CD-Reviews November 2017
Wertung:
  9.0 bis 10 Kaufempfehlung.         7.5 bis 8.9 Gut.
  4.0 bis 7.4 Vor Kauf reinhören.   0.0 bis 3.9 Nicht empfohlen.
SONS OF APOLLO - Psychotic Symphony
InsideOut Music
Wow, was haben sich denn da für Verrückte gefunden? Mike Portnoy (Drums), Derek Sherinian (Keys), Billy Sheehan (Bass), Jeff Scott Soto (Voice) und Ron Thal (Guitar). Und laut Mikes Aussage handelt es bei Sons Of Apollo um eine Band, kein Projekt. Und wenn man Soto als Sänger in der Band hat, ist das doch schon die halbe Miete. Desweiteren finden der Zuhörer laut Portnoy hier Klassikrock, Metal und Prog, also Eingängiges und Vertracktes. So startet der Fünfer dann gleich mit einer Hammer-Prog-Nummer namens "God Of The Sun", das glatte 11 Minuten proggt und rockt. Das kürzere "Coming Home" dann, eine brachiale, kraftvolle Metal-Nummer mit einem überragenden Soto am Mic und Portnoy mit starken Backing Vocals. Bumblefoot glänzt mit geilen Riff und Soli. der verspielte Mittelteil wertet das Ganze noch auf krass geil. Noch brachialer beginnt "Signs Of The Time", Portnoy tobt sich an den Kesseln aus und Sherinian haut im Prog-Mittelteil ein super Synthie-Solo raus. Ganz stark das 9 Minuten lange "Labyrinth", eine unglaubliche Nummer, die ab und zu in Dream Theater-Instrumentalparts gipfelt. Key- und Guitar-Soli, einfach nur geil und auf sehr hohem Niveau. Das ruhigere "Alive", eine tolle Ergänzung zu den brachialen Tracks, mit sehr viel Gefühl vorgetragen und grandios gesungen von Jeff, das Ganze ist ein total verspielter Song, man merkt einfach, dass hier die Besten der Besten am Werke sind. "Fargos Whore", eine kurze Jon Lord-like Nummer, ein cooles Intermezzo von Derek, bevor dann die Hammond "Divine Addiction" zu einem Klassik/Hard Rock-Song startet. Irgendwo zwischen Rainbow und Deep Purple. Beendet wird der Rundling mit dem 10-Minuten-Progger "Opus Maximus". Zum Sound: Selten habe ich so druckvolle, fette Drums gehört, Portnoy in Bestform, Billy spielt eh wie ein Bassgott, Bumblefoot und Sherinian toben sich nach Herzenslust aus. Als Zuckerguss die unglaublich variable, kräftige Stimme von Soto. Ich denke, dass "Psychotic Symphony" nicht nur eine musikalische Lehrstunde ist, sondern auch eines der besten Rock-, Metal-, Prog-Alben der letzten Jahre. Absolute Kaufempfehlung!
Crazy Beat 

Punkte: 9.9 von 10
SHAKRA - Snakes And Ladders
Sony Music
Die neuen Songs von Shakra habe ich schon im Studiobericht vorgestellt. Auch wenn man nach wie vor Shakra "at its best" serviert bekommt, hat sich doch einiges getan bei den Emmentalern. So ist «Rollin'» sicher eine der besten Hard Rock-Nummern der letzten zehn Jahre, bei der sich Gotthard mal brav auf die Schulbank setzen und davon lernen können. Neben dem dreckigen Gitarrenriff ist es die dezente Hammondorgel, die man so von Thom Blunier und seinen Jungs noch nie zu hören bekam. Fürs Radio bestens geeignet ist «Something You Don't Understand». Eine Nummer, die mit einen harten Riff ausgestattet ist, aber durch eine "sanfte" Melodie einen klaren Kontrast erhält. Wer es lieber härter mag, kann sich an «Medicine Man» erfreuen oder sich mit «I Will Rise Again» die Gehörgänge durchblasen lassen. Mit der Uriah Heep-Hommage «The End Of Days» haben sich Shakra selber ein kleines Denkmal erstellt und werden sich wohl kaum mehr erlauben können, diese Nummer bei einem Konzert NICHT zu spielen. Shakra ist ein sicherer Wert. Auf sie kann man sich verlassen und sich im Plattenladen das neue Album blindlings zulegen. Auch wenn nach mehrmaligem Anhören vielleicht Hits wie «High Noon» oder «Wild And Hungry» fehlen, die man noch vom Vorgängeralbum kennt. Dafür geht der Fünfer einen grossen Schritt weiter in der Entwicklung. Einen, der die Band auf eine gewisse Art und Weise fast neu erfindet, aber trotzdem noch immer die Truppe sein lässt, für die man sie liebt und bewundert. Ganz ehrlich, es freut die Seele und tut im Herzen gut, wenn man sich heute noch auf einen so sicheren Wert verlassen kann. Denn so langsam machen sich bei mir Abnützungserscheinung bemerkbar, wenn ich mich Monat für Monat durch die Neuveröffentlichungen durchhören und fast quälen muss, und dabei nach neuen Klassikern suche. Davon sind Shakra weit entfernt und ein sicherer Wert. Danke meine Herren, ich freue mich auf die Tour!
Tinu 

Punkte: 9.6 von 10
SORCERER - The Crowning Of The Fire King
Metal Blade/Sony Music
Die Formel ist eigentlich einfach und auf den Punkt gebracht, liesse sich salopp formulieren: Black Sabbath are gone, welcome to Sorcerer! Dies bezieht sich vor allem auf die Gegenwart, denn die Anfänge von Sorcerer gehen bis auf das Jahr 1988 zurück! Dass sich die Band aber erst in der jüngeren Vergangenheit bemerkbar machen konnte, liegt mitunter daran, dass es nach zwei Demos zwischen 1989 und 1992 sowie einzelnen Tracks auf Compilations in den Jahren 1995 und 2004 bis 2015 dauerte (!), ehe mit «In The Shadow Of The Inverted Cross» eine der besten Doom-Scheiben der letzten Jahre ans Tageslicht gelangte. Grund dafür war, dass sich die Gründungsmitglieder Anders Engberg (v) und Johnny Hagel (b) mitunter in Richtung anderer Bands (darunter Therion und Tiamat) verabschiedeten und Sorcerer erst ab 2010 wieder neues Leben einhauchten. Black Sabbath oder auch Candlemass liessen grüssen, aber Sorcerer kochen ihr eigenes düsteres Süppchen, das schon beim Debüt mundete. Nun folgt mit «The Crowning Of The Fire King» der nächste Wurf, der den wirklich guten Erstling sogar noch in den Schatten zu stellen vermag. Die Dichte und Schwere des Sounds der Schweden nimmt einen schon beim Opener «Sirens» gefangen und lässt keinen Doom-Fan kalt. Gleichzeitig werden auch Erinnerungen an Tony Iommi und Co. wach, als Tony Martin deren Frontmann war. Das geht auch einher mit gegenüber Candlemass erhöhtem Melodie-Anteil und feinen Twin-Soli der Herren Niemann und Hallgren. Der nachfolgende Longtrack «Ship Of Doom¬» unterstreicht darauf, dass Sorcerer in der Tat das Beste aus der Schnittmenge von Black Sabbath und Candlemass verkörpern. Nach dem Instrumental-Track «Nattvaka» gibt es weitere Genre-Leckerbissen, die keine Schwächen aufweisen. Besonders der hammermässige Gesang von Anders Engberg setzt sich permanent in Szene und die Gitarren-Sounds sind einfach nur überragend. Mit ihrem zweiten Longplayer haben Sorcerer die Messlatte in diesem Bereich nochmals nach oben geschraubt und liefern hiermit einer besten Scheiben des ganzen Jahres ab. «The Crowning Of The Fire King» gehört somit ins jede gut sortierte Tonträger-Regal. Vor allem die Abteilung der Vinylfreunde wird das Teil wohl kaum mehr vom Plattenspieler wegnehmen wollen.
Rockslave  

Punkte: 9.5 von 10
NE OBLIVISCARIS - Urn
Season Of Mist/Irascible
Wow, was für ein weiteres Masterpiece im Bereiche des technischen, progressiven Death-Metal, diesmal aus Melbourne, Victoria, Australien, von Ne Obliviscaris, was übersetzt 'Nicht vergessen' mit ihrem dritten Output namens 'Urn'. Wow, was für ein Hammeralbum der Aussies, die seit 2003 unterwegs sind und mit ihren vorgängigen Alben 'Portal Of I' (2012) und 'Citadel' (2014) mächtig Staub aufgewirbelt. Auch das Line-Up mag für die/den einen oder andere/n Metaller/in mächtiges Augenreiben hervorbringen, aber genau diese Ideen, dieses Ungewöhnliche, genau das machen Ne Obliviscaris eben aus, optisch wie auch musikalisch. Well, da sind Xenoyir (Harsh Vocals), Tim Charles (Violin & Clean Vocals), Benjamin Baret (Lead- & Acoustic-Guitars), Matt Klavins (Guitars) und Dan Presland (Drums), die sich mit folgenden Musikerinnen und Musiker erweitert haben, und zwar Robin Zielhorst (Bass), Tim Hennessy (Cello) und den Ladies Emma Charles (Additional Violins) und Natalija May (Additional Violins), um uns mit einem 6-trackigen edlen Output namens 'Urn' sowie konzeptionell gehaltenen Lyrics die musikalischen Weiten für die geneigten Zuhörer wie die geneigte Leserschaft zu beglücken. Die Songs lauten 'Libera (Part I) - Saturnine Spheres (9:52)', 'Libera (Part II) - Ascent Of Burning Moths (2:36)', 'Intra Venus (7:29)', 'Eyrie (11:51)', Urn (Part I) - And Within The Void We Are Breathless (7:30)' und zu guter letzt 'Urn (Part II) - As Embers Dance In Our Eyes (6:38)', welches die Komplexität dieses Albums und des progressiv-technical-deathigen Ergusses in musikalischer Form aufweist. Absolut hochstehende Kompositionen, geniale Songstrukturen, die Wechselbadgefühle von cleanem und gutturalem Gesang, die thrash-deathigen Riffs gepaart mit dem Cello und den Violinen und dem blast-double-bass-lastigen Drums wie auch dem filigranen Bassspiel, einfach ein musikalischer Hochgenuss. Die Produktion ist einfach unschlagbar perfekt gelungen, zudem ziert dieses Masterpiece ein geniales Coverartwork, was mich bei stetem Betrachten immer noch in den Bann zieht und fasziniert. Würde ich mir auch als Gemälde umgehend in meine Wohnung hängen, absolut brilliant, wie die musikalische Konzeption von 'Urn'. Geniale Gitarrenparts, gepaart mit sauber und tight gespielten Arpeggi, Fingertappings, melodiösen, durchdachten Soli in Reinform. Brilliant und ein absolut hochstehendes Album, ebenfalls ein Höhepunkt für mich im Jahre 2017. Also eines bin ich mir ganz sicher, Ne Obliviscaris werden bestimmt nicht in Vergessenheit geraten. Für Fans von Cynic, Atheist, Aghora, Pestilence, Believer und Adimiron. Jazz, Fusion, Klassik kombiniert mit Brutal Death-Metal, sowie progressiven und technischen Elementen versehen. Einfach nur genial!
Leopold 

Punkte: 9.2 von 10
PINK CREAM 69 - Headstrong
Frontiers Music/Musikvertrieb
Vier Jahre sind seit dem letzten Werk («Ceremonial») vergangen, und nun stehen die Karlsruher mit «Headstrong» in den Startlöchern. Noch immer ist es die fantastische Stimme von David Readman, welche jedes Album von Pink Cream 69 zu etwas Speziellem macht. Dank Bassist Dennis Ward werden die zehn neuen Songs auch wieder bestens produktionstechnisch umgesetzt und mit den beiden Gitarristen Alfred Koffler und Uwe Reitenauer ist auch für die Riff- und Soloabteilung genügend Packendes vorhanden. Ganz grosse Momente schiesst der Fünfer mit «No More Fear», «We Bow To None» und «Bloodsucker» aus den Hüften. Riesig trumpft die Stimme von David bei der Ballade «Vagrant Of The Night» auf. Das Zusammenspiel hier zwischen Gitarren und Gesang ist phänomenal. «Walls Come Down» marschiert wie ein Panzerkommando aus den Boxen und mäht alles nieder, was sich ihm in den Weg stellt. Mit viel amerikanischem Flair rockt «United And Divide» und das sich emotional aufbauende «Man Of Sorrow» passt bestens zu den anderen Tracks. Wer sich an den neuen Songs nicht satthören kann, bekommt mit der Special-Edition noch eine Live-CD als Bonusgeschenk. Aufgenommen wurden die neun Lieder in Ludwigsburg 2013. Dabei sind es neben «Special», «Break The Silence», «Wasted Years» und «Shame» auch die Songs aus der Deris-Ära wie «Talk To The Moon», «Living My Life For You» und «Welcome The Night», die immer wieder Laune machen. Erneut ein ganz geiles Produkt aus dem Hause PC69, die nun hoffentlich mehr touren als mit dem letzten Album!
Tinu 

Punkte: 9.2 von 10
COLDCELL - Those
Czar Of Crickets Production
Von Monat zu Monat, von Soundcheck zu Soundcheck, wird mir einmal mehr bewusst: In der Schweiz wimmelt es nur so von genialen Bands jeder möglichen Stilrichtung! Und zu den genialen Bands gehören bestimmt auch Coldcell, die mit ihrem dritten Album "Those" voll ins Schwarze getroffen haben. Schwarz spielt auch eine ganz wichtige Rolle bei Coldcell, denn es wird sehr, sehr anspruchsvoller Black Metal mit ganz viel Atmosphäre geboten. Dieser Black Metal von Coldcell zeigt ganz verschiedene Gesichter! So kann das Gesicht eine hässliche Fratze sein, betont mit klirrend kaltem Sound in einem Temporausch ausartend oder ein verträumtes Gesicht, mit akustischen Gitarren in Szene gesetzt und begleitet mit ganz vielen Gefühlen! Genau diese Wechselbäder der Gefühlslagen machen Coldcell sehr speziell und ebenso abwechslungsreich! Die ganze Bandbreite der Hoffnungslosigkeit kann anhand des verzweifelten Gekreische des Sängers förmlich am eigenen Leibe gefühlt werden! Genau solche Interpretationen des Black Metals sind im Jahre 2017 nötig, damit Black Metal nichts an seiner grossen Relevanz verliert und weiterhin von Bestand ist. Mit"Those" ist Coldcell ein ganz grosser Wurf gelungen und es würde diesem Epos nicht gerecht einzelne Songs als Anspieltipps zu nennen, denn "Those" ist aus einem Guss und sollte in seiner ganzen Länge genossen werden. Ganz, ganz grosses schwarzes Kino!
Roolf 

Punkte: 9.1 von 10
F.K.Ü. - 1981
Despotz Records
Leck, meine Fresse, wie goil thrashig sind F.K.Ü. wieder unterwegs?! Fun-Thrash as it's best, hellyeah! 14 Tracks begeisternden Thrash-Metal aus dem hohen Norden, genauer gesagt ebenfalls aus Uppsala, Sverige, wie die Kollegen von Degial, doch F.K.Ü. treiben schon seit geraumer Zeit ihr thrashiges Unwesen, nämlich seit genau 30 Jahren. Thrashy Birthday, Freddy Krueger's Underwear ... = F.K.Ü.! In bewährtem, schwedischem Bay Area Thrash-Style thrasht uns der skandinavische Vierer in Form von '1981' zu. Ja, Bay Area ist in den U.S.A., aber das ist sowas von goil Bay Area, also gibt's das auch im hohen Norden, hellyeah. Anyway, Peter Lans aka 'Pete Stooaahl' am Sechssaiter rifft wie eh und je, als gäbe es nix anderes auf dieser Welt, die Thrasher zu und voran, so findet man Elemente des Hardcores, Speed-Metal und eben sehr viel Thrash-Metal in seinen gespielten Noten, da schreit es jedesmal nach Moshpit, Stagediving, Headbanging und alle sportlichen Formen im Thrash-Metal. Patrik Sporrong aka 'Pat Splat' am Viersaiter ist die perfekte Ergänzung zum Klampfer, ein sogenanntes Dreamteam, da der Bass ebenfalls gespickt mit hardcorelastigen Lines ist. Teddy Möller aka 'Dr. Ted Killer Miller' an den Drums ist ein wahrer Thrashgott, sowas von double-bassmässig unterwegs, dass es einem die Eier wund schleift. Da wird selbst der stoischste Metalfreak zu einem ADHS-geheilten Mosher umgepolt, das Erfolgsrezept zur Behandlung heisst F.K.Ü., namens '1981', und ist rezeptfrei erhältlich und erst noch biologischen Ursprungs. Einen Anspieltipp für '1981'? Alle Songs, denn erst wenn man durch ist, kriegt man das typische F.K.Ü.-Grinsen auf die Lippen tättowiert, welches man einfach nicht mehr los wird ... und das ist auch gut so. Auch das gelungene Coverartwork, ein geniale Messerattacke untermalt mit Kassettentapes, wie goil ist das denn, einfach old school genial. Um euch den Einstieg etwas hilfreicher zu gestalten, so wären als Anhaltspunkte Artillery, Exodus, Testament, Death Angel, Suicidal Tendencies und Konsorten als Bands genannt, ja auch die berühmt-berüchtigten J.B.O. (James Blast Orchestra) dürfen da herhalten, aber schlussendlich sind F.K.Ü. eben F.K.Ü., die soll - nein - muss man entdecken und die Party läuft dann von alleine. Ach ja, jetz' krieg' ich wieder Durst, muss mir mal noch 'ne Hülse holen und abthrashen. Mal kucken, ob ich den Balkon meines Nachbars mit der leeren Bierdose erwische. Hellyeah, einfach Fun-Thrash as it's best. Keine weiteren Worte mehr, sondern wünsche mir, während ihr das liest, dass ihr im Hintergrund '1981' von F.K.Ü. laufen hättet ... Ihr würdet's ohne weiteres sofort verstehen. Na, denn mal Prösterchen.
Leopold 

Punkte: 9.1 von 10
KRANE - Pleonexia
Czar Of Crickets Production
Eigentlich weiss man bei den meisten Bands von Czar Of Crickets nicht genaus, was einem alles so erwartet! Krane aus Basel bilden in dieser Hinsicht keine Ausnahme, denn mir war diese Band vorher völlig unbekannt! Die Musik von Krane scheint nicht von dieser Welt zu sein und lädt zu einer Erkundungsreise in unentdeckte Klangwelten ein! Ja, diese Musik ist nicht konfektionierte Stangenware und Vergleiche sind nicht einfach aus dem Ärmel zu schüütteln, so speziell einzigartig klingen Krane auf "Pleonexia"! Also Augen zu und Licht aus, sich von dieser Musik beim Spaziergang durch die (alb)-Traumwelt begleiten lassen. Diese vier Musiker wissen genau wie man Gefühle und Spannungsbögen erzeugt und das alles auf der instrumentalen Schiene, ohne Ablenkung mittels eines Sängers. Progressiv im positiven Sinne und mit Gespühr für grosse Melodien sind Krane auf den sieben Songs unterwegs. Soll und kann man diese Musik von Krane überhaupt beschreiben? Heavyrock mit ganz vielen Emotionen vielleicht, aber so eine Klangepos bedarf gar keinem Namen, denn belohnt werden alle, die sich auf dieses Album einlassen! Die gesamte Produktion wurde von der Band übernohmen und ist auch in klanglicher Hinsicht ein Spitzenprodukt! Speziell erwähnen möchte ich, die gesprochene Passage im Song "II:Operational Level", die hoffentlich zum Nachdenken anregt! Für mich sind Krane die positive Überraschung dieses Soundchecks und dieses Album läuft auf Dauerrotation bei mir! Die sieben Songs sollten unbedingt zusammen angehört werden, damit man die gewaltigen Intensität wirklich wahrnehmen kann! Phantastisches Kopfkino!
Roolf 

Punkte: 9.1 von 10
ALMANAC - Kingslayer
Nuclear Blast/Warner
Ex-Rage-Gitarrist Victor Smolski treibt seine Almanac zu einem wahren Höhenflug. Mit dem zweiten Werk ist der Saitenhexer vielleicht wieder auf dem Gipfel angekommen, den er nach dem letzten Lingua Mortis-Werk kurzweilig um ein paar Meter verlassen hatte. Das 'vielleicht' ist dabei ganz bewusst geschrieben, denn die richtige Bewährungsprobe wird ist nicht die CD, sondern die Livesituation werden. Am diesjährigen Ice Rock-Festival zeigte sich für mich deutlich, was ich bereits beim Erstwerk von Alamanac festgestellt hatte: Die Lieder fielen im Vergleich zu den Rage-Werken merklich ab. Besonders krass wurde der Unterschied, als Alamanac Rage's Suite Lingua Mortis einstreuten. Es bleibt zu hoffen, dass Smolski auch künftig live auf Material seiner Rage-Tage zurück greifen wird. Mit dem neuen Album (und damit kommen wir zur Essenz dieser Kritik) wird es ziemlich sicher keine Qualitätsunterschiede mehr geben. Grund dafür könnte die Bandkonstellation sein, die mit dem Urheber und Gitarristen Smolski und den drei Sängern Andy B. Franck (Brainstorm), David Readman (Pink Cream 69) und Jeannette Marchewka seit dem ersten Werk konstant geblieben ist. In dieser Formation wurden über 50 Konzerte gespielt. "Kingslayer" klingt um einiges härter und weniger symphonisch als sein Vorgänger. Die Verbindung zwischen klassischer Musik und Heavy Metal ist zwar nach wie vor vorhanden, wurde aber nicht mehr so stark in den Vordergrund gemischt. Dafür riffen die Gitarren deutlicher und vor allem treibender. Die dadurch gewonnenen Rohheit steht Alamanac gut und könnte gerade live für Begeisterung sorgen. Dazu kommen die Lieder, welche sich teilweise gut ins Hirn fressen. Besonders stark erklingt 'Guilty As Charged', aber auch der Rest ist des Albums ist auf konstant hohem Niveau. Bei all der Härte gehen aber nie die Melodien vergessen. Und ja: Almanac sind und bleiben bis zu einem gewissen Grad Power Metal. Wer nach dem letzten Aderlass von Rage sich nie für die eine oder andere Seite entscheiden konnte, wird auch 2017 grosse Freude an beiden Bands haben. Mit "Kingslayer" gelingt es Smoski, wieder an seine einstigen Grosstaten anzuschliessen. Freuen wir uns darüber und über grandiose Auftritte und bahnbrechende weitere Alben.
Roger W. 

Punkte: 9.1 von 10
ANNIHILATOR - For The Demented
Neverland Music/Silver Lining Music
Im Haus der kanadischen Thrash-Ikone um Mastermind Jeff Waters (v/g) gehen die Lichter wohl nie aus! Erst noch im Januar gab es mit dem fetten «Triple Threat»-Album (DCD plus Blu-ray Disc) eine sehr feine Live-Nachlese, und nun ist nach der Zeit, in der ein neuer Erdenbürger im Mutterleib heran wäschst, das mittlerweile sechzehnte Studioalbum entstanden. Nachdem der ehemalige Frontmann und Gitarrist Dave Padden auf «Feast» (2013) seine bemerkenswerte Abschiedsvorstellung gab und im Jahr darauf nach elf Jahren die Segel strich, musste der Chef abermals über die Bücher und die Weichen für den Fortbestand seines Baby's stellen. Wo andere die Flinte womöglich ins Korn geworfen hätten, bäumte sich der bodenständige Kanadier nochmals auf und musste dabei den Leadgesang notgedrungen, wie schon in den 90ern ein paar Mal, wieder an sich reissen. Das rief natürlich wieder einige Kritiker auf den Plan, aber letztlich zählt nur das Resultat. Das fiel bei «Suicide Society» (2015) schon mal ganz ordentlich aus, aber was Jeff Waters nun auf «For The Demented» abliefert, ist überraschend gut, wenn nicht überragend! Ich würde sogar so weit gehen und behaupten, dass hier die perfekte Symbiose zwischen den Roots der ersten Alben, den Trademarks an sich und überaus abwechslungsreichem Songwriting gefunden wurde. Dazu gehören neben den filigranen Soli, fettem Riffing auch wieder feine Breaks und ruhige Tunes, wie bei der Hammer-Ballade «Pieces Of You». Bevor diese glänzen kann, legen der Opener «Twisted Lobotomy» und der nachfolgende Brecher «One To Kill» erst mal alles in bewährter Manier in Schutt und Asche. Dann beweist der Titeltrack, dass es nicht immer gleich von null auf hundert shredden muss und «The Demon You Know» gefällt zum gewohnten Riffing hin mit Vibes von Megadeth (!) und knackigem Bass von Rich Hinks. Ein eher ungewohntes Gitarren-Thema lässt zu Beginn von «Phantom Asylum» aufhorchen, setzt sich fort und mündet in einer Metallica-mässigen Bridge (erinnert an «Orion») mit Country-Flair (!!), ehe das Guitar-Solo und das Schlussfurioso einsetzen. Was für ein Hammersong und überhaupt gibt es auf «For The Demented» keine Ausfälle.
Rockslave  

Punkte: 9.0 von 10
MORK - Eremittens Dal
Peaceville Records
Wenn das Herkunftsland Norwegen als Qualitätssiegel für eine Black Metal-Band gilt, dann können sich Mork mit diesem Qualitätssiegel problemlos schmücken! Denn was Mork mit "Eremittens Dal" abliefern, ist Oldschool Black Metal der Güteklasse 1. Die verwendeten Zutaten sind wohl nicht neu erfunden, aber sehr gekonnt in Szene gesetzt, deshalb macht mir dieses Album auch so grossen Spass. Gesungen wird auf Norwegisch, was noch fieser und giftiger als Englisch rüber kommt! Die Gitarren erzeugen einen klirrend und kalten Sound, der sich richtig gehend in die Gehörgänge fräst! Den Takt gibt ein nimmermüder Schlagzeuger an und treibt seine Vordermannschaft unbarmherzig vorwärts! In diesem intensiven Soundgebräu hat es aber trotzdem immer wieder Platz für ruhigerer und atmosphärische Parts! Bei diesen Songs merkt man sehr schnell, dass hier keine Grünschnäbel am Werke sind, sondern Urgesteine der norwegischen Black Metal-Szene. Auch wenn sich dieses Album ein wenig wie ein Relikt aus vergangenen Tagen anhört, so haben Mork die Trademarks der zweiten Black Metal-Welle geschickt ins Hier und Jetzt transportiert. Mit "Eremittens Dal" zeigen uns Mork, dass Oldschool Black Metal absolut noch seine Berechtigung hat. Mir fällt es schwer, einzelne Songs hervor zu heben, weil sich alle zehn Songs auf einem hohen Niveau bewegen und es Spass macht, dass ganze Album am Stück zu hören. Dieses Album ist für alle Oldschooler empfehlenswert, die ihren Black Metal ohne den Zusatz "Post" geniessen wollen!
Roolf  

Punkte: 9.0 von 10
GALACTIC COWBOYS - Long Way Back To The Moon
Music Theories Recordings/Musikvertrieb
Ja wenn selbst Drum-Oktopus Mike Portnoy auf dem Beipackzettel seine unbändige Freude über die Reunion der galaktischen Kuhhirten aus Texas ausdrücken muss, dann sagt das schon einiges über den Status dieser einzigartigen Band aus. Wurden vor 17 Jahren bei der Veröffentlichung des Abschiedsalbums "Let It Go" bittere Tränen der Trauer vergossen, dürften es jetzt beim Comeback-Album "Long Way Back To The Moon" Freudentränen sein, die den treuen Fans die Wangen runterkullern. Völlig zu Recht, denn die Truppe, die sich in der Originalformation Sänger Ben Huggins, Drummer Alan Doss, Gitarrist Dane Sonnier und Bassist Monty Colvin reformiert hat, bewegt sich auch nach diesen langen 17 Jahren in der Versenkung auf bewährten Pfaden und agiert wie gewohnt zwischen Spiel- und Wahnwitz ohne Rücksicht auf einschränkende Korsetts jedweder Art. Dabei sind die Texaner aber gleichzeitig schlau genug keine unnötigen Risiken einzugehen und schütteln sich ihre bekannten Trademarks gleich reihenweise aus den Ärmeln. Die Fans müssen also keine unangenehmen Überraschungen und unnötigen Experimente befürchten, es ist alles beim ganz normalen, alten Wahnsinn geblieben. Thrash Metal trifft auf Progressive Rock trifft auf Groove Metal trifft auf Brit Pop trifft auf AOR trifft auf Alternative Rock trifft auf Pantera-Nackenbrecher, und das oft und gerne innerhalb ein- und desselben Songs. Der Kitt, der das alles zusammenhält, sind wie üblich die Beatles-mässigen Chöre, wie sie die Herren Lennon und McCartney nicht besser hinbekommen hätten. Selbst Songs, die anfangs etwas konstruiert und beliebig wirken ("Amisarewas", "Losing Ourselves", "Long Way Back To The Moon"), entwickeln sich mit zunehmender Laufzeit zu richtigen Ohrwürmern, weil es die Jungs einfach meisterhaft verstehen, kleine Schlenker und Wendungen einzubauen, ohne dabei den Flow des jeweiligen Tracks zu stören. Wie sagte dereinst Arthur Schopenhauer (deutscher Philosoph 1788 - 1860)? "Wirklich ist jedes Kind gewissermaßen ein Genie, und jedes Genie gewissermaßen ein Kind." Genau so klingt diese Band, hemmungslos, unbekümmert, trotz aller Härte stets selbstironisch augenzwinkernd und unheimlich neugierig. Das Comeback ist gelungen!
Mirko B.  

Punkte: 9.0 von 10
S-TOOL - Tolerance 0
Playground Music
Was für eine Reise - von den einstigen, nun endgültig (?) begrabenen Szene-Stars Sentenced hin zur erst gothisch-schwülstigen, danach immer rockigeren Variante Poisonblack... Der gute Herr Laihiala hat schon einiges hinter sich. Und nun? Einige Jahre nach dem Output "Lyijy" ('Blei' auf Finnisch), das lange Zeit ausserhalb Finnlands gar nicht erhältlich war, welches ebenfalls den Grabstein für diese Band bedeuten sollte, ist Ville nun mit S-Tool (steht für 'severing tool', also Trennwerkzeug) wieder im Ring. Was erwartet den geneigten Hörer? Wieder Gothic/Dark Metal, gar eine rockige Fortsetzung im Stile von späteren Poisonblack oder etwas völlig anderes? Nun, "Tolerance 0" beinhaltet etliche Spuren der Vorgänger-Bands, aber mal abgesehen davon ist man absolut eigenständig unterwegs. Den Sound kann man sich als absolute Abrissbirne vorstellen, die ohne Vorwarnung durch die Wände und Decke kracht und einfach mal so alles niederreisst und dabei einen enormen Lärm verursacht. Sprich: S-Tool preschen mit einem Bastard aus Thrash, Dark, Heavy und Doom vorwärts, bereits mit dem Opener "Lights Out" wird zuerst gnadenlos gewalzt, dann beschwörend Textzeilen ins Mikro geknurrt, um wieder mit allen Instrumenten die letzten Barrikaden zu stürmen. Verschnaufpausen? Fehlanzeige. "Tolerance 0" ist seinem Namen treu und bremst nie, die Texte sind sehr zynisch, beinahe schon suizidal (wie zu besten Sentenced-Zeiten halt), direkt, mitten in die Fresse... Man könnte hier noch viel schreiben. Fakt ist, dass S-Tool zwar immer wieder, wie erwähnt, die Vorgängerbands durchschimmern lassen (gutes Beispiel ist "There Lies Life" für Sentenced, oder auch "Ain't This What You Wanted" für spätere Poisonblack), aber im Dampfhammer ihres eigenen Sounds einfach als Referenz einbauen und somit dem verdutzten Hörer die Kauleiste einschlagen. Wer auf geradlinige, schnörkellose Abrissbirnen mit einer sehr markanten Stimme steht, der sollte sich "Tolerance 0" unbedingt mal anhören, aber auch allen anderen sei mindestens ein Ohr voll empfohlen - es sei denn, der Sound ist für euch zu heftig, dann seid ihr zu schwach! Zynischer Dampfhammer-Metal mit düsterer Prägung at it's best und reduziert aufs Wesentliche!
Toby S.  

Punkte: 9.0 von 10
ICE AGE - Breaking The Ice
GMR Music Group
Als die Band 1985 aus der Taufe gehoben wurde, galt sie zumindest in ihrem Heimatland Schweden als kleine Sensation. Nicht, weil sie ausschliesslich aus Frauen bestand, das gab es ja auch damals schon lange. Nein, Ice Age sorgten damals für den sprichwörtlichen Sturm im Wasserglas, weil es die erste (bekannte) rein weibliche Band war, die sich an technisch anspruchsvollen Thrash Metal im Kielwasser von Metallica und Megadeth wagte. Trotz der offensichtlich vorhandenen musikalischen Qualität und den sich damit einsetzenden Erfolge als Liveact sorgten stetige Streitigkeiten mit dem Management dafür, dass die Band nie über die Demo-Phase hinauskam und sich nach nur fünf Jahren desillusioniert wieder auflöste. Ein schlappes Vierteljahrhundert später beschlossen die beiden Urgesteine Sabrina Kihlstrand (Gesang, Rhythmusgitarre) und Viktoria Larsson (Bass), die Band wiederzubeleben. Linnéa Landstedt an der Leadgitarre und André Holmqvist am Schlagzeug komplettierten das Line Up, und so stand der Veröffentlichung des lang ersehnten Debütalbums nichts mehr im Wege. Und hier sind sie nun, fünf neu eingespielte Tracks aus der Frühzeit der Band und fünf brandneue Songs, die sich den Grosstaten der Vergangenheit nahtlos anschliessen. "Breaking The Ice" klingt genauso, wie es sollte. Die druckvolle, staubtrockene Produktion bringt die technische Raffinesse der Band bestens zur Geltung, welche sich stets im Spannungsfeld zwischen brachialer Power, wahnwitzigen Breakdowns und angenehmer Melodie bewegt. Die früher oft verwendete, im ersten Moment zugegebenermassen echt dämlich anmutende Bezeichnung 'weibliche Megadeth' hat irgendwo durchaus ihre Berechtigung, wobei ich unbedingt anmerken muss, dass die Band diesen Vergleich eigentlich nicht wirklich nötig hat. Die musikalischen Parallelen sind zwar nicht von der Hand zu weisen, aber Ice Age verfügen dennoch über ihren ureigenen Stil, der sich nicht zuletzt dank des herrlich rauen und zeitgleich melodischen Gesangs von Frontdame Sabrina Kihlstrand von dem anderer Bands abhebt. Wenn ich schon einen Vergleich anstellen müsste, dann am ehesten zur deutschen Heavy Metal-Sturmtruppe Souldrinker, welche sich bezüglich stilistischer Stossrichtung und musikalischer Macht etwa auf dem gleichen Level befindet, vielleicht noch versehen mit einem Hauch Leather Leone. Somit dürfte klar sein, wohin die Reise führt. Hänger sind auf dieser Scheibe nicht vorhanden, der Vierer knallt sich gnadenlos präzise durch die zehn Melodic/Thrash-Granaten ganz ohne Schwankungen qualitativer oder energietechnischer Natur. So wie dieses Album klingt, könnte man meinen, an den beiden Damen seien die letzten drei Jahrzehnte völlig spurlos vorbeigegangen. Für Thrasher gleichermassen wie für den klassischen Heavy Metal-Fan schwerstens empfehlenswert.
Mirko B. 

Punkte: 9.0 von 10
ELVENKING – Sectrets of the Magick Grimoire
AFM Records/Musikvertrieb
Elvenking machen bereits seit 1997 gemeinsame Sache und in diesen 20 Jahren ist die Band ihrem melodischen Folk Metal treu geblieben. Nach “The Pagan Manifesto“, dem persönlichen Highlight der Band bisher, hat der Neuling “Secrets of the Magick Grimoire“ ziemlich grosse Fussstapfen zu füllen – und tut dies auch ohne zu zögern! Das Album geht wieder mehr zurück auf die Folk-Wurzeln der Band und haut dieses mal noch eine gehörige Portion Melodie und Symphonie oben drauf. Dieses Album ist wohl das epischste der 9 bisher veröffentlichten Scheiben. Tatsächlich wirkt es stellenweise sogar fast ein wenig überladen. Und doch schreit jedes einzelne Lied geradezu Elvenking! Die Italiener haben ihre Nische gefunden und bleiben dieser seit den 90er Jahren auch treu. Die Texte und teilweise auch die Melodien sind auf diesem Silberling etwas düsterer und härter als gewohnt, aber auch vollgepackt mit pompösen Symphonien. Thematisch geht es um Zaubersprüche, Magische Rituale, Beschwörungen, Dunkle Wälder und Hexen Sabbat – wobei es Elvenking wie kaum eine zweite Band versteht, Folkelemente mit Metal zu vereinen. Speziell die Violine beschwört hierbei eine magische, folk-lastige Atmosphäre herauf und das Songwriting wirkt enorm detailverliebt. “Secrets of the Dark Magic“ ist ein Album, bei welchem man mit jedem Durchlauf wieder etwas Neues entdecken kann… Allerdings gibt es diesmal kaum Tracks, die so richtig herausstechen. Jedoch ist das Niveau konstant hoch, sodass es kaum auffällt – entsprechend gibt es auch kein blosses Füllmaterial. Elvenking holten sich für den Silberling übrigens prominente Unterstützung mit ins Boot: Snowy Shaw (Dream Evil/King Diamond/Memento Mori) fungiert als Gastsänger auf “At The Court Of The Wild Hunt”, während Angus Norder (Witchery/Nekrokraft) die Growls und Screams auf ganzen 4 Songs beisteuert. Fazit: “Secrets of the Magick Grimoire“ ist ein sehr typisches Elvenking Album – vielleicht sogar noch einen Ticken epischer, melodischer aber auch härter als seine Vorgänger. In Gitarrist Aydans eigenen Worten: „Es ist eine Oper voller dunkler Geschichten und Beschwörungen“… Stellenweise vielleicht ein wenig überladen, kreiert es eine magische Atmosphäre die nach gewohnter Elvenking-Art mitreisst und begeistert.
Patricia H.

Punkte: 9.0 von 10
MIDRIFF - Decisions
Two Eleven/RecordJet
Interessant, echt interessant - "Decisions" könnte man wortwörtlich so auslegen, als dass jeder Track auf diesem Werk quasi eine eigene Entscheidung darstellt, in welche Richtung man Musik machen wollte. Nimmt man den Einsteiger "Burn The Bridges", wird man an frühe Staind-Werke erinnert (kennt jemand noch "For You"?) - "Stars Fall" hingegen mit den melodisch-melancholischen Gitarrenläufen sowie dem heftigeren Refrain erinnert extrem an Memory Driven, "Angels Cry" könnte man als Bastard aus Entwine und frühen Linkin Park ansehen... Ihr seht, worauf ich hinauswill. Klar könnte man jetzt anfügen, dass Midriff nicht wüssten, wohin sie wollten und deswegen einfach mal alles in einen Topf schmeissen - könnte man, ja, wenn nicht der subtile, aber dennoch vorhandene rote Faden wäre, der sich durch das Album hindurchzieht. Man erkennt die Handschrift der Jungs mehrheitlich sofort wieder, und das ist verdammt nochmal ein gutes Zeichen! So, machen wir's kurz: Wer auf melodische, dennoch harte und melancholische Rock/Metal-Musik steht und die Scheuklappen vernichtet hat, der sollte sich "Decisions" echt mal antun - vor allem dann, wenn man abseits des Mainstreams nach guter Mucke sucht.
Toby S.  

Punkte: 9.0 von 10
PROPHETS OF RAGE - Prophets of Rage
Caroline Records/Universal
Rage Against The Machine sollte ein jedes Kind kennen, das ein Faible für Groove hat. Dass die ehemalige Crossover-Band jetzt mit einem neuen Projekt daherkommt ohne ihren Sänger, dafür aber mit B-Real (Cypress Hill) und Chuck D (Public Enemy) am Mikro, macht die Sache äußerst interessant. Das ist schon fast untertrieben, nein im ernst, die Platte rockt und groovt wie Sau! Die Riffs von Tom Morello sind wieder von einem anderen Planeten und die Rhythmusfraktion am Bass mit Timm Commerford und Brad Wilks an den Drums spedieren den Hörer in Sphären, in denen wir musikalisch schon lange nicht mehr waren. Diese Supergroup hat sich gefunden und mit den zweien bekannten Herren am Mikro natürlich sehr viel Routine und können engagiert loslegen. Das die Band sozialkritische Texte am Start hat, ist auch nichts neues, und rundet diese Superplatte ab. Hammer dieser Groove, einfach unerreichbar, das können nur Morello und Co.
Daniel J.  

Punkte: 9.0 von 10
THE OFFERING - The Offering EP
Century Media/Sony
Ho, ho, ho, ham' wer denn schon thrashy Samichlausday in Hell? Aus Boston, Massachusetts, U.S.A., kommt der seit 2015 existierende Fünfer. Und was für ein Thrash-Hammer, heilige Kanonenscheisse! Eine gesunde Mischung aus verdammt schnellem und harten Power-Metal, welche bis zu moshenden, speedigen Thrashern auswächst, wechseln sich auf dem allerersten Output, einer EP mit sechs ganz freudigen Power-Thrasher-Tracks mit ebengesagtem Soundteppich, welcher ohne weiteres auch aus der Bay-Area wie Phoenix aus der Asche entstanden ist. Meine Nachbarn werden sich bereits wundern, weshalb ihre Decke und Wände sich dehnen, genüsslich erzittern und sich biegen ohne zu brechen. Was für ein Hammerteil, für mich auch eines der Highlights aus dem 2017, und sie haben den Nerv der Zeit voll attackiert und getroffen, hellyeah! Freunde gepflegten Power-Metal's bis hin zum bay-area-lastigen Thrash-Metal können hier ohne zu zögern zugreifen. Anspieltipps sind auf jeden Fall 'Rat King', 'Tales Of Hell', 'The Well', 'Witch Pit', 'The Offering' und ... mehr gibt's nicht. Man möge mir alles nachrufen, der is' ja nich' mehr ganz bei Trost, aber Metallians aller Genres, das ist DAS Killerteilchen geworden, auf welches das Universum gewartet hat. In Persona von Steve Finn (Drums), Nishad George (Guitars) und Daniel Martinez (Guitars), Alexander Vice (Vocals) und Yoav Ruiz-Feingold (Bass) werden hier sechs verdammt feine Leckerbissen präsentiert, die Seineszeichen suchen müssen, denn The Offering ist der Burner. Kann nicht genug von diesen feinen metallischen, powervollen, thrashigen, speedigen und grindigen Songgranaten kriegen. Die beiden Saitenzauberer Nishad und Daniel - im wahrsten Sinne der heiligen sechs Saiten - jagen sich gegenseitig mit einem Killerriff nach dem anderen zum thrashigen Höhepunkt aller Höhenpunkte, solieren, shredden, fingertappen und arpeggieren sich die vier Finger wund. Die Gitarrenamps stöhnen nach jedem Song mit schräg hängender Zunge nach Luft, die Boxen flimmern vor der Hitze, welche aus ihren Membranen rausströmt. Yoav untermalt die technisch-versierten Gitarrenshredkünstler perfekt treibend und auch solierend und führt sie zusammen zum heiligen Thrashgral. An besagtem Thrashaltar empfängt sie Steve mit seinem blastigen, double-bass-treibenden Spiel und führt The Offering gnadenlos auf den Thrash-Olymp. Mit Alexanders' sehr, sehr variablen Gesang, mal klar, mal goiler Power-Metal-Gesang, mal als richtig böse Thrash-Voices, unverkennbares Stimmwunder, komplettiert sich The Offering zur Thrash-Offenbarung im 2017. Meine Fresse, was krieg' ich hier einfach geniales zu beissen, hellyeah! Die Produktion strotzt nur so von perfektem, verdammt powervollen und klarem Sound. Das geniale Coverartwork lädt Dich zu eben besagtem, heiligen Gralseingang zum Thrash-Olymp ein, die Säulen stehen verdammt gefestigt und ich kann's echt kaum erwarten, bis ich The Offering mal live in heimischen Gefilden sehen kann, auf den ersten Longplayer wartend und lechzend. Freunde des Bay-Area-Thrash-Metals à la Testament, Forbidden, Exodus, Heathen, Nasty Savage wie auch in der Power-Metal-Fraktion à la Vicious Rumors, Powermad, Helstar, Metal Church, Jag Panzer und, und, und, ... nochmals, Freunde des Metalls, 'The Offering' ist die Metal-Offenbarung. Für mich definitiv DAS Highlight im November und des Jahres 2017. Ihr könnt sagen, was ihr wollt, es ist vollbracht, die Säulen stehen. Metal as it's best!
Leopold    
Punkte: keine Wertung
SPARZANZA - Announcing The End
Despotz Records
Die Schweden Sparzanza bitten in ihrer nunmehr 20 Jahre dauernden Aktivität zum achten Mal zum Tanz, und obwohl sie die neue Scheibe im sonnigen Spanien aufgenommen haben, verstreut diese zwar einiges an Leidenschaft, aber leichtfüssige Feelgood-Schmonzetten sucht man auf "Announcing The End" vergeblich. Dabei ist die Mixtur eigentlich recht interessant, wenn auch anfangs etwas gewöhnungsbedürftig. Irgendwie gingen mir beim ersten Anhören ständig die kanadischen Megaseller Nickelback durch den Kopf, nur dass Sparzanza um einiges härter ans Werk gehen und bei aller Liebe zu melancholischen Melodien immer wieder geradezu nackenbrechende Passagen und Screamo-Einlagen einbauen. Da kann ein Song durchaus härtetechnisch an Pantera heranreichen ("Vindication", "The Dark Appeal"), nur um dann im Refrain weitaus sanftere, emotionsgeladene Töne zum Besten zu geben. Diese Karte wird mit schöner Regelmässigkeit erfolgreich ausgespielt, die Nummern pendeln durchgehend im Spannungsfeld zwischen Herz und Härte hin und her, was der Dynamik naturgemäss sehr zuträglich ist. Genau dasselbe kann man von der Gesangsleistung von Vorturner Fredrik Weileby behaupten, dessen charakteristische Stimme variabel genug ist, um die verschiedenen Stimmungen und Emotionen geschickt und glaubhaft auszudrücken. Ist ja nach dieser langen Zeit eigentlich auch kein Wunder, da funktioniert eine gut eingespielte Band wie eine perfekt gewartete und liebevoll gepflegte Maschine. Genau diese Routine hört man dieser Platte an, allerdings ohne jeglichen Verlust an Lust und Leidenschaft. Besser kann man eine Mischung aus Hard Rock und Modern Metal fast nicht spielen.
Mirko B.  

Punkte: 9.0 von 10
TRIVIUM - The Sin And The Silence
Roadrunner/Warner
Ehrlich gesagt habe ich die Jungs um Sänger Gitarrist und Chef Matt Heafy schon eine zeitlang nicht mehr auf dem Radar gehabt. Zu seicht und kommerziell klangen die letzten zwei, drei Platten der Metalcore-Pioniere. Klar, das ist ihr gutes Recht, sich weiter zu entwickeln und nicht zu stagnieren, das machen wir in unserem Leben ja auch nicht, aber wenn mal eine Scheibe verdammt gut war, möchte man natürlich, dass die nächste noch besser wird noch brutaler klingt und gitarrentechnisch komplexer wird als die letzte. Ich kann euch eine gute Nachricht verkünden: Trivium klingen wieder 'böser' und sind musikalisch um ein paar Jahre weitergekommen was mir sehr imponiert hat. Das Gitarrengespann Heafy/Beaulieu ist schon fast in Sphären wie einst die besten Maiden und machen richtig Dampf. Heafy kreischt, growlt, singt clean - ja der Junge ist wieder in Form und findet zu den alten Glanztaten zurück. Die elf Songs haben eigentlich keinen Filler und werden bei jedem Durchgang besser und besser. Lange Rede kurzer Sinn: Trivium sind wieder zurück, und wie!
Daniel J.  

Punkte: 9.0 von 10

2. Meinung:
Trivium braucht man an dieser Stelle sicherlich nicht mehr vorzustellen, denn Matt Heafy und Co. unterhalten die Metal-Szene nun doch schon eine ganze Weile. Besonders negative Wellen schlug ihre letzte Veröffentlichung "Silence Is The Snow", da dieses Album mit klassischem Heavy Metal bestückt war und komplett auf Screams verzichtet hatte. Mit "The Sin And The Sentence" geht es wieder ein wenig zurück in der Bandgeschichte und endet in einem krassen Spagat, der wohl wiederum nicht restlos zu überzeugen vermag. Die neue Platte ist eine Kreuzung aus dem Vorgänger-Werk und dem Metalcore-Einstand von "Ember To Inferno". Abwechslungsfanatiker kommen sicher mit der hier vorliegenden Scheibe voll auf ihre Kosten und andererseits könnten manchem Hörer die melodischen Parts zu melodiös bzw. die harten Parts und Screams zu derb sein. Die Auswüchse in beide Richtungen sind bereits bei den ersten zwei Tracks "The Sin And The Sentence" und "Beyond Oblivion" ziemlich gross und werden im Verlauf des Albums nicht weniger. Mir persönlich ist der Unterschied schon fast zu gross und ich tue mich schwer damit, die Songs als Ganzes wahrzunehmen. Aber auch bei Trivium gilt - keine Regel ohne Ausnahme und so gibt es mit "Betrayer" einen lupenreinen Hit zu belauschen, den auch die Liebhaber der härteren Gangart ganz schön knorke finden könnten, obwohl der Refrain doch schon ganz weich daherkommt. Mit dem darauffolgenden "The Wretchedness Inside" fährt der wohl härteste Song des Albums auf, der fast durchgängig mit Screams daherkommt. Ich hätte mir gewünscht, mehr solche Momente hören zu können, aber diese Ambivalenz ist von der Band so gewollt und spiegelt eigentlich ihr bisheriges Schaffen in einem Album wider. Der Schwerpunkt liegt zwar auf den oben genannten Werken, aber es gibt durchaus auch einen progressiven Anstrich wie bei "The Revanchist", thrashigere Noten (einige Soli) und - wie bei "Betrayer" - auch einen Hauch Alternative. Trivium wären nicht Trivium, wenn sie sich ganz einem Stil verschreiben würden, und so wird auch "The Sin And The Sentence" hören - wem es gefällt.
Oliver H.
Punkte: 7.2 von 10
DESTRUCTION - Thrash Anthems 2 (Compilation)
Nuclear Blast/Warner
«Thrash Anthems» zum Zweiten, und somit der zweite Streich, auf welchem die Urmitglieder Schmier und Mike ihren alten Hits einen neuen Glanz verleihen. Das Trio geht dabei weit zurück in die eigene musikalische Vergangenheit und serviert uns Klassiker aus den Alben «Sentence Of Death», «Infernal Overkill», «Eternal Devastation» oder «Cracked Brain». Und in der Tat kommen die Lieder mit einem gehörigen Wumms um die Ecke. V.O. Pulver sei Dank. So, dass selbst ein in meinen Augen nicht mehr zu toppendes «The Antichrist» nochmals einen gehörigen Schub erhält. Es dominieren die Gitarrensalven von Mike und der mörderische Gesang von Schmier, der mit seinen Schreien einmal mehr das Knochenmark zum Gefrieren bringt. Wer sich die guten alten Thrash-Songs noch nicht gekauft hat, bekommt hier die Möglichkeit dazu. Diese Lieder haben den Thrash mitgeprägt und der deutschen, um nicht zu sagen weltweiten Thrash-Welle einen unglaublichen und sagenumwobenen Schub verpasst. Diese Lieder sind musikalische Historie, die man gehört haben muss.
Tinu    
Punkte: keine Wertung
WOLF COUNSEL - Age Of Madness / Reign Of Chaos
Czar Of Crickets Production
Geiler Doom aus dem Hause Wolf Counsel gibt es mit dem neuen Album "Age Of Madness / Reign Of Chaos" auf die Ohren. Hinter Wolf Counsel stehen Musiker, die sich die Sporen schon in diversen anderen Metalstilen abverdient haben und das hört man dieser reifen Leistung auch an. Auch mit ihrem dritten Album spielen Wolf Counsel nicht Doom der extremen Sorte, sondern einfach gut geniessbaren Doom, der auch für Leute interessant ist, die sonst nicht allzu viel mit Doom am Hut haben. Gemächlich wird mit "Wolven Earth" gestartet. Schon bei "Semper Occultus" wird das Tempo wesentlich verschärft und da liegen für mich auch die Stärken von Wolf Counsel! Richtig zähflüssig bewegt sich "Age Of Madness / Reign Of Chaos" aus den Boxen und zeigt zugleich die Vielseitigkeit von Wolf Counsel, die geschickt die vielfältige Bandbreite des Doom's für sich in Anspruch nehmen. Was schon vom ersten Ton an auffällt, ist die druckvolle Produktion von V.O.Pulver, der einmal mehr einen Superjob hingelegt hat! Eine zarte Frauenstimme läutet den nächsten Song ein und beweisst, dass Wolf Counsel auch mit Sängerin funktionieren würde. Wieder zügiger geht es dann bei "Eternal Solitude" zur Sache. Ein weiteres Schmankerl! Eine tiefe Stimme meldet sich bei "Coffin Nails" zu Worte und stellt eine weitere Alternative zum üblichen Gesang dar. Mit "Remebrance" sind wir schon am Schluss dieses kurzweiligen Albums angelangt. Dieser Song kommt genauso wie Teer daher und man könnte damit eine Hauptstrasse ausreichend asphaltieren. Ein tolles Album ist Wolf Counsel da gelungen, auch wenn es, nach meinem Gusto, noch ein wenig mehr Dreck vertragen hätte. Anspieltipps: 1.Semper Occultus, 2.O'Death, 3.Coffins Nails.
Roolf    
Punkte: 8.9 von 10
THE DARK ELEMENT (FEAT. ANETTE OLZON & JANI LIIMATAINEN) - The Dark Element
Frontiers Music/Musikvertrieb
Die Momente, wo Unsereins der schreibenden Zunft ab einem neuen Rock- oder Metalalbum anhaltend die Luft wegbleibt und sich die Kauleiste fast nicht mehr anheben lässt, sind inzwischen rar gesät. Umso erfreulicher, wenn sich dies wieder einmal ergibt! So geschehen mit einer neuen Band namens The Dark Element! Ohne begleitende Infos, und weil ich im Vorfeld nichts mitbekommen hatte, entging mir, dass sich hier mit Anette Olzon meine ehemalige Lieblingssängerin von Nightwish wieder zurück meldet und wie! «The Dark Element» ist der perfekte Hybrid aus Nightwish (zu Anettes Zeiten), Delain und Battle Beast! Ein grandioses wie hochmelodisches Genre-Album ohne einen einzigen Hänger und wo Anette ihr Potenzial endlich voll ausschöpfen kann! Vergessen die halbgare Solo-Scheibe von 2014, denn Gitarrist Jani Liimatainen (Ex-Sonata Arctica) hat der sympathischen Schwedin hammergeile Songs auf den Leib geschrieben, und da können vor allem die aktuellen Nightwish mehrheitlich einpacken. Selbst Delain (!) kriegen hiermit eine ordentliche Kanonenkugel vor den Bug geschossen! Bereits der Titeltrack als Opener bläst einen glatt aus den Schuhen, und wer dachte, dass Anette bei Nightwish vor allem bei ihrem "richtigen Album" «Imaginaerum» an ihre Grenzen stiess, wird nun eines Besseren belehrt. Mit der Energie von Noora Louhimo (Battle Beast) und dem Timbre von Agnetha Fältskog (ABBA) gibt die stimmgewaltige Frontfrau endlich richtig Gas. «My Sweet Mystery» wäre unter der Flagge von Nightwish und der Regie von Tuomas Holopainen eigentlich das, was die Glaubwürdigkeit des einstigen Genre-Primus unterstreichen würde. Wie gesägt wäre, denn davon ist in der Ära mit Floor Jansen nicht mehr viel übrig geblieben. Auch wenn mir The Dark Element teils fast zu opulente Synthie-Teppiche entgegen schleudern, haut einen die Melodiedichte, zusammen mit dem Besten, was Frau Olzons Gesangsstimme jemals hergegeben hat, einfach nur um. Allerdings fehlt mir bei den erhaltenen mp3-Promofiles mit variabler Bitrate einiges an Druck der Marke Finnvox Studios. Darum ruhen all meine Hoffnungen bei der bereits georderten Japan-CD im SHM-Format (plus DVD). Wer also mehr in Richtung Battle Beast als Delain tendiert und hören will, wie Nightwish heute klingen sollten, wird an The Dark Element seine helle Freude finden! Sollte diese hoffnungsvolle Truppe weitere Alben auf diesem Niveau veröffentlichen, werden vor allem Delain arge Konkurrenz erhalten.
Rockslave 
Punkte: 8.9 von 10
DEATHKIN - Kohti Kotiani Kaaosta
Hammerheart Records
Wenn das Debüt bereits ein Konzept-Album ist, dann bahnt sich etwas Grosses an und die Finnen von Deathkin enttäuschen auf keinen Fall. Textlich wird über die ewigen Kreuzzüge jenseits jeglicher Grenzen berichtet, was das auch immer bedeuten soll?! Die musikalische Reise geht in die garstige Unterwelt des Black Metals und das mit einem furiosen Tempo! Der frostige Gesang lässt einem das Blut in den Adern gefrieren und senkt auch die Zimmertemperatur auf angenehme -10°! Gestartet wird mit "Pimeyeden Pollteen Ohjauksessa", der sich schon als Volltreffer erweist. Die Latte wird dann von "Vattuvista Veren Varjoista" noch ein wenig höher gelegt! Als sehr kurzweilig präsentiert sich auch "Raalojern Rovio", der tempomässig wieder zulegt! Nach drei Songs sind Deathkin jetzt auf Betriebstemperatur angelangt und hauen mit "Iankaikkinen" ein 10-Minuten Monster von einem Song raus. Das rastlose Drumming, die Gitarren, die mit geile Melodien aufwarten und einen Sänger, der entweder keift oder wie Till von Rammstein klingt, dass macht das Album "Kohti Kotiani Kaaosta" zu einem riesigen Vergnügen Auch die letzten beiden Songs "Kaarmeenkuulija" und "Kohti Kotiani Kaaosta" halten das hohe Niveau spielend. Und als weiterer Pluspunkt sellt sich die finnische Sprache heraus, die sich bestens für Black Metal eignet! Als Anspieltipp muss der Übersong "Iankaikkinen" herhalten.
Roolf  
Punkte: 8.9 von 10
TARJA - From Spirits And Ghosts (Score for a dark Christmas)
ear Music/Phonag
Eine vorzeitige Bescherung - da freuen sich nicht nur Kinder! Mit diesem Weihnachtsalbum der finnischen Gesangsgöttin wird schnell klar, dass Weihnachten nicht nur funkelt und glänzt. Für die, die die Glitzereien nicht ertragen, kommt die düstere Seite des Festes der Liebe gerade gelegen. Die Ohren erfreuen sich an 11 Weihnachtsklassikern in einer komplett neuen, leicht grusligen Atmosphäre tief aus der Dunkelheit. Mit der himmlischen Stimme der klassisch ausgebildeten Tarja Turunen veredelt, ist dies ein wahres Meisterwerk. Sei es unser vertrautes O, Tannenbaum, Amazing Grace oder Feliz Navidad, so schön und geheimnisvoll klangen die Lieder noch nie. Einem gothischen Weihnachtsfest steht mit diesem Album nichts im Wege. Ebenfalls befindet sich auf dem Album ein Originalsong Tarjas, Together, welcher sich perfekt in das Gesamtbild einfügt. Absolute Kaufempfehlung!
Mona M.     
Punkte: keine Wertung
PREMIATA FORNERIA MARCONI - Emotional Tattoos
InsideOut Music
Bereits 1972 erschien das Debüt "Storia Di Un Minuto" der Italos, kurz PFM genannt. Und wenn ich richtig gezählt habe, ist "Emotional Tattoos" ihr 18. Studio-Werk, Respekt. 1970 gegründet, eröffneten PFM bereits 1971 in Mailand die Show für Yes. Hier spielen die Italos meist in der ruhigeren Prog Rock-Ecke der Marke IQ, Arena und co. Schöne Nummern, allesamt gefühlvoll gespielt und gesungen. Klasse Prognummern wie "A Day We Share" klingen flott, zeitlos und knackig, erinnern an Genesis und Yes. Selbst ruhige Rocksongs wie das wunderschöne "There`s A Fire In Me" klingen verspielt und erinnern stark an Ray Wilson. Dann punkten die Italos wieder mit schnelleren, rockigen Nummern wie "Freedom Square", hier drücken Yes durch, eindeutig, klasse Instrumentalnummer. Oder das ruhige "Hannah", eine schöne Nummer zum Träumen, Franz Di Cioccio hat wirklich eine tolle Stimme, erinnert hier an die deutsch-italienische Band Ines. PFM zelebrieren hier Prog Rock auf hohem Niveau, man hört die Erfahrung der Italos, dadurch kann man die Verspieltheit und die Spielfreude deutlich hören. Auch wenn man natürlich Parallelen zu anderen Prog-Bands hört, ist das vollkommen egal. "Emotional Tattoos" macht Spass, lädt zum Träumen ein. Auf dem Sofa, abends mit einem Glas Wein und einfach den Tag ausklingen lassen mit guter Musik. Auf Rundling 2 findet man übrigens die gleichen Songs nochmals, alle auf Italienisch gesungen, interessante Idee.
Crazy Beat  
Punkte: 8.9 von 10
NOTURNALL - 9
Rockshot Records
Die Nachfolgegruppe der brasilianischen Shaman bewegen sich mit Noturnall in deutlich progressiveren Gewässern. "9" ist bereits das dritte Werk seit der Gründung 2013. Es überzeugt mit einer gelungenen Mischung aus progressiven Elementen und kurzweiligen Verweisen in Richtung Edguy zu ihrer Hochphase zu "Mandrake"-Zeiten. Gerade in den hohen Klängen presst Thiago Bianchi die Töne ähnlich wie Tobias Sammet raus (z.B. bei "Mysterious"). Wer sich wie ich davon nicht abschrecken lässt, erlebt auf "9" kurzweilige Flashbacks. Das Album auf diese Querverweise zu reduzieren würde den gefühlten restlichen 70 bis 80 Prozent nicht gerecht. Da präsentieren sich Noturnall wirklich progressiv im eigentlichen Sinne und vermischen ihre Power Metal-Grundlage gerne mal mit Thrash oder Industrial Metal. Die genre-üblichen Takt- und Tempowechsel gibt es natürlich ebenfalls. Aber auch hier zeigen Noturnall Mut, in dem sie auch mal auf diese typischen Prog-Elemente verzichten. "9" atmet eine unglaubliche Freiheit und überzeugt gerade dadurch. Dazu kommt ein tolles Gespür für eine gute Mischung aus musikalischem Anspruch und permanenter Eingängigkeit. Die neun Lieder rauschen so nicht an einem vorbei, sondern bleiben auch hängen. Das dritte Werk der Brasilianer vermeidet also geschickt Fehler und schafft es, zu einer wichtigen Empfehlung für Prog und Power Metal-Fans zu werden.
Roger W.  
Punkte: 8.9 von 10
L.A. Guns - The Missing Peace
Frontiers Music/Musikvertrieb
Die Erfolge von L.A. Guns in der Blütezeit des Glam und Sleazy Rock Ende der Achtziger / Anfang der Neunziger sind nicht zu unterschätzen. Deren erste drei Alben, das selbsbetitelte Debüt, "Cocked And Loaded" und "Hollywood Vampire" konnten immerhin alle Gold bzw. Platin einheimsen. Trotzdem war man weit vom kommerziellen Durchbruch entfernt. Vorallem Mötley Crüe und natürlich Guns'n'Roses backten massiv grössere Brötchen. Doch auch zur zweiten Garde Poison, Ratt oder Skid Row konnte man unverständlicherweise nicht aufschliessen. Irgendwan stand sich die Band, besser gesagt die Köpfe Gitarrist Tracii Guns und Sänger Phil Lewis, selber im Weg. Es gipfelte zeitweise in zwei Formationen gleichen Namens. Nun, 15 Jahre nach dem letzten gemeinsamen Album, rauften sich die Beiden wieder zusammen und werden aktuell mit "The Missing Peace" vorstellig. Dabei orientiert man sich an den ersten Alben. Back to the roots ist dabei Programm. Die Jungs machen was sie am besten können. Vom klassischen Sleazy weicht man glücklicherweise nicht ab. Das Duo Guns/Lewis schüttelt dabei jede Menge knackige Hooks und eingängige Melodien aus dem Ärmel. Trcii's wuchtige Gitarren und Phil's dreckige Vocals begeistern bei klassischen Rockern wie "Sticky Fingers", "Baby Gotta Fever" oder "Don't Bring A Knife To A Gunfight" genauso wie bei den Balladen "Christine" oder "The Flood's The Fault Of The Rain". Die effektive Kritik bleibt gering, obwohl man die Durchschlagskraft, vorallem diejenige des Debüts, nicht ganz erreicht. Aber da war man schliesslich auch dreissig Jahre jünger. Sleazy-Liebhaber und Achtziger-Traditionalisten müssen zwingend zugreifen.
Chris C.  
Punkte: 8.8 von 10
COMMUNIC - Where Echoes Gather
AFM Records/Musikvertrieb
Damit hätten ich und viele weitere Fans der "norwegischen Nevermore" nicht gerechnet. Sechs Jahre nach dem nicht mehr so glanzvollen Werk «The Bottom Deep» wollen es Oddleif Stensland (v,g), Erik Mortensen (b) und Tor Atle Andersen (d) offenbar nochmals wissen! Erfreulicherweise konnte sich das Line-Up halten, das sich zu Beginn der Karriere mit «Conspiracy In Mind» (2005) und vor allem mit dem grandiosen Zweitling «Waves Of Visual Decay» (2006) ein musikalisches Genre-Denkmal für die Ewigkeit geschaffen hat. Die Live-Auftritte in der Zeit waren auch gut, aber die selbst gelegte Messlatte erwies sich in der Folge eher als Klumpfuss denn als Inspiration für die kommenden Jahre. «Payment Of Existence» (2008) markierte dabei den Wendepunkt. Obwohl immer noch auf hohem Niveau agierend, verflog der Glanz zunehmend, und so riss der Faden der einstigen Hopefuls. Der aber in erster Linie familiär, respektive nachwuchsbedingte Break und die Rückbesinnung auf alte Tugenden tat Communic aber gut, und so präsentiert sich «Where Echoes Gather» wieder in einem runderneuerten Gewand. Ein erster Durchlauf verspricht in der Tat einiges, auch wenn, und das ist typisch für das Trio aus dem hohen Norden, erst wiederholtes Anhören die wahren Audio-Schätze an die Oberfläche zu spülen vermag. Der wesentliche Inhalt der neuen Scheibe geht zurück auf ziemlich altes Songmaterial, teils sogar zwanzig Jahre alt, das Oddleif den Fans nicht vorenthalten wollte. Somit erstaunt es nicht, dass «Where Echoes Gather» wieder den Spirit der Anfangstage an den Tag legt. Geblieben sind auch die tempomässig verschachtelten Songs, aus denen andere Bands ganze Alben heraus schnitzen. Somit ist es kaum möglich, speziell etwas heraus zu picken, denn die anspruchsvolle Musik verlangt Zeit und Musse. Nur so entfaltet sich das musikalische Universum der Norweger. Wie es sich für das progressive Element gehört, sind auch ein paar überlange Songs eingespielt worden. Spitzenreiter ist hierbei «Moondance» mit knapp neun Minuten Spielzeit. Da der Deal mit Nuclear Blast auslief, musste mit AFM Records ein neuer Hafen der, wo die Progressive Thrasher aus Kristiansand mit ihrem Schlachtschiff einlaufen konnten. Producer Endre Kirkesola löste Jacob Hansen definitiv ab, und der Mix geht auf das Konto von Eike Freese. Müsste ich dennoch einen Song als Favorit bezeichnen, würde ich «Where History Lives» wählen, und das Digipak kommt mit drei Bonus-Tracks daher. Welcome back Communic!
Rockslave  
Punkte: 8.8 von 10
TORCHIA - Of Curses And Grief
Concorde Music Company
Suomi, hei metallia Torchia. Mit 'Of Curses And Grief' veröffentlicht der finnische Hochgeschwindigkeitszug namens Torchia ihr Debütscheibchen. Zehn Songs aus dem bereits - wahrscheinlich - winterlichen Tampere präsentieren uns die fünf Death-Metal-Kondukteure Pirkka Birkstedt (Bass), Ville Virtanen (Drums), Henri Heikkinen (Guitars), Vile Riitamaa (Leadguitars & Vocals) sowie Edward Torchia (Leadvocals) als Namensgeber für diesen winterlichen Kreuzritterzug. Fans von Children Of Bodom werden hier ihre helle Freude haben, wohlbemerkt als Anhaltspunkt, denn sind Torchia einiges wilder, schneller und straighter unterwegs als Alexi Laiho und seine Bodom-Schar. Doch die beiden Flitzefinger Henri und Vile brauchen sich keinesfalls hinter den technisch anspruchsvollen Saitenkünste eines Alexi zu fürchten, denn die Beiden mit ihren magischen Finger haben's verdammt gut im Griff, da hört man den präzisen, auf den Punkt gespielten, Unisono-Riffing, gefidelten Death-Metal mit etwas Melodie, doch sehr speedig gehalten. Melodiebögen, Arpeggi, Fritzelfingerchen gepaart an Fritzelfingerchen, Soli an Soli, Riff an Riff, ein leckerer, musikalischer Festschmaus. Interessant ist auch Pirkka's Fingerfertigkeit am Bass, denn er legt nicht nur den satten Boden, nein, er tänzelt mit den beiden Saitenflitzer problemlos mit. Ville's drumming ist progressive Extraklasse, stets fett nach vorne treibend mit Double-Bass-Attacken an Double-Bass-Attacken, aber auch sehr headbanging-treibend und moshend. Edward 'Master' Torchia's Gesangesorgan ist etwa ähnlich wie Alexi's Kehlenorgan, doch gibt's immer stets noch einen weiteren, markanten Unterschied: Edward ist eher basslastiger, tiefer mit seinem teils gar gutturalen Growls, als Alexi. Aber gut so, will einfach Anhaltspunkte hinterlassen, so dass die geneigte Leserschaft sich auch was vorstellen darf in Sachen Torchia. Well, alle zehn Songs wären Anspieltipps, da Torchia ihre musikalischen Bandbreite stets in jedem der zehn Songs von Neuem offenbart. Die Produktion von 'Of Curses And Grief' ist eines Debütalbums würdig, ich sag' mal sehr 'finnisch' gehalten, was ich persönlich mag, auch das Coverartwork ist freakig gestaltet worden, passt absolut zum Sound von Torchia, es zeigt die Virtuosität und den Variationenreichtum der zehn Tracks auf. Lehne mich nun zurück, warte auf die ersten Schneeflocken und lasse mir bis dahin den Sound von 'Of Curses And Grief' auf mich niederrieseln. 'Hyvästi ja nähdään pian tällä kanavalla', will sagen, Tschüss und bis demnächst auf diesem Kanal. Kippis.
Leopold  
Punkte: 8.8 von 10
SOULDRINKER - War Is Coming
El Puerto Records
Gitarrentechnisch überzeugt das Debütalbum auf der ganzen Linie. Kein anderer als der ehemalige Symphorce- und heutige Mystic Prophecy-Gitarrist Markus Pohl zeichnet sich einmal mehr als gradliniger Saitenderwisch aus, der auch mit feinen Solo-Darbietungen überzeugt und sein Vorbild Zakk Wylde immer wieder erklingen lässt. Dass der Deutsche ein geiler Axt-Schwinger ist, war seit Jahren bekannt. Überraschender ist die Stimme von Iris Boanta, die wie ein kleiner Bruder von Roberto Liapakis (Mystic Prophecy) klingt und beim Anhören so gar nicht eine weibliche Sängerin vermuten lässt. Mit groovigem Hard Rock und genügend Dreck unter den Fingernägeln erklingt das Debütalbum. Für einen Erstling tönt alles verdammt tight und man merkt dem Vierer an, dass er sich den Arsch abgespielt hat, bevor der Gang ins Studio gewagt wurde. «Like Rain» zeigt nicht nur die Riffattacken von Markus, sondern auch das richtige Gespür für feine Melodien. Im krassen Gegenzug rumpelt und rotzt «The Flag» aus den Speakern. Verspielter wagt sich «Raiser» aus den Boxen, während «Final Stand» schon fast rockig erklingt. Nimmt man diese vier Tracks, hat man das musikalische Spektrum erfasst und eingekreist. Diese Band müsst ihr Euch unbedingt anhören, denn Souldrinker könnten mit diesem sehr erwachsen klingenden Album zum Top-Newcomer 2017 werden.
Tinu  
Punkte: 8.8 von 10
VUUR - In This Moment We Are Free - Cities
InsideOut Music
Anneke van Giersbergen meldet sich zurück. Nach den grandiosen "The Gentle Storm"-Album, das sie zusammen mit Arjen Lucassen gemacht hat, kommt sie jetzt Mit "Vuur" zurück. Wieder mit dabei sind Ed Warby an den Drums und Basser Johan van Stratum. Musikalisch lebt Anneke hier eher ihre härtere Seite aus. Und es passt, die harten Gitarren zusammen mit ihrer grandiosen Stimme, die sie oft doppelt und zu Twin-Gesängen formt. Sie legt auch viel Wert auf die Gesangsmelodie, und gerade das macht sie sehr gut. Das Ganze kommt auch sehr progressiv daher, ohne sich aber in Gefrickel zu verlieren. Ed Warby macht hier wie immer einen grandiosen Job, der weiss einfach, was man wo spielt. Immer den richtigen Wirbel oder Break am richtigen Ort. Anneke ist in Höchstform und man kann sich, wie meistens bei ihr, ihrer Stimme kaum entziehen. Anspieltipps sind schwierig, da alle 11 Songs echt klasse sind. Auch wenn`s mal etwas ruhiger wird wie bei "The Fire - San Francisco" sind ihre Gesänge einfach wunderschön und erinnern an ältere Ayreon oder zeitweise auch an Star One. Auch das Eingängige "Freedom - Rio" bleibt schnell hängen und gefällt nach den ersten Anhören, toller Song. Anneke und ihre Band legen hier echt ein beeindruckendes Debüt vor, damit dürfte sie ihre Fans sicher nicht enttäuschen, und auch Freunde von Ayreon und Star One sollten hier unbedingt reinhören, denn die Holländerin präsentiert hier 11 wirklich interessante, starke Songs.
Crazy Beat  
Punkte: 8.7 von 10
DR. LIVING DEAD! - Cosmic Conqueror
Century Media/Sony
Die Thrash-Helden von Dr. Living Dead! sind zurück und haben mit "Cosmic Conqueror" einen würdigen Nachfolger im Gepäck. Zwei Jahre nach ihrem letzten Album "Crush The Sublime Gods" wollen es die schwedischen Totenköpfe erneut wissen. Das Album strotzt vor Energie, hat Biss und besticht durch Unmengen an messerscharfen Thrash-Klassikern. Mit dem neuesten Werk bewegt sich der Vierer in gewohnten Gefilden und auch die beiden 'Neulinge' Dr. Mania und Dr. Slam, die bei den Aufnahmen zu "Crush The Sublime Gods" zur Band stiessen, haben sich merklich gut eingelebt. Bereits wieder beim Opener "Coffin Crusher" wird deutlich, dass der Einfluss des Achtzigerjahre Thrash-Metal auch nach sechs Studioalben ungebrochen ist. Spieltechnisch legen die Schweden die Latte wieder sehr hoch und besonders die Leistung von Drummer Dr. Slam hat hier doch besondere Erwähnung verdient. Alles in allem eine flotte Scheibe, deren elf Songs ein Mix-Gewitter aus früheren Anthrax- und Suicidal Tendencies-Songs darstellt. Grosse Überraschungen gibt es indes keine, aber dafür ein paar Finessen, bei denen die Musiker aus ihrer gewohnten Klangkultur ausbrechen. "Terror Vision" beispielsweise bewegt sich im mittleren Tempo und mit seiner Bridge nähert man sich eher der neuen Prong an als gutem altem Old School-Thrash. Auch das Instrumental "Into The Eye" bietet bisher ungewohntes Musikvergnügen, doch diese knapp drei Minuten zeigen deutlich die Qualität eines Dr. Toxic. Spätestens mit "Moment Of Clarity" haben Dr. Living Dead! die Hörerschaft dann endgültig in der Tasche. Die Nummer ist die Überraschung des Albums. Wer also zu Beginn noch denkt, dass die Band mittlerweile in ihrem musikalischen Trott feststeckt und immer dieselbe Kost bietet, der wird im Verlauf des Albums durchaus eines Besseren belehrt. Mit "Cosmic Conqueror" ist den Schweden auch beim bereits sechsten Album ein interessanter Mix gelungen, der das Niveau der Vorgängeralben problemlos halten kann.
Oliver H.    
Punkte: 8.7 von 10
MEFISTO - Mefisto
GMR Music
Good morning, Mefisto. 30 Jahre (!) nach ihrer Auflösung, also gegründet wurden Mefisto bereits 1984, kommen die Stockholmer Deather tatsächlich mit einem neuen Album, genauer gesagt deren eigentlichen ersten Longplayer, vorher gab es zwei Demos ('Megalomania', Mai 1986, und 'The Puzzle', November 1986), welche zweimal als CD (und LP beim zweiten Male) aufgelegt wurden unter den Namen 'The Truth' (beim ersten Male) und 'The Megalomania Puzzle' (beim zweiten Male). Soweit, so gut. Nun folgt mit 'Mefisto' deren tatsächliches Debüt-Album, genau nach 30 Jahren, da sie sich 1987 wieder auflösten. Wie sagt man so schön: Gut Ding will Weile haben. Man darf nicht vergessen, ein berühmtes Gründungsmitglied von Mefisto ist L.G. Petrov, namentlich bekannter Growler von Entombed, und genau in diese Richtung tendieren Mefisto, jedoch etwas verspielter und melodiöser, doch mit stetem, gnadenlosem Death-Metal bedacht. Acht neue Tracks fanden den Weg auf das eigentliche Debüt der Schweden und eben besagter Growler namens Petrov growlt perfekt zu 'Let Go Of Life'. Nun, Robert 'Thord' Granath an den Drums, Sandro Cajander am Bass und den Vocals sowie Omar Ahmed an der Gitarre waren die Gründungsmitglieder seinerzeit, von denen eigentlich aktuell noch nur noch 'Thord' dabei ist. Somit ergänzt sich Rob (Vocals, Drums) mit Morgan (Guitar, Bass) und aus einem Trio wurde ein Duo Infernale, welches aber glücklicherweise einfach perfekt harmoniert und funktioniert. Als Anhaltspunkt kann man wirklich Entombed, Dismember und ja sogar The Haunted nehmen, denn Mefisto zelebrieren einen interessanten, 'old school' Death-/Thrash-/Black-Metal. Die Klampfen, sowohl Tief- als auch Hochtöner kommen im besagten schwedischen Death-Metal-Look daher, will sagen der Bass wummert wirklich tief und bodenhaftig, die Gitarren schneiden riffig durch die Noten durch, geniale melodiöse, teils leicht klassisch gehaltene Soli und Intermezzi. Die Drums double-bassen in die Vollen, straight, schnörkellos, präzis und dominant. Die Vocals sind im Style von L.G. Petrov - ebenfalls als positiven Anhaltspunkt - gehalten, typisch schwedischer Growl as it's best. Die Produktion ist fett, heavy und powervoll, untermalt mit einem sehr düsteren Coverartwork, voll passend zum Sound, welches mich sogleich an Hellhammer's Erstling erinnerte. Nun gut, acht Songs, acht Death-Metal-Kracher, einer davon in schwedischer Sprache gegrowlt 'Mörker, kom ta min hand', was in etwa heisst 'Dunkelheit, nimm' meine Hand' oder 'Darkness, take my hand', ist sogar ein Buchtitel vom Autor Dennis Lehane, eines US-Amerikaners, und geschrieben hat er 1996 einen Kriminalroman namens 'Mörker, ta min hand'. So schliesst sich nun der Circle wieder und weil's einfach so goil ist, geh' ich mal meine schwedische Hülse öffnen, nehme genüsslich einen grossen Schluck des kühlen, schwedischen Hopfensaftes und schwelge weiter in den 80er- und 90er-Jahre, und das alles im Jahre 2017. Skal!
Leopold 
Punkte: 8.7 von 10
DEBBIE RAY - Slave To The System
Metalpolis Records/Phonag
Debbie Ray biegen mit ihrem zweiten Album um die Ecke. Gegründet von Sänger Reine Heyer und Gitarrist Andreas Heleander sowie dem mittlerweile ausgestiegen Bassisten Manx bieten Debbie Ray heute eine gute "Kopie" von Reckless Love, wobei Debbie Ray mit einer grösseren Schlagseite Skid Row zu Werke gehen. So riffen die Gitarren härter, zu hören in «All You Need Is Rock'n'Roll», aber zumindest die Chöre schippern stark im Fahrwasser ihrer finnischen Nebenbuhler. Die Schweden Debbie Ray haben, wie so viele ihrer Landsmänner, ein sehr gutes Gespür für tolle Melodien. Dies fällt schon beim Opener «American Nightmare» auf. Das halbballadeske «Too Late To Pray» zeigt die gefühlvolle Seite des Dreiers (es scheint, dass nach einem Bassisten gesucht wird). Auch «Made To Cry» überzeugt zuerst mit akustischen Klängen, die dann aber in einen feinen Rocksong übergehen. Eine Spur Moderne, gepaart mit einem fiesen, fetten Riff erklingt aus «Way Out Of Wasteland». Während die ersten Songs gute Momente zeigen, aber irgendwie doch (noch) nicht so richtig zünden wollen, geht das Feuerwerk mit «Sorry», «Beautiful Monday», «Promises», «Find Myself» und «Gotta Get It Right» erst richtig los. Hier bietet das Trio alles, was man sich von einer hart rockenden und Arsch tretenden Truppe wünscht. Harte Drumbeats, tolle Chöre, geiler Gesang und famose Gitarrenparts. Debbie Ray können sicher nicht an das letzte Album von Confess, die Glanztaten von Hardcore Superstar oder Crashdïet anknüpfen. ABER! «Slave To The System» ist am Ende des Tages ein richtig tolles Ding geworden, das Spass macht.
Tinu 
Punkte: 8.7 von 10
CANNIBAL CORPSE - Red Before Black
Metal Blade/Sony
Das Quintett verfügt mittlerweile über eine beeindruckende Visitenkarte: nächstes Jahr 30-jähriges Bandjubiläum, Platte Nr. 14 liegt vor, viele gutbesuchte Touren und noch kein einziges schlechtes Album veröffentlicht, ugh! Und auch "Red Before Black" kann nur als Erfolg verbucht werden (sofern einem Tellerränder nicht behagen), denn wenn es 46:26 Minuten lang nach Cannibal Corpse tönt, ist auch Cannibal Corpse drin. Keine Experimente, nur die traditionelle, gute alte Florida-Schule, welche von diesen Unikaten mit Inbrunst gelebt und exerziert wird. Die Unterschiede zwischen den einzelnen Alben sind aufgrund des stets hohen Qualitätslevels zwar immer sehr subjektiv und von Fall zu Fall neu zu diskutieren, aber dass die zwölf neuen Songs sehr "catchy" geraten sind, lässt sich nicht verleugnen. Erik Rutan hat der Band zwar einen homogenen, transparenten Sound verpasst, mir persönlich ist der Bass aber wieder einmal zu sehr in den Hintergrund geraten und die Stimme dafür zu dominant in den Vordergrund gemischt worden. Dazu fehlen mir allgemein das berühmte Quentchen Schmutz sowie ein wenig mehr Ecken und Kanten um von einem richtig gefährlichen Album sprechen zu können. Aber das alles ist meckern auf hohem Niveau, den "Red Before Black" enthält zwölf garstige Patronen der knochenbrechendsten Art und wird voraussichtlich vor allem live dieser immer wieder eindrücklichen Rhythmusmaschine namens Cannibal Corpse die perfekte Munition bieten. Coole Sache, reinhören!
Hardy    
Punkte: 8.6 von 10
VICE - Veni Vidi Vice
Pride & Joy Music
Die Münchner Band Vice konnte kurzfristig bereits Ende der Achtziger für Aufsehen sorgen. 1988 erschien deren Debüt "Made For Pleasure", zwei Jahre später der Nachfolger "Second Excess". Man konnte einen Majordeal mit BMG Ariola an Land ziehen. Zitat Label Info-sheet: Mehrere Charterfolge und ausgedehnte Europatourneen brachten Vice schnell einen beachtlichen Bekanntheitsgrad. Ob die Band wirklich 'bekannt' war ist meiner Wenigkeit nicht bekannt. Jedenfalls verliert sich die Spur Anfang der Neunziger. Nun, 27 Jahre später liegt "Veni Vidi Vice" auf der Ladentheke. Wie nach so vielen Jahren eine Reunion zustande kam wird leider nicht weiter erörtert. Wie dem auch sei, die Truppe hat ein richtig cooles Werk am Start. Wie damals bezeichnet man den eigenen Sound als Happy Metal und Party Rock. Das trifft den Nagel auf den Kopf. Dass man sich an den Achtzigern und an seiner eigenen Vergangenheit orientiert, scheint logisch. Dabei schielt man offensichtlich Richtung Glam aus Hollywood und erinnert dabei dezent an Poison. Aber auch erdige, dreckige Klänge werden nicht vernachlässigt, wodurch man Great White ins Spiel bringen kann. Nebst dem frischen, lockeren Sound, böse Zungen werden ihn altmodisch nennen, hat die Truppe ganz starkes Songmaterial in der Hinterhand. Starke Hooks, jede Menge Mitsingrefrains und intensive Chöre ergeben reinrassige Rock'n'Roll-Party-Tracks. Das Ganze hat zudem Stil und Charisma. Es kann so einfach sein.
Chris C.    
Punkte: 8.5 von 10
WOLFSHEAD - Leaden
Rockshots Records
Wenn sich 4 Finnen dazu entschliessen, Musik zu machen, könnte das ein gutes Omen sein. Im Fall von Wolfshead bzw. ihrem Debüt "Leaden" trifft dies auch mehrheitlich zu. Der Sound ist eine Mischung aus Motörhead, Candlemass, Pentagram und Grand Magus, nur um einige Anhaltspunkte zu nennen. Treibende Doom-artige Sounds in Verbindung mit einer Stimme, die zwar auch gut clean erklingt, aber generell sehr an Lemmy erinnert (so richtig schön knarzig), sehr gut passend halt. Wolfshead zelebrieren eine düstere Doom/Heavy Metal-Mucke, die vielleicht nicht unbedingt sofort zündet, aber sicherlich nach dem zweiten Durchgang ihre Magie entfaltet. Muss man auch nicht mehr dazu sagen, Doom-Köppe wissen eh Bescheid, der Rest sollte sich diesen Trip echt mal gönnen. 10 von 10 Verderbnis-Anhänger würden diese Scheibe kaufen.
Toby S.    
Punkte: 8.5 von 10
KANSAS - Leftoverture Live And Beyond (2CD Live)
InsideOut Music
Mit "Icarus II" haben die Prog-Veteranen einen grandiosen Einstieg in diesen Live-Doppeldecker gewählt. Hammer-Sänger Ronnie Platt zeigt gleich, dass die verbliebenen Original Mitglieder Phil Ehart und Richard Williams keinen besseren Shouter als Ronnie hätten finden können als Ersatz für Steve Walsh. Weiter geht's gleich proggig mit "Icarus", ebenfalls eine geniale, abwechslungsreiche Nummer. Die Fans sind begeistert, wenn man sich den Applaus anhört. Spannend, mit was einer Spielfreude die Jungs hier punkten, es ist eine Freude, das zu hören. Danach kommt die etwas gesittete Nummer "Point Of No return" klasse gespielt. Oder das lebendige "Paradox", stark, wie hier der instrumentale Anfang reinhaut. diese schnelle Nummer macht echt Spass. Und genauso geht's weiter mit "Journey From Mariabronn". Wieder erst fast zwei Minuten ein instrumentales Gewitter, bevor Ronnie auch hier wieder einen grandiosen Job am Mic abliefert, grosser Song. Und dann kommt sie endlich, eine der schönsten Balladen überhaupt, ja genau, das wunderschöne "Dust In The Wind", mit viel Gefühl gespielt, einfach ein Traum. Das folgende "Rhythm In The Spirit" vom 2016er Album "Prelude Implicit", fügt sich nahtlos ein in die alten Klassiker. Ebenso das ruhigere, atmosphärische, instrumentale "Section 60", Klasse Track. CD 2 beginnt dann mit dem Klassiker "Carry On Wayward Son", kommt hier etwas härter und knackiger als auf älteren Live-Scheiben. Ist immer noch ein genialer, zeitloser Rock-Song. "The Wall", "What's On My Mind" und das starke "Miracles Out Of Nowhere" fügen sich nahtlos an und sind einfach wunderbar anzuhören. Zum Schluss gibt's dann noch die beiden Longtracks "Magnum Opus" und "Portrait", beide 10 Minuten, auf die Ohren und schliessen ein wirklich starkes Live-Doppelalbum ab. Unglaublich, mit was für einer Spielfreude Kansas hier auftrumpfen, unbedingt reinhören.
Crazy Beat     
Punkte: keine Wertung
MIRROR QUEEN - Verdigris
Tee Pee Records
Auch wenn die New Yorker Mirror Queen ihr drittes Album mit einer rassereinen Proto Metal-Reminiszenz namens "Poignard" eröffnen, würde ich ihnen Unrecht antun, wenn ich sie stilistisch darauf reduzieren würde. In Tat und Wahrheit vereint das vielseitige Quartett praktisch sämtliche feinen Zutaten in sich, welche dereinst jene brodelnde Ursuppe bildeten, aus der sich später fast alle Spielarten der harten Stromgitarrenmusik herauskristallisieren sollten. Eigentlich reicht es schon aus, die ellenlange Liste der Einflüsse zu lesen, welche die Band auf ihrem Facebook-Profil offenlegt, um in etwa zu umschreiben wie sie klingt. Lucifer's Friend, Budgie, Humble Pie, Judas Priest, Pink Floyd, Thin Lizzy, Deep Purple, Free, Black Sabbath, The Doors, Scorpions in den Siebzigern, Savoy Brown, Wishbone Ash, Spiritual Beggars etc., da steht wirklich alles, was in den vergangenen 50 Jahren seine gigantischen Dinosaurierspuren in unserer Musik hinterlassen hat. So überrascht es dann auch nicht mehr wirklich, dass exemplarisch für die ganze Scheibe mit dem schon fast psychedelisch angehauchten "Flying Eyes" eine dezente The Doors-Verneigung auf den galoppierenden Eröffnungssong folgt. Was bei anderen Truppen oft in orientierungsloser Verzettelung mündet, funktioniert hier erstaunlich gut. Will man die Strategie der stilistischen Vielseitigkeit anwenden, dann funktioniert das nur mit der nötigen Portion Alleinstellungsmerkmal, genau das haben die vier Jungs begriffen. Egal was sie gerade spielen, es klingt immer nach Mirror Queen, sei es wegen den bandtypischen Harmonien, dem warmen, analogen Sound oder der Charakterstimme von Sänger Kenny Kreisor, da sind genug feine Fäden vorhanden, die das Ganze zusammenhalten. Demzufolge bilden die sechs auf vinyltauglichen 41 Minuten verteilten Songs ein angenehm fliessendes Sammelsurium aus verschiedensten Stimmungen und Rhythmen, mal ordentlich heavy, mal locker swingend, mal regelrecht im Doom Rock versinkend, dann wieder in psychedelischen Sphären schwebend. Wer Retro Rock mal etwas anders erleben möchte, ist mit dieser Scheibe gut beraten.
Mirko B.     
Punkte: 8.5 von 10
PRIMAL FEAR - Best Of Fear (Best Of)
Frontiers Music/Musikvertrieb
Die neue «Best Of» des deutschen Metal-Kommandos umfasst die letzten zehn Jahre und verzichtet auf Hits wie «Chainbreaker», «Final Embrace» oder «Nuclear Fire». Dafür erklingen vier neue Nummern. «Area 16» als Intro, das Riffmonster «Predator», das harte «If Looks Could Kill» und das knallige «Thrill Of Speed». Logischerweise hämmern die Gitarrenriffs zentnerschwer aus den Boxen und die obergeile Stimme von Ralf Scheppers beweist nach wie vor, wer der Chef im Ring ist. Daneben sind es 23 weitere Titel aus der Zeit zwischen «New Religion» und «Rulebreaker». Während auf der ersten CD die riffbetonteren und heftigeren Tracks in Erscheinung treten, sind auf CD 2 die ruhigeren Momente zu hören. Hört man Knaller-Lieder wie «Strike», «Riding The Eagle» oder «Rulebreaker», alle auf der ersten Scheibe zu hören, weiss man einfach, wieso die Jungs um Mat Sinner zu den Sternstunden des Metals gehören. Aber auch die sanfte Seite der Herren macht Laune. «We Walk Without Fear», das unsterbliche «Fighting The Darkness», das fast zehn Minuten lange «One Night In December» oder «Born With A Broken Heart» sind tiefgehende Nummern, die von der Möderstimme, der Atmosphäre und den Emotionen leben. Unbedingt kaufen!
Tinu    
Punkte: keine Wertung
KATLA – Móðurástin
Prophecy Productions
Die Isländer haben einen Sound geschaffen, der die gegensätzliche Natur ihrer Insel widerspiegelt – Feuer und Eis, Magie und Moderne, Einsamkeit und Einssein mit der Natur… Atmosphärischer Post-Rock, gepaart mit minimalistischem Neofolk und Alternative Metal. Wer dabei an die mittlerweile weit bekannten Sólstafir denkt, der liegt goldrichtig: Der Schlagzeuger und Bildkünstler Guðmundur Óli Pálmason sitzt auch bei Katla an den Drums. Die treibende Kraft des Duos ist jedoch Einar Thorberg Guðmundsson (Fortíð, Potentiam), der nicht nur den Gesang übernimmt, sondern auch Gitarre, Bass und Keyboard. Der Bandname ist ein Tribut an den grössten aktiven Vulkan Islands und genauso eruptiv kommt auch die Musik daher – neben sphärischen Klanglandschaften brodelt die Stimmung hin und wieder über und bricht in heavy Gitarrenwänden aus. “Móðurástin“ bedeut im Isländischen so viel wie “Mutterliebe“. Das soll jetzt aber nicht heissen, dass es in diesem Album um Friede, Freude, Eierkuchen geht. Ganz im Gegenteil – Die Lyrics sprechen von Familie, Bindung, Leben und Tod in einem unerbittlichen Land zu einer harten und oft grausamen Zeit. Guðmundsson meint dazu: “Mutterliebe und Opfer haben uns über Generationen als Nation überdauern lassen, auch in Armut und unter extremen Umweltbedingungen, wie Hungersnot, Entbehrungen und Kälte“. Oft waren Mütter gezwungen, ihre Kinder der harschen Umwelt zu überlassen – sei es nun aus gesellschaftlichen Gründen (z.B. ein unehelicher Bastard) oder als Konsequenz von Krieg und Gewalt. Das Album honoriert diese von Liebe, Schmerz und Opferbereitschaft geprägte Bindung zwischen Mutter und Kind und verpackt sie in Doom-lastigen Melodiewelten. Fazit: Ein düsteres und zugleich atmosphärisches Klangerlebnis, das speziell für Fans von Sólstafir sowie den frühen Anathema interessant sein dürfte… Auch wenn man die Sprache nicht versteht (Sämtliche Lyrics sind in Isländisch), kommt die bedrückende Stimmung hervorragend herüber und jagt einem Schauer über den Rücken… Ganz grosses Kino!
Patricia H.    
Punkte: 8.5 von 10
THRONE OF HERESY - Decameron
The Sign Records/Cargo Records
Schweden-Todesblei in Form eines Konzeptalbums über den 'Schwarzen Tod' im 14. Jahrhundert namens 'Decameron' vom Fünfer aus Linköping, die seit 2009 sich in den Gefilden der Death- und Black-Metal-Nibulungen herumwandern. Mathias Westman (Drums), Lars Björkens (Guitars) und Tomas Göransson (Guitars), Thomas Clifford (Vocals) und Björn Ahlqvist (Bass) huldigen dem straighten, schwedischen Death-/Black-Metal à la Entombed, Grave, Unleashed, Dismember, Firespawn und Konsorten. Man hört Valhalla's Rufhörner in den steilen Küsten der aufbrausenden Nordsee anklatschen, der Hall spiegelt zurück in die Ohrmuscheln unsereins und lässt sich unbeirrt und durch den Sound von 'Decameron' schützend vom 'Schwarzen Tod' beseelen und verführen, ohne Gefahr zu laufen, daran zugrunde zu gehen. Zehn Tracks voller Poesie und unbändigem, schnellen, düsteren Death-Metal mit thrashigen, straighten Parts machen das Glück des Unbefleckten zuteil. Schnelles, präzises Riffing, gepaart mit Melodiebögen, melodiösen, unisonalen Soli wie shreddigen Tonfolgen, filigranen Arpeggi. Die Tiefenregionen wird begleitet vom straighten, satten Hexer und des blastenden, wütenden Magiers, die Armada der Ungläubigen überfallend, infiszierend mit dem 'Schwarzen Tod', keine und keiner wird ausgelassen, um die bösen, predigerliken, aggressiven und tief-growlenden Vocals zu lauschen, die Lithanei verstehend und befolgend der Throne Of Heresy anschliessenden Meute immer grösser werdend, immer gefürchteter, wie Nebelschwaden um Valhalla kreisend, durch jede noch so kleine Ritze eindringende Macht des Todesblei vervollkommnend und verführend. Unfaufhörliches hornen und wellenschlagendes Pochen an die ehrwürdigen Tore und Mauern von Valhalla, sich ewigen Zutritt verschaffend. Perfekte Produktion von 'Decameron', perfektes Coverartwork zur Konzeptthematik, düster gehalten, ehrfurchtsvoll wie auch beängstigend, mit endloser Ungewissheit beseelt. Throne Of Heresy lädt ein zur Huldigung des 'Schwaren Todes', seid ihr bereit für dieses Fest? So lasset uns gemeinsam feiern, gemeinsam Met und Bier trinkend die Sehnsüchte des 'Schwarzen Todes' uns anhören und verführen lassen. 'Siege Of Caffa', 'The Shores Of Issyk-Kul', 'Silent Vigil' als geheime, huldigende Tipps sollen gelten. Aber, nun, Ruhe bitte, und lasset uns auf diese Zeremonie einlassen.
Leopold    
Punkte: 8.5 von 10
AXEMASTER - Crawling Chaos
Pure Steel Records/Musikvertrieb
Joe Sims ist das einzige Urmitglied der 1982 gegründeten und zeitweise aufgelösten amerikanischen Heavy Metal-Band. Mit "Crawling Chaos" präsentiert er das Zweitwerk im jetzt gefestigten Band-Line Up. Auf Metal-Achives.com werden Axemaster als Power Metal aufgeführt. Wobei hier nicht der Power Metal europäischer Prägung mit viel Geschwindigkeit, hohem Gesang und je nach Band überdeutlich zu hörenden Keyboards gemeint ist. Massacre Records spricht von US Metal, was auch immer das bedeuten mag. Tatsache ist, dass Axemaster auf "Crawling Chaos" einen sehr rohen, Riff-betonten Sound mit zeitweise doomiger Langsamkeit zelebrieren. Die Präzision, der Rhythmus, der Gesang und die Gitarren-Soli erinnern mich gar an alte Slayer, ohne dass Plagiats-Vorwürfe aufkommen könnten. Nach den fünf Power Metal-Bands, welche ich diesen Monat reviewe, schaffen Axemaster die rohe alternative Erholung dazu. "Crawling Chaos" verzichtet auf allen Firlefanz und zelebriert die wilde Wurzel dieses Genres. Hier hat alles Ecken und Kanten und nichts wird glatt gebügelt. Anspieltipps? Scheissegal! Denn das Album überzeugt als Ganzes und nicht mit einzelnen Liedern! Noch lieber als auf CD höre die diesen Sound aber live. Dort werden die zehn Lieder ihre wahre Kraft entwickeln. Wer nicht darauf warten kann, ist mit diesem Album schon mal bestens bedient.
Roger W.    
Punkte: 8.5 von 10
LOCH VOSTOK - Strife
ViciSolum Productions
Schon ihr letztes Album "From These Waters" (2015) war alles andere als schlecht, daher ist es umso schöner zu erleben, dass die bärtigen Schweden ihre Klangburg nochmals einen Etage höher gebaut haben und ihre aktuellen 44 Minuten verspielten, angeproggten Melo-Death heuer aus einer gesunden Höhe in die Runde feuern. Wobei das "Death" mehrheitlich nur auf die Instrumentalisierung zu beziehen ist, denn die fetten, bis zu dreistimmigen Cleangesänge rücken das sympathische Quintett in eine avantgardistischere Ecke. Sänger/Gitarrist Teddy Möller klingt öfters mal ein bischen wie der olle J.B. von Grand Magus, alle Musiker sind an ihren Geräten fit und die Produktion tönt gut, ehrlich und hat sowohl Seele wie auch grosse Momente. Coole Mucke für Anhänger von Bands wie z.B. Persefone oder Ayreon, sehr gelungen. Doublebass, Rhythmusverschiebungen und tolle Melodien, unbedingt reinhören!
Hardy    
Punkte: 8.5 von 10
ALL PIGS MUST DIE - Hostage Animal
Southern Lord Records
Supergroups gibt es auch im Hardcore Punk, will heissen, hier sind Musiker am Werk, die in anderen Bands (Converge, Bloodhorse, Trat Them u.s.w) zusammen gefunden haben. Leute, die mit diesen Bands was anfangen können, aber natürlich auch Slayer-Fans sollten sich dieses Brachial-Werk mal einziehen. Da geht vehement die Post ab, selten wir das Gaspedal zurückgenommen, was natürlich uns gefällt. Auch das gelungene Album-Cover trägt zu dem tollen Gesamtereignis bei. Für mich stellt diese Platte ein echtes Highlight dar, denn so groben Sound hören wir heute selten.
Daniel J.   
Punkte: 8.5 von 10
OVEROTH - The Forgotten Tome
Hostile Media
Brutal-Extreme-Death-Metal, aus Belfast, Northern Ireland, mit brachialer Wucht wie die nordirische Landschaft sich präsentiert, jagt der Vierer seit 2005 in der Formation namens Overoth durch das rauh-herbe und wilde Grün der geteilten Insel. Mit 'The Forgotten Tome'präsentieren uns die Nordiren namens Andy Ennis (Bass, Vocals), Jay Rogers (Drums), Daniel Dempster (Guitars) und Andrew Pennington (Guitars) ihren zweiten Longplayer, nach 'Kingdom Of Shadows' und der EP 'Death Personified' und dem Demo 'Pathway To Demise'. Diese wütende Herde gestandener Metal-Warriors of death ziehen alle Register des Death-Metals, will sagen, Overoth knallen jede musikalische Feinheit des Death-Metal-Genre gewinnbringend und sehr überzeugend in ihren Death-Metal rein. Da sind die Riffgewitter und Horden von Soli, Melodylines, Arpeggis und andere Saitenkünstlereien gepaart mit dem wahrlich satanistisch-göttlichen und wummernden Tieftöner, zusammen mit den stets double-blast-lastigen und unaufhörlich treibenden Killerdrums mit sehr tiefen und wütenden wie aggressiven Vocals, welche eher dem thrashigen Growl zugeordnet können dürfen, einfach nur böse und eine Macht, eine Wand aus Death-Metal-Horden. Unglaublich brutal und dennoch stets Wiedererkennungswerte in den einzelnen Tracks, zehn insgesamt. Man stelle sich dunkle, schwere und tiefhängende Wolken, welche schnell über die felsigen und saftgrünen Landschaftsmerkmale rüberziehen und mit hellen, gleissenden Blitzen lassen die Wiederkennungswerte in den Tracks die Szenerie aufhorchen und durchleuchten, gefolgt mit steten, wütenden, lauten und endlosen Donnergrollen, dem Booster direkt aus der Hölle. Die Produktion ist ebenfalls sehr brutal, schwer und knallhart gelungen, das Coverartwork passt perfekt zum infernalisch-skeletonalen Death-Metal des Vierers. Die teuflische Lithurgie beginnt mit einem sphärischen, kurzen Intro, welches die Kraft und Power des Todesbleies von Overoth unaufhaltsam ankündigt. Anspieltipps sind 'Sigil Of The Empty Throne', 'Harbinger Of The End Times', 'Shaodws In A Thousand Shades Of Black' und der Titeltrack itself 'The Forgotten Tome'. Fans von Broken Hope, alte Atrocity, Debauchery, God Dethroned, Sinister und Konsorten werden hierbei ihre helle - äh ... dunkle Freude haben.
Leopold   
Punkte: 8.4 von 10
WILDNESS - Wildness
AOR Heaven/Non Stop Music
Mit Wildness taucht eine neue Band aus Schweden auf. Ausnahmsweise handelt es für einmal nicht um das gefühlte Projekt Nr. 7835 der selben zwei Dutzend Musiker in neuer Zusammensetzung. Gegründet wurde die Band von Drummer und Songwriter Erik Modin im Sommer 2013. Nach zwei Singles, die in der einschlägigen Szene gut ankamen, konnte man einen Plattenvertrag an Land ziehen. Das Resultat lässt definitiv aufhorchen. Das Genre des Melodic Rock wurde logischerweise nicht neu erfunden. Die Jungs haben aber einerseits die bestehenden Zutaten mit viel Kreativität und Gespür für das Wesentliche verknüpft, andererseits aber auch in anspruchsvolle Songs verpackt. Die Truppe hat jede Menge grossartige Hooks und kreative Melodien verfasst. Das Resultat sind zwölf Tracks die viel Charisma und Tiefgang besitzen. Klar, an Grosstaten der Achtziger reicht man nicht heran, hat den Sound aber glaubwürdig ins hier und jetzt transportiert. Musikalisch nähert man sich abwechslungsweise mal dem AOR von Foreigner, mal dem Hard Rock von Pink Cream 69. Das Ganze bleibt aber immer schön frisch und knackig, die Gitarren dominieren, das Keyboard dient als spezifische Ergänzung. Genau so macht Melodic Spass. Kompliment, tolles Debüt.
Chris C.   
Punkte: 8.4 von 10
DAMNATION DEFACED - Invader From Beyond
Apostasy Records
Well, well, der Fünfer aus Celle, good old Germany, seit 2006 im deathigen Bereich das Unwesen treibend, präsentiert mit 'Invader From Beyond' den dritten Longplayer ihres musikalischen Schaffens. Vom ersten Moment an ziehen Damnation Defaced dich in ihren Bann, groovender Death-Metal mit interessanten Klangexperimenten, genannt in Synthesizer und weiteren elektronischen Parts und Elementen. Da kommen mir gerade Crematory in den Sinn, da sind Damnation Defaced doch schon in der etwas schnelleren Liga unterwegs, aber auch Edge Of Sanity kommt mir da gedanklich in meine Gehirngänge, hat noch nicht minder der Herr Dan Swanö seine Hände ebenfalls im Spiele bei 'Invader From Beyond'. Elf Tracks, die ebenfalls variantenreicher nicht sein könnten, da durch die Mithilfe des Synthesizers doch sehr Sci-Fi-mässige Soundkreationen entstanden sind. Vom genialen Coverartwork, gezeichnet von Juanjo Castellano (Vomitory, Revel in Flesh), welches dieses konzeptisch-futuristische Machwerk gekonnt abrundet, als auch textlich geht es ins Universum hinaus, sowie seinerzeit bei Nocturnus ... ach ja, die hatten sogar einen fixen Keyboarder in ihren Reihen. Was ich aber dennoch ganz klar betonen möchte, der deutsche Fünfer spielt astreinen Death-Metal, also nix mit Verweichligung oder sowas, gelle! Lutz Gudehus (Guitar) und Lutz Neeman (Guitar) - die doppelten Lutze - deathen, riffen, rasen, shredden und thrashen gnadenlos durch die Songs, selbstverständlich untermalend und die Szenerie öffnend mit genialen Doppelmelodieläufen, gepaart mit genialen Soli, mal brutal deathig gehalten, aber auch sehr melodiös - nein, ist definitiv kein Melodic-Death-Metal (!) - gehalten und getragene Soli, einfach passend zum textlichen Konzept und den gehaltenen Breaks und musikalischen Öffnungen. Kim-Patrick Friedrichs (Bass) ist Bindeglied zwischen den Saitenklampfern und den Drums, denn bei den zweistimmigen, deathigen Melodieattacken, verbindet der Bass gekonnt und filigran die entstandene Lücke. Lucas Katzmann (Drums) treibt unaufhörlich den satten und powervollen Death-Metal nach vorne, öffnet zusammen perfekt mit den Gitarren die Sphären zu Neuem auf, so dass eben der Bass als Bindeglied als Puzzleteil perfekt wieder verbindet. Philipp Bischoff (Vocals) ist guttural growlend unterwegs, doch auch sehr thrashig-wütende Gesangselemente ergänzen seinen Kehlentanz. Genau so soll interessant geschriebener Death-Metal klingen, und deshalb hat mich 'Invader Form Beyond' sehr positiv überrascht und mit Songs à la 'The Creator's Fall', 'The Observer', 'Goddess Of Machines', 'Back From Apathy' ... oder eben alle Tracks sind goil, lassen die Death-Metal-Fans laut aufhorchen. Wende mich nun wieder dem deathigen Universum zu und Tschüss ...
Leopold   
Punkte: 8.4 von 10
POLARIS - The Mortal Coil
Sharpton Records/Warner
Die meisten von euch wissen sicher, dass ich nicht der grösste Metalcore-Fan bin. Bei Parkway Drive mache ich aber eine Ausnahme, die Jungs aus Australien sind nämlich recht gut. Polaris sind auch aus 'Down Under' und wollen natürlich, wie könnte es anders sein, ihren grossen Vorbilder in nichts nachstehen und präsentieren uns mit "The Mortal Coil" ein recht amtliches Stück Metalcore. Es wird gebrüllt und clean gesungen wie bei zig anderen Truppen in diesem Genre, aber die Jungs haben dieses gewisse Etwas, man könnte es auch Spirit nennen, was andere eben nicht haben und so wieder von der Bildfläche verschwinden. Macht summa summarum ein gutes Werk, mal schauen, wie sich die Jungs live auf der Bühne schlagen, dann könnte es gut kommen.
Daniel J.    
Punkte: 8.3 von 10
EVERTALE - The Great Brotherwar
NoiseArt Records/Universal
Evertale haben mich 2015 mit ihrem Debüt “Of Dragons and Elves“ voll aus den Socken gehauen – richtig schön epischer Power Metal wird hier geboten! Auch das Nachfolgemodell “The Great Brotherwar“ bleibt der Heldenmusik treu. Diesmal haben sich die Deutschen von verschiedenen RPG Games inspirieren lassen, speziell von “Warhammer 40k“ in der Ära der “Horus Heresy“, in welcher ein Bruderkrieg tobt. Doch auch Games wie “Dawn Of War II“, “Dragon Age: Origins“ und das epische “The Elder Scrolls V: Skyrim“ dienten als Vorlage. Die Deutschen haben sich jedoch nicht nur thematisch von diesen Spielen inspirieren lassen, sondern auch von den teils melodiegewaltigen Soundtracks – entsprechend episch und grossartig kommt der Sound der Offenburger daher. “The Great Brotherwar“ ist tendenziell etwas härter als sein Vorgänger, geht es doch auch um grosse Schlachten, Abenteuer, Ruhm und Ehre. Evertale entführen den Hörer weit weg vom Alltag, in fantasievollere Gefilde mit grossen Geschichten und starken Hymnen. Das Album punktet vor allem mit teils nahtlosen Übergängen zwischen den einzelnen Tracks. Sehr schön sind auch die kurzen, rein instrumentalen Zwischenstücke… Hier lohnt es sich definitiv, das Album in der vorgegebenen Reihenfolge zu hören – also nix für die Random Playlist. Allerdings klingen die einzelnen Tracks schon sehr ähnlich, da wäre ein bisschen mehr Abwechslung wünschenswert gewesen! Auf der anderen Seite sind ein paar wirklich grossartige Gitarrensoli mit von der Partie… Ein Song kommt tatsächlich als Überraschung: Als Bonus haben Evertale “Take To The Sky“ von Van Canto gecovert! Bin aber ehrlich gesagt nicht ganz so überzeugt von dieser Version…. Wirkt ein wenig zu harsch für meinen Geschmack und will nicht so recht passen. Fazit: Evertale hat sich von RPG Games inspirieren lassen und daraus einen epischen Power Metal Soundtrack geschaffen, der sich sehen und hören lassen kann. Allerdings kommt dieser neue Silberling meiner Meinung nach nicht ganz an das Debütalbum heran…
Patricia H.
     
Punkte:
8.2 von 10
OZ - Transition State
AFM Records/Musikvertrieb
Wenn erklärte Favoriten der eigenen Jugend unerwartet neues Material raushauen, dann ist das immer eine heikle Sache. Zum einen freut man sich darauf neue Songs von einer Band hören zu dürfen, die man schon totgeglaubt hatte. Immerhin ist das letzte Lebenszeichen, das starke Comeback-Album "Burning Leather", auch schon sechs Jahre her, zumal darauf neben neuen Tracks auch sechs alte Bandklassiker neu eingespielt worden waren. Zum anderen besteht erfahrungsgemäss die Befürchtung, die alten Helden würden das Level ihrer Glanzzeit nicht mehr halten können und zu einer Parodie ihrer selbst verkommen. Was dieser potentiellen Gefahr entgegenwirken könnte ist die Tatsache, dass von den Originalmitgliedern nur Mastermind und Drummer Mark Ruffneck übrig geblieben ist, der Rest der Bande musste sich aus familiären, gesundheitlichen und zeitlichen Gründen ausklinken. Nun denn, ich kann beruhigt feststellen, dass sich die Band nicht wirklich selbst kopiert und dennoch ihren Trademarks treu bleibt. Wenn das Quintett auch nicht mehr ganz so ungeschliffen und zügellos durch die Botanik rödelt, so bleibt es dennoch der eigenen Berufung treu und serviert uns ultraklassischen, europäischen Heavy Metal der Achtzigerjahre, gradlinig und zeitlos. Dass der mir bislang völlig unbekannte Vince Kojvula (da gibt nicht mal die schier unerschöpfliche Wissensquelle 'Encyclopaedia Metallum' nähere Auskünfte über die musikalische Vergangenheit des jungen Burschen) allerdings einen schwierigen stand bei den alten Fans haben wird, liegt auf der Hand. Rein technisch betrachtet meistert er den Job mit Bravour, verfügt er doch über eine gute Powerröhre mit beeindruckendem Range, der in den besten Momenten ('The Witch') an den jungen Steve Grimmett von Grim Reaper erinnert. Vielmehr wird es darum gehen, ob er punkto Ausstrahlung und Bühnenpräsenz dem etatmässigen Sänger Ape DeMartini das Wasser wird reichen können, diese Frage bleibt zunächst noch unbeantwortet. An der Songqualität wird es jedenfalls nicht scheitern, als einzigen wirklichen Ausrutscher empfinde ich "Whore Of Babylon", welches mir einfach zu stark an "Dark Ages" von Yngwie J. Malmsteen angelehnt ist. Davon abgesehen bewegt sich alles im grünen Bereich, da kann ich nur hoffen, dass die Textzeile "We'll Never Die" zumindest einen Funken selbsterfüllender Prophezeiung in sich haben wird. Zumindest hätte die neue Formation das Potential dazu, den in die Jahre gekommenen Drummer bis zur Rente auf einem guten musikalischen Niveau zu begleiten. Unbestreitbar bleibt allerdings auch die Tatsache, dass kein einziger der neuen Tracks an die grossartige Metal-Hymne "Dominator" vom 2011er Comeback-Album "Burning Leather" herankommt. Ich vermisse den ungemein charismatischen Frontklotz Ape DeMartini halt doch.
Mirko B.     
Punkte:
8.1 von 10
NECROTTED - Worldwide Warfare
Rising Nemesis Records
Brutal, wie ein unaufhörlich auf einen zukommenden, heissen Lavastrom, erfasst mich der vierte Output namens 'Worldwide Warfare' vom Sextett aus dem infernalischen Abtsgmünd, Baden-Württemberg, Deutschland, und fliesst heiss kochend und blubbernd durch meine etwas verkalkten Gehörgängen und brennt sich schlussendlich in meine beiden Gehirnhälften fest. Das Sextett, seit 2008 aktiv, um die Herren Fabian Fink (Vocals) und Pavlos Chatzistavridis (Vocals), Philippe Fink (Guitars) und Johannes Wolf (Guitars), Koray Saglam (Bass) und Markus Braun (Drums) pflegen - und haben sich dem klassischen Death-Metal verschrieben - im Sinne des Death-Metals wohlbemerkt - und wälzen ihr teutonisch-musikalisches Gedankengut stetig vorantreibend in die lechzenden Hirnmassen aller Death-Metal-Maniacs, welche Konsorten à la Debauchery, God Dethroned, Krisiun, Broken Hope und weitere als Einflüsse bezeichnen und eben genannten ihre Seele verkauft haben, um einen weiteren Anhaltspunkt zu gewähren. Selbstredend zelebrieren der Sechser ihre ganz eigene Vorstellung des Necrotted-Death-Metal. Legten sie mit ihren drei vorangegegangen Alben 'Kingdom Of Hades - 2010', 'Anchors Apart - 2012' und 'Utopia 2.0 - 2014' die Säulen für 'Worldwide Warfare', desto heftiger kommen sie mit dem neuen Output auch zurück. Markus' drumming und blasting gibt eine ganz böse Taifunwand her, welche durch Koray's Tieftöner perfekt durch die pflügende Landschaft gesellt, unterstützt durch die höllisch riffenden Saitenreiter namens Johannes und Philippe, welche die baden-württembergische Höllenlawine perfekt über die Landschaftsstreifen grinden, riffen, ergänzen, brutal niedermähen, blasten, so dass die Growler Fabian und Pavlos mit ihren wütenden, gutturalen und aggressiven Vocals alle noch nicht umgenietete und umgemähte Gegenstände dem Erdboden endgültig gleichmachen. Unaufhaltsam zieht sich Necrotted brutal durch die zehn Tracks, kompromisslos, mit unbändiger und endloser Energie, untermalt mit interessanten Songkonzeptionen, Breaks sowie melodiösen Soli oder dann umgehend in shredartigen Arpeggi und Soli zu wandeln. Die Produktion kommt klar und verdammt wuchtig daher, ein goil gestaltets Coverartwork rundet diesen Death-Metal-Erguss hervorragend ab. Als Anspieltipps gelten 'Vile Vermin', 'My Foray, Your Decay', 'Hunt Down The Crown' und 'Babylon'. Brutal übergiessend bis zum letzten Atemzuge.
Leopold     
Punkte:
8.1 von 10
UNDER THE CHURCH - Supernatural Punishment
Pulverised Records
Mit tödlicher Frische peitscht der Zweitling der schwedischen Old-School-Death-Metaller Under The Church auf die Ohren. Viel Gedärm und Eiter sowie jede Menge Geschichten aus der Gruft prägen das vorliegende Werk "Supernatural Punishment" und der Sound ist eine messerscharfe Death Metal-Attacke alter Schule. Schon ein Blick aufs morbide Coverartwork verrät so einiges und macht tierisch Bock auf den Sound der Schweden. Bereits beim Opener "The Stygian Horror" wird klar, in welche Richtung die brachiale Reise geht. Man fühlt sich sofort wohl in der druckvoll, aber dreckig produzierten akustischen Ausgeburt aus tiefergelegten Riffs, abseitigen Leads und polternden Drums. Das Album wartet mit neun hochkarätigen Krachern auf, die nahe am Schaffen der Genre-Legenden Entombed heranreichen. Tief gutturale Growls von Erik Sahlström würzen den brutalen Sound der Axtfraktion, denn die Nirvana-2002-Veteranen Lars Henriksson und Erik Qvick huldigen mit "Supernatural Punishment" offensiv, versiert, rücksichtslos und druckvoll ihrem musikalischen Ursprung. Zwar stechen die überwiegend langsam schleifenden "The Death Of Innocence" und vor allem "Silence Of The Shadows" fies heraus, Ausfälle gibt es auf "Supernatural Punishment" keine. Derb, grob und immer volle Kanne Hau drauf! Under The Church gehen auch bei ihrem Neuling ihren eigenen Weg, und den gehen sie mit Sicherheit nicht alleine. Anhänger von Verwesendem und Verrottendem finden bestimmt ganz schnell den Pfad unter die Kirche!
Oliver H.     
Punkte:
8.1 von 10
EVANESCENCE - Synthesis
Sony Music
Das orchestrale Werk der beliebten Ami-Rocker ist total frisch, und dennoch vertraut. Bei der sanften Darstellung der beliebtesten Lieder der Band wird Amy Lee's Stimme auf wunderschöne Art entblösst und man will nicht aufhören, dem Meisterwerk zu lauschen. Auch werden zwei neue Lieder in diesem Stil veröffentlicht. Für Superfans der Band ein absolutes Muss, aber auch für Einsteiger oder die Experimentierfreudigen Metalheads sowie Klassik-Liebhaber. Trotz aller toller Power habe ich aber den Eindruck, dass das Album etwas ermüdend ist. Dies liegt möglicherweise an der Konstellation der Lieder, welche alle ihre eigene Power haben und kumuliert etwas zu viel für eine Platte sind. Nichtsdestotrotz ist die Scheibe mindestens einen Reinhörer wert!
Mona M.     
Punkte:
8.0 von 10
BAND OF SPICE - Shadows Remain
Scarlet Records
Freunde des gut abgehangenen Schweden-Rock sollten beim Katerstimmung verbreitenden Opener "Only One Drink" nicht gleich erschrecken, der ehemalige Spiritual Beggars-Frontrecke Christian 'Spice' Sjöstrand ist jetzt nicht plötzlich unter die Tom Waits-Imitatoren gegangen. Warum gerade dieser sehr ruhige, melancholische Trinker-Song das dritte Band Of Spice-Album eröffnet, liegt im Thema begründet, welches sich in wie ein roter Faden durch sämtliche Songs zieht. "Shadows Remain" behandelt in verschiedenen Facetten eine finstere Periode im Leben des Sängers, welche durch Dunkelheit, Isolation und dem Konsum von legalen und illegalen Drogen geprägt war. Die Mannigfaltigkeit dieser psychoaktiven Substanzen und deren Wirkung manifestiert sich fast selbstredend in der Vielseitigkeit des neuen Songmaterials, welches sich teilweise weit abseits von den zu erwartenden Heavy Rock-Schoten bewegt und Einflüsse aus Jazz, Funk, Country, Blues und Latino-Tunes zulässt. Natürlich gefallen mir rein akustisch die richtig fetzigen Sachen auf der neuen Scheibe am besten, welche in etwa die Hälfte des Songmaterials ausmachen. Vor allem das arschcoole "Give Me A Hint" rockt wie Sau, auch wenn (oder vielleicht sogar weil) das Mainriff sehr, sehr bekannt klingt. Schon mal "Wild Flower" von The Cult gehört? Da kann man fast schon gar nicht mehr von einem Zufall sprechen. Egal, da schauen wir grosszügig darüber hinweg und stellen stattdessen fest, dass das Album, so heterogen es auch klingt, in sich schlüssig und harmonisch ist. Der Band ist es wunderbar gelungen, die verschiedenen Stimmungen eines Süchtigen einzufangen und akustisch umzusetzen, und dieses Wechselbad der Gefühle zwischen tiefster Depression und schon fast hysterischer Euphorie hat geradezu nach dieser stilistischen Vielfalt verlangt. Insofern ist "Shadows Remain" eine Platte, die einerseits vom Zuhörer etwas Kopfarbeit verlangt, andererseits aber auch durch ihre schonungslose Ehrlichkeit und die technisch einwandfrei umgesetzte Grundidee gefällt.
Mirko B.    
Punkte:
8.0 von 10
BEAST IN BLACK - Berserker
Nuclear Blast/Warner
Anton Kabanen ist vielleicht einigen noch bekannt als Gitarrist von Battle Beast. Als sich die Wege der Truppe und des Griffbrettakrobaten trennten, holte Anton sich den ehemaligen U.D.O.- und Dirkschneider-Gitarristen Kasperi Heikkinen ins Boot und gründete Beast In Black. So, und wer schreit nun ganz überrascht auf, wenn sich der Sound des Quintetts als keyboardlastiger, symphonischer (Speed-) Metal entpuppt? Genau, niemand! Ganz ehrlich, mir gefällt der Sound von Beast In Black um einiges besser als jener von Battle Beast, auch wenn die beiden Truppen musikalisch sehr nahe beieinander liegen. Aber mit «Blind And Frozen» haben die Jungs einen Track für die Ewigkeit geschrieben, der allen Power-Metallern die Freudentränen in die Augen schiessen lassen wird. Diese Mischung aus Nightwish und Children Of Bodom ist schon fast sensationell, zumal hier Kasperi wie ein Weltmeister soliert. Ja, er fehlt mir schon jetzt bei U.D.O. und Dirkschneider. Mit dem eher schwerfälligen «Blood Of A Lion», dem speedigen «Zodd The Immortal», dem an Sabbaton erinnernden «The Fifth Angel» und der Ballade «Ghost In The Rain» haben Beast In Black fast alles perfekt gemacht. Was mir teils aber einfach völlig auf die Eier geht, sind diese Keyboardteppiche, die alles zusammenkleistern. Aber, für diese Art von Metal war ich einfach noch nie der richtige. Anyway, meine Meinung wird eh die Wenigsten interessieren und Beast In Black werden garantiert auf der Erfolgswelle schippern und sich einen goldigen Allerwertesten verdienen.
Tinu    
Punkte:
8.0 von 10
BABYLON A.D. - Revelation Highway
Frontiers Music/Musikvertrieb
Nach 17 Jahren veröffentlichen die ehemaligen Hair-Rocker Babylon A.D. ihr viertes Studioalbum. Im Jahre 2000 schoss das Quintett zum letzten Mal einen Longplayer in die Umlaufbahn, und dann wurde es ziemlich still um die Band. 2016 sah man die Jungs auf dem «Bang Your Head!!!»-Festival. Dort hinterliessen Sänger Derek Davis und seine Mitmusiker aber eher einen bescheidenen Eindruck. So trat ich mit wenig Hoffnung und noch weniger Erwartungen an «Revelation Highway» heran, um positiv überrascht zu werden. Die Herren rocken irgendwo zwischen The Dead Daisies, Tora Tora, Tangier und Cinderella. Von einem musikalischen Überflieger würde ich nicht sprechen, aber zumindest mit «Crash And Burn», «Fool On Fire» und dem leicht melancholischen «One Million Miles» startet die Scheibe schon mal verheissungsvoll und macht Laune. Dass die Jungs aus der Bay Area auch mit ruhigen Parts hantieren, beweist der Einstieg von «Tears», eine Nummer, die sofort unter die Haut geht und dann anzieht. Die grossen Momente findet man aber mit dem rockigen «Don't Tell Me Tonight» und «Saturday Night». «Revelation Highway» ist ein gut rockendes Album geworden, das sicher auch seine Schattenseiten hat, aber durch mehrmaliges Anhören gewinnt. Und im Zuge der momentan grassierenden Hard Rock-Welle sollte die Band, welche 1988 gegründet wurde, locker mitschwimmen können, ohne unterzugehen.
Tinu
   
Punkte:
8.0 von 10
JEFF SCOTT SOTO - Retribution
Frontiers Music/Musikvertrieb
Chaos im Hause Jeff Scott Soto! Zumindest als Fan des quirligen Weltklasse-Sänger verliert man mittlerweile die Übersicht, wo und wie der Ex-Sänger von Yngwie Malmsteen (Mitte 80er Jahre), Axel Rudi Pell (Mitte 90er Jahre) und Talisman (Ende 80er bis Mitte 2000er Jahre) aktiv ist. Das neue Album fördert diese Verwirrung noch. Denn unter dem Kürzel 'Jeff Scott Soto' veröffentlicht der Sänger seit 1994 mal regelmässiger, mal unregelmässiger Alben. Das letzte Werk 'Damage Control' erschien 2012 während 2015 und 2016 zwei Alben unter dem Banner 'Soto' veröffentlicht wurden. Wo jetzt der genaue Unterschied zwischen 'Jeff Scott Soto' und 'Soto' liegt, will sich mir musikalisch nicht erschliessen. Zumal es sich mindestens live um ein sehr ähnliches Line Up handelt. Dazu kommen noch zeitgleiche Engagement beim Trans Siberian Orchestra, W.E.T. und bei Sons Of Apollo. Bei letzterer handelt sich um eine neue Band, bestehend aus dem beiden Ex-Dream Theaterer Mike Portnoi (Schlagzeug) und Derek Sherinian (Keyboards), welche mit Mr. Big's Billy Sheehan (Bass) und Ex-Guns'n'Roses-Gitarrist Bumblefoot ergänzt werden. Was das alles mit dem aktuellen Album zu tun hat? Sehr viel. Denn man bringt in diesen Tagen das Debütalbum raus. Und hier wird klar, was ich schon länger bei Jeff Scott Soto feststelle: Der Sänger verfügt über ein gnadenlos geiles Gesangsorgan, hat dafür aber eher selten ein goldenes Händchen für überragendes Songwriting. Schreibt Soto die Lieder selber, sind diese meistens auf hohem Niveau 'nett'. Killen Sons Of Apollo ohne Ende, ist "Retribution" 'nur' ein gutes Album geworden. Eines allerdings, welches mit zunehmender Spieldauer immer mehr zündet. Die elf Lieder verfügen immer dann über eine gewisse Klasse, wenn sie rhythmischen Hard Rock oder Rock'n'Roll zum Besten geben. Hymnen wie "Feels Like Forever" brauchen dagegen sehr viel Zeit. Zudem beweist das Album, dass ein guter Gitarrist und eine Weltklasse-Stimme nicht reichen, um zwingend Gänsehaut zu erzeugen. Die Standard-Lagerfeuer-Ballade "Autumn" spricht da Bände. Das gibt Hoffnung für schwächere Musiker, um mit guten Ideen mehr zu erreichen. "Retribution" ist kein schlechtes Album. Seine wahre Stärke zeigt sich aber erst mit einigen Hördurchgängen. Vielleicht erfüllen sich aber hier genau die Erwartungen, welche ich aufgrund verschiedener Liveauftritte an dieses Werk hatte: Weltklasse findet man bei den eigenen Liedern von Jeff Scott Soto selten - aber gebt dem Sänger einen fähigen Songwriter, und alles wird gut. Deshalb ist das neue Jeff Scott Soto-Album nur ein gutes Album. Und jetzt soll mir doch noch jemand erklären, wo denn der musikalische Unterschied zur Band 'Soto' liegt!
Roger W.     
Punkte:
8.0 von 10
PROFESSOR EMERITUS - Take Me To The Gallows
No Remorse Records
Epic Metal gepaart mit einer gesunden Dosis Doom geht eigentlich immer, dessen sind sich auch die Jungs von Professor Emeritus aus Chicago bewusst. Und auch wenn die fünf Burschen auf dem Bandfoto aussehen wie Informatikstudenten in den Mittzwanzigern, so sprechen ihre Bandshirts doch eine deutliche Sprache. Neben Textilien mit Omen- und Jag Panzer-Bandlogo ziert da noch ein Quayde Lahüe-Shirt eine Männerbrust (amerikanische Proto Metal-Band, besprochen in der Metal Factory Ausgabe September 2017), man ist trotz des jungen Alters also durchaus traditionsbewusst oder eigentlich sogar schon erzkonservativ, denn auf "Take Me To The Gallows" klingt absolut nichts auch nur ansatzweise modern. Und das ist auch gut so, alles andere wäre einem Verrat an der reinen Lehre gleichgekommen, deren Gründerväter den meisten von uns und auch den fünf Jungspunden von Professor Emeritus geläufig sein dürften. Jedenfalls haben hochkarätige Szenegewichte wie Cirith Ungol und Manilla Road ihre unüberhörbaren Spuren bei den Traditionsmetallern hinterlassen, anders kann ich mir die makellose Reproduktion dieses ganz speziellen Sounds einfach nicht erklären. Und abgesehen von der instrumental eh einwandfreien Darbietung sticht vor allem Frontsirene MP Papai hervor, der mit seiner sehr metallischen, zu high pitch Screams fähigen Stimme den Songs den letzten Schliff in Richtung True Epic Metal gibt. Das einzige, was dem Album fehlt, sind vielleicht ein oder zwei kleine Bandhits, die sich etwas von den anderen Songs abheben. Die eine oder andere griffige Hookline hätte durchaus dafür sorgen können, dass einem ein paar Songs etwas schneller und nachhaltiger im Hirn hängen bleiben. Aber für ein BandDebüt ist diese Scheibe allemal eine reife Leistung, Epic (Doom) Metal-Fans dürfen hier fast blind zugreifen.
Mirko B.  
Punkte:
8.0 von 10
MOTHER OF MILLIONS - Sigma
ViciSolum Productions
'Griechischer Wein' sang einst Udo Jürgens, jetzt heisst es vielmehr griechischer Prog Metal. Das Quintett aus dem Süden schlägt dementsprechend komplexe Songstrukturen ein und kapultiert sich mit "Sigma" zu den Anwärtern auf einen Top 10 Platz in der Jahres-Bestenliste des Prog. Symphony X könnte man auch als Referenz gelten lassen, aber eigentlich brauchen das die Jungs nicht, denn ihr Sound sucht seinesgleichen und erfrischt das eher verstaubte Prog-Genre mit ihrem neuesten Werk. Wie es natürlich üblich ist mit Progplatten, sollte man sich damit Zeit nehmen und ein paar Durchlaufe gönnen. Dann entfaltet sich die ganze Herrlichkeit und es entstehen schöne Glücksgefühle.
Daniel J.  
Punkte:
8.0 von 10
NIVIANE - The Druid King
Pitch Black Records
Namen merken oder aufschreiben, liebe Leute! Die recht neue Band aus Sacramento präsentiert mit The Druid King ein festliches Debütalbum, welches sich in beinahe nullkommanichts in meine persönliche Favoritenliste der Neuerscheinungen 2017 katapultieren konnte. Bisher trat die Band nur auf und perfektionierte die Lieder, um sie schliesslich in Form eines monströsen Longplayers der Welt zu präsentieren. Mit einer gelungenen Mischung aus klassischem Heavy Metal und modernem europäischen Metalsound erhalten wir ein Power Metal Album der oberen Liga. Mit jedem Lied scheint das Album besser zu werden und am Ende wird auf den Wiederholungs-Button gehauen. Ein wahres Newcomer-Glück? Vielleicht, ist auch nicht wichtig. Jedes einzelne Element wurde durchdacht und vermag es bestimmt, selbst sehr anspruchsvolle Hörer zu überzeugen. Die Musik und deren Ausdruck zu beschreiben fällt in diesem Fall besonders schwer, denn alles wurde richtig gemacht. Bestellen und geniessen ist angesagt!
Mona M.
  
Punkte:
8.0 von 10
STEVE WALSH - Black Butterfly
Escape Music/Non Stop Music
Während seine EX-Kollegen von Kansas mit einem starken Studio-Werk und einem noch stärkeren Live-Album punkten, bringt Steve hier ebenfalls ein tolles Solo Werk zu Tage. Nur geht hier etwas rockiger und gradliniger zu. Zusammen mit Gitarrist Tommy Denender hat Steve hier die meisten Songs komponiert Und das sind starke Hard Rock-Nummern mit viel Chor und tollen Gesangsmelodien. Zu hören beim flotten "The Piper", oder "Dear Kolinda", hier geht der Refrain sofort ins Ohr, schöne Melodie. Das etwas modernere und ruhigere AOR-lastige "Wind Of War" wird gesungen von Jerome Mazza und bringt Abwechslung ins Album. "Now Until Forever", ein Mix aus Styx und Foreigner, bringt etwas Ruhe in den Rundling. So geht`s dann weiter bis zum Ende. Die zweite Hälfte des Rundlings verliert im Ganzen etwas an Tempo und hängt dann im AOR fest. Ist keinesfalls negativ zu sehen, sind alles schöne Nummern. Der Rausschmeisser "Billy Carbone Is Dead" ist dann doch noch ein flotter Rock-Song, der den schwarzen Schmetterling würdig abschliesst. Man hört hier 12 gute zeitlose Hard Rock-, Rock- und AOR-Songs, die gute Laune machen. Liebhaber oben genannter Genres können hier eigentlich bedenkenlos zugreifen. Und Steve Walsh-Fans sowieso.
Crazy Beat  
Punkte:
7.9 von 10
JARED JAMES NICHOLS - Black Magic
Listenable Records
Als ich die jugendliche Reinkarnation von Ted Nugent und John Sykes das erste Mal im Herbst 2015 live im Kofmehl in Solothurn als Support von Glenn Hughes gesehen und gehört hatte, klappte mir echt der Kiefer runter! Der gut gebaute Typ mit seinem langen Lockenhaar spielte nicht nur technisch saumässig guten und harten Blues Rock, sondern lebte jeden gespielten Ton gestenreich aus. Vor allem das Stage-Acting erinnerte immer wieder an den durchgeknallten Jagd-Fan aus Detroit. Nach dieser Tour war James dann wieder mehr in der Heimat unterwegs. Nach dem Debüt-Album «Old Glory & The Wild Revival» (2014) und der EP «Highwayman» (2015) hat der quirlige Gitarrist aus East Troy (Wisconsin) nun das zweite full lenght Langeisen am Start. Was gleich auffällt, ist die vergleichseise kurze Spielzeit von knapp über 29 Minuten (!), die aus insgesamt zehn Songs resultiert. Wenn ich aktuell die ziemlich gleich lange dauernde Scheibe der Schweizer Rocker Hysteria daneben hinlege, gilt diese mit sechs Songs "nur" als EP. Allerdings ist das ja eigentlich nichts Neues, denn zum Beispiel «Reign Of Blood» von Slayer dauert in der Originalfassung von 1986 bei ebenso zehn Songs genau gleich lang. Jared James Nichols bringt es halt bei «Black Magic» abermals auf den Punkt und verliert sich nicht in irgendwelchen endlosen Fiedeleien. Dafür braucht er bei acht von zehn Songs keine drei Minuten, um seine Mucke entsprechend in Szene zu setzen. Der Stil ist immer noch gleich, heisst bluesig ausgerichteter Rock, der vor allem live glänzt. Mit Sicherheit nimmt sich Mr. Nichols dort wiederum die Freiheit, entsprechend etwas zu improvisieren oder zumindest die Gitarren-Soli nach Lust und Laune zu strecken. Auf Tonträger vermag «Black Magic», wie der Erstling, auf jeden Fall auch überzeugen, doch Jareds Band als Trio entfaltet die Energie erst auf der Bühne.
Rockslave  
Punkte:
7.9 von 10
THE DARK RED SEED – Stands With Death
Prophecy Productions
Tosten Larson, der bisher unter anderem als Gitarrist und Pianist von King Dude in Erscheinung getreten ist, präsentiert mit "Stands With Death" eine Kostprobe seines neuen Zwei-Mann-Projekts The Dark Red Seed. Die Mini-Trilogie handelt von Niedergang und Tod. Die US-amerikanische Musiktradition, mit der Larson tief verbunden scheint, kriegt dabei einen tiefschwarzen Anstrich. Das rhythmische Wischen der Snare setzt den zähen Fluss allmählich in Bewegung. 'The Antagonist' portraitiert den unaufhaltsamen Verfall Amerikas und der amerikanischen Demokratie. In 'The Master And The Slave' schlängelt sich der Strom weiter durch graue, trockene Landschaften und nimmt die Trümmer der zerfallenden Kultur in sich auf. Auch als der Abgrund am fernen Horizont bereits erkennbar ist, löst sich in 'The Tragedy of Alesund' weiter Material, das vom fortschreitenden Realitätsverlust, der mit der Entwicklung neuer Technologien einhergeht, stammt. Die Situation wird unüberschaubar und die Zukunft scheint höchst ungewiss, als der letzte Klang der Gitarre erlischt. „Stands With Death“ ist nichts für Optimisten. Liebhaber von dunkler, ungewöhnlicher Country-Musik mit Parallelen zu Neil Young und der Stimme Johnny Cashs, kommen dagegen voll auf ihre Kosten.
Patricia L.   
Punkte: keine Wertung
BETONTOD - 1000xLive
Arising Empire/Warner
Die Rheinberger Betontod sind eine deutsche Punkrock-Band, die aber in den letzten Jahren auch vermehrt Metal-Einflüsse in ihrem Sound zugelassen hat. Die Band hat neben sieben Studioalben zwei Livealben veröffentlicht und am 17. Dezember 2016 ihr 1000. Konzert gespielt. Letzteres steht ab sofort nun allen Fans unter dem Namen "1000xLive" zur Verfügung. Betontod mischen die Mitsubishi Electric Hall in Düsseldorf ganz schön auf, und mit den 3500 Zuschauern hatten sie mitunter auch gleich das grösste Konzert ihrer Karriere gespielt. Das Album ist laut und roh und kommt ohne grosse technische Korrekturen daher. Eben wie die Band selbst, nicht aalglatt, mit Ecken und Kanten - und das ist auch ok so. "1000xLive" beinhaltet das Beste aus mittlerweile einem Vierteljahrhundert Bandgeschichte - und diese ist definitiv noch nicht zu Ende geschrieben! Das Album umfasst 23 rotzfreche Tracks, die definitiv zum Pogo einladen. Wer auf die blauen Flecke verzichten will, kann sich das Spektakel vor dem heimischen Fernseher live und in Farbe reinziehen. "1000xLive" ist als Doppel-CD oder als BluRay erhältlich und wartet noch mit ein wenig Bonusmaterial (Originalvideos) auf. Betontod wollen mit dieser Scheibe dem Mainstream gehörig in den Arsch treten und das gelingt ihnen auch! Überzeugt euch selbst!
Oliver H.   
Punkte: keine Wertung
JOHANNES LULEY - Qitara
My Sonic Temple
Der ehemalige Kopf der Ami-Proggies Moth Vellum bringt hier ein spannendes, kompliziertes und abwechslungsreiches Stück Musik über den grossen Teich. Schon der Opener "The Doer" stösst wahrscheinlich den "gewöhnlichen" Musikgeniesser vor den Kopf. Beginnt das Stück mit ruhigen akustischen Gitarren, geht man kurz in einen prog-rockigen Part, um dann mit einem wirren Gitarrensolo, Richtung Jazz mit Sax-Solo abzudriften. Am Ende fährt man die Nummer wieder in ruhiges Gefilde, strange aber interessant. Sonst gibt es ruhige Jazz-angehauchte Nummern wie "The White City", abgefahrene Prog-Songs "Agni Rahasya", Jazz-Tracks "Upness" und sogar Anleihen zu Pink Floyd mit "Hot Sand". Auch sehr schön die Akustik-Nummer "Seconds", oder das von Ryan Downe starke, etwas an Led Zeppelin erinnernde "Sister Six", mit mächtigem Gitarrensolo von Johannes. Das etwas rockige von Johannes getriebener Gitarre klasse gespielt, erinnert ein wenig an Toto. Mit dem Orgel-lastigen "Red And Orange" wandelt man gekonnt auf Yes-Pfaden, starker Song. Zum Schluss haut man mit dem abwechslungsreichen "Hot Sands" noch ne geile Prog Rock/Jazz-Nummer raus, die ein sehr interessantes Werk abschließt. Alles andere als leicht verdaulich, aber echt spannend, was da Johannes Luley und seine Mitmusiker hier auf diesem fast instrumentalen Album bieten.
Crazy Beat 
Punkte:
7.9 von 10
RAM - Rod
Metal Blade/Sony
Die schwedischen Judas Priest veröffentlichen ihr fünftes Studioalbum. Gewohnt stark rifft sich der Fünfer durch die zehn Lieder. Mit Doppel-Leads («On Wings Of No Return») ziehen Sänger Osacar Carlquist und seine Mannschaft ebenso in den metallenen Kreuzzug, wie auch mit einem übergreifenden Konzept, welches sich über die letzten sechs Songs des Albums erstreckt. Inwieweit sich die Herren damit einen Gefallen tun, muss, wie so oft, jeder für sich selber entscheiden. In meinen Ohren klang der Vorgänger «Svubversvm» um einiges eingängiger und knackiger. Auch wenn das galoppierende «Gulag» mit seiner Spielzeit von über sieben Minuten sofort gefällt. Aber die Killertracks des Vorgängers besassen einen viel grösseren Reiz. Deswegen sind Ram nicht auf dem absteigenden Ast, können aber können leider ganz einfach die Messlatte, welche sich die Schweden selber verdammt hoch gelegt haben, nur unterbieten. Auch beim mehrmaligen Anhören entpuppen sich die Tracks als "nur" gut und nicht wie vorher, als Göttergaben. Aber auch dies sei Ram verziehen, denn man kann nicht immer auf dem gleich hohen Level neues Material veröffentlichen. Das mussten vor ihnen auch schon andere Combos am eigenen Leib erfahren.
Tinu  
Punkte:
7.8 von 10
FREAKY JELLY - Reverse
Rockshot Records
In den ersten zwei Minuten des ersten Songs "Reflections" hört man Pink Floyd, Dream Theater und Queensryche in einem Zug. Das geht dann so weiter die ganzen acht Minuten lang, rein Instrumental. Auch der nächste Track "Highest Ground" schlägt 9 Minuten lang in dieselbe Kerbe, nur diesmal mit Gesang, weniger Floyd und mehr Dream Theater. Die Brasilianer richten sich, wie die folgenden Songs zeigen, sehr nach den New Yorker Prog-Königen, aus was das musikalische zeigt. Sänger Ricardo De Stefano macht seine Sache ganz ordentlich orientiert sich aber oft an James La Brie. Auch bei den Instrumentalen Parts wird kräftig bei DT geklaut, wobei sich Drummer Mauricio Grosso, der technisch sehr gut spielt, manchmal in zu vielen und zu langen Files verzettelt. So was kann halt wirklich nur Mike Portnoy. Im Ganzen sind die Songs aber sehr melodiös und gefallen ganz gut, nur ein bisschen mehr Eigenständigkeit hätte dem Rundling gut getan. Aber trotzdem Songs wie das spannende "Hardest Part Of Goodbye" gefallen sehr gut, sind auch sehr gut gespielt. Und das dreiteilige letzte Stück "Behind The Memories" insgesamt 24 Minuten lang, zeigt schon das die Jungs auf sehr hohem Niveau musizieren können, sogar eine klasse Jazz Einlage wird geboten. Und hier ist auch eine gewisse Eigenständigkeit zu finden. Ich denke trotz allem ist "Reverse" ein tolles Stück Prog Metal geworden, mal schauen wie sich die Musik der Brasilianer noch entwickelt wird. Auf jeden Fall ist dieser Rundling hörenswert, trotz der vielen DT Anleihen.
Crazy Beat    
Punkte:
7.8 von 10
IMPERIOUS – Tales Of Woe - The Journey Of Odysseus -
Part I: From Ilion To Hades / Part II - From Hades To Ithaca
Massacre Records Records/Musikvertrieb
Eine recht amüsante Kombination, sprich eine Band aus Deutschland macht Musik über eine griechische Sage und kleidet diese in ein nordisches Klanggewand. Nun ganz so neu ist die Sache nicht, denn Imperious hatte bereits unter Eigenregie „Tales Of Woe - Part: I“ (2015) und „ Tales Of Woe - Part: II“ (2016) veröffentlicht, nachdem es Probleme mit dem alten Label gab. Nun ist Massacre Records in die Lücke gesprungen und schnürt die beiden Scheiben zu einem Paket zusammen um es einer breiteren Masse schmackhaft zu machen. Dies bedeutet in 2 Stunden reist man mit Odysseus zusammen einmal zum Hades und wieder zurück. Tönt spannend und ist es über weite Strecken auch, nur muss man sich bewusst sein, dass so ein Konzept-Brocken mit Songs die bis 17 Minuten dauern nicht zum Schnellverzehr gedacht ist. Musikalisch regiert Epic / Atmospheric Black Metal mit nordischen Melodiebögen, der teils etwas mit Melodic Death Metal angereichert wird und auch nicht davor zurück schreckt mal ruhige Töne anzustimmen. Sieht man die 2 Stunden als Konzept an, so fehlt mir ein wenig der berüchtigte Rote Faden, der Alles verbindet und den Zuhörer immer wieder daran erinnert, dass man sich auf einer Reise befindet, da haben beispielsweise Insomium mit ihrem Epos „Winter’s Gate“ deutlich mehr beeindruckt. Von diesem Aspekt abgesehen, liefern Imperious in beindruckender Weise alles ab was das schwarze Herz eines Epic Black Metal Geniessers zum erwärmen bringt. Schöne Melodien, Breitwand Soundkulissen, verträumte ruhige Momente, Atmosphäre, Gitarrensolos und auch etwas weiblicher Gesang, kurzum es werden alle Register gezogen, welche dieses Subgenre zu bieten hat. Die Produktion dürfte etwas druckvoller sein, doch hier muss man aus Fairness anerkennen, dass bei der Entstehung der Werke wohl der nötige fette Geldbeutel gefehlt hat, zumal wie bereits erwähnt Imperious auch kein Label im Rücken hatte. Anspiel-Tipps könnte ich Einige geben, nur würden die in ihrer Summe gleich mal eine Stunde Musik ausmachen, so beschränke ich mich mal auf „Where Cimmerian Darkness Dwells“ und sollten euch diese knapp 13 Minuten begeistern, so greift in die Hosentasche und huldigt dem Fährmann zwei Silberstücke aus.
R.K.
  
Punkte:
7.7 von 10
EMPIRE - Chasing Shadows (Re-Release)
Pride & Joy Music
Empire ist das Baby von Gitarrist Rolf Munkes, der bekannt wurde durch Majesty, aber auch sein Mittun bei Razorback. Empire ist ein Sammelbecken für erfolgreiche und namhafte Musiker. So gaben sich Sänger Mark Boals (Gesang), Neil Murray (Bass), Anders Johansson (Drums), Don Airey (Keyboards), Tony Martin (Gesang), André Hilgers (Drums), Doogie White (Gesang) oder Mike Terrana (Drums) die Klinke in die Hand. «Chasing Shadows» war das letzte von vier Empire-Alben, welches 2007 das Licht der Welt erblickte. Fans von Deep Purple, Rainbow, Whitesnake oder Malmsteen sollten bei diesem Re-Release ein Ohr wagen. Rolf soliert sehr gut und mit Sänger Doogie kann eh nichts anbrennen. Ein riffbetonter Track wie «The Altar», das hymnische «Mother Father Holy Ghost», das schnelle «Tahigwan Nights», das Rainbow-like «Maniac Messiah» oder das ruhige «A Night Like This» bieten tolles Kraftfutter für Alt-Rocker und finden garantiert auch ihre Freunde bei den Axel Rudi Pell-Anhängern, wobei Rolf um einiges songdienlicher soliert als Mister Pell. «Chasing Shadows» war schon 2007 eine Scheibe, die man sich immer wieder gerne anhörte und hat bis heute nichts von deren Flair verloren.
Tinu   
Punkte: keine Wertung
HYSTERIA - Back To The Oldschool (EP)
Mack Music/Eigenvertrieb
Bei diesem Bandnamen wird man als geneigter Rock-Fan unweigerlich an die gleichnamige Kult-Scheibe von Def Leppard erinnert. Womöglich dachten Arni (g/bv), Manu (b/bv) und Mäse (d) mindestens etwas daran, als sie ihre Combo 2013 gründeten und bald danach mit Luca (g/bv) die Lücke im Line-Up vorerst schliessen konnten. Danach kam erst richtig Leben in den Übungsraum. Das erste Konzert fand am 06. März 2015 im Star-Club (ehemals Rock-City) in Uster statt und das gleich bei voller Hütte! Der optimale Einstieg beflügelte das Quartett, bis sich Manu bald darauf, respektive gesundheitlich bedingt, vom Leadgesang trennen musste. Die Rettung nahte in der Person von Tom Hoochy Coo (Ex-The Dizzies, Ex-King Zebra), der perfekt zur Band passt. Damit war die Basis gelegt, das Ganze auf das nächste Level, sprich einen Tonträger, zu hieven. Mit «Back To The Oldschool» haben Hysteria eine von Mack Schildknecht (China, Fueled By Grace) knackig produzierte 6-Track EP mit einer knappen halben Stunde Musik am Start. Im Schmelztiegel von AC/DC, Dokken, Cinderella, Aerosmith, Mötley Crüe und Konsorten rocken sich Hysteria durch eine abwechslungsreiche Palette an griffigen Rock-Songs. Während der Opener «Heartwall» zunächst Vibes von Angus Young & Co. verströmt und gleich durch den obergeilen Gitarrensound punktet, bringt «Devil's Little Helper» den Fuss sofort zum Wippen. Herrlich zudem, wie hier der Bass von Manu rein bollert! In der Bridge zum Schlussteil höre ich nach dem Solo kurz meine alte Helden von Don Patrol und unterschwellig den kernigen Gitarren-Sound von «Highway To Hell», sprich «Girls Got A Rhythm». Zu Beginn feinere Töne schlägt «Dead Man's Walking» an, um anschliessend aufzuzeigen, wie gut sich erstens die Backing Vocals als Trademark der Band heraus schälen und abermals töfte Guitars aufgefahren werden. Beim akustisch untermalten Party-Song «Groupie #1» beweist der Fünfer, dass er es hier locker mit Steel Panther aufnehmen kann, und Tom Hoochy Coo mag zwar oben weg kein junger Sebastian Bach sein, aber seine Gesangslinien sind stets melodisch und ausdrucksstark. «Overload» macht dann eher einen auf Sixx A.M. - Aber auch in dieser Ecke fühlen sich Hysteria überaus wohl und «River Of Whisky» als Rausschmeisser könnten mitunter The Cult kaum viel besser zelebrieren! «Back To The Oldschool» ist eine absolut tolle Rock-Scheibe "Made in Switzerland" geworden, und bin überzeugt, dass die Jungs live noch ein paar Briketts nachzulegen vermögen.
Rockslave    
Punkte: keine Wertung
SARKE – Viige Urh
Indie Recordings
Mit viel Celtic Frost und etwas Motörhead im Gepäck geht Mastermind Thomas „Sarke“ Bergli (Khold, Tulus) erneut auf eine dunkle musikalische Reise, welche auch diesmal von Nocturno Culto (Darkthrone) am Mikro begleitet wird. Wer nun ein Blast-Gewitter erwartet, der wird von „Viige Urh“ sehr enttäuscht werden, denn primär agiert man im gemässigten Tempo Bereich, mal rotzig frech („Viige Urh“ und „Knifehall“) mal mit einem Fuss im Doom („Punishment To Confession“ und „Evolution And Fate“) und trotzdem versprüht „Viige Urh“ mit jeder Pore pure Dunkelheit. Highlight auf der Scheibe ist einerseits „Age Of Fail“, welches erst nach vorn rockt, mit einprägsamen Leads glänzt und in der Mitte fast schon Richtung Pink Floyd abdriftet, bevor zum Abschluss nochmals Fahrt aufgenommen wird. Andererseits ist es die aussergewöhnlichste Nummer „Jutul“ die glänzt, denn hier kommt als besondere Zutat eine Gastsängerin hinzu, welche teils im Duett mit Nocturno die Welt in einen Schleier der Verlorenheit legt. Wenn man kein emotionaler Krüppel ist, dann wird man spätestens beim Refrain dieser tieftraurigen „Doom-Ballade“ von Gänsehaut befallen, einfach grossartig. Wenn es etwas zu bemängeln gibt, dann der Song „Upir“ der zwar als Mittelmass durchgeht aber irgendwie nicht wirklich zum Höhepunkt kommt. Zählt man diesen Song noch ab, dann sind wir auf gut 30 Minuten Spielzeit, da wäre vielleicht noch ein Song mehr keine schlechte Sache gewesen. Artgenossen welche sich am liebsten in der dunkelsten Ecke der Wohnung aufhalten und es auch mal gerne etwas gemütlicher nehmen, denen kann ich „Viige Urh“ mit gutem Gewissen ans Herz legen, Jungspunde die 666 Schläge in der Sekunde benötigen lassen besser die Finger davon.
R.K.   
Punkte:
7.5 von 10
DANTE FOX - Six String Revolver
AOR Heaven/Non Stop Music
Mit viel Melodie ziehen Dante Fox mit ihrem sechsten Album ins Gefecht. Dass dabei erneut die Stimme von Sängerin Sue Willetts Manford den entscheidenden Ton angibt, war zu erwarten. Von einem «Six String Revolver» kann man aber sicher nicht sprechen, denn die Lieder liegen irgendwo zwischen Saraya und Journey. Musikalisch ist aber wie immer alles bestens dargeboten und macht Freude, sofern man sich gerne rockigen AOR-Sound anhört. So steigt Sue mit ihrer Stimme bei «Lonely» in Höhen auf, die dem Musikfan einen kleinen, warmen Pelz auf die Haut zaubert. Ein Bass-lastigerer Sound hätte dem Gesamtbild, in meinen Augen, sehr gut getan und den zehn Songs einen rockigeren Anstrich verliehen. Sehr gefühlvoll wird es mit «A Matter Of Time». Hier lässt Tim Manford seine sechs Saiten sehr gefühlvoll erklingen, und zusammen mit der kraftvollen Stimme von Sue ergibt dies ein mehr als nur stimmiges Bild. In meinen Ohren hätte es aber durchaus mehr Songs in Form von «Remember My Name» und «Firing My Heart» geben dürfen. Unterm Strich ist «Six String Revolver» ein stimmiges Album geworden, das im AOR-Bereich wie eine kleine Granate einschlagen, aber aus den anderen Bereichen wohl kaum Fans für sich gewinnen wird.
Tinu   
Punkte:
7.5 von 10
SECRET RULE - The Key To The World
Pride & Joy Music
Die klaren Vocals Angela Di Vincenzos verzaubern auch beim dritten Longplayer. Die italienischen Symphonic Metaller hauen wieder ordentlich rein. Sie sympathische Gruppierung hat es einfach drauf und darf nicht ohne Grund für geniale Genre Acts wie Xandria, Serenity, etc. eröffnen. Während das Spiel stark und mit gewissem Charakter die Ohren stark beansprucht (im positivem Sinne!), bringt die wundervolle Stimme Angelas die benötigte Balance ins Gesamtbild und der ausgewogene Mix hört sich einfach gut. Tipp für Einsteiger und Symphonic Metal Fans!
Mona M.    
Punkte:
7.5 von 10
PYRAMAZE - Melancholy Beast (Re-Release)
Inner Wound Recordings
Die dänischen Power-Metaller Pyramaze veröffentlichen ihr Debüt-Album von 2004 neu. Dieses war scheinbar für einige Jahre nicht mehr erhältlich. Der Zeitpunkt ist gut gewählt, brachte die Band in diesem Jahr doch bereits ihr fünftes Album "Contingent" raus. Pyramaze verzichten dabei, allzu sehr in das Erstwerk einzugreifen, und veröffentlichen es mehr oder weniger unverändert. Am Gesang ist also nach wie vor Bandsöldner Lance King und nicht der neue Pyramaze-Shouter Terje Haroy oder einer seiner anderen Vorgänger Matt Barlow (Ex-Iced Earth) oder Urban Breed (Serious Black) zu hören. Leider schliesst sich mit dem Erstwerk auch wieder ein Kreis, der den Bogen bis zum neuen Werk spannt: Die Lieder verfügen zwar über eine gute Mischung aus Power und Prog Metal auf hohem Niveau, wollen mir aber nicht wirklich gefallen. Das war mal anders, als Matt Barlow 2008 das Album "Immortal" veredelte. Damals wollte mir das Songwriting deutlich besser gefallen. Auf "Melancholy Beast" dümpelt aber zu vieles einfach an mir vorbei. Vielleicht liegt es aber auch an den Keyboards, welche den an sich scharfen Gitarrenriffs ihre Härte nehmen und den Sound generell verwässern. Es wäre daher spannend, "Melancholy Beast" in einer anderen Abmischung zu hören. Das Debütalbum von 2004 ist definitiv kein schlechtes Album, aber eines, welches ich mir ausserhalb der Review-Zeit sicher nicht wieder anhören werde. Dafür gibt es einfach zu viele Alben aus der gleichen stilistischen Ecke, welche mir besser gefallen. Wer Pyramaze mag, soll unbedingt reinhören. Alle anderen sind aber mit dem nach wie vor erhältlichen "Immortal"-Album von 2008 besser bedient.
Roger W.    
Punkte: keine Wertung
ATENA - Possessed
Indie Recordings/Irascible
Dieser Norwegische (Death-)Core erscheint trotz genretypischer Elemente nicht so ausgelutscht und kopiert wie die grosse Mehrheit des Genres es leider ist. Mit gefühlvollen Growls, typischen Screams und eingebauten Chören ist dieser frische Sound sehr angenehm zu hören und sogar die teilweise verdächtig nach Rap/Hip Hop klingenden Elemente stören nicht. Die Atmosphäre ist recht dunkel, emotional und teilweise depressiv, was dem Stil jedoch gut kommt. Obschon überzeugend, bleibt dieses Album für mich eher eine Abwechslung. Trotzdem kann ich den Kauf nur empfehlen.
Mona M. 
Punkte:
7.5 von 10
THAKANDAR - Sterbende Erde
Einheit Produktion
Thakandar präsentieren auf ihrem Debüt "Sterbende Erde" rasanten Black Metal, der aber trotzdem mit verträumte Melodien aufwarten kann. Gekreischt wird in verständlichem Deutsch. So wurde Black Metal auch schon vor 20 Jahren gespielt und ruft bei mir einige Erinnerungen hervor. Nach dem rassigen Einstieg mit "Erbschuld", wird auch bei "Hinter dem Schatten" das Gaspedal bis zum Bodenblech durchgedrückt. Handwerklich sind diese Musiker nicht von schlechten Eltern und sie verlieren trotz hoher Geschwindigkeit nie die Orientierung. Mit Mörser-Zeichen und Sirenen beginnt "Signal Of Sorrow" eher gemütlich. Auch in diesem Tempobereich wissen Thakandar sich zu behaupten. Das Gekeife könnte sogar noch giftiger sein, aber das ist Geschmacksache. Die Songs sind leider meistens überlang und verlieren so von ihrer Relevanz. Wesentlich mehr auf den Punkt ist "Todesmarsch 1:Verdammnis", der sich aufs Wesentliche konzentriert. Die Tradition der überlangen Songs wird leider mit "In der Asche der Alten" weiter geführt und jetzt wiederholt sich auch der Songaufbau: Von schnell zu langsam und dann wieder schnell usw.! Als Fortsetzung zum Teil 1 kommt mit "Todesmarsch II:Verbannung" der schwächste Song dieses Albums. Den Abschluss bildet der Monster-Song "Sterbende Erde", der sich über 10 Minuten hinzieht. Diese Album wird einen ganz schweren Stand haben, wenn man bedenkt, was an genialen Black Metal-Alben alleine diesen Monat veröffentlicht wurden.
Roolf    

Punkte:
7.4 von 10
STAHLSARG - Mechanism Of Misantropy"
Non Serviam Records
Bei Stahlsarg als Bandnamen und Musiker, die Eissturm, Eisenfaust, Destruction und Krieg heissen, denkt man automatisch an Rammstein! Aber weit gefehlt, denn die Engländer lärmen wie ein räudiger Bastard aus Black- und Death Metal! Flott geht es zur Sache, aber nicht nur stumpf geradeaus sondern mit ruhigeren Parts wird für Abwechslung gesorgt. Spielen können die Musiker, aber leider ohne grossen Wiedererkennungswert. Zuviel hat man an anderer Stelle auch schon gehört und ich finde auch diverse Parallelen zu Cradle Of Filth, so im Song "Das Fallbeil". Über 10 Minuten zieht sich "Blonde Poison" hin und beweist wieder einmal, dass es eine grosse Kunst ist, so lange Songs ohne Langeweile zu komponieren. Stahlsarg beherrschen diese Kunst leider noch nicht so toll. Mir gefallen Stahlsarg am Besten, wenn sie Vollgas geben wie bei "Pharmaceutical Frontline" und "Burn And Destroy". Das sind zugleich auch die Höhepunkte dieses Albums, das mehr mit Masse statt mit Klasse aufwarten kann. Eigentlich schade, denn Stahlsarg lassen immer mal wieder ihr Können aufblitzen und man hat denkt, warum sind die Songs nicht einfach nur kürzer und auf die vorhandenen und guten Momente reduziert?! Leider hinterlässt dieses Album bei mir nicht einen bleibenden Eindruck!
Roolf    

Punkte:
7.4 von 10
WITCHERY - I Am Legion
Century Media/Sony
Mit "I Am Legion" steht das siebte Album und zugleich das zweite innerhalb eines Jahres der schwedischen Thrasher von Witchery am Start. Ohne grosses Vorgeplänkel geht es mit dem rasanten Intro "Legion" schon ganz fett zur Sache. Leider ist der Übergang zum nächsten Track "True North" etwas holprig und bremst erst mal ein bisschen. Die Situation bessert sich aber sofort wieder, denn der Song hat Power und der Refrain klingt ätzend fies und geht sofort ins Ohr. Der wohl beste Titel des Albums. "I Am Legion" umfasst elf Songs (13 auf der Special Edition) mit insgesamt 40 Minuten Spielzeit. Danach, muss ich leider sagen, fällt der Spannungsbogen stark ab. Schleppend und auch etwas eintönig kommen die weiteren Songs daher, die bis auf "Of Blackened Wing" oder "Sepharic Terror" nicht mehr wirklich Spass machen. Komisch, denn eigentlich ist "I Am Legion" ein solides Thrash Metal-Album mit einigen Black Metal-Elementen, der Sound wirkt kraftvoll und natürlich, nicht überproduziert. Trotz des satten Soundgewands ist es echt schade, dass "I Am Legion" aufgrund des verpatzten Spannungsbogens hinter seinen Möglichkeiten zurückbleibt. Vielleicht wäre weniger mehr gewesen und die Jungs hätten einfach noch ein bisschen mehr Zeit investieren sollen. Das meines Erachtens vorgängige Meisterwerk "In His Infernal Majesty's Service" ist nämlich erst vor einem Jahr rausgekommen. Wer aber auf Thrash, Black Metal im Stil von Goatwhore oder Legion Of The Damned steht, kann sich in jedem Fall selbst ein Bild von der Scheibe machen, denn schlecht ist wirklich anders.
Oliver H. 
Punkte:
7.3 von 10
NEURONSPOILER - Second Sight
Dissonance Records
In den Strassen von London wurde 2009 die Band Neuronspoiler ins Leben gerufen. Ihr Debüt "Emergency" folgte dann allerdings erst 2013. Seitdem sind wieder vier Jahre vergangen und mit "Second Sight" liegt nun ihr Zweitwerk vor. Die Fraktion um Frontmann JR spielt typisch britisch angehauchten und stark von der NWOBHM beeinflussten Heavy Metal. Seine Stimme ist sehr ausdrucksstark und meist in den mittleren Tonlagen zu Hause. Ihre Tracks sind eine gekonnte Mischung aus straighten Abgehnummern, wie etwa den Eröffnungssongs "Reclaim Your Path" und "Slay The Beast", und Liedern wie "Murder City" oder "The Brave One" mit starkem Progressiv-Einschlag. Die Briten legen ausserdem viel Aufmerksamkeit auf Gitarrenarbeit. Nicht nur erstklassige Soli sondern auch gut platzierte Licks verhelfen ihren Tracks zu mehr Power. "This Is Revolution" ist klar der Höhepunkt der Platte und klingt instrumental sowie gesanglich stark nach Titan Force. Die Spielzeit von schlappen 39 Minuten ist nach vier Jahren warten allerdings ein echter Dämpfer, gerade wenn man bedenkt, dass sich mit "Heart Of A Lion" (Racer X, Halford, Striker) noch eine mittelprächtige Coverversion den Weg aufs Album erschlichen hat. Da hilft auch das an Steve Harris angelehnte Bassspiel von Erick Tekilla wenig, das bereits seit dem Vorgängeralbum zum Markenzeichen geworden ist. "Second Sight" ist also ein gut produziertes, progressives, britisches Heavy Metal-Album geworden, dem ein paar Songs mehr und der eine oder andere Ohrwurm sicherlich nicht geschadet hätten. Trotzdem haben Neuronspoiler ein 'reinhören' verdient, da auch talentierte Bands meistens aus der zweiten Reihe starten und auf Support angewiesen sind.
Oliver H. 
Punkte:
7.3 von 10
DEGIAL - Predator Reign
Sepulchral Voice Records
Was für ein blutgetränkter, stürmischer Regenschauer kommt denn daher? Der Norden ruft, Valhalla schickt uns mit Degial ein abstraktes, rohes Death-Metalerzeugnis aus gutem Hause. Pur, roh, schnell, Death gepaart mit Black, in reinster, uriger und roher Form. Der Vierer aus Uppsala, Sverige, bringt mit Thor's Hammer genannt 'Predator Reign' deren dritten Longplayer. Mmh, ebenfalls seit 2006 unterwegs, da haben wir ja mittlerweile ein paar Kandidaten, wie Damnation Defaced, Complete Failure und Konsorten, und doch zeigt es uns die Diversität dieser Bands auf, allesamt in verschiedenen, metallischen Gefilden zuhause, einzig das Geburtsdatum ist eins. Doch wollen wir mal nicht zuviel sinnieren, wenden wir uns doch dem wesentlichen und wichtigen Teil zu, nämlich der musikalischen Ergüsse der zehn Tracks auf 'Predator Reign'. Emil 'Forcas' Svensson an den Drums hämmert seine Parts konsequent, schmerzlos, double-basslastig und straight voran, die Horden aus Valhalla folgen seinem Rufe. Rickard 'R. Meresin' Höggren und Hampus 'Hampe Death' Eriksson an den Sechssaitern riffen und deathen wie auch blacken gekonnt auf der Hauptbühne von Valhalla, die Soli sind sehr kurz, wild, schroff und stürmisch gehalten, ebenfalls straight, ohne zuviel Federlesens oder Firlefranz zu hinterlassen, wie die berühmte Faust auf's Auge, yep. Jonatan 'P.J.' Johansson ist ebenfalls straight black- und deathlastig mit seinem Tieftöner unterwegs. Was fällt auf? Yep, just straight! Old school Death-Metal - und zwar im positiven Sinne - und einfach voll in die Fresse. Das einfach genial gestaltete Coverartwork rundet ebenfalls 'Predator Reign' zu einem richtig goilen, im neu-alt gehaltenen Death- und Black-Metal-Style gehaltenen Output, der einfach so locker und erfrischend daherkommt, wie im dritten cinematischen Teil von Thor's Hammer, 'Ragnarök'. So kann man getrost 'Predator Reign' als den offiziellen, deathigen Soundtrack von eben genanntem cineastischen Teil namens 'Ragnarök'. Ragnarök's Reign of Predator's Degial. Glaub', brauch' dringend einen Met und ihr, die geneigte Leserschaft, zieht euch mal ein paar Songs rein von Degial, old-school as it's newest and best. Cheers!
Leopold
   
Punkte:
7.2 von 10
NIGHT VIPER - Exterminator
Listenable Records
Night Viper lassen sich zumindest optisch schnell in die abgenutzte Female-Fronted-Metal-Retro-Ecke drängen, was dem Sound aber keineswegs gerecht wird. Night Viper orientieren sich deutlich am klassischen Heavy Metal der Frühzeit, kombinieren das noch mit reinem Hard Rock und seichten Thrash-Einschlägen. Diese powergeladene Mischung ist deutlich auf Frontröhre Sofie Lee zugeschnitten, denn ihr Gesang ist das tragende Element ihres Sounds. Dies soll jetzt die Leistung der restlichen Musiker nicht schmälern, denn deren Performance verleiht der Platte ordentlich Antriebskraft und hält die Hörerschaft über die ganze Albumlänge bei Laune. Nüchtern betrachtet ist "Exterminator" aber lupenreiner Heavy Rock mit einem ganz besonderen Unterscheidungsmerkmal zu anderen Bands dieses Genres. Der Gesang von Sofie Lee, deren stimmliche Klangfarbe irgendwo zwischen Gossip`s Beth Ditto oder La Roux-Chefin Eleanor Jackson liegt, drückt den Songs doch ganz schön ihren persönlichen Stempel auf. Zudem versteht sie einwandfrei, wann Power und wann etwas dezentere Melodik gefragt ist. "Summon The Dead" und "On The Run" drängen sich als Hörbeispiele geradezu auf, denn sie dringen sofort ins Ohr und bleiben dort hängen. Der Rest ist auch sehr gut anhörbar, aber die zwei Tracks gehen sofort ins Ohr und bleiben hängen. Bei manchen Songs hat sich der Fünfer sogar Gedanken zum Einstieg gemacht und hält wie bei "Never Win" oder dem fast siebenminütigen "All That Remains" kleine Intros bereit. "Exterminator" ist eine energiereiche Mischung aus Hard Rock und Heavy Metal und einer Frau am Mikro, die das auch stimmlich sehr gut unterstützt.
Oliver H.   
Punkte:
7.1 von 10
ARCKANUM - Den Förstfödde
Folter Records
Schon 25 Jahre haben die Schweden als Arckanum auf dem Buckel und so bildet "Den Förstfödde" den Abschluss des Kapitels Arckanum. Arckanum spielen authentischen Black Metal der zweiten Welle und diesen ohne jegliche Weiterentwicklung. "Den Förstfödde" heisst der Erstgeborene und dieser war der Sohn Jörmungandr von Loki und Angrbooa. Und passend zu Wikingergeschichten fängt das Album mit Meeresrauschen ruhig an, bis dann ein Sturm aufzieht und der Song Fahrt aufnimmt. Leider wird das aufkommende Tempo immer wieder unterbrochen, so ähnlich wie Autofahren mit angezogener Handbremse! Auch wildert Arckanum im Reiche des Viking Metal, was aber zum Teil Ausmasse von einem Hörspiel annimmt. Der zweite Song beginnt auch langsam und zieht sich Kaugummi-artig unnötig in die Länge! Für mich beginnt das Album erst mit dem dritten Song richtig, weil Arckanum ihren altbekannten schleppenden Black Metal mit diesem Song darbieten. Leider ist auch die Produktion sehr verwaschen und trägt nicht zu einem positiven Gesamtbild bei! Eigentlich schade, wenn sich eine Band, nach so langer Zeit, mit so einem schwachen Album verabschiedet. Von diesem Album habe ich wesentlich mehr erwartet und bin wirklich enttäuscht worden!
Roolf
   
Punkte:
7.1 von 10
COMPLETE FAILURE - Crossburner
Season Of Mist/Irascible
Grindcore, x-tremly hardcorig-punkiger Brutal Death-Metal, ganze 14 Tracks werden einem so ins Gehirn gehämmert von dem amerikanischen Vierer aus Pittsburgh, Pennsylvania, welche seit 2006 aktiv sind und dies zu gutem Recht, denn die 14 Tracks sind sowas von roh und brutal, gepaart mit vielen Breaks, Blasts, Grindcorers und ... Bangerparts im punkig-hardcorigen Bereiche, hellyeah. Der Vierer versteht es, gekonnt die rasant schnellen Tracks aufzulockern, um dann sogleich wieder zuzuschlagen. So können wir death-bangend und grindcorend mit Charon, dem altbewährtem Fährmann, die Flüsse zur Unterwelt entgegen begehen bzw. beschippern. Doch nun zurück zum musikalischen Machwerk von Complete Failure, welche mit 'Crossburner' ihren vierten Longplayer in wahrem Höllenfegefeuer präsentieren, so dass sich dem Belzebube ein feuriger Irokesenstrahl zwischen seinen Hörner wächst. Wie gesagt, man vertraut nicht nur dem grindcorigen, deathigen, teils hardcore- und punklastigem und thrashigen Geblaste, nein, man fördert interessante, sphärische Momenten zu Tage, welche dem Album 'Crossburner' die absolute Eigenständigkeit verleihen. James Curl (Guitars und Bass) rifft, shreddet und grindcored, was seine Seele als Saitenhexer nur so herzaubert, mal grindcorig, dann wiederum sehr musikalisch offen gehalten, musikalische Momente die man nicht unbedingt gerade erwarten würde, jedoch stets in Distortion gehalten, interpretiert, beinahe schon klangweltlich tragend in neue grindcore-deathige Sphären entführend. Ebenfalls ist sein etwas punkig gehaltenes Bassspiel passendes Bindeglied zwischen den shreddigen und grindcorigen Gitarrenattacken und dem blastig, grindcorigen Drums, genauso fett und überaus sehr, sehr böse soll das grindcore-deathige Bassspiel sein. Mike Rosswog (Drums) ist ein wahrhaftiger Blastgott an den Kesseln, der es jedoch ebenfalls sehr gekonnt versteht, sein variantenreiches Drumming in die tragend sphärischen und grindcorigen Death-Klangwelten einzusetzen weiss. Und zu guter letzt noch Joe Mack (Vocals), dessen ebenfalls sehr wütende, gutturale Growls perfekt ins Gesamtpuzzle von 'Crossburner, der aber auch sehr thrashige und hardcorelastige Gesangselemente wiedergibt, welche mich etwas - natürlich positiver Energie - an Gerre von Tankard erinnert. Von sehr kurzen Songs wie 'Rat Heart', zu 'Bimoral Narcotic' und dem hardcorelastigen 'Flight Of The Head Case', um einige Höranhaltspunkte zu nennen, so bewegen sich die vier Amis im Bereiche von Terrorizer, Napalm Death, Neurosis, Darkthrone, Mayhem und manch' andere in diesem Bereiche tätigen Bands in ähnlichem Stile nennen zu dürfen. Das Coverartwork passt perfekt zum Gesamtsound von 'Crossburner', so werden Fans besagter Elemente, d.h. von Punk, über Hardcore, über Oldschool-Thrash zu Death- und Black-Metal wie auch Grindcore-Maniacs ihre wahre Freude haben und finden. So, jetzt muss ich mich etwas beeilen, denn Charon, mein Fährmann, wartet ja nicht ewig ...
Leopold   
Punkte:
7.1 von 10
SILVER WIND - Legion Of The Exiled
No Remorse Records
"Miracle Steel", "Steel Against Steel", "Medieval Steel" (Medieval Steel - Cover) - bei den Franzosen Silver Wind darf man wahrlich keine Berührungsängste mit Klischees haben. Dass sie sich dabei musikalisch im Fahrwasser von HammerFall & Co. bewegen (deren "Legacy Of Kings"-Riff man in "Revenge" ziemlich deutlich zitiert), dürfte demzufolge absolut keine Überraschung sein. Allerdings weist ihr Sound auch eine hörbare Affinität zum Teutonenstahl auf ("Steel Against Steel"), was gepaart mit einer gewissen Rohheit im Sound der ganzen Sache durchaus zuträglich ist. Und auch wenn manches Riff und manches Lick in der Power Metal-Nische schon zig Mal Anwendung gefunden hat, braucht das Quintett aus Grenoble den Vergleich mit international anerkannten Acts nicht zu fürchten. Das Instrumentarium sitzt, die Kompositionen gehen gut ins Ohr und Sänger Antoine Volat liefert einen mehr als soliden Job ab. Natürlich hätte man mit einem dickeren Budget produktionstechnisch ein noch fetteres Pfund herausgeholt, aber gemessen an der unbändigen Leidenschaft der Interpreten sind die kleinen Unzulänglichkeiten (leicht verwaschener Drumsound, der Bass und die Leads sind etwas zu weit im Hintergrund) in diesem Fall eher zweitrangig. Auf der Habenseite der Bilanz kann die Band ebenfalls für sich verbuchen, dass sie gänzlich auf eine flötensäuselnde Ballade über das obligate Burgfräulein, das vom üblichen schwertschwingenden Ritter auf seinem Schimmel gerettet wird, verzichtet hat. Verzichtbar gewesen wäre hingegen meiner Meinung nach das Medieval Steel-Cover, zu nahe am Original, zu 'Power Metal - kompatibel', zu wenig überraschend. Da hätte mir die Neuinterpretation eines eher Genre-untypischen Songs besser gefallen, so wie es die grossen Vorbilder HammerFall z.B. mit Twisted Sisters "We're Gonna Make It" gemacht haben. Nichtsdestotrotz haben die fünf Franzmänner fürs Erste eine ganz ordentliche Leistung vollbracht, bei der es hoffentlich nicht bleiben wird.
Mirko B.
   
Punkte:
7.0 von 10
JESSICA WOLFF - Grounded
Metalopolis Records/Phonag
Die Finnische Sängerin Jessica Wolff ist ein echter Adrenalinjunkie, ist sie doch nebenbei auch als Schauspielerin und Stuntfrau unterwegs. Das hört man ihrer Musik allerdings nicht unbedingt an, handelt es sich hierbei doch um eher zahmen Pop-Rock. Dabei steht klar Jessicas Stimme im Vordergrund – der Rest ist schmückendes Beigemüse. Zwar gibt es ein paar schöne Gitarrenmomente zwischendurch, sowie hin und wieder eine melodische Piano-Linie – jedoch bleibt es halt beim klassisch poppigen Einerlei, teils elektronisch verzerrt… Die Texte sind jetzt nicht unbedingt tiefgründig oder poetisch, haben aber deutlich mehr Gehalt als der durchschnittliche Popsong. Durch Jessicas klare Stimme und saubere Artikulation versteht man jedes Wort, was ich immer sehr angenehm finde. Das Tempo variiert verteilt über das ganze Album – es beginnt relativ rockig mit “Reckless“, wird dann wieder etwas gedrosselt für das poppige “Chase Me Down“ und genau so geht es weiter. Für den Titeltrack “Grounded“ wurden dann vermehrt die elektronischen Elemente ausgepackt, wobei er sich ansonsten leider nicht gross vom Rest abhebt. Tatsächlich sind wenige wirkliche Highlights mit dabei, allerdings auch keine Tiefpunkte – die Playlist plätschert mehr oder minder fröhlich vor sich hin… Fazit: Wer auf soliden Pop/Rock à la Roxette steht, der wird hiermit sicher fündig. Das Album sticht nicht wirklich aus dem Genre heraus, bietet jedoch gute Unterhaltung. Allerdings fehlt hier die persönliche, unverwechselbare Note… Tolle Hintergrundmusik, aber Nichts das bleibt.
Patricia H.
   
Punkte:
7.0 von 10
GWAR - The Blood Of Gods
Metal Blade/Sony
GWAR ist eine komische Truppe, die auch als kranke Brüder von Lordi betrachtet werden könnten. Seit dem Tod vom langjährigen Anführer Dave Brockie alias Oderus Urungus ist es still geworden um die Band und ein Fortbestand war mehr als fraglich. Umso erfreulicher die Nachricht für alle Fans, dass die Ausserirdischen einen neuen Shouter und ebenso die Energie gefunden haben weiterzumachen. Der Albumtitel "The Blood Of Gods" bezieht sich auf Oderus' Tod sowie die Kämpfe und Siege, die zum neuen Sound der Band geführt haben. Die Rekrutierung von Gründungsmitglied Michael Bishop alias Beefcake The Mighty war wohl ein ganz entscheidender Schritt, da er momentan das einzige Originalmitglied der aktuellen Formation ist. GWAR waren nie für ihre musikalischen Stärken bekannt, umso überraschender, dass die Scheibe so stark ausgefallen ist. "War On GWAR" startet als siebenminütiges Werk, das groovt und rockt mit wiederkehrenden Doom-Passagen. War so in dieser Art sicher nicht zu erwarten. Musikalisch wird auf "The Blood Of Gods" nur das gemacht, worauf alle Beteiligten Bock haben. Klassischer Heavy Metal trifft auf 70s Hard Rock inklusive Hammond-Orgel. Thrash verabredet sich mit Turbonegro oder so ähnlich. Die Single "I'll Be Your Monster" ist Rock'n'Roll pur und bei "El Presidente" wird das überspitzt Comichafte der Truppe deutlich. Weniger wegen den Bläsern am Anfang, sondern durch die kranke Melodieführung. "Auroch" und "Crushed By The Cross" bedienen eher wieder die Thrasher-Fraktion, wobei vor allem letzteres durch Geschwindigkeit und abgedrehte Wendungen auffällt. "Death To Dickie Duncan" klingt nach Offspring und räudigem Streetpunk der 90er Jahre. Abgerundet wird die musikalische Wundertüte mit dem gelungenen AC/DC-Cover "If You Want Blood (You Got It)". Alle, die GWAR mehr wegen ihrer Musik als wegen ihrer Gummikostüme 'ernst nehmen', dürfen ruhig mal ein Ohr riskieren, denn "The Blood Of Gods" ist ein überraschendes Album geworden.
Oliver H.   
Punkte:
7.0 von 10
GAME OVER - Claiming Supremacy
Scarlet Records
Game Over aus Italien stehen für Bay Area-Thrash Metal. Punkt und aus. Was kann man da noch viel hinzufügen, ausser, dass man natürlich die volle Kanne geliefert kriegt und der Sound auch sehr nach den geilen 80er Jahren klingt. Bis hierhin ist alles paletti, auch das Cover von Mario E.Lopez (Hyades) und der Produzent Joel Grind (Toxin Holocaust) sind guter Dinge. Was mir persönlich fehlt, ist, dass man sich zu sehr auf die 80er konzentriert hat und eigentlich, schade, keine modernen Einflüsse in den Thrash eingebaut hat. Dadurch plätschert die Scheibe vor sich hin und der Hörer nimmt lieber eine echte 80er Thrash-Band aus dem Regal und hat somit seine Freude. Thrasher, die alles haben müssen, können ja mal ein Ohr riskieren.
Daniel J.   
Punkte:
7.0 von 10
BELL WITCH - Mirror Reaper
Profound Lore Records
Nachdem ich meine Files für diesen Monat heruntergeladen hatte, dachte ich, beim Release von Bell Witch sei etwas schief gelaufen. Nur ein Stück auf dieser Scheibe? Kann nicht sein, also flugs zur Kontrolle den Begleitschein studiert und danach erst mal leer geschluckt. Tatsächlich hat das kalifornische Funeral/Drone Doom-Duo einen einzigen Song auf die LP gepackt, und der dauert sage und schreibe üppige 83 Minuten. Danach war ich dementsprechend gespannt darauf, wie es das Duo anstellen würde, einen Songmonolithen von solch unglaublichen Dimensionen spannend zu gestalten. Das Resultat war zunächst zwar nicht ernüchternd, aber doch relativ durchwachsen. Ich konnte mich nicht des Eindrucks erwehren, dass hier einiges durch das Doom'sche Stilmittel der Super-Zeitlupe einfach nur künstlich in die Länge gezogen worden war. Am Ende des Albums musste ich aber dann feststellen, dass die zwei Musiker genau das erreicht hatten, was der grundlegenden Intention dieses Werks entspricht: "Mirror Reaper" hat mich emotional berührt. Die durchgehend zutiefst melancholische Grundstimmung alleine macht die Besonderheit dieses Tracks nicht aus, es ist viel mehr die Tatsache, dass selbst die harten, schweren Passagen so hart doch nicht sind. Auf dieser Scheibe wird nie wirklich brachial gelärmt sondern stets kontrolliert und konzentriert musiziert. Dabei sorgen die immer wieder eingesetzten sakralen Gesangseinlagen für noch mehr Tiefe und meditative Atmosphäre. Überhaupt scheint es eine herausragende Stärke der Band zu sein, Mut zu ausgedehnten leisen Tönen zu haben, was sie phasenweise in die Nähe des klassischen Psychedelic Rock rückt, und zwar auf eine schon fast extrem basische Art und Weise. Six String-Bass, Drums, Gesang, fertig, mehr braucht es in diesem Fall nicht, um den Zuhörer beinahe zu hypnotisieren. Und wenn Drummer Jesse Shreibman dann noch zusätzlich sehr dezent die Hammond-Orgel bedient, ist das ganze Instrumentarium schon fertig aufgezählt. Es ist irgendwie schon eine Kunst, aus einem Minimum an Equipment etwas dermassen Gewaltiges und Stimmiges zu gestalten, und genau dieses Kunststück ist Bell Witch gelungen. Wer eine Affinität zu schwermütigen, melodischen Klängen hat, welche der Dynamik zuliebe auch gerne immer wieder relativ sanft und leise ausfallen dürfen, liegt hier genau richtig.
Mirko B.    
Punkte:
6.9 von 10
LICENCE - Licence 2 Rock
Metalapolis Records/Phonag
Ludwigsburg ist die Heimatstadt von Bandgründer Steam Thiess, der seine Tochter hinters Mikrofon setzte, die wie eine leicht kräftigere Göre beziehungsweise Schwester von Steve Summers (Pretty Boy Flody) klingt. Somit hätten wir auch schon die Marschrichtung vorgegeben. Die Songs basieren auf einem Riff, der Sleaze tropft aus den Rillen und Spass steht an oberster Stelle. Und was Licence machen, machen sie zu Beginn gut. Songs wie «Don't Touch The Light», «Reflections», «Metal Train» oder «Turn On The Radio» wissen zu gefallen. Allerdings klingen die Tracks nach einer gewissen Zeit sehr monoton. Das liegt leider auch an der Stimme von Jacky Coke. Als variationsreich kann man den Gesang nicht unbedingt einordnen, aber mit einem gewissen Promillegehalt spielt es keine Rolle mehr, da man die Texte eh nur noch mitgröhlt. Für Sleaze-Fans sicherlich eine ganz tolle Scheibe, für Rock-Fans ein Album, das man durchaus antesten sollte, für alle anderen ein weiteres Werk, von dem man die Finger lassen kann.
Tinu  
Punkte:
6.8 von 10
IDLEWAR - Rite
Off Yer Rocka Recordings
Liebe kann man in der Tat nicht erzwingen, egal, wie verbissen man sich darum bemüht. So kommt es dann auch, dass ich mit dem südkalifornischen Heavy Rock-Trio einfach nicht warm werde. An der Stimme von Bassist James Blake kann es nicht liegen, der verfügt über eine amtliche Rockröhre, welche in den besten Momenten ganz fern an Glen Hughes' göttliches Organ erinnert. Ebenso wenig liegt es an der powervollen Produktion, welche den Dicke-Eier-Rock von Idlewar bestens in Szene setzt. Vielmehr liegt mir die stilistische Unentschlossenheit der Band quer im Magen. Der viel gelobte Heavy/Blues Rock der Band will sich mir einfach nicht erschliessen, weil er mir vermutlich eine Spur zu düster und zu schräg ist. Tatsächlich klingen manche Nummern so, als habe man versucht, latent doomigen Blues Rock mit der avantgardistischen Dissonanz von Voivod während ihrer psychedelischen Phase zu kreuzen, was dann selbst potentielle Groover wie "Hold On" völlig ins Abseits schiesst. Andernorts ist man (vermutlich völlig zu Recht) voll des Lobes für das Powertrio, auch meinerseits kann ich das handwerkliche Geschick nicht im Geringsten bemängeln. Nur das Endresultat dieses kreativen Könnens geht mir einfach zu stark gegen den Strich, für traditionellen Blues Rock klingt das alles zu modern, für Modern Rock hingegen wieder zu bluesig, da sitze ich einfach irgendwie zwischen Stühlen und Bänken. Ist nicht meins, aber deswegen auch nicht schlecht, da kann ich trotz allem guten Gewissens eine solide Durchschnittsnote zücken.
Mirko B.
  
Punkte:
6.7 von 10
HOUSTON - III
Livewire / Cargo Records
Was für eine bescheuerte Idee sich nach einer Amerikanischen Grossstadt zu benennen. Da das offizielle Label Infoblatt kaum mit verwertbaren Fact der Band bestückt ist, google man nun 'Houston' und 'Band'. Ergebnis: nichts! Dass das Album den aussagelosen Titel III trägt, ist auch keine Hilfe. Das Werk ist übrigens nicht das Dritte, sondern das Fünfte. Sonderbare Band. Also halten wir uns an die wenigen verfügbaren Infos. Die Truppe ist seit 2010 aktiv. Effektiv in Erscheinung tretten konnte man mit dem Cover des Songs 'Runaway', das für ein BMX Video von Red Bull verwendet wurde und auf Youtube 74 Millionen Mal angeklickt wurde. Ob das wiederum unsereins interessiert ist mehr als fraglich. Nun, die Band ist im AOR / Melodic Rock verwurzelt. Die Jungs um Sänger Hank Erix haben die zehn Songs mit einem deutlichen Westcoast Anstrich versehen. Dies bedeutet man drückt kaum einmal richtig aufs Gaspedal. Das Songmatreial ist zwar gar nicht einmal schlecht. Die eine oder andere ansprechende Melodie ist auszumachen. Auch mal ein Hook bleibt hängen. Unter dem Strich ist das Album aber farblos und fade. Einzuordnen unter ferner liefen.
Chris C. 

Punkte: 6.6 von 10
SAVAGE MESSIAH - Hands Of Fate
Century Media/Sony
Englischer Metal, der niemandem weh tut, aber auch nicht als Glanzlicht hell erstrahlt. Savage Messiah haben ihr viertes Album veröffentlicht und bieten unterhaltsamen Metal, der irgendwo zwischen Riot, Lizzy Borden und Judas Priest liegt. Es klingt alles gut. Einprägsame Melodien werden mit harten Riffs verbunden und gesangtechnisch klingt das Endergebnis ganz gut. Und wenn man bei «Lay Down Your Arms» noch (fast frech) bei Metallica klaut, geht das mit einem Augenzwinkern durch. Viele der Riffs klingen aber sehr ähnlich. Auch die Stimme von David Silver kann nicht über eine gewisse Monotonie hinweg täuschen. Selbst das Aufhorchen beim Solo von «Eat Your Heart Out» ist nur von kurzer Dauer. Schade, denn es scheint, dass Savage Messiah Potenzial aufweisen, das sie leider nicht, noch nicht oder noch immer nicht ausschöpfen. Testet «Hands Of Fate» vorsichtig an, aber es gibt einfach zu viele bessere Bands aus diesem Bereich.
Tinu 

Punkte: 6.5 von 10
PURPLE HILL WITCH - Celestial Cemetary
The Church Within Records
Das stimmige Intro zum Opener "Ghouls In Leather" vermag nicht darüber hinwegzutäuschen, dass sich die Norweger Purple Hill Witch etwas zu offensichtlich aus dem Baukasten der klassischen Doom-Riffs bedienen. Dementsprechend beliebig und wenig fesselnd klingt demnach das Ganze, irgendwie, als ob die drei Nordlichter Underground-Giganten der Sorte Count Raven nacheifern möchten, ohne wirklich deren beklemmende Klasse zu erreichen, zumal die Vocals von Sänger/Gitarrist Kristian nicht besonders charismatisch oder ausdrucksstark klingen. So kommt es, wie es kommen muss, die ersten paar Tracks plätschern relativ unspektakulär an einem vorbei, bis das überraschende "Around The Universe" die zweite Albumhälfte eröffnet, welche die Band unerwartet in ein anderes Licht rückt. Plötzlich weiss das Trio wirklich zu gefallen, weil es sich in der genannten Nummer wie auch in "The First Encounter" oder dem Schlusslicht "Burnt Offering" etwas vom festgefahrenen Doom-Pfad distanziert und stattdessen einen deutlichen Schlenker Richtung Proto Metal wagt. Erst in diesen Momenten zeigt es sich, wieviel Siebzigerjahre-Spirit eigentlich in diesen Jungspunden steckt, und ich kann ihnen nur schwerstens empfehlen, diesen Weg weiter zu verfolgen anstatt auf Teufel komm raus die finstere Doom-Kapelle raushängen zu lassen. Diesmal reicht's nur für eine gute Durchschnittsnote; ich hoffe, dass da künftig mehr drin liegt, das Potential dazu wäre zweifellos vorhanden.
Mirko B. 

Punkte: 6.5 von 10
BUTCHER BABIES - Lilith
Century Media/Sony
Zwei Jahre nach dem letzten Werk "Take it like Man" (2015) krachen die Butcher Babies aus den USA wieder los. Die zwei ehemaligen 'Playmates' Heidi Shepard und Carla Harvey prägen diese Band natürlich mit ihrem Brustumfang. Das sich Titten gut verkaufen, weiss jedes Kind, aber nicht jedes Kind weiss, das Titten derben Sound produzieren. Pantera, Fear Factory oder Maschine Head stehen für den Sound dieser Band, die eigentlich niemand so richtig ernst nimmt, aber doch in aller Munde ist. Musikalisch kreischen und singen die Mädels amtlich und auch der Rest der Truppe mach recht gut mit, nur ist leider in diesem 'Einheitsbrei' kein richtiges System vorhanden. Doch braucht diese Band ein System? Nein dafür zeigt man die weiblichen Reize, was reichen sollte, um ein paar Alben zu verkaufen. Wem's gefällt bitte bedienen!
Daniel J. 

Punkte: 6.5 von 10
GODSTICKS - Faced With Rage
Kscope/Irascible
Gut, ok, zu Beginn dachte ich, dass "Faced With Rage" ein ordentliches Stück moderner Rockmusik sein könnte - da sind eingängige Hooks, eine eindringliche, wenngleich auch weinerlich klingende Stimme, einen gewissen Drive... Aber leider, leider wird dies nicht über das gesamte Album hinweg gehalten. Was zu Beginn mit "Guilt" und "Hard To Face" noch relativ hart rockend daherkommt, wird dann ab "Open Your Eyes" bereits in eine eher progressive, weniger harte Richtung gelenkt. "We Are Leaving" könnte man dann als Ballade verstehen, wobei man dann mit "Angry Concern" wieder ein wenig in die härtere Richtung geht - ab hier wird's dann seltsam. Es ist eine Art moderner Rockmusik, vermischt mit Nu Metal-Elementen, welche aber immer wieder stark in die Progressive-Ecke gestellt wird. Ist ja im Prinzip nicht schlecht, aber wenn alles so ungefähr die selbe Schiene fährt, ist die Abwechslung nicht wirklich gegeben. Wenn man einzelne Tracks für sich hört, funktioniert "Faced With Rage" ohne Probleme, aber im Gesamtbild stellt sich einfach eine gewisse Ermüdungserscheinung ein - der Hörer dürfte somit kaum bei Stange gehalten werden. Sagen wir's so: Wer auf Bands wie Steven Wilson, The Pineapple Thief, A Perfect Circle und Konsorten steht, der dürfte mit Godsticks etwas anzufangen wissen. Die meisten aber, so wie ich, dürften "Faced With Rage" zwar wohlwollend abnicken (technisch gesehen kann man nix bemängeln), aber sich dann anderem Stoff zuwenden. Für Connaisseure, würde ich mal sagen.
Toby S.   
Punkte: 6.5 von 10
ARRAYAN PATH - Dawn of Aquarius
Pitch Black Records
Überraschend ist der Epic Power Metal der Zyprer allemal, schon vom ersten Ton an. Das starke Zusammenspiel wird konsequent durchgezogen, weshalb es komisch erscheint, dass die Qualität nicht durch das ganze Album hindurch dieselbe bleibt. Bei einzelnen Liedern fehlt die Power, die bei anderen Liedern fast verdoppelt wird. So erscheint das Album disharmonisiert zu sein und dies ist extrem schade. Trotzdem mach das Album alles in Allem Spass und es lohnt sich, zur Abwechslung mal reinzuhören.
Mona M.  
Punkte: 6.5 von 10
ANDRAS – Reminiszenzen
Einheit Produktionen
Mit neuem Sänger und Album im Gepäck, meldet sich nach 7 Jahren Abstinenz die deutsche Pagan/Black Metal Combo Andras aus der Versenkung zurück und dies gleich mit 13 Songs die auf über eine Stunde Spielzeit kommen. Viel Futter also für Waldläufer und hungrige Mäuler welche das Moos von den Bäumen lecken und wäre ich 20 Jahre jünger, würde ich wohl vor Freude nackt um ein Feuer hüpfen. Hier gilt es gleich anzumerken, dass glücklicherweise Andras nicht wie viele andere Genre Vertreter eine Ode an ausufernde Saufgelagen anstimmen, sondern durchaus bemüht sind, ernsthaftere Töne anzustimmen auch wenn diese nicht immer ganz frei von Pathos sind, was jedoch typisch für Pagan Metal ist. Richtig Spass macht „Reminiszenzen“ wenn die Jungs den Schwarzen Knüppel auspacken und die Bühne frei machen für die rasenden Black Metal Riffs wie in „Der Blinde Mann“, „Altar Der Finsternis“, „Phantasma“ oder „Im Schatten Der Flammen“, auch wenn man das Rad dabei nicht neu erfindet, so bringen diese die Wurzelsuppe zum kochen. Auch gelungen „Der Raubschütz 1“ und „Der Raubschütz 2“, welche mit akustischen Elementen und variablem Tempo Spannung aufbauen können und man sich wie in eine kleine Geschichte hineingezogen fühlt. Solche Momente, wo man mit den Gedanken in die Musik abtaucht hätte ich mir etwas mehr gewünscht, zumal Andras gerade mit diesen Songs beweisen, dass sie es eigentlich drauf haben. Was mir teils richtig sauer aufstösst ist das penetrante Keyboard, welches oftmals viel zu viel Raum für sich einnimmt und zu sehr im Vordergrund steht. Die Klangfarben wirken teils so unnatürlich wie ein Weihnachtsbaum aus Plastik und mir ist es irgendwie ein Rätsel, warum so viel Gewicht darauf gelegt wurde. Einzig bei „Der Blinde Mann“ wo die Tasten dezenter im Hintergrund agieren, stören diese nicht, doch wer es mag mit Tasten-Akkorden zugepflastert zu werden, der wird von „Reminiszenzen“ begeistert sein. Wenn ich mir nun noch als Referenz Werk „Nektar“ von Nocte Obducta heran ziehe dann fehlt mir auf „Reminiszenzen“ ein „Killersong“ des Kalibers „Und Pan Spielt Die Flöte“. Auch wenn Andras viele Melodien verarbeiteten, so schafft es kein Song sich derart in die Hirnrinde zu bohren, wie dieser Klassiker der Mitstreiter aus dem eigenen Heimatland.
R.K.    
Punkte: 6.2 von 10
EMBRYO - A Step Beyond Divinity
Art Gates Records
Diese italienischen Krachmacher existieren seit der Jahrtausendwende und sind mir nicht unbekannt, denn wir haben die Bühne geteilt und bei mindestens zwei Gelegenheiten habe ich sie als Support erlebt. Ihr wuchtiger, getragener Death Metal ist fast flächendeckend mit Keyboardsounds aufgefüllt und wirkt dadurch entsprechend fett, lässt im Gegenzug aber zwangsläufig Dynamik und Feinheiten auf der Strecke. Eigentlich schade, denn Sänger Roberto Pasolini verfügt über ein cooles Organ und die Kompositionen wirken stimmig und durchdacht. Aber "A Step Beyond Divinity" erzeugte in meinem Bauch weder Schmetterlinge noch Brechreiz, es ist halt einfach "nur" ein gutes, modernes, fast schon langweiliges Death Metal-Album geworden. Ich wünsche mir daher für die nächste Embryo-Platte mehr Mut zu Abwechslung und Experimenten und einen natürlicheren Drumsound, denn das können sie besser. Reinhören und selbst entscheiden.
Hardy    
Punkte: 6.5 von 10
THREAT SIGNAL - Disconnect
Agonia Records
Technical Metalcore oder Melodeath heisst es im Infoblatt der Kanadier um Threat Signal. Die waren doch mal im Jahre 2005 mit Christian Olde Wolbers im Studio und spielten brachialen Fear Factory-Sound. Anscheinend haben sich die Nordamerikaner verkracht und heute ist nur noch Originalmitglied Jon am Mikro dabei. Dass man es jetzt nach ein paar Jahren wieder geschafft hat, eine Platte zu machen, wird sicher viele Fans der Truppe freuen. Leider ist beim ersten Hördurchgang die grosse Ernüchterung eingetreten, denn die Kanadier besinnen sich heuer mit einem Mix wie schon anfangs erwähnt mit Metalcore und melodischem Thrash/Death Metal. Das ist alles gut und recht, aber die Magie vom Debüt "Threat Signal" erreichen sie nie und nimmer. Ich finde, man hätte es sein lassen sollen oder das Ganze unter einem neuen Namen starten, aber so ist es echt irritierend. Schlecht ist nicht alles, aber wenn Slayer auf einmal wie Bon Jovi klingen, hört für mich der Spass auf. Schade, da wäre weit mehr drin gelegen.
Daniel J.    
Punkte: 6.0 von 10
HIMMELLEGEME - Myth Of Earth
Karisma Records
Die Herren um Sänger und Gitarrist Aleksander Vormestrand kommen aus Bergen in Norwegen und legen hier ihr Debütwerk vor. Irgendwo im düsteren psychedelischen Prog Rock zu Hause, klingt man dann auch dementsprechend düster, melancholisch und depressiv. Gesungen wird auf Englisch und Norwegisch. Das Ganze meist mit viel Hall in der Stimme und in langsamerem Tempo, damit man noch düsterer klingt. Das musikalische Hauptgewicht liegt im Gesang, der auch oft in Kopfstimme wechselt. "Myth Of Earth" ist zum Beispiel ein solcher Song, der aber mit seinem Blues-Feeling echt klasse klingt. Tolle, mit viel Gefühl gespielter Gitarre, da wird man als Zuhörer in die Welt der Norweger hineingezogen und mitgetragen. Herzstück ist das 10 Minuten lange "Fallvind". Hier kommt mal wieder das in vielen Bands vorkommende Porcupine Tree-Feeling auf. Melancholie und gefühlvolle Gesangspassagen, die von schwebenden Keys und Gitarren getragen werden, alles in schleppendem Tempo und mit Key und Synthie-Spielereien und leicht chaotisch. Und so ist die Musik der Norweger sicher nicht jedermanns Sache. Vor allem nicht für depressive Menschen, ansonsten mal reinhören und selber entscheiden.
Crazy Beat 
Punkte: 5.9 von 10
CHRONUS - Chronus
EMP Label Group
Schweden und Rockmusik - das ist im Prinzip schon mal ein Garant für gute Mucke. Oder könnte einer sein, sagen wir's mal so. Denn Chronus spielen auf ihrem wirklich gut produzierten Debüt eine Art melancholischer Rock, der aber einfach nicht aus den Puschen kommen will. Die Melodien ähneln sich nach kürzester Zeit, und die eintönige Stimme des Sängers hilft da leider auch nicht wirklich weiter. Lichtblicke sind da die Instrumental-Nummern "White Mountain" und "Falling From Apogee" sowie der letzte Track "Hold Me (Set Me Free)", der zugleich auch der längste Track der Scheibe darstellt. Kurzum: Chronus hätten das Zeug, eine ordentliche Rockband zu werden, und es schimmert auch immer wieder durch, was möglich wäre. Aber für mehr als 'ganz nett' reicht es (momentan noch) nicht.
Toby S.  
Punkte: 5.5 von 10
ETERNAL FLIGHT- Retrofuture
Massacre Records/Musikvertrieb
Es gibt Bands, die mich nach etlichen Jahren als Liebhaber dieser Musik an meinem Geschmack zweifeln lassen. Werde ich alt, konservativ, egoistisch, rechthaberisch, heikel, zickig oder gar dieser Musik müde? Die Antwort lautet wahrscheinlich: von allem etwas! Eternal Flight fordern mich also heraus und dies wieder einmal nicht primär mit ihrem Songwriting, sondern mit den hohen Gesängen ihres Shouters. Überzeugt dieser in den tiefen, müssten dem Tonträger für die hohen Frequenzen Hörschütze mitgeliefert werden. Wie kann jemand seine Zuhörer nur derart quälen! Ich nehme an, dass Massacre Records vorher vertieft in dieses Album reingehört haben, bevor sie die Band unter Vertrag und das Album veröffentlicht haben. Und ich gehe deshalb davon aus, dass die hohen Frequenzen (hoffentlich) reine Geschmacksache sind. Nur entspricht dieser deutlich nicht meinem Gutfinden. Nehmen wir die Lieder ohne oder nur mit den tiefen Gesängen, stellt sich "Retrofuture" als äusserst gelungener Bastard zwischen Heavy, Thrash, Melodic, Power und Prog Metal heraus. Die Lieder wechseln zum Teil innerhalb der Songs den Stil und sorgen immer wieder für kleine Überraschungen. Mit 61 Minuten ist "Retrofuture" vielleicht ein wenig zu lange geworden. Dieser Eindruck könnte aber am bereits ausführlich beschriebenen Problem liegen. Wer dieser stilistischen Mischung eine Chance geben möchte, darf gerne ein Ohr riskieren. Ich tue mir das aber nicht mehr an.
Roger W.    
Punkte: 5.5 von 10
FOZZY - Judas
Century Media/Sony Music
Die Band des ehemaligen Wrestlers Chris Jericho trat mit seinem neuen Steckenpferd erstmals um die Jahrtausendwende in Erscheinung und hat sich seither vor allem in der Heimat einen entsprechenden Namen geschaffen. Der mir bekannte erste Livebesuch in europäischen Gefilden liegt schon eine ganze Weile zurück und zwar beehrte uns die Truppe vor fünfzehn Jahren am BYH!!!-Festival in Balingen (D). 2011 spielten Fozzy unter anderem in der Schweiz als Support von Anthrax, und heuer sind Chris und seine Jungs auf der aktuellen Tour von Hardcore Superstar mit dabei. Soundmässig lärmen die Amis in der Schnittmenge zwischen Sixx A.M. und Mötley Crüe zu Zeiten von «Saints Of Los Angeles». Dazu gibt es auch weniger harte Rock-Tracks mit leicht modernem Touch, generell auf "lautmelodisch" getrimmte Vocals und das Ganze klar ausgerichtet auf das Publikum in der Heimat. Dazu kommt teils noch massig Synthie-Zeugs, das manchmal, wie bei «Weight Of The World», mehr nach Düster-Pop als Rock klingt. Unter dem Strich ist das mittlerweile halt typische Ami-Mucke, die nur ein Ziel kennt, nämlich möglichst die breite Masse anzusprechen und das mit Vorteil gleich in den grössten Arenen. Während die genannten Sixx A.M. als Paket und nicht nur wegen Nikki Sixx durchaus ihren Reiz haben, langweilen mich Fozzy auf dem neuen Album «Judas» spätestens nach dem dritten Song. Des Weiteren klingen die mir zugesandten mp3 Promo-Files ziemlich scheisse, das heisst ordentlich übersteuert. Ein Grund mehr, dieses Audio-Schlachtfeld umgehend wieder zu verlassen.
Rockslave     
Punkte: 5.5 von 10
THEORY OF A DEADMAN - Wake Up Call
Roadrunner Records/Warner
Das sechste Album der Kanadier Theory Of A Deadman hört auf den Namen "Wake Up Call". Braucht die Menschheit diesen 'Weckruf' wirklich? Ok die guten Chartplatzierungen in den letzten Jahren sind sicherlich förderlich für den Geldbeutel, aber musikalisch bringen die vier Herren uns leider nicht viel Neues. Alternative Rock a la Nickelback (ja jetzt hört der Spass auf) kann man das Ganze auch noch nennen. Schlussendlich tun die Jungs keinem weh und machen Musik, die man im Kaufhaus hört oder im Fahrstuhl oder auch auf der Toilette im Restaurant - ihr seht, mit solch einem kommerziellem Sound kann man an vielerlei Orten vertreten sein, aber sicherlich nicht in der Plattensammlung eines gestandenen Metallers. Punkt und aus.
Daniel J.  

Punkte: 5.0 von 10

2. Meinung:
Ach Jungs... Was hat man euch angetan, welcher Dämon hat euch geritten, dass ihr SO ETWAS veröffentlicht?! Ich meine, hey, kommt schon - ihr hattet echt geile (zwar radiotaugliche, mainstreammässige, aber dennoch rockende) Songs im Stadion Rock-Format. Ich erinnere mich noch gerne an solche Stücke wie "Bad Girlfriend", "Lowlife" (mit extrem schwarzhumorigem Text), "The Truth Is", "No Chance In Hell" oder "Panic Room", nur um einige zu nennen. Das war alles im Bereich Hard/Heavy Rock mit Indie/Grunge-Einschlag (vor allem das Debüt war stark davon geprägt), aber was ihr auf "Wake Up Call" veröffentlicht, ist eine Perversion dessen, was ihr mal gemacht habt und wofür ihr gestanden seid. Mal ehrlich, wenn ihr jetzt nur noch Tracks erschafft, die an solche Weichspüler wie Ed Sheeran, Coldplay und Konsorten erinnert, dann war's das für mich. Und dabei dachte ich, dass die Zusammenarbeit mit Alice Cooper auf "Savages" euch wieder in die ursprüngliche Richtung gebracht hätte... Nun ja, Fazit: Wer seeehr soften, praktisch keinen Rock mehr beinhaltenden Pop Rock benötigt, der vermutlich zum Einschlafen und für Kuschelsex geeignet ist, der kann sich "Wake Up Call" ja mal antun. Ich persönlich muss mich jetzt erst mal wieder aufputschen, sonst penn ich hier noch auf der Tastatur ein. Anmerkung: 1 Punkt gibt es für die Produktion, und da 1 unsere unterste Kategorie ist, ergibt das nach Adam Riese 2.
Toby S.
Punkte: 2.0 von 10

STARBLIND - Never Seen Again
Pure Steel Records/Musikvertrieb
Es gibt einen Metal-Gott, der gnädig über das Wohlergehen unserer Ohren wacht. Dieser hatte nach dem letzten Starblind-Album ein wenig erbarmen, liess diese schwedische Iron Maiden-Fan-Formation ihren Sänger auswechseln (wobei Gesangsunterricht auch eine Option gewesen wäre) und ein Album aufnehmen, dem ich jetzt ohne schlechtes Gewissen mehr als zwei Punkte geben kann. Dabei setzen die Schweden auf ein konstantes, wenn auch nicht überragendes Songwriting, welches sich oberflächlich betrachtet zu 100 Prozent von der eisernen Jungfrau inspirieren lässt. Das sind keine schlechten Vorbilder und wird im Norden auch ordentlich umgesetzt. Wer genauer hinhört, findet mit Bestimmtheit auch noch weitere kleine Einflüsse. Die Lust nach der Suche wird aber nach wie vor durch den (jetzt neuen) Sänger gemindert. Marcus Sannefjord Olkerud singt zwar deutlich besser als sein Vorgänger, sollte aber die hohen Töne anderen überlassen. Denn diese Frequenzen sind nicht Musik, sondern veritable Folterinstrumente. Gut, dass er diese teilweise zurückhaltend einsetzt. In den tieferen Lagen überzeugt der Shouter umso mehr, und gibt dem Material, dass was es braucht. Wagt man gar das eigentlich sinnlose Gedankenspiel, dass Bruce Dickinson "Never Seen Again" eingesungen hätte, würde wohl eine sehr hohe Punktzahl drin liegen - und das definitiv nicht nur aus Gesangsgründen. So aber bleibt ein gutklassiges Werk einer Band, die auch mit Album Nummer drei ein (jetzt vermindertes) Problem am Gesang hat. Da ich kein Fan von Besetzungswechsel bin, hoffe ich, dass die Band eine der folgenden zwei Lösungen anstreben wird: Gesangsunterricht oder Anpassung des Songwrtings zur Vermeidung der ganz hohen Gesangstönen. Unser all geliebter Metal-Gott hat also in Schweden noch einiges zu tun, wird uns sicherlich aber auch in Zukunft nicht im Stich lassen.
Roger W.      
Punkte: 5.0 von 10
DANIEL CAVANAGH - Monochrome
KScope/Irascible
So sehr ich Anathema auch schätze, vor allem die Frühwerke, und Antimatter als quasi Seelenverwandte dieser Truppe ansehe, so gibt mir dieses Solo-Werk des Anathema-Gitarristen Daniel Cavanagh Rästel auf. Es ist ja sehr schön, was er da produziert, quasi eine Art von Ambient/Instrumental-Version von Anathema-Songs, einfach sehr stark reduziert, mit spärlichem Gesang, könnte ohne Probleme in einer Jazz-Lounge oder so laufen. Ist garantiert auch super, wenn man jemanden zu Bettsport verführen will (mir persönlich wäre da zu wenig Feuer dahinter, aber hey, wer's mag). Viel mehr muss man da gar nicht dazu sagen, "Monochrome" ist sehr reduziert, einfach gehalten, ruhig und melancholisch - hört's euch selbst an und fällt euer Urteil, ich persönlich mag hier weder dafür noch dagegen sein, da mir dieser Sound nix bringt.
Toby S.      
Punkte: 5.0 von 10
MADAME X - Monstrocity
EMP Label Group
Roxy Petrucci, bekannt durch die Erfolge von Vixen, kehrt mit ihrer Truppe Madame X wieder ins Rampenlicht zurück. 1984 erschien das Debütalbum «We Reserve The Right», welches mit der Single «High In High School» und dem passenden Video für Aufsehen sorgen konnte. Das Line-Up wurde damals, wie auch heute, durch Sänger Bret Kaiser, Bassist Chris Doliber und Gitarristin Maxine Petrucci ergänzt. Seien wir ehrlich, eine Truppe wie Madame X hätte man schon 1984 nicht unbedingt gebraucht. In der damaligen Zeit war es sicher lustig, sich die Scheibe des Quintetts zu kaufen, aber richtig tolle Lieder waren Mangelware. Mit dem zweiten Album hat sich dies leider nicht geändert. Es gibt zwar gute Ansätze bei diesem Hard Rock amerikanischer Prägung, aber einen richtigen Hit oder ein Lied, das sich sofort festkrallt? Sucht man vergebens!
Tinu      
Punkte: 4.5 von 10
HERREN – Neue Deutsche Herrlichkeit
Laute Helden/Musikvertrieb
Die NDH Band Herren hat sich mit Hubert Kah einen Star der Neuen Deutschen Welle ins Boot geholt, da der ehemalige Sänger wegen chronischen Stimmbandproblemen ausfiel. Entsprechend hat die Kombo ihr Crossover “Neue Deutsche Herrlichkeit“ genannt, ein Begriff über den sich streiten lässt… Das Ergebnis ist so was wie eine poppige Version von Rammstein, die gerne auf pervers und böse macht – kann man echt nicht ernst nehmen! Die Deutschen reizen die NDH Klischees bis zur Schmerzgrenze und darüber hinaus aus. So beginnt der Silberling mit der furchtbar peinlichen Nummer “Mein“, in der es, wie könnt‘s auch anders sein, um Sex geht. Allerdings wirkt es eher unheimlich und auf unangenehme Weise pervers, als wäre man im Hirn eines Pädophilen und müsste zusehen… Noch schlimmer wird es nur mit “Komm zu mir“, das eine ähnliche Geschichte erzählt wie Falcos “Jeanny“, nur wirkt das Opfer jünger. “Liebessachen“ geht in eine ähnlich dämliche Richtung und erzählt vom Vergnügen mit einer Bordsteinschwalbe. Es wirkt als hätten sich die Herren gedacht “Sex Sells!“ und dann so viel wie irgend möglich davon rein gepackt. Die Band versucht angestrengt wie Rammstein zu klingen, scheitert dabei jedoch kläglich. Dabei vergewaltigen sie die Deutsche Sprache um sie ins Reimschema zu quetschen und wie so oft in der NDH wird das Ganze mit einem künstlichen Akzent ausgesprochen. Allerdings ziehen sie den nicht durch, weshalb es einfach nur bescheuert und verkrampft klingt. Musikalisch wäre es tatsächlich teilweise vielversprechend, doch leider tritt die Musik komplett in den Hintergrund weil man den furchtbaren Gesang nicht ausblenden kann. Dabei wäre Hubert Kahs Stimme gar nicht mal schlecht, er müsste sich halt einfach treu bleiben… Er klingt wie der Bösewicht eines Deutschen Märchens… Und das meine ich zur Abwechslung mal positiv! Die zweite Hälfte ist dann etwas besser – da klingen sie eher wie Unheilig. Hätte nie gedacht, dass ich mich mal über Düsterschlager freuen würde! Das letzte Lied “Einmal nach Amerika“ ist ein Cover von Hubert Kah selbst. Dies ist der eigentliche Text, den er für seinen Hit “Einmal nur mit Erika“ vorgesehen hatte – doch damals, während des Kalten Krieges, durfte ein Popsong nicht politisch sein und so musste er den Text ändern… Nun, 30 Jahre später, kriegt er die Chance, es richtig zu stellen. Fazit: Selten so ein mieses Album gehört! Es ist dermassen verkrampft und “möchtegern“, dass es keinerlei eigenständige Identität hat und irgendwie zusammengeschustert wirkt. Bloss nicht!
Patricia H.      
Punkte: 3.5 von 10

SKARLETT RIOT - Regenerate
Despotz Records
Eine modern klingende Metal-Band mit einer Frau am Mikro - Zeitgeist lässt grüssen, das Ganze ist in ungefähr so neu und individuell wie ein Balisto. Aber gut, schauen wir uns die Sache mal genauer an: Nach einer EP namens "Sentience" hievt das Quartett aus Great Britain nun den ersten Langdreher in die virtuellen Ladenregale. Was kann man erwarten? Moderne, sterile, kantenlose Metal-Mucke mit einer Sängerin, die sich zwar Mühe gibt, aber dennoch fehl am Platze wirkt. Ihre Stimme ist schlichtwegs zu dünn für diese Art Musik. Meiner Meinung nach funktioniert die Chose so nicht - zudem, wie gesagt, der Sound ist dermassen glatt und poliert, da rutscht jede Zwergameise darauf aus. Stellenweise erinnert mich die Sache an die Band Clandestine, allerdings hat die dortige Sängerin June Park deutlich mehr Volumen in der Stimme (siehe meine damalige Review), und der Sound war auch um Längen besser. Tja, da gibt's nicht mehr viel hinzuzufügen - wer auf seelenlos wirkenden Mainstream-Metal der modernen Sorte steht und eine (für mich) kraftlos-dünne Stimme steht, der kann sich "Regenerate" ja mal antun. Für mich persönlich ist das ein weiterer Fall für die kommerzielle Tonne.
Toby S.      
Punkte: 2.0 von 10
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