New Music Reviews April 2020
Wertung:
  9.0 bis 10 Kaufempfehlung.         7.5 bis 8.9 Gut.
  4.0 bis 7.4 Vor Kauf reinhören.   0.0 bis 3.9 Nicht empfohlen.
TESTAMENT – Titans Of Creation  (Gatefold 2 LPs)
Nuclear Blast/Warner
Testament ist für mich die Band neben Megadeth und Overkill, die ich von den Thrash-Combos am meisten verehre. Dies hat einen simplen Grund. Das liegt an der Gitarrenfront mit Eric Peterson, der für die harten Riffs zuständig ist und insbesondere an Wundersaitenderwisch Alex Skolnick, der mit seiner klassisch beeinflussten Spielart der Truppe eine unglaubliche Virtuosität und zusätzliche Nuancen einbringt. Daneben gehört Sänger Chuck Billy mit seiner imposanten Statur und dem unglaublichen Gesangsorgan zu einem der Eckpfeiler der Combo. Die Jungs aus der Bay Area hatten, wie viele andere Thrash-Truppen der ersten Phase auch eine Zeit, in welcher sie sich durchkämpfen musste. Dies war mit den Alben «Low», und dem ultrabösen «Demonic», bis sie mit «The Gathering», wieder auf den Pfad der «Tugend» zurückfanden. Aber erst, als sich die Urformation mit Billy, Skolnick, Peterson, Greg Christian (Bass) und Louie Clemente (Schlagzeug) 2005 wieder zusammenraufte, stand dem Ur-Testament-Sound nichts mehr im Wege. Diesen zelebrieren die US-Boys seit jener Zeit wieder und veröffentlichten mit den Werken «The Formation Of Damnation», «Dark Roots Of Earth» und « Brotherhood Of The Snake» Killer-Scheiben, die nahtlos an die alten Erfolge anknüpften. Seit 2011 sitzt Gene Hoglan an den Kesseln und der Bass wird seit 2014 von Steve De Giorgio gezupft. Wie ist nun «Titans Of Creation» geworden? Das von der letzten Tour bekannte «Night Of The Witch» (Ultra-Hammer-Hymne) liess die Erwartungen in hohe Sphären schiessen, und schon mit dem Opener «Children Of The Next Level» zündet der Fünfer ein Thrash-Feuerwerk an, das alles, was sich ihm in den Weg stellt, gnadenlos ausräumt. So wollen wir Testament hören. Mit einer Gitarrenfront, die einem Panzerkommando gleichkommt und einer Rhythmusabteilung, die wie ein Bulldozer alles planiert. Alleine wieder die Gitarrenarbeit von Alex ist auf dem ersten Stück der neuen Scheibe eine gottesgleiche Offenbarung und zieht sich wie ein roter Faden durch das komplette Album. Dem erhabenen Opener schliesst sich «WWIII» an, wie das hymnische «Dream Deceiver», das an «Trial By Fire» erinnert. Das schwere, fast Black Sabbath-artige «City Of Angels», das Riffmonster, mit einem unglaublichen Chuck und einem auf einer Bass-Melodie getragene «Ishtars Gate» überzeugen ebenso wie «Symptoms», das von der virtuosen Arbeit der Saitenfraktion lebt und sich zu einem fetten Banger entwickelt. Unglaublich, mit welcher Leichtigkeit Testament mit dem Tempo spielt und so das neue Album stetig interessant halten. Der absolute Hit ist «The Healer», ein Track, der auch von Judas Priest stammen könnte. Der Speedbolzen «Curse Of Osiris», mit keifendem Gesang, gefällt ebenso wie «False Prophets» (ein Überbleibsel aus den achtziger Jahren?) und «Code Of Hammurabi». Testament veröffentlicht mit «Titans Of Creation» ein Meilenstein in der Metal-Geschichte und beweist damit, dass sie noch immer «Titans Of Thrash» sind!
Tinu   
Punkte: 10 von 10
HEAVEN SHALL BURN – Of Truth And Sacrifice  (2 LPs)
Century Media/Sony
2018 verabschiedeten sich Heaven Shall Burn in eine selbstgewollte Bandpause, nun sind die Thüringer mit einem neuen Album zurück – oder eher mit zwei: Mit satten 100 Minuten Spielzeit kommt „Of Truth And Sacrifice“ als (klassisches) Doppelalbum daher. Dass die Platte stilistisch deutlich breiter aufgestellt sein würde als die bisherigen Veröffentlichungen, wurde schon durch die Vorabsingles deutlich. Der musikalische Unterschied zwischen „Protector“ und „Weakness Leaving My Heart“, die gemeinsam ausgekoppelt wurden, sorgte für erstaunte Gesichter und man konnte nicht abschätzen, was einen erwartet. Das wird aber erst klar, wenn man ihr neuntes Album durchhört. Heaven Shall Burn zeigen eine musikalische Bandbreite auf, die man ihnen nicht unbedingt zugetraut hätte. Natürlich gibt es für alle alteingesessenen Fans des Fünfers die üblichen Abrissbirnen wie „Thoughts And Prayers“, „Tirpitz“ oder „Protector“. Mit „Critical Mass“ gibt es in puncto Brutalität sogar noch einen Song, dessen Heftigkeit in Grind-Gefilden bisher nicht erreicht wurde. Auf der anderen Seite gibt es aber auch extrem ruhige Momente wie etwa den Closer „Weakness Leaving My Heart“, der – praktisch frei von jeglicher Härte – das Album stimmungsvoll abrundet. Viel emotionaler ist allerdings noch „Expatriate“, zu welchem die Minskier Philharmoniker ihren Teil beisteuern. So pendelt der Song zwischen Betroffenheit, hilfloser Wut und anklagendem Zorn. Doch damit nicht genug der Experimente. Am überraschendsten ist „La Résistance“, das mit seiner Mischung aus brutaler Härte, Discogroove und Club Beats durchaus Anleihen von Nine Inch Nails erkennen lässt. Zu „Of Truth And Sacrifice“ gehören aber, neben der Musik, auch die Texte, die erneut keine leichte Kost sind. Mal nimmt das Quintett die Perspektive hoffnungsloser Flüchtlinge ein, an anderer Stelle bekommt die US-Waffenlobby, denen Profit wichtiger ist als Menschenleben, eine geballte Ladung Hass ab. Heaven Shall Burn legen auch diesmal den Finger in die Wunden der Welt. In ihrer „Pause“ ist es den Thüringern gelungen, sich in allen Bereichen zu steigern. So verschmelzen sie neue Experimente und gewohnte Brutalität zu einem ehrfurchtgebietenden Hybriden. Absolut genial!
Oliver H.  
Punkte: 10 von 10
NIGHTWISH – Human. :ll: Nature.  (3 LPs)
Nuclear Blast/Warner
Mit «Human. :ll: Nature.» gehen die Symphonic-Metaller Nightwish in die neunte Runde und veröffentlichen damit das zweite Album mit Frontwoman Floor Jansen und Pipe-Spezialist Troy Donockey. Mit diesem Musikerwechsel haben Nightwish nochmals einen neuen Stil eingeschlagen, der mit «Human. :ll: Nature.» nun exakt definiert wird. Floor Jansen kann in diesem Werk ihr ganzes stimmliches Können ausleben. Wie es der Albumtitel schon zeigt, ist das Werk ist in zwei Teile aufgeteilt. Part one «Human» beschreibt Track eins bis neun – neun Bombenlieder, die zusammen eine Reise durch abstrakte, erfüllende Melodien und symphonischer Komplexität ergeben. Part two «Nature» besteht aus Track zehn bis siebzehn, wobei alle zusammen ein instrumentales, klassisch-symphonisches Werk ergeben – ein Soundtrack, der unter die Haut geht. «Music» beginnt mit einem längeren Intro, welches in den ruhigen, sinnlichen Gesang Floors überleitet. Der Song steigert sich in den Refrain, welcher sofort überzeugt und mitreisst. Mit «Noice» an zweiter Stelle, der ersten Vorabveröffentlichung, wird ein harter, symphonisch geladener Knaller geliefert. In Nummer drei «Shoemaker» wird klar, dass Marco, Troy und Floor zusammen geniale mehrstimmige Klänge produzieren können und dies kommt hier, wie auch durch das ganze Album immer wieder zur Geltung. Ebenfalls ist die harte, düstere Bridge klar ihrem Album «Imaginarium» angelehnt. Von ihrem damaligen Stil ist hier ebenfalls vieles wieder aufgegriffen worden – düstere, harte, gruselige Melodien bilden immer wieder den Kontrast zu allen erfüllenden, eingängigen Melodien, die Nightwish zu bieten hat. Bei «The Harvest» hat Troy seinen gesanglichen sowie instrumentalen Auftritt. Das Lied tanzt etwas aus der Reihe, überzeugt jedoch mit seinem schönen, ruhigen Anfang, der sich letztendlich in tollen Volk-Metal steigert. «Pan» ist mein persönlicher Favorit – der anfangs liebliche Gesang Floors führt in einem Synphonic-Metal-Hit, komplex und doch greifbar. Der Track überrumpelt den Hörer richtiggehend. Während «How’s the Heart» das «Élan» der neuen Scheibe darstellt, berührt das Sextett mit «Procession» mit einer eingängigen Ballade. Nummer acht «Tribal» ist der härteste Track auf dem Album – das orientalisch angehauchte, düstere und groovige Lied schlägt nach der Ballade wie ein Hammer ein. Zum Abschluss des ersten Teils bekommt Marco mit seiner vielfältigen Stimme mit «Endlessness» seinen Auftritt. Seine Stimme variiert zwischen dreckigem Sprechgesang und leidenschaftlichen Klängen – ein wirklich toller Abschluss, der nochmals überwältigt. Wie schon zuvor erwähnt, stellen die weiteren Lieder alle Teile eines Ganzen namens «All The Works Which Adorn The World» dar. Damit klingt das Album in rein klassischer Form aus, ohne seine Dynamik oder seine Energie zu verlieren. Da Nightwish in ihren 24-jährigen Karriere ihren Stil so oft verändert haben, ist die Scheibe mit den Alben mit Tarja Turunen zu vergleichen. Seit ihrem Ausstieg hat ein zweites Nightwish begonnen. Die beiden “Eras“ wurden nun mit Floor Jansen durch die «Decades»-Tour wieder vereint. Nun mit «Human. :ll: Nature.» ist ein neuer Meilenstein erschaffen worden, in dem sich Tuomas Holopainen wieder einmal selbst übertroffen hat. Das Werk ist eine Mischung aus Soundtrack, Musical und brachialem Metal. Ich, seit sechzehn Jahren leidenschaftlicher Nightwish-Fan, bin begeistert!
Sina 
Punkte: 10 von 10
THE BLACK DAHLIA MURDER - Verminous  (Black Marble LP)
Metal Blade/Sony
Es gibt Momente, wie diesen, da denkt man sich, dass dies gar nicht möglich sei. Nun, was denkt sich wohl der Schreiberling? Well, dass die US-Amerikaner The Black Dahlia Murder ganz ordentlich technisch-versierte Mucke machen und dies vor allem auch live abliefern, ist ja allseits bekannt. Dass sich The Black Dahlia Murder auf dem neuen Album 'Verminous' so vielseitig, noch technischer, noch vielseitiger zeigen, das hätte der Schreiberling nicht erwartet. Ja, die 10 Tracks sind abwechslungsreich, hochstehend und zeigen erneut auf, was diese Band musikalisch kann und vor allem, was sie abliefern können. Meine Fresse, das ist technischer, straighter, thrashiger Death-Metal as its best, hellyeah! So soll intelligenter, technischer, thrashiger Death-Metal klingen. O.K., war jetzt 'was patriarchalisch geschrieben, doch der Sound vom neunten Longplayer 'Verminous' kommt so daher, majestätisch, würdevoll. Die Gitarrenarbeit ist erneut Weltklasse, sei es vom Riffing, den abstrakten Breaks, den technischen Feinheiten, es erzeugt einfach Macht und Können. Gepaart mit den vielseitigen solodesken Facetten, Tappings, Arpeggi, und den teils sehr melodiösen, zweistimmigen Duellen, eine herrliche Intonation. Dem hält der Bass nichts dagegen, demonstriert ebenfalls sein musikalisches Können, seine Virtuosität, zusammen mit den Gitarren. Die Drums pattern wild im Double-Bass-Segment, untersetzt mit vielen, feinen Breaks, ohne den straighten Fluss zu stoppen oder gar zu behindern. Mit Hinzunahme von Blasts und Grindcore-Elementen wächst das technische Können erneut über das erdenkliche Maximum. Die Vocals tanzen zwischen Screams, Shouts und verständlichem Growl hin und her und lassen so ebenfalls die Abwechslung in den Songs steigern. Die Produktion ist druckvoll und hervorragend gelungen. Das Cover-Artwork ist was für die Ahnengalerie, einfach gelungen, vor allem auch farblich sehr stark interpretiert. Für Fans, die es werden wollen, da wären so Anhaltspunkte wie Suffocation, Pestilence, Alterbeast, Allegaeon, Arsis, Carcass, Inferi und Konsorten. Ja, die drei Jahren Wartezeit haben sich alleweil gelohnt, denn oft ist es so, dass überhastete Entscheide kein Glück und allenfalls Erfolg bescheren werden. Man hört wahrlich heraus, dass man sich Zeit für die Songs und deren Songwriting genommen hat, und das, meine Damen und Herren, macht dieses Scheibchen namens 'Verminous' zu einem wahren Masterteil von The Black Dahlia Murder.
Leopold  
Punkte: 9.9 von 10
ABYSMAL DAWN - Phylogenesis  (LP)
Season Of Mist/Irascible
"Was lange währt, wird sehr gut". Ein leicht modifiziertes Sprichwort, was bei den US-Amerikanern von Abysmal Dawn auf deren neuesten Output namens 'Phylogenesis' kraftvoll Wirkung hat. Die aus der Engelsstadt stammende Formation zelebriert Death-Metal mit einem thrashigen Einschlag. Somit stehen da alsbald Anhaltspunkte wie Suffocation, Deicide, Cannibal Corpse und Konsorten auf der Matte. 9 Songs fanden schlussendlich den Weg auf den exzellenten Longplayer, der mit einem herrlichen Cover-Artwork glänzen, als auch einer sehr druckvollen und sauberen Produktion aufwarten kann. Nun, sechs Jahre nach dem letzten Release haut diese Mannschaft ganz heftigst in den Songwriting-Topf. Eines der Highlights 2020 im Death-Metal, denn auf 'Phylogenesis' wird auf gepflegtes Riffing, Solieren, Double-Bass, Growling gesetzt, was selten so thight in einer Einheit zu hören ist. Da wird ordentlich geblastet, die Double-Bass-Attacken werden sehr bevorzugt behandelt, die thrashigen 'Straight On'-Patterns werden hervorragend eingepflanzt. Der reine Basssound erzeugt einen sehr gute Wiedererkennungswert und dadurch gibt es viel Raum für Eigenwilliges. Die Gitarren riffen sich göttlich death-thrashig durch die Songs, stets auf Groove und Härte bedacht. Die Soli sind sehr filigran, technisch auf höchstem Niveau und bilden den absolut perfekten Gegenpart zum schnellen, schweren Death-Thrash-Metal. Die Growls sind durchwegs tief gehalten, dennoch sehr verständlich, da gekonnt betont wird. Somit steht hier bei 'Phylogenesis' nichts mehr im Wege, ein sackstarkes, goiles Teil im Jahre 2020 geworden zu sein und Abysmal Dawn endgültig auf den 'Throne Of Death' zu katapultieren und krönen.
Leopold  
Punkte: 9.9 von 10
HAREM SCAREM – Change The World  (LP)
Frontiers Music/Musikvertrieb
Die Kanadier um Sänger Harry Hess sind in Europa immer ein Geheimtipp geblieben. Mit ihrem melodischen Hard Rock, der ab und zu auch ein bisschen in den moderneren Gefilden rockte, beraubte sich das Quartett zwischenzeitlich ein bisschen der eigenen Substanz. Mit dem 16. Studioalbum rocken die Herren aber erneut mit viel Leidenschaft und überzeugen schon mit dem Eröffnungstrack «Change The World». Hier stimmen die Melodie, die Frische, der Refrain und die Härte dank Trommler Creighton Doane. Gründungsmitglied und Gitarrist Pete Lesperance zaubert einmal mehr unglaubliche Harmonien aus seinem Instrument und lässt «Aftershock» zu einem weiteren Klassiker werden. Flott nach vorne rockt «Searching For Meaning», bei dem die kräftige und dennoch melodische Stimme von Harry zum Tragen kommt. Wie auch bei der Halbballade «Mother Of Invention». Das schwere und harte «No Man’s Land» überzeugt ebenso wie das lockere, «frische» und aufmunternde «In The Unknown». Sollte es dir richtig beschissen gehen, oder hat dich gerade dein Partner betrogen, dann hör dir diesen Track an und die Sonne wird in Sekundenbruchteilen wieder scheinen. Zudem; einfach phänomenal, was Pete hier aus den Saiten zaubert. Fast wütend knallt «Riot In My Head» aus den Boxen, das von der dynamischen Rhythmusabteilung, neben Creighton zupft Mike Vassos den Bass, lebt. Was für ein Hit! Die typische Harem Sacrem-«Theatralik», sprich die feine Melancholie, darf nicht fehlen und ist auf den Namen «No Me Without You» getauft. Die beiden Highlights folgen am Schluss. Das fetzige «Fire & Gasoline», das sich im Strophen-Teil sanft und melodisch präsentiert, entpuppt sich im Refrain zu einem fast aggressiven Part. Das riffige «Swallowed By The Machine» beschliesst mit einem schon fast wütenden Gesang das, in meinen Augen, beste Album der Kanadier. Der Refrain bei «Swallowed By The Machine» und das Gitarrensolo gehen völlig unter die Haut und lassen dich schon beim ersten Hören voller Inbrunst mitsingen. Was für ein Album einer Truppe, die seit 1987 rockt und rollt. Würde Bon Jovi heute noch solche Alben veröffentlichen, ich wäre nach wie vor ein grosser Fan von ihm, wie damals bei den ersten drei Scheiben. Heute habe ich Harem Scarem, die mich völlig begeistern.
Tinu   
Punkte: 9.7 von 10
AXEL RUDI PELL – Sign Of The Times  (Digipak)
Steamhammer/Musikvertrieb
Axel Rudi Pell ist eine Institution, der sich in den letzten 31 Jahren eine grosse Stamm-Fangemeinde erarbeitet hat und dabei immer seinen Roots treu geblieben ist. Was dabei für die Einen zu vorhersehbar und monoton ist, bleibt für die Anderen ein Garantieschein, immer das zu bekommen, was man sich von der Truppe erhofft. So eröffnet ein mit feinen Iron Maiden-Zitaten versehenes Intro («The Black Serenade») das 18. Studioalbum. Dicht gefolgt vom schnellen Opener («Gunfighter»), bei dem endlich die grossartige Schlagzeugarbeit von Bobby Rondinelli (ehemals Rainbow, Black Sabbath, Doro, Riot, oder Blue Oyster Cult) zur Geltung kommt. Als hätte der 65-jährige New Yorker eine Frischzellenkur bekommen, spielt er «Gunfighter» mit einem unglaublichen Drive. «Bad Reputation» ist eine Nummer, die mit Lockerheit an die Frühphase von Mister Pell erinnert und dank der nach wie vor sensationellen Stimme von Johnny Gioeli noch mehr Klasse bekommt. Der Titelsong ist die erwartete, mystische Nummer, die mit viel Gefühl und der nötigen Härte vorgetragen wird. Das flotte «The End Of The Line», die unter die Haut gehende Ballade «As Blind As A Fool Can Be» (mit einem sehr emotionalen Gitarrensolo), das heftige «Wings Of The Storm», das mit Reggea startende «Living In A Dream» und das Hit-verdächtige «Waiting For Your Call» zeugen von einem Album, das ich in dieser Stärke von Axel nicht mehr erwartet hätte. Nicht, dass die Vorgängeralben schlecht gewesen wären, aber dieses Gefühl, dass sich ein Knaller an den nächsten gesellt, vermisste ich bei den letzten Scheiben. Vielleicht liegt es auch daran, dass «Sign Of The Times» um einiges lockerer und «frischer» erklingt und dabei weniger jedes Detail durchdacht wird. Man darf sagen, das neue Werk klingt befreiter und erinnert an die Lockerheit der Frühphase. Wie auch die Abschlussnummer «Into The Fire», bei der Led Zeppelin mit Axel Rudi Pell und abendländischen Momenten verbunden wird. Eine Nummer, die sich steigert und den Gitarristen zeigt, den ich seit seiner Steeler-Zeiten verfolge und der mir mit seinen ersten Scheiben das Leben immer wieder lebenswerter machte. Auf «Sign Of The Times» marschiert das Quintett den Weg, welcher Mister Pell mit Songs wie «Land Of The Giants», «Casbah», «Hear You Calling Me» oder «Sweet Lil‘ Suzie» verfolgte und dabei seinen Sound mit feinen Nuancen anderer Bereich verfeinerter. Alleine aus diesem Grund bin ich dankbar für eine neue Nummer wie «Living In A Dream». Fazit: Wenn Axel andere Musikstile einbaut, klingt das Ergebnis immer hervorragend.
Tinu   
Punkte: 9.5 von 10
TRAUMA - Ominous Black  (CD)
Selfmadegod Records
Nach siebenjähriger Releasepause seit dem letzten full-length Longplayer im Jahre 2013 (aha, der Schreiberling kann rechnen) folgt nun mit 'Ominous Black' der achte Longplayer der polnischen Legende und Urgewalt namens Trauma. 9 heftige Tracks, Death-Metal in seiner urgewaltigsten Form prasseln wie Shrapnel in die Gehörgänge sowie Hirnzellen der/des geneigten Zuhörer/in. Nach diversen Re-Releases ist dieses Death-Monster aus dem tiefen, langen Winterschlaf zu neuem Leben erweckt worden, was sehr gut ist. Denn auf 'Ominous Black' verbindet man die thrashig-deathigen Ur-Elemente des eben besagten Death-Metals mit neuen Ideen, geht teilweise unkonventionelle Wege im Songwriting, was Trauma eben besagten Status entegegen bringt, den sie seit Jahrzehnten schon haben, und dies zurecht. Da wird heftig gedeath-thrashed auf den 9 Songs. Das Riffing ist straight und sehr nackenbrechend bangend, dank auch den thrashigen Elementen. Die Soli sind sehr intensiv und auf technisch hohem Niveau gehalten. Arpeggi, Tappings, sehr feinfühliges Solieren, mal auch shred-artiges Intonieren. Die Drums prasseln die Patterns nur so einen um die Ohren, wie Shrapnels. Dabei wechseln sie grandios zwischen Double-Bass, Blasts, thrashigen Patterns, Grindcore und sehr technischen und breakbetonten Elementen. Der Tieftöner setzt seine Akzente gekonnt autark und songdienlich ins Bild und beweist zudem noch die ebenfalls technische Variablität in Szene zu setzen, auch in kleinen, solodesken Momenten. Die Vocals wechseln sich ebenfalls gekonnt zwischen thrashigen Shouts und leichten, verständlichen Growls ab. Die Produktion ist hammerhart und sauber. Das Cover-Artwork ist einfach genial gelungen, passt so perfekt zum dargebotenen Sound. Anhaltspunkte wären da Morbid Angel, Nile, Suffocation, Deicide und Konsorten. Ein sehr gelungenes Wiedererwachen einer Legende, bereits zu Lebzeiten.
Leopold   
Punkte: 9.2 von 10
METAL CHURCH – From The Vault (2 LP Compilation)
Reaper Entertainment/Universal
Bei diesem Album handelt es sich um unveröffentlichte Mike Howe-Tracks und zeigt einmal mehr, welch begnadete Truppe die Amis sein können. Die Band um Gitarrist Kurdt Vanderhoof steigt von Beginn weg mit Dynamik, Power und Energie ins Rennen. Dabei beweisen die Herren auf «From The Vault», dass dieses Material zu Unrecht zu lange in den Schubladen der Jungs verstaubte. Schon der Opener «Dead On The Vine» hat eine unglaubliche Dynamik und fetzt locker und mit viel Schmackes um die Ecke. Auch das etwas langsamere «For No Reason», mit seinem akustischen Refrain-Part, überzeugt ohne Ende und zeigt die Seattle-Boys von ihrer stärksten Seite. Hört euch bloss «Conductor» mit dem unglaublichen Gesang von Mike an. Verdammt, das sind Songs für die Ewigkeit, welche zeigen, wie Metal zeitlos gespielt werden muss. Unglaublich, welche Riffs Kurdt immer wieder aus dem Ärmel zaubert. «Mind Thief», «False Flag» (was für ein Hammer-Riff, gehört in die Kategorie «Start The Fire»!), «Insta Mental» (schon fast rockig) oder «432 Hz» (ein akustisches Schmuckstück) sind allesamt Sahnestücke vor dem Herrn. Singt Mike zusammen mit Queensryche-Stimme Todd La Torre «Fake Healer», dann bleibt kein Metal-Auge trocken. Was für eine Göttergabe! Wie auch die neue Version von «Badlands». Die drei Coverversionen «Please Don’t Judas Me» (Nazareth), «Green Eyed Lady» (Sugarloaf) und «Black Betty» (Ram Jam) zeugen davon, dass man sich auch an Metal untypischen Tracks vergreifen und dabei etwas Grandioses und Eigenes zaubern kann. «From The Vault» ist ein Metal-Highlight geworden, wie man es sich von Metal Church wünscht und in der Regel von anderen Bands nicht mehr geboten bekommt. Fantastisch!
Tinu 
Punkte:
keine Wertung
DOOL - Summerland  (2 LPs)
Prophecy Productions
Mit ihrem Debutalbum "Here Now, There Then", haben Dool bereits zurecht viele Lorbeeren bekommen und sind 2017 so richtig durch gestartet! Mit dem Nachfolger "Summerland" präsentieren sich Dool von ihrer allerbesten Seite, auch wenn es diesesmal, gesamthaft gesehen, ruhiger zu und her geht. Mit bewegendem und gefühlvollem Gesang beginnt "Sulphur & Starlight" und der Song schöpft seine ganze Kraft aus der Ruhe. Es ist sensationell, welche Emotionen Ryanne van Doost mit ihrer einzigartigen Stimme erzeugen kann. Rockiger geht es mit "Wolf Moon" ab und mit geschickten Tempowechseln wird eine unheimliche Intensität erzeugt. Dieser Song hat 100% Hit-Potential! Mysteriös startet mit "God Particle" und es werden meisterhaft hochmelodische Parts in den Song eingewebt, ohne das ein Flickenteppich entsteht! Dool entpuppen sich als wahre Meister der Abwechslung. So beginnt der Titeltrack "Summerland" gemächlich und lässt jedem Ton genügend Platz zur Entfaltung. Das ist eine bittersüsse Ballade, die von der aussergewöhnlichen Stimme von Ryanne lebt. Aber natürlich sind auch die Musiker on the top. "A Glass Forest" geht besinnlich und ruhig zu Werke. Mit diesem Song treffen Dool direkt ins Herz! Mit "The Well's Run Dry" erinnern mich Dool ein wenig an New Model Army, was aber als grosses Kompliment verstanden werden muss. Genial wie dieser Song auf einer aufbäumenden Sound-Welle surft! "Ode To Future" hat etwas folkiges und trotz der Ruhe, die dieser Song ausströmt, gelingt es Dool jederzeit einem in ihren Bann zu ziehen. Richtig deftig geht "Be Your Sins" zur Sache und so galoppiert der Song, ohne Luft zu holen, von dannen. Ein melancholisches Highlight bietet "Dust & Shadow" und ist so ein würdiger Abschluss. Dool ist eine faszinierende Band und mit "Summerland" ist ihnen ein fantastisches Album gelungen. Dieses Album wird in manchem Jahrespool 2020 ganz, ganz weit oben anzutreffen sein!!
Roolf   
Punkte: 9.2 von 10
FORNDOM - Faþir   (Gold Vinyl)
Nordvis
Dass das schwedische Musikprojekt Forndom der absolute Hammer ist, behaupte ich ja schon lange. Aber «Faþir» toppt die vorherigen Werke nochmal. Ruhige Klänge tönen aus den Lautsprechern als «Jakten» erklingt. Es erklingt ein Streichorchester, welches einen wunderschönen Ausgleich zu dem feinen und doch klangvollen Gesang bietet. «Yggdrasil» hingegen ist in den ersten Takten verhältnismässig etwas treibender wie sein Vorgänger, entwickelt sich dann aber in eine melancholische Richtung. Der stetige Gesang wirkt sehr beruhigend und beinahe schon einschläfernd, im positiven Sinne. Nun wird es düsterer mit «Finnmarken», einem kompletten Instrumental, was den Song aber nicht weniger wirkungsvoll macht. Das Album «Faþir» widmet sich der Zeit, als der Mensch Seite an Seite mit dem Tod und dem Rhythmus der Natur lebte. Das hört man meiner Meinung nach auch heraus. Denn das Album hört sich an, als ob man während der Dämmerung in einem Wald sitzt. Sowohl in den zuvor beschriebenen Stücken, als auch in den darauffolgenden. Die Naturverbundenheit von Forndom hat sich auch in «Faþir» durchgeschlagen und jeder der auf nordische, atmosphärische Musik steht, ist hier vollkommen richtig!
Zoé   
Punkte: 9.2 von 10
CODE ORANGE - Underneath  (LP)
Roadrunner Records/Warner
Nach dem Megaseller "Forever" hauen Code Orange mit "Underneath" das nächste Highlight raus. "(Deepthanbefore)" ist eine kleine Portion Chaos, die als Intro getarnt ist. Der als Appetizer bereits veröffentlichte Song "Swalling The Rabbit Whole", ist herrlich knarzig und riecht nach Slipknot, nur wesentlich lauter und chaotischer! Geil sind vor allem die Industrial-Zutaten und das unheimlich geile Stakkato-Riffing! Genauso krachig, geht es mit "In Fear" weiter. Speziell ist, wie der Song immer wieder angehalten wird, um dann abermals voll durchzustarten. Der melodiöse Teil mit den Cleanvocals fügt sich nahtlos in diesen Industrial-Hardcore Sound ein. Verstörrend beginnt "You And You Alone", um dann gnadenlos abzugehen. Dieser Song überzeugt durch seinen Groove. Gespenstisch wird es mit "Who I Am". Nachher ist krasser Sound aus einer Fabrikhalle, mit Cleanvocals, angesagt und der sehr stark an Linkin Park erinnert. Aus allen Mündungen wird mit "Cold.Metal.Place" geschossen und so geben Code Orange eine Kostprobe von unerbittlichem Industrial Metal in Perfektion ab! "Sulfur Surrounding" ist ein straighter Rocker, der ausnahmsweise mal ohne Krach auskommt. Ein weiterer Groover ist "The Easy Way", der die Stärken von Code Orange in einem Song bündelt. Mit Industrial-Grindcore-Raserei empfängt uns "Erasure Scan" und bietet keine Gelegenheit um nach Luft zu schnappen! Furios und mit einer meterhohen Soundwand, kommt "Last Ones Left" aus den Boxen. Hier bestimmt der Groove das Geschehen. Korn werden mit "Autumn And Carbine" gewürdigt und zeigt Code Orange wieder von einer ganz anderen Seite! Mit "Back Inside" wird es deftig und heftig. Das ist Industrial Metal, wie er im Lehrbuch steht! Mysteriös wird es mit "A Silver" und Linkin Park schimmern nochmals durch. Mit dem Titeltrack "Underneath" gibt es zum Abschluss nochmals Industrial Metal der Kategorie 1A auf die Ohren. Wer nicht genug von Fabrik-Mief und Produktionslärm bekommen kann, der sollte bei diesem Album von Code Orange unbedingt zu greifen!!
Roolf    
Punkte: 9.1 von 10
GOMORRA - Divine Judgement (LP, limited Splatter Vinyl)
Noble Demon Records
Einen ersten Vorgeschmack auf die "neue" Schweizer Band Gomorra, die aus dem nun definitiv ad acta gelegten Vorgänger Gonoreas entstanden ist, sah ich vor etwas mehr als einem Jahr im Aarauer KiFF als Support von Night Demon. Das war einer der letzten Auftritte unter dem alten Banner, der jedoch schon ganz auf der Spur der Zukunft wandelte. Was die Jungs da während bloss einer halben Stunde abfackelten, liess mächtig aufhorchen. Seither ist im Umfeld von Chef-Klampfer Damir Eskić eh einiges passiert! Letzterer ist inzwischen auch festes Mitglied der deutschen Thrash-Ikonen Destruction geworden und Burning Witches, die Band, wo seine Frau Romana den Hexenbesen schwingt, hatte letztes Jahr um die Zeit bekanntlich noch eine andere Frontlady als heute. Gomorra verzeichnen dabei auch einen Neuzugang, ja eigentlich zwei, denn Shouter Jonas Ambühl (Atlas & Axis) folgte erstmal auf Leandro Pacheco, der noch das letzte Gonoreas-Album «Minotaur» (2017) eingesungen hat. Verstärkung an der zweiten Klampfe erfolgte durch Ex-Comaniac Sixstringer Dominic Blum, die sich nun voll auszahlt. Während mich Gonoreas all die Jahre nicht ganz abholen konnten, gelingt das Gomorra auf Anhieb! Der Hauptgrund ist beim Songwriting zu suchen, wo man nun eine ausgewogene(rere) Mischung aus Thrash und Power Metal spazieren fährt, während früher der Schatten von Iced Earth oft zu mächtig ausfiel. Ein weiteres Plus ist der variable Gesang von Jonas Ambühl, der endlich zeigen kann, was in ihm steckt. Sei es jetzt zu Thrash («Gomorra»), Power Metal («Hope For The Righteous») oder Midtempo Heavy Metal («Out Of Control»). Auch Boss und Flitzefinger Damir Eskić weicht in diesen Tagen (s)ein latentes Grinsen wohl nicht mehr aus dem Gesicht, sprich besser als jetzt lief es noch nie! Aber gerade jetzt, wo man diese Freude und Energie ungehemmt auf die Bühne bringen könnte, liegt die ganze Szene, ja Welt, virusbedingt flach. Immerhin können die schmerzlichen Wunden der behördlich verordneten Live-Abstinenz mit «Divine Judgement» innerhalb der eigenen vier Wände spürbar gemildert werden. Die Top-Produktion wie das obergeile Artwork passen ausserdem wie die Faust aufs Auge und auf das limitierte Splatter-Vinyl freue ich mich jetzt schon wie bolle!
Rockslave 
Punkte: 9.0 von 10
IN THIS MOMENT – Mother  (CD)
Roadrunner Records/Warner
In This Moment sind wieder da. Frisch mit einem neuen Album, passend zum 15-Jährigen Geburtstag der Band. Das Werk trägt den Namen «Mother» und beginnt, ganz typisch, mit einem eher gruselig angehauchten Intro «The Beginning». Trompetenklänge sind im Hintergrund zu hören und dazu haucht Sängerin Maria Brink mit ihren geflüsterten aber doch wirkungsvollen Worten Gänsehaut auf den Rücken. Die Musik wird zum Schluss etwas lauter und geht dann fliessend zu «Fly Like An Eagle» über. Mitreissende, sich repetierende Gitarrenriffe sorgen für den nötigen Groove. Maria bleibt hier grundsätzlich beim Clean-Gesang, selbstverständlich aber mit dieser rauchigen Note, die ihre Stimme so unverkennbar macht. «The Red Crusade», ein kurzes Interlude leitet mit hellem Frauenchorgesang in den nächsten Song «The In-Between» ein.«The In-Between» ist ein Song, wie man ihn von In This Moment kennt. Eine ausgeglichene Mischung aus Screams, Cleangesang und Geflüster, begleitet von einem mitreissenden Instrumental. Ein klares Highlight auf dem Album ist das Cover von «We Will Rock You» von dem Power-Metalfrauen Trio Lizzy Hale, Taylor Momsen und Maria Brink. Zu diesem Song muss man auch gar nichts gross sagen, kennen tut ihn ja eh jeder. Echt geil umgesetzt von diesen Ladies! Ruhig wird es in dem darauffolgenden Song «Mother». Die ganze Stimmung wechselt von fetzig, rockig zu melancholisch und teilweise beinahe einer zerbrechlichen Atmosphäre. Gesangstechnisch hat sich Maria hier auch zurückgenommen, was dieses Lied aber umso wirkungsvoller macht. Völlig ungewohnt auch mit dem Piano in den Instrumentals aber doch nicht Fehl am Platz. Aber auch diejenigen, die es lieber heavy mögen kommen nicht zu kurz. «God Is She» geht instrumentell richtig ab. Reissende Gitarrenriffs schlagen auf die Hörer ein, stehen hier völlig im Vordergrund, was aber eine angenehme Abwechslung bringt. Cool! Mein persönlicher Favorit ist und bleibt jedoch das Duett mit dem Sänger Joe Cotela «Hunting Grounds». Ich kann nicht genau sagen, woran es liegt, aber meiner Meinung nach kommt Marias Stimme am schönsten zur Geltung in Begleitung einer tieferen, männlichen Stimme. Es gibt eine so befriedigende Ausgeglichenheit aus dieser Wildheit, Zerbrechlichkeit und einem Fels in der Brandung. Es ist einfach komplett.
Zoé 
Punkte: 9.0 von 10
CONCEPTION - State Of Deception (LP)
Conception Sound Factory
Obwohl die Gegenwart stilistisch und trotz aktiver Bands, respektive Künstlern wie Dream Theater, Damian Wilson oder Threshold nicht als neuerlicher Hort für Progressive Metal gilt, scheint das Jahr 2020 den die-hard Fans einige Glücksgefühle zu bescheren. Mitunter ein Grund dafür ist natürlich das Wiedererwachen von Psychotic Waltz, die heuer und nach fast einem Vierteljahrhundert Pause (!!) ein Masterpiece der Sonderklasse raus gehauen haben. Auf diesen Spuren könnten nun auch Conception wandeln, deren letztes Studio-Album «Flow» von 1997 praktisch gleich lange her ist! Die Norweger starteten Ende der 80er eigentlich genau zum richtigen Zeitpunkt, doch 1998 war der Ofen aus und genau ab diesem Zeitpunkt hatten Kamelot für lange Jahre einen neuen Sänger: Roy Khan! Und heuer scheint sich der Kreis wieder zu schliessen, begleitet von allen Ur-Members, nämlich Gitarrist Tore Østby (Ark, D.C. Cooper), Bassist Ingar Amlien (Crest Of Darkness) und Drummer Arve Heimdal. Letzterer hatte seine Drum-Sticks wohl schon eine ganze Weile nicht mehr professionell benützt. Tja Leute..., Conception sind tatsächlich wieder zurück und das sogar im ursprünglichen Line-up! Was bei langjährigen Fans definitiv Schnapp-Atmung auslöst, nehme ich "Ungläubiger" trotzdem mit Freude und Interesse zur Kenntnis. Man hätte zu gegebener Zeit halt nicht nur Dream Theater vergöttern sollen. Fakt ist, dass Conception riffbetonte Mucke spielen und es hier keine ellenlangen Frickeleien wie bei den Genre-Kollegen zu hören gibt. Auch Keyboards und Synthesizer gelangen vergleichsweise, bis auf einzelne orchestrale Arrangements, eher spärlich zum Einsatz. Highlight ist der geniale Rausschmeisser «Feather Moves» als längster Track des Albums, wo einerseits Roy Khan aber sowas von abliefert und keinerlei verzerrte Gitarrensalven auftauchen. Zudem zeigt sich das Quartett als Progressive Metal Band von einer ziemlich kompakten Seite, da die Spieldauer von «State Of Deception» atypisch knappe vierzig Minuten dauert und somit in der Vinyl-Version eine einzelne feine LP resultiert, was für ein zusätzliches Glück!
Rockslave  
Punkte: 9.0 von 10
BONE CHURCH - Acid Communion  (LP)
Ripple Music
Der Fünfer aus New Haven Connecticut verarbeitet auf seinem zweiten Longplayer die Geschichte eines Dorfes, das im 17. Jahrhundert dem unter den amerikanischen Pilgervätern grassierenden Hexenwahn anheimfällt, mit all seinen schrecklichen Folgen. Das Thema an und für sich ist ja alles andere aus neu, wenn nicht sogar etwas ausgelutscht, aber diese fünf Burschen schaffen es, die Angelegenheit mit einem gewissen Facettenreichtum interessant zu gestalten. Konkret bedeutet das, dass man das Ganze in Anbetracht der Thematik nicht einfach in das sich schon fast aufdrängende Doom – Gewand gezwängt hat, sondern darauf geachtet hat, verschiedene Stile aus der Historie der harten Gitarrenmusik zu berücksichtigen. Doomig sind sie, klar, aber in einem angenehm diskreten Masse, denn in den insgesamt sechs Songs lassen die Musiker ebenso Einflüsse aus dem Blues, dem Stoner Rock und des Proto Metal einfliessen. Gepaart mit kompositorischer und handwerklicher Kompetenz ergeben sich daraus knappe 40 Minuten spannende, epische Unterhaltung, welche mit jedem Durchgang und dem damit verbundenen Vertrautwerden mit dem Songmaterial sogar noch wächst. Viel Leidenschaft, viel Power und viel Melodie verpackt in Songs, die einen in ihrer passionierten Art berühren, aufwühlen, packen und begeistern, das ist es was diese Band ausmacht, und das ist es, was ich euch als Kaufargument anbiete. Wer hier nicht mal versuchsweise reinhört, verpasst definitiv etwas.
Mirko B.   
Punkte: 9.0 von 10
RIOT – Rock World (Compilation LP)
Metal Blade/Sony
Den Riot-Fans geht’s im Moment sehr gut, erscheinen doch laufend neue Teile der «Archives»-, oder der «The Official Bootleg»-Serie. Zudem scheint die Truppe gerade einen weiteren Frühling zu spüren und machen unter dem Namen Riot V mit tollen Studio- und einer Mega-Geilen-Live-Scheiben von sich reden. Ja, was 1976 (!) gegründet wurde, schiesst noch immer aus allen Rohren. So auch mit «Rock World», einem Album, das sich mit Alternativ-Versionen von Tracks aus den Werken «Thundersteel», «Privilege Of Power», «Brethren Of The Long House» und «Nightbreaker» den Pfad in die Herzen der Fans bohrt. Es ist schon erstaunlich, welch geniales Material die Truppe um den viel zu früh verstorbenen Mark Reale (2012), in der Zeit zwischen 1988 und 1995 veröffentlichte. Der Fünfer steht und stand immer für schnörkellosen US-Power-Metal. Man darf zu Recht behaupten, dass Riot diesen Stil mitbegründet und sehr stark geprägt hat. Unter die Haut geht der akustische Start mit Flöte von «Bloodstreets», bevor sich das Riff und die gewaltige Power in einen geilen Mid Tempo-Track entladen, oder das sich völlig unterschiedlich anhörende «Buried Alive», im Vergleich zur bekannten CD-Version. Interessant auch, wenn man «Runaway» kennt, wie sich hier eine frühe Demoversion anhört und dabei feststellt, wie sich ein Lied (stark) verändern kann. Dass sich die Truppe nie scheute Metal fremde Instrumente einzusetzen, beweist «Killer» mit Saxophon-Klängen. Spannend auch «Medicine Man» und «Magic Maker», die hier mit den Vocals von Tony Moore zu hören sind, während auf Platte Mike DiMeo in Erscheinung trat. Diese Songs erklingen auch mit dem Gesang von Harry «Tyrant» Conklin (Jag Panzer) und zeigen, wie sehr sich die Tracks durch eine prägnante Stimme verändern können. «Rock World» zeigt die Truppe mit unterschiedlichen Fassetten, dies aber immer auf einem Level, das viele Truppen nie erreichen werden. Ein Album, nicht nur für Fans, sondern auch für Einsteiger, die sich mit den musikalischen Nuancen der Amis auseinandersetzen wollen. Hoffen wir, dass es noch mehr solche Raritäten in den Schubladen der Jungs gibt!
Tinu 
Punkte:
keine Wertung
AXXIS – Virus Of The Time / Digital EP
www.axxis.de
Dass Axxis schon immer eine Truppe war, die sich den aktuellen Geschehnissen annahm, beziehungsweise der Zeit mit ihren «kritischen» Texten voraus war, ist nichts Neues. So überrascht es nicht, dass Sänger Bernhard Weiss mit seiner Truppe eine EP zum aktuellen Virus Corona veröffentlicht. Dabei begibt sich der Shouter auf die Spuren von Prometheus. Dem Thema zugrunde liegt das Songmaterial des Theaterprojektes «Prometheus Brain Project», bei dem Bernhard und Harry Oellers (Keyboard) für die musikalische Inszenierung verantwortlich waren. Das Stück wurde im Oktober 2007 am Landestheater Schwaben in Memmingen uraufgeführt. Prometheus gilt in der griechischen Mythologie als «Vordenker» oder «Vorausdenkende», der das Feuer vom Himmel stiehlt, um es den Menschen zu bringen. «Ich musste sofort an das Stück denken, als ich die aktuellen Nachrichten über den Corona-Virus mit verfolgte. Letztendlich haben wir damals ein Szenario auf der Bühne aufgeführt, das sich jetzt gerade bewahrheitet», gibt Herr Weiss zu Protokoll. «Der Mensch sieht das, was er kann, übersieht aber, was er damit bewirkt. Als ich das Theaterstück und die Songs, die wir damals dafür geschrieben haben, mir wieder ins Gedächtnis führte, fühlte ich mich, als hätte sich gerade eine Prophezeiung erfüllt. So entschlossen wir uns spontan, die Songs als EP digital zu veröffentlichen». Und hier sind nun die sechs Tracks (plus das Video zum Titeltrack), die sich aber ein bisschen vom typischen Axxis-Sound abheben, da sie für ein Theaterstück geschrieben wurden. Trotzdem erkennt man sofort den bekannten Axxis-Sound, dies auch wegen der unverkennbaren Stimme von Bernhard. Fast ein bisschen «kalt» anmutend, um nicht zu sagen «apokalyptisch» erklingen die Tracks. «Last Eagle», oder auch «Mother Money» haben das bekannte Flair, finden sich aber in einem kühlen Sound wieder. Während der Titelsong alle beliebten Axxis-Elemente ans Tageslicht bringt. Der Fünfer unterbach die aktuelle Studiozeit, um sich diesen Tracks zu widmen. Gönnt euch eine interessante Scheibe mit einem ebensolchen lyrischen Konzepts.
Tinu 
Punkte:
keine Wertung
REACTORY – Collapse To Come  (LP)
Iron Shield Records
Auf ihrem dritten Album „Collapse To Come“ geben die Berliner Reactory von Beginn an 100 Prozent und schiessen in gut 30 Minuten Spielzeit neun brutale Geschosse ab. Damit decken sie einmal mehr die Schnittstelle zwischen nordamerikanischem (insbesondere hier die Westküste) und zentraleuropäischem Thrash (Deutschland, Ruhrgebiet) der 1980er ab. Oft wurde die Band bis dato eher als „gut, aber nicht zwingend“ eingestuft, nachdem 2013 die EP „Killed by Thrash“ und ein Jahr später das Debüt „High On Radiation“ erschienen war. Ihr zweiter Longplayer „Heavy“ ging 2016 beim vornehmlich auf Death Metal spezialisierten Label FDA Records vollends unter. Mit der Einsicht, dass die Truppe es besser kann, dürften die Musiker an ihre neuen Songs herangegangen sein, denn echter als „Collapse To Come" kann Thrash kaum sein. Das Tempo ist und bleibt rasant treibend und die Stimmung, gerade was Hans Hornung am Mikro angeht, immerzu aggressiv und tollwütig. Andererseits sind die vier Hauptstädter clever genug, keinen Schnellzug einfach am Hörer vorbei rasen zu lassen, sondern treten gekonnt im richtigen Moment etwas auf die Bremse. So ergeben sich erdrückende Elemente wie in „Graves Of Concrete“ oder „Drone Commander“, dessen Verspieltheit an die frühen Forbidden erinnern und ein rotziges „Born Of Sorrow“, das auch Overkill gut zu Gesicht stünde. Im Übrigen drehorgelt sich Gitarrist Jerome Düren ein fettes Solo nach dem anderen aus dem Handgelenk, das quasi als Schleife auf dem Päckchen angesehen werden kann. So muss Thrash 2020 klingen, wenn er nicht in der Retro-Schublade landen will!
Oliver H.   
Punkte  9.0 von 10
ASENBLUT – Die Wilde Jagd  (CD)
AFM Records/Musikvertrieb
Die Göttinger Reiterschar ist zurück und schickt nach ihrem „Berserker“ ein neues Album in den Krieg. Kompromisslos schliessen die Melodic-Deather an den Vorgänger an, es geht in gewohnt schnellem Tempo, melodiös und trotzdem mit brutaler Härte auf „Die Wilde Jagd“. Die Band hat die vergangenen 1,5 Jahre dazu genutzt, sich zu stählen, um dem Weltenbrand mit ihrem vielschichtigen Metal entgegenzutreten. Dieses Mal wurde jedoch noch mehr Wert auf die erzählten Geschichten, die ihren Ursprung in der klassischen Mythologie haben und eingängige Choruspassagen, gelegt, um den Zuhörer mit auf eine Reise in eine phantastische Welt zu nehmen. Es herrschen dunkle Zeiten, ein Sturm zieht auf, der Fenriswolf heult, die Asen rufen zur letzten, alles entscheidenden Schlacht und Ragnarök naht, um die Welt zu verschlingen. Doch Asenblut, die donnernde Metalarmada, steht zum Kampf bereit. Wer jetzt nach dieser Beschreibung eine weitere, metsaufende, mit Runen und Pathos um sich werfende Viking-Metalband vermutet, tut dem Schwermetalheer um Frontbrocken Tetzel jedoch Unrecht. Schon seit Anbeginn ihres Bestehens verweben Asenblut Black, Thrash, melodischen Death und traditionellen Heavy Metal. So ergibt sich ein säbelrasselndes, melodisch klingendes, urwüchsiges Klangbild, das die Verehrung von Bands wie Iron Maiden oder auch Immortal nicht verleugnet. Dazu verleihen die ausschliesslich in Deutsch gehaltenen Texte den Göttingern einen ganz eigenen Charakter. „Die Wilde Jagd“ überzeugt mit zehn mitreissenden Tracks, die das Ziel, einen würdigen Nachfolger für „Berserker“ (2016) zu schaffen, diskussionslos erreicht. Episch trabend, furios galoppierend, siegessicher stampfend und elegisch schreitend präsentieren sich Asenblut auch im Jahr 2020. Anhänger von Blind Guardian, Amon Amarth oder Equilibrium dürften von dem Machwerk, das ohne viel Schnick-Schnack auskommt, begeistert sein.
Oliver H.    
Punkte: 9.0 von 10
OMEGA INFINITY – Solar Spectre  (LP)
Season of Mist/Irascible
Wenn man nach der Herkunft dieser Band sucht stösst man sehr schnell auf die Bezeichnung «International» und das ist keine Übertreibung, die Band, beziehungsweise ihre Mitglieder stammen von zwei Komplet verschiedenen Hälften der Kugel. Tentakel P. der hauptsächlich für alles Instrumentale verantwortlich ist kommt aus Deutschland, während Xenoyr dessen Aufgabe die Vocals sind ursprünglich aus Australien stammt. Schon hier klingt das ganze recht interessant, nun kommt aber noch die eigens gegeben Beschreibung ihres Musik Stils dazu, «Extreme Void Metal» nennt sich das ganze, und was das zu bedeuten hat werden wir uns hier im ersten Album der in 2018 gegründeten Band mal ansehen, und hören. Wir starten mit «Uranus» welches ruhig und verträumt beginnt, eine leichte Synthi Melodie mit einem langsam anschwellenden dröhnen das schliesslich übernimmt und in direktem Übergang zu «Mars» von blast Beats begleitet wird. Dieser Track ist schnell, und hart mit klarer Neigung zum Black Death. Es sind aber auch einige interessante melodische Parts vorhanden die ich nicht anders als «Elektro Riffs» bezeichnen kann. In der letzten hälfte flacht der Song komplett zu einem Dorne Stück mit beschwörerischen Stimmen ab. «Venus» hat eine höchst interessanten Anfang, dieser besteht aus einem schnellen Synthi Beat der sich den ganzen Song durch mit dem harten Metal ablöst. Fast das Gegenteil ist hier «Jupiter», selbiger ist sehr schwer und langsam, und erinnert fast schon an einige Doom Metal Kapellen. Auch von den Vocals her befinden wir uns hier eindeutig in Doomigen Gefilden. Im letzten Viertel wird zwar wider etwas am Tempo gezogen aber insgesamt ist der Track eher ruhiger Natur. «Sol» hingegen befindet sich wider klar auf einer Linie mit den ersten Paar Songs mit vielleicht noch etwas mehr Gewicht auf dem Death Metal Aspekt. Auf die andere Seite schwingt ganz deutlich «Neptune», ein sehr ruhiger Track der fast nur mit Synthis und den Vocals auskommt. Bei «Saturn» gelangen wir wider in den Mix zwischen schnellen Elektro Beats und Extreme Metal, hier überwiegen die künstlichen Sound aber eindeutig mehr als zuvor. Danach erleben wir einen praktisch nahtlosen Übergang zu «Terra», der will nicht viel von Synthis wissen und zieht mit einem Black / Death der sich gewaschen hat sauber vorbei. Somit steuern wir langsam gegen Ende des Albums und direkt auf «Mercury» zu. Selbiger ist ein reiner Drone Titel der nochmal ein bisschen Ruhe vor dem Sturm bildet. «Hosannas from the basements of Hell» markiert den Abschluss des Albums und gleichzeitig den geilsten Track darauf. Ohne anzugeben habe ich diesen Song gleich auf Dauerschleife gestellt. Einen geileren, epischeren, mächtigeren Black Metal Sound muss man schon suchen gehen. Dieses ganze Album ist ein Experiment auf dass man sich einlassen muss, welches dann aber sehr geglückt scheint. Mir hat es auf jeden fall sehr viel Spass gemacht mich durch das Album zu hören und ich bin gespannt was diese Band noch alles in Zukunft zu bieten hat.
Simu   
Punkte: 9.0 von 10
THOSE DAMN CROWS - Point Of No Return  (CD)
Earache Records/Non Stop Music
Joa, doch, das rockt gleich zu Beginn schon ordentlich aus den Boxen, zuerst noch im Hintergrund, dann nach Vorne preschend mit einem einfachen, aber drückenden Riff. "Who Did It" markiert die Eckpfeiler des Zweitlings der Waliser: Heavy Rock der Marke frühe Rev Theory und Seether, The New Black. A propos The New Black: Der Sänger erinnert stellenweise frappierend an den guten Herrn. Klarer und nicht ganz so verraucht, aber genug rauh, damit es einfach passt. Und damit wären wir eigentlich schon beim Kern der Sache: Klar, allzu viele Ecken und Kanten sind auf "Point Of No Return" nicht zu hören, und mit "Never Win" hat man eine Ballade am Start, die so wunderbar ins Radio passt oder in jeden Hollywood-College-Film. Macht aber im Prinzip nix, denn mal von diesen wenigen Punkten abgesehen rocken die Jungs deftig und mit viel Energie, "Send The Reaper" ist ein Paradebeispiel dafür, geile Hooks, Licks und Gänsehaut im Refrain (hier wird auch ganz deutlich die Referenz zu The New Black deutlich). Kurzum: Wer auch nur ein Bisschen was mit Heavy Rock anzufangen weiss und über kleinere Schwächen (Stichwort: Motzen auf hohem Niveau) hinweghören kann, der wird mit einer energetischen, treibenden, drückenden und auch gefühlvollen Scheibe belohnt. Kracht!
Toby S.   
Punkte: 9.0 von 10
NOX FORMULAE – Drakon Darshan Satan  (LP)
Dark Descent Records
Vier Griechen, eine Idee, und Schwups, «Nox Formulae» wurde geboren, und das Ganze noch nicht einmal so lange her. 2016 startete die Band gleich mit ihrem ersten Album «The hidden paths to black ecstasy.» danach wurde es ruhiger und um so überraschender kommt nun, 2020 ein komplettes neues Album namens «Drakon Darhsan Satan» heraus. Wir sind gespannt in welche Richtung sich die Band bewegt und vielleicht gibt uns ja dieses Album einen kleinen Einblick darauf. «Psychopath of NOX» fackelt nicht lange rum und beginnt gleich mit dem vollen Programm puren Black Metals. Als die Vocals einsetzen wird das ganze noch etwas roher und düsterer. Nach dem relativ schnellen Tempo gibt es eine kleine melodische Pause bevor die Gitarren getriebene Vorbereitung auf «Ravens of Terror» folgt. Dieser ist ein grosser Kandidat für meinen lieblings Song auf dieser Scheibe. Auch hier geht es direkt schnell und hart zur Sache mit aber deutlich mehr Fokus auf Vocals, was zusammen mit dem Epischen Gesang einfach nur Hammer tönt. Riff technisch sind Nox Formulae vorbildlich auf dem Dampfer. Gut zu sehen in Track drei «Eclipse of Gharrasielh» dieser ist ein pures Riff Gewitter mit durchgehendem Tempo. «The Black Stone of Satan» ist eebenfalls roh und kräftig, diese Vocals erinnert wieder mehr an Old school Second Wave Black Metal und weniger an mächtigen Sound wie Rotting Christ und Schamasch was aber auch an der Gesamtstrucktur des Tracks liegen kann. Bei «the Blood Oath of Tagirion» wird es noch roher und melodischer, jedenfalls am Anfang, danach wird’s schnell und brutal. Mayhem lässt grüssen. «the Arrival of Noctifer» tanzt mit seinen elektronisch erzeugt Beats etwas aus der Reihe aber fällt nicht weiter störend auf da diese Praktik ja auch schon von andere Bands wie Dimmu Borgir etabliert wurde. Die Vocals sind dabei nicht der Melodie angepasst sondern tragen beschwörerische Psalme im Hintergrund vor. So! Genug Elektro. Findet «berzerks of OD» und wirft erneut eine volle Schippe harten Black Metals in den Ring. Gespickt mit einem bombastischen Mittelpart aus Soli und starken Riffs reiht sich dieser Song zu den Anwärtern für meinen Liebling des Albums ein. Der letzte Track «Eve of Annihilation» fährt die gleiche schiene mit etwas weniger tempo und etwas schwererem Sound, ein schöner Abschluss für das Album. NOX Formulae erfindet das Rad zwar nicht neu aber fährt mit Brennendem Tempo die Felge zu Boden. Diese Album hat zwar seine kleinen Macken, ist abee im grossen und ganzen ein kraftvolles Meisterwerk.
Simu   
Punkte: 9.0 von 10
FREDDY AND THE PHANTOMS - A Universe From Nothing
Mighty Music
Im Promosheet nennen die fünf Dänen u.a. Black Sabbath, Rival Sons, J.S. Bach und Dio als Inspirationsquellen. Kann man so stehen lassen, wobei ich noch frühe Whitesnake dazu nehmen würde, was freilich am fleissigen Einsatz der Hammond Orgel liegt, aber nicht nur, denn die von Herrn Coverdale heissgeliebten Stilmittel Funk und Boogie Shuffle finden auf „A Universe From Nothing“ ebenfalls regen Einsatz. Fakt ist, das Quintett serviert uns auf seinem fünften Output knackigen Classic Rock mit Anspruch, der bei der geneigten Hörerschaft auf offene Ohren stossen dürfte. Leise Töne und sanfte Klänge spielen dabei glücklicherweise eine eher untergeordnete Rolle, was nicht zuletzt an den verarbeiteten Themen, Dantes „La Divina Comedia“ und Stephen Hawkings „A Brief History of Time“, liegen dürfte. Thematisch relativ schwerer Stoff darf musikalisch durchaus „heavy“ umgesetzt werden, dem sind die Jungs in jeder Hinsicht gerecht geworden. Musikalisch ist die ganze Band eh über jeden Zweifel erhaben, aber mich begeistert insbesondere der markant hohe und saubere Gesang von Gitarrist Frederik "Freddy" Schnoor, welcher vor allem dann brilliert, wenn er lediglich von donnernden Drums und einem angenehm angezerrten Bass begleitet sein ganzes Können unter Beweis stellen kann. „A Universe From Nothing“ zeigt wieder mal eindrücklich, dass auch zeitgenössischer Classic Rock durchaus richtig hart knallen kann, was diese Platte unweigerlich auch für Metalheads interessant macht.
Mirko B.  
Punkte: 8.9 von 10
MACBETH – Gedankenwächter  (Gatefold LP)
Masacre Records/Musikvertrieb
Ein ganz spezielles Heavy Metal-Album veröffentlichen die Erfurter Macbeth. Ihre Musik hat die Kraft von Death Metal, klingt aber eher nach klassischem Heavy Metal und überzeugt mit einem sehr passenden, rauen deutschen Gesang. Damit schaffen Macbeth auf ihrem fünften Werk etwas Einzigartiges. Dazu kommt ein Songwriting, das von der ersten bis zur letzten Note schlicht überzeugt. Die Stimmung ist düster, was zur lyrischen Thematik hervorragend passt. Gesungen wird über Krieg. Und dies aus verschiedenen Perspektiven. Einmal sind es die Opfer, einmal die Täter und manchmal auch eine Anklage der Soldaten, gegenüber den Kriegstreibern, die selber nie persönlich auf den Schlachtfeldern auftauchen. Dabei wird nichts beschönigt, sondern schonungslos das Elend besungen. Natürlich darf es auch mal heroisch sein, wenn ein tapferer Krieger sich bei einer Überzahl von Feinden nicht ergeben will. Die Texte wirken aber nie dumm und prollig, sondern immer stark durchdacht. Dazu kommen Melodien, die nach einigen Hördurchgängen im Gedächtnis hängen bleiben. Wem dies nicht genügt, erfreut sich am schneidenden Riffgewitter, das virtuos alles zerstören möchte. Macbeth sind auf diesem Album weit mehr Heavy Metal als die meisten anderen Bands. Sie machen endlich das, was ich mir von den meisten Gruppen dieses Genre wünsche: Sie klingen nicht nach einer Kopie von etwas, sondern nach sich selber. Damit müssten die Erfurter eigentlich schon lange im Metal-Olymp angekommen sein. Aber vielleicht gelingt das ja jetzt mit Gedankenwächter.
Roger W.    
Punkte: 8.9 von 10
SÜNDENKLANG – Jahresringe  (Digipak)
Drakkar Entertainment
Düster und emotional erklingt das neue Album von Sündenklang. Schon der erste Song «Schnitt um Schnitt» beginnt mit einer absolut verzweifelten Stimmung, der raue Gesang des Sängers «Mart» bringt einen erschütternden Kontrast zu den melodiösen Pianoklängen im Hintergrund. Der zweite Song «Staub» beginnt dann schon etwas lebhafter, elektrische Rhythmen leiten in das Lied ein und obwohl es textlich immer noch gleich düster bleibt, ist das Gesamtbild doch nicht mehr ganz so verzweifelt wie bei seinem Vorgänger. Auf dieser Vorlage baut sich dann auch «Schwarze Götter» auf, welches sich noch weiter weg von diesem von Schmerz geplagten Stil weg entwickelt. Der Song macht seinem Titel alle Ehre, denn es klingt schon beinahe erhaben und stolz. Es wird melancholisch mit «Du Bist Mein Licht», einem Duett mit der Sängerin «Leandra». Die dunkle Stimme von «Mart» verschmilzt mit ihrem hellen Gesang und es entsteht eine Mischung, welche jedem unter die Haut fährt. Ein weiteres Highlight für mich ist «Auf den Weg». Klangvolle, tiefe Geigenklänge leiten in das Lied ein, begleiten den Sprechgesang durch den ganzen Song hindurch. Auch von der Thematik springt das Lied hier aus der Bresche, denn es ist im Vergleich zu den Andern viel aufgestellter, handelt davon, dass es nach vorne geht. Schon beinahe aufmunternd so verglichen mit der restlichen Songthematik. Mein fünfzehnjähriges Ich wäre Feuer und Flamme für dieses Werk gewesen, mittlerweile hat sich mein Musikgeschmack etwas von diesem Genre entfernt aber ich kann immer noch sagen, dass Sündenklang hier absolut geile Arbeit hingelegt haben.
Zoé    
Punkte: 8.9 von 10
LOVIATAR - Lightless  (CD)
Prostetic Records
Aus dem fernen Ottawa in Kanada kommen Loviatar her und spielen eine unheilvolle Kombination aus Doom und Post Metal. So startet "Suffocating Delirium" schon mal sehr bedrückend. Loviatar vertonen Hoffnungslosigkeit auf eine eindrückliche Art und Weise. "Horse In Thrall" ist ein sehr melancholisches Stück, das sich im Post Metal beheimatet fühlt. Mit "Cave In" werden die Zügel wieder aufgenommen und der Gaul von einem Song galoppiert behände über den Acker. Flächenmässig breitet sich die Ruhe mit "Silica" aus und zeigt Loviatar von einer sehr wehklagenden Seite. Im Verlauf des Songs wird es aber doch noch ein wenig heftiger! "All The Witches You Failled To Burn" ist Folk Metal pur und könnte auch der Soundtrack von Game Of Thrones sein. Dem Sänger wird in diesem Song eine Pause gegönnt. "Lightless" ist der längste und zugleich letzte Song dieses gelungenen Albums. Dieser Song versprüht keinen Funken Hoffnung und ist zappendüster! Mit "Lightless" ist Loviatar ein Album, das keine Grenzen kennt, gelungen. Für Leute, die keine Berührungsängste zu Doom und Post Metal haben, ist das weitaus mehr als nur ein Geheimtipp!!
Roolf    
Punkte: 8.9 von 10
THE O’REILLYS AND THE PADDYHATS - Dogs On The Leash  (CD)
Metalville
Diese Deutschen bringen mit ihrem vierten Album eine unglaublich tanzbare, gemütliche Pub-Stimmung in die heimischen Stuben. Die 13 Lieder bereiten alle eitle Freude, auch wenn es sich hier nicht nur um Sauflieder handelt, sondern auch mal nachdenkliche Klänge angestimmt werden. Insgesamt ist dieser Folk Rock sehr gut für Metaller geeignet. Das bewiesen die sieben Musiker bereits 2017 auf Wacken, wo sie während vier Auftritten für riesige Stimmung sorgten. Dass Teile der Band abseits der Bühne mit Kleidern von Ghost, Ensiferum oder Grailknights rumlaufen, macht sie umso sympathischer. Das würde aber rein gar nichts nützen, wenn das neue Werk nichts taugen würde. Zum Glück ist aber das genaue Gegenteil der Fall. Wer wieder mal sein Tanzbein schwingen will, findet hier den passenden Soundtrack dazu. Und fühlt man sich ob der aktuellen Virussituation deprimiert, der lege dieses Werk ein, und schon lacht das gepeinigte Gemüt wieder. The O'Reillys And The Paddyhats bieten damit genau den Soundtrack, der momentan so nötig ist: Positiv in der Grundstimmung, genug intelligent und nach vorne schauend. Es gibt aktuell wohl deutlich schlechtere Medizin als dieses Album. Darum hören, geniessen und sich auf das nächste Konzert freuen. Und wer weiss, vielleicht ist es das Folk Rock-Album schlechthin. Dieses Tatsache wäre aber so was von egal. Denn gute Musik ist gut, egal, wie viele ähnliche Top-Alben es gibt.
Roger W.  
Punkte: 8.8 von 10
IVANHOE - Blood And Gold  (Digipak)
Massacre Records/Musikvertrieb
Die süddeutschen Progressive Metaller standen vor allem zwischen 1994 und 1997 hoch in meiner Gunst. Das lag zum einen daran, dass die Szene damals einige gute Bands im Sog von Marillion, Queensrÿche und Dream Theater abwarf. Ivanhoe gehörten damals eindeutig auch dazu und überzeugten mit ihren tollen Songs auf der ganzen Linie. Grossen Anteil daran hatte der erste Sänger Andy B. Franck, der nachher zu Brainstorm und Symphorce abwanderte. Leider riss danach der Faden nicht unerwartet und mündete 1999 im Split von Ivanhoe. Bassist und Mainman Giovanni "Gio" Soulas holte zwei Jahre später den Anker jedoch wieder ein und fand in Mischa Mang einen valablen Nachfolger für Andy. Es sollte jedoch bis 2005 andauern, ehe es mit «Walk In Mindfields» ein passables Comeback absetzte. Die Qualität der frühen Jahre wurde aber nie mehr erreicht und zwei weitere Alben mit Mischa folgten. «Systematrix» (2013) als letzterer Wurf fiel dabei zu düster, respektive modern aus und liess mein Interesse an der Band entscheidend schwinden. So hatte ich «7 Days» (2015), nota bene das erste Album mit dem inzwischen dritten Frontmann Alexander Koch überhaupt nicht mehr auf dem Radar. Somit nahm ich «Blood And Gold» eher überrascht und emotionslos zur Kenntnis. Was gleich als erstes Detail auffällt, ist die vergleichsweise kurze Spielzeit von keinen vierzig Minuten, was in dieser Stilecke weitgehend ungewöhnlich ist. Das roch entweder nach Stagnation oder "reduced to the max". Bereits der Opener «Midnight Blue» kommt dabei genau dem auf den Punkt, ohne die Trademarks zu verleugnen. «Broken Mirror», keine vier Minuten lang, schlägt in die gleiche Kerbe und erinnert mich sogleich frappant an die Schweizer Kirk zu Zeiten von «The Final Dance» (2003), geil! Weiter setzt sich ein ziemlich transparenter Mix wohltuend in Szene, wo die Gitarren spürbar nach vorne gemischt wurden. «Fe Infinita» überrascht darauf wiederum mit Kürze (02:14), rein akustischen Klängen und einem Duett mit Yvonne Luithlen. Danach kratzt der Titeltrack als längster Song (05:30) am progressiven Standard, und spätestens hier kriegt man das Gefühl, dass sich Alexander Koch, ohne dessen powervolle Höhen auszulöten, noch ziemlich ähnlich wie Todd La Torre (Queensrÿche) anhört. «If I Never Sing Another Song», der perfekt zum Schluss eines Road-Movie passen würde, offenbart hingegen den "echten" Alexander. «Solace» beamt einen einige Jahre zurück zu den Anfängen und steht gleichzeitig für die aktuellen Ivanhoe. Dass nun aber in «Shadow Play» gar ein Saxophon (!) auftaucht, hätte ich nie erwartet! Doch das Experiment gelingt, wenn man einerseits Human Zoo im Ohr hat und sich generell darauf einlässt. «Perfect Tragedy» lässt schliesslich als bereits letzter Track gar noch jazzige Vibes aufblitzen. «Blood And Gold» ist als Ganzes definitiv gewagt, wird Alt-Fans eher abschrecken und lässt die 2000er-Alben aber allesamt ziemlich alt aussehen!
Rockslave  
Punkte: 8.7 von 10
OKTO VULGARIS - Modern Me
Eigenvertrieb
Mit 'Modern Me' folgt nun das neue, longplayerische Debutalbum, nach 'Tube One' (EP), mit 13 Songs von den einheimischen Heimischen Okto Vulgaris aus Chur. Und dieses Teilchen, meine Damen und Herren, ist in Sachen Rohheit, Grunge, Rock, Hardrock, Blues in Nichts zu übertreffen. Yep, Groove kommt noch dazu, eine verdammt druckvolle und saubere Produktion, mit catchy und crusty Songs, einem sehr durchdachten und ausgereiften Songwriting, welches sich wie ein roter Faden durch die 13 Tracks zieht. Wer Okto Vulgaris schon live erleben durfte, die/der weiss, dass die Combo ihren Powersound auch auf diesen Silberling und Vinyl rübergebracht haben, will schreiben, bei jedem Song hört und sieht man die pure Energie, welche Okto Vulgaris auch auf den Stages dieser Welt versprühen. Und ja, sie sind vielseitiger geworden, was ihnen perfekt zu stehen kommt. Tube Rock nennt die Band ihren Sound, und hellyeah, diese Aussage wird gerecht, Volltreffer! Die Songs sind purer Röck'n'Röll, pures Adrenalin, goil gezockt. Ja, die Vocals sind das Markenzeichen, auch wenn das Musikalische in Nichts dem Gesang nachsteht. Die rauhen, whiskeygetränkten Stimmbändern sind sozusagen das berühmte 'i-Tüpfelchen' wie auch mittlerweile ein Markenzeichen der Band. Diese Stimmkraft mit Blues, Grunge, Rock oder Hardrock in Verbindung zu setzen, ist keine Übertreibung. Die Gitarren riffen sich tube-distortioniert durch die Tracks, lassen 'alte' Tage der Grungeszene hochleben, gepaart mit kurzen, melodiösen Soli, aber auch anderen, gitarrentechnischen Interventionen. Der Bass formiert mit den Drums ein perfekte Rhythmusmaschine, zu den Gitarren ist dieser mal unterstützend, mal intervenierend intoniert. Die Drums powern straight und stetig nach vorne, mit verschiedenen Patterns wird der Himmel jäh aufgerissen, einige Momente später ist der Himmel wieder zusammen getackert. Der Gesang ist sehr emotional, aggressive, lieblich, betörend, whiskey-like vorgetragen. Das alles passt hervorragend ins einheitliche Songwritingkonzept von 'Modern Me'. Ein sehr eigenwillig und doch perfekt passendes Cover-Artwork komplettiert 'Modern Me'. Anhaltspunkte wären da ... eben Okto Vulgaris, da sie einfach so eigenständig und positiv eigenwillig daherreiten, Ohkeh, also da gäbe es doch tatsächlich diese Weite von Janis Joplin bis hin zu Nirvana, Pearl Jam, Screaming Trees, Stone Temple Pilots, The Smashing Pumpkins und Konsorten. Okto Vulgaris haben mit der neuen Scheibe einen Riesenschritt vorwärts gemacht und es wird eine wahre Party und Freude sein, diese Band auf den Stages dieses Universums zu sehen.
Leopold   
Punkte: 8.6 von 10
NOVENA - Eleventh Hour  (CD)
Frontiers Music/Musikvertrieb
Die beiden britischen Sänger Ross Jennings und Gareth Mason legen hier ein spannendes Prog Rock / Metal-Album vor. Der Opener "2259" macht es schon schwer, die Engländer in einer bestimmten musikalischen Richtung einzuordnen. Das Ganze klingt beim ersten Durchhören noch recht chaotisch. die Jungs durchstreifen schon beim ersten Song so alle Prog-Welten, die man kennt. Von sehr ruhigen Prog Rock-Passagen à la Steven Wilson bis zu Dream Theater-ähnlichen Klängen. Auch im Gesang geht’s von gefühlvoll bis Growl. So geht’s mit "Sun Dance" gleich weiter. Toller Song mit einer klasse Gesangsmelodie, und dazwischen immer mal wieder ein kurzes Metalriff. Sehr ruhig beginnt "Disconnected", bis Gitarrist Dan Thornton mit einem Klasse Riff einsteigt, wobei man sich hier eher im Prog Rock austobt. "Sail Away" dann eine durchgehend ruhige Klavierballade, könnte glatt von Steven Wilson sein. Dann das 10 Minuten lange „Lucidity“, hier drücken die tiefer gestimmten Gitarren und Growl-Gesang. Bevor man abrupt in eine ruhige verspielte Prog Rock-Nummer wechselt. Dieses auf und ab zieht sich durch die ganze Nummer hindurch. Kaum hat man sich an eine Stimmung gewöhnt, wird gewechselt. Mal Klavier, mal Metalbrett, sehr spannend. Ganz speziell das Spanisch geprägte „Corazon“. 8 Minuten lang wird hier sehr spielerisch von akustischen Klängen, Metal-Riffs, tollen Chören und in Englisch und Spanisch gesungen. Ganz stark die A Capello-Kanons, die man ja so liebt von Spock's Beard, toll umgesetzt. Auch hier wieder kurze Growls und dann eine weibliche Stimme, die den Song in eine spanische Nummer drängt, herrlich und sicher ein Highlight dieses Albums. Am Ende dann noch die beiden Longtracks „The Tyrant“, 10 Minuten, und „Prison Walls“, 15 Minuten. Hier geben die Briten nochmals eine grandiose Kostprobe ihres Könnens. Sehr starkes Album, aber es braucht seine Zeit, um sich zu entfalten, sehr hörenswert.
Crazy Beat   
Punkte: 8.6 von 10
MIRACLE FLAIR – Synchronism  (Digipak)
Massacre Records/Musikvertrieb
«Synchronism» ist das dritte Studioalbum der Modern Melodic Metal Band Miracle Flair aus St.Gallen. Sängerin Nicole Hartmann und Gitarrist Daniel Maurizi haben mit ihrem Songwriting klasse Arbeit geleistet. Beim ersten Hinhören sind eingängige Melodien, rockige Gitarrenriffs und -soli sowie fesselnde, energiereiche Refrains zu hören. Nicoles Gesang, bodenständig und kräftig, überzeugt und bettet sich passend in den instrumentalen Hintergrund ein. Musikalisch hat das Werk viel zu bieten – spannende Entwicklungen in den Songs sind zu erkennen; Miracle Flair erzeugen viel Power und erschaffen durch diverse Tempowechsel eine Dynamik, die in seinen Bann zieht. Beim genaueren Hinhören wird schnell klar, dass feine, raffinierte Details im Hintergrund die ganzen Kompositionen komplexer machen als im ersten Moment gedacht. Das Werk weisst versteckte progressive Einflüsse auf, die insbesondere in den Bridges neben den tollen Gitarrensoli zu hören sind. Sie wechseln regelmässig zwischen rauen, kargen Gitarrenriffen und komplex zusammenwirkenden, mehrstimmigen Konstrukten. Streicher-Klänge, leichte Synthis oder raffinierte, leise gespielte Keyboardmelodien komplettieren die Kompositionen zu einem Klangteppich, der fasziniert und überzeugt. Jedes Lied hat seinen eigenen Charakter, ohne «Synchronism» aus dem Gleichgewicht zu bringen. Damit ist gemeint, dass kein Lied wirklich heraussticht und damit andere in den Hintergrund rückt, sondern dass jeder Track seine Stärken hat und so ein Gesamtkonstrukt entsteht, das einfach nur Spass macht. Mir persönlich ist der Refrain von «Torn Inside» als Ohrwurm hängen geblieben – ein energiegeladener Hit, der zwischen aufmüpfigen und schweren Melodien wechselt. Mit Modern Melodic Metal ist Miracle Flairs Stil auf den Punkt getroffen. Unsere Schweizer haben’s drauf – hiermit liefern sie ein tolles Werk, das abwechslungsreich und mächtig gestaltet ist!
Sina   
Punkte: 8.5 von 10
FIVE FINGER DEATH PUNCH - F8  (2LPs)
Better Noise Music/Sony
Immer wenn eine Band wie FFDP was rausbringt, gibts Gesprächstoff und Meinungen. Eine Band, die so polarisiert (man erinnere sich an Poser-Anschuldigungen) wagt den Neuanfang. Vielleicht ist das Kapitel "F8" eine gute Chance, sich ein neues Image in der Metalwelt zu schaffen. Die Zahl 8 symbolisiert nämlich Harmonie. Wer die Band ein Wenig verfolgt, wird dies etwas paradox finden, denn Streit zwischen einzelnen Bandmitgliedern war mal gang und gäbe. Eine Zeit lang drohte die Band ja zu Bruch zu gehen. Nun hat sich Ivan Moody aber in den Griff bekommen, und wie man auch von der Band hört, wurde viel gearbeitet. Neu klingt der Sound der wiedergeborenen 5FDP nicht, aber dennoch gibt es Einiges zu Entdecken. Der Neuanfang klingt frisch und doch so typisch. Das musikalische Gesamtbild wirkt harmonischer als auch schon, ich glaube, hier wurde mächtig daran gearbeitet, den Bandzusammenhalt aufzubauen. Trotz der allgegenwärtigen, altbekannten Aggression kommen auch sanfte Passagen gut rüber und es hört sich an, als hätten sich Five Finger Death Punch neu formiert. Dieselbe Stärke aber Hand in Hand. Erfreulich ist das Ergebnis, und obschon die 7 normalerweise die magische Zahl ist, so denke ich, dass es im Falle dieser aus Las Vegas stammenden Grösse die 8 ist. Das achte Studioalbum präsentiert sich solide und ist seit "American Capitalist" endlich wieder ein vollständig von A bis Z gelungenes Album. Alles dazwischen war nur teilweise zu gebrauchen. Mit "F8" erhalten wir einen sehr starken Longplayer, und weder Songwriting noch Lyrics unterscheiden sich gross von den Vorgängern, doch die neue Ausstrahlung tut der Band gut. Für mich ein klarer Fall für die Favoritenliste des Jahres 2020 und Kaufempfehlung.
Mona   
Punkte: 8.5 von 10
THE NEAL MORSE BAND - The Great Adventour - Live In BRNO 2019
(2CDs & 2 Blu-rays)
InsideOut Music
Irgendwie ist Neal Morse schon ein bisschen durchgeknallt. Nach dem grandiosen "The Great Adventure", welches hier übrigens in Bild und Ton vollumfänglich dargeboten wird, knallt uns der Gute das Hammer-Album "Jesus Christ The Exorcist" um die Ohren. Nebenbei gab’s noch ein Super-Werk mit den Flying Colors, und Neal arbeitet ja schon am neuen Transatlantic-Rundling. Natürlich muss "The Great Adventour" von jedem Fan gehört, aber selbstverständlich gesehen werden. Mit der Mannschaft ein Muss. Schon wenn man sich "Overture" anhört, merkt man sofort, dass man es hier mit einer der besten Live-Bands überhaupt zu tun hat. Dieses Team ist abartig gut eingespielt und es macht Freude und feuchte Augen, dieses Spektakel anzusehen bzw. anzusehen. Hier agiert die genau gleiche Bandkonstellation wie beim 2016er Live-Album "Alive Again". Sprich, Mike Portnoy, Bill Hubauer, Randy George, Eric Gillette und dem Meister persönlich. Wer "The Great Adventure" liebt, wird natürlich auch diese Live-Version lieben. Ich find es unglaublich, was der junge Eric Gillette hier auf der Gitarre zaubert. Er beherrscht alle Facetten des Prog, spielt bei ruhigen Passagen mit sehr viel Gefühl, kann es aber auch ordentlich krachen lassen. Songs wie das sehr melodiöse "Welcome To The World" funktionieren live noch besser als auf dem Album, auch mit all den Chören. Hammersong! Viel Abwechslung bringt auch die warme Stimme von Bill Hubauer, gut zu hören beim ruhigen "A Momentary Change", einfach wunderschön. Das Ganze ist mal wieder eine aussergewöhliche Live-Show, die mit "The Great Medley", einer 24 Minuten langen Zugabe endet. Was diese Herren hier abliefern, ist Prog in höchster Kultur, und wenn man dabei noch so viel Spass hat wie Neal und seine Jungs, dann kann es doch nichts schöneres geben, als sich davon mitreissen zu lassen. Viel Spass dabei.
Crazy Beat    
Punkte:
keine Wertung
HARTMANN - 15 Pearls And Gems (CD)
Pride & Joy Music
Wer sich in der Hartwurst-Szene auskennt, kommt definitiv nicht an Songwriter, Sänger, Produzent und Gitarrist Oliver Hartmann vorbei. Nebst seiner eigenen Band Hartmann, die heuer das 15-jährige Jubiläum feiern kann, war er Frontmann von At Vance (1998 bis 2003) und hat auf einigen Scheiben, darunter von Edguy, Freedom Call, HammerFall und auch bei der Schweizer Symphonic Metal Band Lunatica seine allseits sehr geschätzten Backing Vocals und Choirs beigesteuert. Eher aufgefallen dürfte er in den letzten Jahren jedoch als etatmässiger Gitarrist des Avantasia Live-Trosses von Tobi Sammet und dem Mitwirken bei "Rock Meets Classic". Aktuell und eben wegen dem Jubiläum hat Oliver nun das neue Album «15 Pearls And Gems» am Start, wo es, wie der Titel schon verrät, um fünfzehn Songs geht. Dieser spezielle Release enthält somit fünf neue Titel, fünf ausgewählte Coversongs, darunter «Street Café» (Icehouse) und den 80er-Hit «When The Rain Begins To Fall», wo es zu einem coolen Duett mit Ina Morgan (Avantasia) kommt, sowie fünf Liveversionen von HARTMANN-Stücken, die während den Konzerten in den letzten Jahren mitgeschnitten wurden. Wer auf knackig (von Kollege Sascha Paeth co-) produzierten melodischen Hardrock steht und nebst der bekannten Spielwiese bei Edguy-Fronter Tobi auch andere Facetten von Oliver Hartmann kennenlernen möchte (der übrigens auch noch festes Mitglied der Pink Floyd Tribute Band Echoes ist), kriegt hier eine randvolle CD geboten, die weit mehr als nur "nett" ist. Das Ganze, unterstützt durch die Kollegen Mario Reck (g), Armin Donderer (b) und Markus Kullmann (d) hätte diesen Frühling auch live genossen werden können. Hätte, aber das ist eine andere Geschichte!
Rockslave  
Punkte: 8.5 von 10
SCARLET AURA - Stormbreaker
Silver City Records
Geballte Ladung Heavy Metal aus Rumänien? Kannst du haben! Mit "Stormbreaker" bringt die Truppe um Powerkehle Aura Danciulescu das zweite Album aus der ihrer "Book of Scarlet"-Trilogie. Während mich das erste Album dieser Saga leider nicht ganz so umhauen konnte, bin ich bei diesem absolut überzeugt. Trotz stark hörbarer Anlehnung an die grossen Player der NWOBHM wirkt der Sound nicht archaisch oder gar zu vertraut. Nach dem ersten Teil der Geschichte der "Scarlet" (mit dem Vorgängeralbum "Hot'n'Heavy" kam das erste Buch der Trilogie raus, "The Book of Scarlet Aura - Ignition") war ich zwar noch nicht ganz so warm, denn die Produktion des Albums und gewissermassen der Mangel an musikalischen Ideen waren etwas heftig. Doch hier sehe ich eine Steilkurve nach oben und bin überzeugt, dass die potente Band sich in der Metalwelt beweisen wird. Eingängig, aber nicht zu easy, Mitsingfaktor: SEHR HOCH! Zum Glück werden die Lyrics ja im Booklet mitgeliefert! Melodisch, heavy, deftig geile Vocals. Mehr braucht man nicht. Ganz alte Metal-Hasen dürften ein paar Sachen auszusetzen haben, aber das ist meiner Meinung nach irrelevant. Über die immer noch fehlende Bekanntheit dieser starken Gruppe wunder ich mich schon ein wenig. Zumindest in der Schweiz scheinen Scarlet Aura noch nicht ganz angekommen zu sein. Finde ich persönlich schade. Meine vollste Unterstützung gibts auf jeden Fall und eine definitive Kaufempfehlung versteht sich von selbst. Allen, die auf soliden Heavy Metal-Sound stehen, kann ich diese Band von Herzen empfehlen. Thematisch bewegt sich die Scheibe im standard Heavy-Bereich, etwas Heroik hier, hier könnte man vielleicht den Einfallsreichtum ein Wenig bemängeln, etwas mehr Abstraktion und Fantasie würde mir dazu noch passen, zumal es sich um eine Geschichte handelt. Janu, zumindest bleibt alles dem Genre treu.
Mona  
Punkte: 8.5 von 10
AARA - En Ergô Einai  (CD)
Debemur Morti Productions
AARA – Black Metal aus der Schweiz. Auf das Beste reduziert besteht ihr Album aus fünf Stücken, Qualität statt Quantität halt. «En Ergô Einai » beginnt erstmals ruhig mit «Arkanum», doch mitten im Song ändert sich die Stimmung schlagartig und Gitarren beginnen zu schreddern, verzweifelter Schreigesang dringt aus den Boxen und die Drumms hämmern, was es nur geht. Zuvor ein Schlaflied, jetzt sind wir alle wieder wach. Weiter geht es mit «Stein um Stein» bei dem die Gitarrenriffe schon deutlich melodiöser werden, was ein interessanter Kontrast zum Rest abgibt. «Aargesang (Aare II)» wird still. Chorgesang und Gewittergeräusche im Hintergrund leiten in den Song ein, bis es dann einen massiven Umbruch gibt, als die Gitarre wieder reinbrescht. Der Chorgesang im Hintergrund bleibt, was erstaunlicherweise echt gut klingt. Eine Mischung, die auf so viele Arten hätte schiefgehen können, hier aber super umgesetzt wurde. Es geht weiter mit «Entelechie», wo die Gitarre wieder etwas Melodie ins Spiel bringt, während der Gesang immer dämonischer wird. Diese Musiker haben echt ein Händchen dafür, wie man Gegensätze zusammenmischt. Der Abschluss wird von «Telos» gemacht mit einer coolen Mischung aus Allem; etwas Gesang, der Gitarrist zeigt, was er alles so draufhat und selbstverständlich, nicht zu vergessen, die brutalen Screams.
Lässt durchaus viele Erwartungen auf weitere Werke wachsen.
Zoé  
Punkte: 8.5 von 10
BONFIRE – Fistful Of Fire  (Orange Vinyl)
AFM Records/Musikvertrieb
Ich bin noch immer der Meinung, dass Hans Ziller besser unter EZ Living weitergearbeitet, statt dass er sich den Namen Bonfire unter die Nägel gerissen hätte. Nicht, dass er den Bandnamen beschmutzt, aber Bonfire ist heute eine völlig andere Truppe, die um einiges Härter ans Werk geht als die Band es in ihrer erfolgreichsten Zeiten tat. Der rockige Sound, welcher die Deutschen berühmt machte, wich einer bedeutend härteren Ausrichtung, die auch dank Sänger Alexx Stahl und Neutrommler André Hilgers (ehemals Rage, Axxis und Silent Force) eine völlig neue Richtung bekommt. Die ist aber, und das muss man ganz ehrlich sagen, verdammt gut geworden. Dies beweist schon der Opener «Gotta Get Away», der mit Härte um die Ecke schiesst. Dass dabei Wundergitarrist Frank Pané einen unglaublichen Job abliefert, ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Beim flotten «The Devil Made Me Do It» kommt eines der alten Bonfire-Markenzeichen ans Tageslicht, die mitreissenden Chorpassagen. Extrem geil ist die Ballade «When An Old Man Cries» geworden, oder «Warrior», das mit seinem Keyboard-Einstieg fast ein bisschen an den Uralt-Hit «Sweet Obsession» erinnert. Cool auch die leicht Klassik anmutende Gitarrensolo-Nummer «Fire Etude», die in den Hit «Breaking Out» übergeht. Der Doublebass-Klopfer «Gloryland» beschliesst ein Album, das zu gefallen weiss. Ja, «Fistful Of Fire» ist sicher das härteste Album von Bonfire geworden, und somit hat Hans genau das erreicht, was er wollte. Wie das die (Alt-) Fans annehmen werden, wird sich aber zeigen.
Tinu   
Punkte: 8.5 von 10
RITUAL DICTATES - Give In To Despair  (Purple Vinyl)
Artoffact Records/Cargo
Interessante 11 Songs von der kanadischen Zweimannband Ritual Dictates, präsentiert auf 'Give In To Despair', deren ebenfalls longplayerischen Erstling. Präsentiert wird Death-Metal in vielen Facetten, will schreiben, in der Sprache des Blasts und Grindcores, des brutalen Deaths, des straighten, groovigen Deaths, des Deaths mit untermalten Black-Metal-Elementen, leicht speedig-thrashigen Anleihen, will schreiben, sehr facettenreich intoniert. Der Sound von Ritual Dictates kennt keine musikalischen Grenzen. Klar ist der Hauptsound im Death-Metal zu finden, jedoch sind die anderen metallischen oder gar nicht metallischen Elemente genau das, was 'Give In To Despair' ausmacht: Eine musikalische Erkundungstour. Yep, viele traditionsbewusste Headbangerinnen und Headbanger werden Mühe haben, diese musikalische Meisterleistung erkennen und würdigen zu können. Warum? Es ist nicht 08/15-Death-Metal, nein, es erzählt eine Geschichte. Auch ich habe nach dem x-ten Durchhören viel Zeit gebraucht und diese auch investiert, um die songwriterische Genialität von Ritual Dictates zu erkennen dürfen. Sucht man nach Anhaltspunkten, well ... da geht's von den norwegischen TNT über Annihilator, Sacrilege (den Kanadiern), über Cannibal Corpse, Archspire bis zu Beyond Creation. Will schreiben: Alles dabei! Nein, kein Hyundai ... Deathig-thrashig-blackiges Riffing, kurze, prägnante Soli, clean-akustische Momente. Der Tieftöner brilliert als vollwertiges Instrumente, ergänzend zur Gitarre und den Drums. Die Drumpatterns wedeln wild zwischen Blast, Grindcore, Death, Thrash, Speed, Power-Metal, Black und all' den weiteren, verschiedenen Stilrichtungen, welche wie Nadelstiche fein und hörbar gesetzt worden sind. Der Gesang ist meist im shoutigen Scream bis zum verständlichen Growl, gepaart wird dieser jedoch mit gelegentlichen Ausflüge in den Klargesang. Hervorragende Produktion, welche keine Wünsche offen lassen und ein Cover-Layout, welches in erster Sicht bescheiden daherkommt, jedoch den Stempel als Branding auf jede Haut drückt.
Leopold   
Punkte: 8.5 von 10
FALLEN ARISE – Enigma  (LP)
ROAR! Rock of Angels Records
Nach fünf Jahren kehrt Melodic / Symphonic Metal Band Fallen Arise mit einer neuen Scheibe zurück. Das dritte Studioalbum «Enigma» der Griechen soll den Musikstil der Band auffrischen und ihre beiden vorherigen Alben nicht repetieren. Naja, dies wird schon nur dadurch erzielt, dass auf der neuen Scheibe eine neue Sängerin zu hören ist – Fiona Creaby fügt mit ihrer hellen, lieblichen und dennoch kräftigen Stimme einen neuen, eigenen Touch zur Musik. Sie teilt sich das Mikrophon mit Vlasis Katsaounis, der sie passend mit seinen Growls ergänzt und so dennoch eine alte Verbindung zum typischen Klang Fallen Arises in ihren vorherigen Alben herstellt. Abgesehen von dem Abwechslung bringenden Gutturalgesang erinnert «Enigma» mit Fionas Gesang in Kombination mit den harten, tiefen Gitarrenriffen und den melodiösen symphonischen Motiven stark (!) an die alten Scheiben von Within Temptation («Mother Earth» und «The Silent Force»-Zeiten). Schon beim Übergang vom symphonischen, auf Chöre aufgebauten Intro «In Adentu Deorum» zum ersten Track «Enigma», der sich auf einem schönen Streichermotiv aufgebaut, liegt der Vergleich ziemlich nahe. Die Assoziation wird jedoch insbesondere mit «Forever Winter» an achter Stelle unterstrichen. Der Song erinnert in Liedaufbau, symphonischen Instrumenten und Dynamik an den typischen Stil der Gothic Metal-Era Within Temptations. Fallen Arises Musik ist melancholisch, oft düster und dennoch eindringlich und sinnlich. Es entsteht der Eindruck, als ob Sängerin Fiona direkt ihre persönlichen Gedanken und Gefühle offenbart. «Enigma» holt dem Zuhörer ab, erfüllt mit schönen Melodien, reisst mit harten Riffs und tollen Rhythmen mit und beeindruckt auf jeder Ebene. Die Scheibe ist nicht wirklich heavy – das ist auch gut so, somit kommen die einzelnen Elemente der Athener besser zur Geltung und die ausgearbeiteten Melodien werden in ihrer Kombination greifbar. Ist für Melodic / Symphonic Metal definitiv zu empfehlen – «Enigma» berührt und erfüllt.
Sina   
Punkte: 8.5 von 10
WHITE STONES - Kuarah  (Gatefold LP)
Nuclear Blast/Warner
B
ei White Stones handelt es sich um die Erfüllung der Solo-Träume von Martin Mendez, der sonst den Bass bei Opeth zupft. Mit dem Soloalbum "Kuarahy" möchte er seine Vergangenheit namens Death Metal aufleben lassen. Mit dem überflüssigen Intro "Kuarahy" fängt das Album nicht gerade viel versprechend an. Verwirrend geht es mit "Rusty Shell" weiter und nur das Gegrowl hat etwas mit Death Metal zu tun. Die musikalische Begleitung ist sehr progressiv und man merkt sofort, wo Herr Mendez sonst seine Brötchen verdient. "Worms" hinterlässt auch eine starke progressive Note im Gaumen und der Faden vom Vorgänger wird weiter gesponnen. So wie eine Schwalbe noch lange keinen Sommer macht, so verhält es sich auch mit einem growlenden Sänger, der noch lange kein Death Metal-Album macht. Zwischen Stuhl und Bank, fällt ebenso "Drowned In Time". Gespielt ist das erste Sahne, nur passt der Sänger leider nicht wirklich zu diesem Gefiedel! Von unzähligen Wiederholungen lebt "The One". In keine Schublade lässt sich "Guyra" stecken und das Gitarrensolo zum Schluss hin, ist einfach nur mega geil. "Ashes" ist sehr progressiv angehaucht, aber die ständigen Wiederholungen nerven zum Schluss hin. Nichts Neues bietet "Infected Souls", so tobt sich der Sänger wieder mit seinen Growls aus und das mit progressivem Sound als Begleitung. Ob das zusammen passt, muss jeder für sich selber entscheiden. Musikalisch ist das Dargebotene nämlich sehr gut! Filigran und virtuos, gibt "Taste Of Blood" den Takt an. Leider wird der Genuss geschmälert, sobald die unterschiedlichen welten wieder aufeinander prallen. Das Outro "Jasy" ist, wie das Intro auch, überflüssig. Für Leute, die wissen möchten, wie harte Opeth mit einem Death Metal-Sänger klingen, sollten diesem Album unbedingt mal ein Ohr leihen!!
Roolf  
Punkte: 8.4 von 10
THE PROPHECY 23 – Fresh Metal  (Digipak)
Massacre Records/Musikvertrieb
Mit Album Nummer 4 bleiben sich die süddeutschen The Prophecy 23 treu und verfolgen ihr Konzept konsequent weiter. „Fresh Metal“, so der Titel der Scheibe und die wohl beste Beschreibung ihres musikalischen Schaffens. Elemente von Punk, Thrash Metal, eingestreute Death Metal-Growls und viele andere Einflüsse ergeben schliesslich ein Ganzes. Der Band gebührt allein Respekt für ihre absolute Kompromisslosigkeit, mit der sie ihr Ding durchzieht. Wie auch auf den letzten Alben kommt der Humor in Songs wie z. B. „We Love Fresh Metal“, „No Deep Talks – Just Drinks“ und “Beach, Waves, Beer, Babes“ nicht zu kurz. In den fast durchweg kurz gehaltenen Stücken wird absolute Partystimmung erzeugt, die jeden Saal zum Kochen bringen dürfte. „Fresh Metal“ ist total gute Unterhaltung aber nichts für Puristen, die der reinen Lehre eines jeweiligen Metal-Genres folgen. The Prophecy 23 brauchen kein Korsett, Konventionen sind ihnen egal und mit der neuen Platte bringen die Jungs frischen Wind in die teilweise „verkalkte“ Szene. Mal ganz abgesehen davon, dass die Band mit dem coolen, an Risk erinnernden Coverartwork auch optisch aufs richtige Pferd gesetzt haben, darf man wohl mit Brief und Siegel behaupten, dass es sich hier – von wenigen Ausnahmen abgesehen – auch musikalisch um die absolute Topliga im deutschen Metal handelt. Wer also genügend Offenheit besitzt, genreübergreifende Musik als Chance zu sehen, wir mit einer Menge „Fresh Metal“ reichlich belohnt!
Oliver H.  
Punkte: 8.4 von 10
CLOVEN HOOF - Age Of Steel (LP)
Pure Steel Records/Musikvertrieb
Die britische, nicht sonderlich erfolgreiche NWOBHM-Ikone aus Wolverhampton ist seit 1979 aktenkundig und liess schon früh unbestreitbares Talent aufblitzen. Leider konnte daraus kein Kapital geschlagen werden, was schon anfang der 90er zum Split führte. Nach einem kompositorisch eher harzigen Neuanlauf in den 2000ern dauerte es letztlich und stets unter der Ägide von Ur-Bassist Lee Payne bis 2017, als mit dem Top-Album «Who Mourns For The Morning Star?» ein gewisser George Call (ASKA) als Leadsänger einstieg! Endlich fand zueinander, was eigentlich schon immer gepasst hätte. Nebst dem songwriterischen Drive und zunehmend auch guten Konzerten, zum Beispiel 2018 am BYH!!!-Festival in Balingen (D), tritt endlich zum Vorschein, was schon länger in dieser Band steckt. «Age Of Steel» setzt dabei nahtlos dort an, wo mit dem töften Vorgänger wieder dicke Pfosten in den Boden gerammt wurden. Bereits der Opener «Bathory» überfährt einen zuerst mit einer thrashigen Attacke, ehe sich dann gleich oldschool Heavy Metal at its best breit macht, was für ein Einstieg! «Alderley Edge» legt anschliessend episch nach, wo sich unser guter Georg, neben eingestreuten female backin vocals, plötzlich bös nach Maiden's Bruce Dickinson anhört! Geil auch der Solo-Guitar Part von Ash Baker, der mir gleich eine fette Gänsehaut beschert. Weniger erbaulich zeigt sich hingegen der zu schlappe Drum-Sound, und die Cymbals klingen gar richtig mies! Da fehlte wohl die Kohle, um mehr raus zu holen. Den Songs an sich, die, wie bei «Touch The Rainbow», schwere Schlagseite hin zu Iron Maiden ausweisen, tut das keinen Abbruch, im Gegenteil. Dazu kommt die generell gute Sechssaiter-Performance des Axt-Duos Baker/Coss, die mehrmals aufhorchen lässt. Sowas wie «Age Of Steel» im Jahre 2020 vorgesetzt zu kriegen, ist, über vier Dekaden (!) seit den Anfängen, höchst erfreulich! Bei «Bedlam» erklingt in der Bridge gar ein Glockenspiel (!), was bei einer Heavy Metal Band doch ziemlich selten ist. Unter den insgesamt zehn Songs ist kein wirklicher Stinker auszumachen, aber der für meine Begriffe ziemlich grottige Drum-Sound vermiest mir meine Freude gründlich.
Rockslave  
Punkte: 8.3 von 10
ABORTED - La Grande Mascarade EP  (CD)
Century Media/Sony
Die belgischen Urgesteine in Sachen brutalen Death-Metals, Aborted, schieben mit 'La Grande Mascarade' eine formidable EP in die Runde. 3 Tracks, welche die komplette Spannweite des Death-Metals abstecken. So abwechslungsreich hat man Aborted schon lange nicht mehr zu Ohr bekommen. Da wird gegrinded, geblasted, gedeathed, gethrashed; meist in distortionartigen Tönen, jedoch auch mal in cleanen Tönen, was das Songwriting, durch die Abwechslung, sehr interessant gestalten lässt. Nicht nur zuletzt durch Abwechslung, auch durch die Hinzunahme vermehrter technischer, leicht progressiven Elementen, steigert sich hierbei die Spannungswelt auf 'La Grande Mascarade'. Herrliches Solieren, riffig-griffiges Death-Rhythmus-Poltern, Slam-Momenten kombiniert mit Technical-Death, jeweils sehr wirbelnde Gitarren. Blastende und grindende, wie auch herrlich double-bass-lastige Drumpatterns-Momente. Ein sehr quirliger und rein klingender Tieftöner, der gekonnte Akzente zwischen den anderen wirbligen Instrumenten (inklusive dem Kehlorgan) setzt. Die Vocals mal im extremen Growlbereichen, dann wieder überraschend thrashig-shoutend gehalten. Die Produktion ist sehr druckvoll und klar gehalten, abgerundet durch ein herrvorragendes Cover-Artwork. Anhaltspunkte wären da Dying Fetus, Abysmal Dawn, The Black Dahlia Murder und Konsorten. Nun, mit diesen 3 Tracks auf 'La Grande Mascarade' haben Aborted eine formidable Duftmarke gesetzt.
Leopold 
Punkte:
keine Wertung
SHARDS OF HUMANITY - Cold Logic
Unspeakable Axe Records
Die US-Amis von Shards Of Humanity bringen mit 'Cold Logic' ein sehr interessantes, thrashiges Death-Metal-Album heraus, derer Zweitling. Darauf finden sich 10 Songs, die sehr eigenständig und teils auch melodiös, obwohl der Hauptvermerk auf heftigem, blastenden und teils auch groovenden Death-Metal aufgebaut ist. So sind Anhaltspunkte wie Atheist, Pestilence, Daeath und Konsorten nicht weit hergeholt. Doch Shards Of Humanity als reine Prügelorgie abzutun, das wäre nicht fair und entspricht auch nicht dem Dargebotenen. Durch ihr kreatives Songwriting haben sie auf 'Cold Logic' eine interessante Spannungsbreite von extrem bis groovig und dennoch melodiös geschaffen. Ebenfalls zeigt ihr musikalisches Können Wirkung auf 'Cold Logic', was schlussendlich zu einem sehr abwechslungsreichen Album geworden ist. Die Gitarren riffen sich tatsächlich Pestilence-like durch die 10 Tracks, jedoch ohne bei den genannten Protagonisten abzukupfern. Die Soli sind mal shreding-like, mal melodiös, mal auch leicht atmosphärisch tragend gehalten, teils gar leicht fusionartig. Der Bass wummert ordentlich mit den Klampfen mit. Die Drums wirbeln teils deahtig, teils thrashig, teils blastend und grindend durch die Songstrukturen, ohne jemals den Groove zu verlieren. Die Stimme pendelt zwischen thrashigem Shout und leichtem, gutturalen Gesang. Die Produktion ist klar und druckvoll, das Cover-Layout passt perfekt zum Sound und ist vollgespickt mit kleinen Details, welche man erst nach einigen Sekunden bemerkt und die Intensität der Musik auf der Scheibe deutlich betont, somit gelungen. Death-Metal mit leichtem progressiven, technischen Einschlag, gespickt mit vielen Blasts und thrahsigen Elementen.
Leopold  
Punkte: 8.3 von 10
KHYMERA – Master Of Illusions  (CD)
Frontiers Music/Musikvertrieb
Was als Allianz, bestehend aus Kansas-Sänger Steve Walsh und dem italienischen Produzenten und Gitarristen Daniele Liverani startete, ist heute ein weiteres musikalischen Zuhause vom ehemaligen Pink Cream 69-Bassiten Dennis Ward geworden. Melodischer Hard Rock mit vielen, den Songs untergeordneten Keyboards, spielt der US-Amerikaner. Das mittlerweilen vierte Khymera-Album von Dennis, präsentiert sich, wie man sich dies erhofft. Tolle Songs, tolle Refrains, starker Gesang und eine fette Produktion machen Spass und Laune beim Zuhören. Auch wenn Mister Ward im direkten Vergleich zu Harem Scarem den Kürzeren zieht, so hat das melodischere Werk von Khymera seine Daseinsberechtigung und fasziniert mit Liedern wie dem Titeltrack, «The Sun Goes Down», dem starken «Paradise» oder «The Rhythm Of My Life». Nehmt die Härte von Gus G., die Melodien von Crown Of Thorns und die Hitdichte von Survivor und ihr wisst, was euch erwartet. Dabei ist «Follow The Sun» ein bisschen Härter, während «After All This Time» die eher melodische Seite der Truppe zeigt. Als Anspieltipp lege ich euch «Victim Of Your Love» ans Herz. So ein Track geht immer, und das richtig gut rein!
Tinu  
Punkte: 8.3 von 10
ALCHEMISTS - Chapter One: Love  (CD)
Tenacity Music
Was geschieht, wenn algebraisch-arithmetische Mucke sich mit Metal mit progressivem Einschlag kreuzt? Die Antwort ist nicht weit entfernt, denn mit 'Chapter One: Love' ist dies so geschehen. Die Combo heisst Alchemists und kommt aus unserer Heimat, der Schweiz. 8 Songs haben den Weg auf dieses Debutalbum gefunden und den Sound sehr komplex und aggressiv, ähnlich wie Tag und Nacht, Schatten und Sonne, jedoch im positiven Sinne gedeicht. Klar, da stehen Anhaltspunkte wie Meshuggah, Periphery oder Northlane nicht weit davon entfernt, doch ist den Alchemists eine stets eigenständige Mucke zuzuschreiben, ohne Wenn und Aber. Das Songwriting sticht mit technischen und druckvollem Songwriting zur Schau, gepaart mit bereits oben genannten Punkten wie progressiv, komplex und aggressiv. Die Vocals tänzeln zwischen extremem Shouting, leichtem Growl und Klargesang, was ja bereits den ersten progressiven Touch abgibt. Die Drumpatterns sind so abstrakt algebraisch und arithmetisch gehalten, dass diese problemlos mit den Gesangslinien mittänzeln können, ohne jedoch auf die obligaten Blasts, Double-Basses und andere straight-groovigen Teilen verzichten zu müssen. Der Tieftöner tänzelt förmlich schon im fusionartigen Bereich, was hervorragend zu den abstrakten Songformen passt, ja teils gar in die funkig-metallischen Ligen à la Suicidal Tendencies und Mordred gelangen. Die Gitarren riffen sich schwer, filigran und technisch in absoluter Schwerelosigkeit durch die Noten der Gewalt. Die kurzen, prägnanten Soli sind präzise, sauber intoniert und auf einem sehr hohen Niveau. Untermalt werden die einzelnen Songfragmenten mit archaischen Piano- und Synthiklängen. So, wieviele progressive Elemente sind nun aufgezählt? Ach ja, Momentchen, da gibts noch das progessive Cover-Layout und die sehr klare, druckvolle Produktion. Gemäss nach Tolstoi's Devise, dass es schwere Kost ist, jedoch eines hat der begnadete Schriftsteller und Denker nicht erwähnen bzw. wissen können: Das solch' schwere Kost einfach auch goile Mucke ist.
Leopold  
Punkte: 8.3 von 10
WALLOP – Alps On Fire (Compilation CD)
Pure Steel Records
Nach «Metallic Alps», welches 1985 erschien, kommt nun ein «neuer» Rundschlag der deutschen Wallop. Dies in Originalbesetzung und mit dem langjährigen Grave Digger-Trommler Stefan Arnold. Als wäre die Zeit stehen geblieben, serviert uns der Vierer eine gehörige Portion Old-School-Metal. Kurz mal auf Vier zählen und los geht’s mit dem schnellen Heavy Metal. Schnörkellos, aber mit einer unglaublichen, ehrlichen Attitüde. So hörten sich Truppen in den achtziger Jahren an, wenn sie gerade die Welt erobern wollten, und so lässt der Vierer ihr erstes Album auf «Alps On Fire» nochmals aufleben und serviert mit «Missing In Action» (vom 1986 Demo), «Crash Bang Wallop» (Raven-Cover) und den beiden von der Promo-EP aus dem Jahre 2019 bekannten «Wall Of Sound» und «Fun For The Nun» eine Scheibe, die sich hören lassen kann. Wer auf Metal steht, der aus vollem Herzen kommt, sich dabei mit einer leichten, frechen punkige Attitüde anfreunden kann und sich was Gutes tun will, ist mit «Alps On Fire» bestens bedient. Alleine der kultige Beginn von «Metallic Alps» mit einem kleinen Jodler macht Spass und erinnert dank des schrillen Schreis an Accepts «Fast As A Shark».
Tinu 
Punkte:
keine Wertung
MASTER BOOT RECORD - Floppy Disk Overdrive  (2LPs)
Metal Blade/Sony
Ähnlich synthetische Musik, wie man sie auch schon von The Algorithm kennen und schätzen gelernt hat, bieten Master Boot Records auf "Floppy Disk Overdrive" an. Sämtliche Instrumente sind künstlich erzeugt, also nichts mit gutbürgerlicher Handarbeit! Und genauso hört sich "Ansi.Sys" dann auch an. Elektronisch, wie sonst von Bands wie Krupps und Kraftwerk, bieten Master Boot Records einen veritablen Soundtrack zu Krieg der Sterne an! "Edi.Com" ballert mit Laserpistolen auf alles was sich bewegt und wird durch klassisch barocke Elemente aufgelockert. Erstaunlich wie sich diese verschiedenen Stile zu einer Legierung vereinen lassen. "Folisk.Exe" ist Klassik auf Elektronisch und erinnert stark an die italienischen Landsleute von Master Boot Record, nämlich an Rondo Veneziano! Klassisch kommt auch "Display.Sys" daher und bewegt im selben Fahrwasser wie sein Vorgänger. Eine gewisse Klassik-Überstättigung stellt sich mit "Chkdsk.Exe" ein und so sind die härteren Passagen die einzigen Lichtblicke in diesem Song! Zur Messe lädt "Defrag.Exe" ein und es wird wieder der bekannte Mix zwischen zart und hart geboten. Einen metalischen Grundanstrich, mit Klassik als Garnitur, kann "Ramdrive.Sys" bieten. Leider ist das endlose Gezirpe und das unerbittliche Geballer mit der Zeit ein wenig langweilig und Master Boot Record gelingt es nicht wie The Algorithm, die Spannung aufrecht zu halten! Dissonant gibt sich "Dblspace.Exe" die Ehre und ist ein richtig abgespacter Soundtrack, der richtig Laune macht. Wenn die Songs auf Klassik verzichten, wie "Smartdrv.Exe", dann gehen Master Boot Record so richtig ab. Beseelt mit einem geilen Captain Future-Groove, gefällt auch "Diskcopy.Com" bestens. Genauso sollten Master Boot Record immer klingen. Mit "Emm386.Exe" fühlt man sich als Pac Man, aber mittendrin statt nur dabei! Als Freispiel, in diesem Game von einem Album, darf "Himem.Sys" herhalten und in knapp 10 Minuten werden nochmals sämtliche Synthesizers zum Glühen gebracht und die Kapazität der Festplatte wird nahezu ausgeschöpft. Auf "Floppy Disk Overdrive" befinden sich einige sehr geile Tracks, aber es haben sich auch einige Füller auf das Album geschlichen. Wer gerne mal der Protagonist eines Computergames sein möchte, sollte sich diesen unbändigen Elktro-Mix mit elketrifizierten MG-Salven, von Master Record Boot unbedingt zu Gemüte führen!!
Roolf    
Punkte:
8.2 von 10
RIPPED TO SHREDS - Luan  (LP)
Pulverised Records
'Luan'. Ripped To Shreds. Auch hierbei handelt es sich um ein longplayerisches Debutalbum vom US-amerikanischen Multi-Instrumentalisten Andrew Lee in Form von Ripped To Shreds. 10 Tracks, die den powervollen Death-Metal mit Anleihen zu Napalm Death, Carcass und Terrorizer involvieren, doch auch Disincarnation, Bolt Thrower, Entombed, Dismember, Asphyx und Konsorten lassen sich durchscheinen. Und doch hebt sich Ripped To Shreds deutlich von diesen Anhaltspunkten ab, da auf 'Luan' Mr. Lee sein Können für das Songwriting deutlich implementiert. Fokussiert ist er auf sehr straightes, druckvolles, schnelles, leicht thrashiges Riffing mit viel Distortion. Auch hierbei wirbelt er von doomigen Parts zu blastenden, grindcoreartigen Attacken, jedoch ohne dabei stets die extreme Power zu verlieren oder diese gar unterdrücken zu wollen. Yep, da kommt heftige Mucke aus den Speakern gekrochen. Das Riffing ist düster und sehr deathig gehalten, die Soli spielt er technisch auf hohem, shredartigen Niveau, teils melodiös, teils auch einfach deicide-mässig gezockt. Der Tieftöner ist untermalend zum Songwriting und durch eben auch dessen beinahe klaren Basssound, wirkt der Bass wie eine zweite Gitarre. Die Drums pattern sich durch die Blasts und Grindcores, gepaart mit den obligaten Double-Bass-Attacken wie straighten, thrashig-deathigen Groove-Patterns. Die Growls sind wahrlich böse, tief und brabbelnd in dieser gutturalen Tonalität. Ein herrliches Cover-Layout ziert 'Luan', gepaart mit einer sehr druckvollen, düsteren Produktion. Interessante Mucke, welche auf 'Luan' zu einem Konzeptwerk, welche auf einer alten, chinesischen Volkserzählung basiert, aufgebaut worden ist.
Leopold    
Punkte:
8.2 von 10
WuW - Rétablir L'Eternité  (CD)
Prostetic Records
Die beiden Brüder Benjamin and Guillaume Colin stecken hinter WuW. Mit ihrem zweiten Album "Rétablir L'Eternité" wandeln sie auf den unendlichen Pfaden des Post Metals. "Ce Silence Qui Nous Dèlivre De Tout" startet mit sehr reduziertem Gezupfe und mit nervösem Gefiedel im Hintergrund. Diese wilde Soundcollage wird im Verlauf der 12 Minuten immer verwegener und chaotischer. Wahlloses Durcheinander hat in diesem Song die hegemoniale Vormachtsstellung. Zum Glück werden auch ruhige Momente angeboten, die zum Durchatmen dankend angenommen werden. Im nächsten Song "Danser Dans Le Champ Des Battements Du Temps" wird mit Klangschalen wild experimentiert und man kann sich getrost zur Meditation zurückziehen! Allmählich wird die Gangart leicht erhöht und jetzt wird reinrassiger Doom, ohne jegliche Spuren von Chaos, feil geboten. "Assiégé Par Les Cris Du Sursis" atmet zuerst einmal tief durch, um mit psychadelischen Zwischentönen aufzuwarten. Das ist eine Collage von beliebigen Tönen, die irgendwie zusammen gemischt wurden. Sehr spezielle Instrumentalmusik, die soweit vom Mainstream entfernt ist, wie die Schweiz von Australien! "En Souvenir Des Jours Que Nous N'Aurons Pa.." wacht sanft aus dem Dornröschen-Schlaf auf und lässt sich mit dem Einsatz von einem Saxophon voran treiben. Das ist Musik, die sich wie ein Filmsoundtrack anhört. "Dans L'Intense Clarté De La Solitude" ist zum Schluss nochmals eine bunte Soundcollage. Wer gerne den Filmsoundtrack zu einem Film Noir hören möchte, sollte diesem Album von WuW unbedingt eine Chance geben!!
Roolf   
Punkte:
8.2 von 10
NO KINGS NO SLAVES – New Lease Of Life
Eigenvertrieb
Im Schatten des Pilatus (Schweizer Berg) formierte sich bereits zu Primarschulzeiten eine fünfköpfige Band, die auf den Namen No Kings No Slaves hört. Nach einer ersten EP, die von der Schweizer Musikerlegende Tommy Vetterli (Coroner & Ex-Kreator) aufgenommen und gemischt wurde, veröffentlicht das Quintett nun ihr Debüt-Album „New Lease Of Life“. Stilistisch schafft die Band den Spagat, mit Elementen von Metalcore, Melodic/Hardcore und Groove Metal ihren eigenen energie- und emotionsgeladenen Sound zu kreieren. Die fesselnden und mitreissenden Tracks bringen mit Sicherheit auch in Live-Sessions die Meute zum Kochen. Während 13 Songs wird der Hörer auf eine wilde Fahrt mitgenommen, die ebenso dramatisch wie abwechslungsreich ist. Zu ihren musikalischen Vorbildern zählen die Jungs unter anderem Bands wie Architects, While She Sleeps, As I Lay Dying oder Beartooth. Lyrisch behandelt „New Lease Of Life“ Themen wie toxische Beziehungen, Vergänglichkeit und soziale Missstände. Es befasst sich dazu stark mit Emotionen wie Wut, Trauer, Unsicherheit, Angst, aber auch Aufbruchsstimmung und Lebensfreude. Sänger und Songwriter Julian Thalmann über das Album: „In den Texten versuche ich auf Themen und Gedankengänge einzugehen, die mich täglich beschäftigen und die auch unzählige Fragen aufwerfen. Dabei will ich nicht unbedingt nur das Verhalten unserer Gesellschaft, sondern mein eigenes und das meines Umfelds hinterfragen. Obwohl dabei viele Emotionen hervorgebracht werden, die einen verunsichern und fragend zurücklassen, will ich auf dem Album auch zeigen, dass man Dinge ändern kann und ein Neustart nach einem Rückschlag Kraft geben kann. Hier entsteht auch die Verbindung zum Albumcover und zum Titel des Albums.“ Als Anspieltipp kann „Electric Sky“ genannt werden, da dies ein knackiger, packender Track ist, der beim Publikum bereits gute Kritiken erntet. Eine Band mit Zukunft!
Oliver H.    
Punkte:
8.2 von 10
WAYWARD DAWN - Haven Of Lies  (LP)
Mighty Music
Mit 'Haven Of Lies' präsentieren uns die Dänen Wayward Dawn ihren zweiten Longplayer. Was auffällt, ist die satte, druckvolle Produktion, welches den intonierten Death-Metal der Dänen gewaltig nach vorne treibt. Nun, was für ein Death-Metal erwartet uns bei 'Haven Of Lies'? Well, es ist ein sehr thrashig brutaler Death-Metal, der uns erwartet. Zudem strotzen die 9 Tracks nur so vor abwechslungsreichem Songwriting, jedoch ohne den Groove zu verlieren. Die Vocals sind sehr bösartig im gutturalen Sangesbereich, teils verständlich, teils einfach nicht verständlich, da einfach zu bösartig. Nein, Spass beiseite, mit dem Textblatt klappt es dann ganz bestimmt. Die Gitarren kommen riffend druckvoll rüber, teils gar im Slam-Bereich anzusiedeln, jedoch stets den thrashigen Mood behaltend. Die Soli sind rasant, melodiös und lockern diese Szenerie etwas auf. Der Bass hat durch seinen klaren Sound ganz klar Vorteile und kann sich deshalb auch gekonnt in Szene setzen, gegenüber den anderen Instrumenten. Will schreiben: Den hört man hervorragend! Die Drums sind im Double-Bass-Bereich zuhause, mit gelgentlichen Ausflüge in die Slam-, Thrash-, Blast- und Grindcore-Ecke. Doch auch die etwas langsameren Parts steht Wayward Dawn verdammt gut, so à la der 'Reign In Blood'-Scheibe von Slayer, gepaart mit den nicht so technischen Parts à la Invocator, Artillery, ja, da kommt 'was ganz goiles zusammen. Weitere Anhaltspunkte wären da sicherlich Immolation, Malevolent Creation und Konsorten. Nochmals, was mich sehr überrascht hat, im positiven Sinne, ist die produktionstechnische Wucht dieser Scheibe, da kommt urbane Kraft ganz mächtig ins Spiel und lässt das etwas zu digitalisierte Cover-Layout vergessen machen. Nun, die Dänen kommen, wie seinerzeit an der Fussball-EM 1992, wo sie ankamen, spielten und siegten, genau wie Wayward Dawn mit 'Haven Of Lies'.
Leopold    
Punkte:
8.1 von 10
CALLIGRAM - The Eye Is The First Circle  (CD)
Prosthetic Records
Nach zwei EP's folgt nun der longplayerische Erstling in Form von 'The Eye Is The First Circle'. 8 Tracks, bei der aus dem Vereinigten Königreich stammenden Band namens Calligram, welche etwas archaisch und martialisch daherschreitend kommt. Extremismus in den Tonlagen, Aggressivität im Kehklkopfexport und sehr schnell-düsterer Black-Metal stehen hierbei im Vordergrund. Yep, majestätisch, verdammt majestätisch schreiten sie daher. Da werden nebst den urwüchsigen Napalm Death- und Carcass-Zeiten auch die frühen Marduk-Tage (wohl bemerkt: frühen!) ins zombieartige Leben eingehaucht. Ist das die Apokalypse? Ja, soundtechnisch perfekt inszeniert. Jetzt werden wohl einige treue Corona-Anhänger das Zittern und Beben bekommen. Keine Angst, es ist noch viel extremer und apokalyptischer, als ihr jemals in eueren schlimmsten post-apokalyptischen Alpträumen erträumt habt. Eure Augenpupillen werden sich mosh-pitent einzeln und autark im Augapfel drehen. Die Gitarren riffen sich stets rasant in den Hyperspeed, unterbrochen durch kurze, exzentrische und shredartige Soli, doomige und industrialen Momenten. Die Patterns des Schlagwerkers hangeln sich da von Hypernote zur Hypernote, Blasts und Grinds bis zur diabolischen Ekstase. Nur durch prägnant und kurze Breaks gestoppt, schmettern sich die Patterns nur so die gespielten Akzente um sich. Gesanglich ist es herrlicher Black-Growl, so à la Cradle Of Filth, jedoch stets im extremen und gutturalen Bereich sich festbeissend. Der Bass sticht ebenfalls durch einen reinen Sound aus der Masse hervor und sticht ebenfalls durch stetes Shredden auf. Eine hervorragende Produktion mit einem genialen, zum Albumtitel passenden Cover-Layout ist dies der Soundtrack zu jeder Black-Metal-Opera, zu jeder Apocalypse.
Leopold    
Punkte:
8.1 von 10
PURE REASON REVOLUTION - Eupnea  (3 LPs)
InsideOut Music
Satte 10 Jahre ist es her seit dem letzten PRR-Album "Hammer And Anvil". Da werden sich die Fans freuen neue Töne zu hören der beiden Masterminds Jon Courtney und Chloé Alper. Der Opener "New Obsession" könnte abgesehen vom Gesang glatt auf einem RPWL-Album zu finden sein. Treibend mit leichtem Pink Floyd-Feeling, nur Chloes Gesang klingt etwas moderner. Das verspielte, zum Teil härtere "Silent Genesis" gefällt sehr und klingt atmosphärisch, mal ruhig, zweistimmig gesungen mit Gefühl von Chloe und Jon. Ich mag hier die verspielten Synthie-Parts, zum Abheben schön. "Maelstorm" klingt schon recht Poppig, aber trotzdem spanend und legt gegen Ende dann an Härte zu, cooler Songaufbau. "Ghosts & Typhoons", eine Mischung aus ruhigen Pink Floyd-Sounds und härteren Tool-Anleihen, sehr interessant. "Beyond The Bodies" schlägt in etwa die gleiche Kerbe wie "Maelstorm". Das Beste, in Form vom Titeltrack, der 13 Minuten dauert, hat man sich für den Schluss aufgehoben. Beginnt der Song ruhig, atmosphärisch mit schönem Gesang, baut sich das Ganze auf in ein Vielseitiges Prog Rock-Stück, wo auch mal die härteren Gitarren sprechen. "Eupnea" ist sicher keine leichte Kost, aber wenn man sich damit auseinandersetzt, bekommt man am Ende ein starkes Stück Musik serviert.
Crazy Beat     
Punkte:
8.0 von 10
 
GRENZEN|LOS – Keine Einigkeit um Recht & Freiheit  (CD)
Rookies&Kings
Ein unglaubliches Tempo legen die Allgäuer Deutschrocker GrenzenLos vor. Gegründet 2013, ist «Keine Einigkeit um Recht & Freiheit» bereits ihr viertes Album. Dabei bespielen sie gewohnte musikalische Szene-Palette, verzichten dabei aber auf Ska-, nicht auf Bläser-Einsätze. Ansonsten kriegt man die übliche Kost aus mehrstimmigen Refrains, punkigen Abgehnummern, Hymnen, Rockern und Balladen. Textlich behandeln die 14 Lieder Themen wie Selbstfindung, Durchhalteparolen, Liebe und düstere Analysen des Deutschlands vor der Viruskrise. Wichtig scheint ihnen ihr Kampf gegen rechtsextreme Parteien und Gedankengut zu sein, der immer wieder in den Liedern auftaucht. Wer Deutschrock in all seinen Facetten mag, wird dieses Album lieben. Für knallharte Heavy Metal-Fans ist dieses Werk aber gar nichts. Dafür sind die Gitarren schlicht zu wenig verzerrt und zu wenig Riff-betont. Punks mit einer Affinität zu Rock'n'Roll und klaren linkspolitischen Ansichten dürfte «Keine Einigkeit um Recht & Freiheit» gefallen.
Roger W.     
Punkte:
8.0 von 10
STONEFLOWER – Finally  (CD)
AOR Heaven/Non Stop Music
Erinnert sich noch jemand an die norwegische Truppe Stage Dolls? Das Trio veröffentlichte 1988 auf dem Major-Label Polydor ein richtig geiles Rock-Album, mit starkem Hang zu AOR. Hätte Stage Dolls damals ein Folgewerk veröffentlicht, es wäre auf den Namen «Finally» getauft worden. So hat nun Stoneflower diese Scheibe veröffentlicht. Schaut man sich den Werdegang der Norweger an, so taucht immer wieder die Unterstützung alter Stage Dolls-Members auf. «Gonna Let You Go», «The Devil Never Cries» oder der Titelsong zeugen von den Melodien und den immer wieder feinen und tollen solistischen Ausflügen der Gitarre und lassen Stage Dolls wieder aufleben. Wie auch das völlig faszinierende «Through The Fire». Stoneflower überzeugen mit melodische, Rock, der an und zu ein bisschen die Türe zum Kitschigen aufstösst, aber nie darin badet.
Tinu    
Punkte:
8.0 von 10
HIGH PRIESTESS - Casting The Circle  (LP)
Ripple Music
Drei Musikerinnen fabrizieren okkult angehauchten, mit Heavy Psych-Elementen angereicherten Doom Rock. Absolut in Ordnung soweit, aber vom Konzept her erst mal nichts Spektakuläres. Umso überraschender ist dann aber die Umsetzung, denn der Ansatz der drei Damen aus Los Angeles ist ein sehr beschwörender, ritueller. Die Songs schweben allesamt daher wie ein Mantra, folgen dabei aber immer einer klaren Struktur, welche oft auf der hypnotischen Wiederholung aufbaut, wer also allzu abgehobenes psychedelisches Geschwurbel erwartet, wird enttäuscht. Bestes Beispiel hierfür ist der Track „The Hourglass“. Das Grundthema wiederholt sich zwar ständig, und das lange 6:46 Minuten lang, und doch wird die Nummer nie langweilig. Erstens beruht sie auf einem geilen Riff, und zweitens wird der Track ungemein durch den durchwegs mehrstimmigen Gesang aufgewertet. Zudem folgen nur die Songs dem Gesetz der Gleichmässigkeit, denn untereinander herrscht eine erfrischende Abwechslung. Der titelgebende, mit 05:10 Minuten relativ kurz ausgefallene Opener verbreitet sehr orientalische Vibes, danach folgt mit „Erebus“ lupenreiner, schleppender Doom Rock. „The Hourglass“ entpuppt sich als Zeitlupen – Stoner Rocker mit wunderschönen mehrstimmigen Gesangsmelodien, währenddessen „Invocation“ in Anlehnung an „Casting The Circle“ das orientalische Element wieder aufnimmt, mit über 17 Minuten Spielzeit aber ein wahrhaftig schwerer Brocken ist, der zwar leichtfüssig beginnt, mit zunehmender Spielzeit aber an Wucht und Macht gewinnt und zudem vielschichtig aufgebaut ist. Das Outro „Ave Satanas“ schliesslich ist ein A-Capella – Kanon, der das gekonnte Spiel mit Stimmen des Trios nochmal unterstreicht. Wer sich in Sachen Doom und Heavy Psych gerne mal in Trance versetzen lässt, ist mit dem Kauf dieses Albums gut beraten.
Mirko B.    
Punkte:
8.0 von 10
ACHERONTAS – Psychic Death  (2 LPs)
Agonia Records
Acherontas zählt zu einer der bekannteren Bands des griechischen Black Metal und hat sich seinen Platz neben Namen wie Rotting christ, Kawir, Varathron, Septicflesh und Ravencult wahrlich verdient. Seit der «jungen» Gründung 2007 hat die Band schon eine beträchtliche Diskografie an Splits, Live Alben, EPs, Compilations und Studioalben parat. Der Sound der Band befindet sich im Bereich des rohen, schnellen second & third wave Black Metal. Das Intro macht «Paradigms Of Nyx», wir hören eine Glocke, die zwei mal angeschlagen wird und ein Geräusch wie das Brechen von Knochen, danach schlägt der musikalische Sturm über uns ein. Der Stil dieses ersten Tracks erinnert mich als erstes etwas an den Stil der Band Selvans (meine lieblings Italian BM-Band, kleiner Geheimtipp am Rande) und im späteren teil mehr an einige Titel von Bands wie Schammasch oder Rotting Christ, die wie Ritual-Beschwörungen aufgebaut sind. Für den zweiten Track «Kiss The Blood» zählt selbiges, wobei dieser noch etwas roher und schneller wirkt. Auch «The Brazen Experimentalist» fährt weiter diesen mächtigen Sound und spielt noch einige Hammer-Riffs mit ein. «The Shattering Of Perceptions» könnte genau so gut ein Schammasch-Song sein, und erst «Coiled Splendor» klingt wieder anders, roher, und wütender. Selbiges gilt für «The Offering Of Hemmlock», welches atmosphärisch startet und danach kraftvoll und schnell weiter in «Sermons Of The Psyche» übergeht. Dieser ist dabei noch etwas mehr Soli-fixiert. Der letzte Track «Magick Of Mirrors» beginnt langsam, fast schon als Ballade und lässt das Album darauf schneller, aber immer noch melodisch ausklingen. Das Album hat Kraft und macht spass, auch wenn nicht alles neu erfunden wurde und man einiges schon sehr gut kennt, wurde hier doch einiges richtig gemacht.
Simu   
Punkte:
8.0 von 10
WVRM - Colony Collapse  (CD)
Prosthetic Records
Grindcore kombiniert mit groovigem Brutal-Death, yep, das passt so. Die US-Amerikaner Wvrm lassen mit den 14 Songs auf ihrem dritten Longplayer namens 'Colony Collapse' nichts trocken und walzen alles nieder, was versucht, dem Sound von Wvrm im Wege zu stehen. Lange nicht mehr so goiles Feedback-Fiepen in den Songs gehört, da ist gewaltige Macht im Spiel. Macht die Napalm Death 'Scum' und die Carcass 'Reek Of Putrefaction' so richtig wieder alive. Kurze, heftige Songs mit viel Feedback-Fiepen bei Breaks macht 'Colony Collapse' so richtig 'old-schoolig' goil. Nee, vergesst das Rauschen im Blätterwalde, denn Wvrm benutzen das Fiepen sogar als Songteil, als fix integrierten Bestandteil des Songs. Ist auch eine Kunst, übrigens. Denn das Riffing kommt ultrabrutal daher, schwerfällig und mit viel Distortion. Ja, nicht so extrem wie bei Napalm Death und Carcass ersten Scheibchen, aber nahe dran. Gegrindet wird trotzdem. Ja, auch hierbei, beinahe keine solodesken Ausflüge, ausser man betrachtet gewisse, extreme Parts als kurzes, prägnantes Solo. Der Bass ist extrem tief am Wummern, slamt die Songs zum absoluten Grindcore. Die Drums sind meist im Blast und im Grincore-Modus, selten gibts da Auflockerung à la Groove, denn bei Wvrm wird geprügelt, was das Zeugs zum Zusammenhalt genagelt worden ist. Die Vocals sind meist im extremen Growl zuhause, teils auch schon im Slam-Growl, wo die gutturalen Stimmbänder beinahe an die Lauten eines besagten - und bekannten - Tieres mit Ringelschwänzchen reichen. Doch nicht nur Growls beherrschen die Szenerie, auch sehr heftig wütende, extrem shoutende Screams pflastern den Weg von 'Colony Collapse', was ja im Grindcore eher seltener der Fall ist, von daher Wvrm auch einen leichten hardcorigen Einschlag beschert, welche sie dankend annehmen. Alles in allem ist es eine sehr abwechslungsreiche Angelegenheit, die uns Wvrm da beschenken, denn auch Brutal-Death-Elemente kommen da zum Zuge, was zusammen mit den Slams und den tiefen Growls - nein, keine Ringelschwänzchen - eine verdammte fette Macht beschert. Zumal die Produktion sehr druckvoll und heavy daherkommt. Ein dagegen sehr schlicht gehaltenes Cover-Artwork mit viel Interpretationsmöglichkeiten ziert den Gegensatz zum Gehörten. Fans von Nail, Dead In The Dirt, Rotten Sound oder auch The Drip werden freudig mit dem Ringelschwänzchen wedeln, allen anderen soll eine Hörprobe empfohlen werden. Mir gefällt's immer besser und deshalb wedle auch ich freudig mit meinem Ringelschwänzchen durch die geschobenen Rundungen der Acht.
Leopold   
Punkte:
8.0 von 10
LORD VIGO - Danse De Noir  (CD)
High Roller Records
„Jungs, ich glaube, künftig könnt ihr Maskeraden wie den verhüllten Drummer oder den mit Spitznieten versehenen Amihelm zu Hause lassen, solche Maskeraden habt ihr nicht nötig“. Soweit mein damals wirklich gut gemeinter Rat in meiner Rezension zum 2016 erschienenen „Blackborne Souls“ – Album von Lord Vigo. Selbsterfüllende Prophezeiung? Schlichte Vorahnung? Oder doch etwa weibliche Intuition, obwohl ich eigentlich ein Kerl bin? Keine Ahnung, aber Fakt ist, dass auf den jüngsten Bandpics auf genau diese Gimmicks verzichtet wird, und das ist gut so. Nachdem ich mich erst wieder an die markante Stimme mit dem Tremolo of Hell von Shouter Clortho (Vinz) gewöhnt habe, die ich nach wie vor irgendwo zwischen Robert Smith (The Cure) und David Bower (Hell) ansiedle, habe ich angefangen, die Schönheit von „Danse De Noir“, dem dritten Langeisen der Landstuhler, zu erfassen. Kantig, kauzig und episch in der Schnittmenge zwischen Manowar – Pathos und Iron Maiden Twin Guitar – Manie angesiedelt agieren die sechs Kerle, die sich damit nach wie vor auf kommerziell schwierigem Terrain bewegen, aber auch genau damit meinen Respekt ernten. Der sehr Hall-lastige Sound der jüngsten Scheibe mag zugegebenermassen diskutabel sein. Aber hey, Lord Vigo verfügen kaum über die finanziellen Mittel der eben genannten Truppen, und aus den Ressourcen, die ihnen zur Verfügung stehen, holen sie wirklich das Beste raus. Also klappt eure Lauscher auf, stellt eure Festplatte auf Empfang und gönnt euch diese knappe Dreiviertelstunde germanischen Epic Metal, der sich diesmal etwas weg vom Rollenspieler – Geschwurbel hin zur nicht minder abgedrehten Science Fiction – Thematik bewegt. Der narrative Charakter des Konzeptalbums wird nicht alle begeistern, dessen bin ich mir völlig klar, zumal sich beispielsweise Manowar damals mit dem auf dem gleichen Strickmuster fussenden „Gods Of War“ teils heftige Kritik eingeheimst haben. Allerdings nicht meinerseits, und Gleiches gilt für „Danse De Noir“ von Lord Vigo, einem Album, das insbesondere bei Epic Metal-Fans Gehör verdient.
Mirko B.    
Punkte:
8.0 von 10
AEVUM – Multiverse   (CD)
DarkTunes
Symphonic Metal, produziert von acht Musikern aus Italien und Frankreich.. man sagt ja immer so schön, zu viele Köche versauen den Brei, dann schauen wir mal, ob das bei der Musik auch so gilt. «Multiverse» beginnt ziemlich episch, gekonnt gespielte Gitarrenriffe vermischen sich mit blastenden Drumms, dazu kommen ein faszinierendes Zusammenspiel von rauem Krächzgesang und der hellen Stimme der Sängerin. Erinnert leicht an die Band Amaranthe, bloss etwas epischer gespielt. In dem dritten Song «Tair» wird diese Gesangskombination aber dann doch etwas viel, als der Frauengesang leicht versetzt übereinandergelegt wird. Sowas kann ja auf viele Arten toll klingen, aber hier wirkt es mehr schwindelerregend wie gut platziert. Dafür sagt mir der nächste Song «Black Honeymoon» schon eher zu. Dieser beginnt ruhig, mit feinen Violinklängen im Hintergrund. Als dann Gitarre und Schlagzeug einsetzen und die warme Stimme des Sängers dazu erklingt ist die Mischung schon absolut geil. Vor allem der Part, als der Gesang zu einer Art Sprechgesang wechselt und die Gitarre einen rhythmischen, sich wiederholenden Part spielt hat absoluten Gänsehauteffekt! Als dann noch der Glockenhelle Frauengesang dazu erklingt ist die Dynamik perfekt. Geiler Song! Aus der Reihe tanzt «Fratricide», es klingt als hätten die Musiker mal schnell eine Kollaboration mit irgendwelchen grünen Männchen zusammen gemacht. Gesangstechnisch verändert sich der Stil zwar nicht besonders, jedoch ist der Unterschied im Instrumentalen sehr zu hören… Klingt durchaus lustig. Was mich aber etwas enttäuscht ist, dass obwohl so viele verschiedene Künstler sich hinter dieses Werk gesetzt haben, klingt es trotzdem sehr ähnlich. Ist ja nicht schlecht per se, da die Musik an sich super klingt, aber bei so vielen verschiedenen Gemütern könnte man ja auch mal n Stilumbruch vertragen.
Zoé    
Punkte:
8.0 von 10
SLIME – Wem gehört die Angst  (LP)
Arising Empire/Warner
Klassischer, deutsch gesungener Punk Rock auf MetalFactory? Warum nicht! Bei Slime handelt es sich um eine wahre Institution, die seit vier Jahrzehnten mit zwei längeren Unterbrüchen aktiv ist. Seit elf Jahren geht es bei Slime jetzt wieder richtig vorwärts. Das neue Werk ist das dritte seit der Wiedervereinigung. Darin sind 13 Punkhymnen zu hören, die alles andere als glatt poliert klingen. Besonders die Texte wirken teilweise etwas holprig, was das Ganze aber ungemein sympathisch und sperrig macht. Lyrisch geht es um Selbstoffenbarung, Erinnerungen an die 80er Jahre und Gesellschaftskritik. Besonders oft wird gegen Rechtsextremismus gesungen. Die Musik dazu klingt immer eingängig, auf den Punkt gebracht und doch immer wieder mit kleinen überraschenden Wendungen. Dabei verlassen sie durchaus mal den reinen Punk Rock. So erklingt zum Beispiel bei «Die Masse» ein waschechtes Heavy Metal-Riff. Aber auch Ska-Rhythmen sind zu finden. Die 13 Lieder unterhalten bestens, ohne sich dabei auf reine oberflächliche Parolen zu beschränken. Slime haben auch heute noch was zu sagen. Und diese Botschaften untermalen sie mit eingängiger Musik. Wer sich ein gutes Punk-Album anhören möchte, hat mit «Wem gehört die Angst» einen veritablen Kandidaten dazu, auch wenn der ganz grosse Wurf hier ausbleibt.
Roger W.    
Punkte:
8.0 von 10
DARKER HALF – If You Only Knew  (CD)
Massacre Records/Musikvertrieb
Mit dem vierten Album haben die Australier so einiges richtig gemacht. Die galoppierenden Iron Maiden-Rhythmen von «Falling» machen Spass, und Sänger Vo Simpson überzeugt mit einer kraftvollen Stimme, bei der auch mal feine Screams seinen Stimmbändern entlockt werden. Gitarrist Daniel Packovski wie auch Trommler Don Simpson überzeugen durch technische Fähigkeiten und Bassist Simon Hamilton sorgt für den nötigen Rhythmusteppich. Abwechslung wird beim Quartett grossgeschrieben. Das schon fast HIM-like «Into The Shadows» passt bestens zum Metal-Sound und hinterlässt eine ebenso begeisterte Fangemeinde, wie das schwere und bösartige «Sedentary Pain», das durch die Growls schon fast einen Dimmu Borgir-Anstrich bekommt. Thrashig erklingt «The Bittersweet Caress», das mit einem Gastsolo von Marcos Rodriguez (Rage) ergänzt wird. «If You Only Knew» ist ein Album geworden, das mit vielen Nuancen zu gefallen weiss, dabei immer wieder Neues entdecken lässt und dadurch nie langweilig wird. Der gradlinige Metal in seinen verschiedenen Ausprägungen steht im Mittelpunkt, die Hingabe zu Musik ebenso, wie auch ein hohes internationales Flair. Metaller und Prog-Rocker sollten hier unbedingt rein hören, denn das Werk mit seinen neun Liedern hat vieles, das es zu entdecken gibt und dabei immer wieder von Neuem überzeugt.
Tinu    
Punkte:
8.0 von 10
DEE DAMMERS – Bubbly Joyride To Utopia
Eigenvertrieb
Mutig, was Fabian «Dee» Dammers hier macht. Eigentlich als unbekannter Gitarrist, wer erinnert sich daran, dass er bei The Treatment spielte, zupft er seit Neuestem die Saiten bei U.D.O. und unterstützte den German-Tank auf der letzten Tour. Was bietet uns der Deutsche? Ein Instrumental-Album, das sicherlich von Steve Vai ebenso beeinflusst wurde wie auch von Joe Satriani. Das richtig Geile dabei ist, dass Dee mit seiner Art, Gitarre zu spielen, einen Sänger vergessen machen lässt. Das konnte bis anhin nur Joe Satriani. Nachzuhören auf «Last Day In Paradise». Das dabei der Gitarrist auch mit einer leicht jazzigen Spielweise, die aber mit einer unglaublichen Lockerheit vorgetragen wird, ums Eck kommt, überrascht und überzeugt gleichermassen. Oder mit einem speedigen Country-Moment («Carnival Of Souls»). Mit Streicher wird die Geschichte zwischen Himmel und Hölle bestens vorgetragen, und so bekommt «The Hotel Diabolo» einen schaurig schönen Anstrich. Dee versteht es viele musikalische Elemente zu verbinden, dabei alles mit einer unglaublichen Spielfreude und Lockerheit vorzutragen und macht selbst aus einem Album, das nur für Musiker ist, eine hörenswerte Angelegenheit für die Nicht-Instrumentalisten. Toll gemacht und Kompliment. Bin mal gespannt, wie sich Dee neben Andrey beim nächsten U.D.O.-Album integrieren wird. Das könnte eine geballte Ladung an tollen Riffs und noch geileren Solo-Parts und Duellen werden.
Tinu    
Punkte:
8.0 von 10
DARK FOREST – Oak, Ash & Thorn  (CD)
Cruz del Sur Music
Nach vier Jahren kommt nun neues Material von der Power / Heavy Metal Band Dark Forest. «Oak, Ash & Thorn» ist das fünfte Studioalbum des britischen Quartetts. Hier wird uns musikalisch genialer, direkter und mächtiger Heavy Metal geliefert – eine Freude für jeden, der raffinierte Gitarrenriffs, energiereicher Gesang und antreibende Rhythmen liebt. Die Melodien fahren unter die Haut, die Kraft der Musik fesselt und die Gitarrensoli reissen den Hörer mit. Klar ist, dass bei «Oak, Ash & Thorn» kein Fuss still bleiben kann – da muss im Rhythmus mitgewippt werden. In manchen Momenten, insbesondere zu Beginn des Titeltracks «Oak, Ash & Thorn» an sechster Stelle (ein zwölf-minütiger Knaller), ist die Inspiration Iron Maidens klar hör- und spürbar. Dark Forest beeindrucken zudem mit ihren Lyrics – Englands Geschichte wird in ihren neun Songs zur passenden Musik aufgegriffen und episch erzählt. Inspiriert von Rudygard Kiplings «Puck of Pook’s Hill» (1906) schrieb Songwriter und Gitarrist Christian Horton die Songtexte. Das Albumcover ist passend zum Albumtitel (Oak, Ash und Thorn – drei heilige Bäume aus der englischen Mythologie) und zur Thematik gestaltet. Somit haben Dark Forest hiermit ein Werk erschaffen, das auf allen Ebenen zusammenpasst und wirklich Spass macht. Straight, energiereich und bemerkenswert. Hier wird geiler Heavy Metal produziert – genau so, wie es sich gehört.
Sina    
Punkte:
8.0 von 10
AZATH - Through A Warren Of Shadow  (LP)
Pulverised Records
Hierbei handelt es sich um eine internationale Combo, na ja, kann auch nordamerikanisch-kontinentale Liaison schreiben. Ebenfalls ist 'Through A Warren Of Shadow' ein Debut mit 11 Tracks, welche sehr in die Brutalo-Düster-Ecke tendieren. Die Drums hören sich wie eine MG-Salvation, auf Endlos-Feuer eingestellt an, jedoch eine die meinen akustischen Ohrgängen sehr gefällt und wohltuend einwirkt. Krass? Wartet mal ab, hab' noch gar noch nicht begonnen, hellyeah! Azath jagen die Düsterheit, die Blastheit und Deathheit nach, gepaart mit gepflegten blackigen Einflüssen. Wahnsinn, 'Through A Warren Of Shadow' ist nun mein offizieller Soundtrack, wenn ich am Ballern bin, hellyeah! Durch dieses konstante Durchziehen wirken sich die Songs leicht monoton an, jedoch ist es wie bei einer tief liegenden Wolkendecke: Es gibt immer wieder Momente, wo es Durchblicke gibt. Dies trifft auch bei Azath zu. Der Tieftöner lästert sich gekonnt und markant durch die Tracks, da auch dieser hierbei einen recht reinen Basssound geniesst. Die Gitarren rasen und riffen sich stets im Hyperspeed-Modus durch die Songstrukturen, untermalt mit kurzen, melodiösen Shredsoli. Die Growls sind bösartig tief, jedoch stets klar definiert und artikuliert. Geblastet sei die Ewigkeit, gilt für die eingeworfenen Drum-Patterns, gepaart mit schnellen Breaks und den obligaten Double-Basses. Die Snare erklingt dabei sehr dumpf, was eben gerade den speziellen Ballersound, nebst den Blasts, perfekt erzeugt. Die Produktion kommt sehr düster und druckvoll rüber und das Cover-Layout ist perfekt gelungen. Goile Mucke zu jeder Ballerart.
Leopold
     
Punkte:
8.0 von 10
BLOODBOUND – Bloodheads United (10" White Vinyl)
AFM Records/Musikvertrieb
Meine Lieblings-Cover-Band mit eigenen Liedern schlägt wieder zu. Diesmal lassen sie sich von Sabaton inspirieren und schmettern mit «Bloodheads United» eine wahre Hymne um die Ohren, die auch bestens zu Falunern gepasst hätte. Somit bestätigen Bloodbound auf dieser Mini-LP, dass sie immer dann am Besten sind, wenn sie bei bekannteren Bands «klauen». Das besagte Lied ist auf dieser 5-Track-LP das einzige neue. Bei den restlichen vier handelt es sich um Live-Aufnahmen ihres Auftritts am Bang Your Head 2017. Diese ist sehr ehrlich, da man doch den ein oder anderen schrägen Ton zu hören bekommt. Die Stimmung mit Fangeklatsche und Gitarren-Geballer wird gut in die heimischen Gefilden übertragen. Allerdings wirken die Übergänge zwischen den Liedern äusserst holprig, was der Mini-LP einen unguten Anstrich gibt. Die Lieder selber krachen ohne Ende und erinnern mal an HammerFall, Dream Evil, Helloween und Rhapsody. Gedacht ist dieses Release als kleiner Bonus für eingefleischte Fans. Nur für diese lohnt sich der Kauf, da insgesamt doch eher wenig für das Geld geboten wird. Wer die Band erst mal kennen lernen möchte, greift deshalb besser auf eines der regulären Alben zurück.
Roger W.     
Punkte:
keine Wertung
VELNIAS - Scion Of Aether  (CD)
Eisenwald
Mit 'Scion Of Aether' releasen die US-Amerikaner Velnias den dritten Longplayer ihrer Karriere, eine Mixtur aus Doom-Metal, gepaart mit folkigem Black-Metal und deren weiteren Einflüsse. Gekonnt füllen sie die teils langen Songs mit sehr viel Atmosphäre, tragenden Elementen des Mystischen und versetzen den/die Zuhörende/n in besagte, leicht apokalyptische Zeiten zurück. Doch auch die Urväter à la Black Sabbath und Saint Vitus lassen grüssen, wie auch Primordial, Agalloch, Katatonia und Konsorten. Und dennoch zeichnet die Schwere, eben das speziell Doomige, Velnias aus, will schreiben, diese Schwere mit den melodiösen Lines und Soli, ob in Zeitlupe intoniert oder mit leichtem Double-Bass unterstützt, diese melancholisch-atmopshärische Schwere, welche den Raum alleine schon befüllen kann und alles was dazu noch kommen mag, es ein 'i-Pünktchen' nach dem anderen setzt, auch wenn es nicht so viele 'i-Pünktchen' zu vergeben sind. Gecheckt? Well, 'Scion Of Aether' besitzt Doom mit Schmackes. Da tänhzeln doch die Drums mal mit Double-Bass, vielen Breaks durch die Cymbals, beinahe schon mit der Handbremse gespielte Patterns, welche durch das abwechslungsreiche Songwriting gekonnt aufgelöst werden. Der Tieftöner geht seinen eigenen Weg, mal sehr solodesk, mal untermalend, jedoch stets den Songs dienlich zu sein. Die Gitarren schrummen mal schwerfällig, dann wieder so schwerfällig leicht, dass es eine Freude macht, diesem eigenwilligen Songwriting das Ohr lauschend zur Verfügung zu stellen. Mal ist es distortiongeladen, mal clean-akustisch untermalend. Die Soli lassen sich in die Songs einverleiben, sehr melodiös, gepaart mit vielseitigem Riffing und den verschiedenen Melodiebögen, welche die einzelnen Songparts zum doomigen Leben erwecken. Die Vocals sind meist im leichten, tieferen Black-Metal-Shout, ja, auch im leichten Growl zu finden, nebst den cleanen Gesangparts, den etwas shoutenden Screams, doch meist finster tief. Eine satte und klare Produktion, zusammen mit einem sehr mystischen Cover-Layout, rundet 'Scion Of Aether' gekonnt ab.
Leopold     
Punkte:
8.0 von 10
HYSTERIA - Rock Police (CD/EP)
Eigenvertrieb
Nein, an allem ist das grassierende Corona Virus nicht schuld! Vielmehr hatte der Rezensent einfach zu viel um die Ohren, und so musste die neue EP der Schweizer Hardocker halt notgedrungen in den nächsten Monat verschoben werden. Das tut dem Ganzen jedoch gar keinen Abbruch, Hauptsache man spricht wieder über die coole Band, die bereits 2017 mit der ersten EP «Back To The Oldschool» aufhorchen liess. «Rock Police» setzt da nahtlos an und bringt weitere sechs Kracher an den Start, die es auf Basis alter 80er Helden wie Van Halen, Ratt oder Dokken voll drauf haben. Der Opener und Titeltrack bringt die Wände gleich zum Wackeln und katapultiert einen zurück in eine unvergessene Zeit, die zwar schon eine ganze Weile her ist. Die Vibes von damals wirken heutzutage jedoch alles andere als altbacken. Bestes Beispiel dafür ist «Good Ol' Times» als bester Van Halen/Ratt Hybrid, den ich (musikalisch und vom Titel her sowieso) je in der letzten Zeit zu Ohr bekommen habe. Frontmann Tom Hoochy Coo lässt hierbei die allerbesten Zeiten von Ratt-Röhre Stephen Pearcy wieder herrlichst aufleben! Ein weiteres Highlight ist der Southern Rock Track «Teacher Next To Me», der es sich wohlig zwischen Tangier und Cinderella zu Zeiten von «Heartbreak Station» (1990) gemütlich macht. Auch «Right Between The Eyes» marschiert flott nach vorne weg und hätte vor über drei Dekaden, zusammen mit einem Top-Video, locker vorne mitmischen können! Der schleppende Rocker «When Time Has Come» beendet die zweite EP von Hysteria meisterlich. Darauf lässt sich auf jeden Fall für die Zukunft aufbauen. Bis das erste full lenght Debüt folgt, kann man sich alternativ ja mal beide EPs auf eine CD brutzeln und kriegt damit eine ziemlich gute Vorstellung davon, welches Potenzial noch in dieser Combo steckt. Macht definitiv Lust auf mehr, darum weiter so Jungs!
Rockslave     
Punkte:
8.0 von 10
NYRST – Orsök  (CD)
Dark Essence Records
Nyrst ist ein fünf man Projekt aus Island, genauer gesagt aus Reykjavik. Offiziell gibt es die Band seit 2016, jedoch spielte die gleiche Gruppe schon seit 2013 unter dem Namen «Skuggsja». Mit der namens Änderung zu Nyrst erschien auch ihre erste Demo, danach wurde es still für eine weile und nun trotzen sie mit einem neuen, Full – length Album auf. Der Anfang von Selbigem ist klassisch. «Æðri verur» ist ein Intro wie man es im Black Metal nur all zu gut kennt. Langsam aufschwellende Stimmung, Trommeln, uns dann der Einsatz von E-Gitarren und Vocals bis der Song schlussendlich auf seinem Höhepunkt angekommen ist. Ist klassisch, kennt man gut, klingt trotzdem jedes mal wieder episch. Als nächstes kommt der Titeltrack «Orsök» der schon etwas mehr im Stile von aussergewöhnlicheren Bands wie The Great Old Ones oder Enslaved angesiedelt ist, was vor allem die Vocals aus machen. Auch bei «Nástirni» sind die Vocals ein Highlight, wobei hier auch der dröhnende Sound einiges zur Stimmung beiträgt. «Athöfn» ist eine kleine Besonderheit, wie sein eigenes Intro besteht der Song nur aus einem leichten Synthi im Hintergrund und bildet somit einen fliessenden Übergang zu «Hvísl hinna holdlausu» welcher dieses Raunen direkt übernimmt und wider zu einer mächtigen Melodie aufbaut. In dem Track geht es dann mit gewohnter härte weiter und direkt zu «Turnar í fjarska», dem letzten Track des Albums. Welcher die genau gleiche Schiene fährt und das ganze Album schlussendlich ausklingen lässt. Das Album hat seine sehr starken und seine eher schwachen Momente, ich miss jedoch sagen das ich generell Positiv überrascht davon und es heute sicher nicht das letzte mal gehört habe.
Simu     
Punkte:
8.0 von 10
CASKET OPEN - Concrete Realms Of Pain  (CD)
Nine Records
Das finnische Doom-Trio Casket Open wirft der hungrigen Doom-Meute mit "Concrete Realms Of Pain" zum vierten Mal einen Happen zum Frass vor. "Four Shine" ist dreckiger Doom, der weit von einer Hochglanz-Produktion entfernt ist und aufs Wesentliche reduziert ist. Der Gesang erinnert stark an Glenn Danzig. Geil wie der Song, zum Schluss hin, nochmals voll abgeht und wie versiffter Death Metal klingt. Wie "Riding A Rotting Horse" ist, kann ich nicht beurteilen, denn mein Pferd erfreut sich bester Gesundheit! In diesem Song werden Misfits geehrt und er ist mega cool runter gezockt! "Homecoming" ist ein ruhiges Stück, das auch in Danzig-Kerbe schlägt. "Tunnel" Guard" ist arm an Höhepunkten und plätschert einfach so vor sich hin. Eine Ballade ist mit "White Animal" auch noch mit dabei und leider auch nicht gerade ein Mega-Knaller! Heftig und punkig, geht es mit "Tadens Tolthe" am Anfang voll ab, um danach in Schockstarre zu verfallen. Zum Schluss kriegt der Song nochmals die Kurve und wird richtig punkig. Eine reinrassige Danzig-Kopie ist "Blossom" und wäre so, in dieser Form, auf jedem Danzig-Album herzlich Willkommen! Auch wenn der Song eine reine Kopie ist, geil gespielt ist er trotzdem! Rockiger wird es mit "Soul Stained Glass" und in diesem Fall wird New Model Army kopiert! Mit "Pale Hunter" wird die letzte Runde angezählt. Leider gehört dieser Song nicht zu den Höhepunkten im Schaffen von Casket Open und so quält sich dieser Song über sechs sehr, sehr lange Minuten! Leider sind Casket Open überhaupt nicht eigenständig, aber eine wirklich sehr gute Kopie!!
Roolf     
Punkte:
7.9 von 10
ALLEN / OLZON - Worlds Apart (CD)
Frontiers Music/Musikvertrieb
Vor 15 Jahren schmiedete Frontiers-Chef und Executive Producer Serafino Perugino den Plan, zwei grosse Stimmen des Heavy Metals zusammen zu bringen. Und was sich der Mann vornimmt, wird meistens auch in die Tat umgesetzt! So sind zwischen 2005 und 2014 bisher vier Alben aus dieser Konstellation heraus entstanden, die mehr oder weniger "das Beste" der beiden Meistersänger hervor brachten. Da Russells Hauptband Symphony X seit 2015 nichts mehr veröffentlicht hat und Adrenaline Mob letztmals 2017, kam die Verbindung mit der ehemaligen Nightwish Chanteuse Anette Olzon wohl gerade richtig. Letztere hat bekanntlich mit The Dark Element ein neues heisses Eisen im Feuer, und daher liest sich das Duo Allen / Olzon zumindest auf dem Papier schon mal nicht schlecht. Gleichzeitig gehen damit natürlich ziemlich hohe Erwartungen einher, die zuerst bestätigt werden müssen. Der erste Durchlauf von «Worlds Apart» fiel überraschend etwas ernüchternd aus. Unter dem Strich hätte ich seitens Russell mehr erwartet und bei Anette im Gegenzug einen Frontalangriff bezüglich griffiger Hooks. Der Opener «Never Die» gehört mal Mr. Allen alleine, macht einen auf Progressive Metal meets Nightwish und hört sich ordentlich an. Beim nachfolgenden Titeltrack vereinen sich die beiden Gesangsstimmen erstmals, und auch das passt ganz gut. «I'll Never Leave You», nur von Anette gesungen, repräsentiert ihre frühere Wirkungsstätte, vermischt mit unüberhörbaren ABBA-Vibes, eingehüllt in einen metallenen Mantel. In der Mitte des Albums flacht das Ganze kompositorisch etwas ab. Nicht schlecht, aber zu austauschbar. Erst «My Enemy» lässt wirklich aufhorchen und gefällt mit hardrockigem Flair. Balladesker fällt hingegen «Cold Inside», wo Anette ohne Abzug brillieren kann. «Worlds Apart» zündet nicht auf Anhieb, besitzt jedoch das Potenzial, mit jedem Umlauf zuzulegen. Das Niveau von Allen/Lande und The Dark Element wird allerdings nicht erreicht.
Rockslave     
Punkte:
7.9 von 10
CEMETERY FILTH - Dominion  (CD)
Unspeakable Axe Records
Ebenfalls mit einem Erstling, nach geschlagenen drei Split-Veröffentlichungen und einem EP-Release, hordern die US-Amerikaner Cemetery Field die endlosen Weiten von Steppen und beackern diesen mit leicht old-schooligem und abwechslungsreichem Death-Metal. 9 Tracks zieren 'Dominion', welche eine sehr eigenwillige Produktion mit sich zieht, was jedoch 'Dominion' auszeichnet und Cemetery Filth von einigen Bands abhebt. Zudem ist ein gelungenes Cover-Artwork ebenfalls Teil dieser Geschichte. Das Songwriting behinhaltet sowohl neuzeitliche Death-Elemente, als auch leicht old-schooldigen-Touch. Ja, es ist eine zeitlich Gratwanderung zwischen den Elementen. Die Drumspattern bewegen sich im Double-Bass-Umfeld, dem leicht Doomigen, aber auch die straighten, groovigen Elemente finden ihren Platz. Der Gesang ist zwischen dem Gutturalen als auch dem Shoutigen zu finden, so à la John Tardy (Obituary), jedoch stets in verständlicher Manier. Der Bass wummert und scheppert gewaltig tief, setzt so Zeichen gegenüber dem extrem hohen Distortionsound der Gitarren, welche sich konstant durchriffen und grooven. Die Soli setzen markant die meiodiösen Aspekte im Songwriting. Anhaltspunkte, die wären so à la Obituary, Asphyx, Autopsy und Konsorten. Ein sehr interessantes Debut.
Leopold     
Punkte:
7.9 von 10
THE OUTFIT - Viking  (CD)
Pavement Music
Die Jungs aus Chicago kommen hier mit ihrem 2. Album "Viking" daher. Sehr viel gibt’s über die Musik der Herren nicht zu sagen. Ganz grob erzählt, wer auf Volbeat und Nickelback steht, der ist hier genau richtig. "Bleed In The Dark" geht zum Beispiel voll Richtung Nickelback. Und hört man sich "Viking" an, befindet man sich mitten in einem Volbeat-Song. Versteht mich nicht falsch, ich finde die Musik der Amis klasse. Meist treibende Gitarren und Drums. Schöne melodiöse Gesangslinien, die schnell hängenbleiben, was will man mehr. Mal bluesig treibend wie "Sirens", dann rockig nach vorne bei "Little Bit", oder etwas härter "Come Alive", alles tolle Songs. "Wolves" geht sogar Richtung Soundgarden. Das Album rockt, macht Spass beim Anhören und Mitsingen der jeweiligen Refrains. Und so ist doch alles im grünen Bereich, wer obengenannte Bands liebt, wird auch "Viking" mögen, mehr gibt’s da nicht zu sagen.
Crazy Beat
     
Punkte:
7.8 von 10
BISMARCK - Oneiromancer  (LP)
Apollon Records
Doom aus der Black Metal-Hochburg Bergen? Ja, genau das bieten Bismarck, nach "Urkraft", mit "Oneiromancer" zum zweiten Mal an. Mit "Tahaghghogh Resalat" startet das neue Album und zwar mit beschwörenden Gesängen, die sehr orientalisch anmuten und überhaupt nicht nach der nordischen Herkunft klingen. Der Hintergrund-Sound ist auch wie aus 1000 und 1 Nacht. Der Titeltrack "Oneiromancer" kennt keine Gnade und bietet Slow-Mo Doom, der aus mächtigen Sound-Wänden zu bestehen scheint. Leider übernimmt, im letzten Drittel, die unerbittliche Endlosschlaufe und auch diese kennt leider keine Gnade! Dafür bricht "The Seer" aus dem engen Doom-Korsett aus und brettert genügsam von dannen. Interessanter Song, der von seinen diversen Geschwindigkeitsvariationen lebt. Depression pur ist mit "Hara" angesagt und so schleppt sich dieser Song mühsam über die Runden. Aber plötzlich werden die Gitarren eingestöpselt und es ist aus mit der Ruhe. Brachial und zäh wie heisser Asphalt, geht dieser Song dann zu Ende. Trotz immenser Spieldauer kommt keine Langeweile auf. "Khthon" kommt bluesig und leichtfüssig tänzelnd daher und der Sänger darf allen Schmalz zusammen kratzen und in diesem Song verwenden. Im Verlauf des Songs wird die Härte-Schraube leicht angezogen. Dieser Abschlusstrack steht sinnbildlich für das ganze Album, denn Bismarck machen gute Musik, die man aber so ähnlich leider andersweitig schon zuviel gehört hat!!
Roolf
     
Punkte:
7.8 von 10
THE ALLIGATOR WINE - Demons Of The Mind  (2 LPs)
Century Media/Sony
Zwei süddeutsche Burschen machen Vintage Rock ganz ohne Gitarren. Gesang, Drums, diverse Perkussionsinstrumente, allerlei Keyboards, Orgeln, und ein Moog Synthesizer für die tiefen Frequenzen, mehr brauchen die beiden nicht für die Umsetzung ihrer musikalischen Ideen. Ich war sehr gespannt auf das, was mich erwarten würde, und wurde zu meiner grossen Überraschung nicht enttäuscht. Bereits der furiose Opener „Shotgun“ – eine stilistische Heirat zwischen Billy Idol und Marilyn Manson – zeigt, dass die Rezeptur sehr wohl funktionieren kann, selbst wenn diese wie im Fall dieser Band scheinbar unvereinbare Elemente wie tanzbare Rhythmen, Dark Ambient Sounds, rockigen Krach, 70er Disco, Film Noir Soundtrack und vieles mehr enthält. Zugegeben, der Spagat, den die beiden da zwischen den Stilen veranstalten ist wirklich gross, und ich musste mich auch erst mal in das vielseitige Material hineinhören. Aber ich habe relativ schnell erkannt, dass sich Rob Vitacca (Gesang, Orgel, Synthesizer) und Thomas Teufel (Schlagzeug, Gesang, Perkussion) einfach eine eigene Nische geschaffen haben, in der sie genau das machen können was ihnen gefällt. Und genau diesen Spass an der Sache hört man den Nummern auch an, selbst wenn diese oft eine eher düstere Grundatmosphäre verbreiten. Man nehme beispielsweise „The Flying Carousel“, ein harter Disco Smasher in bester Mando Diao – Manier mit der augenzwinkernden Textzeile im Refrain „I have one foot in the Disco, one foot in the grave, you make my body movin‘,you make my body shake... ”. Darauf muss man auch erst mal kommen. Und wenn wir schon bei Quervergleichen sind, wir haben ein Bisschen Coldplay hier („Crocodile Inn“), ein Bisschen HIM da („Dream Eyed Little Girl“), und selbst Type O Negative schielen gelegentlich um die Ecke („Lorane“). Der Lohn für diese schon fast unverschämte Offenherzigkeit in Bezug auf die musikalische Ausrichtung ist am Ende des Tages eine unheimlich grosse Dynamik, welche von leisen, bedächtigen Tönen bis hin zu opulentem Shoegaze reicht. Ist halt schon sehr speziell das Ganze, aber gleichzeitig auch sehr unterhaltsam, ein unverbindliches Probehören ist absolut angebracht.
Mirko B.
     
Punkte:
7.7 von 10
ORANSSI PAZUZU – Mestarin kynsi  (2 LPS9
Nuclear Blast/Warner
Oranssi Pazuzu ist eines meiner Lieblings und auch eines der speziellsten Projekte die mir über den Weg gelaufen sind. Die Bezeichnung Psychedelic Black Metal ist hier nur der Vorname. Die fünf Finnen gründeten die Band 2007 und brachten seit dem fünf Alben, zwei EPs und eine Split mit «Candy Cane» auf den Markt. Mein Favorit der Gruppe ist übrigens ihr erstes album «Muukalainen Puhuu» das 2009 erschien. Wer sich fragt für was der ulkige Name der Band Steht, «Oranssi Pazuzu» ist die finnische Bezeichnung für «Orange Pazuzu» ein Babylonischer Dämon, der auch aus dem Film «The Exorcist» einigen bekannt sein müsste. Wenn ich den Sound der Band kurz beschreiben müsste würde ich sagen: Abstrakt, Melodisch, und Schnell. Auf den Sound gehen wir auch gleich weiter ein den nun wollen wir doch endlich zum Album an sich kommen. «Ilmestys» gibt uns direkt am Anfang eine schöne Vorschau in welche Richtung wir uns bewegen. Eine rhythmische Harmonie aus Trommeln und Gitarren verschmilzt mit einem tiefen Synthi. Anschliessend kommen noch die aussergewöhnlichen Vocals dazu die für Oranssi Pazuzu typisch sind. Ein weiterer Synthi gibt eine Melodie vor bevor alles in der Mitte des Songs abflacht und gegen Ende auf eine harte welle Black Metal trifft die vielversprechend auf den Rest des Albums blickt. Track zwei ist «tyhjyyden sakramentti» der ruhig mit einer Mischung aus melodischen Gitarren, jazzigem Schlagzeug und einigen Synthis beginnt. Auch hier schliessen zu erst die Vocals und danach der psychodelische Black Metal stil der Band auf, welcher sich permanent und melodisch durch den ganzen Track weiterzieht. «Uusi teknokratia» funktioniert in die entgegen gesetzte Richtung. Als erstes haben wir den experimentellen und psychodelischen Metal der anscgliessend in ruhige synthis und im letzten drittel sogar zu Drone klängen abflacht. Auch «Oikeamielisten Sali» beginnt wieder mit einer elektrischen Melodie die aber über zeit immer verstimmter und schräger klingt, bis sie zur mächtigen Melodie abschwingt und erneut im rohen und harten Sound mündet. Das durch elektronischen Sound verstärkte Prinzip dieses Albums haben wir mittlerweile verstanden. Dieses Prinzip ändert sich auch im nächsten Song «Kuulen ääniä maan» und im letzten Track «taivaan portti» nicht. Wobei der letzte Titel doch noch einmal richtig Gas gibt und das Album somit sauber abschliesst. Bei jeder andere Band würde ein Album wie dieses den Stilbruch des Jahrhunderts darstellen. Dich für Oranssi Pazuzu ist ein Sound wie dieser Typisch und gehört zu ihrer breiten palette an Musik dazu. Auch wenn das Album an sich faszinierend und speziell ist, leidet es dich an interner Gleichheit, so dass sich die einzelnen songs mehr oder wneiger gleich anfühlen. Ich werde das Album definitiv mehrere male durchhören müssen bevor ich weiss ob es mir nun gefällt oder nicht.
Simu    
Punkte:
7.5 von 10
MORTICIAN – Titans  (CD)
Pure Underground Records/Musikvertrieb
Ich mag es, wenn der Heavy Metal ohne Keyboards einfach direkt und ungeschminkt aus den Boxen dröhnt. Die österreichischen Mortician scheinen das ähnlich zu sehen. Auf "Titans" wird schnörkellos nach vorne geballert. Dabei nutzt die von 1983 und 1990 und sei elf Jahren wieder aktive Band das ganze Spektrum, das man als Heavy Metal-Band so drauf haben sollte. Es gibt doomigere Stücke wie das Titellied, schnelleres à la «Hell Raiders», rockiges à la «Rebel Heart» oder sleaziges à la «You Can't Stop Rock'n'Roll». Live könnten Mortician damit für Furore sorgen. Auf CD fehlt mir trotz aller Klasse die Eingängigkeit und das Spezielle. Den Österreichern mangelt schlicht das Alleinstellungsmerkmal. Auch das Songwriting ist auf gutem Niveau, schafft es aber nie endgültig zu begeistern. Somit reiht sich das dritte Werk seit der Reunion in die riesige Anzahl guter Heavy Metal-Alben ein. Wie stark bei dieser Beurteilung der Gesang von Neuzugang Twain Cooper Einfluss hat, ist schwer zu sagen. Der Shouter erinnert an eine rohe Version von Udo Dirkschneider und gibt den Liedern genau das, was sie brauchen. Trotzdem schafft er es nicht, dem Material zu noch mehr Ausstrahlung verhelfen. Fans von unverschnörkeltem Heavy Metal dürfen "Titan" gerne Testhören. Alle anderen können hoffen, dass Mortician es mal als Vorband auf eine Tour schaffen (sobald das wieder möglich ist) und sich dort ein Urteil bilden.
Roger W.
   
Punkte:
7.5 von 10
BOMBS OF HADES - Phantom Bell  (LP)
Black Lodge Records
Crusty Doom-Death-Metal mit Anleihen zu Stoner. Geht das? Yep, geht! Auf 'Phantom Bell', eine EP, mit 4 Songs. Einerseits sehr im Stoner-/Doom-Groove behangen, andererseits so die 'alten', eingebrannten Momenten à la Entombed, Grave, Dismember sich einzulullen und zu geben. Kurz vor Oberkante Unterlippe, so dass man es noch geniessen kann. Nun, durch diese kuriose, jedoch voll funktionstüchtige Songwritingmasche kreieren Bombs Of Hades, yep aus schwedischen Ländereien, mit 'Phantom Bell' ein hängenbleibendes Schwergewicht, sowohl an einlullend, zarten Stonertönen, wie auch als schwere, doomige, Death-Machine. Ja, es gibt nebst den schweren, Black Sabbath- und Motörhead-artigen Riffs, den Entombed- und Dismember-geschwängerten, rauhen und schnellen Momenten, jede Menge an meliodiösen Touches. Die Drums wirbeln und grooven meist im Doom-/Stoner-Modus, brechen ab und an, ab und zu, in leicht deathigen Patterns, folgen jedoch hauptsächlich dem gemächlichen Death, als nicht dem Hyperblastgrind-Groove, da wird auf gesetztere Death-Mucke gepocht. Der Tieftöner erschallt alles andere als typisch schwedisch im Sound, nein, dieser ist gepflegt in einem akustisch reinen Modus verankert, was eben auch einen Einfluss auf den Gesamtsound hat. Die Vocals erinnern mich jetzt prompt an diejenigen von Schmier, Destruction, oder dann leicht an Quorthon, Bathory. Ein kurioses, jedoch machtvolles Coverartwork rundet diese EP ab, gepaart mit einer sehr druckvollen und klaren Produktion. Beeilt euch, wenn ihr mit dabei sein wollt, einen neuen Metalstil zu entdecken und diesen für euch zu gewinnen: Crusty-Stoner-Doom-Death-Metal.
Leopold  
Punkte:
keine Wertung
AZUSA – Loop Of Yesterdays  (CD)
Indie Recordings/Irascible
Als garstiger Ableger von Extol und The Dillinger Escape Plan stieg das multinationale Thrash-Prog-Kommando Azusa wie Phönix aus der Asche und erregte nicht nur durch seine DNA für Aufsehen, obschon diese Tatsache für sich allein schon ziemlich beeindruckend ist. Die eigentlich als Indie-Pop-Sängerin aktive Eleni Zafiriadou beeindruckt mit ihrer inbrünstigen, gutturalen Darbietung so manchen Kritiker. „Heavy Yoke“ war das erste durchschlagende Ergebnis dieser Symbiose, und mit „Loop Of Yesterdays“ folgt der zweite Streich des Knüppelquartetts. Das neue Werk der Band kommt mit zwölf verstörenden Nummern daher und setzt musikalisch dort an, wo der Vorgänger aufgehört hat. Insgesamt scheint die Truppe auf der vorliegenden Scheibe aber doch ein wenig stringenter zu Werke zu gehen und mehr „straight ahead“ zu trümmern, beziehungsweise das Skelett ihrer Hörer mit markerschütternden Grooves durchzuschütteln. Ihre mystische, psychedelische Art haben sich Azusa dabei aber bewahrt, wovon man sich auf der Vorab-Single „Monument“ überzeugen konnte. Die Band arbeitete auch dieses Mal wieder mit Nick Terry (Kvelertak, Turbonegro) für den idealen Mix zusammen und den letzten Schliff Aggression verpasste der Platte schliesslich Jens Bogren (Opeth, At The Gates etc.). Für ein schredderndes Gitarrensolo im Titel „Detach“ konnte sogar der Weltklassegitarrist Alex Skolnick (Testament) gewonnen werden. Das spricht doch auch irgendwie für sich.
Oliver H.
 
Punkte:
7.5 von 10
DEVICIOUS – Phase Three  (LP)
Metalapolis Records/Phonag
Nach 2018 und 2019 kommt das dritte Werk der Jungs von DeVicious ans Tageslicht. Ob mit diesen beiden Scheiben die Truppe gleich mächtig Staub aufgewirbelt hat, das lassen wir mal so im Raum stehen. Was aber sicher stimmt, dass sich das Quintett vom Debüt zum Zweitling verbesserte und damit auch bei mir aufhorchen liess. Mit erneut neuem Sänger, Antonio Calanna, geht DeVicious ins Rennen. Wenn man dem Info-Blatt der Truppe Glauben schenken darf, dann haben sie das umgesetzt, was ich bei der Truppe immer bemängelte. Dass die Keyboards zu stark im Vordergrund standen und man nun vermehrt der Härte und den Gitarren die Aufmerksamkeit schenken sollte. Meine wurde schnell mit dem Opener «Firefly» geweckt. Wobei hier in meinen Ohren die Keys noch einen zu bestimmenden Part haben. «Mysterious» hat ein ähnliches «Problem», auch wenn die Gitarre von Radivoj Petrovic schön rifft und sägt. Auch Antonio hinterlässt einen sehr guten Eindruck. Was den Jungs aber fehlt, ist in meinen Ohren eine zweite Gitarre und ein Hit, an den man sich immer wieder erinnert. Als Anspieltipps lege ich euch «Walk Through Fire», «Higher» und «Our Song» ans Herz. «Phase Three» ist ein Album geworden, das sich Fans von alten Jaded Heart anhören sollten, oder auch jene, denen FM und die aktuellen Crystal Ball bestens gefallen.
Tinu  
Punkte:
7.5 von 10
PEARL JAM – Gigaton  (CD)
Monkeywrench/Univeral Republic
Sehr erwachsen präsentiert sich die Seattler Grunge-Legende Pearl Jam auf ihrem elften Album. «Gigaton» klingt wild, progressiv, insturial-ähnlich, verträumt, wütend und sanft. Es fordert den Hörer auf, sich mit den Liedern richtig zu befassen und ist definitiv kein Rock-«Fast Food». Wer dafür die Geduld aufbringt, wird Zeuge von Soundperlen, die beim ersten Hören nicht offensichtlich sind. Gerade die letzten vier der zwölf Lieder stellen Liebhaber von harter Rockmusik eine schwierige Prüfung. Soll man sich durch das Gesäusel noch länger einlullen lassen, oder doch besser das Album wieder auf den Anfang skippen? Wer sich für Letzteres entscheidet, verpasst beim abschliessenden «River Cross» wunderbare Hammondorgel-Klänge. Die Band wird für die gewählte Liedreihenfolge ihre guten Gründe haben, bei Metal-Hörern machen sich Pearl Jam damit aber nicht wirklich beliebt. Und so bleibt auch bei mir trotz aller dargebotener musikalischen Klasse ein schales Gefühl übrig. «Gigaton» hat seine packenden Momente und Lieder wie das rocknrollige «Quick Escape» oder das treibende «Take The Long Way», welche Live für Ekstase sorgen werden. Unter dem Strich ist das aber zu wenig, um das nach lauten Gitarren dürstende Publikum zufrieden stellen. Wer es aber liebt, einer Band beim Experimentieren zuzuhören, kann mit «Gigaton» nichts falsch machen.
Roger W.  
Punkte:
7.5 von 10
BLIZZEN – World In Chains  (CD)
Pure Steel Records/Musikvertrieb
Wilder 80er-Jahre-Heavy Metal mit Hang zum Thrash Metal bieten die Deutschen Blizzen auf ihrem zweiten Studioalbum. Dabei überzeugen sie mit grosser Rohheit und viel Spielfreude. Teilweise erinnert das Ganze gar an frühe Iron Maiden. Und wer der Scheibe Zeit lässt, kommt gar in Versuchung, sie auf das Level der Paul-DiAnno-Werke zu heben. Ob das wirklich gerechtfertigt ist, werden die nächsten Jahre zeigen. Tatsache ist, dass Blizzen ihr Handwerk sehr gut verstehen. Das betrifft nicht nur das Spielerische, sondern auch das Songwriting. Wer die über produzierten heutigen Alben der Szenehelden verachtet oder generell mit keyboardlastigem Heavy Metal Mühe hat, kriegt hier das authentische Gegenpol. Was jetzt noch fehlt, sind die offensichtlichen Hits, die sich bereits beim ersten Refrain ins Gehirn bohren und da nie mehr herauswollen. Diese sind auf dem Zweitwerk schlicht nicht auszumachen. Und dies, obwohl sich Blizzen redlich darum bemühen. Die Deutschen klingen auf "World in Chains" wild, hungrig und angriffig. Wer genau das von guter Heavy Metal-Musik erwartet, kann hier eigentlich nichts falsch machen.
Roger W.  
Punkte:
7.5 von 10
IGORRR – Spirit And Distortion  (2 LPs)
Metal Blade/Sony
Zugegeben bei dem Bandnamen dachte ich erst, Igorrr sei bestimmt so ne russische Schülerband die in ihrem pubertären Wahn die Pforte zur Dunkelheit gefunden hätten. Doch weit gefehlt, denn was hier der Mastermind Gautier Serre aus Frankreich abliefert ist ein Füllwerk zwischen Genie und Wahnsinn. Ja willkommen im Reich der Experimente, denn Igorrr wildern willentlich durch die musikalische Landschaft auf der Suche nach immer weiter gestreckten Grenzen. Musikstile wie Death- und Black Metal gehen Hand in Hand mit Breakcore, Balkan, Barock und Klassik einher. Ihr denkt Ziehharmonika auf Blast gibt es nicht, dann hört euch „Musette Maximum“ an und ihr werdet eines besseren belehrt. Chöre, Barock- und Indische Klänge werden bei „Himalaya Massive Ritual“ serviert, während „Paranoid Bulldozer Italiano“ erst in Industrial eintaucht, dann opernhaft abschwenkt und schlussendlich mit schweren Riffs abschliesst. Bei „Spirit And Distortion“ geht es wie so oft bei diesen experimentellen Werken mehr darum, die Musik als Werkzeug zu benutzen um eine Art „Kunstwerk“ zu erschaffen. Igorrr beherrschen dies auf eine doch faszinierende, wenn auch teils nicht immer leicht verdauliche Weise. Dabei ist es der Band gut gelungen diese unterschiedlichsten Genres und Musikstile unter einen Hut zu bringen, ohne das dabei „Spirit And Distortion“ zu sperrig klingt. Einerseits arbeitet die Band mit der Fusion, sprich die unterschiedlichen Musikstile werden in einer harmonischen Form miteinander verknüpft und andererseits wird auch gewollt ein harscher Gegensatz in einem Song durch den bewussten Wechsel in ein konträres Genre dem Zuhörer vor den Latz geknallt. Scheuklappen darf man hier auf keinen Fall haben, denn für Igorrr scheint kein Tellerrand zu existieren. Trotzdem fällt es mir schwer, dieses Werk in den Himmel hoch zu loben, denn ich bin der Ansicht, dass „Spirit And Distortion“ unbedingt erst mal vor einem allfälligen Kauf angehört werden muss. Der grösseren Masse wird dieses Werk kaum schmecken, doch ich denke das war auch nicht die Absicht die Igorrr mit dieser Scheibe im Sinn hatte.
R.K.
  
Punkte:
7.4 von 10
MEKONG DELTA - Tales Of A Future Past (2 LPs)
Butler Records
Ich muss ehrlich gestehen, dass die deutschen Progressive Thrash Metaller eigentlich bis heute völlig an mir vorbei gegangen sind. Warum das so ist, lässt sich nicht mal schlüssig beantworten. Es dürfte jedoch schon am Stil gelegen haben, wie dies zum Beispiel mit Watchtower genau gleich war. Zu abgedreht, zu hart, zu verfrickelt, was auch immer. Was bei Mekong Delta noch interessant ist, betrifft die Namen von ehemaligen Musikern, zu denen unter anderem Peavy von Rage gehört, der aber schon 1987 absprang. Drummer Jörg Michael, der in den Jahren danach bei einigen wie bekannten Bands spielte, ist auf «The Music Of Eric Zann» (1988) verewigt. Auch Uli Kusch reiht sich bei den Ex-Drummern ein, und dann haben wir da natürlich noch "unseren" Peter Haas, der zwischen 1992 und 1997 drei Alben eingetrommelt hat. Die grosse Konstante der Band ist Producer und Bassist Ralf Hubert. Mit «Tales Of A Future Past» präsentiert das seit 1985 aktive Metal-Projekt aus Deutschland sein mittlerweile elftes Studioalbum. Das stilistisch äusserst komplexe und vielfältige Werk wurde diesmal mit einem Orchester garniert, ergänzt um akustische Elemente und Instrumentalnummern sowie versetzt mit beeindruckenden Orchester-Parts, die neue Impulse vermitteln, ohne die klassische Metal-Ausrichtung vermissen zu lassen. Der Opener «Mental Entropy» hört sich dabei aber eher nach Coroner als nach etwas anderem an, und auch «A Colony Of Liar Men» macht keine Gefangenen. Mit «Landscape 2 - Waste Land» hält das Orchester dann doch noch Einzug und wirkt als Instrumental zu langfädig. «Mindeater» brettert hingegen wieder ordentlich und auch «The Hollow Men» verkörpert Progressive Thrash Metal, keine Frage. Den Kontrastpunkt schlechthin setzt hingegen das ruhige «A Farewell To Eternity», während das überlange «When All Hope Is Gone (wieder mit Orchester) den Bogen überspannt. «Landscape 4 - Pleasant Ground» fällt als weiteres Instrumental klar ab. So ist «Tales Of A Future Past» mehr etwas für Prog-Nerds. Frühere Alben könnten allerdings noch Überraschendes bieten, dass es womöglich wieder zu entdecken gilt.
Rockslave
 
Punkte:
7.3 von 10
RETURN – V (Re-Release)
AOR Heaven
"V" war, Nomen est Omen, das fünfte Album der Norweger Return. Nun, zu derem 40 jährigem Jubiläum wird die Scheibe wieder veröffentlicht. In den Achtzigern war die Band neben Stage Dolls und vor allem TNT die Nr. 3 der norwegischen Hard Rock-Exporte. Bereits das Debüt „To The Top“ (1987) sorgte für positive Resonanzen. Ebenso die folgenden Outputs „Attitudes“ (1988), „Straight Doven The Line“ (1989) und „Fourplay“ (1991) bis eben „V“, das 1992 erschien und sowas wie den Höhepunkt von Return markierte. Den grossen Durchbruch konnten die Jungs zwar nicht verbuchen. Diverse Achtungserfolge können der Band aber durchaus attestiert werden. Musikalisch macht man jedenfalls eine gute Figur. Dabei ist man in der typischen Achtziger-Melodic-Szene verwurzelt. Die Basis bildet traditionelle AOR-Mucke. Leider tendiert man dabei nur sporadisch zu knackigem Hard Rock, wie ihn die erwähnten TNT zelebrieren. Vielmehr lässt man sich zu seichten Klängen hinreissen, die oft wenig Substanz aufweisen. Das Ganze erinnert immer mal wieder an aktuellere Gotthard. Auch die Stimme von Sänger Knuth Erik Ostgard weist starke Parallelen zum unvergesslichen Steve Lee auf. Somit ist Return mindestens gesangstechnisch ein Highlight. Die Grenze zu schnödem Hausfrauenrock wird aber ab und zu überschritten, wenn auch nicht so oft wie von Gotthard. Für Freunde des beschriebenen Stils durchaus empfehlenswert.
Chris C.  
Punkte:
keine Wertung
ARKADO – Never Say Never  (CD)
AOR Heaven
Arkado trat erstmals bereits vor 37 Jahren in Erscheinung. Bereits 1983 wurde die Band nämlich unter dem namen BB2 (Better Be Together) gegründet. Man brachte es damals aber bloss auf eine Single. Fünf Jahre später war bereits wieder Schluss mit Lustig. 35 Jahre später, 2018, fand die Truppe wieder zusammen. Gemäss Labelinfoblatt schlossen sich der Formation einige neue Mitglieder an und die Umbenennung in Arkado (die umgekehrte Schreibweise der Schwedischen Heimat Ödakra) folgte. Viel scheint man mit der Urformation nicht mehr zu tun zu haben. Details werden aber, zumindest vom Label, nicht bekanntgegeben. Auch die beteiligten Musiker sind weitgehend unbekannt. Das alles ist aber noch kein Hinweis auf die Qualität des Melodic/AOR-Sounds der Formation. Jedenfalls legt sie den ersten Longplayer zur Diskussion vor. Dabei hat man durchaus ein paar gehaltvolle Tracks im Gepäck, die durch versierte Melodien überzeugen. Ebenso ist eine gewisse Abwechslung gewährleistet. Man bespielt gekonnt das Terrain zwischen melodiösem Hard Rock und gefühlvollen Balladen. Leider feht dem Album aber weitgehendst die Ausstrahlung, das gewisse etwas. Man bewegt sich also irgendwo unter ferner liefen. Um nochmals auf das Label zu verweisen: Achtziger Scandi Rock für Fans von Treat, Stagedolls und Europe.
Chris C.
 
Punkte:
7.3 von 10
SAVAGE ANNIHILATION - Soumises à la procréation EP  (CD)
Xenokorp
Mit 'Soumises à la procréation' releasen die Franzosen Savage Annihilation eine sehr interessante EP mit 6 Songs, welche so à la Cannibal Corpse, Deicide, Suffocation, Dying Fetus, Morbid Angel und Konsorten daherkommt. Hierbei handelt sich ebenfalls um eine Zwei-Mann-Combo, eben aus Französien, da sie in französischer Sprache sich guttural auslegen. Ehrlich gesagt, die französische Sprache und die gutturalen Sangeskünste, das passt verdammt gut, heilige Scheisse. Und da Savage Annihilation ihr Songwritingkönnen hervorragend unter Beweis stellen, wird die Kraft durch 'Soumises à la procréation' - was in etwa 'Der Fortpflanzung unterwürfig' übersetzt heisst - und diese Kraft der Post-Apokalypse setzen die Zwei in ihren Death-Metal um. Meist tummeln sich Savage Annihilation im Brutal-Death-Umfeld, will schreiben, viel Blasts, viel heftiger Double-Bass, teils Grindcore, jeodch auch teil groovige Hyper-Thrash-Speed-Attacken seitens des Schlagwerkers. Seitens der Gitarre geht es riffend rasend schnell, ja, flitzefingerisch zur Sache, nebst groovigen Breaks und Riffs. Auch die solodesken S(e)aiten werden aufgezogen, wo es dann doch melodiös ab und an, zu- und hergeht. Der Bass gesellt sich zur Gitarre, als auch zu den Drums hinzu, gibt die nötige Power als Unterstützung und ist ausbalancierend zwischen den besagten Instrumenten. Wie bereits geschrieben, in französisch gehaltener, gutturaler Gesang, tief, jedoch verständlich. Eine druckvolle, klare Produktion. Ein gelungenes Cover-Artwork ziert diese EP erfolgreich.
Leopold  
Punkte:
keine Wertung
IRIST – Order Of The Mind  (Colored LP)
Nuclear Blast/Warner
Mit Irist hat Nuclear Blast eine neue Band aus den USA am Start, die mit „Order Of The Mind“ ihr Debüt vorstellen. Klingt nach Frischfleisch für den Musikmarkt, und ja, das Album springt einem geradezu vor Enthusiasmus ins Gesicht. Entsprechend intensiv kommt auch der Opener „Eons“ daher. Ein treibender Rhythmus, ein Gojira-artiger Refrain, der gekonnt das Tempo rausnimmt, tiefgehende Shouts, dezent melodische Gitarren und ein dynamischer Mittelteil. Das klingt wirklich stark und macht echt Bock auf mehr „Order Of The Mind“. Leider schafft es die Truppe aus Atlanta aber nicht ganz, die Aufmerksamkeit weiter auf sich zu ziehen. Die Musik gerät beim Hören in den Hintergrund, und nach neun Songs weiss man nicht mehr, was man bereits gehört hat. Das kann daran liegen, dass die Jungs bereits alles in den Opener gepackt haben, was ihren Sound ausmacht. Im Verlauf der Platte hört man keine weiteren Facetten mehr, sondern nur noch Varianten des bereits Gehörten. Ironischerweise kann „Order Of The Mind“ vor allem dann punkten, wenn es nach Gojira klingt. Das ist aber eher ein Kompliment für die Franzosen, als für die Amerikaner. Im letzten Teil des Albums lässt allerdings der Track „Harvester“ nochmals aufhorchen, da er dynamisch anders funktioniert und zum Schluss mit einem starken Riff überrascht. „Order Of The Mind“ ist ein ordentliches Debüt, dem es jedoch an Eigenständigkeit fehlt. Gojira-Fans können sicher mal einen Irist-Hördurchgang wagen.
Oliver H.
  
Punkte:
7.2 von 10
VOLTURIAN – Crimson  (CD)
Scarlet Records
Volturian aus Italien wurde von Sängerin Federica Lanna (Sleeping Romance) und Komponist sowie Gitarrist Federico Mondelli (Frozen Crown) gegründet. Sie stellten sich der Herausforderung, Musik auf Basis von 90ern und 2000ern Metal, kombiniert mit 80er Pop zu gestalten. Als Genre wird im Infosheet die Beschreibung «modern metal with a twist of gothic chic» angegeben – besser kann es nicht beschrieben werden. Komplettiert wird das Projekt mit Drummer Alberto Mezzanotte (ebenfalls Frozen Crown) und Bassist Massimiliano Rossi. «Crimson» ist eine Mischung aus verträumtem Gesang und popigen Refrains mit harten, teils vom Death Metal inspirierten Gitarrenriffs sowie stark dominierenden elektronischen Elementen. Die Musik macht Spass, ist abwechslungsreich und ist spannend aufgebaut. Regelmässig sind Parallelen zu Amaranthe und In Flames zu erkennen. Dynamische Melodien überlagern sich, tolle Gitarrensoli sorgen für Kontrast und das Schlagzeug treibt die Lieder an. Trotzdem hinterlässt mir «Crimson» den Eindruck, als würden die Refrains nicht hängen bleiben. Allgemein – die Melodien und Motive sind super, da ist nichts auszusetzen, aber es fehlt das gewisse Etwas. Das Album in einem Stück durchzuhören vergnügt, im Nachhinein ist mir aber kein Lied bis auf Track Nummer sechs aufgefallen, zu dem ich zurückgehen wollte. Im Lied an sechster Stelle «In a Heartbeat» hingegen ist zudem Leadsängerin Giada „Jade“ Etro (ebenfalls Frozen Crown) als Gast zu hören – wahrscheinlich sticht es deshalb von den anderen hervor… Eine energiereiche Bombe mit ratterndem Riff und flippigem Techno-Motiv. An letzter Stelle in «Crimson» ist «Fading Like A Flower» zu hören – ein Cover von Roxette, welches cool umgesetzt wurde. Grundsätzlich ist das neue Projekt rund um Frozen Crown toll aufgebaut und macht Spass – bin gespannt, wie es weitergeht und ob ich selber persönlich trotzdem den Zugang noch finde.
Sina
  
Punkte:
7.2 von 10
AODON – 11069  (CD)
Willowtrip Records
Es gab mal eine Zeit, da erhielt ich praktisch jeden Monat irgendwelche Black Metal Scheiben aus Frankreich. Noch immer mit dem Trauma des Französischunterrichts aus der Oberstufe in den Knochen, wurde es schlussendlich zur Tortour auch nur noch eine weitere Veröffentlichung aus unserem Nachbarland zu begutachten. Lange war nun Ruhe bis sich jetzt Aodon mit ihrem neusten Post- Black Metal Werk sich auf meinen Schreibtisch schlich. Mit einer gewissen Voreingenommenheit habe ich mich eher widerwillig dem Werk zugewendet, wurde dabei aber schon mal durch den Opener „Les Rayons“ positiv überrascht. Blast, Tempowechsel und Melodie geben sich die Hand, dazu etwas Rohkost und ein durchaus gutes Händchen für Songwriting lassen mich aufhorchen. Folgende „L’oeuvre“ und „L’écho“ können dann jedoch nicht mehr so ganz mit „Les Rayons“ mithalten, jedoch ist Aodon stets bemüht durch die variablen Tempi in den Songs dem Zuhörer Abwechslung zu bieten. Die Melodien welche Aodon dabei ausschüttet gehen ins Ohr, können sich aber nicht derart festbeissen, wie es beispielsweise bei Uada der Falls ist und was die Sogwirkung anbelangt, nun auch hier stehen die Franzosen gegenüber einer Band wie Forteresse hinten an. Ich möchte aber „11069“ nicht schlechter reden als es ist, das Album kann durchaus gute und spannende Momente vorweisen und ist einiges besser als was ich mir sonst aus Frankreich anhören musste. Wer also gerne etwas Abwechslung und Melodien im Black Metal mag, jedoch keine Lust auf hochpolierte und mit Bombast zugekleisterte Werke hat, der darf gerne mal „11069“ von Aodon eine Chance geben.
R.K.
  
Punkte:
7.0 von 10
PLEONEXIA - Virtute E Canoscenza  (CD)
Pure Underground Records
Italien überrascht immer mal wieder mit ihrem musikalischen können, die Nation ist normalerweise für Anderes bekannt. Der italienische Titel trügt EIN wenig, die Texte sind nämlich auf Englisch. Melodic/Heavy Metal passt, die Vocals empfinde ich zunächst als ein Wenig gewöhnungsbedürftig, doch das legt sich und ich muss sagen, dass der zweite Longplayer überzeugt. Interessante Elemente die nicht ganz fremd, aber auch nicht zu vertraut klingen, unterstreichen die netten Riffs und auch wenn die knapp 60 Minuten gute Laune es wert sind, glaube ich, dass mehr möglich ist. Eine weitere Band, die mit ihrer nicht ganz alltäglichen Interpretation des Genres durchaus mehr schaffen könnte. Guter Start in die richtige Richtung würde ich sagen. Hier und da zieht sich das Album ein Wenig, da muss noch dran gearbeitet werden. Melodien und Riffs scheinen etwas einfach, doch bekanntlich ist das meist Geniale auch einfach. Nun, so weit mag ich nicht hineinphilosophieren, klingen tut's jedenfalls. Ob man als grosser Fan des Genres damit warm wird ist, aber schwer einzuschätzen, daher Hörprobe machen. Persönlich würde ich mir die Band wieder geben, wenn auch nicht unbedingt zu oft, dafür ist mir der Sound noch zu wenig ausgearbeitet. Oh, Fans von Keyboards kommen auf ihre Kosten!
Mona
  
Punkte:
7.0 von 10
NEWMAN – Ignition  (CD)
AOR Heaven
Der Multiinstrumentalist Steve Newman steht mit Ignition bereits zum zwölften Mal mit einem neuen Longplayer auf der Matte. Nebst seinem Job als Songwriter für andere Künstler widmet sich der Mann seit 1998 seinem eigenen Projekt. Dabei resultiert immer wieder ansprechender Melodic Rock. Wie üblich stammt auch dieses Mal das Songmaterial, die Vocals, die Gitrarren und die Keyboards von Mr. Newan himself. Die musikalische Qualität ist dabei konstant gewährleistet. Steve investiert hörbar viel Herzblut. Die Songs bleiben aber im Mittelfeld hängen. Die Melodien sind auf breiter Linie unspektakulär. Relevante Hooks bleiben aussen vor. Eigentliche Ausfälle sind zwar nicht zu beklagen, aber genauso wenig irgendetwas, das wirklich hängen bleibt. Wie so viele Konkurrenzalben schlicht Mittelmass, das aber keinem weh tut.
Chris C.  
Punkte:
7.0 von 10
ELIXIR – Voyage Of The Eagle  (LP)
Dissonance Productions
Das sechste Album der «New Wave Of British Heavy Metal»-Helden... Nun ja, die Wenigsten mögen sich wohl an die Jungs erinnern. Nehmen wir nun «Voyage Of The Eagle», so bietet uns der Fünfer kernigen Heavy Rock mit Hitcharakter und tollen Chören. «Drink To The Devil» ist ein guter Opener, der aufhorchen lässt, mit dem Bewusstsein, dass die Jungs mit diesem Album weder Judas Priest, noch Iron Maiden oder Saxon beerben werden. Ja, es klingt gut. Punkt, aber nicht überragend und man ist weit davon entfernt, ein «The Number Of The Beast», «Wheels Of Steel» oder «British Steel» geschrieben zu haben. Aber, um sich mal was Gutes zu tun, liegt man mit Elixir sicher nicht falsch. Die Songs klingen frisch und mit dem schleppenden «The Siren’s Song» und den schrägen Chorgesängen nimmt man den Hörer auf eine geschichtliche Reise mit. Abwechslung wird grossgeschrieben, und wenn das schleppende «Sail On» vom schnellen «Onward Through The Storm» abgelöst wird, merkt man den Herren an, dass sie sich selber keine Grenzen setzen wollen. Es sind zehn Jahre vergangen seit dem letzten Werk, und vielleicht versucht ihr einfach einer Truppe die Aufmerksamkeit zu geben, die sie verdient. Reinhören, könnte den Traditionalisten sehr gefallen.
Tinu
  
Punkte:
7.0 von 10
PORN - No Monsters In God's Eyes (Act III)
Rubicon
Das Ende der musikalisch anturnenden Trilogie; die französischen Industrialrocker sind mit dem letzten Akt zurück. Die alte Gothicbewegung und moderne Elemente verschmelzen wie gewohnt in eine düster-ansprechende Welt, die den hörer gekonnt zu umgarnen und entführen weiss. Im Vergleich zu den beiden früheren Alben der Trilogie und auch dem Remix-Album wirkt der letzte Part aber verhältnismässig leicht. Das empfinde ich beinahe als störend. Gut, dass das Gesamtbild trotz Allem noch atmosphärisch geblieben ist. Dieses Album muss man sich mehrmas anhören, um damit warm zu werden, dann aber ist man etwa auf dem selben Level wie mit den anderen Alben. Trotz der Anfangsschwierigkeiten hört sich das Album solide und im gleichen Setting produziert an. Auf dauer aber dünkt es etwas weniger packend. Muss an der ungewohnten Leichtigkeit liegen. Angenehm wie immer, aber eher wie ein Sommerferiensound verglichen zum Vorherigen - zumindest bei ein paar Passagen. Eine neue Sanftigkeit verschmilzt mit dem Gewohnten und ist auf jeden Fall interessant. Wie immer bei dieser Sorte Musik muss es einem gefallen. Daher nur Fans des Gothic zu empfehlen, dem Rest rate ich, eine Hörprobe zu machen.
Mona
  
Punkte:
7.0 von 10
INTENSE – Songs Of A Broken Future  (CD)
Pure Steel Records/Musikvertrieb
Mit diesen Briten tu ich mich schwer, obwohl die leicht progressiven Power-Metal-Lieder eigentlich genau mein Ding wären. Das Problem: Auch nach mehrfachem Hören bleibt mir nichts hängen. Und das, obwohl Intense durchaus Melodien verwenden, die bei genauer Betrachtung sehr eingängig sein sollten. Die musikalische Klasse ist jederzeit spürbar. Das nützt aber nichts, wenn da keine Nachhaltigkeit vorhanden ist. Verwirrend ist zudem, dass man oft einen Keyboard-Teppich mithört, obwohl die Band offiziell über keinen Tastenmann verfügt. Dieses Grundgedönse nimmt den Lieder aber einen grossen Teil ihrer Kraft und ihrer Intensität. Vielleicht sind unter dem Strich aber auch schlicht die Lieder zu schwach, auch wenn immer wieder erhabene Momente durchschimmern. "Songs Of A Broken Future" ist für mich deshalb eine komisches Album. Vielleicht liegt dieser Umstand aber auch an der musikalischen Nähe zu Iced Earth, die mich (ebenfalls aus unerfindlichen Gründen) auf den meisten Alben kalt lässt. Das vierte Album dieser Briten ist objektiv gesehen alles andere als schlecht, subjektiv gibt es aber noch gewaltig Luft nach oben. Wie gesagt, eine komische Sache.
Roger W.
  
Punkte:
7.0 von 10
SYMBOLIK – Emergence  (CD)
The Artisan Era
Laut Presseinfo ist die Band Symbolik in Kalifornien ansässig und obwohl die Gründung schon über 10 Jahre zurück liegt, haben die Amis kaum ein Lebenszeichen vom Stapel gelassen. Nun soll sich dies ändern und mit „Emergence“ stehen 40 Minuten virtuoser Melodic Death Metal in den Startlöchern. Inspiriert scheint die Band grundsätzlich von der Klassischen Musik zu sein, denn was die Saitenfraktion hier vom Stapel lässt erinnert des öfteren an dieses Genre. Gewissen Parallelen zu Bands wie Fleshgod Apocalypse sind nicht von der Hand zu weisen, wenngleich Symbolik hier nahezu auf Bombast verzichtet und die Tastenfraktion angenehm im Hintergrund arbeitet. Blastgewitter trifft auf melodische „Frickel-Leads“, so könnte man die 40 Minuten auf „Emergence“ umschreiben. Einerseits durchaus eindrucksvoll was hier technisch abgeliefert wird. Die Melodien sind gelungen, das Schlagzeug peitscht nahezu jeden Song gnadenlos nach vorne und es gibt kaum eine Verschnaufpause in diesem 40 minütigen Gewittersturm. Andererseits liegt auch hier genau der Hund begraben, denn so ausgeklügelt und so wahnsinnig die Leads sind, so temporeich das Schlagzeug knüppelt, es wird immer selbiges Schema für jeden Song verwendet. Dies führt zu gewissen Ermüdungserscheinungen und irgendwann fragt man sich selber, ist das nun ein anderer Song oder habe ich mir zehn Mal das selbe Stück angehört. Von daher ist es nicht mal nötig, hier einen spezifischen Song als Tipp zu erwähnen, denn egal welchen dieser 10 Ergüsse ihr euch anhört, der Rest tönt nicht sonderlich anderes. Natürlich diese Aussage trifft nicht bloss auf diese Band zu, da gibt es tausende Andere, welche an der selben „Krankheit“ leiden. Der Effekt ist aber auch hier so, hört man sich die Scheibe an, dann ist man durchaus begeistert, nur die Begeisterung ist nicht sonderlich nachhaltig. Sieht man von diesem Aspekt ab, liefert Symbolik mit „Emergence“ ein eindrucksvolles Werk ab.
R.K. 
Punkte:
7.0 von 10
SLOWBURN – Rock'n'Roll Rats  (LP)
Fighter Records
Bei einem solchen Albumtitel muss ich zwangsweise an Nitrogods denken. Der Unterschied zu den Deutschen ist, dass Slowburn eine Spur metallischer ins Rennen gehen und dabei auch Affinitäten zu Enforcer ans Tageslicht kommen. JC Warrior schreit sich schön durch die Tracks, überzeugt aber auch in den mittleren Regionen mit seiner Stimme. Es ist diese Mischung aus Sleaze Metal (Dangerous Toys) und neuem, traditionellen Metal (Enforcer, Skull Fist, Night Demon), welche diese Truppe von anderen Bands abhebt. Klar ist noch nicht alles Gold was gespielt wird, und die Spanier haben sicher noch Luft nach oben. Aber interessant ist es, was das Quintett darbietet. Was Slowburn aber gut zu Gesichte stehen würde, wenn man das Tempo stärker variieren würde. So wie schwedischen Bullet, die vor nichts Halt machen. Einfach auch mal die Doublebass losschicken und vorbahnen. Anspieltipp: «Vigilantes». Traditionalisten sollten hier mal reinhören.
Tinu 
Punkte:
7.0 von 10
THE SONIC DAWN - Enter The Mirage
Heavy Psych Sounds Records
Die drei schwedischen Blumenkinder machen auf “Enter The Mirage” konsequent da weiter, wo sie auf dem letztjährigen Output „Eclipse“ aufgehört haben, und zwar noch psychedelischer, noch entspannter und noch sanftmütiger. In einem Statement erklärte jüngst Sänger / Gitarrist Emil Bureau “Zuerst habe ich meinen Vater verloren, dann meinen Job und schlussendlich auch den Willen, der Diener für etwas zu sein, das nicht Frieden, Liebe und Freiheit ist“. Na dann herzliches Beileid, damit erklärt sich dann wohl auch die kompromisslose Peace and Love – Stimmung, welche dieser Langdreher von der ersten bis zur letzten Sekunde verbreitet. The Sonic Dawn sind mehr denn je auf jene musikalischen Vorreiter geeicht, welche sich anno dazumal bestenfalls einen halben Härtegrad über Szeneikonen wie Herman’s Hermits, Donovan oder The Byrds befanden. Muss längst nicht jedem gefallen, ist auch nicht unbedingt mein Ding, aber punkto authentischer Umsetzung szenetypischer Stil- und Soundelemente und glaubwürdiger Wiederbelebung einer längst vergangenen musikalischen Epoche ist „Enter The Mirage“ ein absolutes Meisterstück. Wem Truppen wie Kadavar, Orchid und sogar Greta Van Fleet einfach viel zu hart sind, greift hier bedenkenlos blind zu.
Mirko B. 
Punkte:
6.9 von 10
HYBORIAN – Volume II  (LP)
Season Of Mist/Irascible
Das US-Powertrio Hyborian setzt mit „Volume II“ zum zweiten Rundumschlag unter der „Season Of Mist“-Flagge an und führt die Geschichte des „Travellers“ in ihren Fantasy-Metal-Tracks fort. Kurze Einführung für alle, die bisher mit klassischer Fantasy im Heavy Metal nichts am Hut hatten: Das „Hyborische Zeitalter“ ist eine fiktive, etwa 12‘000-jährige Erdzeit. Conan der Barbar ist in ihr zu Hause und auch Hyborian nehmen diese Welt als Sprungbrett für ihren Fantasy- und Sci-Fi-Kosmos. Schon bei „Volume I“ (2018) geisterte eine Figur namens „The Traveller“ umher. Auf „Volume II“ erlebt dieser Typ nun das Ende des Universums, und entsprechend monumental gehen Hyborian ans Werk. Ihr Muskelspiel wird oft mit High On Fire, Mastodon und Baroness verglichen wird, was durchaus Sinn ergibt: Hier galoppieren drei Schwertschwinger direkt in den schweren Lehmboden des Heavy Metal hinein. Hyborian schauen weder links noch rechts, denn sie wollen nur eins - sägen. Anfangs macht das bei „Driven By Hunger“ und „Stormbound“ noch Spass. Mit dem Fortschreiten der Spielzeit zeigt die Platte jedoch erste Schwächen. Die uninspirierte Blende von „Planet Destructor“, das mit öden Riffs angedickte „Sanctuary“ oder die völlig überfordert klingenden Vocals von Frontmann Martin Bush in „Expanse“. Nur um einige zu nennen! Nun denn, „Dicke-Eier-Sound“ à la Manowar in Ehren, aber bei der Truppe ist echt noch Raum für Originalität. Fun-Fact: Wem dies aber schon gefällt und wer noch tiefer in die Geschichte des Travellers einsteigen möchte: Sänger Bush hat mit „The Traveller – A Hyborian Tale“ ein 224-seitiges Begleitbuch zu Papier gebracht.
Oliver H. 
Punkte:
6.9 von 10
THERAPY? – Greatest Hits (2020 Versions - LP)
Marshall Records
Mir war bis zum Eintrudeln des Promomaterials gar nicht klar, dass es das nordirische Trio Therapy? noch gibt. Der Dreier kam bei mir damals mit „Nowhere“ aufs Radar, verschwand aber so schnell wieder im Nichts, wie er gekommen war. Scheinbar haben die Alternative-Rocker aber die letzten zwei Dekaden irgendwie überstanden, und als Dankeschön ihren 12 grössten Klassikern (bis 1998) ein neues Soundgewand verpasst. Als erstes habe ich mir ihren Durchbruchs-Hit „Nowhere“ als Direktvergleich zur Brust genommen. „Nowhere“ stand damals zusammen mit Green Day’s „Basket Case“ in direkter Konkurrenz, allerdings hatte die Band im Laufe ihrer Karriere Pech mit Besetzungswechseln und Plattenfirmen, sodass sie bald weit abgeschlagen waren. In Sachen Energie und Stimme kann meines Erachtens die 2020-Version mit dem „Original“ nicht mithalten. So musste ich später feststellen, trifft das auch für die alten Gassenhauer „Teethgrinder“, „Screamager“ oder „Opal Mantra“ zu. Über die gesamte Scheibe hinweg lässt sich feststellen, dass mit einem „Greatest Hits“-Album bei den Fans viele nostalgische Gefühle erzeugt werden. Für all diejenigen, die die grossen Anfänge der Punk/Alternative-Welle der 90er in Europa erleben möchten, dürfen hier blind zugreifen. Besonders die erste Hälfte der „2020 Versions“ machen eine recht gute Figur und geben einen Hauch des Spirits, aus den Anfängen der Band wieder. Der Rest ist für meinen Geschmack eher gewöhnungsbedürftig. Am besten bildet sich aber jeder sein eigenes Urteil, denn Geschmäcker sind ja bekanntlich verschieden.
Oliver H. 
Punkte:
keine Wertung
BLUTBAD – Alcohodyssey  (CD)
Argonauta Records
Diese Italiener haben offensichtlich zwei herausragende Leidenschaften: Alkohol und Science Fiction. Das war aufgrund des Albumtitels auch nicht wirklich schwierig zu erraten, und trotzdem hat mich die Band irgendwie überrascht, denn sie hat drei Gesichter. Da wäre erstens mal das spassige, welches sich im Opener „Lost In Space“ und im Rauswerfer „Arcade Mood“ schonungslos offenbart. Zwei Nummern im billigsten Achtzigerjahre Elektropop – Stil, so schlecht und schäbig in den Effekten mit extra viel Fiep und Piep, dass sie schon wieder gut sind, Kraftwerk für Arme in Reinkultur sozusagen. Aber dass das genau die Absicht der Truppe war, versteht sich von selbst, ausserdem zieht sich diese humorige Facette wie ein roter Faden durch die ganze Platte. Oder will jemand allen Ernstes behaupten, ein Songtitel wie beispielsweise „Alcohodyssey Part.1 – The Space Adventures Of The Hopshunters“ deute auf einen sozialkritischen Inhalt hin? Dann haben wir die eher verschrobene Seite von Blutbad (den etwas deplatzierten Namen haben sie übrigens aus irgendeiner Netflix – Serie übernommen), welche sich in Songs wie „Space Tramps“, „I Want To Believe“ oder „Flash Goldon“ zeigt, in denen die Band versucht, eher spacerockig und latent mysteriös zu klingen, was ihr ehrlich gesagt nicht wirklich gelingt. Schliesslich treffen wir auf „Alcohodyssey“ noch auf jenes Gesicht, das mir bei diesem Quartett als das ehrlichste und glaubwürdigste erscheint. Die Band kommt ursprünglich aus dem Hardcore, und genau hier sind die besten Songs der Scheibe angesiedelt. Mit ordentlich Gas, Gangshouts und rotzigem Punk knallen Songs wie „Die Alone“, „Sunday Of Living Dead“, „Steam Road“ oder „Alcohodyssey Part.2 – The Great Escape From Bikini Planet“ aus den Boxen, dass es eine wahre Freude ist. Diese und wirklich nur diese Tracks machen richtig Spass und ordentlich Laune. Wieso nicht ausschliesslich so, meine Herren? Ihr könntet es ja, es liegt in euren Händen.
Mirko B.
 
Punkte:
6.7 von 10
DYNAZTY – The Dark Delight  (Digipak)
AFM Records/Musikvertrieb
Eine Truppe, die ansonsten Joe Lynn Turner begleitet und somit aus Klasse-Musiker besteht, sollte bei mir offene Türen einrennen. Denn wenn man Abend für Abend die grossen Hits des Hard Rock (Deep Purple, Rainbow, Twisted Sister) zockt, dann sollte das Rezept von guten Rocksongs ins Blut übergehen. Wie aber schon bei den Vorgängeralben finde ich auch beim siebten Werk den Zugang nicht. Da helfen auch keine Malmsteen-liken Gitarrensoli wie beim Opener «Presence Of Mind» nichts, denn die auf moderne Härte getrimmten Tracks verfehlen bei mir völlig die Wirkung. Selbst wenn der Fünfer bei «Paradise Of The Architect» mit einem coolen Strophen-Part zu gefallen weiss, oder das leicht schottische «The Man And The Elements» (der einzig wirklich tolle Track) das Bein zum wippen bringt, sobald der Refrain einsetzt, fühle ich mich eher bei einer Symphonic-Band wieder statt einer Metal-Truppe. Das scheint auch das Problem zu sein, dass Dynazty nicht wissen, in welchem Gewässer sie nun die Enten füttern wollen. Oder liegt es daran, dass ich für einen solchen Sound zu alt werde? Handwerklich wird alles sehr gut vorgetragen. Aber am Ende des Albums erinnere ich mich an kein Stück. Ja, es kann ganz gut sein, dass ich mich den Schweden gegenüber unfair verhalte. Aber wenn jede noch so interessante Struktur («Heartless Madness») sich im Keim selber aufhängt und erstickt, bleibt am Ende des Tages nicht viel übrig. Wer auf modernen Hard Rock mit starken symphonischen Momenten steht, wird sicher an diesem Album Gefallen finden. Ich für meinen Teil höre mir lieber eine alte Rainbow-Scheibe an und erfreue mich an den grundsätzlich einfachen Songstrukturen und den packenden Melodien.
Tinu
 
Punkte:
6.7 von 10
OBSIDIAN BLACK – Change The World (EP)
Eigenvertrieb
A
us der Ostschweiz kommen die Jungs von Obsidian Black. Ihre Einflüsse nennen sich Saxon, Iron Maiden und Judas Priest. Authentischer Hard Rock, klassischer Prägung, aber neuzeitlich vertont, soll das Ganze tönen. Aha. Dann wollen wir doch mal hören, was das Quintett zu bieten hat. Klingt ja schon mal verheissungsvoll. Höre ich mir den ersten Song an, erinnert mich «Psychonomic System» eher an eine Light-Version von Lilian Axe. Klingt recht gut. Das bedeutend flottere «Change The World» hat gute Ansätze, aber in meinen Ohren liegt das «Problem» bei Sänger Marc Premonti, der in der Bio als bemerkenswerte Stimme angepriesen wird. Die Erwartungen, welche mit dem Riff bei «Dragons Return» gesetzt werden, fallen in sich zusammen, als der Gesang einsetzt. Ich weiss, man sollte speziell einheimischen Truppen positiv gegenüber eingestellt sein. Aber wenn ich eine Band höre, wie Harem Scarem, oder Fifth Angel, dann werden bei diesen Bands einfach qualitativ bessere Songs geboten. Ob man sich einen Gefallen macht, den eigenen Sound von Obsidian Black mit den ganz Grossen des «New Wave Of Heavy Metal» zu «vergleichen», darf durchaus diskutiert werden. Auch der in der Bio zitierte Ohrwurmcharakter suche ich vergebens... Aber kommen wir zum Fazit. Ich habe schon viele schlechtere Truppen gehört. Als Einstieg ist «Change The World» sicher eine gute EP geworden. Aber die Konkurrenz ist in der heutigen Zeit massiv gross. Haltet durch, Jungs, und überrascht mich mit einer weiteren Scheibe, denn Ansätze, um etwas äusserst Spannendes zu kreieren, sind durchaus vorhanden.
Tinu  
Punkte:
keine Wertung
LETHAL STEEL - Running From The Dawn (LP/Red Vinyl)
High Roller Records/Musikvertrieb
Oldschool Heavy Metal erfreut sich in der letzten Zeit einem spürbaren, wenn auch kleinen Revival, das zunehmend vor allem die Vinyl-Freunde jubeln lässt. Lethal Steel klingen genau so, wie tausende Bands anfangs der 80er klangen, die sich an Wochenenden die Trommelfelle in modrigen Kellern zerschossen und von einer Karriere träumten. Die junge Band stammt aus Schweden, brachte 2012 das erste Demo mit einer Auflage von 50 Stk. heraus. Der Weg hin zur aktuellen ersten EP war verhältnismässig lange, was zahlreichen Besetzungswechseln geschuldet ist. Nun hat sich offenbar ein stabiles Line-up zusammen gefunden, das Songs performt, die ganz auf die Vocals von Frontmann Viktor Gustafsson zugeschnitten sind. Mit «Ge Allt» wurde zudem ein Song bewusst mit schwedischen Lyrics aufgenommen, die nach eigener Einschätzung auf Englisch nicht die gleichen Vibes hätten. Vier Songs sind nicht gerade viel Holz, und darum lässt die Varianz etwas zu wünschen übrig. Technisch sind Jungs beschlagen, keine Frage und die Resonanz unter den Fans ist defintiv vorhanden. Wenn man sich zum Beispiel das Original oder den Re-Release von The Brats als Vorgängerband von Mercyful Fate anhört oder sich aktuell andere Combos wie Ambush, AirRaid oder in diesem Monat auch Cloven Hoof genehmigt, weiss um den Reiz, den diese Stilecke nach wie vor ausmacht. Mir sind die Jungs von Lethal Steel mit «Running From The Dawn» allerdings zu oldschoolig und die Produktion einfach zu flach für meinen Geschmack.
Rockslave 
Punkte: 6.6 von 10
PALACE – Reject The System  (CD)
Massacre RecordsMusikvertrieb
Es ist das achte Album der deutschen Truppe. Die letzten drei Scheiben wurden von mir besprochen und konnten mich dabei nur teilweise begeistern. Zumindest weiss aber der Opener «Force Of Steel» von «Reject The System» zu gefallen. Die etwas härtere Ausrichtung steht den Jungs um Sänger Harald Piller gut zu Gesicht. Auch mit dem folgenden «Soulseeker» treffen die Musiker eher meinen Geschmack, als mit den Vorgängerscheiben. Mit «Final Call Of Destruction» kommt aber das alte Leid zum Tragen, da man mit einem eher belanglosen Track das Album füllt. Ab diesem Song merkt man auch die limitierte Stimme von Harald, die sicherlich passend zum Metal-Sound teutonischer Prägung ist, aber die Tracks dabei nicht aus einem gewissen Mittelmass herausreissen können, wie das sonst Udo Dirkschneider (U.D.O.) oder Chris Boltendahl (Grave Digger) locker fertigbringen. Wer auf Truppe wie Paragon oder Stormwarrior steht, kann hier bedenkenlos zugreifen.
Tinu 
Punkte: 6.5 von 10
HASSWUT - Atomkrieg  (CD)
Art Gates Records
Mehr Elektro- und Dance als Metal, aber mit ein paar harten Riffs vermischt passt das schon. Es wirkt aber wie jedes andere Musikprojekt welches als Instrumental super, die Vocals machen so ziemlich Vieles kaputt - zumindest am Anfang. Mit jeden weiteren Song sind die Vocals erträglicher. Ob ich mich jetzt bloss daran gewöhnt habe oder ob es besser geworden ist mit jedem Song, kann ich aber nicht beruteilen. Die knapp 40 Minuten ziehen sich ein Wenig in die Länge. Gut, dass das Instrumentale in jedem einzelnen Song überzeugt, so ist es am Ende recht erträglich gewesen und selbst mit dem Vocals kann man sich zu guter Letzt ein Wenig anfreunden. Nicht jedermanns Sache, das steht fest. Klare Empfehlung für Gruftis, ansonsten eher nicht so. Die Elemente sind sehr genretypisch, etwas Elektro, etwas Dance, harte Riffs und ein NDH-Vibe ist gelungen. Alles in Allem OK und ganz easy, jedoch nicht besonders umhauend.
Mona 
Punkte: 6.5 von 10
MYTH OF I - Myth Of I  (CD)
The Artisan Era
Wie es aussieht, haben die 4 Musiker in Berklee Musik studiert. Die Jungs aus Boston legen hier ein Instrumentales Prog Metal-Album vor, das technisch auf sehr hohem Niveau stattfindet. "The Illustrator" rumpelt ganz schön aus dem Boxen. Ab und zu machen die Herren eine kurze Verschnaufpause, dargeboten durch ruhige Passagen. Dann geht’s weiter mit fetten, tief gestimmten Gitarren, ergänzt durch hochgeschwindigkeits-Soli, Doublebass-Drums und krassen Tempowechsel. Also eben eine Prog Metal-Lehrstunde, was die Instrumente angeht. Man geniesst dann die etwas ruhigeren Parts wie im Mittelteil von "Obsidian Vale". Oft hört man auch Strukturen, die man von Dream Theater kennt bei deren Instrumental-Parts. Aber ja, ich weiss, das musste ja kommen, fehlt halt auch hier mal wieder der Gesang. Ich denke, den "normalen" Prog Metal-Fan wird dieses Album nach einer Weile langweilen. Ist halt so, dass bei solchen Alben nichts hängenbleibt. Grandios gespielt, echt, auch solche Nummern wie "Kodama" mit ordentlich Jazz-Einflüssen, absolut Oberklasse. Aber ein ganzes Album voll, das ist echt zu viel des Guten. Es zeigt halt mal wieder, dass es nicht ausreicht, ein Instrument zu studieren und zu beherrschen.
Crazy Beat 
Punkte: 6.5 von 10
INFERNAL ANGELS – Devourer Of God From The Void  (CD)
My Kingdom Music
Die italienischen Black Metaller feiern ihren 18. Geburtstag mit einem neuen Album: «Devourer Of God From The Void». Es wird gehämmert, Krächzgesang dröhnt aus den Lautsprechern und Gitarren schreissen, was sie nur können. Nur, Black Metal hin oder her, mit der Aufnahmequalität kann ich mich nicht anfreunden. Mittlerweilen gibt es echt genug gute Möglichkeiten, damit es nicht mehr klingt, als ob das Album in einem Schuhkarton mit einem alten Laptop aufgenommen wurde. Vor allem, wenn ja ein gewisses Können da ist. Die Musik verändert sich manchmal zu etwas melodiöserem, dann wird es wieder brutaler. Auf elf Songs zieht sich diese Mische, jedoch kann ich mich einfach nicht dazu bewegen, diese Soundqualität zu überhören und zu ignorieren. Für mich persönlich ist es einfach ein absolut störender Makel, welcher absolut nicht sein müsste. Selber reinhören und ein Bild machen, wer eher auf diese Musik steht, aber ganz im Ernst, bei Burzum ist es ja noch einigermassen cool zu klingen, weil es einfach einen Teil der Black Metal Geschichte ist, aber dieses ewige Nachmachen ist doch mittlerweile einfach lahm geworden.
Zoé 
Punkte: 6.5 von 10
THE HEADLINES - Warpaint  (Digipak)
Metalville
Die Schweden um die Sängerin Kerry Bomb veröffentlichen mit "Warpaint" ein Album, das sich irgendwie nirgends so recht einschubladisieren lässt. Am ehesten noch Punk Rock der seichteren Schule, irgendwie im Blondie-Style, dazu etwas Blink 182 oder Green Day (die neueren Scheiben, nicht die alten, die waren voll in Ordnung), und fertig ist die 'Revolution'. Anführungs- und Schlusszeichen deshalb, weil ich der Band diese Attitüde nicht wirklich abkaufen kann (haha, Punk und abkaufen - den Wortwitz merk ich mir). Anyway, ordentlich ist es ja schon, was man hier auf "Warpaint" spielt, und es ist auch voll in Ordnung - halt einfach sehr seicht, irgendwie ohne Tiefgang, so rauschen die Songs an einem vorbei. Reicht vollkommen aus als Hintergrundbeschallung beim nächsten Barbeque. Dümpelt.
Toby S. 
Punkte: 6.5 von 10
BRANT BJORK - Brant Bjork  (LP)
Heavy Psych Sounds Records
Nach dem letztjährigen Beinahe – Rohrkrepierer “Jacoozzi” ist die kalifornische Desert Rock – Ikone scheinbar zur Einsicht gekommen, dass sich fertig ausgearbeitete Songs halt immer noch besser verkaufen als eine Ansammlung halbgarer instrumentaler Improvisationen. Allerdings wird auch das 13. Studioalbum des bärtigen Althippies bestenfalls seine eingefleischten Fans begeistern, denn abgesehen von ein paar etwas griffigeren Songs („Jungle In The Sound“, „Mary (You’re Such A Lady)“, „Cleaning Out The Ashtray“) herrscht auf „Brant Bjork“ eher so etwas wie entspannte Langeweile, wobei selbst die genannten Ausnahmen vor älteren Bjork – Kompositionen allesamt verblassen. Der Grund hierfür liegt im extrem basischen Songwriting. Die meisten Songs bestehen mehr oder weniger aus einem einzigen Riff, das in Endlosschleife runtergespult wird, wozu dann der Meister mit meist samtig weicher Stimme seine Weisheiten vom Stapel lässt. Da hat der Gute im Verlauf seiner musikalischen Vita wirklich schon Spannenderes und Nahrhafteres geliefert. Setzt bei ihm so etwas wie Altersmilde ein, oder macht er einfach nur noch das, worauf er gerade Bock hat? Wobei, hat er jemals etwas anderes gemacht? Wie auch immer, Brant Bjork – Neulingen kann ich guten Gewissens die unter dem „BRANT BJORK AND THE LOW DESERT PUNK BAND – Banner erschienenen „Black Power Flower“ und „Tao Of The Devil“ empfehlen, gleiches gilt für die Re-Releases seiner Sologänge „Tres Dias“ und „Local Angel“. „Brant Bjork“ hingegen ist eher etwas für absolut hartgesottene, schmerzfreie Bjork – Nerds.
Mirko B. 
Punkte: 6.3 von 10
DICTATOR SHIP - Your Favorites  (CD)
The Sign Records
Joa doch, ganz nett, was da aus den Boxen kommt. Quasi Rock'n'Roll mit 60er-Anleihen und einem Sänger, der seine Sache auch ganz ordentlich macht. Nicht spektakulär oder richtig mitreissend, aber als Hintergrundbeschallung kann diese Scheibe von Dictator Ship allemal taugen. Mehr muss ich dazu nicht wirklich schreiben, völlig ok. Mittelmass.
Toby S. 
Punkte: 6.0 von 10
LUNAR - Eidolon  (CD)
Divebomb Records
Die im 2013 gegründeten Proggies aus Sacramento, Kalifornien, legen und hier ihr zweites Werk "Eidolon" vor, Zwei Jahre nach ihrem Debüt-Album "Theogony". Recht komplex, was die Amis hier loslassen. Hört man sich das 10 Minuten lange "The Cycle Starts Again" an, ist es sehr schwer, eine Struktur zu finden. Ein verwirrender Anfang mündet in einen Bass-Part und dann in eine treibende Prog-Nummer ein. Irgendwie passt da der Gesang nicht zum Rest des Songs. Danach geht’s in einen längeren Instrumentalpart über, der irgendwann von Growls weitergeführt wird und abrupt in einen ruhigen Akustik-Gitarrenpart wechselt. Puh, musikalisch sehr unüberschaubar, auch bei mehrmaligem Anhören. Das bessert sich zum Glück beim folgenden "Redeemer", auch hier wechseln sich Gesang mit Growl-Parts, aber das klingt nach einem Song mit Struktur. "Comfort" dann etwas ruhiger im Gesamten, ganz guter Song mit teilweise starker Gesangsmelodie. Ganz entspannt das folgende "Potion", das von der akustischen Gitarre und einer coolen Basslinie lebt. Nur die Gesangsmelodie passt irgendwie nicht zur Musik. Das Schlusslied, das mit vielen Dream Theater-Einflüssen kommt, ist eigentlich ein cooler Prog Metal-Song, aber auch hier habe ich Mühe mit dem Gesang, das passt einfach nicht zusammen, ausser vielleicht beim Refrain. Also liebe Proggies, hört euch da erst mal durch, bevor ihr das Teil kauft.
Crazy Beat  
Punkte: 5.9 von 10
GRINDPAD – Violence  (CD)
Iron Shield Records
Also, um das vielleicht nochmals klar zu stellen. Ich liebe den Thrash aus der Bay Area der ersten Stunde, aber auch Overkill oder Sacred Reich über alles. Forbidden gehören dabei ebenso zu meinen Helden, wie Evildead, die beide leider zu Unrecht in Vergessenheit gerieten. Ich mag auch den deutschen Thrash Metal von Sodom, Kreator, oder Destruction. ABER! Mit purem Geholze hatte ich immer meine Mühe. Da spreche ich nicht von Suicidal Tendencies! Sondern von solchen Truppen wie Grindpad, die mit Geschwindigkeit und röchelndem Schreigesang auf sich aufmerksam machen wollen. Mag ja toll klingen, aber was die Holländer hier abliefern, ist pure (und stupide) Aggressivität. Klar werden hier im Mosh-Pit die Knochen fliegen. Logisch treibt dieser Sound die Fans an und lässt die Halswirbel bangen. Aber mit Ausnahme von «The Knife Is Sharper Than Ever» und «Mature Love», bei dem die Geschwindigkeit runter geschraubt wird, bleibt bei mir kaum was hängen. Wer aber für die nächste Mosh-Party noch was Neues braucht, der sollte sich Grindpad anhören. Den anderen seien die wahren Helden, wie Exodus, Death Angel, Testament, oder die oben erwähnten Truppen empfohlen. Wenn‘s denn derber sein muss, auch Dark Angel.
Tinu  
Punkte: 5.5 von 10
LUCIFER STAR MACHINE - Devil's Breath  (LP)
The Sign Records
Hmm... Also schlecht ist es ja nicht, was die Deutschen hier fabrizieren. Quasi eine Form von Rock'n'Roll in Kombo mit Punk. Zumindest in der ersten Hälfte des Albums kommt gar nix Anderes auf den Teller, mal mit Ausschnitten aus Filmen zu Beginn unterlegt, mal direkt losbretternd. Dann aber werden vermehrt Blues-Einflüsse eingeführt, und bei diesen Stellen wird die Melange interessant. Ist leider nicht allzu häufig der Fall, und richtiges Blues/Western-Feeling kommt erst mit dem letzten, titelgebenden Track zum Zuge. Dieser Song ist auch der interessanteste des ganzen Albums, zeigt er Lucifer Star Machine von einer ganz anderen Seite wie sonst. Ich würde die sache jetzt eher als 'durchwachsen' und 'ohne richtigen roten Faden' beschreiben, wer auf die oben genannten Stichworte abfährt, kann sich dieses Scheibchen ja mal anhören. Ansonsten würde ich doch eher sagen: für Kenner der Materie. Speziell.
Toby S. 
Punkte: 5.0 von 10
GREAT ELECTRIC QUEST - Live At Freak Valley  (CD)
Ripple Music
Live-Aufnahmen ohne Bildmaterial? Macht in den seltensten Fällen wirklich Sinn. Dass es sich hierbei nicht um ein Versehen des Labels handelt, dass wir lediglich akustisch der Darbietung lauschen dürfen, spricht nicht unbedingt für die Band. Bei gewissen Truppen machen die Aufnahmen Sinn, wenn man sich wirklich gut in die Stimmung hineinversetzen kann - aber hierbei lautet mein Fazit: eher nicht. Minutenlanges Trommelsolo? Ebenso lange Gitarrenspielereien? Nun gut, wer's mag - aber die Coverversionen hätte man sich (wieder einmal) sparen können, "Victim Of Changes" und "Highway Star" stellen unverzeihliche Patzer dar, vor allem letztgenenannter Song. Anyway: Wer es experimenteller mag, sowohl in Sachen Rockmucke wie auch andersweitig, der kann sich Great Electric Quest ja mal geben. Nicht mein Bier.
Toby S. 
Punkte:
keine Wertung
MASS HYSTERIA - Best Of & Live At Hellfest
Out of Line Music
Mehr als drei Stunden Mass Hysteria. Muss das sein? Für Fans bestimmt, für mich etwas übertrieben, soviel vorneweg. Die französische Metalgrösse, die für ihre vielen Wandlungen in der dortigen Szene bekannt zu sein scheint, bringt mit dem neuen Label eine Monsterveröffentlichung raus, die nach meinem Gusto etwas gar zu gross ist. Während viele international erfolgreiche, französische Bands mindestens einen Anteil ihrer grossen Songs auf Englisch schrieb, findet man bei Mass Hysteria nur Songs in der eigenen Sprache auf dem Release. Nun, wem's gefällt. Etwas besser als normal gesprochen klingt die Sprache in Verbindung mit harter Musik jedenfalls und die Kombination macht sie beinahe angenehm. Auf Dauer aber ist es anstrengend, diese Sprache und Metal ist trotz Allem eine Kombination, die man mögen muss und auch eine Mischung, die nicht immer klappt. Rein musikalisch betrachtet macht die Band aus Paris nicht viel anders als andere Heavy Metal- und Industrial-Bands da draussen, ich erkenne kein Alleinstellungsmerkmal. Hört sich super an, ist aber nichts Besonderes. Die Sprache wird das Speziellste daran sein. Das "Best Of" ist ein Pendel, welches sich zwischen "geil" und "ermüdend" bewegt. Fazit: nur für wahre Fans, sonst mühsam. Wäre mindestens die Hälfte der Songs auf Englisch oder würde es sich um Instrumentals handeln, wäre mein Gesamteindruck besser. Die "Live At Hellfest"-Aufnahmen machen da schon mehr Stimmung, wird aber möglicherwiese auch am #stayathome und Konzertverbot liegen. Konzertentzug? Anwesend. Nun, alles in allem ganz OK, aber kein Muss für die Sammlung, ausser, man ist wirklich ein grosser Fan der Band oder sogar der Sprache. War nett, muss aber nicht sein.
Mona 
Punkte:
keine Wertung
DOUBLE EXPERIENCE - Alignments
Drakkar Entertainment
Irgendwie kamen mir beim Hören dieser Scheibe ständig Skillet in den Sinn. Während diese Truppe aber immerhin ein oder zwei Songs in Petto hatten, die pro Scheibe herausstachen, ist dies bei Double Experience nicht der Fall. Jeder Track dümpelt in ungefähr demselben Fahrwasser vor sich hin, tut niemandem weh und ist dermassen unspektakulär, dass jede Radiostation danach sabbern wird. Kurzum: Belangloser 'moderner' Soft Rock, austauschbar weil zigtausendmal irgendwo schon gehört. Braucht vermutlich niemand. Zeitverschwendung.
Toby S.  
Punkte: 3.0 von 10
BLIND CHANNEL - Violent Pop
Out of Line Music
Gefährliches Terrain, sehr sogar. Der core-ig angehauchte Sound kommt zunächst nichtmal zur Geltung, denn begrüsst werden wir duch Sprechgesang. Schlechter Start, sorry. Auch später wird es nicht viel besser. Ganz, als würde man versuchen, Metalcore für das Mainstreamradio tauglich zu machen. Ich präsentiere: Pop Core. Eher ein Fall für die EMO-Bewegung als für Metal. Hin und wieder hört man ein interessantes Element, eine gelungene Passage, aber ansonsten ist es in der Tat "Violent Pop". Ohne Namen zu nennen, mir fällt ein Zitat eines befreundeten Musikers ein: "Metalcore? Ich hatte nie Probleme mit meinen Eltern." Seine Meinung zum ganzen Genre basiert wohl auf solchen Produktionen, und ich kann ihm nicht verübeln, dass da eine solche Meinung zustande kam. Es ist ein merkwürdiger Sound, den muss man mögen. Ich kann mir höchstens vorstellen, dass Core-Kids und Emos einen Gefallen daran finden werden. Zu sehr auf Mainstream ausgerichtet, aber teils etwas düster, eine Art Evil Twin von Amaranthe (jaja, Bandvergleiche gehören sich nicht, 'tschuldigung, konnt's mir nicht verklemmen und ich weiss, dass die Hälfte der Metalgemeinde Amaranthe anbetet. I don't give a f*). Kurz umschrieben ist dieses Album eine massive Enttäuschung und Verschwendung von Musikern die Ihre Instrumente im Griff haben und was Anständiges mit anstellen könnten. Gut, dass diese "Musik" nur 37 meiner Zeit geraubt hat. Ein zweites Durchhören ist nicht nötig und bringt nichts. Wer auf Core steht, kann sich seine eigene Meinung bilden. Wenn ich Bock auf Pop habe, gibts genügend gute Künstler (ja, die gibt es!). Das ist Radiomist vom Feinsten. Braucht in der Metalwelt nichts zu suchen. Einzig schade um die teilweise gut gelungenen Instrumentalparts, die man anders verpackt verdammt gut hätte verwenden können. Scheint aber das "Konzept" dieser fragwürdigen Scheibe zu sein. Ich stimme klar mit NEIN. Um mich vom Gehörten zu erholen, muss ich mir jetzt ein deftiges Album raussuchen.
Mona  
Punkte: 3.0 von 10
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