausgeklügelter, schlicht besser präsentiert sich das Quintett gegenüber seinem Vorgänger, und vom typisch eröffnenden Opener "Solar Wind Riders" bis zum abschliessenden, 10-minütigen Opus "Lunacy Rising" ist diese Scheibe ein einziger Hörspass an traditionellem Metal, die mit dem Up Tempo-Smasher "Full Speed Ahead!" mindestens einen waschechten Hit vorweisen kann. Deutlich an sich gearbeitet hat dabei vor allem Fronter Riley Erickson, abwechslungsreicher und kontrollierter setzt dieser sein Organ ein und überzeugt nicht nur mit Screams sondern auch in tieferen Lagen, etwa im typisch schwedischen Mid Tempo-Rocker "Breathless". Wer auf das Wörtchen Innovation so gekonnt pfeift wie Steelwing und trotzdem schon so etwas wie Eigenständigkeit, wenn auch mit vielen Paten, hinkriegt, der wird so schnell wohl nicht verschwinden. Test bestanden!
Kissi   

Punkte: 8.4 von 10
ENDORAS – The Dark Legacy
Eigenvertrieb
Ich schreibe immer wieder gerne Reviews zu Schweizer Bands, speziell, wenn die denn auch noch Talent mitbringen wie Endoras! Nach "Blood on The Horizon" (2007) legen die Aargauer mit "The Dark Legacy" (2011) ihr neuestes Album vor, und das haut ganz schön rein. Bei dem Namen Endoras mögen einige an das ähnlich klingende Edoras aus Herr der Ringe denken, und damit liegt man eigentlich gar nicht mal so falsch: Denn was da aus den Boxen dröhnt, nennt sich Fantasy Metal. Melodischer Power Metal mit Texten, die geradewegs aus der Feder von J.R.R. Tolkien stammen könnten und trotzdem auch moderne Themen behandeln. Doch die Jungs von Endoras sind deutlich härter und düsterer geworden im Vergleich zum letzten Album. Die raue Stimme von Sänger Mischa ist sehr vielseitig und harmoniert auch im Duett mit Simone Christinat ("A Whisper In The Wind"). Auch musikalisch sind Endoras erwachsen geworden: Gitarre und Drums sind härter geworden, doch wie bei vielen Power Metal-Bands ist das Keyboard mitunter leider etwas zu sehr im Vordergrund, wie zum Beispiel bei "Temple Of Misery". Nachdem beim letzten Album der Song "Black Jack" die Lager gespalten hatte und es heftige Kritik hagelte (von der Presse), doch auch viel Lob (von den Fans, zu denen ich mich mittlerweile zähle), haben Endoras beschlossen, Jack auf dem neuen Album eine Fortsetzung zu geben. Der Song heisst "The Story Of Jack" und lädt wie auch schon sein Vorgänger zum Mitrgrölen ein, denn Melodie und Lyrics sind sehr eingängig – Ohrwurmpotential! Mein Favorit ist allerdings "Fields Of Pain", eine der ausdrucksstärksten und eingängigsten Kompositionen. Doch das Songwriting ist allgemein auf einem hohen Niveau und das Album bietet viel Abwechslung und dürfte jedem Power Metal-Fan das Herz höher schlagen lassen. Denn diese Band macht einfach nur gute Laune!
Patricia  

Punkte: 8.3 von 10
ANAL CUNT - The Old Testament (1988-1991) (Compilation, 2 CDs)
Relapse Records/Non Stop Music
Seth Putnam ist leider letztes Jahr verstorben, und wie es halt so sein muss, wenn ein Vorreitermusiker stirbt, geht es nicht lange, bis posthum ein musikalisches Nachwerk auf die Gassen gehauen wird. So auch beim Sänger der legendären Grindcore-Spezialisten Anal Cunt. Doch mit "The Old Testament" geht es nicht ums schnelle Geld, wie auch, es ist Grindcore, sondern darum, dem verstorbenem Musiker ein Denkmal zu errichten. Und mit dieser Compilation, die nur die Jahre 1988-1991 behandelt, ist dies mehr als getan. Die Doppel-CD ist gespickt mit genial-brachialen Songs, die auch heute, mehr als 20 (!) Jahre nach Erschaffen noch nichts an Genialität eingebüsst haben. Wiederum finden sich auch tolle Live-Mitschnitte, bei denen die Stimmung richtig fühlbar wird. Toll!
Steve Butcher   

Punkte: keine Wertung
DO OR DIE - The Downfall Of The Human Race
Demons Run Amok Records
Den Zusamenfall der Menschheit oder so beschreiben die Belgier auf ihrem fünften Longplayer mit ihrer Mucke. Tja, wo sie recht haben... Es wird wahrscheinlich so enden, wenn der Majakalender stimmt. Aber bis dahin hören wir noch ein wenig harten Sound, wie zum Beispiel die neue Scheibe von Do Or Die. Und Leute, die hat es in sich. Man wird vom proletenhaften Sound der Belgier regelrecht über den Haufen geschlagen! Boahhh, was für geile Riffs, dieser Druck der Gitarren, einfach unglaublich! Tja, das ist Hardcore, wie er sonst eigentlich nur von Hatebreed zelebriert wird. Die Scheibe drückt einen nieder, und wenn man wieder aufstehen will, bekommt man die nächste Breitseite. So muss Hardcore klingen, fett auf den Gitarren, sehr harte, raue Vocals und eine Rhythmusfraktion, die nie Pause macht. Auch an der zeitgemässen, modernen Produktion gibt es nichts zu bemängeln, und auch das Cover ist in Ordnung. Hardcorefans, was will man mehr? Ja genau: Die Band live sehen, um sich sofort in den Pit zu werfen, aber achtung - vorher aufwärmen auf jedenfall, für Leute wie mich, die die vier auf dem Rücken tragen, ist dasenorm wichtig. Man wird halt nicht jünger, aber solch ein Sound ist wie ein Jungbrunnen. Ich will mehr davon!
Daniel J.  

Punkte: 8.1 von 10
HELLVETICA - Your Last Breath
Eigenvertrieb
Die 2004 gegründeten Hellvetica bringen mit "Your Last Breath" ihr  erstes reguläre Album heraus. Gewürzt ist die Debütsuppe mit 10 (inkl. Intro) Songs, die Mut machen für die Schweizer Todesszene. Gespielt wird hier kompromissloser Death/Thrashcore, der sehr modern anmutet. Das ist auch das grosse Plus für Hellvetica. Neben den gestandenen (Ur-) Grössen der Schweizer Szene braucht es auch brauchbare Bands, die modern sind. Das Songwriting auf dem Debüt ist sehr ausgereift, sodass einem selten die Gedanken wegschweifen. Einziger Kritikpunkt ist die leicht schwächelnde Produktion. Mit ein wenig mehr Power wären auch Haare um die Eier gewachsen.
Steve Butcher   

Punkte: 8.1 von 10
H.A.L. - Cursed
Silent Noise Records
Metalcore mit Herz und zünftigen Eiern, was sich normalerweise wie Feuer zu Wasser verhält, verschmilzt hier zur Symbiose des Ultimativen. Selten war Metalcore so, naja, angenehm anzuhören.  Die jungen Österreicher legen hier ein Debüt an den Tag, das Seltenheitswert hat. Angefangen beim stimmigen Intro geht es zackig durch das knapp 40 Minuten lange Metalcore-Schlachtfeld. Typisch wechseln tiefe Growls mit hohen Shouts, und melodische Riffs paaren sich mit Mid Tempo-Rhythmus und Blasts. Doch das Songwriting ist durchdacht, und deswegen ist es trotz den Genre-Standards ein mehr als gelungenes Debüt.
Steve Butcher   

Punkte: 8.1 von 10
PSYCHOBITCH – Psychobitch
Czar Of Crickets
Basel ist bekannterweise ein heisses Pflaster für Rotz/Riff und Punk Rock. Nicht weiter erstaunlich, dass aus dem grossen Fundus von Bands ein Sideproject entsteht. Die vier hier involvierten Jungs sind hauptamtlich bei Zatokrev, Toxic Guineapigs und Cancer tätig und haben sich für diese neue Formation zusammengetan. Der Beweis, dass die Musiker harmonieren, haben sie erbracht, indem bereits nach der ersten Bandprobe auch der erste Song entstanden war. Musikalisch bringt man es schnell auf den Punkt. Wie die berühmte Faust ins Gesicht trifft einen der Sound von Psychobitch mit voller Wucht. Das Cover ist sehr aussagekräftig, ein Typ mit einer Motorsäge, im Booklet dann das Resultat, eine blutverschmierte Frau - Fazit: Gefangene werden von Psychobitch keine gemacht. Metal/Thrash/Punk nennt die Truppe ihre Kreation. Brachiale Riffs, gepaart mit dreckigen Vocals, ein Bastard aus Sex Pistols und Motörhead. Coole Sache, die die Basler auf die Beine gestellt haben, einfach, aber effektiv. Bei den 13 Tracks lassen Psychobitch sämtliche Schnörkel weg. Der rauhe Gesang dominiert konstant, Lemmy lässt grüssen. Obwohl man nicht an Motörhead-Grosstaten herankommt, lassen Psychobitch wenig Raum für Kritik. Höchstens das gleich drei Songs kürzer als eine Minute sind und die Gesamtspieldauer gerade mal 25 Minuten beträgt. Die Geradlinigkeit, die Direktheit und vor allem die Kompromisslosigkeit ist aber mehr als sympathisch.
Chris C.  

Punkte: 8.0 von 10
ANVIL – Re-Releases: Strengh Of Steel (1987),
Pound For Pound (1987), Worth Of Weight (1991)
Steamhammer/SPV
Die kanadischen Kultmetaller Anvil bereichern Stahlgourmets mit Neuauflagen ihrer Werke Nummer vier bis sechs. Es handelt sich dabei also genau um die Alben, mit denen sich der Erfolg der Vorgänger-Werke "Hard'n'Heavy" (1981), "Metal On Metal" (1982) und "Forged In Fire" (1983) nicht fortsetzen liess. Woran das lag, ist für das Ohr heute nicht mehr nachvollziehbar. Denn sämtliche der nun neuaufgelegten Alben verfügen über einen ähnlichen Charme wie die Frühwerke. Was vielleicht fehlt, sind die Überhits und die Qualität, welche Beispielsweise "Metal On Metal" oder das neuste Werk "Juggernaut Of Justice" ausmachen. Die Unterschiede sind aber mehr spürbar als wirklich klar zu evaluieren. Laut Infoschreiben wurden die Alben digital neu gemastert. Dies hört man den Songs aber zum Glück ohne direkten Vergleich nicht an. Denn so rumpeln die Ende-80er-Perlen mit einem sehr speziellen Klang. Bonustracks wurden keine hinzugefügt. Dafür sind die Booklets überarbeitet worden und glänzen nun mit Kommentaren von Gitarrist Lips und Schlagzeuger Robb Reiner. Aber nicht nur die CDs wurden überarbeitet. Die Alben kommen ebenfalls auf Vinyl raus, wobei "Worth Of Weight" zum ersten Mal zu Schallplatten-Ehre kommt. Wer die wegweisenden ersten und das neuste Album von Anvil noch nicht sein Eigen nennt, sollte diese als Einstiegsdrogen wählen. Wer sich aber zu den 'fortgeschrittenen' Anvil-Fans zählt oder einfach schlicht gute 80er-Heavy Metal-Scheiben mag, der wird in diesem Monat um diese Schmuckstücke nicht herumkommen.
Roger W. 
  
Punkte: keine Wertung
MEKONIUM - After The Last Day
Subversiv Records/Irascible
Metalbands, die mit -ium aufhören, müssen gut sein. Mit diesem manifestiertem Grundsatz schiebe ich frohen Mutes die CD in den PC und geniesse das Debüt der Berner Band Mekonium. Old School-Thrash trifft auf HC trifft auf Old School-Death. Was gut zu lesen ist, ist auch gut anzuhören. Die Thuner liefern ein geiles Stück Salami auf den Teller.
Steve Butcher  

Punkte: 8.0 von 10
VENOM - Fallen Angels
Spinefarm Records/Universal
Nach dem die letzten drei Venom-Scheiben nicht so das Gelbe vom Ei waren und man bloss noch den einen oder anderen Festival-Auftritt absolvierte, ist es jetzt fast etwas überraschend, ein brandneues Studio-Album in den Händen zu halten. Die verbliebene und eigentlich einzig notwendige Konstante ist natürlich Conrad Lant alias Cronos, der sich seit 2007, resp. 2009 die Dienste von Gitarrist La Rage und Schlagzeuger Danny "Danté" Needham gekrallt hat. Letzterer ersetze ja Cronos' Bruder Anton "Antton" Lant, der seinerseits seit 2000 fast zehn Jahre an Bord war. Wer sich nun die ersten drei Tracks von «Fallen Angels», als da wären «Hammerhead» als Opener, gefolgt von «Nemesis» und «Pedal To The Metal» rein zieht, wähnt sich auf einer Zeitreise zurück zu «Welcome To Hell». Vor allem der Sound klingt deutlich mehr "oldschoolig" als das deutlich moderner ausgerichtete Gebretter nach «Cast In Stone» von 1997. Damals war das ja noch die Zeit der Reunion des Ur-Lineup's mit Mantas (g) und Abbadon (d). Seither und bis heute gaben sich jedoch noch einige Musiker die Klinke in die Hand. Doch der Mythos von Venom steckt immer noch tief beim Chef drin und solange dieser seinen Bass nicht endgültig hinlegt, wird er offenbar weiter in der bekannten Art und Weise weiter in Erscheinung treten. Textlich bleiben sich Venom natürlich ihren Wurzeln treu und speien immer noch Gift und Galle. Titel wie «Hail Satanas», «Sin» oder «Death Be Thy Name» lassen keine Altersmilde erkennen und musikalisch setzt man mehr denn je auf die guten, alten Zeiten. Fragt sich nur, ob das heute noch eine breitere Masse ansprechen kann, denn die Musik alleine definiert zwar den typischen Venom-Sound, aber das reicht heute nicht mehr, denn man darf nicht vergessen, dass das Rumpel-Trio damals zwar der Wegbereiter des Black Metals war, doch der hat sich inzwischen weiter entwickelt. Zudem würde wahrscheinlich das Geld fehlen, um die opulenten Pyro-Shows wieder auffahren zu können. So hat man mit «Fallen Angels» aber immerhin das klar beste Album seit Langem am Start und vielleicht gereicht es nochmals zu ein paar abgespeckteren Live-Gigs, von denen ein Schweizer Datum mit Sicherheit besucht würde.
Rockslave  

Punkte: 7.9 von 10
LEE SMALL - Jamaica Inn
Escape Music/Non Stop Music
Der UK-Bürger Lee Small ist schon ein alter Hase im Musik-Business, als 14-jähriger hat er schon Bass gespielt in seiner ersten Band. Hat schon mit Tom Galley zusammen gerockt und in Bands wie Pride und Shy gesungen. Nun beehrt uns der Mann aus West Midland mit einem Solo-Werk, das recht bluesig daherkommt. Ich würde sagen, eine Mischung aus Blues Rock und etwas Melodic Rock. Lee's Stimme gefällt mir außerordentlich gut erinnert mich schon etwas an seinen Landsmann Glenn Hughes. Die Musik macht Spass, und Songs wie das Rockige "Walk The Plank" könnten glatt aus der Feder von Francis Rossi und Rick Parfitt stammen. Dem entgegen stehen ruhigere Sachen wie da bluesige "Shine A Light", das mit sehr viel Gefühl gespielt ist und an Gary Moore erinnert. "Dead Man Walking" geht dann stark in Richtung Bad Company, und so geht das auf dem ganzen Rundling hin und her. Und so gefallen alle Tracks bis auf das ruhige, schon etwas langweilige "I Am The Sea". Ja, mit "Smuggler's Blues" kommt dann sogar leichtes Whitesnake-Feeling auf, genau wie beim Opener "Jamaica Inn". Ich denke, wer auf die schon oben erwähnten Bands steht, kann hier bei Lee Small nichts falsch machen, der wird bedient mit gutem Blues/Melodic Rock, der durchwegs auf hohem Niveau gespielt wird, mit Fokus auf guten, melodiösen Gesang.
Crazy Beat
  
Punkte: 7.9 von 10
TRASH AMIGOS – Hijos De La Chingada
War Anthem Records/Non Stop Music
Bandname, Albumtitel, optisches Erscheinungsbild und Pseudonyme (Pedro Pico, Pedro El Guero, Pedro Tacón, Pedro Serdito) lassen vermuten, dass es diese Band mit sich und der Welt nicht so ernst nimmt. In voller Mexiko–Montur, sprich Poncho, Sombrero, Cowboystiefel und teilweise 'Día de los Muertos'-Schminke im Gesicht, stampfen die vier Schweden stilecht auf die Bühne und zeigen so der Metalszene, die zugegebenermassen teilweise zu Uniformierung und Dresscodes neigt, ganz dezent den Finger. Wer nun aber hinter den Trash Amigos eine blosse Blödeltruppe mit Minimalanspruch vermutet, täuscht sich gewaltig. Von der ersten bis zur zweitletzten (dazu später mehr) Note macht diese durchgeknallte Combo genau dort weiter, wo Slayer mit ihrem 88er-Album "South Of Heaven" aufgehört haben. Nichts Geringeres als Thrash Metal vom feinsten erwartet den Hörer, nicht zu rumpelig, aber auch nicht zu technisch ausgefeilt, und die übergrossen Paten Slayer werden in jedem Song kopiert, zitiert und imitiert bis zum Abwinken. Klingt im ersten Augenblick nach einer recht billigen Masche, ist es aber nicht. Technisch sind die Jungs absolut auf der Höhe, Sänger Pedro Pico erreicht zwar nicht ganz seine wahnsinnige Aggressivität, kommt ansonsten aber in jeder Hinsicht verdammt nah an Tom Araya ran, zudem sind Drums und Gitarre dermassen nah am Original, dass die spannend komponierten und saftig eingeprügelten Songs einfach nur mächtig Spass machen. Soundmonster wie "Out Of Place", "Hatefuel" oder "Mind Castration" sind Abrissbirnen, wie man sie sich von einer solchen Band wünscht, und mit dem rasenden, semifinalen Arschtritt "Never Last Forever" haben die Trash Amigos eigentlich alles richtig gemacht. Wie inzwischen zweimal angedeutet, erwartet den Hörer mit dem letzten Track "Plata O Plomo" eine kleine Überraschung, denn nach dem vorangehenden Thrash-Massaker wird nun die Flamencogitarre ausgepackt, rhythmisch geklatscht und in bester Spaghetti–Western-Tradition dazu melancholisch gepfiffen. Offensichtlich wollen die Jungs nach der ganzen soliden Darbietung nochmal daran erinnern, dass es bei den Trash Amigos trotz des recht hohen musikalischen Anspruchs immer in erster Linie um den Spass geht, und das ist ihnen gelungen. Endlich wieder mal ein kurzweiliges Thrash–Album mit Überraschungsmoment!
Mirko B. 

Punkte: 7.9 von 10
KELLS - Anachromie
Season of Mist/Irascible
Frankreich ist eine grosse Nation, unbestritten, aber im Metalsektor ist sicherlich noch Potential vorhanden. Ok, Gojra haben sich bewährt, die alten Trust sind Geschichte, aber was fällt mir noch so ein? Hmmm... Kells versuchen jetzt auf sich aufmerksam zu machen. Nicht mit altem Kram, nein die junge Truppe ist optisch wie auch soundtechnisch sehr modern. Musikalisch bringt man den Bombast zum Vorschein, mit harten Gitarren und zwischenzeitlichem Keyboardteppich. Klingt interessant das Ganze. Was besonders hervorsticht, ist die Frontfrau, die eine sehr geile Stimme besitzt. Die Melange aus Amy Lee von Evanescence und Angela Gossow von Arch Enemy ist besonders zutreffend. Virg, so der Name der Dame, hat die Melodie von Evanescence und eben die Härte von Gossow, was wirklich interessant klingt und zudem singt die junge Frau auf Französisch, also ihrer Heimatsprache, was ich persönlich sehr gut finde. Die Songs sind cool arrangiert, setzen sich ziemlich schnell im Gehör fest - was will man mehr? Mal sehen, wie sich die Band weiterentwicklt, für meinen Geschmack sind Kells eine geile Truppe, die Appetit auf mehr macht. Bien joué!
Daniel J.  

Punkte: 7.8 von 10
VENDETTA - Feed The Extermination
Massacre Records/Musikvertrieb
Die Schweinfurter Ur–Thrasher wollen's wirklich nochmal wissen und ziehen auf dem vierten Album ihrer Karriere beziehungsweise dem zweiten seit der 2007er Comeback–Scheibe "Hate" sämtliche Register ihres Könnens. Für Thrash–Fanatiker mag der titelgebende Opener vielleicht etwas schwerfällig wirken, aber mir gefällt's, wie auch der Rest der Scheibe. Natürlich agiert das unantastbare Dreigestirn des deutschen Thrash Metal - Sodom, Kreator und Destruction - ungleich aggressiver, aber gerade deshalb empfinde ich die eher auf Groove und weniger auf akustischen Extremismus ausgelegte Spielweise von Vendetta als sehr angenehme Abwechslung. Die Songs gehen gut in Ohr und Nacken, sofern man sich auch für andere Rhythmen als bloss durchgehendes Maschinengewehr–Geknatter begeistern kann, und schon beim ersten Durchlauf bleibt relativ viel hängen, was eindeutig für die Qualität der Tracks spricht. Selbst das siebeneinhalbminütige, halb balladesk aufgebaute "Abuse" fügt sich gut in den Rest des Albums ein, welches zu keinem Zeitpunkt Langeweile aufkommen lässt. Wer sich von Vendetta im 2011er-Gewand ein Bild machen will, dem seien Hörmuster wie "Feed The Extermination", "Tremendous Brutality", "De-organ-izer" oder "Trust In God" wärmstens ans Herz gelegt. Ich mag es jedenfalls den Jungs wirklich gönnen, dass ihnen 25 Jahre nach der Bandgründung nochmal ein so guter Wurf gelungen ist. Thrash für Metalheads, die nicht unbedingt auf Thrash Metal stehen, klingt seltsam, ist aber so. Diese Scheibe werde ich mir mit Sicherheit öfters zu Gemüte führen. Dass das Ganze zudem von niemand Geringerem als Dan Swanö gewohnt druckvoll und sauber produziert worden ist, ist mir glatt einen halben Extrapunkt wert.
Mirko B.  

Punkte: 7.8 von 10
XEROSUN – Absence Of Light
Rising Records
Musik aus Irland verbinden die meisten mit Dudelsäcken, Tin Whistles und anderen Folk-Elementen. Dass die Iren auch anders können, beweisen Xerosun mit ihrem neuen Album "Absence Of Light". Die Jungs aus Dublin machen nämlich Nu Metal und hauchen dem tot geglaubten Genre wieder neues Leben ein. Die Mischung aus Alternative, Rock und Metal ist zwar in den 90ern häufig als oberflächliche Retortenmusik kritisiert worden, doch hat dieses Genre auch Grössen wie Korn, Slipknot oder auch Disturbed hervorgebracht. In diese Tradition stellen sich auch Xerosun – tiefer gestimmte Gitarren, melodische Vocals und hämmernde Drums prägen das Klangbild. Die Bezeichnung Nu Metal ist allerdings auch etwas irreführend, denn Xerosun haben keine (!) Hip Hop-Elemente wie den Rap mit ins Repertoire aufgenommen, sondern legen den Fokus klar auf Alternative Rock mit der Härte des Metal. Das Songwriting erinnert stark an andere Genregrössen, doch bringen Xerosun auch eigenes Flair mit. Speziell Sänger Ivan O'Sullivan, der mit seiner klaren Stimme rockt, hält die Kompositionen zusammen. Xerosun machen schönen, harten Alternative Rock, der selbst Skeptikern gefallen dürfte. Man darf gespannt sein, was als nächstes von der Insel aufs Festland überschwappt...
Patricia
 
Punkte: 7.7 von 10
FIREBRAND SUPER ROCK - Firebrand Super Rock
Rising Records
Der Band wie Album-Name lässt ja schon einige Assotiationen aufkommen, aber sowas ging schon tausende Male nach hinten los. Die Band aus Edinburgh (UK) mit der Frontlady Laura Donnelly verfügt allerdings über mehrjährige Szene-Erfahrung, was unter anderem zu Begegnungen mit Slayer, Mastodon oder Amon Amarth geführt hat. Das lässt aufhorchen, zumal es sich hier notabene um das Longplayer-Debüt handelt. «River Of The Dead» zum vorurteilslosen Auftakt klingt dabei etwas nach Black Label Society, da Gitarrist Jamie Gilchrist ab und an die typischen Verschnörkelungen von Zakk Wylde auspackt. Die Stimme von Laura ist laut und klar und erinnert unweigerlich an einige andere Rock-Röhren, die ähnlich klingen. Das Spektrum geht dabei von Ann Wilson (Heart), über Chrissy Steele bis hin zu Sandy Saraya (Saraya). «Into The Black» knallt danach mit thrashigen Vibes aus den Boxen, überzeugt durch varierte Tempi und mutiert so zu einer veritablen Groove-Keule. Etwas simpler ist «Wheel Of Pain» gestrickt, während «Iron Void» deutlich zäher daher kommt und die tolle Gesangsstimme von Miss Donnelly auch mit der Oberstimme zu brillieren weiss. Gar Black Sabbath lassen dann bei «Hell's Mouth» grüssen und tragen diesen Song bis auf sieben Minuten hinauf. Die soundmässige Zwischenbilanz fällt auf Seite der Gitarren gut aus, aber das Schlagzeug müsste noch etwas mehr Druck aufweisen, dann wäre es optimal. Mit der kurzen und weitgehend akustisch gespielten, stimmigen Überleitung «Beneath The Nameless City» geht es über zum vorwärts treibenden Power-Track «Falling Down», der mich vom Riffing her zwischendurch ein wenig an Bolt Thrower erinnert. «Born To Die» als längster Song des ganzen Albums baut sich kontinuierlich auf und fordert Gitarrist Jamie Gilchrist ordentlich heraus. Das gilt auch für den polternden Rausschmeisser «Cleansed By Fire», wo Firebrand Super Rock nochmals ihr Trümpfe ausspielen. Gefällt mir durchwegs gut und ist noch ausbaufähig.
Rockslave
 
Punkte: 7.7 von 10
DIXIE WITCH - Let It Roll
Cargo Records/Non Stop Music
Hier gibt's etwas mehr als eine halbe Stunde eine Mischung aus Stoner Rock, hartem Southern Rock und Boogie Rock mitten in die Fresse. Raue, dreckige Gitarren, gepaart mit wummernden Bässen und knackigen Drums regieren hier auf diesem Rundling. Den Gesang teilen sich Drummer Trinidad Leal und Basser Curt Christenson, beide singen relativ rau und sehr passend zu diesem Sound. Soviel ich weiss, ist "Let It Roll" das vierte Album nach einer fünfjährigen Pause. Der neue Gitarrist J.T. Smith kennt hier nur eines: Marshall on alle Regler nach rechts und losgerockt, genauso klingt das hier. Das Trio aus den Südstaaten rockt einfach drauflos und macht ihre Sache recht gut, alle 10 Songs sind im Mid Tempo-Bereich angesiedelt und durchwegs gut. Viel mehr gibt's eigentlich nicht zu sagen, entweder man mag deren Sound, oder nicht. Ich denke, Freunde von V8 Wankers oder sogar Motörhead könnten Spass haben an dem Amis, könnt ihr ruhig mal antesten, tut nicht weh.
Crazy Beat  

Punkte: 7.6 von 10
DELIRIUM X TREMENS - Belo Dunum - Echoes From The Past
Punishment 18 Records
Als Dolomitic/Death Metal bezeichnen die Italiener Delirium X Tremens ihren Stil, was nicht allzuweit gefehlt ist. Denn mit Belo Dunum besingen die Herren alte Mythen und Schlachten ihrer Heimatstadt, die, naheliegend, den Namen Belluno trägt. Wie es die Stilbezeichnung schon erahnen lässt, bekommt man hier eine gemischte Packung Folk, Melodic und Death Metal um die Ohren gehauen. Und die geschichtliche Verpackung ist sicherlich nicht nur für Italiener oder meinen alten Geschichtslehrer interessant, sondern so ziemlich für jedermann. Der Sound kommt an sich gesehen sehr fett daher, doch an einigen Stellen bemerkt man das wohl kleine Recording-Budget.
Steve Butcher  

Punkte:
7.5 von 10
TEMPLE OF YOUR SOUL – For All
Metalville/Musikvertrieb
Seit 2006 besteht die deutsche Band Temple Of Your Soul. Zu Beginn wurde sicher erstmal im Untergrund gespielt, um damit gleich auch das optimale Line Up zu finden. Aber erst mit der sehr kraft- und druckvollen Stimme von Karoline ist die richtige Besetzung gefunden worden, und so ist nun auch das erste Album "For All" am Start. Nach einem wie für mich immer absolut überflüssigen Intro geht's mit "Warfare" eher schleppend los. Auch "Change Sites" beginnt ruhig, wechselt aber in einen tollen, eingängigen Refrain und anschliessendem, perfekt gespielten Gitarren-Solo. Hier muss auch gleich die Arbeit an den Seiten von Dirk speziell erwähnt werden. Er versteht sein Handwerk und verleiht jedem Song sein eigenes Gesicht. Somit kann wirklich gesagt werden, dass Temple Of Your Soul mit Karoline und Dirk stehen und fallen. Mit dem Titelsong "For All" geht's dann zum ersten Mal richtig satt ab. Die Double Base kracht und alle fünf geben ihr Bestes. Leider wird danach mit der ersten Ballade "Evening Takes over" schon wieder der Wind aus den Segeln genommen. Der Dämpfer währt aber nicht lange, da es sich um eine wirklich schöne und gute Ballade handelt. Auch die restlichen Songs der Platte sind ganz ordentlich gelungen. Allen voran die Coverversion "Eleanor Rigby" von den Beatles. Als Fazit kann ich sagen, dass die Kölner es verstehen, nicht nur Karneval zu feiern, sondern auch einen soliden Metalsound abzuliefern.
Timo K.
  
Punkte:
7.5 von 10
THE INTERSPHERE – Hold On, Liberty!
Steamhammer/SPV
Ich bin ja grundsätzlich immer etwas skeptisch, wenn im Pressetext eine mir bis dato unbekannte Band als die ultimative Offenbarung gehyped wird. Je mehr bombastische Adjektive und Vergleiche mit bekannten Genre-Grössen sich finden, desto unwahrscheinlicher ist es, dass die Band hält, was die Presse da so grosszügig verspricht. Daher war meine Erwartungshaltung auch entsprechend gering bei diesem Album. Doch manchmal gibt es Überraschungen im Leben: The Intersphere sind tatsächlich richtig gut, und entgegen den vom Pressetext geschürten Erwartungen scheinen sie eher bodenständig zu sein. Die Deutschen machen etwas poppige Rockmusik mit einem Hauch des Progressiven, einer Prise Indie Rock, einem bisschen Big Beat und viel Charme. Das Ganze erinnert stark an Incubus, Dredg oder auch Eskimo Joe und besticht durch ausgewogenes Songwriting und überzeugende Emotionen. Für mich sind The Intersphere eine der besten deutschen (!) Alternative Rock-Bands, die ich seit langem gehört habe. Früher bekannt unter dem Namen The Hesslers (nach Sänger Christoph Hessler) haben sich die Mannheimer schliesslich den internationaleren Namen The Interspheres zugelegt, was auch viel besser zum progressiven, modernen Ansatz der Band passt. Allerdings ist "Hold On, Liberty!" fast schon zu harmonisch geraten, denn kaum ein Song sticht heraus oder bleibt länger hängen – die Musik plätschert angenehm dahin, ohne gross Wirbel zu machen. Diese Newcomer sollte man sich jedoch merken!
Patricia  

Punkte:
7.5 von 10
TARJA TURUNEN & HARUS - In Concert (Live at Sibelius Hall)
Ear Music/Phonag
Die allfällige Vorfreude von treuen Tarja-Fans wird mit diesem rein klassisch ausgerichteten Konzertmitschnitt möglicherweise auf die Probe gestellt. Zusammen mit den Mitmusikern Kalevi Kiviniemi (Organ), Marzi Nyman (Guitar) und Markku Krohn (Percussion) sang die Finnin im Dezember 2009 in der Sibelius Hall von Lahti diverse Werke ein, die ganz auf ihre zweifellos grandiose Opern-Stimme zugeschnitten sind. Einige der Titel sind auf finnisch, während man zum Beispiel «Ave Maria» jedoch kennen sollte. Dieser vom Titel her bekannte Track ist zweimal intoniert worden, will heissen in der ersten Version wurde er «Ave Maria op. 80» genannt. Wer nun dabei grundsätzlich an das natürlich weltberühmte Werk von Johann Sebastian Bach denkt, wird hier allerdings nicht fündig, da es sich um eine eigene Adaption handelt. Die Scheibe hat noch gut zur eben vergangenen Weihnachtszeit gepasst und spricht, wie schon erwähnt, vor allem die Klassik-Fans an, von denen es bei unseren Lesern von Metal Factory wohl nicht all zu viele geben wird. Doch ohne die besagte klassische Musik als solche, gäbe es unseren geliebten Lärm von heute garantiert nicht und darum passt so eine Review trotzdem irgendwie hier hin.
Rockslave  

Punkte: keine Wertung
DETRIMENTUM - Inhuman Disgrace
Deepsend Records
Mein erster Eindruck war, dass der Bandname erschreckend präziser nicht gewählt worden sein könnte (Detrimentum: lat. Schaden), aber bei genauerem Hinhören wurde es dann echt gruselig. Denn das erste Album "Embracing This Deformity" war noch ein fieser, grindiger Drecksköter mit Schaum vor dem Maul, wie er nur aus England kommen konnte. Wie war ich daher überrascht, dass der garstige Köter von damals aktuell erschreckend poliert und erwachsen geworden und zudem auch noch richtig verspielt geworden ist?! Aber muss ja nicht zwangsläufig was Schlechtes sein, Zeiten ändern sich nunmal. Das Traurige daran ist nur, dass ich unter dem ganzen netten Spieltrieb noch immer die Wildheit und Bösartigkeit früherer Tage höre, das arme Vieh wegen des Maulkorbs aber einfach nicht richtig bellen kann. Denn das Schlagzeug wäre überirdisch (Steve Powell von Anaal Nathrakh, man suche die Studioaufnahme auf Youtube) und die Saitenarbeit von Paul Wilkinson (g,v) und Jonathan Butler (g,b) mehr als hörenswert. Aber das Triggern der Drums war die erste wirklich schlechte Entscheidung, und der schwammige Pussy-Mix setzt noch eine Kirsche drauf. Verdammt, das wäre eigentlich Musik, die ich mir wirklich gerne angehört hätte, denn das Endprodukt tönt wie eine Mischung aus Monstrosity und alten Malevolent Creation. Aber die leicht wummernde, weichgespülte, durchgehend gedämpfte Nagellackproduktion und die handzahme Herangehensweise der Saitenzupfer verderben mir den Spass an der Mucke... Und da sass immerhin Russ Russell (Napalm Death, Dimmu Borgir) an den Reglern!? Und bei allem nötigen Respekt, aber bei Detrimentum hätte der Studioschalter eindeutig auf Stellung 'Napalm Death' stehen müssen! Schlussendlich ist "Inhuman Disgrace" aber denoch keine komplett verschossene Patrone, sondern wenigstens noch intelligenter Death/Thrash mit progressiver Schlagseite, unerklärlicherweise aber im Gewand einer gruselig unpassenden Produktion, echt schade um diese 45 Minuten. Hört nichts desto Trotz mal rein, könnte sich bei anderen Hörgewohnheiten als meinen gerade deswegen lohnen.
Hardy
 
Punkte:
7.4 von 10
MARK SPIRO – It's A Beautiful Life
AOR Heaven/Non Stop Music
Mark Spiro gehört zu den Musikern, die dem Namen nach nicht sonderlich bekannt sind, deren Schaffen aber weit über das Genre des Rock hinaus schon Millionen von Käufern gefunden haben. Somit ist das bisherige Werk des Amerikaners auch weitaus interessanter als sein nun vorliegendes sechstes Soloalbum. Bereits seit den 80ern ist der Mann als Songschreiber und Produzent tätig. Vor allem im Pop, aber auch im Latin- und Country-Bereich war er erfolgreich. Daneben hat er auch Material für Filme und TV-Serien verfasst. Seine Songs und Produktionen verkauften sich bis dato über 100 Millionen mal. Das Steckenpferd des Multitalentes ist aber der Melodic-Bereich des Hard Rock. Die betreffenden Acts, für die Mark schon tätig war, sind Heart, Cheap Trick, Giant, Bad English, John Waite, Kansas, REO Speedwagon und Winger. In regelmässigen Abständen erscheint aber eben auch ein Solowerk des Herrn Spiro. "It's A Beautiful Life" ist ein erstklassiges AOR/Westcoast-Album. Fein ausgearbeitete Melodien treffen auf weiche Keyboard- und Gitarrenklänge und werden ergänzt durch die intensiven Vocals. Ein Album, das äusserst positive Vibes versprüht. Es lässt sich aber auch die Frage über den (Verwendungs-) Zweck der Scheibe stellen. Durch fehlende Energie und Kraft, die diesen Stil ganz allgemein oft auszeichnet, taugt das Werk schlussendlich nur als Hintergrundberieselung, trotz der nicht abzustreitenden hohen Qualität.
Chris C.   

Punkte: 7.2 von 10
FIMBULVET – Frostbrand – Nach Flammen Sehnsucht
Twilight/Non Stop Music
Nach ihrem ebenfalls bei Nocturnal Empire erschienenen Konzeptalbum "Kriegerwahn" präsentieren Fimbulvet nun ihr neustes Werk: "Frostbrand – Nach Flammen Sehnsucht". Dem Titel entsprechend heiss geht es auf dem Silberling denn auch zu und her, denn Fimbulvet zeigen sich abwechslungsreich und haben neben den typischen Pagan Metal-Klängen mit vollen Riffs und düsterem Growling auch melodiösere Folk-Passagen mit eingebaut, und auch die Clearvocals von Sänger und Gründer Stephan Gauger sorgen für Auflockerung und haben sich seit dem letzten Album verbessert. Mitunter erinnern die Deutschen dabei gesangstechnisch sogar an Letzte Instanz – eher poetische Texte, mit starken, melodischen Zwischenspielen und Stephans sanfter Stimme, wobei der Fokus der Texte auf heidnischen Themen liegt. Dann gibt's aber auch härtere Songs ("Helhest"), die sich eher an Bands wie Gernotshagen orientieren, mit denen Fimbulvet auch schon auf der Bühne standen. Das Album wird unter dem Genre-Label Pagan/Power Metal vertrieben, was etwas irreführend ist. Denn mit Power Metal hat dieses Werk nicht viel zu tun, auch wenn es für ein Pagan-Album sehr melodiös daherkommt und somit eher an Viking Metal anklingt. Das Songwriting ist sehr gut und abwechslungsreich, das Niveau konstant hoch. Einer meiner Favoriten ist jedoch "Lehre der Wahrheit", bei dem alle Elemente schön zusammenkommen. Auch musikalisch gibt es bei den Thüringern nichts auszusetzten. Alles in Allem bringen Fimbulvet mit "Frostbrand" ein tolles Album auf den Markt, das sie aus der breiten Masse des Pagan Metal herausstechen lässt.
Patricia 
 

Punkte: 7.1 von 10
NEXUS INFERIS - A Vision Of The Final Earth
Noise Art Records
Bei aller Lobhudelei von wegen 'bahnbrechend neues Genre', 'Future Extreme Metal-Sensation', 'Rock The Nation Award 2011' und 'eröffnen die Full Of Hate Tour 2012' entzieht sich mir der Reiz dieser Band nahezu völlig. Und ja, das Riffing ist messerscharf, der Schlagzeuger zieht gnadenlos vom Leder und die Stimme ist sehr variabel (sowohl in menschlicher wie quantisierter Ausführung), aber der Gesamteindruck wirkt auf mich zu klinisch und die Songstrukturen eher verstörend und nervend als faszinierend. Ich kann der Band keinesfalls vorwerfen, nicht kreativ gewesen zu sein, denn Klangtüftler dürften mit diesem musikalischen Overkill ein Füllhorn an elektronischen Eskapaden für sich entdecken, aber betreffend metallischer Stilistiken tönt diese Variante für mich einfach zu sehr nach 'Generation iPod' und zu wenig nach dem Metal, wie ich ihn kennen- und liebengelernt habe. Nexus Inferis agieren während knapp 41 Minuten auf wirklich sauhohem Level, könnten von mir aus aber auch vierfarbig Synchronhäkeln, es würde mich etwa gleich faszinieren. Ich liebe Sybreed, wem diese aber zu wimpig sind, sollte sich mal an "A Vision Of The Final Earth" versuchen, viel Vergnügen. Trotz meiner eigentlich scheu klappenfreien Herangehensweise an neue Musik sind Nexus Inferis schlichtweg nicht gerade mein beliebtester - von Roboterinnen bedienter - Massagesalon. Technical/Brutal/Industrial-Fans sowie die Angestellten von Tinnitus-Zentren müssen reinhören, der Rest darf sich ruhig mal daran versuchen.
Hardy   

Punkte: 7.0 von 10
FARSOT – Insects
Prophecy Productions
Nachdem die innovativsten Köpfe des europäischen Black Metal in den letzten beiden Jahren tolle, moderne Alben kreiert haben (nein, ich werde sie nicht aufreihen), herrscht zur Zeit ein kleiner Notstand, da das letzte Werk von Helrunar nun schon seit fast einem Jahr besteht. In diese Bresche springen die Thüringer von Farsot, von denen Kenner der deutschen Szene mindestens schon gelesen haben. Ihr Debut hat vor vier Jahren einiges an Hoffnung aufkeimen lassen. Die Zeichen stehen somit günstig, zumindest in der Theorie. Beim ersten Song allerdings vermisse ich die vielgerühmte Einzigartigkeit. "Empyrean" im Gegenzug kann überzeugen, die Mischung aus Asaru bei den rasenden Stellen sowie das dezente, zurückhaltende Gitarrenspiel (welches schmerzlich genau an Azraels "Self:Goat" erinnert) erzeugen eine eigenständige Atmosphäre und geben eine vagen Eindruck, wie durchdacht das Album sich gebärden wird. Dieser Eindruck wird mit "Perdition" bestätigt. Typisch nordische Riffs vermischen sich mit zweistimmig gesungenen, stampfenden Heavy Metal-Parts. Schön gemacht, wuchtig aufgenommen und produziert, damit schaffen die Herren schon mal einen soliden Eindruck. Allgemein habe ich seit "Sol" von Helrunar nicht mehr ein so kompaktes, in sich geschlossenes Album gehört. Leider sind mir die akustischen Gitarren zu eindeutig und unverblümt von Azrael (man höre die beiden Instrumental "7" und "Somnolent") übernommen, um mich zu fragen, ob da nicht noch anderes geklaut wurde, von mir aber nicht erkannt wird. Ein starkes Album, das vielleicht einfach das Pech hat, stellenweise wie Bands zu klingen, die ich schon länger kenne.
Tristan   

Punkte: 7.0 von 10
SUICIDAL ANGELS – Bloodbath
Noise Art Records
Wie ein Blitz, geworfen vom Göttervater Zeus persönlich, schlug es ein, "Sanctify The Darkness", das Debut der Suicidal Angels. Mit ihrem technisch versierten Old School-Thrash voller Slayer-Verehrung rannten die Griechen 2009, mitten im Thrash-Revival, schlicht offene Ohren ein. Und auch, nachdem die allseits beteuerte Begeisterung für das Genre wieder etwas leiser geäussert wurde, liessen sich die suizidalen Engel nicht beirren und veröffentlichten mit "Dead Again" den nur logischen Nachfolger dazu. Griechen gelten weithin als sture Köpfe (nicht nur in Sachen Spar-Abneigung), und so überrascht es nicht, dass auch "Bloodbath", Streich Nr. 3, so klingt, wie er eben klingt: nach Thrash Metal, direkt aus den 80ern importiert, voller rhythmischer Finesse, Tightness und einer ordentlicher Portion Wut im Bauch. Araya, King und Co. Sind dabei immer noch die vorrangige Referenz, was die schreienden Gitarrensoli anbelangt ebenso wie die morbid makaberen Texte. Wirkliche Hits kann der südeuropäische Vierer dabei zwar nicht wirklich vorweisen, wenn aber jedes Riff sitzt wie ein gut platzierter Schlag in die Magengrube, dann bekümmert dies zumindest zu Beginn wenig. Wie oft man nach den ersten paar Durchgängen aber danach "Bloodbath" wieder aus dem Regal holen wird, dass wissen nur die Götter.
Kissi   

Punkte: 7.0 von 10
IAN ASHLEY HERSEY – Vintage Love – The Best (Best Of)
Avenue Of Allies Music
Inwiefern ein Best Of-Album nach drei Studiooutputs Sinn macht, lässt sich sicher hinterfragen. Ian Ashley Hersey ist mit Sicherheit nicht so bekannt, dass dieses Album eine breite Käuferschicht anspricht. Doch alle Classic Rock-Liebhaber sollten beim Namen des Amerikaners hellhörig werden und pauschal einen Kauf der Scheibe in Betracht ziehen. Mr. Hersey gibt auf dem vorliegenden Werk einen Einblick in sein bisheriges Schaffen. Seine Einflüsse, bzw. Vorlieben sind unverkennbar Led Zeppelin, Deep Purple, Rainbow und Bad Company. Um seinen musikalischen Horizont zu erweitern, studierte er am renommierten Berklee College Of Music in Boston, wo er sich unter anderem dem improvisierten Jazz widmete, bevor er wieder zum Rock'n'Roll zurückkehrte. Der Multiinstrumentalist spielt nebst der Gitarre auch Bass und Keyboards bzw. Hammondorgel. Gerade durch die Orgel wird auch immer wieder ein deutlicher Verweis zu den bereits erwähnten Deep Purple aufgezeigt. Für die Vocals hat Ian gleich mehrere Weltklassesänger angeheuert. Auf den ersten vier Songs (vom Album "Fallen Angel") singt neben dem weniger Bekannten Dante Marchi noch Paul Shortino (Rough Cutt, Quiet Riot) und Mike Stone (Gitarrist von Queensr’che). Auf den nächsten fünf Tracks (vom Album "The Holy Grail") wechseln sich David Montgomery, Graham Bonnet (Rainbow, MSG) Carsten Schulz (Evidence One, Domain) und Randy Williams am Mikro ab. Bei den nächsten fünf Titeln (vom Album "Nomad") taucht auch noch Doogie White (Rainbow) einmal auf. Bei den weiteren vier Songs sowie beim bisher unveröffentlichten Bonus Track schwingt wieder Carsten Schulz das Mikro. Die fehlende Homogenität durch die vielen verschiedenen Sänger ist dann auch der einzige effektive Kritikpunkt. Doch so wie es aussieht, hat Ian mit C. Schulz seinen Stammsänger gefunden und dieses Problem für die Zukunft somit gelöst. Der Name Ian Ashley Hersey sollte man sich auf jeden Fall mal merken.
Chris C.
  
Punkte: keine Wertung
MOONFROST – Starfall
Gravity Entertainment
Wanderte die Demo (oder eher EP?) vor vier Jahren thematisch noch in den Wäldern unserer Heimat, so hat "Starfall" nun einen grossen Schritt gemacht: raus ins All. Keine Gefallenen ehren, sondern die kosmische Leere beschwören, sich über die reinigenden Feuer freuen und der Menschheit den Untergang wünschen. Ein so krasser Richtungswechsel könnte die Band jetzt unglaubwürdig erscheinen lassen, aber die Musik ist nun einfach mal moderner und ausgereifter. Die Songstrukturen lassen an Negator und Konsorte erinnern, auch wenn der Sound auf "Starfall" steriler klingt und mit mehr Bass daherkommt. Gerade "Unveiling The Dark" glänzt mit Riffs, welche auf "Die eisernen Verse" Platz gehabt hätten, auch wenn die Schweizer nie die selbe Geschwindigkeit erreichen. Dafür gibt es mehr Raum für repetitive, hypnotische Melodieparts sowie Samples. Soweit klingt alles sehr überzeugend, zwar nicht wirklich neu, aber sehr solide umgesetzt. Den grössten Abzug gibt es leider für die Lyrics. In einer einzigen Strophe dreimal ein "of" zu gebrauchen, da hätte es ansprechendere Varianten gegeben. Allgemein ist das Englisch sehr simpel gehalten und klingt wie eine Wort für Wort Übersetzung. Da gibt es dringenden Verbesserungsbedarf, dann klappt es auch mit höheren Punkten.
Tristan  

Punkte: 6.8 von 10
MOSFET - Deathlike Thrash'n'Roll
Refused Records/Non Stop Music
Ein kleines Bisschen Death, sehr viel Thrash und ein Hauch Roll. Auf ihrem Zweitschlag machen die Österreicher Mosfet ihre Sache ganz ordentlich. Die präzise eingespielte und sauber produzierte Scheiblette ist sicher nichts für Feingeister, auch ich habe mindestens einen zweiten Anlauf gebraucht, um mich für die Sache zu erwärmen, aber in Verbindung mit hopfenhaltigen Stimulanzien können Songs der Marke "A Rowdy‘s Warfare", "Pigheaded Bitch", der 1:12 minütige Nackenbrecher "My Puppet" oder "Tales Of A Diarrhoea Werewolf" (heisser Anwärter zum Songtitel des Jahres) durchaus gefallen. Spieltechnisch sind die Jungs aus Marchtrenk absolut auf der Höhe, vor allem der Drummer fährt ein ganz ordentliches Brett und demonstriert praktisch in jedem Track, dass er von Slow bis Hyperspeed sämtliche Spielarten des Thrashdrummings meisterlich beherrscht. Einzig die Ähnlichkeit der Songs untereinander wird mit der Zeit etwas mühsam, aber zum gelegentlichen hirn- und sinnlosen Abschädeln taugen sie allemal. Innovativ ist das Ganze sicher nicht, aber "Deathlike Thrash'n'Roll" eignet sich vorzüglich, um nach einem mühsamen Arbeitstag oder sonstigen Konfrontationen mit geistigen Tieffliegern den Kopf wieder leer zu pusten.
Mirko B.   

Punkte: 6.7 von 10
SPECTRAL MORTUARY - Total Depravity
Deepsend Records
Die Dänen Spectral Mortuary liefern mit «Total Depravity» ihr zweites Album ab. Mal abgesehen davon, dass das Album knietief in schlecht produziertem Sumpf steckt, ist es ein ziemlich anspruchsvoller US-Death. Teilweise sind sogar progressive Einflüsse auszumachen, was eine unglaubliche Atmosphäre schafft. Aber leider wird dies zunichte gemacht durch eine sehr, sehr schlechte Produktion. Spectral Mortuary sind kein Black Metal und brauchen eine gute Produktion, zumal wir im 21. Jahrhundert leben und mittlerweile jeder etwas Anständiges hinlegen kann.
Steve Butcher  

Punkte: 6.6 von 10
FIREMOON – Luxury Of Rock
Farewell Music
Wieder einmal taucht Harry Jetzer in der nationalen Szene in Erscheinung. In der Vergangenheit war der Sänger immer mal wieder auf heimischen Bühnen zu sehen, so z.B. mit Granit oder D.D. Dogz. Dieses Mal hat er sich der Formation Firemoon angeschlossen. Die Geschichte dieser Band reicht bis ins Jahr 1987 zurück. Durch die Jahre gaben sich diverse Musiker die Klinke in die Hand, übrig geblieben ist nur Gitarrist Joe D'Antonio. Obwohl die beteiligten Jungs alles alte Hasen im Business sind, ist bisher keiner gross in Erscheinung getreten. Dass die Jungs über einige Erfahrung verfügen, beweisen sie aber. Vor allem die Gitarren können immer wieder überzeugen, aber auch die Rhythmusabteilung liefert einen mehr als akzeptablen Job ab. Beim Gesang hapert es dann aber ziemlich arg. Der gute Harry verfügt über wenig Tiefgang und Substanz, dass er sich richtig reinkniet, spricht aber wiederum für ihn. Die Jungs haben sich mit Haut und Haaren dem 80er Glam verschrieben. Von diesem wird keinen Millimeter abgewichen. Leider artet die Geschichte dann aber aus. Mit Klischees wird nur so um sich geworfen. Die Songs haben Titel wie "I Wanna Rock You", "I Love Beautiful Girls" oder "Ol' School Rock'n'Roll". Mit "Yeah", "C'mon", "Wow" und ähnlichem wird nur so um sich geschmissen. Auch die Texte tragen nicht unbedingt dazu bei, die Truppe ernst zu nehmen. Das Video zu "I Love Beautiful Girls" ist zwar recht professionell gemacht, ist aber so kitschig, dass man sich ein Grinsen kaum verkneifen kann. Obwohl man auch ein paar coole Riffs in Petto hat und Refrains verfasst hat, die sofort hängen bleiben, ist man von den offensichtlichen Vorbildern Mötley Crüe und Guns'n'Roses soweit entfernt wie China von der Demokratie. Eigentlich wäre die ganze Sache voll in Ordnung, würde man es als Parodie im Stile von Steel Panther verstehen. Es macht aber nicht den Anschein, dass dies der Fall ist. Was aber ziemlich sicher ist, ist, dass die Band live grossen Unterhaltungswert haben dürfte.
Chris C.  

Punkte: 6.5 von 10
ABIGAIL WILLIAMS – Becoming
Candlelight Records/Irascible
Was die Amis auf ihrem neuesten Output zünden, ist zwar schon Black Metal – aber dermassen verpackt in verschieden Gewänder, da wird einem richtiggehend anders. Der längste Track auf „Becoming“, „Beyond The Veil“, zeigt dies mehr als nur deutlich auf: Da werden zwar immer mal wieder brachialere Momente eingeflochten, aber generell herrscht eine Wahnsinnsatmosphäre vor, akustische Gitarren, Streicher, auf absolute Breaks folgen brutalere Einlagen mit schwarzmetallischem Gekeife – und eben dieses nicht man nicht wirklich wahr, es ist extrem in den Hintergrund gemischt. Ob dies nun Absicht war oder nicht, vermag man nicht zu sagen. Es wirkt einfach so, als ob man die Vocals eher komplett weglassen hätte können, das hätte dann so eine Art Post/Symphonic/Black Metal ergeben. Mag jetzt auf den ersten Blick seltsam erscheinen, hat aber durchaus seine Berechtigung. Progressiv gehen die Jungs zu Werke, und das gefällt – nur bewirkt dies in vorliegendem Fall, dass die Zugänglichkeit verloren geht, was weiss nicht mehr wirklich, was man nun vor sich hat. Wenn man sich dessen bewusst und bereit ist, einige Zeit zu investieren, um in die Klangwelten von Abigail Williams einzutauchen, dann kann man mit „Becoming“ nicht viel falsch machen.
Toby S. 

Punkte: 6.5 von 10
DEAD TO THIS WORLD – Sacrifice (EP)
Soulseller Records
Fünf Songs, davon ein Cover, eine Spieldauer von unter 30 Minuten. Mit diesen Eckdaten steht "Sacrifice" nicht wirklich auf der Haben-Liste. Allerdings haben die Norweger um Iscariah (Ex-Immortal) nach ihrem Debut im Jahre 2007 wohl einfach wieder einmal ein Lebenszeichen von sich geben wollen. Und was soll ich schon gross darüber sagen, das Album klingt, wie es bei all den erfahrenen Musikern halt klingen soll. Auf alt getrimmter, rotzender Black Metal mit eindeutig thrashigen Einflüssen und somit einer gehörigen Portion Bathory im Rucksack. Der Titeltrack hätte durchwegs mit dem gleichnamigen Song des norwegischen Debuts vertauscht werden könne, wenn man mal davon absieht, dass die Aufnahmequalität einiges klarer wirkt. Aber mal ehrlich, noch in diesem Jahr soll das vollwertige Album rauskommen. Und soweit kann man jetzt schon noch warten, Alternativen gibt's genug.
Tristan
 
Punkte: keine Wertung
EISREGEN – Rostrot
Massacre Records/Musikvertrieb
Dass die Jungs aus Thüringen gerne provozieren, ist ein wichtiger Bestandteil ihres Bandkonzeptes, so scheint es zumindest. Vielleicht wollen sie auch einfach ihre blutrünstigen Phantasien in einer Welt ausleben, die vor political correctness nur so trieft. Allerdings muss attestiert werden, dass Eisregen auf früheren Alben um einiges deftiger zu Werke gingen als auf dem aktuellen Longplayer – hat man genug von all den Indizierungen? „Rostrot“ ist ein solides Stück Horror, verpackt in faulig-verrottenden Metal der schwarzen und düsteren Sorte. Jedoch, so richtig packen will die Scheibe irgendwie nicht – wenn man sich andere Vertreter dieses Genres ansieht, machen Eisregen momentan irgendwie zweiter. Die Texte wirken stellenweise leider arg plakativ, beinahe schon infantil, dabei hat der gute Herr Roth eine superbe Stimme, um mit fiesen, gemeinen Geschichten Eis in den Blutbahnen der Hörer zu erzeugen. Besonders gut gelingt ihm dies, wenn er nicht schwarzmetallisch schreit, sondern eher erzählerisch loslegt. An der musikalischen Fraktion gibt es nichts zu bemängeln, denn hier versteht man sein Handwerk – wobei angefügt werden muss, dass Eisregen sich weg von den eher sperrigen Strukturen früherer Tage hin zu leichter zugänglichem Material bewegt haben. Kann man jetzt als Verweichlichung ansehen, aber es ist unbestritten, dass man so viel eher den Zugang zu den Deutschen findet und auch die Interessentengruppe vergrössert wird, was auch nicht schaden kann – Kapitalismus hin oder her, von irgendwas muss man auch leben. Fazit: Eisregen testen offensichtlich neuere Gebiete aus, und das wird nicht allen gefallen. Das textliche Konzept sowie dessen Inhalt sollte man nochmals überarbeiten, sonst kann es sein, dass das nächste Album „Todestage“, welches demnächst auch erscheinen soll, noch weiter absackt und Eisregen ihre letzte Kredibilität bei den eingefleischten Fans verspielen, was sehr schade wäre.
Toby S.  

Punkte: 6.0 von 10
ABSURD UNIVERSE - Habeas Corpus
Punishment 18 Records
Die Jungs von Sinister sind offensichtlich bei Weitem nicht mit ihrer Hauptband ausgelastet, frönen sie doch in kompletter Mannschaftsstärke, aber unter anderem Segel, auch noch ihrer Vorstellung von Old School-Death/Thrash. Keine Ahnung, was die fünf Holländer damit bezwecken, denn von Slayer geklaut haben andere schon besser, um sich mit Grave zu vergleichen muss man auch den nötigen Beweis erbringen, und der gute Hr. Kloosterwaard schien zudem nicht recht mit dem Herzen am Mikro gestanden zu haben (womit auch die Autopsy-Vergleiche des Promozettels hinfällig wären). Ausserdem sind die Samples eher peinlich als evil, was diese Veröffentlichung für mich schlussendlich zu nichts anderem als einem grossen, gelangweilten Fragezeichen macht. Vom grenzwertigen Cover spreche ich schon gar nicht. Im Vergleich zu Klichee-Proberaumbands sicher alles andere als schlecht, aber trotzdem, wer sich für diese Musikart begeistert, greift lieber weiterhin zu den Originalen von Solstice, Malevolent Creation oder Demolition Hammer. Reinhören ist deshalb meines Empfindens nach bloss fakultativ.
Hardy   

Punkte: 6.0 von 10
CRIPPLED BLACK PHOENIX - (Mankind) The Crafty Ape (2 CDs)
Cool Green Recordings/Musikvertrieb
Die britischen Crippled Black Phoenix beehren uns hier mir ihrem vierten Werk, unterteilt in drei Chapters, auf zwei CDs verteilt. Und was soll ich sagen, sie machen es dem Zuhörer nicht gerade leicht. Ich bin hin und her gerissen von deren neustem Output. Auf der einen Seite bieten die Briten hier tolle Kompositionen wie in "Part One" mit dem an Pink Floyd erinnernden "The Heart Of Every Country", das sogar während des Solos sehr an Gilmore erinnert. Oder das düstere "Get Down And Live With It". Dem entgegen folgen dann wirklich langweilige Songs wie das instrumentale "A Letter Concerning Dogheads", oder das zwiespältige "The Brain", das anfangs sehr langweilig daherkommt und erst gegen Ende spannend wird. Genauso verhält es sich auch mit dem folgenden "Laying Traps", fuck das Zeugs hat einfach zu wenig Dampf und klingt mir oft zu doomig. Dass es auch anders geht, zeigt dann "Burn In A Hurricane", da glänzen die Briten mit einer tollen Rhythmus-Arbeit. Oder bei "Release The Clowns" hört man endlich härtere Gitarren. In "Chapter III" geht man erst sehr bluesig zur Sache, "A Suggesion" ist eine Mischung aus alten Led Zeppelin und Blues, für mich eines der Highlights des Doppeldeckers. Dann wird's wieder langweilig mit Instrumental-Songs wie "Operation Mincemeat", und auch das folgende "We'll Never Get Out Of This World Alive". Zum Schluss rettet dann das 12-minütige "Faced With Complete Failure Utter Defiance Is The Only Response" (mann, was für ein Titel) das Ganze aus den unteren Punktezahlen. Und obwohl das meiste dieses Tracks instrumental ist, wird's hier nicht langweilig, und so können die Engländer dann doch noch was richtig machen. Aber im Ganzen gesehen und gehört kann mich dieser Rundling nicht überzeugen, mir fehlt hier die Abwechslung, ich hätte gern etwas mehr Prog Rock gehabt und dafür weniger Doom-Anteil, hier könnte ja man fast Depressionen kriegen, schade.
Crazy Beat  

Punkte: 5.9 von 10
DODECAHEDRON –Dodecahedron
Season of Mist/Irascible
Ich hätte alleine durch den Name jetzt eher auf technischen Death Metal geschlossen. Wer sonst benennt sich nach einer geometrischen Figur? Anderseits stimmt das irgendwie schon fast traurig, sind denn alle guten Namen schon an bescheuerte Bands vergeben? Das wäre mal eine interessante Studie: In wie weit beeinflusst der Bandname die Verkaufszahlen... Aber widmen wir uns wieder dem Debut der Belgier: Schwarzmetall wird hier zelebriert. Steril aufgenommenes, an den ach so neuen Trend zur Dissonanz angelehnt, unpassend nebeneinander dahin prügelndes Schwarzmetall. Schön, wenn man auf Intros verzichtet und gleich mit 100% zur Sache geht, aber die Band hätte wenigstens mal überdenken können, ob das sinnferne Lärmproduzieren auch besser klingen könnte. Die pseudoinnovativen Dissonanzen und der verkrampfte Versuch, keine 08/15-Band zu sein, bekommt den Belgiern nicht gut. Leider ist der erste Track keine Ausnahme. So klingt auch "I, Chronocrator" ziemlich stumpfsinnig, chaotisch, nichtssagend. "Vanitas" hingegen ist recht nett, erinnert dank der Stimme und den stampfenden Groove stark an Nun Fuck Ritual. Das abschliessende Triplett hat zumindest einige nette Ansätze, klingt manchmal aber trotzdem nach einem schlechten Versuch, Blut aus Nord in die Songs einzubauen. Eigenständig sind sie, das sei gesagt. Gerade "View from Hvierfell 1" sowie "3" klingen ziemlich gut. Aber für "View from Hvierfell 2" und die ersten beiden Tracks gibt es Abzüge.
Tristan 

Punkte: 5.6 von 10
DESERT SIN – Destination Paradise
Pure Steel Records/Non Stop Music
Neues Gehörfutter für den Underground-Heavy Metal gibt es von den Österreichern Desert Sin. Denn für dort ist diese Scheibe gemacht, dort wird sie ihr Publikum finden und wohl (leider) auch bleiben. Auf "Destination Paradise" befinden sich nette, kraftvolle Power Metal-Songs, welche gut gespielt und emotional vorgetragen werden. Und doch bricht damit keine Revolution aus. Der Klassiker-Aufspürer, der selbst bei vorher nie gekannten Def Leppard-Scheiben ausschlägt, bleibt ohne Rührung. Die Lieder sind zu wenig griffig, werden eher ruhig dargeboten und verlieren sich. Erfrischende Ausnahmen sind z.B. bei "Hero" oder bei "Kill The King" zu finden. Wer sich für die Scheibe Zeit nimmt, findet aber immer wieder neue gute Aspekte. Als Gesamtwerk bleibt aber schlussendlich zu wenig hängen. Den Schlüssel ins Metal-Paradies werden Desert Sin mit dieser Scheibe noch nicht erhalten. Die Option darauf werden sie aber ebenfalls nicht verlieren. Es bleibt abzuwarten.
Roger W. 

Punkte: 5.5 von 10
COALESCE - Give Them Rope (Re-Release)
Relapse Records/Non Stop Music
Und auch im neuen Jahr geht es bei den Hardcorelern voll zur Sache. Der Kansas-Vierer von Coalesce bringt neu ihre anno 1998 veröffentlichte Kultscheibe "Give Them Rope" auf dem Krachlabel Relapse Records heraus. Mathcore wird Coalesces Sound eingestuft, wie auch immer, leicht zu verdauen ist der Sound der Amerikaner nicht . Brüllgesang, wüste Gitarrenattacken, die zumeist recht unkontrolliert erscheinen, aber eben - das ist so bei Mathcore-Truppen. Ehrlich gesagt habe ich die Scheibe ein/zwei Mal konzentriert durchgehört, aber da hat sich gar nichts geregt, nicht mal der kleine Zeh wollte ein bisschen mitwippen. Sorry Leute, ist mir zu anstregend, wem's gefällt um so besser, dem Schreiber dieser Zeilen muss ja nicht alles gefallen.
Daniel J.  

Punkte: keine Wertung
GOLDEN DAWN – Return To Provenance
Non Serviam Records
Entweder ist das Info-Sheet grauenhaft veraltet, oder man hat sich schlichtwegs nicht die Mühe gemacht, alle aktuellen Bandmitglieder aufzuführen. Sehr schlampig auf jeden Fall. Anyway, die Jungs um Bandgründer und Mastermind Stefan Traunmüller zocken seit 1992 melodischen Black Metal, der einen gewissen old schooligen Touch hat und gewisse Gothic-Einflüsse nicht verleugnet – man stelle sich Cradle Of Filth ohne Pomp und aufgesetztes Gehabe vor, nehme ein wenig den Fuss vom Gaspedal, und man hat eine ziemlich gute Vorstellung davon, wie Golden Dawn klingen. Leider können die Songs nicht über das ganze Album hinweg halten, was sie versprechen: Songs wie „Dark Illumination“ oder „Self_Destruction“ bilden da melodisch-atmosphärische Ausnahmen, der Rest versinkt in einer gewissen Farblosigkeit. „Return To Provenance“ kann man sich anhören, muss man aber nicht.
Toby S. 

Punkte: 5.2 von 10
PRIMAL FEAR – Unbreakable
Frontiers Records/Musikvertrieb
Eine Metal-Institution in der Sinnkrise? Das könnte man meinen, wenn man sich dieses halbgare Werk der deutschen Stahlschmiede zu Gemüte führt. Denn neben ein paar Knallern verfügt das neue Album über zu viele unspektakuläre Songs,welche eine müde Band erklingen lässt. Da kommt man unweigerlich ins Grübeln und man fragt sich, ob der unmotivierte, lahme Auftritt von Sinner im Vorprogramm von Whitesnake in Bülach das neue Album bereits vorweg genommen hat (immerhin spielten da mit Matt Sinner und Alex Beyrodt zwei des Primal Fear-Teams). Der grösste Fehler liegt aber neben der Songauswahl auch bei der Songreihenfolge. Bis Song Nummer acht ist mit "Give Em Hell" nur gerade ein überzeugender Kracher dabei. Der Eröffnungssong "Strike" tritt zwar ordentlich los, vermag die Spannung aber nicht bis zu seinem Ende halten. Dasselbe gilt für "Bad Guys Wear Black" mit seinem "Bang your head!"-Rufen im Refrain. Ein Track, der sich nur bedingt zum Headbangen eignet und sich damit selbst disqualifiziert. "And There Was Silence" wiederum bietet unspektakulären Standard-Power Metal. Wie man es richtig macht, beweisen die Deutschen ein paar Nummern später gleich selbst. "Marching Again" erinnert im Refrain gar an Helloween zu "Keeper"-Zeiten, ohne dass dies peinlich wirkt. Göttlich! Höllisch lahm und uninspiriert klingen dagegen "Metal Nation" und "Where Angels Die". Letzteres hätte das Pendant zu Songs wie "Fighting The Darkness" sein sollen, erreicht aber niemals deren Spannung und Dichte. Gibt man "Unbreakable" eine Chance, glänzten zum Schluss der Titelsong und das mächtige "Born Again". Während die letzten beiden Songs sich irgendwo zwischen Glanz und Schande einordnen. Ganz verlernt haben Primal Fear ihr Handwerk also nicht. Bei einer solchen Band ist das Verhältnis zwischen vier tollen und acht "Vergiss mich"-Songs aber eindeutig zu schlecht. Bleibt zu hoffen, dass die Deutschen sich nochmals aufraffen und uns beim nächsten Mal einen Knaller vom ersten bis zum letzten Ton hinzaubern.
Roger W. 

Punkte: 5.0 von 10
COASTLAND RIDE - On Top Of The World
Avenue Of Allies Music
Geschlagene neun Jahre hat es gedauert, bis die drei Schweden mit ihrem Zweitling in die Puschen kamen. Nach dem Debut 2003, das sich im AOR und Pop Rock angesiedelt hatte, rechnete der Fan eigentlich schon früher mit dem Nachfolger. Aber die drei Coastland Rider Markus Nordeberg (Vocals), Anders Rybank (Guitars/Keys/Bass) und Mikael Bohlin (Guitars/Keys) liessen sich eine Menge Zeit für das neue Album. Musikalisch hat sich nicht viel geändert. Nach wie vor frönt man dem AOR, gemischt mit Pop Rock und sogar Pop-Songs. Das Ganze klingt mir stellenweise zu seicht. Eigentlich fehlt mir, ausser beim rockigsten Song des Albums "Nail Me To The Cross", überall die Power und die Gitarren. die Keys verwässern größtenteils die 11 Songs, und das Ganze klingt einfach zu brav und poliert. Auch nach mehrmaligem Durchhören reisst mich hier nicht wirklich was mit. Zu durchschnittlich sind die Gesangsmelodien, und eben die Instrumente wirken viel zu brav. Ich denke, damit werden die Nordländer in unserer Musik-Szene nicht gross landen. Schade, aber ich muss leider sagen, dieser Rundling ist echt enttäuschend ausgefallen.
Crazy Beat  

Punkte: 5.0 von 10
HEREM – II
Inverse Records
Finnischer Doom Metal kennen wir ja alle zur Genüge, braucht es davon wirklich noch mehr? Ja, wenn er gut gemacht und eigenständig ist. Trifft auf Herem leider nur teilweise zu. Sicher, die Jungs machen einen guten Job an den Instrumenten, und die Dame am Mikro kotzt sich ordentlich die Seele aus dem Leib – aber dies permanent, ohne jemals auf eine andere Tonlage oder Art zu singen zu kommen – man trifft zwar beispielsweise in „Dogs Of Doom“ auf clean gesungene Parts, die sind jedoch so derb im Hintergrund und wirken auch nicht wirklich zum Rest zugehörig sondern eher als schmückendes Beiwerk. Dies wirkt echt ernüchternd, denn sonst haben Herem einiges zu bieten, wie etwa wirklich schöne Gitarrenriffs und Soli, beinahe schon zerbrechliche Momente (wie etwa in „Earth“). Mehr kann man hierzu nicht wirklich sagen, ausser, dass man Herem ans Herz legen möchte, sich irgendwie eine eigene Duftmarke zuzulegen – sonst werden sie auf immer und ewig im Untergrund vor sich hin dümpeln und in der Masse der gleich klingenden Bands untergehen. Würde zwar zum Stichwort ‚doom’ passen, aber man muss ja nicht immer alles wörtlich nehmen.
Toby S.  

Punkte: 4.5 von 10
ULVERHEIM - När Dimman Lätta
Soulseller Records
Das letzte Mal, als ich über ein Cover gemeckert habe, ging es um die kitschige, computergenerierte Fantasylandschaft einer Östereichischen Band. Hier ist nun das Gegenteil der Fall: Ein liebloses Foto eines unbedeutenden Berges, der zum grössten Teil im Nebel versinkt. Auch wenn es immer weniger wird, aber es gibt Leute, die kaufen sich eine CD. Was heisst, man hält dann ein Album mit einem hässlichen Cover in Händen. Und ganz ehrlich, ich stelle auch kein schlechtes Foto vom nebelverhangenen Alltag in meiner Wohnung auf. Soviel zur Äusserlichkeit, aber die inneren Werte sind leider genauso unbedeutend. Einzig die Intros der Lieder unterbrechen die Langeweile, die immer wieder aufkeimt. Auch die ganz selten eingestreuten Keyboardpassagen vermögen nicht zu fesseln. Da das Duo eine grosse Portion Old School in ihren Sound mischt, rumpelt die Kiste zwischendurch ähnlich rockig wie Carpathian Forest oder neuere Darkthrone, ohne aber je gänzlich zu überzeugen. "Levande Begravd" zum Beispiel klingt nett, das Riff (inklusive super inszeniertem Bass) geht aber nach ziemlich genau drei Minuten auf die Nerven. Nein, in diesem Genre gibt es einfach zu viele starke Konkurrenten.
Tristan   

Punkte: 4.3 von 10
PATRICK HEMER – More Than Meets The Eye
Nightmare Records
Die Bezeichnung Progressive Metal kann zweifach verstanden werden. 1.: Musik, die im wörtlichen Sinn progressiv, also fortschrittlich, ist, und damit neue, noch nie dagewesene Wege des Komponierens und Spielens beschreitet. 2.: Als Stilbezeichnung eines Genres, welche sich durch vertrackte, lange Arrangements mit einigen Taktwechseln auszeichnet. Beide Auslegungen setzen voraus, dass der Musiker sein Instrument gut beherrscht. Und das tut Patrick Hemer ohne Zweifel. Was ihm allerdings fehlt, sind eigentliche neue Ideen und den klaren Willen, eine eigene Identität zu finden. "More Than Meets The Eye" klingt entsprechend wie eine Reziklierung von Ideen von Dream Theater, Symphony X und Threshold. Das muss grundsätzlich nicht schlecht sein. Patrick Hemer übernimmt aber leider auch gleich den Gesang, und da mag der Gitarren-Meister leider nicht mit seinen flinken Fingern mithalten. Zu dünn und kraftlos klingt seine Stimme. Ob es nun daran liegt, dass mich das gesamte Album (!) völlig kalt lässt, ist schwer zu sagen. Es könnte aber auch an den Songs liegen, die zwar ordentlich gespielt wurden, mir aber schlicht nichts geben wollen. Dies erstaunt umso mehr, bin ich progressiven Klängen doch sonst ziemlich aufgeschlossen. Fazit: Gut ist anders, total schlecht aber (abgesehen vom Gesang) auch. Progressive Metal-Fans dürfen ein Ohr riskieren, alle anderen sollen endlich die Genre-Primusse kennen und verehren lernen!
Roger W.  

Punkte: 4.0 von 10
SKELETAL DAMAGE - Fire And Forget
Rising Records
Sollte der Albumtitel programmatisch sein, kann der Schuss arg in den Ofen gehen. Irgendwie werde ich mit dem Thrash Metal der vier Briten nicht richtig warm. Die Songs mögen zwar solide eingespielt sein und über die nötige Aggressivität verfügen, aber irgendwo sind zündende Ideen und Überraschungen auf der Strecke geblieben. Stilistisch graben die Jungs ganz tief in der Wühlkiste der vermeintlichen Thrash–Urväter, die klare Anlehnung an Slayer zu Hell "Awaits"–Zeiten und vor allem zu Metallica in ihrer "Ride The Lightning"–Phase sind offensichtlich, allerdings schaffen es Skeletal Damage zu keinem Zeitpunkt, deren Klasse auch nur ansatzweise zu erreichen. Allen voran zeigt Sänger Martyn Flannagan, wem er gesangstechnisch nachzueifern versucht, denn er klingt wirklich wie ein Mix aus James Hetfield und Phil Rind, stösst dabei aber immer wieder an seine technischen Grenzen, man höre sich diesbezüglich beispielsweise nur mal die recht verzichtbare Halbballade "The Deadlights" an. Die clean gesungenen Passagen gehen ja noch halbwegs in Ordnung, aber sobald Flannagan in den heftigeren Gesang übergeht, wird es unangenehm, denn die anvisierten hohen Noten erreicht er praktisch nie und er presst und quält dabei seine Stimmbänder so sehr, dass es einem fast selber weh tut. Ich will mir gar nicht vorstellen, wie das live klingt, insbesondere nach dem x-ten Auftritt. Zweiter Schwachpunkt sind die teilweise viel zu langen Tracks, welche aufgrund mangelnder Spannung und fehlendem Tiefgangs schon nach halber Spielzeit Langeweile aufkommen lassen. Da wäre die Band gut darin beraten gewesen, wenn sie ein paar durchaus vorhandene Killerriffs und packende Hooklines in kürzere, kompaktere Songs konzentriert hätte. Stattdessen ist man offensichtlich am Versuch gescheitert, übergrosse Thrash Metal-Epen kreieren zu wollen, ohne über das dazu zwingend notwendige kompositorische Talent zu verfügen. Am besten klingen Skeletal Damage dann, wenn sie ordentlich Gas geben und dabei gleichzeitig auf Überlänge verzichten. Somit kann ich nur noch den Opener "Rise Of The Mornintgstar" (kein Tippfehler, sondern Originalschreibweise!) und den angenehm roh und schnell runter gerotzten Rausschmeisser "Night Turns To Day" als Anspieltipps empfehlen. Es ist mehr als offensichtlich, dass sich der Thrash Metal-Hype schon lange selbst zu Tode reitet, denn mittlerweile überwiegt in diesem Sektor leider die Masse an Stelle der Klasse.
Mirko B.
  
Punkte: 4.0 von 10
KAIDEKA - False Idols and Pyrite Thrones
Rising Records
80er-Thrash Metal mit Nu Metal vermischen, kommt das gut? Ich würde meinen, das Experiment ist gescheitert, und zwar deutlich. Es kann nicht sein, dass man sich der Vergangenheit bedient, und das nicht zu wenig, um dann handumkehrt wieder ein paar moderne Riffs dazuzugeben, um das ganze modern klingen zu lassen. Dazu noch ein Cover von der übleren Sorte - Leute, das kann man besser machen! Die 10 Tracks rauschen an einem vorbei, ohne auch nur das kleinste Glanzlicht zu zeigen. Es gibt manchmal so Scheiben wie diese, wo man sich fragt, wieso diese Band einen Plattenvertrag bekommen hat und andere talentiertere Truppen den Bettel hinschmeissen, weil sie, obwohl sie jahrelang gutes Material veröffentlichen, von den wichtigen Leuten ignoriert werden. Hiermit ist alles gesagt.
Daniel J.
  
Punkte: 3.6 von 10
EDEN WAKES - Darkest Before The Dawn
Cargo Records/Non Stop Music
Die junge Band aus Manchester (UK) hat nebst Mark Holden (v/g), Tom Buxton (d/g) noch die Zwilling-Mädels Jane (g) und Helen Hebenton (b) am Start. Der Opener «Fortune Favours The Brave» rumpelt nach zaghaftem wie sonderbarem Anfang wenigstens mal mit etwas Venom-Flair (!)daher, was vor allem am Gesang liegt und hat soweit noch was an sich. Doch bereits bei «Hide & Seek» klingt das Ganze recht hölzern und mehr nach modernhartem Rock als Metal. Auch «Tunnel & Vision» unterscheidet sich kaum vom Vorgänger und die Vocals von Herrn Holden sind einfach mies. Selbst die erste Venom-Scheibe klingt da noch um Lichtjahre besser. Die Jungspunde haben den Übungsraum eindeutig zu früh verlassen und der Girl-Bonus reisst hier rein gar nichts aus der Mittelmässigkeit heraus. Die Songs klingen vom Aufbau her ziemlich ideenlos wie einseitig und werden schliesslich durch die wirklich grottigen Vocals noch ganz verunstaltet. Man kann rein zappen wo man will und es klingt eigentlich überall schlicht unterirdisch. Ohne den halbwegs gelungenen Opener gäbe es eigentlich überhaup keine Punkte, aber sowas genügt heutigen Ansprüchen natürlich keinesfalls und hat derart aufbereitet kaum Aussicht auf Erfolg.
Rockslave
Punkte: 2.0 von 10
OPERA IX - Strix Maledictae In Aeternum
Agonia Records
Agonia haben schon einige kleine Leckerbissen unter ihren Fittichen, wodurch ich mich immer wieder auf Scheiben dieses Labels freue. Aber zwischendurch gibt es halt auch mal faule Äpfel. Die harzige, heisere Stimme könnte man schon mal weglassen, sogar aus dem Nebenzimmer habe ich Beschwerden gehört. Tja, Metal hören kann auch für andere ein Laster sein. Die doomigen Parts werden eigentlich gekonnt in Szene gesetzt, allerdings verspielen die Herren mit stumpfsinnigen Blastbeats an unsinnigen Stellen immer wieder die Stimmung. Im gleichen Zug muss erwähnt werden, dass ich Leute verstehen kann, die Keyboards im Black Metal prinzipiell verabscheuen. Vom ersten Fisherprice-Klang bei "1313" an mag ich das Instrument hier nicht. Auch "Ecate" sorgt mit den total stumpfsinnigen Bläsern aus der Konserve für schleimigen Auswurf, welcher auch bei den (ich vermute mal) The Vision Bleak abgeschauten Vocals und dem Piano nicht aufhören will. Die ganze Scheibe zu hören ist ähnlich wie Formkäse kotzen: Das Zeug will einfach nicht so recht, zieht sich an einem Strang qualvoll dahin, bis man schliesslich das letzte Stück hinter sich gebracht hat und ein grausames Produkt menschlichen Schaffens vor sich liegen hat. Das würde sich ja auch niemand in die Anlage stecken. Und das Video dazu muss man auch nicht weiter erwähnen.
Tristan
Punkte: 2.0 von 10
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