New Music Reviews August 2020
Wertung:
  9.0 bis 10 Kaufempfehlung.         7.5 bis 8.9 Gut.
  4.0 bis 7.4 Vor Kauf reinhören.   0.0 bis 3.9 Nicht empfohlen.
PANZERFAUST – The Sun Of Perdition - Chapter II: Render Unto Eden
(Clear Vinyl LP)
Eisenwald
Diese vierköpfige Gruppe aus Kanada ist definitiv kein unbeschriebenes Blatt für mich, im Gegenteil, ich würde sogar behaupten, dass sie ganz klar zu meine guilty pleasures gehören. Gerade das 2019 erschienen «The Sun Of Perdition - Chapter I: War, Horrid war» oder die 2016er EP «The Lucifer Principle» sind einfach unglaubliche Bretter. Insgesamt hat die Band seit der Gründung 2005 eine Split, eine Single, drei EPs und fünf Studioalben auf dem Kerbholz. Bei so einer Diskographie und Bekanntheitsgrad gilt es natürlich auch, einen Ruf zu bewahren, und glaubt mir, ihr werdet nicht enttäuscht sein. Der erste Track «Promethean Fire» rollt mit einer immer lauter werdenden Synthi und einer starken Lead-Gitarre an, darauf folgen bald die übrigen Instrumente, bis wir ein Orchester, haben das sich immer weiter aufbaut. Die ersten Vocals kommen als beschwörerisches Raunen daher. Solche Einspieler kennt man gut von Bands wie Schammasch oder Firtan. Danach bricht der eigentliche Sound hervor, und man würde in diesem Moment live wahrscheinlich einfach weggeblasen werden. Die tiefen, wütenden Growls, mit echo und Chorbegleitung, geben dem ganzen die typische Tiefe, die man von Panzerfaust kennt. Der Song holt immer wieder Anlauf, um einen dann wie eine Welle weg zu spülen. Gegen Ende gibt es noch einen Stilwechsel mit Clean Vocals und um einiges sauberere Instrumentals. Dies mündet erneut in einer Welle vom Sound, bei der es niemandem möglich sein kann, still zu sitzen.

Eines meiner top 10 Alben, jetzt schon, und das war Track 1. Der nächste Hammer ist «The Faustian Pact», welcher schon im Vorfeld als Single veröffentlicht wurde. Hier erwartet uns kein grosses Intro, sondern direkt ein fetter Soundteppich, der weniger melodiös als der erste Titel einfach kompromisslos durchgeprügelt wird und dabei nicht weniger kräftig wirkt, sondern die Stimmung nur weiter aufheizt, sodass wir für «Areopagitica» bereit, sind welcher mit Schlagzeug beginnt und mit den anderen Instrumenten zusammen zwei sich gegenseitig antwortende Vocals bereitstellt. Durch das wechseln des Gesangs wechselt auch ständig die Stimmung des Songs. Gegen Ende sind noch ein paar krasse Riffs mit eingepackt, und auch das Schlagzeug tritt sehr deutlich hervor. Auch der nächste Track wurde bereits im Voraus als Single veröffentlicht. Am Anfang von «The Snare Of The Fowler» erzählt uns ein Sprecher durch ein altes Mikrofon von Korruption und Ungerechtigkeit, bevor sich erneut eine unverkennbare Melodie in unseren Gehörgang bohrt. Ab der Hälfte gewinnt der Track unglaublich an Geschwindigkeit, bis es nur noch Blastbeats hagelt. Danach ein Stopp, und wir haben ein kleines Intro, was sich von Instrument zu Instrument aufbaut und gleich wie zuvor in einer welle von Sound mündet. Den Abschluss des Albums markiert «Pascal’s Wager». Ganz ruhig spielt die Musik vor sich hin, ein weiterer Einspieler von einer Rede im Hintergrund, während alles anschwillt. Wir warten gespannt, bis der Sprecher mit einem «thank you very much» seine rede beendet. Danach die finale welle, Sound, der bei genug Hochdrehen jede Bluetooth-Box sprengt. Eine einprägsame Melodie mit allen Instrumenten am Anschlag schwillt bis zum Maximum an und fällt dann zum Schluss zusammen, bis nur noch eine Einzelne Gitarre spielt, die langsam ausfadet. Ich bin schweissnass und höre mir das Album jetzt noch so Lange an, bis ich es mir auf Platte bestellen kann. Nehmt euch Zeit, es zu hören und geniesst es, es lohnt sich.
Simu 
Punkte: 10 von 10
THUNDERMOTHER – Heat Wave  (Digipak)
AFM Records/Phonag
Die Schwedinnen verstehen ganz einfach ihr Handwerk. Speziell Filippa Nässil beweist immer wieder ein gutes Näschen für den passenden Groove, der irgendwo zwischen The Cult, AC/DC, alten D-A-D und Dirty Looks liegt. Schon der Opener «Loud & Alive» tritt gewaltig in die Eier und versprüht dermassen viel Charme, dass man die Mädels einfach lieben muss. Mit Sängerin Guernica Mancini und Schlagzeugerin Emlee Johansson ist Filippa schon seit dem letzten Werk «Thundermother» zusammen. Bassistin Majsan Lindberg hat die letzten Konzerte mit den Ladys gespielt und einen dermassen guten Eindruck hinterlassen, dass sie nun zum festen Line-up gehört. Mit viel Blues unter den Fingernägeln schlurft «Dog From Hell» um die Ecke, während das leicht an «We Will Rock You» erinnernde «Back in '76» mit viel Mitsingpotenzial überzeugt. Motörhead dürfen auch nicht fehlen und überholen mit «Into The Mud» frech auf der rechten Strassenseite. Mit viel Gefühl geht «Sleep» unter die Haut und ist ein würdiger Nachfolger zu «Fire In The Rain» vom letzten Album. Mit unglaublich viel Freude in den Noten schiesst «Driving In Style» aus allen Rohren. Der Mitsingkracher ist hier auf den Namen «Free Ourselves» getauft, während «Somebody Loves Me» dieses freche Grinsen in den Zeilen und Noten hat und der Rausschmeisser «Bad Habits» erneut für Stimmung sorgt. Die Mädels haben nochmals zugelegt und überzeugen auf der ganzen Linie. Es macht einfach unglaublichen Spass, dem "gute Laune Rock" von Thundermother zuzuhören. Auch wenn der eine oder andere Part an frühere Lieder erinnert, die Vier treten noch immer unglaublich "Ass" und zeigen, dass Mädels nicht schlechter rocken als ihre männlichen Kollegen. Im Gegenteil, dieses Album muss zuerst von einer arschtretenden Männer-Truppe übertroffen werden!
Tinu   
Punkte: 9.7 von 10
BLACK CROWN INITIATE - Violent Portraits Of Doomed Escape (2 LPs)
Century Media/Sony
Der Fünfer namens Black Crown Initiate aus Reading, Pennsylvania, U.S.A., zeigt sein Können auf 'Violent Portraits Of Doomed Escape', dem dritten Longplayer seit der Gründung im Jahre 2013, nebst einer EP und sechs Singles. Verschrieben hat sich das Five Pack dem progressiven Death-Metal mit Schmackes auf 9 Tracks. Die zwei Gitarren liefern sich ein 'Rededuell', also sicher mal 'Frage-Antwort-Spiel', nebst den Lamentis in Extremis, will schreiben, da wird auf hochstehendem Niveau einfach gekonnt und goil gefrickelt. Nebst herrlichen ruhigen Momenten wird umgehend wird auf heftige Death-Attacken gewechselt, yep, so wie halt der technisch-progressive Death-Metal daherreitet. Mal akustisch, mal abstrakt und algebraisch gefrickelt, herrliche Soli, unerwartete Breaks. Der Bass steht den beiden Klampfen in nix nach, sucht stetig seine 'Walking-Bass-Attacken', die auch stets gefunden und hervorragend in die Songstruktur eingebettet werden. Der Tieftöner setzt sich hörbar den beiden Quetschbalken ab und untermalt deren komplexes Riffing paarend, aber auch auf eigenen Pfaden wandelnd. Der Drummer zieht sich ein Pattern nach dem anderen rein und sprudelt es wieder in unsagbarem Tempo mit vielen Feinheiten und Breaks in die Runde, in welchen dann sich die anderen rumtoben dürfen. Blasts, Grindcore-Attacken, einfach goile Double-Basses, getänzelte Becken-Patterns und Tomb-Angriffe. Die Vocals wandeln vom Klargesang in derbsten Growl-Shouts, wie ein Ping-Pong-Ball, jedoch mit einer solchen Unregelmässigkeiten, will schreiben eben Überraschungsmomenten, die imposanter nicht dahergewalzt werden können. Eine sehr druckvoll und klare Produktion sowei ein geniales Cover-Layout mit erneutem Überraschungseffekt rundet diese dritte Scheibe namens 'Violent Portraits Of Doomed Escape' perfekt ab. Erinnert an Rivers Of Nihil, Opeth, Fallujah, Allegaeon, Beyond Creation, Virvum und Konsorten. Anspieltipps? Alle Songs, keine Frage. Doch um es etwas modaler zu gestalten, wären da 'Invitation', 'Trauma Bondis', 'Holy Silence' und 'Yeas In Frigid Light' zu erwähnen.
Leopold   
Punkte: 9.6 von 10
DEEP PURPLE - Whoosh! (Gatefold 2 LPs & DVD)
earMUSIC/Phonag
Nach «inFinite», dem zwanzigsten Studioalbum, das im Frühling 2017 erschien und der ab da mit "The Long Goodbye"-Tour betitelten Live-Auftritte sah es so aus, dass die britischen Hardrock-Ikonen Deep Purple langsam aber sicher dem wohlverdienten Ruhestand entgegen segeln. Dies umso mehr, als dass Drummer Ian Paice ein paar Monate zuvor einen zum Glück nur leichten Schlaganfall ohne Folgen erlitt. Doch erstens kommt es anders und zweitens als man denkt! Da die Zusammenarbeit mit Producer Bob Ezrin (KISS, Alice Cooper, Pink Floyd), der die Band seit dem Album «NOW What?!» (2013) betreut, auf gegenseitigen wie fruchtbaren Boden fiel, machte das Ganze erst möglich. Diesmal, sprich zu «Whoosh!», stimmte die Chemie zwischen dem Rock-Dinosaurier und ihrem Zeremonienmeister abermals. Bob wies seine Schützlinge an, mit Musik und nicht Songs anzukommen. Da bei den versierten Musikern eh vieles spontan, sprich beim Jammen entsteht, lag es einmal mehr an Master Ezrin, hieraus das beste Konzentrat zu erzeugen. Das Resultat heisst sinngemäss «Whoosh!» und steht gemäss Frontmann Ian Gillan auch dafür, wie schnell die letzten fünf Jahrzehnte vergangen sind. An sich hätte das Teil bereits im April veröffentlicht werden sollen, doch das elende "Corona-Virus" machte auch hier einen Strich durch die Rechnung. Nun ist die Frist aber angelaufen und während ich das Glück hatte, schon einige Wochen vorher über die Promo-Files zu verfügen, musste das gemeine Volk auf die Zähne beissen. Wie bei den beiden Vorgängern auch schon, gehen die Meinungen der Fans auseinander, aber es war schon zum Vorneherein klar, was einen erwarten wird. Ein weiteres solides Spätwerk einer längst geerdeten Band, die niemandem mehr was beweisen muss, sondern schon eine Weile nur noch das macht, was ihr und nota bene ganz vielen Fans Freude bereitet.

Zu gesellschaftskritischen und zum Nachdenken anregenden Texten wurden zwölf neue Songs (plus ein Bonus-Track) kreiert, die musikalisch ganz im Zeichen der aktuellen "Ezrin-Trilogie" stehen. «Whoosh!» setzt dabei nahtlos beim Vorgänger «inFinite» an und besticht mit wiederum grandiosen Melody-Lines, die perfekt auf Ian Gillans Gesangsstimme getrimmt wurden. Derweil setzt Gitarrist Steve Morse mit weniger Genudel als zu seinen Anfängen weitere von Ezrin verordnete Massstäbe bezüglich "weniger ist mehr" und über Tasten-Gott Don Airey muss man eh keine Worte mehr verlieren. Bleibt noch die Rhythm-Section Glover/Paice, die diesmal mit einer der druckvollsten Album-Produktionen überhaupt geehrt wird. Und ist «Whoosh!» jetzt das ultimativ letzte Album? Die wunderbare Neueinspielung des Instrumentals «And The Address», das 1968 das Debüt «Shades Of Purple» eröffnete, könnte den sinnbildlichen Kreis schliessen. Doch das glaube ich erst, wenn es eines Tages Tatsache sein wird, und das wird untrennbar damit verbunden sein, wenn Deep Purple keine Konzerte mehr spielen werden. Wegen der Scheiss-Pandemie wurde die laufende Tour um ein ganzes Jahr nach hinten geschoben und verschafft der Band das erste Mal seit über fünfzig Jahren monatelanges "Nichtstun", was Vor- wie Nachteile hat. Ian Paice wird schon im Januar wieder mit Purpendicular unterwegs sein, während Steve Morse Zeit für weitere Gigs mit Flying Colors fände. Unser "Schweizer" Roger Glover kann sich derweil um seine schulpflichtigen Töchter kümmern, während Ian Gillan wohl seine zweite Heimat Portugal für längere Zeit aufsuchen wird. Bleibt noch Don Airey, der sich womöglich wieder mit Carl Sentance (Nazareth, Ex-Krokus) zusammen setzt und das nächste Solo-Album auf den Schlitten stellt. Und "Whoosh!" ist Herbst 2021 und Deep Purple wieder auf Tournee!
Rockslave  
Punkte: 9.5 von 10
MAD MAX – Stormchild Rising  (Blue Vinyl LP)
Steamhammer/Musikvertrieb
Zu den ersten neuen Bands, die ich entdeckte, gehörte auch die deutsche Truppe Mad Max. Damals mit dem Album «Rollin‘ Thunder» hatte Bandleader Michael Voss das richtige Gespür für gute Melodien und fette Metal-Grooves. Mad Max lösten sich auf und Vossi gründete Casanova. Zurück mit Mad Max bläst der Vierer zum Sturm und haut mit dem Opener «Hurricaned» einen Metal-Track erste Güteklasse aus den Boxen. Gastsänger Ronnie Romero (Vandenberg, Rainbow, ehemals CoreLeoni) ist wie bei allen anderen Alben auf denen der Shouter zu hören ist, ein Gewinn der Sonderklasse. «Talk To The Moon» kommt melodischer um die Ecke, ist aber keine Casanova-Coverversion. Die hat sich die Band mit «Take Her» ausgespart, ein alter Rough Cutt-Evergreen, bei dem auch gleich die RC-Originalstimme Paul Shortino zum Mikrofon greift. Ein Killer-Track ist «Eyes Of Love» wie auch «Ladies And Gentlemen», das gemässigter aus den Boxen klingt. Michael versteht es noch immer, Songs zu komponieren, die sich beim ersten Anhören sofort in den Gedankenstuben festkrallen. Mit Doublebass Drums (Axel Kruse, ehemals Jaded Heart) brettert «Rain Rain» aus den Speakern, das mit einer feinen Gitarrenharmonie von «Gemini» abgelöst wird. Schleppend erklingt «Kingdom Fall», das in «The Blues Ain't No Stranger» mündet, bei dem Stryper-Gitarrist Oz Fox Mad Max unter die Arme greift. Man erinnere sich, Mad Max waren mit Stryper in den achtziger Jahren auf Tour. «Stormchild Rising» ist eine Scheibe geworden, die sich alle Hard Rock- und Metal-Fans anhören sollten. Ganz grosses Kino, die einmal mehr von den Qualitäten Michaels lebt und noch immer mit viel Spielfreude rockt und rollt! Alleine der Rausschmeisser «Busted» mit seinem "fiesen" und "giftigen" Gesang überzeugt auf der ganzen Linie.
Tinu   
Punkte: 9.5 von 10
VORACIOUS SCOURGE - In Death  (CD)
Massacre Records/Phonag
'In Death' ist das, mit 10 Tracks versehene, Debutwerk des im Jahre 2017 gegründeten Fünfers aus Baton Rouge, Louisiana, U.S.A., nebst einer releasten EP und einem Split-Album, die brachial-gepflegten Death-Metal intonieren. Und Voracious Scourge machen dies ganz gekonnt und mit vielen anderweitigen, musikalischen Einflüssen, will schreiben es geht sowohl in die technical Death-Ecke, als auch in die progressive Metal-Nische. Dann verknüpft man das Elementare, den gestandenen, thrashigen Death-Metal mit den Zutaten aus den besagten Einflüssen und kredenzt 'In Death', was dann eine hervorragende Prog-Tech-Death-Combo hervorzaubert mit einem sehr interessanten und abwechslungsreichen Debutalbum. Nebst dem ideellen Vergleich zu Atheist, Cynic, Pestilence, Sinister, Suffocation, Pyrexia und Konsorten, ist der sehr konstant hochstehende Death-Metal von Voracious Scourge sehr autark unterwegs und benötigt mehrmaliges Reinhören, denn da gibt's so viele Finessen und Frickeleien, welche dann den Hörgenuss stets immer und immer wieder steigert. Die beiden Gitarren sind stets virtuos, mal solodesk, brutal im Riffing, harmonisch in groovigen Parts. Der Bass füllt die tiefen Noten gekonnt auf, harmoniert und soliert exzellent zu den beiden Gitarren. Die Drums blasten, double-bassen stest tight, straight und groovend durch die Songstrukturen, mal abstrakte Patterns, dann einfach wieder mal gradlinig und mit Breaks versetzte Täkte. Die Vocals sind tief im gutturalen Bereich angesiedelt, wechseln gerne auch mal in die tiefen, aggressiven Thrash-Shouts, so balancieren die Gesangsakrobatiken stets dem Songwriting dienlichen Linien und geben den Songs zusätlich noch die gewisse Würze hinzu. Ein sehr gelungenes Album, welches mit einem genialen Cover-Layout und eben der besagten druckvollen und sauberen Produktion ein hervorragendes Debutwerk abrundet. Anspieltipps sind da 'Voracious Scourge', 'Defleshed Messiah', 'In Death' und 'Tank Tread Evisceration'.
Leopold   
Punkte: 9.2 von 10
WILDERUN - Veil Of Imagination  (2 LPs)
Century Media/Sony
Wilderun aus Boston präsentieren mit ihrem, zuerst in Eigenregie veröffentlichten, Album "Veil Of Imagination" ihren Einstand bei Century Media. Und da haben die Leute von Century Media anscheinend die richtige Nase gehabt, denn Wilderun sind der Burner! Die Interpretation von amerikanischen Folk und die Beigabe von ordentlich Prog Metal geht bei Wilderun bestens auf! Den Startschuss übernimmt "The Unimaginable Zero Summer". Nach einem gesprochenen Intro wird es ruhig und melancholisch. Die akustische Gitarre übernimmt die Zügel und lenkt den Gaul, mit grosszügiger Unterstützung märchenhafter Chöre. Aber Wilderun können auch heftig, und so werden die 14 Minuten des Songs sehr abwechslungsreich gestaltet. Man fühlt sich wie der Protagonist in einem Film. Ganz grosses Kino! "O Resolution" kommt auch Breitbildformat und hört sich wie ein gelungener Original Motion Picture Soundtrack an. Dieser Song strotzt nur so von Prog Metal-Zutaten. Das die Musik so einige Parallelen zu Opeth aufweist, spricht für die Qualität von Wilderun. Mit dem ruhigen Gesang, wie in einer Bar üblich, bekommt man es in "Sleeping Ambassadors Of The Sun" zu tun. Dieser Song lädt zum Träumen ein und ist eine vertonte Gute-Nacht-Geschichte. Von Pianoklängen begleitet kommt "Scentless Core (Budding)" ganz gemächlich in die Gänge. Mit dem Einsetzen diverser verschiedener Instrumente gewinnt der Song dann doch noch an Rasanz. Ganz schön dramatisch, beginnt "The Tyranny Of Imagination" und geboten wird ein neunminütiges Prog Metal-Opus mit Cleanvocals und Growls gleichermassen! Und wie im Prog Metal üblich, wird die ganze Bandbreite von leise zu laut, von zart zu hart bewusst ausgereizt! Im Erzählstil kommt "When The Fire And The Rose Were On" daher und ist sehr ruhig und reduziert. Mit dem Einsetzen der Gitarre mutiert die Ballade zur Halbballade. Ein sehr stimmiger Abschluss eines in allen Belangen fantastischen Albums! Für Leute, die Opeth zu ihrem Beuteschema zählen, sollten Wilderun unbedingt antesten, denn sonst verpassen sie wirklich etwas Geniales!
Roolf  
Punkte: 9.1 von 10
VOLCANOVA - Radical Waves  (LP)
The Sign Records
Wenn die düstere Heavyness des Doom Rock auf die Fuzz – Lastigkeit des Sludge und den groovenden Boogie des Stoner Rock trifft, dann kommen dabei Bands wie diese hier raus. Allerdings wird man mit dieser Umschreibung dem isländischen Trio nicht wirklich gerecht, zu kreativ, spritzig und vielfältig sind die Songs, die es uns unter der lapidaren Bezeichnung „Stoner/Desert Rock from Iceland“ verkaufen will. Man sagt ja den Isländern nach, sie seien eigenartige Gesellen. Das mag bloss das übliche Vorurteil sein, das vielen Inselvölkern anhaftet, aber auch in diesem Fall finde ich einen Funken positiver Wahrheit daran. Genregrenzen sind den drei Musikern offenbar unbekannt. Mir ist jedenfalls noch nie ein sogenanntes Stoner/Desert Rock – Album untergekommen, das dermassen abwechslungsreich ist. Häufige, schon fast progressiv anmutende Tempowechsel, eine unglaubliche Dynamik zwischen knüppelharten Riffs und zerbrechlichen, akustischen Klängen, kompositorisch gewagte Spagate zwischen spassigem Kick Ass Rock ‘n‘ Roll, unheilschwangerem Doom Rock und erhabener Epik, mehrstimmige Chöre (alle drei Musiker sind an ihren Instrumenten und am Mikro gleichermassen fit), das alles macht diese einzigartige Band aus. Ich hätte nie gedacht, dass es gelingen würde, vordergründig gegensätzliche Genres wie Stoner Rock und Progressive Rock miteinander zu vermählen, aber offensichtlich funktioniert es doch, sofern man die jeweils richtige Dosierung einhält. Insofern ist für mich Volcanova die grosse Überraschung des Monates. Wenn man glaubt, in Sachen Rock und Metal praktisch schon alles gehört zu haben, kommt prompt eine neue Band daher und belehrt einen eines besseren, und das erst noch ohne übertrieben verkopftes, aufgesetzt dissonantes Geschwurbel, sondern mit starken, gut ins Ohr gehenden Songs.
Mirko B.   
Punkte: 9.1 von 10
HIGH SPIRIT - Hard To Stop  (Blue Vinyl LP)
High Roller Records
Amerikanischer Hard Rock in Kombination mit Heavy Metal aus den 70ern/80ern, inklusive melodischen, auflockernden Parts, hohem Headbang-Faktor, Wiedererkennungswert beim Gesang (gut, der ist mir ein wenig zu hoch, aber wem's gefällt - Alleinstellungsmerkmal ist auf jeden Fall gegeben)... Klingt alles super, doch, kann man sich definitiv geben. Eine sogenannte 'obligatorische' Ballade findet man auf "Hard To Stop" zum Glück nicht, da wäre die Gefahr eines gewissen Kitsch-Faktors einfach zu hoch. Die ganze Scheibe rockt und brettert fröhlich vor sich hin, guter Sound für eine längere Fahrt über staubige, endlose Highways. Ist allen Freunden von den erwähnten Stilrichtungen sehr zu empfehlen, klar wird das Rad nicht neu erfunden, aber hey: Wer kann das in der heutigen Zeit schon noch? Also: Reingehört und losgerockt wie zu Prä-Corona-Zeiten. Fetzt!
Toby S. 
Punkte: 9.0 von 10
DISAVOWED - Revocation Of The Fallen
Brutal Mind
Holla, die headbangende Waldfee, da kommt eine richtig hammergoile Druckwelle aus dem niederländischen Festland auf die Schweizer Alpen zugeschmettert. Disavowed, eine fünfköpfige Brutal Death-Combo aus Asmsterdam, Niederlanden, im Jahre 2000 gegründet und feiern mit 'Revocation Of The Fallen' das 20-Jahr-Jubiläum. 'Revocation Of The Fallen' ist der dritte Longplayer, nebst einer Single und einem Demo, gespickt mit 10 brutal-heftigsten Tracks. Eine satte, druckvolle, klare, heftige Produktion mit einem für die Ahnengalerie geschaffenen Cover-Artwork grinst einem da entgegen. Und ja, die geneigte Zuhörerin und der geneigte Zuhörer wird in keinem Ton enttäuscht werden, denn Disavowed hauen einem, wie eine Tracht Prügel, extrem intonierten, lecht technisch-progressiven, satten Brutal Death-Metal-Schwall entgegen. Heftiges, brutales Riffing gepaart mit technischer Frickelei, kurzen, shred-mässigen Soli und Grindparts rasen von den beiden Klampfisten durch das Album. Der Bassist spielt flockig locker zu den beiden Klampfen die eigenen Linien, lässt auch den Bass klar erschallen und so setzt sich dieser gekonnt ab und fügt sich perfekt in das Songwriting rein. Der Patternmeister zelebriert herrliche Breaks, sattes Double-Bass und hyperschnelle, tighte Blasts und Grindcorepatterns. Doch auch die schnellen, thrashigen Momente fehlen hierbei nicht, somit wird es doch durch aller Komplexität sehr groovig und nackenbrechend intoniert. Der Gesang ist extrem guttural und doch stets verständlich und brutal dargebracht. Anspieltipps? Auch hier alle Songs! Ohkeh, also 'Egocentric Entity', 'Therapeutic Dissonance', Facing The Singularity' und 'The Process Of Comprehension' wären da so Ohrwürmer. Vergleiche wäre da Suffocation, Dying Fetus, Nile, Hate Eternal oder Origin zu nennen.
Leopold   
Punkte: 9.0 von 10
OSI AND THE JUPITER – Appalachia  (Colored LP)
Eisenwald
Wer Osi And The Jupiter bereits schon kennt, weiss auf was er sich gefasst machen muss. Wer bisher noch nicht von dem amerikanischen Musikprojekt gehört hat; hinsetzen, anhören! «Appalachia» besteht aus drei Songs welche von der Heimat der Künstler berichtet und dessen Wege der Appalachen. «They Ride Through the Skies on Horse Drawn Chariots» eröffnet das Werk voller melodiösen und melancholischen Klängen, bei denen das Cello besonders schön zur Geltung kommt. Komplett ohne Gesang, rein nur instrumental gespielt ergibt sich eine mystische Mischung, welche den Hörer mit sich reisst und man sich hineinfühlen kann, wie es sich anfühlen muss mitten in Ohio auf diesen Wegen zu gehen. Der zweite Song trägt denselben Namen wie das Album selbst. Hier kommt dann der Gesang zum Vorschein, begleitet von akustischer Gitarre. Eine komplett neue Facette für das Album. Last but not least: «The Binding Will of Mountains». Hier führen OATJ zusammen, was in den vorherigen Songs schon separat so schön hervorgekommen ist. Berührende Instrumentals, fein gespielt zusammen mit leisem und passend eingesetztem Gesang. Eine absolut atmosphärische Stimmung, bei der mir die einzelnen Cello Einsätze richtig Gänsehaut bereiten. Hammer!
Zoé    
Punkte: 9.0 von 10
ONSLAUGHT – Generation Antichrist  (Digipak)
AFM Records/Phonag
Die Briten Onslaught sind mittlerweile zu einer tragenden Säule der aktuellen „Thrash Metal-Szene“ geworden, die für musikalische Brillanz und Ausdauer stehen. Onslaught wurde 1983 in Bristol, England von Nige Rockett (Gitarre) & Paul Hill (Bass) gegründet. Beeinflusst von den Hardcore-Punk-Bands der zweiten Generation und ihrer Liebe zu Motörhead war die Band schon früh auf der Suche nach einem metallischeren Sound und einem definierten, eigenständigeren Stil. Jedes Mal, wenn die Truppe eine neue Platte ankündigt, ist die Begeisterung bei Fans und Kritikern rund um den Erdball gross. 2020 ist es endlich wieder soweit. Angeführt von Gründungsmitglied Rockett stehen Onslaught in den Startlöchern, um die Welt mit einem der heftigsten Thrash-Metal-Alben der vergangenen Jahre in Brand zu stecken: „Generation Antichrist“! Die Band ist mit einer Menge Spass und einem gefüllten Sack cooler Ideen ins Studio gegangen, um „Generation Antichrist“ innerhalb kürzester Zeit einzuspielen. Inspiriert durch eine Welt, die von Hass, Grössenwahn und politischem Irrsinn geprägt ist, ist das zudem auch der perfekte Zeitpunkt, um den neuen Sänger Dave Garnett vorzustellen, der im letzten Jahr bei einigen Live-Shows bewiesen hat, dass er fit genug für diesen Job ist. "Strike Fast Strike Hard" eröffnet das Album mit einem Peitschenhieb und ist bereits beim ersten Hören auf einem Level mit Bandklassikern wie „Let There Be Death" und „Chaos Is King“ - der Chorus hat eine echt punkige Note! So geht es ungeschliffen und während neun Songs weiter. „Generation Antichrist“ ist so verdammt roh, ein wirklich unerbittliches Thrash-Album von Anfang bis Ende, das ein weiteres Mal das Maximum aus allen Musikern herausgeholt hat. 2020 ist es eindeutig an der Zeit, dass Onslaught ihr Vermächtnis um ein weiteres Juwel ergänzen und mit „Generation Antichrist“ das Biest von der Kette lassen. Oder einfacher gesagt: Wer Metal extrem und brutal mag, der wird dieses Album definitiv lieben.
Oliver H.   
Punkte  9.0 von 10
HYMN - Breach Us  (LP)
Frysisk Format
Nach dem sensationellen Debut "Perish" von 2017, geben Hymn mit dem Album "Breach Us" endlich wieder ein Lebenszeichen von sich. Mit verstörendem Sound gibt der Titeltrack "Breach Us" gleich mal den Tarif durch! Geboten wird derber Doom mit Sludge-Schlagseite. Minimalistisch kommt die Band direkt auf den Punkt. Für übliche Doom-Verhältnisse schon fast im Überschallbereich, präsentiert sich mit "Exit Through Fire" ein weiterer harter Brocken. Trotz immer wiederkehrender Riffs wird es in den fast zehn Minuten Spieldauer zu keinem Augenblick langweilig! Geil ist auch, wie sich der Sänger die Seele aus dem Leibe schreit. In der Mitte klingt der Song wie ein Automotor, der ins Stottern geraten ist. Mit Stakkato-Getrommel und einem abartig geilen Riff kommt "Crimson" gnadenlos aus den Boxen. Nach furiosem Start wird zwischen epischem Doom und rasanten Parts ausgewogen abgewechselt. Ein weiteres Meisterstück aus der Klangfabrik von Hymn. Den längsten Track namens "Can I Carry You" haben sich Hymn zum Schluss aufgehoben. Geboten wird nun psychadelicher Doom mit entrücktem Gesang. Sehr intensiver Song, der alles andere als einfach zum Nebenbeihören ist. Das ist die kauzige Seite von Hymn, die aber auch ihren Reiz hat. Dieses Album von Hymn ist ein Must-Have für alle, die Berge-verschiebenden Riffs in Endlosschlaufe und Drums, die durch Mark und Bein gehen, etwas abgewinnen können!
Roolf   
Punkte  9.0 von 10
AGES – Uncrown  (LP)
Black Lodge Records
Es wird stürmisch, melodiös, brutal. Das neuste Werk von der Schwedischen Melo-Black Metal Band Ages beginnt. Ich bin immer wieder fasziniert, wie gewisse Bands die Brücke zwischen Melodie und bestialischer Attitüde mit so einer Genialität zusammenbauen. Uncrown hat viele verschiedene Facetten, obwohl die Songs an sich immer den gleichen Grundaufbau besitzen: krächzender Schreigesang, vielfältige Gitarrenriffe und hämmernde Drumms. Ein Song, welcher mir aber direkt in das Ohr gesprungen ist, ist «Herolds Of Enslavement». Langsame Gitarrenriffe leiten in den Song ein, der tiefe Gesang natürlich nicht zu vergessen, aber was hier heraussticht sind die, genau auf den richtigen Punkt eingesetzten Breaks, welche den Rest der Instrumentals nur noch mehr hervorscheinen lassen. Geil! Ein weiterer Favorit ist auch «The Death Of King Of Olds». Begonnen mit rasenden Gitarrenriffen und schreiendem Krächzgesang, hat der Song auch einen ruhigen Mittelpart, welcher dem Album einen weiteren Aspekt gibt. Ages haben es drauf, das kann man definitiv zugeben. Genial komponiert und gespielt mit einer solchen Vielfältigkeit, welche aber auch nicht übertrieben ist. Einfach so, wie es muss. Toll!
Zoé    
Punkte  9.0 von 10
GAEREA – Limbo  (Crystal Vinyl)
Season of Mist/Irascible
Über diese Review freue ich mich ein bisschen, da wir es mit einer Band aus Portugal zu tun haben, ein Land mit wenigen wirklich bekannten Gruppen, wogegen dieses Projekt wirklich vielversprechend aussieht, in nächster zeit grossflächiger Fuss zu fassen. Die fünf Mitglieder gründeten die Band 2016 und haben seit dem eine EP und Zwei Studioalben auf den Markt gebracht. Das neuere dieser beiden Alben werden wir hier etwas genauer inspizieren. «To Ain» gibt den Ton für das Kommende gut vor. Schwer und mächtig dröhnen die verzerrten Gitarren, das Schlagzeug untermalt das Ganze und die wütenden Vocals runden das Ding sauber ab. Für Fans von Mgla, Uada, Schammasch und miþyrming ist hier definitiv was dabei. Selbiges zählt für «Null», welches aber noch etwas schneller und melodienreicher als der erste Track ist. Auch «Glare» hat ein bedeutend schnelleres Tempo und setzt sehr auf Blastbeats und viel Vocals. «Conspiranoia» hingegen geht mehr in die ruhigere ebene und hat einen fast schon ambienten, langsamen Sound, welcher aber doch immer wieder seine epischen und mächtigen Momente hat. «Urge» geht Vollgas rein und fährt die stärksten Geschütze auf dem Album auf. Kraft in der stimme und den Instrumenten, zusammen mit einer rassigen Melodie und aggressiven Riffs gepaart. Den Abschluss macht «Mare», welcher einen guten Mittelweg findet zwischen schleppenden, schweren Parts und dann immer wieder schnellere, wütendere Episoden. Das ganze Album ist ein mächtiges Brett und weder so zum nebenbei Hören noch für den Alltag gedacht. Mann muss sich hinsetzen oder im Auto / Zug auf einer Langen Strecke mal zeit nehmen und das Album richtig in sich aufnehmen. Potenzial für ein neues legendäres Album des modernen Black Metal ist auf jeden fall da.
Simu   
Punkte  9.0 von 10
IGNEA – The Realms Of Fire And Death  (CD)
Kadabra Music
Nachdem sie 2015 ihren Bandnamen von Parallax zu Ignea geändert haben, veröffentlichen die Ukrainer nun ihr zweites Studioalbum «The Realms of Fire and Death». Die (Alternative) Melodic Metal Band produzieren ihren eigenen, geilen Sound. Elektro-, Symphonic- und Folkelemente werden hier mit dumpfen, schweren Riffen und wiederum hellen, melodiösen Melodien kombiniert. Das Werk wirkt bei Gesamtbetrachtung düster und melancholisch. Konstant wird zwischen brachialen Riffs, Blastbeats sowie Breakdowns und ruhigen, sinnlichen Parts gewechselt. Grundsätzlich spielen Ignea Melodic Metal mit Death, Alternative und Progressiv Metal-Einflüssen, die zu ihrem eigenen, individuellen Stil führen. Oftmals sind orientalische Melodien zu hören, die immer wieder für eine andere Stimmung sorgen. Auch gesanglich wird geswitcht – Sängerin Helle Bogdanova wechselt zwischen bösen Growls und verträumten, eher tiefen Clean-Vocals. Somit entsteht eine Energie, die durch die ständige Abwechslung nicht nachlässt und für Spannung sorgt. Zudem ist «The Realms of Fire and Death» ein Konzeptalbum, welches in drei Hauptteile unterteilt wird. Jeder Teil, bestehend aus drei Songs, erzählt eine eigene Geschichte, eine Perspektive zum Thema Feuer und Tod (Fire and Death). Und nicht nur musikalisch überrascht das Quintett immer wieder aufs Neue. An zweiter Stelle verblüffen sie mit einer auf Ukrainisch gesungenen Bombe namens «Чорне Полум’я» (ausgesprochen «Chorne Polumia»), was der Band abermals einen eigenen Touch verleiht. Dieses Lied ist zudem als Bonus Track in Englisch vorhanden. Track Nummer vier «Í Tokuni» ist ein Cover von Eivør, welches in färöisch gesungen und in Ignea’s Stil neu interpretiert wurde. Zusammengefasst wird hier mit «The Realms of Fire and Death» ein komplexes Werk in Musik und Text geliefert – ein Spiel zwischen dunkel und hell, schwer und leicht, brachial und verträumt. Speziell!
Sina   
Punkte  9.0 von 10
IRDORATH - The Final Sin  (CD)
Art Gates Records
'The Final Sin', das fünfte Opus und der neueste Longplayer aus dem Hause Irdorath ist ein bestalisch-hammermässiger Black-Metal-Knaller mit interessanten, thrashigen Elementen versetzt, welche so an die 80er Zeiten à la Destruction, Kreator, Sodom und Konsorten erinnert. Doch das Blackige überwiegt, denn da setzt man auf die Spur von den schnelleren Bathory, Immortal, aber auch à la Naglfar, Borknagar, Svart Crown und Konsorten. 9 Tracks zieren 'The Final Sin', welches die Kärtner, Austrianer, Irdorath von sich geben und dies so richtig frisch in die Schnauze reingepresst. Yep, flockig locker, ohne Zwang. Eine sehr satte Produktion für den Kärtner Vierer auf den Teller gezaubert, gepaart mit einem herrlichen Cover-Layout und die Mucke passt so. Schwarzes Herz, was willst Du mehr? Die beiden Gitarristen, davon ja der eine an den Growls, riffen sich sehr thrashig durch den Black-Metal, mit überraschenden Effekten, mal nur leicht distortioniert zu erschallen, dann mit meldiös-herrlichen Soli zu glänzen. Die Drums meist im konstant antreibenden Double-Bass, gepaart mit Blasts, mit viel Groove, Abwechslung und dann wieder bedienende Grindcore-Parts. Der Tieftöner wummert herrlich zu den beiden Gitarren und nährt zusätzlichen Boden. Die Vocals sind im gutturalen, tieferen und böseren Bereich, abwechselnd mit aggressiven Shouts. Hörbeispiele wären so 'Debaptized', 'Disgust Of Enlightenment', 'Shatterer Of Worlds' und 'Chains Of Virtue'.
Leopold   
Punkte  9.0 von 10
BLUES PILLS - Holy Moly! (LP Red & Gold)
Nuclear Blast/Warner
Als die schwedisch amerikanisch französische Freundschaft 2014 mit ihrem hammermässigen und selbstbetitelten Debüt um die Ecke brauste, ging ein regelrechter Ruck durch die Psychedelic Blues Rock-Szene! Aushängeschild war und ist immer noch die charismatische Leadsängerin Elin Larsson, und mit dem inzwischen ehemaligen Wundergitarristen Dorian Sorriaux hatte man einen jungen wie technisch sehr beschlagenen Musiker im Line-up. Vor allem das Duo Larsson/Sorriaux machte den primären Reiz dieser Combo aus, die interessanterweise auch bei den Metalheads ein Stein im Brett hat. Die livemässig sehr aktive Band umgab bald ein kaum abzusprechender Hype, den man im Hause Nuclear Blast natürlich mit Freude zur Kenntnis nahm. Der hochkarätige Record-Deal verfehlte seine Wirkung in der Folge nicht, und die Truppe war rasch in aller Munde. Das unmittelbar nachgeschobene Live-Album (2015) fing die Energie der Blues Pills optimal ein, und diese mauserten sich, richtig eingeschliffen, zu einer überragenden Live-Band. Das zweite Album «Lady In Gold» (2016) erntete darauf die gleiche Anerkennung. Dass nachher mit «Live in Paris» prompt das nächste Live-Album folgte, deutete allerdings etwas darauf hin, dass der vorläufige kreative Zenit wohl erreicht worden war. Danach wurde es um das Quartett etwas ruhiger, und als Gitarrist Dorian dann Ende 2018 überraschend seinen Ausstieg bekannt gab, fragten sich nicht wenige, mich eingeschlossen, ob es das nun gleich gewesen sei. War es nicht, denn «Holy Moly!», das dritte Studio-Album, war schon im Oktober 2019 in trockenen Tüchern. Dass es erst jetzt, also fast ein Jahr später erscheint, trägt einen triftigen wie äusserst aktuellen Grund: "Corona-Virus"! So erging es ja tausenden von weiteren Bands, ganz zu schweigen von wegen allen abgesagten Konzerten rund um den ganzen Globus. Die Blues Pills rocken nun aber dennoch weiter, und dazu hat sich Bassist Zach Anderson erstmal den Posten des riffmüden Vorgängers gekrallt, und Neuzugang Kristoffer Schander bedient seither die tiefen Töne. Die neue Konstellation scheint ebenso zu funktionieren, weist tendenziell gar etwas mehr Drive als vorher auf und erinnert immer wieder mal an die ehemaligen Tour-Mates von Pristine aus Norwegen. Dass die Geschichte der Blues Pills künftig weiter geschrieben wird, bedingt nun aber zwingend, dass es live endlich wieder weiter geht!
Rockslave    
Punkte: 8.9 von 10
HUMAVOID - Lidless
Noble Demon
Nun, jetzt bin ich noch hellhöriger als vorhin, bei Humavoid und 'Lidless'. Die Sinne sind dupliziert und geschärft, denn was die vier Finnen bzw. eine Finnin und drei Finnen, aus Espoo stammend, seit 2013 so auf die Waagschale werfen, ist einmaliger Tech-Prog-Death-Metal mit female Vocals. Holy Moly, da wird heftig getänzelt auf den 10 Tracks vom Zweitling 'Lidless'. Zwischen dem Erstling 'Faster Forward' gabs noch eine EP und drei Singles, also untätig waren Humavoid nicht und wenn man die Komplexität auf 'Lidless' folgt, dann weiss man auch, dass solches Songwriting nicht von heute auf morgen geschrieben wird, denn Rom wurde ja auch nicht an einem Tage erbaut, ergo. Nun, erinnert etwas, um einen Vergleich generieren zu dürfen, Meshuggah gepaart mit Mekong Delta und eine Prise Target, sowie etwas von Animals As Leaders. Yep, auch jazzige Element fliessen gekonnt in den Humavoid-Sound, denn dieser ist einmalig, oh und etwas Klassik kommt auch noch hinzu. Nun, Meshuggah mit Jazz und Klassik zu verbinden, yep, geht, und zwar in einer eigenständigen Form namens 'Lidless'. Die Gitarre rifft sich wie ein Salvador Dalì-Werk durch die Songs, mal wirr, mal groovig, mal deathig, mal jazzig und klassisch angehaucht, mal mit akustischen Momenten, mal mit industrialem Metal gepaart, mal mit kurzen, shred-mässigen Soli und Läufen intoniert, doch hauptsächlich wird mit schwerem Death-Metal-Geschütz aufgefahren. Der Tieftöner setzt gekonnt seine 'Walking Bass-Läufe', so wird der jazzige und fusionale Moment hoch gehalten. Gekontert wird dies vom Drummer, der mit vielen Breaks, komplex-abstrakten Patterns, satten Double-Basses, Breaks und Fill-Ins, groovigen Momenten untermalt und unterstützt. Die Sängerin zieht ihr ganzes Können, sowohl an den Vocals, als auch am Keyboard. Aus dem Keyboard zaubert sie herrliche klassische Momente, doch auch skurrile Science-Fiction-Momente kommen zum Tragen, welche die atmosphärischen Momente ranzoomen. Ihr Gesang pendelt zwischen Klargesang und extremen Growls, welche in Richtung seinerzeit von Angela Gossow gehen, als sie bei Arch Enemy noch das Mikrofon schwang. Eine sehr gute, klare, druckvolle Produktion und ein Cover-Artwork, was schmunzeln lässt und doch auf die Abstraktivität des Sounds schliessen lässt. Anspieltipps auch hier alle Songs, doch 'What You Hide', 'Undercurrent', 'Fortune For Demise' und 'Drywall Cracks' lassen Ohrsensoren noch etwas hellhöriger werden.
Leopold  
Punkte: 8.9 von 10
VEONITY – Sorrows  (CD)
Scarlet Records
In den letzten Jahren habe ich ausserhalb der CD-Kritiken vor allem die Alben von Bands aus den 70er- und 80er-Jahren für mich entdeckt. Umso schöner, dass mich für einmal wieder eine Power Metal-Band äusserst positiv überraschen kann. Ich mag diese Musik also immer noch, die doch wesentlich zu meiner Metall-Sozialisierung beigetragen hat. Wieso gerade Veonity dieses alte Gefühl herauf beschwören können, ist schwer zu sagen. Denn eigentlich spielen diese Schweden einen ganz gewöhnlichen Power Metal in der Schnittmenge von Stratovarius und Sonata Arctica. Wie deren Vorbilder, fügen auch Veonity ihrem Stil noch ein wenig Prog Metal bei, dazu kommen übergrosse Refrains und ein wenig Pop – und schon hat man brauchbare Lieder, die dann noch mit einer guten, druckvollen Produktion aufgenommen wurden. Wirklich neu und innovativ ist diese Musik nicht. Aber sie überzeugt mit einem gestrafften Songwriting und mit ihrer Unbekümmertheit. Wer es nicht glaubt, der höre mal in «Where The Memories Used To Grow» rein. Das ist bester Power Metal. Dazu leisten sich Veonity keinen einzigen Füller. Hier wirkt jedes Lied relevant. Wahre Freude kommt auf, wenn es bei «Free Again» schon fast punkig nach vorne drescht. Manche mögen das kitschig empfinden, auf mich wirkt es erfrischend naiv. Dabei könnte man meinen, dass es sich bei Veonity um eine junge Band handelt. Das ist aber nicht der Fall. Sie wurde 2013 gegründet. «Sorrows» ist jetzt bereits ihr viertes Album. Damit ist ihnen nun ein kleiner Jahreshöhepunkt gelungen. Wer die Ohren von den alten Stratovarius noch nicht genug voll hat, wird dieses Album lieben. Schön, dass es noch solche Bands gibt.
Roger W.  
Punkte: 8.9 von 10
LIONHEART - The Reality Of Miracles (LP)
Metalville/Musikvertrieb
Wenn man auf die offizielle Homepage der Briten geht, steht folgendes geschrieben: "Comprising current and former members of Iron Maiden, UFO, Michael Schenker Group, Shy"! Das klingt ja schon mal vielversprechend, und es ist im Rückblick echt ein Jammer, dass die Band, die in den 80ern immerhin als Support von Whitesnake und Def Leppard unterwegs war, es nicht zu mehr Ruhm wie die Landskollegen Kollegen von Magnum, Thunder oder FM brachten. Fakt ist auf jeden Fall, dass 1984 mit «Hot Tonight» ein töftes Debüt erschien und es nachher aus verschiedenen Gründen bis 2017 (!) dauerte, ehe der Zweitling «Second Nature» wieder aufhorchen liess. Weitere Details in diesem Zusammenhang trug unsere Juliane in ihrer Rezi für MF vor just drei Jahren sauber zusammen. Im gleichen Jahr traten Lionheart ja am "Sweden Rock" Festival auf, wo sie auf der Rockklassiker Stage einen ganz ordentlichen Set hinlegten. Dass Thunder dabei auf der Festival Stage aufliefen, verdeutlichte allerdings den Klassenunterschied an Ort und Stelle. Nichtsdestotrotz wissen Dennis Stratton (g), Steve Mann (g), Rocky Newton (b), Clive Edwards (d) und Lee Small (v) sehr wohl, wie man geile Mucke macht. Diese Erkenntnis liefert das neue Album «The Reality Of Miracles» schon nach dem ersten Durchlauf und reiht sich somit optimal in die bestehende Diskographie ein. Nach dem Intro («Salvation») legt der Opener «Thine Is The Kingdom» gleich mit starken Reminiszenzen an Magnum opulent vor. Mitunter ein Markenzeichen sind dabei die prächtigen Backing-Vocals, die den eh schon genialen Gesang von Lee vorzüglich ergänzen. Die Tempovarianz wird unter anderem durch den balladesken Titeltrack und den polternden Double Bass-Drum Stampfer «Five Tribes» treffend charakterisiert. Die toll ausgearbeiteten Melodylines versetzen Genre-Freaks während knapp einer Stunde Spielzeit in Jubelstimmung. Lionheart verstehen ihr Handwerk ohne Zweifel. Man höre sich hierbei bloss mal den griffigen Melodic-Rocker «The First Man» an, der eigentlich für alles steht, was die Band damals initiierte wie letztlich aktuell ausmacht.
Rockslave 
Punkte: 8.7 von 10
ROMUVOS – The Baltic Crusade
Dangus Records/SAOL
Heute gibt es musikalische Geschichtsstunde, denn das neuste Werk von RomuvoS handelt von den Kreuzzügen im litauischen Baltikum. Die Musik lädt ein, sich einen Becher Met zu holen und ihn hoch zu schwingen, zu lachen und zu tanzen. Euphorisch, energiegeladen, kriegerisch. Natürlich gibt es auch kurze melancholischere Einsätze, denn im Krieg trägt auch viel Leid. Rein instrumental erinnert es an eine Mittelalterband, jedoch mit E-Gitarre Einflüssen. Dazu der tiefe Gesang des Sängers und meiner Meinung nach hätte man die Geschichte dieser Zeit nicht besser in Klänge umsetzen können. Heroische Musik, tief aus dem Herzen von Litauen. Echt geil gemacht und gut vertont. Der einzige Minuspunkt den ich verteilen kann ist, dass das Album nicht in der Schweiz veröffentlicht wird. Kann ich nicht nachvollziehen.
Zoé  
Punkte:
keine Wertung
DIESEL MACHINE – Evolve  (CD)
Metalville/Musikvertrieb
Ein gelungenes Comeback nach geschlagenen 20 Jahren ist eine tolle Sache! Diesel Machine wurden Mitte der 90er von ehemaligen Musikern der L.A. Heavies World In Pain und Eleventh Hour gegründet. Ihr Sound war und ist stets dem harten Groove Metal zuzuordnen. Die Band, bestehend aus AJ Cavalier (Gesang), Patrick Lachman (Gitarre), Rich Gonzales (Bass) und Shane Gaalaas (Schlagzeug) wurde mit Szenegrössen wie Pantera, Crowbar oder Machine Head verglichen. Das bisher einzige reguläre Studioalbum „Torture Test“ wurde von Fans und Kritikern gleichermassen begeistert aufgenommen und hat sich bis heute seinen absoluten Kultstatus bewahrt. Die kompromisslose Mischung aus messerscharfen Riffs, Hammer-Rhythmen sowie Hardcore-Gesang traf voll den Zeitgeist und hat nach wie vor nichts an Kraft und Aktualität verloren. Während der Arbeit am zweiten Album erlitt Bassist Rich Gonzales im Sommer 2002 einen beinahe tödlichen Motorradunfall. Dies bremste die Truppe hochgradig aus und die einzelnen Mitglieder schlugen neue musikalische Wege ein. Obwohl über die Jahre auf der ganzen Welt verstreut, blieb die Verbindung zwischen den Mitgliedern von Diesel Machine ungebrochen. So nahm schliesslich das neue Album „Evolve“ Stück für Stück Gestalt an. Über die Jahre fanden drei verschiedene Sessions in Gaalaas‚ Studio in L.A. statt, die durch Aufnahmen in den jeweiligen Heimatstudios von Lachman und Cavalier ergänzt wurden. „Evolve“ zelebriert weiter den Diesel Machine typischen, energischen, kompromisslosen Extrem-Metal. Das Album ist ein Statement, und der Geist des Trotzes und der Beharrlichkeit kommt auch in den Texten laut und deutlich zum Ausdruck. Haut rein!
Oliver H. 
Punkte: 8.7 von 10
LONELY ROBOT - Feelings Arae Good  (2 LPs)
InsideOut Music
John Mitchel veröffentlicht nun schon das vierte Album mit Lonely Robot. Unglaublich, was John alles tut. Spielt er doch bei Arena, Kino, Frost, It Bites und Lonely Robot. Des Weiteren arbeitet er noch als Produzent und Mixer. Musikalisch erfrischt uns John mit modernem, eher ruhigem Prog Rock. Oft erinnert seine Stimme und auch die Musik an Ray Wilson. Gefühlvoller Gesang wie beim schönen, aber trotzdem rockigen "Life Is Sine Wave". Natürlich glänzt John auch auf diesem Rundling mit vielen gefühlvollen, fliegenden Gitarren-Soli, wie man sie kennt und liebt von ihm. Auch Toto-Anleihen findet man hier, man höre "Armour For My Heart" an. Lonely Robot haben bei all ihren Songs immer eine Spur Melancholie drin. Genau das gefällt und man lässt sich von diesen Songs gerne wegtragen in die Welt der Briten. Das Ganze ist sehr entspannend für den Zuhörer. Ach ja, übrigens hat John das Album selber geschrieben, aufgenommen, produziert, gemixt und gemastert. Und er hat bis auf die Drums auch alle Instrumente selber gespielt. Nur Drummer Craig Blundell war mit dabei im Studio. Anspielt-Tipp ist das wunderschöne "The Silen Life", das übrigens am Ende des Albums nochmals dargeboten wird als eine orchestrale Version. Stark, das neue Album von Lonely Robot, durchgehend spannend und sehr hörenswert, man ist sich ja von John Mitchel auch nichts anderes gewohnt.
Crazy Beat  
Punkte: 8.7 von 10
VOLTURYON - Xenogenesis  (CD)
ViciSolum Productions
Yep, ein schwedischer Fünfer namens Volturyon, aus Borlänge, Dalarna, seit 2006 in aktiver Position und mit dem bereits vierten Longplayer namens 'Xenogenesis', die nicht unbedingt 'skandinavisch' klingen, sondern sich eher an den US-amerikanischen Death-Metal orientieren. 11 Tracks soliden Death-Metals greifen sich unsere Hirngewinde. Sehr brutale Growls und Shouts, stets verständlich, erzeugt gar ein wenig aggressive N.Y.C.Hardcore-Stimmung. Doch keine Angst, es bleibt im gutturalen Bereich, im tiefstelligen Segment. Das Gefrickel der beiden Gitarristen greift heftig, prallt heftig in den Death-Metal rein, welche durch teilweise melodiöse Soli und Harmonielinien aufgelockert werden und eben auch aufzeigt, wie intelligentes Songwriting funktioniert. Der Bassist steuert mit einem klaren, leicht wummernden Tieftöner herrlich den Weg in den brutalen Death-Metal. Die Drums pattern heftig blastend, ja gar grindcorend, den Weg in die schwarze Glückseligkeit, da wird straight mit heftigstem Double-Bass gepflastert, um dann stets öffnend in den Groove reinzutänzeln, um sogleich dann wieder blastend hefti zu zuschlagen. Die Produktion ist ebenfalls heftig druckvoll und klar ausgefallen und das geniale Cover-Artwork, welches bereits einen Platz in der Ahnengalerie sich sichern konnte, gibt dem Sound ein wahrhaftig herrliches Bild ab. Nun, ideell vergleichbar geht es so à la Cannibal Corpse, Dying Fetus, The Black Dahlia Murder, Soreption, Spawn Of Possession, Deicide, Suffocation und Konsorten. Goile Anspieltipps wären da 'World Pandemic', 'Mother', 'Moirs From The Morgue', 'Catharsis' und 'Rancid Messiah'.
Leopold  
Punkte: 8.7 von 10
FALL OF MESSIAH - Senicarne  (LP)
Holy Roar Records
Die französischen Post-Hardcorler von Fall Of Messiah hauen mit "Senicarne" ihr viertes Album raus. Der Albumtitel ist schon mal sehr zweideutig. So bedeutet "Senicarne" auf Lateinisch "Altes Fleisch" und rückwärts gelesen "Enracines", was auf Französisch "Wurzeln" bedeutet. Nach dem Wortspiel wollen wir uns jetzt aber der Musik widmen. Eine rhythmische Wundertüte stellt "La Republique Du Vide" mit hypernervösem Getrommel und gefühlvollem Gitarrenspiel dar. Und so steuert dieser Sound-Katamaran von heftigem Wellengang in ruhigere und seichtere Gewässer. Chaotisch und verträumt, aber disharmonisch geht es mit "Contreforts" weiter und an reichlich Abwechslung wird zu keinem Moment gespart! Mal rasant und heftig, dann wieder relaxt und sinnlich, so wird die gesamte Bandbreite abgedeckt. Als Sahnehäubchen obendrauf, gibt es den Sänger, der sich mit allen Leibeskräften die Seele aus dem Körper schreit. "Riveloup" ist klar strukturiert, trägt aber trotzdem eine unbändige Unruhe in sich. So wird die Spannung gekonnt hoch gehalten und man ist im steten Ungewissen, was als nächstes folgen wird. Geheimnisvoll wird "Vertes Vignes" mit einem Solo auf der akustischen Gitarre zum Leben erweckt und wird dann vom genialen Drummer tatkräftig unterstützt. Sehr geil, nur ist der Sänger mit seinem Rumgebrülle so richtig fehl am Platz. Rein instrumental gesehen wäre dieser Song eine wahre Offenbarung! "Young Pines" ist ein weiteres Wechselbad von zart bis hart. Der ganze Song wird sehr intensiv gezockt und ist mit zahlreichen Songideen gespickt. Mit viel Rhythmik ist auch "Atlantique" gesegnet und lädt zum Träumen ein. Wirklich hervorragend gespielt, wenn auch der Song ganz weit weg vom Metal ist und Prog Rock pur darstellt. Ein kurzes Zwischenspiel stellt "Sand Mountain" dar und ist tiefenentspannt. Wie ein gewaltiges Gewitter zieht "Sequoia" auf, aber wenn sich das Gewitter verzogen hat, wird es jazzig und der Song plätschert vor sich hin. Zum Schluss wird es aber nochmals heftig. "The Loneliest Whale In The World" ist nicht nur einsam, sondern auch der letzte Track dieses progressiven, fast-instrumentalen Album. Nochmals bieten Fall Of Messiah ein wunderschönes Stück Musik zum Geniessen an. Leute, die auf Post bzw. Prog Metal stehen, sollten sich diesen Happen feinster Musik auf keinen Fall entgehen lassen!
Roolf   
Punkte: 8.6 von 10
THE VICE - White Teeth Rebellion  (Digipak)
Noble Demon
Der flotte, schwedische Dreier von The Vice bringen mit "White Teeth Rebellion" ihr zweites Album raus. Mit dem dissonanten Intro "Tremors" wird der offizielle Startschuss für dieses Album gegeben. Groovig und zugleich rockig mit einer dezenten 69 Eyes-Note sind die Anhaltspunkte für "A Barren State". Die Jungs spielen eine geile Mucke, die mehr Hard Rock als Heavy Metal ist. Der Titeltrack "White Teeth Rebellion" ist ein endlos-geiler Groover, der ganz einfach nur sehr viel Spass macht. Die Mischung von Dark Metal-artigen Vocals und dem rockigen Gesamtsound fügt sich nahtlos zusammen. Mit verhaltenem Tempo startet "Empty Hall" und ist schon sehr tiefenentspannt, wird aber von hervorragender Gitarrenarbeit gekrönt. Kurz und bündig, kommt "Run To Seed" angerannt und ist ebenfalls auf der groovigen Seite anzutreffen. Als ein gewaltiges Riffmonster stellt sich "Cradle And To Ease" heraus und fabriziert unheimlich viel gute Laune! Das ist Sound zum am Strand easy Rumcruisen! Dämonisch wirds mit "To Each His Own" und von den Vocals her, könnte es sich um eine Kopie von The 69 Eyes handeln. Dazu wird in diesem Song sehr viel Atmosphäre erzeugt. Eine perfekte Symbiose zwischen genialem Sound und dämonischem Gesang wird mit "Antizeit" geboten. Dieser Song geht nicht so direkt ins Ohr und braucht ein paar Durchläufe, bis er so richtig zündet! Einen genialen Rocksong namens "Deluge" gibt es zum Abschluss noch zu hören. The Vice hauen ein sackstarkes Album raus, das nicht mit Härtegraden punktet, sondern mit zeitlosen, groovigen Rocksongs!
Roolf   
Punkte: 8.6 von 10
JUDICATOR – Let There Be Nothing  (LP)
Prosthetic Records
Mit dem fünften Studioalbum «Let There Be Nothing» wird uns True Power Metal in seiner bombastischen Form vorgestellt. Judicator haben in ihren vorherigen Alben mit einer Ausnahme diverse geschichtliche Themen behandelt – von Napoléon Bonaparte über Frederick der Grosse bis hin zu den Kreuzzügen. Nun folgt das nächste Konzeptalbum – «Let There Be Nothing» thematisiert den Byzantiner General Belisarius, sein Leben und wie er Territorien Roms zurückerobert hat. Dies wird in Kombination von spannenden Lyrics und der passenden harten, energiereichen und melodiösen Musik umgesetzt. Judicator spielen mit der Abwechslung und abrupten Wechseln, womit die Geschichtserzählung umso lebhafter und greifbarer wird. Das Werk wird von diversen Stimmungs- und Tempowechsel durchzogen – die Mischung aus emotionalem und kräftigem Gesang, düsteren und melodiösen Riffen und verschiedenen Dynamiken verleihen dem Werk Spannung und Energie. Es wird eine epische, melodische Atmosphäre gebildet, die weder kitschig noch überheroisch wirkt, sondern durch die vielen eher düsteren und insbesondere melancholischen Melodien in Kombination mit Tempo und virtuosen Soli eine eigene Dynamik erzeugt. Von den acht Tracks sind fünf von überdurchschnittlicher Länge, was ihnen viel Spielraum für die diversen Wechsel, Stimmungen und Power verleiht. Der Power Metal, den Judicator produzieren, ist durchzogen von progressiven Einlagen, was das Werk spannend und komplex gestaltet. Zudem wird Sänger John Yelland regelmässig von Chören oder mehrstimmigen Backing-Vocals ergänzt (erinnert teilweise an Seventh Wonder), was Pointen setzt in den Tracks und für mehr Abwechslung sorgt. «Let There Be Nothing» ist ein tolles, spannendes und komplexes Album, das fesselt und mitreisst.
Sina   
Punkte: 8.6 von 10
ASTRALBORNE - Eternity's End  (LP)
Prosthetic Records
Das Trio aus Toledo, Ohio, U.S.A., schiebt mit 'Eternity's End' ein fulminantes Debutalbum in die Menge, wenn bedenkt wird, dass Astralborne als Sideproject von Jayson Cessna und Derik Smith (beide Hammer Horde) auf Paul Fuzinski (Blood Of The Prophets) trafen. Nach ein paar Jams wurde Astralborne im Jahre 2018 ins Leben gerufen und im 2020 erfolgt nun das 11 Tracks starke Debut namens 'Eternity's End'. Soundtechnisch sind Astralborne im Melodic Death-Metal angesiedelt, mit leichtem Hang zu Viking-Metal, etwas progressive-technical Metal inklusive, gepaart mit speedigen und thrashigen Anleiehen, nebst dem death-metallischen Grundstock. Yo, nebst grindigen und blastigen Attacken, folgen auch viele melodiöse Parts, die bis in die doomigen und power-metallischen Genres reichen, gepaart mit akustischen Einstreuseln, ohne das Hymnenhafte nicht zu vernachlässigen. Yo, Abwechslung in der Geschwindigkeitsabteilung wird ebenfalls hochgehoben, mal eben leicht doomig und dann sogleich in die Blasts rüberwandern, speedig und thrashig und dann richtig bös deathig, ohne jedoch die Melodien zu vernachlässigen. Melodiöse Soli und Melodien vom Saitenhexer, gepaart mit kräftigen, deathigen Riffs sowie ab und an blackadeske Anleihen. Der Tieftöner variert herrlich gepaart zur Klampfe. Der Patternsetzer (Drummer) wirbelt gehörig mit den Double-Basses, Blasts, speedigen Thrash-Patterns. Die tiefen, growligen, wie auch verständlichen Shouts komplettieren 'Eternity's End'. Eine klare, satte Produktion sowie ein hymnenhaftes Coverartwork schliessen dieses hervorragende Debut ab. Vergleichbar mit den älteren In Flames, Kalmah, Dethklok oder auch etwas von Amon Amarth. Anspieltipps wären da 'Paragon Amiss', 'Architect Of Suffering' und 'The Obliterators'.
Leopold   
Punkte: 8.6 von 10
VICIOUS RUMORS – Celebration Decay  (Red Vinyl 2 LPs)
Steamhammer/Musikvertrieb
Vicious Rumors sind so etwas wie die ewigen Verlierer im traditionellen US Power Metal. Zusammen mit Armored Saint, Metal Church und Savatage stand ihr Stern sehr hoch am metallischen Firmament. So hoch, dass die Jungs mit Atlantic einen Major-Deal im Rücken hatten, der ihnen den Weg öffnete, zu den Grossen aufzusteigen. Mit den Alben «Digital Dictator», «Vicious Rumors» und «Welcome To The Ball» schien der Plan aufzugehen. Doch auch ihnen wurde die Grunge-Welle zum Verhängnis, und nach dem nicht von allen Fans mit Wohlwollen aufgenommenen «Word Of Mouth» und dem viel zu frühen Tod (1995) von Meistersänger Carl Albert hing das Leben von Vicious Rumors an einem seidenen Faden. Das desillusionierte «Something Burning» läutete eine musikalische Suche ein, die sich bis 2006 mit «Warball» nicht beenden lassen wollte. Unzählige Zweitgitarristen, neben Mainman Geoff Thorpe (Gitarre) und Larry Howe (Drums), und zig Sänger kamen und gingen. Stellte sich eine einem stabilen Line-up ähnelnde Bandsituation ein, war sie aber auch schon wieder Geschichte. Das Quintett fand nie mehr den Weg zurück zu einstigen Grosstaten, und so überraschte es auch nicht, dass die Truppe mit dem 30-jährigen Jubiläum zu «Digital Dictator» statt der geplanten 20 Shows dann deren 108 Gigs spielte. Es sind und bleiben die alten Kracher, welche die Truppe noch immer über Wasser halten. Daran wird auch «Celebration Decay» nichts ändern. Selbst nicht mit Liedern wie der galoppierenden Doublebass-Drum Nummer «Arrival Of Desolution», die auch dank des neuen Sängers Nick Courtney herausragend vorgetragen wird. Eigentlich ist es schon fast ein Trauerspiel, wenn man sich die neuen Tracks mit der Stimme von Carl Albert vorstellt, reicht das Songmaterial locker an die grandiosen Tracks von «Digital Dictator» und «Welcome To The Ball» heran. Aber ein Carl ist und bleibt ein Jahrhundertsänger, den man nicht so einfach ersetzen kann. «Death Eternal» und «Collision Course Disaster» besitzen ein unglaubliches Potenzial, aber eine Combo wie Vicious Rumors, mit dieser musikalischen Vergangenheit, haben sich die Latte selber verdammt hoch gelegt. Da müsste endlich wieder ein Sänger ins Bandgefüge kommen, der dem Ganzen mit "melodischer" Stimme das bestimmte "Etwas" verleiht, und da dürfen "modernere" Parts keinen Platz haben. Wären VR ein Newcomer, wäre diese Scheibe etwas ganz Tolles. So aber ein nur weiterer Versuch, an die alten Glanzzeiten anzuknüpfen...
Tinu  
Punkte: 8.5 von 10
MESSIAH – Fatal Grotesque Symbols - Darken Universe (Colored EP)
High Roller Records
Mit Acts wie Hellhammer/Celtic Frost und Coroner war die Schweiz schon früh ein äusserst guter Nährboden für Extreme Metal. Messiah gründeten sich im Jahre 1984, um nach fünf mehr oder weniger erfolgreichen Studioalben 1995 für unbestimmte Zeit von der Bildfläche zu verschwinden. Vor einigen Jahren wurden erste Lebenszeichen spürbar und Messiah starteten in der klassischen Besetzung mit Andy Kaina (Vocals), Steve Karrer (Drums), Patrick Hersche (Bass) und Bandgründer Brögi an der Gitarre eine Re-Union. Ursprünglich wollte man nur ein wenig Spass haben und seine Fans in der Schweiz beglücken. 26 Jahre nach dem letzten Studioalbum folgt mit „Fracmont“ (alter Name des „Pilatus“, Berg nahe Luzern) jetzt das Comeback von Messiah auf High Roller Records. Um die Wartezeit auf den Longplayer zu verkürzen, erscheint mit „Fatal Grotesque Symbols – Darken Universe“ eine EP mit drei Stücken, die nicht auf „Fracmont“ zu finden sein werden. Im Studio wurden zwei alte Stücke noch einmal neu aufgenommen, und zwar „Space Invaders“ vom Debüt „Hymn To Abramelin“ (1986) und den Titelsong des Zweitlings „Extreme Cold Weather“ (1987). Der Titelsong der EP „Fatal Grotesque Symbols – Darken Universe“ passt hervorragend zu den alten Songs, das Riffing erinnert zeitweilig an „Enjoy Yourself“ vom Album „Extreme Cold Weather“, auch ist der Solo-Part eher chaotisch und geht zurück zu Messiah‘s frühen Tagen. Modern und technisch hochstehend präsentiert sich die Band den alten Fans, wobei mit „Fracmont“ auch wieder viele neue dazu kommen dürften. Bis dahin ist aber noch ein wenig Geduld gefragt, denn dieses erscheint dann anfangs September 2020.
Oliver H.   
Punkte:
keine Wertung
AVATAR - Hunter Gatherer  (LP & CD)
Century Media/Sony
Avatar ist eine Band, bei welcher man immer noch recht hohe Erwartungen hat. Nach den genialen ersten Platten ging es aber dann recht abwärts, weshalb ich auf diese Scheibe nun besonders gespannt war. Zu meiner Erleichterung scheint es wieder einen grossen Aufschwung gegeben zu haben. Fast wieder auf der alten Höhe und definitiv sehr schlagfertig präsentiert sich der achte Longplayer der Göteborger Metalgiganten. Wie gewohnt erwartet den Hörer eine Mischung an geilen Growls und spezifischem Gesang, welches den Frontmann Johannes Eckerström so unverwechselbar macht. 45 Minuten solides Gitarrengehämmer, anturnenden Vocals und vielversprechende Songtitel. Das ist Metal! Die Herren haben alle Ihre Stärken ausgepackt und das Gesamtbild präsentiert sich (endlich wieder) ansprechend. Was genau auf den letzten beiden Alben schiefgelaufen ist, kann ich nicht sagen, aber es freut mich tierisch, dass die alten Avatar wieder zurück ist. Die dezent mit Elementen anderer Genres gespickte Variante des Melodic Death Metal überrascht uns zwar nicht mit Neuem (mit Ausnahme der unerwarteten Ballade Gun), aber dafür untermauern die Schweden ihre grössten Fähigkeiten. Als Kritikpunkt könnte man die Massentauglichkeit dieser Scheibe nennen, denn sie hört sich zu leicht für solch „schwere“ Musik. Kitschig ist dennoch nichts. Schrill, fast schon horrormässig und endlich wieder richtig düster, so mag man Avatar. Im direkten Vergleich mit den älteren Alben gibt es aber noch etwas Leere, die hätte gefüllt werden können. Nichtsdestotrotz sind die Jungs um gesangliches Multitalent Mr. Düsterer Harlekin auf dem besten Weg, ihren alten Glanz wieder zu erlangen. Daher klare Kaufempfehlung.
Mona 
Punkte: 8.5 von 10
ARCTIC RAIN – The One  (CD)
Frontiers Music/Musikvertrieb
Melodischer Hard Rock, der die Muttermilch von Talisman, Toto, Journey und Foreigner schlürfte und mit dem Baby-Brei von Mr. Big und Treat verfeinert wurde, das bietet «The One» von Arctic Rain. Die Schweden gefallen mit musikalischen Geschick und einer ausgewogenen Balance zwischen Gitarre (dominanter) und Keyboard (devoter). Mit «Friends» und «Night After Night» kommen diese Merkmale stark ans Tageslicht und servieren dem Hörer flüssigen und gut verdaulichen Hard Rock. Mit feinen und filigranen solistischen Momenten von Gitarrist Magnus Berglund und der packenden Stimme von Tobias Jonsson ist schon die halbe Miete eingefahren. Was der Band sicher noch fehlt, ist die eigene Identität, da vieles noch nach dieser oder jener Truppe klingt. Aber als Erstling darf sich «The One» sehen lassen. Mit «Lift Me Up», der Halbballade «The One» und «Take Me To Your Heart» hat der Fünfer sehr gutes Material veröffentlicht, das Lust auf MEHR macht. Melodic-Fans können hier bedenkenlos zugreifen.
Tinu 
Punkte: 8.5 von 10
NUG - Alter Ego  (CD)
Willowtrip Records
Post Metal haben sich Nug aus der Ukraine auf die Fahne gesprayt und das Album dazu hört auf den Namen "Alter Ego". Mit dem Intro "The Birth" wird dieses Album per Kaiserschnitt geboren, und dieses Album sagt leider so gar nichts aus! Heftiger wird's mit "Beast", einem Song mit vielen verschiedenen Facetten. So ist das geile Gitarrenspiel und der mehrstimmige Gesang speziell zu erwähnen. Natürlich ist auch das Getrommel nicht von schlechten Eltern. In den sieben Minuten kommt keine Langeweile auf, denn es wird sehr viel Abwechslung geboten. Mit einem unglaublichen Flow ist "Psyche" ausgestattet, und in diesen drei Minuten wächst der Song über sich hinaus zu einem eindrücklichen Groovemonster heran! Das hat mit Post Metal nichts am Hut, dafür geht das in die Richtung Metalcore, aber die Bezeichnung ist nebensächlich, wenn die Musik am Schluss einfach nur genial ist! "Shores" beginnt ruhig und wirkt schon fast andächtig. Aber nur am Anfang, denn dann werden massive Soundwände in die Höhe getürmt! Dieser Song ist ein weiteres Highlight von Nug auf diesem Album. Die ausgewogene Mischung von hart bis zart bietet die gewünschte Abwechslung in diesem Song. Auf der haushohen Groove-Welle surft "Eleven" elegant dahin und eine weitere Demonstration von Nug, wie man gekonnt Songs schreibt, die auch mal länger dauern. Aus dem Höllenschlund des Sängers kommt "Dorian", und es wird richtig finster und düster. Brachial walzt dieser Song über alles hinweg. Durch die eingestreuten Breaks, mit gefühlvollem Gitarrenspiel, wird der Spannungsbogen voll angespannt und die Abwechslung wird somit garantiert. "Radiance" kann mit diversen irrwitzigen Breaks aufwarten, ist aber sonst eher auf der dissonanten Seite anzutreffen. Herrliche Klänge eröffnen den Song "Night Shine", der dieses hervorragende Album beenden darf. Wieder wird gekonnt mit verschiedenen Härtegraden gespielt. Nug haben mit diesem Album ein richtiges Pfund rausgehauen und sind für mich der Geheimtipp dieses Monats!
Roolf   
Punkte: 8.5 von 10
FORTÉ – Stranger Than Fiction (Re-Release CD)
Divebomb Records
1992, die Erde lag im musikalischen Kollaps und wurde durch Grunge verseucht. Alle trugen Holzfällerhemden und drückten sich alles Illegale durch die Venen, das sich bei Drei nicht selber verpulverisierte. In dieser Zeit nützen einige Metal-Bands die nicht vorhandene Gunst der Stunde und versuchten, sich im Underground einen Namen zu erspielen. Mystik waren so eine Band, wie auch Forté. Während sich Mystik mehr im US Power Metal tummelten, liessen Forté immer wieder thrashige Elemente einfliessen. Das Quartett lebte von der kräftigen Stimme von James Randel und dem verspielten Gitarrenspiel von Jeff Scott. Nicht zu vergessen, die richtig verrückten Bassparts von Rev Jones, der später auch mit Black Symphony auf sich aufmerksam machte. Forté zündeten ein wahres Meistermerk an "wilden" Melodien, das am besten mit dem Titelsong zeigt, zu was die Truppe fähig ist. Wer Bands zwischen Iron Maiden und Pantera liebt, sollte sich unbedingt mit dem Album beschäftigen. Die stetigen Rhythmuswechsel und die wechselnden emotionalen Momente, wie bei «The Promise», stehen nach wie vor für fantastischen Metal, der leider im falschen Zeitpunkt das Licht der Welt erblickte. Als Bonustracks sind «Dementia By Design» vom «Metal Massacre XI»-Sampler und «Digitator» von «Molten Metal Monsters Vol. 1» zu hören.
Tinu   
Punkte:
keine Wertung
THE CHEATS - Cussin‘, Crying ‚N‘ Carrying On  (Digipak)
Flying Dolphin
Faszinierend, echt faszinierend - diese Truppe aus Pittsburgh hat's tatsächlich geschafft, dass ich während dem Hören plötzlich Bock auf ein richtig abgefucktes Punk-Konzert bekommen habe - Bier, klebriger Boden, Schweiss, Mohawks in allen Regenbogenfarben, zerrissene Jeans und abgefickte Lederkutten... das und noch viel mehr, einfach alles inklusive. Viel mehr muss man dazu nicht sagen. Klar, The Cheats sind weder besonders innovativ oder haben zigtausende Melodien in ihre Songs eingebaut - dafür sind sie authentisch as fuck, und das ist doch, was im Punk unter anderem so hoch geschätzt wird. Oder nicht? Also: Plündert den örtlichen Biervorrat, ab an den See oder sonst wohin und laut The Cheats aus den Boxen eines alten Ghettoblasters gedröhnt. Prost!
Toby S.   
Punkte: 8.5 von 10
ALEYNMORD – The Blinding Light  (LP)
AOP Records
Mit der in 2018 erfolgten Gründung der Band ist dieses Projekt noch relativ jung. Somit haben wir es mit «The Blinding Light» auch gleich mit dem ersten Album der beiden aus Oregon stammenden Musikern zu tun. Ein erstes Album kann eine grosse rolle in der Entwicklung einer band spielen, und da mir hier ein Atmospheric / Post Black Metal-Album mit Neo Folk-Einflüssen versprochen wird, bin ich um so gespannter, es nun zum ersten Mal zu hören. Wir beginnen mit «Spores Of Possession», welches mit Raben und mystischen klängen beginnt, welche sogleich von einem viel versprechenden Riff und Schlagzeug unterbrochen wird. Dazu kommen noch die kreischenden, wehklagenden Vocals und die ohrwurmtaugliche Melodie. Gegen Ende flacht der Track ab und plötzlich haben wir auch noch eine ruhigeren, akustischeren Teil. Ganz am Schluss noch ein Starkes Solo und der Übergang zum nächsten Titel «Wounded Monolith», hier hören wir zum Beginn Wellenrauschen und so etwas wie Ketten oder Schlüssel klirren. Dazu ein Flüstern und ein Wehklagen. Diesmal wird die aufkommende E-Gitarre noch durch eine akustische begleitet, und als die Drums noch dazu kommen, hat man erste eine sehr ruhige Melodie, die aber schnell an Tempo gewinnt und auch die klagenden Vocals wieder aufnimmt. Ziemlich genau in der Mitte bricht der Titel ab, und wir hören erneut einen Akustik-Part, hier noch mir Clean Vocals Hinterlegt. Gegen Ende kommen wir wieder etwas in den Black Metal-Bereich und schliessen wie vorher mit einem hammermässigen Solo ab. Als nächstes kommt der Titeltrack «The Blinding Light», welcher mit tiefem Dröhnen und knarzendem Holz anfängt und auch weiterhin sehr ruhig und vor allem instrumental bleibt. Der Track besteht mehr oder weniger nur aus sich abwechselnden Gitarren und Synthies. Auch der letzte Song «Poetry Of Marrow And Rot» startet akustisch und geht dann aber atmosphärischen Black Metal mit den selbigen, kreischenden Vocals über, die wir schon von zuvor kennen. Gegen Ende wird erneut abgeflacht und clean und akustisch gespielt, bevor mit einem erneuten Aufbrausen und eine markerschütterndem Schrei das Album beendet wird. Die ganze Platte ist (vor allem für ein erstes Album) sehr stark und lässt auf Weiteres in dieser Richtung hoffen. Die Atmosphäre ist da, aber die Tracks noch etwa zu vorhersehbar. Im Grossen und Ganzen aber ganz klar ein gelungenes Album.
Simu 
Punkte: 8.5 von 10
ASSIGNMENT - Reflections  (Digipak)
Massacre Records/Phonag
4 Jahre nach "Closing The Circle" melden sich die Proggies mit ihrem neuen fünften Album Namens "Reflections" zurück. Neu an Board ist Drummer Michael Kolar, der auch schon bei Victor Smolski getrommelt hat. Eröffnet wird der Rundling mit dem dramatischen Instrumental-Song "Trilogia Balkanica" und legt damit die Messlatte schon ziemlich hoch. Darauf folgt das schnelle, wütende, von Doublebass getriebene "Mercyful Angel". Und so geht’s auch gleich weiter mit "Obsession", alles auf musikalisch sehr hohem Niveau. Präzise gespielte Attacken und Breaks, führen durch den wilden Track. Erst beim folgenden "Corporate Men" nimmt man den Fuss etwas vom Gaspedal. Aber auch hier poltern die Doublebass Parts aus den Boxen. Irgendwie erinnert mich Shouter Diego Valdez immer wieder an Ronnie James Dio, sein kräftiges Organ bereichert die einzelnen Songs enorm, echt coole Stimme. Ganz gut gefällt auch "Endlessly" hier teilt sich Diego den Gesang mit der Inner Stream-Sängerin Ines Vera Ortiz. Klasse Prog-Nummer. Nach dem 8 Minuten langen "Silent Nation" bracht man erst mal ne Pause, um das ganze Werk etwas zu verarbeiten. Krass geil, was die Deutschen hier abliefern. Ein wirklich spannendes Prog Metal-Album, das einige Durchläufe braucht, um vollends begriffen zu werden. Aber nach jedem Durchlauf entfaltet sich das Ganze mehr und mehr, und man kann "Reflections" uneingeschränkt geniessen.
Crazy Beat  
Punkte: 8.3 von 10
SEPTICFLESH - Infernus Sinfonica MMXIX (Live CD & Blu-ray)
Season Of Mist/Irascible
Wir schreiben das Jahr 2019, es ist der 02. Februar, wir sind im Teatro Metropólitan, in Mexico City. 'Infernus Sinfonica MMXIX' wird geboren, von den griechischen Masters namens Septic Flesh, aus Athen, Griechenland, welche seit 1990 konstant, mit Unterbruch im Jahre 2003 bis 2007, ihren symphonischen Death-Metal zelebrieren. Der Vierer, der bekannt ist für den atmosphärischen, imposanten, brachialen und bombastischen Symphonic Death-Metal, zelebriert nun diesen Event, mit dem mexikanischen 'Symphonic Experience Orchestra', dem mexikanischen 'Enharmonía Voalis Choir' und dem mexikanischen 'National University of Mexico Chilrden's and Youth Choir', ergo eine mexikanisch-griechische Freundschaft. Über 100 Musikerinnen und Musiker waren an diesem Event beteiligt und es ist eine Machtdemonstration von Septic Flesh geworden, denn wäre es ein Studioalbum, ja, es bekäme von mir die Höchstnote, verdientermassen. Wieso? Zieht es euch rein, dann wisst ihr wieso, sowohl als Live-Scheibe wie auch Live-BlueRay-DVD. Blastende, double-bass-artige Drums, groovig, variantenreich, abgespinnt auf die orchestralen Instrumente, dominante Drums. Der Bass wummert herrgöttlich über jegliche Götterdämmerungen. Der Quetschbalken shreddert und rifft sich bombastisch durch die Songs, ab und an ein kurzes, heftiges Soli, ab und an in akustischer Version. Die Vocals sind brutal geshoutet, erheben sich brutaler als jeglicher, tiefster Growl, denn die Vocals sind im gutturalen Bereich angesiedelt, ab und an wechseln sie in den wütenden, aggressiven, thrashigen Shout, was eine weitere heroische Stimmung heraufbeschwört. Die Live-Produktion ist hervorragend, es ist tatsächlich so, als wäre man damals selbst im mexikanischen Pulk gewesen. Eine schlichte und doch markante, graphische Arbeit ziert das Cover. Anspieltipps? Alle, denn es wäre schade, einer dieser 15 Tracks aus dem Kontext zu reissen, die wären als 'Martyr', 'Persepolis', 'Prototype', und, und, und. Vergleiche wären da, anhaltsmässig wohlbemerkt, Dimmu Borgir, Behemoth, Fleshgod Apocalypse, Rotting Christ, Therion, Samael und Konsorten. Ein wahres Live-Vergnügen, welches ich mir sicher nicht entgehen lassen werde.
Leopold     
Punkte:
keine Wertung
GRUMPYNATORS – Still Alive  (LP)
Mighty Music
Mit Volbeat hat die Formation Grumpynators gleich zwei relevante Gemeinsamkeiten. Beide Bands sind in Dänemark beheimatet und musikalisch klingt man beinahe identisch. Kein Wunder also nennt sich Volbeat's Michael Poulsen „Longtime Fan“. Nun, falsch ist das natürlich nicht, im Gegenteil, Volbeat-Fans haben somit eine fast ebenbürtige Alternative. Grumpynators stellen mit „Still Alive“ ihr drittes Werk zur Diskussion. Wie gehabt bringt man die Backgrounds der vier Musiker zusammen. Nämlich Rockabilly, Heavy Metal und Hard Rock. Es resultiert ein Mix aus Stray Cats, Motörhead und Social Distortion, theoretisch wenigstens. In der Praxis klingt man eben wie Volbeat, man kann es drehen und wenden wie man will. Nichts desto trotz hat man aber eben auch starkes Songmaterial verfasst. Durchs Band werden flotte Melodien mit eingängigen Strukturen kombiniert. Daneben beweist man auch die Fähigkeit, Energie zu transportieren und dem, mit Pop-Appeal durchsetzten, Sound einen intensiven Groove zu verpassen. Wer den beschriebenen Sound mag und sich nicht durch den wenig coolen Namen verunsichern lässt, macht mit „Still Alive“ wenig falsch.
Chris C.    
Punkte:
8.2 von 10
SHARPTOOTH - Transitional Forms  (Colored LP)
Pure Noise Records
Sharptooth ist eine US-amerikanische Hardcore, Punk, Metalcore Band aus Baltimore, Maryland, welche in unveränderter Form seit 2014 als Fünfer-Combo, vier Jungs und das Mädel am Mikrofon, unterwegs ist. Mit 'Transitoinal Forms', deren 10 Tracks, bringen Sharptooth ihren zweiten Longplayer, nach dem Debut 'Clever Girl'. Doch Sharptooth releasten zwischenzeitlich, seit dem Bestehen, zwei EP's, zwei Singles und eben sechs Videos. Soundmässig tendieren sie in die Cro-Mags, Prong, COC und Konsortenecke. Auf 'Transitional Forms' hört man dann doch schon die leicht thrashigen, doch steten hardcorigen und crossoverlastigen Metalinjektionen heraus. Stets auf Groove, Aggressivität und Straightness bedacht, bedienen sie die 10 Tracks in die Gehörgänge. Roh, direkt, unverbraucht, frisch und brutal hämmern sich die Songs in dein Gehirn, wie wenn man selbst auf dem eletkrischen Stuhl sitzen würde. Die Vocals sind bösartig aggressiv shoutend, kitzelnd an der gutturalen Gesangeskunst. Mal weniger extrem, mal mit Sprechshouts untermalend, jedoch so à la Angela Gossow shoutend und kitzelnd growlend, um dann in astreinem Klargesang zu wechseln. Die Drumpatterns rasseln wie Ketten nicht nach, sondern vor, die Wucht ist gelegt, stets groovend, breakend und straight auch mal double-bassend und stets wild wirbelnd, so à la 'Animal' aus der Muppet Show. Die beiden Klampfen riffen sich brutal schwer und dann wieder heftig schnell durch die Riffs, stets mit leichten Melodielinien und kurzen Shreds untermalend. Der Tieftöner ist mit typischem N.Y.C.-Crossover-Bassattitüden bestückt, will schreiben, der Bass wummert herrlich tief und klar zu den Gitarren und dem Schlagwerker dazu. Anspieltipps wären da wie folgt: 'The Gray', 'Mean Brain', 'The Southern Strategy' und 'M.P.D.B'. Ein cooles Artwork weist den Weg, die fette Produktion rundet dieses Werk gekonnt ab.
Leopold     
Punkte:
8.2 von 10
NONEXIST – Like The Fearless Hunter  (CD)
Mighty Music
Nonexist wurde im Jahr 2000 gegründet, nachdem sich Johan Reinholdz mit seiner anderen Band Andromeda gerade einen Deal mit WAR gesichert hatte. Für den Job am Mikro konnte Ex-Arch Enemy/Furbowl/Carnage-Sänger Johan Liiva rekrutiert und die Drums mit Dark Funeral/Defleshed-Schlagzeuger Matte Modin besetzt werden. Mit kaum mehr als den Dreck unter ihren Nägeln enterten die Jungs die Abyss Studios im November 2001 und spielten die Tracks fürs Debüt „Deus Deceptor“ ein. Kurz nach der Veröffentlichung gingen die Mitglieder wieder ihrer eigenen Wege. Erst 2011 kehrte Johan Liiva wieder zur Band zurück und im Dezember 2012 spielten Nonexist ihren allerersten Gig überhaupt am „Tundra Festival“ im schwedischen Göteborg. Es folgte noch ein Album, bis Liiva schliesslich 2015 definitiv das Handtuch warf. Jetzt ist die Truppe wieder komplett mit den Faithful Darkness-Mitgliedern Johan Aldgård und Joakim Strandberg. Frischer Wind tut bekanntlich gut, und „Like The Fearless Hunter“ besticht mit moderner Death Metal-Attitüde, ohne jedoch nur in dieser zu verweilen. Die Scheibe beinhaltet auch krachende Mid Tempo-Tracks “Together We Shall Burn”, melodische Thrasher-Hymnen “Strictly Sadistic Intent”, hyperschnelle Hardcore/Punk-gewürzte Nummern “Litany Of Poison” sowie düstere Progressive-Einlagen “Emerging From A World Below”. Sogar ein instrumentales Geschredder “Fear Corrodes The Soul” hat den Weg auf die Platte gefunden. Abwechslung pur! Das Album ist auch gespickt mit diversen Gästen: Mikael Stanne, Rogga Petersson, Chris Amott und Markus Johnsson, um nur einige zu nennen.
Oliver H.     
Punkte:
8.2 von 10
THE MERCURY CIRCLES - The Dawn Of Vitriol (EP - 12" Maxi)
Noble Demon
Mercury Circle ist eine finnische Dark Metal-Band, die mit "The Dawn Of Vitriol" ihre Debut-EP auf den umkämpften Markt schleudern. "Oil Of Vitriol" beginnt gemächlich und man fühlt sich in einem Sci-Fi-Film. Eigentlich ist dieser Song nur ein längeres Intro. Sehr mysthisch wird es mit "The Beauty Of Agony". Die Musik lässt sich als Dark Metal mit elektronischer Unterstützung bezeichnen. Richtig geil gespielt und als Referenzpunkt könnten auch Depeche Mode in rockiger Version herbeigezogen werden. Elektronisch geht es mit "Black Flags" weiter und die Synthies dürfen nun so richtig warmlaufen und zum Einsatz kommen. Dramatischer ist "The Last Fall" aufgebaut und ist ein Song, der auf Atmosphäre aufgebaut wird. Ein Song, der mächtig Stimmung macht. "New Dawn" ist zum Schluss ein weiteres Highlight dieser ausgezeichneten EP. Für mich gehen Mercury Circle als Dark Wave durch und ist allen, die elektronische Musik mögen, wärmstens empfohlen. Einziger Wermutstropfen ist, dass diese EP nur vier Songs hat!!
Roolf     
Punkte:
keine Wertung





THE STRIDES - Out Of The Blues
Sliptrick Records
Schweden können auch anders, hier kommt das Debüt-Album von The Strides. Ihr mögt Led zeppelin, Slade, Rival Sons und The Who? dann mögt ihr auch die Musik der Schweden. Neun rockige, bluesige, melancholische Tracks, die an eben oben erwähnte Bands erinnern. Verspielt wie das an Zep erinnernde "Move On" gefallen ebenso wie das bluesrockige "Closer To The Sun". In die gleiche Kerbe schlägt das etwas mehr bluesige "Whole Lotta Lovin", starke Nummer mit tollem Guitar Slide-Solo. Der Retro-Sound der Schweden hat Biss, Blues, Rock und erinnert an die guten alten 70er, als die Musik noch wild und zum Glück noch nicht so überproduziert war. Echt, ehrlich und gerade in die Fresse. Gut zu hören bei Nummern wie "Bag Full Of Bones" und "Rock`n`Roll Star". Aber auch bei ruhigeren Tönen überzeugen die Nordländer. Hört euch nur das schöne "Dandelion" an. Eine mit akustischer Gitarre gespielte Led Zeppelin "like" Nummer, hier singt Sänger Victor Gustafsson mit sehr viel Gefühl. Und mit "Hellhound Blues" taucht man musikalisch sogar etwas in die 60er ab, da kommt sogar ab und zu The Doors-Feeling auf, klasse gespielt. Und so legen die Schweden hier ein interessantes Debüt vor, das ein Stück musikalische Vergangenheit in die Gegenwart transportiert. Starkes Album.
Crazy Beat     
Punkte:
8.1 von 10
RAVENED – From The Depths  (Deluxe CD)
Jono Music
Wer an Metal und Schweden denkt, kommt gedanklich an Death Metal nicht vorbei. Bei Bands wie At The Gates, Dark Tranquillity oder In Flames wurde das Genre etwas melodischer und zum Teil sogar durch Keyboards getragen. Genau in diese Kategorie gehören auch die Jünglinge von Ravened. In der Stadt Jönköping zu Hause, beschlossen die fünf jungen Herren (alle zwischen 19 und 24 Jahre alt), sich zusammenzutun, um zwei Jahre später mit ihrem Debüt „From The Depths“ etliche Trommelfelle zu massieren. Musikalisch beginnt die Platte sehr atmosphärisch mit einem eher ruhigen Gitarrenpart, der das erste wirkliche Lied „Foul Deeds“ einleitet. Im Anschluss eine ordentliche Portion Blastbeats, die mit reichlich Groove bestückt wurde, dass die Genrebezeichnung etwas aufgeweicht wird. Gesanglich bewegt sich der Sänger irgendwo zwischen Randy Blythe (Lamb Of God), Dez Fafara (Devildriver) und Rainer Nygård (Diablo). Abwechslung birgt zusätzlich der eher im Mid Tempo gehaltene Track „Denial“, der es schafft, das Album in zwei annähernd gleiche Parts zu teilen. Durch das eingesetzte Solo sorgt die Axtfraktion für zusätzlichen Hörspass. Zu „Stridsugglan“ kann man sich sogar die Wall Of Death, die bei einem Live-Konzert abgeht, lebhaft vor dem inneren Auge vorstellen. Hier kristallisiert sich die Spielfreude der Saitenfolterer besonders gut heraus. Harte Riffs, schnelle Drumparts und vereinzelte Soli sind das Standardpaket, das grundsätzlich bei jedem Track zu finden ist. Stimmig, aber dennoch fehlt teilweise der Charakter! Ravened haben mit „Into The Depths“ ein absolut starkes Album auf den Markt gebracht, dem jedoch hie und da etwas Eigenständiges, das i-Tüpfelchen, fehlt. Ganz klar ein solides Debüt der Schweden, dessen vollständiges Potential sich mit zunehmendem Alter und zunehmender Anzahl Platten noch entfalten kann.
Oliver H.
     
Punkte:
8.1 von 10
REDEMPTION – Alive in Color  (Digipak 2 CDs & Blu-ray)
AFM Records
Die führende Progressive Metal Band Redemption aus Kalifornien besteht seit 2000 und hat bereits sieben Studioalben veröffentlicht. Mit «Alive in Color» publizieren die Prog-Virtuosen nun ihr zweites Live-Album in Kombination mit einer Live-DVD. Das Konzert wurde am ProgPower Festival in den USA aufgenommen, wo sie 2018 als Headliner auftraten. Die Setlist wurde auf zwei CD’s aufgeteilt und besteht im Gesamten aus 14 Tracks, wobei «Threads» zweimal vorhanden ist, einmal mit Ray Alder und einmal mit dem ehemaligen Sänger Tom Englund als Gastmusiker. Zudem spielt Chris Poland (ex-Megadeth), der schon in diversen Studioalben von Redemption mitgewirkt hat, in «Indulge In Color» sowie im Megadeth-Cover «Peace Sells (But Who's Buying)» mit. Der Sound ist genial abgemischt – die einzelnen Einheiten der Songs kommen zur Geltung, die Instrumente sind ausgeglichen, die Aufnahmen sind klar und die Energie, die Redemption live an den Tag legen, wird direkt übermittelt. Auch die Setlist ist super gewählt. Das Konzert ist abwechslungsreich und ausgeglichen; ein Hit nach dem anderen wird geliefert und die Prog-Genies verblüffen abermals aufs Neue mit ihrer Genialität. Für Leute, die Redemption noch nicht kennen, ist «Alive in Color» übrigens eine super Einstiegsplatte, da genau zusammengefasst wird, was Redemption und ihr Stil ausmachen. Diese Live-CD macht gleich Lust auf mehr Material – was gut ist, denn bald soll das achte Studioalbum kommen. Bis dahin erfüllt «Alive in Color» jeden Prog-Fan mit Freude und Energie. Wer auf Dream Theater steht und Redemption noch nicht kennt, der muss sich dieses Live-Album reinziehen!
Sina     
Punkte:
keine Wertung
RAMOS – My Many Sides  (CD)
Frontiers Music/Musikvertrieb
Josh Ramos ist vielen vielleicht noch bekannt durch seine Mitarbeit bei Hardline. Aber auch mit Two Fires hat der Virtuose sein musikalisches Geschick unter Beweis gestellt. Zusammen mit vielen namhaften Sängern wie Eric Martin (Mr. Big), Terry Illous (XYZ, ehemals Great White), Danny Vaughn (Tyketto), Tony Harnell (TNT), Harry Hess (Harem Scarem), Tony Milles (Shy) und Joe Retta (Heaven & Earth) spielt sich der Gitarrist durch melodischen Hard Rock, der seine Anleihen bei Rainbow, Mr. Big, Lynch Mob oder Tangier hat. Logisch steht bei diesem Album die Gitarre im Mittelpunkt, und Josh rifft und soliert sich mit viel Hingabe und blutigen, Rock'n'Roll abgewetzten Fingern durch die Tracks. Dabei ist er eher beim Blues Rock verwurzelt denn beim AOR und sollte somit den Classic-Rock Fans ein breites Grinsen auf das Gesicht zaubern. Das Instrumental «Ceremony» geht tief unter die Haut und erinnert von der Spielart her an Joe Satriani. Mit einer fetzigen Spielweise überzeugt Mister Ramos bei «All Over Now» und lässt dabei alle Facetten des harten Rocks aufblühen. Ein tolles Album, dem aber der Hit fehlt und bei dem man merkt, dass dies eher ein Solo-Werk oder ein Projekt ist und somit das Bandfeeling vermissen lässt. Trotzdem bietet das Album genügend Material, das man bedenkenlos antesten kann.
Tinu     
Punkte:
8.0 von 10
MANTICORA – To Live To Kill To - Live (CD)
ViciSolum Productions
Die dänischen Heavy-Thrash-Prog-Metaller Manticora überzeugen mit ihrem Zweitwerk nach dem Neustart von 2018. War für mich der Vorgänger «To Kill To Live To Kill» ein unzugänglicher Dauerlärm, dem ich mit viel gutem Willen noch sechs Punkte geben konnte, ist das nun bei seinem Nachfolger ganz anders. Konzeptionell hängen die beiden Alben eng aneinander. Das verrät bereits der sehr ähnliche Titel. Musikalisch macht es bei mir nun plötzlich klick. Die wilde Mischung aus Heavy Metal, Thrash, ja gar Death- und Black Metal-Attacken fliesst logisch ineinander und mündet oft in episch anmutenden Refrains. Sänger Lars Larsen überzeugt mit seiner melancholischen Stimme und hält das Ganze zusammen. Dazu kommen Gitarren-Soli, die immer mit ihren Melodien in erster Linie dem Song dienen und keinen Selbstzweck darstellen. Dass die Band mit dem fast 15 minütigen «Katana – The Moths And The Dragonflies» das Album eröffnet, zeugt von Mut. Es macht aber Sinn, gehört dieses Monumentalwerk zum Besten, was das Album zu bieten hat. Anschliessend leiten sie mit einem wunderschönen kurzen Instrumental in den Rest dieser CD über. Auch da halten sie an den bekannten stilistischen Elementen fest. Doomig langsam und düster wird es bei «The Eyes Of The Killer». Der Rest klingt auf hohem Niveau immer etwas ähnlich, weshalb die wirklichen Aha-Momente mit der Zeit etwas fehlen. Da wäre weniger wohl mehr gewesen. Anderseits gibt es wirklich keinen Qualitätsverlust. Gerade das kleine Instrumental gegen Schluss und das kurze Hörspiel erinnern noch einmal an das Konzept dieses Albums. Der siebenminütige Abschluss «Katana – Beheaded» lässt dann nochmals aufhorchen. Manticora übertreffen sich mit diesem Album selbst. Es attestiert der Band eine hohe Musikalität. Wer harten, progressiven Metal mit Anleihen zum Power Metal mag, wird mit diesem Album bestens bedient. Ich bin positiv überrascht, auch wenn trotz aller Ambitionen der Musiker noch Luft nach oben besteht. Um das zu ändern, müsste mich das Album auf der ganzen Länge von 63 Minuten restlos überzeugen.
Roger W.     
Punkte:
keine Wertung
MORSE PORTNOY GEORGE - Cover To Cover Anthology Vol 1 - 3
(3 LPs)
InsideOut Music
Neal Morse, der wohl aktivste Prog-Workaholic auf diesem Planeten, arbeitet gerade an seinem neuesten Werk "Sola Gratia" das im September erscheint und haut so nebenbei noch das dritte "Cover To Cover"-Album raus mit Freund Portnoy, der ja nicht minder beschäftigt ist. Das Ganze gibt’s auch gleichzeitig als Anthology Part 1 bis 3. Waren doch schon Part eins und zwei toll interpretierte Alben, wird das hier im dritten Teil konsequent weitergeführt. Gestartet wird Part 3 mit dem Yes-Song "No Opportunity Necessary No Expierence Needed", das auch gleich von Jon Davison eingesungen wurde. Auch das folgende "Hymn 43" von Jethro Tull, sehr starker Song von Portnoy gesungen. Dann gibt man den Bowie-Klassiker "Life On Mars" zu Besten, herrlich, wie Neal das singt. Auch Gerry Rafferty`s "Baker Street", einfach nur Klasse, toll gesungen von Portnoy und Morse. Oder den Ringo Star-Klassiker "It Don`t Come Easy", herrlich zum Zuhören. Die drei verstehen es wirklich, Songs zu Covern, nahe am Original, aber trotzdem die eigene Note einzubringen. Man merkt, dass die Herren musikalisch in den 70gern verwurzelt sind. Vom poppigen "Baby Blue", Badfinger, bis zum King Crimson-Prog-Song "One More Red Nightmare", das Spektrum ist breit. Aber auch moderneres wie Lenny Kravitz`s "Let Love Rule" kommt gut. Aber am besten gefällt mir immer noch "Crazy Horse" von den Osmonds von Cover 2 Cover Album (Part 2). Jedenfalls haben die drei hier viele starke Covers im Repertoire. Wer noch die ersten beiden Werke noch nicht hat, sollte unbedingt die Anthology kaufen. Macht Spass das Teil!
Crazy Beat 
Punkte:
keine Wertung
VELVET VIPER - From Over Yonder (Gatefold Clear Vinyl, Re-Release)
VELVET VIPER - Pilgrimage (Gatefold LP, Blue Vinyl, Re-Release)
Massacre Records/Phonag
Eigentlich war das schon lange überfällig, dass die beiden ersten und "echten" Zed Yago Scheiben nochmals aufgelegt werden. Dass dies aktuell unter dem Banner von Velvet Viper stattfindet, ist bekanntlich dem Umstand geschuldet, dass Leadsängerin Jutta Weinhold nicht über die Rechte am alten Bandnamen verfügt. Dies führte ab 1991 unweigerlich dazu, dass der urtümliche wie bis heute unerreichte Dramatic Metal mit der Nachfolge-Combo Velvet Viper weiter geführt wurde, zumindest für weitere zwei Alben in den 90ern. «From Over Yonder» (1988) jagt mir indes beim Anhören auch heute noch stets einen wohligen Schauer über den Rücken, und wenn Jutti zu «Stay The Course», meinem absoluten Lieblingstrack ansetzt, ist immer eine fette Gänsehaut garantiert. Der Nachfolger «Pilgrimage» (1989) vermochte das kompositorische Level leider nicht mehr zu halten, ohne dabei als Stinker durchgehen zu müssen. Diese Scharte wurde danach durch die beiden erneut brillanten Velvet Viper Scheiben von 1991 und 1992 locker ausgewetzt. Im Zuge dessen, dass Jutta Weinhold ihre Band spätestens mit dem starken Comeback-Album «Respice Finem» ab 2018 wieder richtig in Gang brachte und der Nachfolger «The Pale Man Is Holding A Broken Heart» im letzten Herbst gar noch einen drauf setzte, schliesst der Re-Release der beiden Frühwerke eine Lücke bei all jenen Metalheads, die die Blütezeit von Zed Yago, aus welchem Grund auch immer, verpasst haben. Der Versuch zu «Respice Finem» auch nur einen Gig bei uns zu kriegen schlug leider fehl. Eine absolute Schande, denn unsere Jutti, die im kommenden Herbst 73 Jahre (!) alt wird, befindet sich stimmlich nach wie vor in bester Form, auch was die alten Klassiker betrifft! Vorzüglich gelungen ist auch das Remastering, das die Fensterscheiben zum Erzittern bringt. Davon profitieren auch vier Velvet Viper Tracks des Debüts, die als Bonus-Tracks bei der «Pilgrimage» angehängt wurden, während bei der «FOY» zwei kultige Live-Aufnahmen von 1989 und vor allem die persönliche Ode an den 2018 verstorbenen Freund und Drummer Claus Reinholdt alias "Bubi, der Schmied" eine Herzensangelegenheit ausdrücken.
Rockslave 
Punkte:
keine Wertung
DREAMS OF AVALON – Beyond The Dream  (CD)
Metalville/Musikvertrieb
Den Namen dieses Soloprojekts würde ich mit Symphonic Metal assoziieren. Auf dem Debütalbum von Dreams Of Avalon ist aber 80er-Hard Rock zu hören, der teilweise Brücken zum Melodic Metal und Glam Metal schlägt. Natürlich ist auch eine grosse Portion AOR auszumachen. Dazu kommen Keyboards, die vor 35 Jahren modern waren und seit kurzem wieder entdeckt werden. Der schwedische Astral Doors-Gitarrist Joachim Nordlund schreitet damit in eine ähnliche Richtung wie seine Landsleute von The Night Flight Orchestra. Nordlund hat sich hier dem Gesang, den Tastenklängen, dem Bass und der Gitarre angenommen. Neben ein paar Gastbeiträgen an den Keyboards hat er nur das Schlagzeug in fremde Hände gelassen. Das alles sorgt für eine fröhliche Sommerstimmung, die wohl die beste Wirkung von einer richtigen Band gespielt auf einem Sommer Open-Air am frühen Abend entfalten würde. Da dies zurzeit nicht möglich ist, darf man sich gerne mit dieser CD anfreunden. Das Sonwriting ist durchaus hochwertig und wird von Hördurchgang zu Hördurchgang besser. Nach der Hälfte läuft es sich allerdings etwas aus, auch wenn es keinen hörbaren Qualitätsverlust gibt. Die Ohren sind dann aber durch die Tastenklänge etwas zugekleistert. Zudem verfügt Nordlund über eine Stimme, die mit der Zeit etwas beginnt zu nerven. Wer aber poppigen 80er-Jahre Hard Rock / Heavy Metal mag, kann mit diesem Album nicht viel falsch machen. Und wer bei der reinen Erwähnung dieses Namens bereits das Weite sucht, wird auch mit diesem Album nicht warm. «Beyond The Dream» ist dennoch ein gutes Album, welches durchaus das Potenzial besitzt, zumindest für einige Hörer zur Offenbarung zu werden. Das ist es für mich aber nicht. Wer sich mit modern produziertem wie keyboardlastigem Pop-Metal anfreunden kann, ist hier sicher gut bedient.
Roger W.   
Punkte:
8.0 von 10
NIGHT LASER – Power To Power  (Red Marble Vinyl & Digital Copy)
Out Of Line Music
Nach dem Debüt „Fight For The Night“ (2014) und dem Nachfolger „Laserhead“ (2017) steht die Hamburger Band Night Laser mit „Power To Power“ zum dritten Mal in den Startlöchern. Einmal mehr zelebrieren die vier Hanseaten astreinen achtziger Glam Metal und wurden auch schon als deutsche Antwort auf Steel Panther betitelt. Das beginnt schon bei der optischen Erscheinung der Jungs. Von Cowboy Boots über Leder und Nieten bis zu Kajal-modifizierten Augen, authentischer gehts nicht mehr. Musikalisch sind genannte Querverweise wie Mötley Crüe und W.A.S.P. aber mit Vorsicht zu geniessen. Die ebenfalls erwähnten HammerFall entsprechen da eher der Realität, und um Parallelen zu Anthrax und Tankard zu erkennen, braucht es schon sehr viel Phantasie. Die Formation hat aber ansprechendes Songmaterial, mindestens teilweise, in petto. Der Fokus wird dabei auf eingängige Melodien gelegt. Leider fehlen aber die entsprechenden Songstrukturen, die den relevanten Memory-Effekt erzeugen, die Tracks wirken arg konstruiert. Wer der Aussage den Sunset Strip nach Hamburg geholt zu haben Glauben schenkt, könnte enttäuscht werden. Dazu fehlt auch die vom damaligen Zeitgeist initiierte Fuck You-Attitüde. Trotz aller Kritik brilliert das Quartett durch Charisma und der offensichtlichen Investition von jeder Menge Herzblut. Energie und Groove werden bei Night Laser stark gewichtet, und das macht das musikalische Manko wieder wett.
Chris C.    
Punkte:
8.0 von 10
STORMZONE – Ignite The Machine (LP)
Metalopolis Records/Phonag
Die Nordiren Stormzone besinnen sich wieder auf ihre Vergangenheit. Zumindest beim Bonustrack «This Is Heavy Metal» huldigen sie Texten, denen sie, laut Promoschreiben, seit 2017 abgeschworen hatten. Damals beschlossen sie, künftig Lieder ohne die gängigen Heavy Metal-Klischees zu schreiben. Das ist aber nicht weiter schlimm. Als Schlusspunkt nach elf Liedern passt dieses Stück als toller Abschluss. Vorher wird man mit kraftvollem, abwechslungsreichem Heavy Metal verwöhnt. Dieser wurde satt eingespielt und schafft spielend den Spagat zwischen Härte und Eingängigkeit. «Ignite The Machine» wirkt zuerst etwas belanglos, wird aber schnell zur gern gehörten Hintergrundmusik. Live könnten diese Lieder gar vom Hocker reissen. Auf dem Album dagegen fallen sie nicht weiter aus dem Rahmen. Schön auch, dass die Band darauf achtet, in der Hälfte des Albums mit dem ungewöhnlichen und epischen «Nothing To Fear» einen Gegenpunkt zu den restlichen Liedern zu schaffen. Der Rest bewegt sich im melodischen Heavy Metal, der einen entfernten Hang zum Power Metal und zum Rock'n'Roll aufweist. Damit offenbaren Stormzone zwar keinen Jahreshöhepunkt, aber ein Album, das jedem Metaller gefallen dürfte, ohne dass man gleich Aha-Momente wie zum Beispiel beim letzten Judas Priest-Album hat. Stormzone bestätigen hier aber ihren Ruf als gute, jedoch nicht hervorragende Heavy Metal-Band. Wer diese Art von Musik mag, kann mit diesem Album trotzdem nichts falsch machen.
Roger W.    
Punkte:
8.0 von 10
REPULSIVE VISION - Necrovictology  (CD)
Emanzipation Productions
Wow, schon die ersten gespielten, schnellen Töne versprechen da ein thrashig-deathiges Bollwerk und ja, erinnert mich so an Bands wie Invocator, Cancer, Sadus, Jungle Rot, No Raza, Carcass, Bolt Thrower, Benediction, auch etwas an Slayer und Dark Angel und weiteren Konsorten, einfach straight in die Schnauze reinfahren, abladen bis Obergrenze Unterlippe, dann satt und gezielt faustieren und schlucken das Zeugs. Repulsive Vision, aus Barrow-in-Furness, Cumbria, England, U.K., servieren uns mit 'Necrovictology' volles Death-Rohr in die Gehörgänge, gradlinig, schmerzlos und einfach stets vorwärts getrieben. Der englische Vierer ist seit 2010 in der richtigen Bahn unterwegs und weist, nebst dem neuen Album, einen weiteren Longplayer sowie eine EP aus. 'Necrovictology' hat 13 Tracks, und ich schreibe euch, es ist wie eine gut geölte Stanzmaschine, welche dich konstant den Weg durch die schmalen Stanzungen jagt. Ein herrlich wummernder, treibender Bass. Ein herrlich thrash-deathiger, riffende Gitarre mit shred-artigen Soli à la old-school Slayer. Ein herrlich double-bassiges, groovendes, ab und an leicht blastendes, speedig-thrashig-deathiges Schlagzeug und herrliche, thrashige und deathige Vocals, welche sich auf den Linien des Growls und thrashigen Shouts sich wandelt. Eine saubere, heftige Produktion sowie ein herrliches Artwork schliessen diesen Release erfolgreich ab. Ah ja, Anspieltipps, die da wären 'Draconian Reprisals', 'Blind Loyality', 'A Lifetime Of Suffering Deserved' und 'Other Than Divine - Repulsive Vision'.
Leopold    
Punkte:
8.0 von 10
MENTALIST – Freedom Of Speech  (CD)
Pride & Joy Music
Wer sich fragt, was der ehemalige Blind Guardian Schlagzeuger Thomen Stauch macht, wird bei Mentalist fündig. Es ist das nach wie vor souveräne Schlagzeugspiel von Thomen, das bei Mentalist heraus sticht. Zu hören sind melodischere Parts, die irgendwo zwischen Stratovarius und älteren Blind Guardian angesiedelt werden können. Für ein Debüt-Album klingt das Material schon sehr "erwachsen" und kann durchaus überzeugen. Auch dank der Stimme von Rob Lundgren. Ob die Jungs dabei balladesk ins Rennen gehen wie bei «Whispering Winds» (die Geheimwaffe von Mentalist), mit Geschwindigkeit («Digital Mind»), hymnisch («Your Throne»), metallisch («Devil's Game») oder monumental («Run Benjamin»), sie lassen aufhorchen. Klar, dass man mit dem Debüt-Album (noch) nicht bei den ganz Grossen mitspielen kann, aber sollte sich diese Truppe festigen und Durchhaltewillen zeigen, dann könnte sich hier etwas ganz Grosses offenbaren. Drücken wir den Jungs die Daumen, dass sie sich nicht vom Musikbusiness entmutigen lassen und vielleicht bald auf einer Tour halten können, was sie auf diesem Tonträger versprechen.
Tinu    
Punkte:
8.0 von 10
PURTENANCE - Buried Incarnation  (LP)
Xtreem Music
Aus Nokia, Irkanmaa, Finnland stammen Purtenance (ab 1991), da die früher mal Purtenance Avulsion (von 1989-1991) hiessen, und veröffentlichen mit 'Buried Incarnation' ihren vierten Longplayer, nebst diversen Singles, EP's und einer Box-Set. Zelebriert wird Death-Metal, mit einer Reminiszenz an den old-schooligen Death-Metal, der auch mal die schweren, doomigen Parts beinhaltete. Ja, so wie etwa Entombed, Dismember, Funebre, Immolation, ABhorrence, Depravitiy und Konsorten, will schreiben, einfach alles im finnischen Style, hellyeah. Und aus dem doomigen heraus wird in den treibend-groovigen, immer noch schweren Death-Metal gewechselt. Ja, auch die Produktion klingt etwas aus dieser Zeit, macht jedoch den Sound von Purtenance nur noch sympathischer. 9 Tracks haben es auf das neue Album geschafft, die sehr abwechslungsreich, will schreiben, vom doomigen Moment zum double-bass-lastigen Death-Metal das Spektrum beinhalten. Die beiden Gitarren riffen sich mal zähflüssig wie Lava durch die Songstrukturen, danach wird wieder mal schneller geraffelt, mit Breaks vermischt. Solide Soli, mal melodiös, mal einfach Slayer-like geshreddet. Der Tieftöner ist klar hörbar, hat einen satten, tiefen Sound und passt zur Gesamtwelle von 'Buried Incarnation'. Zudem ist der Bassist noch der Mainshouter und seine gutturalen Shouts sind ebenfalls sehr tief, leicht zähflüssig gehalten. Der Schlagwerker intoniert gekonnt die doomigen, zähflüssigen und schleppenden Patterns mit den schnellen, speedig-thrashigen Double-Basses, als auch mit sehr groovigen, leicht blackigen Parts. Das Cover-Artwork ist jetzt schon Kult, sehr old-schoolig und passend zum Sound. Tipps wären da 'The Malicious Moon', 'Shrouded Vision Of Afterlife', 'Dark Womb Of Nothingness' und 'Burial Secrecy'.
Leopold    
Punkte:
8.0 von 10
GÖSTA BERLINGS SAGA - Konkret Musik  (2 LPs)
InsideOut Music
Vor einem Monat veröffentlichten die Schweden ihr ausschließlich digital zu erwerbendes Live-Album "Artefacts". Nun folgt schon der nächste Rundling mit Namen "Konkret Musik". Geboten werden hier 12 Instrumental-Nummern, die wie schon auf dem Live-Album zu hören waren stark elektronisch geprägt sind. Der Opener "Släpad" erinnert fern an Kraftwerk, nur die Drums klingen echter. Das folgende "Vinsta Guldklocka" geht ähnliche Wege, nur mit Prog-Einflüssen und etwas Yes in der Musik. Ich weiss, dass klingt strange, tut die Musik aber auch. Man hört hier dann doch immer wieder Kraftwerk-Einflüsse, nur etwas, wie soll ich das nur erklären, lebendiger würde ich das nennen. Mit mehr Dynamik in der Musik. "Close To Home" hat was von Jean Michel Jarre, ganz klar. Schnellere Nummern wie der Titeltrack tendieren dann eher wieder Richtung Yes, ohne Gesang halt. Tja und da sind auch plötzlich noch Eloy-Klänge zu hören, in "To Never Return", klasse diese Vielseitigkeit. Natürlich hört man ab und zu auch Pink Floyd-Töne, ist ja fast logisch. Ganz cool find ich die Omega / Zeppelin-Einflüsse bei "Förbifart Stockholm", sowas hab ich ja noch nie gehört. Also nach dem eher mageren Live-Album, bin ich hier dann schon sehr positiv überrascht, wie Vielseitig die Schweden hier zu Werke gehen. Hört doch einfach mal rein, aber bitte Zuhause und in aller Ruhe.
Crazy Beat
   
Punkte:
7.9 von 10
TÖXIC DEATH - Sepulchral Demons  (CD)
High Roller Records
Aus Sandnes, Rogaland, Norwegen, stammt der Fünfer namens Töxic Death und schreibt seit 2003 die metallischen Geschichten, unter anderem auch mit dem neuen Album namens 'Sepulchral Demons', auf welchem gepflegter, blackiger Thrash-Metal wiedergegeben wird, und dies auf 7 Tracks. Es ist wohlweislich nicht von der Hand zu weisen, dass für die musikalische Inspiration, was eben ein Vergleich auch darstellt, die Recken von Sepultura, Slayer, Razor, Destruction, Sodom, Kreator, Deathhammer und weitere Initialgeber hergehalten haben. Klar, die Produktion ist zeitgemass klar und druckvoll gelungen, das Cover-Artwork macht einen Spagat zwischen dem 'Old-School' und der Neuzeit. Da wird auch dementsprechend sepultura- und slayer-mässig soliert, gefrickelt wird schnell, und zwar im blackadesken Thrash-Metal, wobei doch das 'blackadesk' unter Umständen in Klammern stehen darf. Speedig und thrashig gehaltene, sowie auch double-bass-likige Patterns aus der Schlagzeugerseite her dröhnend, stets vorwärtstreibend, wie in den 'guten, alten' Thrash-Tagen zurückversetzt. Der Tieftöner rasselt gewaltig am Nagelarmband, treibt stets mit klarem Basssound die Songstrukturen stets vorwärtsgerichtet. Die Vocals erinnern eher an das ursprüngliche Thrashgeshoute als an blackadeske oder gar deathige Stimmbandtrainings. Ach ja, es gibt ja nicht unbedingt viele Thrash-Bands, die kurze Blasts ebenfalls in ihr Repertoire hinzugefügt haben, oder irre ich mich da etwa? Und so ist der Bezug zum Black-Metal ja irgendwie auch noch gerettet. Hörtipps wären da 'Malicious Assassin' (mit dem Blastpart), 'Undead Vengeance' und 'Savage Nights'.
Leopold    
Punkte:
7.8 von 10
THYRANT – Katabasis  (CD)
Indie Recordings
Schon fast kitschig liest sich der Beschrieb der Gründung, der 2015 ins Leben gerufenen Band Thyrant die ihr Zusammenfinden als Freundschaft, glückliche Umstände und zur rechten Zeit am richtigen Ort sein beschreibt. 2017 erfolgte das Release des Debütwerks mit Namen „What We Left Behind“. Mit „Katabasis“ folgt nun also der zweite Streich der Spanier. Auf die Muscheln gibt es einen gewaltigen Mix aus Death, Black und einen Schuss Doom. „Face The Thyrant“ ist gleich zu Beginn stimmlich ganz schwarz gefärbt, die Gitarren dazu sind eher doomlastig und nach knapp vier Minuten springt die Nummer nach einer Klargesangeinlage in Richtung Death/Black. Ein ganz schön wilder Ritt, der aber nicht uninteressant klingt. „Dunes Of Desolation“ kommt etwas gradliniger aus den Boxen, und mit „Chapter I Shipwreck“ wurde ein leicht doomig klingendes instrumentales Interlude eingeschoben. Es wird nicht das letzte des Albums sein. Der Rausschmeisser geht das erstmals ein wenig anders und eröffnet mit einer akustischen Gitarre und Klargesang. Nach gut zwei Minuten wird es doomig, gesanglich gibt es Klargesang, kreischend schwarze Beiträge, wie auch knurrendes Todesblei. Über die ganze Albumlänge gesehen bieten Thyrant keine leichte Kost. Das spanische Exportprodukt ist ein recht sperriges Werk, das einen grossen Anteil Schwarzmetal zu bieten hat, aber auch intensive Ausflüge in Richtung Doom unternimmt. Der Sound der Scheibe ist druckvoll und satt produziert und kommt mehr als sauber rüber. Genregrenzgänger zwischen Black und Doom, welche auch kein Problem mit weiteren Genres wie Death oder Thrash haben, sollten unbedingt ein Ohr riskieren.
Oliver H.    
Punkte:
7.8 von 10
GREYHAWK – Keepers Of The Flame  (LP)
Fighter Records
Nach ihrer 2018 veröffentlichten EP «Ride Out» liefert die True Heavy Metal Band Greyhawk ihr erstes full-length Album «Keepers Of The Flame». Das aus den USA kommende Quintett produziert packenden, melodiösen Heavy Metal mit treibenden Riffen, ausgefallenen Soli und energiereichem Gesang. Zu Beginn, beim ersten Track «Frozen Star» nach dem epischen Keyboard-Intro «Gates of Time» schockiert das Mixing etwas, denn die Musik würde mit dem rasanten Gitarrenmotiv und den schnellen Rhythmen vom Hocker hauen, und doch kommt die Energie nicht richtig zur Geltung. Es wirkt, als würde ein Schleier auf der Musik liegen, der alles etwas dämpft. Dies fällt jedoch in den folgenden Songs nicht mehr auf bzw. es wirkt, als werde das Mixing im Verlaufe des Albums immer besser. Nicht nur das – «Keepers Of The Flame» überzeugt und überrascht mit jedem Track mehr und mehr. In den Gitarrenriffs sind Einflüsse von DIO, Accept und Manilla Road zu erkennen. Diese werden mit den sporadisch eingesetzten Chören und epischen, dynamischen Einlagen mit Manowar-Eindrücken kombiniert. Zusätzlich erinnert das Album durchgehend, sobald ein Gitarrensolo einsetzt, an Yngwie Malmsteen. Dieser Eindruck wird an sechster Stelle mit «R.X.R.O» nochmals unterstrichen, denn hier liefern Greyhawk ein packendes, reissendes Instrumental durchzogen von raffinierten, virtuosen Soli. Somit kombinieren die Amerikaner verschiedene Stile zu einem abwechslungsreichen, powerreichen und melodiösen Gemisch, das für Greyhawk steht. Taylor am Mikrophon überzeugt mit seiner kräftigen, vielseitigen Stimme und komplettiert mit den Lyrics das Bild, dass Greyhawk trotz den unterschiedlichen, vielseitigen Genre-Einflüssen geraden True Metal kreieren. Ja, hier muss gesagt werden, dass Greyhawk etwas kitschig wirken können… was bei dieser Kombination auch keine Überraschung sein sollte. Derjenige oder diejenige, der/die jedoch auf diese aufgestellte, lebhafte und teils heldenhaft wirkende Musik steht, der/die sollte diesem Debut eine Chance geben. «Keepers Of The Flame» überzeugt mit harten, ausgefallenen, epischen, dynamischen und treibenden Melodien. Die melodiösen Refrains packen und die Energie, die im Verlauf des Albums hergestellt wird, lässt nicht ab.
Sina    
Punkte:
7.8 von 10
IN MOURNING - Monolith  (Re-Release Digipak)
Agonia Records
Hier ein interessanter Re-Release aus dem Jahre 2010 des schwedischen Fünfers aus Falun, Dalarna, die mittlerweile seit 20 Jahren unterwegs sind und interessant gestalteten und geformten Death-Metal zelebrieren. War zur Gründungszeiten eher der Gothic-Metal das Musikreich, so sammelte und tendierte man dann in die Richtung des melodisch-progressiven Death-Metal, welches In Mourning und 'Monolith' sehr gut zu stehen kommt. Als Vergleiche können ruhig Opeth, Barren Earth, Insomnium oder auch Dark Trnaquillity herhalten. Man formte wohl das Gothic in das Doomige rein, oder besser geschrieben, wurde transformiert, denn zeitweise sind noch kurze Gothic-Elemente rauszuhören. 8 Tracks, wie seinerzeit auf dem Original, sonst wär's wohl kein Re-Release, der Logik entsprechend. Und, oh ja, progressive sind In Mourning alleweil. Satte, thrash-deathige Quetschbalken, herrliche Melodielinien, hervorragende Soli runden die Saitenkraftwerke ab. Die Drums kommen heftig, treibend, double-bass-lastig, mit einigen Breaks verhangen und dennoch sehr groovig daher. Der Bass lässt die Saiten stets nach vorne treibend, mit einem satten, skandinavisch sehr untypischen Sound, was jedoch der Kompaktheit der Songs zugute kommt. Der Gesang ist im tiefen, gutturalen Bereich zuhause, stets böse und brutal geshoutet. Ein herrliches Cover-Artwork, was alles zum Albumtitel und der Wucht des Soundes aussagt und eine sehr gelungene Produktion, welche noch etwas druckvoller und böser rüberkommt. Songs, wie 'The Poet And The Painter Of souls', 'Debris', 'Pale Eye Revelation' und 'For You To Know' wären was als Hörstichprobe. Ach ja, 'Monolith' war das Zweitwerk von In Mourning und schon damals wussten die Jungs, was sie können und in welche Richtung eingeschlagen werden soll. Gut so!
Leopold      
Punkte:
keine Wertung
PRINS SVART - Under Jord (CD)
Musica Ex Machina
Aus den offiziellen Infosheets der Plattenfirmen erhält der Rezensent mehr oder weniger Infos zum jeweils vorliegenden Album. Bei Prins Svart aus Schweden stach mir noch ein interessantes Detail ins Auge, das ich bisher entweder übersah oder nicht immer gleich wahr genommen habe. Die Rede ist von der Zielgruppe, und da steht tatsächlich: "(Male, 35-60, Sweden)". Das mutet schon etwas seltsam an, da damit erstens das weibliche Geschlecht generell übelst diskriminert wird und zweitens nur Schweden im angegebenen Altersrange gemeint sind! Was soll ich somit also noch gross darüber schreiben?! Doch die Rubriken "Sound Like: Free, Led Zeppelin, Deep Purple, Porcupine Tree, Rainbow und Thåström" sowie die "Tag Words: Classic Rock with Swedish lyrics" bringen mich (als Schweizer) wieder zurück ins Geschäft! «Under Jord» ist nach dem selbstbetitelten Debüt von 2018 und dem Nachfolger «Inte Här För Att Stanna» (2019) das dritte Album der zusammengewürfelten Truppe um Gitarrist Henrik Bergqvist (The Poodles), Bassist Tomas Thorberg (Berggren Kerslake Band, Snakes In Paradise) und Drummer Sebastian Sippola (Ex-Grand Magus, Southfork). Während auf dem neuen Album mit Mats Levén (Skyblood, Ex-Candlemass), Håkan Hemlin (Nordman), Janne Åström (Medborgarna, Så ska det låta) und Matti Alfonzetti (Skintrade) gleich vier Gastsänger auflaufen, war bei den beiden ersten Alben ein gewisser Stefan Berggren (Berggren Kerslake Band, Snakes In Paradise, The Company Of Snakes) an Bord. Somit dürfte klar sein, nach was sich Prins Svart anhören. Die schwedischen Texte sind sicher nicht allen genehm, aber wer schon mal am "Sweden Rock"- Festival war, wo Prins Svart interessanterweise noch nie im Billing standen, aber gut dahin passen würden, kommt locker damit klar. Einzelne Keyboard-Passagen werden übrigens von Rickard Nilsson (Avatarium) beigesteuert. Und was die Zielgruppe angeht, einfach ignorieren! Die coole Mucke von Prins Svart, inklusive einer Live-Version von «The Green Manalishi», hingegen nicht.
Rockslave
   
Punkte:
7.5 von 10
LIONVILLE – Magic Is Alive  (CD)
Frontiers Music/Musikvertrieb
Das vierte Album von Lionville rockt in Fahrwasser von Journey und Revolution Saints. Das Ganze noch mit Survivor, Giant und Richard Marx gewürzt und fertig ist die Formel des Erfolges. AOR-Fans werden hier den elf Songs mit Tränen in den Augen zuhören und bei rockigen Momenten wie bei «Runaway», «Every Little Thing Leads Back To You», «Living With The Truth» und dem Titelsong können sich auch Classic Rock Fans mehr als ein Ohr voll verwöhnen lassen. Mit Saga und Bad English können Lionville auch in Verbindung gebracht werden, und so stören die Bläser-Momente kaum. Interessante Scheibe einer talentierten Truppe. Reinschnuppern ist Pflichtsache.
Tinu
Punkte:
7.5 von 10
ROME – The Lone Furrow  (LP&CD)
Tysol Music Group
Zugegeben, das neuste Album der Band Rome beginnt ziemlich geil mit mystischen Instrumentals, einigen Naturklängen im Hintergrund und kratzendem Sprechgesang. Es leitet düster in das Werk ein und lässt auf Grosses hoffen. Im gleichen Takt geht es weiter, bloss mit klarem Gesang, was dem Album einen etwas fröhlicheren Aspekt verleiht. Ein Song, welcher mir sehr gefällt ist «Ächtung, Baby», bei dem auch noch Gastmusiker Alan Averill (Primordial) auftritt. Der ganze Liedaufbau ist sehr friedlich und ruhig, einfach richtig chillig. Ein Lied, dass man auf einer langen Autofahrt anhören kann. In The Lone Furrow treten aber noch andere Gastmusiker auf, wie beispielsweise Nergal (Behemoth, Me And That Man). Nergal trägt seinen Beitrag in «The Angry Cup» bei und das ist für mich der Punkt, wo das Album kippt und immer schlechter wird. Auch wenn ich persönlich nicht mit Nergals Persönlichkeit einverstanden bin, kann ich ehrlich sagen, dass er, wenn es um das Musikalische geht, eigentlich echt was draufhat. Und dann kommt ein Song, welcher wütende Tasse heisst. Okay. Auch vom musikalischen völlig danebengegriffen, denn in der zweiten Hälfte wird es einfach zu einem billigen Behemoth Abklatsch mit vermeintlich dämonischen Murmelgesang und etwas bedrohlicherem Hintergrundsound. Wie gesagt, wütende Tasse. Vielleicht passt es ja im Endeffekt doch ganz toll mit dem Titel zusammen. In diesem Stil geht es dann eine Weile weiter, das Instrumentale harmoniert nicht wirklich mit dem Gesang und klingt im Endeffekt dann halt immer irgendwie gleich. «The Lay Of Iria» beginnt dann wieder sehr interessant mit Klavierklängen, durchzogen von tiefem Sprechgesang. Auch hier gibt es einen Gastmusiker, nämlich J.J. (Harakiri For The Sky). Eine absolut benötigte und willkommene Abwechslung zu den vorherigen Songs. Mein persönlicher Lichtblick des Albums. The Lone Furrow hat ein paar geile Songs drauf, aber für mich lohnt es sich nicht, mir das ganze Album zu anzutun, bloss um immer wieder von diesen paar Liedern hin und her zu springen.
Zoé
Punkte:
7.5 von 10
CURRENTS – The Way it Ends  (Blue White Vinyl LP)
SharpTone Records/Warner
Eine weitere Core-Band die ihr Glück versucht? Das verfluchte Genre. Bei den meisten ist alles nett, aber leider hat man es schon 1001 Mal gehört. Dieses Genre ist nicht einfach, rauszustechen braucht viel. Bei diesen Amis weht eine etwas frischere Brise, denn immer wieder scheint ein Wenig Neuheit durch, der altbekannte Pfad wurde aber mehrheitlich brav verfolgt. Die 39 Minuten ziehen sich gegen Ende zwar ein klein Wenig in die Länge, aber allgemein hinterlässt die Scheibe einen guten Gesamteindruck. Schade haben sich die Jungs aus Connecticut nicht noch etwas mehr getraut, denn ich höre Chancen raus, etwas mehr vom allgemeinen, repetitiven Core herauszustechen. Der dritte Longplayer und die fünfte Produktion insgesamt wirkt mit jedem Hören etwas anders. Positive Überraschung. Mehr Mut hätte nicht geschadet, aber wenigstens hört man etwas Frisches und nicht nur das Altbekannte. I like it! Die Growls/Screams wirken teils sogar gefühlvoll – grosses Plus von mir an dieser Stelle. Der Djent gibt dem Ganzen noch eine Prise des gewissen Etwas. Die nächsten Parkway Drive werden sie vielleicht nicht, aber in meine Sammlung wandert die Scheibe ganz bestimmt. So muss Core!
Mona
Punkte:
7.5 von 10
CANEDY – Warrior  (LP)
Sleaszy Rider Records
Carl Canedy ist mit seiner Truppe The Rodsbekannt geworden. Zudem war er auf den Alben des ehemaligen Riot-Sängers Rhett Forrester zu hören, wie auch auf dem ersten Demo von Manowar. Die Hauptband des Trommlers, The Rods, war nicht mit viel Erfolg bedacht. Das lag sicherlich nicht an der Musik, sondern eher daran, dass die Jungs mit ihrem erdigen Metal nie die Aufmerksamkeit erlangten, die ihnen zustand. Auf «Warrior» bietet der Ami soliden US-Metal, dem aber irgendwie die Power von Metal Church fehlt oder das packende Element von Riot. Mit Tracks wie dem schnellen «Lies», dem verspielten «3rd Times A Charm», dem leicht schleppenden «In This Sign» und dem flotten «Out For Blood» ist hörenswertes Material zu vernehmen, das die US-Metal Fraktion sicherlich aufhorchen lässt. Auch das melodische «Attia» besitzt seine Momente. Aber an Ende des Albums bleibt die Gewissheit, dass, wenn The Rods mit ihrem Killer-Werk «Let Them Eat Metal» nicht zu Starruhm gelangten, dies mit «Warrior» noch weniger passieren wird.
Tinu
Punkte:
7.5 von 10
BLACK ROSE MAZE – Same  (CD)
Frontiers Music/Musikvertrieb
Rosa Laricchiuta stammt aus Montreal und veröffentlicht hier ihr selbstbetiteltes Debüt-Werk. Rockig, auf Hit getrimmt und mit der nötigen Härte versehen bewegt sich die Lady auf den Spuren von Saraya, ohne aber den Qualitätslevel von Sandy S. zu erreichen. Deswegen ist «Black Rose Maze» jedoch kein schlechtes Album geworden. Dazu gefällt das kräftige «Let Me Be Me» zu gut und «Look At Me Now» besticht durch eine aufdrängende Lady, zu der man beim Anhören des Tracks aufschauen muss. Wie auch «Let Me Go» oder das mit Rockabilly angereicherte «Only You». Die Produktion von Alessandro Del Vecchio ist allseits bekannt und nimmt dem Album allerdings ein bisschen den Überraschungseffekt. Mit Klavier-Klängen und modernen Elementen wird die Scheibe ihre Käufer finden, auch wenn der Traditionalist sich mit den Klängen eher schwer tun wird.
Tinu  
Punkte:
7.5 von 10
BRING OUT YOUR DEAD - Bring Out Your Dead  (CD)
Art Gates Records
Irgendwie altbekannt aber trotzdem Frisch präsentieren sich die Spanier mit ihrem doch recht gelungenen Debüt. Langweilig wird es nicht, auf dem ausgestampften Pfad erkennt man immer wieder etwas Neues. Leider aber wird es Stellenweise fast schon chaotisch, denn die verschiedenen Elemente wurden auch mal etwas übermütig zusammengeworfen. Ein Bisschen weniger hätte nicht geschadet. Der Sound ist ansprechend, wirkt aber gleichzeitig recht überladen, denn es kommen dezente Einflüsse aus gefühlt 20 Genres zusammen. Ganz klar in die Kategorie Alternative einzustufen, wirkt alles aber recht konsistent. Trotz dass sehr viele typische und gefühlt zum tausendsten Mal wiederholte Elemente unverkennbar sind, ermüdet die etwas zu gut gemeinte Mischung aber nicht wirklich. Für Alternative Fans bestimmt eine Überlegung wert. Bei mir wandert das Album in die Sammlung.
Mona
  
Punkte:
7.5 von 10
STARBLIND – Black Bubbling Ooze (CD)
Pure Steel Records
Der Aufstieg von Starblind ist beachtlich. Gab ich den Alben der schwedischen Iron Maiden-Fans zwei und dann fünf Punkte, reicht es diesmal bereits für 7.5 - Es fallen mir vier Thesen ein, woran das liegen könnte: 1. Ein veränderter Hörgeschmack von mir. 2. Eine deutliche Steigerung der Qualität des Songwritings der Band. 3. Eine klare Verbesserung des Sängers. 4. Die Kürze des Albums, denn dieses ist anstelle von 48 und 52 Minuten nur 35 Minuten lang. Das reicht aber schon, um endlich mal zu überzeugen. Und diese Kürze macht die zum Teil ziemlich schrillen Töne des Sängers ertragbar. Diese besitzen besonders dann ein "spezielles" Timbre, wenn er sich in den Höhen versucht. Etwas, das er auch künftig gar nicht, oder nur selten, machen sollte. Ansonsten ist bei den Schweden vieles beim Alten geblieben. Noch immer huldigen sie ihren Metal-Göttern Iron Maiden mit eigenen Liedern, ohne dabei wirklich Akzente setzen zu können. Das müssen sie auch nicht, denn die Lieder besitzen mittlerweile eine Klasse, die sich wirklich hören lässt. Am besten waren Starblind für mich schon immer dann, wenn mal auf Gesang verzichtet wurde. Gerade die Doppellead-Gitarren schmeicheln den Ohren, dass es eine wahre Freude ist. Dazu kommen erstmals ein paar kleine Hits. Auch schön, dass die Schweden bei «Crystal Tears» ein wenig Tempo raus nehmen und zeigen, dass sie auch die epischen Iron Maiden gut adaptieren können. Wer den eindeutigsten Vergleich will, höre mal in «The Man Of The Crowd» rein. So lange es das Original gibt, braucht diese Band aber eigentlich niemand. Mittlerweile erschaffen sie immerhin einige relevante Lieder. Führen sie die gezeigte Qualitätssteigerung weiter, dürften bereits beim nächsten Album über neun Punkte drin liegen.
Roger W.  
Punkte:
7.5 von 10
PSYCHLONA - Venus Skytrip  (CD)
Ripple Music
Bandname, Album- sowie Songtitel sind Programm. Psychlona gehören in meinen Ohren zu den feineren Vertretern des modernen, zeitgemässen Space Rock. Konkret bedeutet das: Kauzig und verschroben ja, aber in einem Mass, das nicht bloss den Selbstzweck erfüllt und mit der Zeit nur noch auf den Sack geht. Schon der Opener „Blast Off“ zeigt, dass man sich ob der Wichtigkeit des treibenden Grooves sehr wohl bewusst ist und dementsprechend die ganzen Effekte und Ausflüge in lila wabernde Universen stets songdienlich, sparsam und gezielt einsetzt. Des Weiteren greift man hin und wieder auch gerne in die stilistische Mottenkiste, und reichert den eigenen Sound mit Elementen an, die man eher aus dem Doom –, Stoner – und sogar Blues Rock kennt („10‘000 Volts“, „Resin“). Aber damit man nicht Gefahr läuft vor lauter Gradlinigkeit gar in den musikalischen Mainstream abzurutschen (wovon die Truppe faktisch immer noch Lichtjahre entfernt ist), hat man als Abschluss mit „The Owl“ einen Track draufgepackt, der den Zuhörer schleppend und Fuzz-lastig satte neun Minuten lang in die unendlichen Weiten des Universums entführt. Coole, kraftvolle Scheibe, die ich jedem wärmstens ans Herz legen kann, der das Frühwerk von Monster Magnet für essentiell hält.
Mirko B.
  
Punkte:
7.4 von 10
VALKYRIE – Fear  (LP)
Relapse Records/Non Stop Music
Was dem unwissenden Schreiberling zunächst wie eine Ansammlung von leicht progressiv angehauchten Kadavar – Outtakes anmutet, was nicht zuletzt dem leicht nöligen Gesang der Gebrüder Pete und Jake Adams geschuldet ist, entpuppt sich bei näherem Hinsehen und Hinhören als viertes Album eines Virginia – Vierers im Kreuzfeuer zwischen Retro –, Desert –, und altmodischem Doom Rock. Wobei bei letztgenanntem Genre die Erwartungen nicht zu hoch angesetzt werden sollten, denn alles in allem ist am Ende des Tages der Rundling bei weitem nicht so düster wie der Titel suggerieren mag. Viel mehr höre ich aus den Songs eine innere Verbundenheit mit den eher Hippie-esken Rockklängen der frühen und mittleren Siebzigerjahre heraus, was der Scheibe trotz der vorherrschenden Moll – Tonart eine insgesamt positive Ausstrahlung verleiht. „Fear“ ist zudem wieder mal ein gutes Beispiel dafür, dass gewisse Alben einfach mehrere Anläufe brauchen, bis sie sich in Ohr und Hirn endlich richtig entfalten. Wer also gerne in musikalischer Nostalgie schwelgt, sollte hier unbedingt mal ein Ohr riskieren. Als Anspieltipps kann ich den herrlich vielschichtigen, mit einigen Hooks gesegneten Grower „Afraid To Live“ sowie das epische „Loveblind“ nennen.
Mirko B.
  
Punkte:
7.3 von 10
BRIMSTONE COVEN - The Woes Of A Mortal Earth  (LP)
Ripple Music
Um als Band heutzutage bestehen zu können, sind Alleinstellungsmerkmale wichtiger denn je. Der Markt ist überfüllt, die Konkurrenz geradezu erdrückend, und die Zeiten sind dermassen schnelllebig und hektisch, dass es schwierig ist, die Aufmerksamkeit der Hörer über einen längeren Zeitraum hinweg auf sich zu ziehen. Brimstone Coven aus West Virginia versuchen es, indem sie die melancholische Schwere des melodischen Doom mit der harmonischen Raffinesse von Pink Floyd kombinieren. Das ist ein interessanter Ansatz, der sogar ganz gut funktioniert, denn vor allem beim mehrheitlich zweistimmigen Gesang vermag mich das Trio zu überzeugen. Ohne diesen wäre Brimstone Coven nüchtern betrachtet lediglich eine von vielen anderen okkult angehauchten Doom Rock-Bands, zwar qualitativ absolut hochstehend aber eben kaum aus der Masse herausstechend. Insofern machen es die Jungs genau richtig. Sie holen instrumental und gesanglich alles raus, was bei einem Trio möglich ist, und verpacken es in zwar elegische, aber gleichzeitig sehr angenehme Melodien, so dass das Album eine ganz eigene, wohlige Wärme ausstrahlt. Etwas blumig und rührselig ausgedrückt: „The Woes Of A Mortal Earth“ ist eine Scheibe, die man nicht bloss hören – sondern geradezu fühlen kann.
Mirko B.
 
Punkte:
7.1 von 10
SLOMOSA – Slomosa  (LP)
Apollon Records
Dürfen Japaner Whisky herstellen? Darf ein Iraner Alphorn – Bläser sein? Dürfen Frauen im Sägemehl zum Hosenlupf antreten? Dürfen Norweger Desert Rock spielen? Fragen über Fragen, die schon Generationen von Menschen gespalten, Familien entzweit, ja gar teilweise zu bürgerkriegsähnlichen Zuständen geführt haben, die ich aber dennoch alle eigentlich mit „Ja“ beantworten kann. Wobei, Moment mal, Norweger und Desert Rock? Diese Frage haben sich Slomosa aus Bergen wahrscheinlich auch mal gestellt, und sind dabei zum Schluss gekommen, dass sie wohl doch eher waschechten Tundra Rock spielen. Dieser klingt aber dermassen authentisch, überhitzt und staubtrocken, dass wir uns weder um die Legitimation noch um die Bezeichnung weiter den Kopf zerbrechen müssen. Irgendwo zwischen Queens Of The Stone Age und Red Fang angesiedelt grooven sich die Vier lässig durch acht Songs, die so manchen Desert Rock – Enthusiasten wieder mal daran erinnern dürften, dass es sich auch 25 Jahre nach dem Ende von Kyuss immer noch lohnt, weiterzuleben und weiter nach guter Musik zu suchen. Nur die etwas monotonen, teilweise stark an den typischen Seventies – Punk – Gesangslinien angelehnten Vocals erweisen sich mit der Zeit als etwas ermüdend, aber das ist schlussendlich auch nur Geschmackssache. Ich empfehle jedem Wochenend – Wüstensohn eindringlich eine Hörprobe.
Mirko B. 
Punkte:
7.1 von 10
VENOM - Sons Of Satan (2 LP Splatter Vinyl)
BMG
Letztes Jahr im Frühling erschien mit «In Nomine Satanas» das ultimative Box-Set von Venom mit allen Veröffentlichungen zwischen 1981 («Welcome To Hell») und 1986 («Eine kleine Nachtmusik - Live»), ergänzt um eine 7"-Single und den ersten Demos ab 1979 bis 1983 («Sons Of Satan»). Da dieses edle Teil preislich noch ordentlich einschenkt, konnten sich Die-Hard Fans die ersten Gehversuche der drei Höllenhunde aus Newcastle nur hierüber rein ziehen. Da die Kuh offenbar noch nicht genug gemolken wurde, wird das Ganze nun gleich nochmals, sprich separat, auf die Menschheit los gelassen. Dabei kann ich mir nicht vorstellen, dass hierzu eine echte Nachfrage bestand, aber egal, wenn man damit noch ein paar Scheinchen mehr generieren kann. Die Doppel-LP mit einer totalen Spielzeit von 71 Minuten kommt natürlich als Splatter Vinyl daher. Wenn schon, denn schon. Das Hörvergnügen der ersten fünf Tracks von 1979, die sich von wegen «Church Hall Rehearsals» auch so anhören, ist allerdings höchst bescheiden und bewegt sich auf ziemlich mauem Bootleg-Niveau. Das restliche Material klingt dann wenigstens annehmbar. Interessant ist hierbei noch die Tatsache, dass die Demos im Gegensatz zu den offiziellen Album-Aufnahmen mehrheitlich in breiterem Stereo aufgenommen wurden. Dies klang den drei Rabauken dann wohl zu wenig "evil", und darum wurde, zum Beispiel gut bei «Angel Dust» nach zu hören, ein wesentlich rumpligeres Brett gefahren. Insofern geben diese 80er-Demos tatsächlich was her, und man mag unschwer erahnen, dass der Kult, den Cronos (v/b), Mantas (g) und Abbadon (d) danach entfachten, so nicht möglich gewesen wäre. Ob man sich das nun noch zusätzlich zu den alten Original-Alben hinzu stellen, respektive in die persönliche Playliste aufnehmen will, sollte ab Track sechs ein Ohr voll nehmen.
Rockslave 
Punkte:
keine Wertung
FORTUNE – The Gun's Still Smokin' - Live  (2 CDs)
Frontiers Music/Musikvertrieb
Aus Los Angeles stammen Fortune, die schon Ende der siebziger Jahre auf sich aufmerksam gemacht haben. Eine leichte musikalische Verwandtschaft mit Night Ranger ist nicht von der Hand zu weisen, auch wenn Fortune niemals die Härte und die Gitarren-Duelle des Nachtrangers ans Tageslicht brachten. Wer auf melodischen Hard Rock mit Keyboards steht, kann hier trotzdem bedenkenlos zugreifen. Denn die Jungs verstehen auch nach über vierzig Jahren ihr Handwerk noch immer. Hier erklingen die Lieder in einer Live-Version, welche mächtig und mit viel Hingabe gespielt werden und jeden rockigen AOR-Fan begeistern werden. Wer die Jungs noch nicht kennt, hat die Möglichkeit, in Hits wie «Bad Blood», «What A Fool I've Been», «Through The Fire» und «Dearborn Street» einzutauchen.
Tinu 
Punkte:
keine Wertung
REASONS BEHIND – Project M.I.S.T.  (CD)
Scarlet Records
Sehr gelungener Einstieg, recht misslungener Abgang. Das zweite Album von Reasons Behinf beginnt vielversprechend, man fühlt sich durch die gut eingesetzten elektronischen Parts sofort in eine Science-Fiction-Szenerie entführt. Doch dann kommt die Ernüchterung. Durchschnittlich kreative Vocals killen die Stimmung. Songwriting genial, aber nur bei der Musik. Leider ziehen für mich der einfallslos rüberkommende Gesang alles ziemlich nach unten. Wahrscheinlich ist genau diese Problematik der Grund für manch eines Female-Fronted-Verweigerers schlechte Meinung über Bands, in welchen Frauen den Ton angeben. Nun, fair enough, diesmal macht es Sinn. Stimme? Vorhanden. Talent? Möglicherweise auch. Doch ich höre nur Vocals, die keinen anzusprechen vermögen. Fast schon langweilig kommt der Gesang rüber, als würde ich die Mainstreamradio-Hitparade hören, wo alles gleich klingt. Genau um mir dies nicht anhören zu müssen, höre ich ja Rock und Metal. Leider ein Fehlschlag. Daher auch 3 Punkte Abzug, die Vocals verschlechtern das ansonsten makellose, musikalische Gesamtwerk. An manchen Stellen wirkt es besser, doch das Album als Ganzes ist so nicht zu retten. Für die tollen Instrumentals möchte ich der Band aber keine schlechte Endnote geben. Von A-Z durchdacht und effektiv.
Mona 
Punkte:
7.0 von 10
STONEBIRDS - Collapse And Fail  (CD)
Ripple Music
Tjaha, die Frenchies mal wieder. Was haben wir denn heute? Aha, Sludge in Verbindung mit Stoner und Doom... Ok, warum nicht, kann man machen. Ist ja auch nicht nur Gerödel, sondern versprüht ab und zu nettes Endzeit-Feeling, womit wir beim Faktor 'Post' angekommen wären. Schwer, walzend, zwischendurch beinahe hymnisch, so kann man die Soundcollage beschreiben. Erinnert mich zwischendurch an Ghost Brigade oder Kursk. Nuja, wie dem auch sei: Für Freunde der gepflegten Schwere dürften Stonebirds definitiv eine Bereicherung darstellen - negativ aus dem Rahmen fällt einfach der Gesang, welcher arg im Hintergrund agiert. Könnte gewollt sein, finde ich persönlich jetzt einfach nicht so prickelnd. Erdrückend!
Toby S.
 
Punkte:
6.5 von 10
ATTAXE – 20 Years The Hard Way  (CD)
Pure Steel Records
Die US-Heavy Metal Band aus Ohio, veröffentlichten zwischen 1986 und 1990 diverse Demos, die nun in der Kompilation «20 Years The Hard Way» fast komplett zusammengefasst werden. Die «20 Years» beziehen sich auf die im Jubiläumsjahr 2006 Independent-Veröffentlichung. Fast fünfzehn Jahre später wird nun die Kompilation durch Pure Steel Records remastered und wiederpubliziert. Attaxe sind wahrhaftige Vertreter des typischen und hochgeschätzten Heavy Metals der 80er Jahre – ratternde Rhythmen, simple und greifende Riffs, treibendes Schlagzeug und ausgefallene Gitarrensoli kennzeichnen die Musik. Plausible Vergleiche, insbesondere bei den Gitarrenriffen, wären hier Accept, Iron Maiden und Def Leppard – 80er Jahre Titanen eben. Juan Ricardo (Blind Cross, Ritual, Sunless Sky, Wretch, Dark Arena» passt mit seiner hohen, kräftigen Stimme einwandfrei ins Konzept. Die fünfzehn Songs werden immer wieder von anderen Musikern gespielt, da Attaxe im Verlauf ihrer Karriere diverse Memberwechsel an den Instrumenten hatten. Hier meine Meinung – die Kompilation ist gut, ihre Lieder sind musikalisch stark und solide. Jedoch stechen die Tracks nicht aus der Menge heraus… Dafür fehlt ihnen die individuelle Marke und der Wiedererkennungswert.
Sina 
Punkte:
keine Wertung
IMPERIAL TRIUMPHANT - Alphaville (Gatefold 2 LPs & Poster)
Century Media/Sony
Aus New York kommen Imperial Triumphant mit ihrem vierten Album "Alphaville" über den grossen Teich geschwappt. Mit Avantgarde/Black Metal wollen Imperial Triumphant eine Duftmarke setzen. Mal hören, ob ihnen das auch so gelingen wird. Bedrohlich beginnt "Rotted Futures" und man fühlt sich verlassen in einer dunklen Gruft. Horrorfilm-mässig wird gehörig Atmosphäre verströmt. Vorhang auf, willkommen im Avantgarde/Black Metal-Theater! Jazzig und total konfus wird es mit "Excelsior". Dieser Song hat eine starke Math Core-Duftnote. Diese Musik von Imperial Triumphant braucht wirklich Nerven wie Drahtseile! Ein bisschen strukturierter ist dann "City Swine", aber auch dieser Song ist noch sehr speziell, aufgrund des Tribal-Getrommels und dem oberschrägen Klaviergeklimper! Das ist Avantgrade in Überdosis! Absolut abgedreht und dissonant, das sind die Merkmale von "Atomic Age". Hier findet ein regelrechter Wettbewerb statt: Wie schräg und konfus ist es möglich, sich in einem Song auszudrücken? Leider ist das Endprodukt weder geniessbar noch wirklich anhörbar! Mit easy Pianogeklimper wird auf "Transmission To Mercury" eingestimmt. Zum jazzigen Gesamtbild mag auch das Saxofon bestens passen, aber im Metal-Kosmos ist das wohl nicht die übliche Instrumentenwahl. Nach zwei Minuten wird man kräftig durchgerüttelt und Imperial Triumphant gehen plötzlich ab wie ein Zäpfchen! Ein weitere Kombination, die den Rahmen merklich sprengt. Ein wenig viel Disharmonie gefällig? Dann wäre "Alphaville" als Appetizer bestens geeignet! Fast nicht aushaltbar ist dieser Song, denn er ist so schräg und dissonant in einem. Weniger chaotisch geht es auf "The Greater Good" zu und her. In den ruhigen Passagen kann eine entfernte Ähnlichkeit zu Voivod festgestellt werden. Aber leider greift auch in diesem Song, ab einem gewissen Punkt, der Wahnsinn wieder wahllos um sich! Rette sich wer kann! Der ruhige Ausklang hilft einem, die Synapsen wieder zu ordnen und kräftig durchzuschnaufen! Das Voivod-Cover "Experiment" ist sicher das Highlight dieses Albums, was ja auch schon eine Menge aussagt! Mit "Happy Home" ist der Spuk dann zum Glück vorbei und dieser Song ist ein weiteres Cover, in diesem Fall von The Residents. Wenn ihr ungebetene Gäste zum Gehen veranlassen wollt, dann ist dieses Album von Imperial Triumphant genau die richtige Waffe dazu!
Roolf 
Punkte: 6.0 von 10
ENTARTUNG – Maleficae Artes  (CD)
Dunkelheit Produktionen
Entartung ist eine Band, die sich laut den drei aus Limburg, Hesse (Deutschland), stammenden Mitglieder musikalisch an der Atmosphäre des 90er Jahre Black Metal Orientiert. Die Gruppe existiert seit 2011 und hat mit der hier vor uns liegenden Platte zusammen vier Studio-Alben veröffentlicht. Lyrisch orientiert sich das aktuelle Album an «The Darker chapters Of Human History», eine Thematik, die dank unseres grenzenlosen Intellektes wohl niemals ausgeschöpft sein wird. Mit anderen Worten, lieber Musik interessierter Leser: Wann auch immer du das liest, es wird für ewig aktuell sein. Aber genug Schwarzmalerei und mehr schwarzer Metal! Los geht’s! Und wie es los geht. «Tower Of Silence» ist nämlich alles andere als silent und schheppert uns gleich Blastbeats, fette Riffs und harte Vocals um die Ohren. In der zweiten Hälfte wird es zwar etwas melodischer, aber trotzdem wird hier knapp zehn Minuten durchgehämmert. «Bortfoerd» beginnt da schon um einiges ruhiger mit seiner Akustik-Gitarre, aber auch deren Spielzeit ist begrenzt und bald schon kommen wir wieder in härtere Gefilde. Der Track ist trotzdem um einiges atmosphärischer und nahe am Folk angesiedelt. So direkt höre ich einige Parallelen zu Agalloch und Windir. Auch «Un Ciel Bourbeux Et Noir» kommt mit akustischen Instrumenten und flüsternden Vocals daher und zieht selbiges aber komplett durch, eine schöne kleine Pause vor dem nächsten Track «Circle Of Suffering», welcher direkt mit rituellen Melodien Marke Rotting Christ anrückt. Schnell kommt aber wieder der Wechsel zu einer fantastisch packenden Melodie, welche in der Mitte des Tracks eine kurze Pause einlegt, um danach noch schneller und härter zu werden. «Aufruhr» ist als Abschluss ein Querschnitt durch das ganze Album. Es hat schnellere und langsamere, harte und melodische, rohe und akustische Parts, die sich schön nacheinander abwechseln. Das Album an sich macht zwar Spass zum Hören, ist aber sehr ungeordnet und man hat wie keinen Roten Faden durch das Ganze. Die Band hat Potential und einige sehr gute Tracks, aber für meinen Geschmack fehlt es noch etwas an Gesamtstruktur.
Simu 
Punkte: 6.0 von 10
PETER CARLSOHN'S THE RISE - Out Of The Blue  (CD)
Jono Music
Der Schwede Peter Carlsohn bewegt sich in einer Welt, die mir bis jetzt fremd war und auch weiterhin fremd bleiben wird. Immerhin seit Mitte der Siebzigerjahre unterwegs, kann er sein Mitwirken als Bassist verschiedener mehr oder weniger christlich geprägter (Hard) Rockbands wie Jerusalem, XT und Rune Edvardsen & Red Band auf seiner Sollseite verbuchen. Mit diesen hat er mit schöner Regelmässigkeit so exotische Destinationen wie Afrika, Pakistan, Israel, Indien, Indonesien, Myanmar und Nepal beackert, natürlich gerne in Zusammenhang mit lokalen Entwicklungsprojekten und, wenn man schon da ist, der Verkündung der frohen Botschaft. Bereits 2004 erschien mit der Band The Rise das Album „Bluezone“, und dieses hier, welches sowohl im Bandnamen wie auch im Albumtitel ganz klar auf jenes Werk verweist, kann man durchaus als dessen Nachfolger betrachten. Allerdings wird diesmal mit Nachdruck darauf gepocht, dass „Out Of The Blue“ Carlsohns erstes Soloalbum ist, zeichnet er sich doch verantwortlich für Bass, Gesang, Songwriting und Arrangements. Musikalisch bewegt sich das Ganze auf wenig überraschendem Terrain. Handwerklich absolut gekonnt, aber zeitgleich sehr gesittet umgesetzter Rock bis Hard Rock, der dank häufig eingesetzter Hammond in den besten Momenten ganz fern an Whitesnake erinnert, fungiert als Transportmittel für spirituelle Texte und leidenschaftliche Glaubensbekenntnisse, die in ihrer konstant überspitzten Inbrunst mit der Zeit nur noch nerven. Besagte Texte sind dabei dermassen plakativ und simpel gehalten, dass das geneigte Publikum an den Auftritten schon nach dem ersten Hören mitsingen kann, was wohl auch die Absicht des Erfinders ist („Sing the song all night long, sing the song one more time, sing it loud and let the song be heard…” – Sing The Song, “You are my life, you are my way, you are the light on my path…” – You Are My Life, “And I sing gloria, and I sing to you, and I sing gloria, sing a hymn to you…” – Gloria). Dementsprechend haftet der Geschichte ein deutlich wahrnehmbarer Hauch von Konfirmanden – Band an, was den Sound in unseren Gefilden eher ZDF Fernsehgarten – kompatibel macht, als dass es ihn in die Clubs und Hallen der europäischen Rock – und Metal Szene hievt. Jedem das seine, meins ist das hier definitiv nicht, die Kombination aus glattgebügelten Rock und sehr übertrieben wirkender Spiritualität erscheint mir einfach als zu aufgesetzt und kalkuliert.
Mirko B. 
Punkte: 5.7 von 10
MOSH-PIT JUSTICE – The Fifth Of Doom
Iron Shields Records
Bulgarischen Thrash Metal präsentiert das Trio von Mosh-Pit Justice (geiler Bandname!). Sänger Georgy schreit sich durch die acht Songs, ist voller Hass und revolutionären Handlungen gefüllt und raubt dabei der Truppe den lebensnotwendigen Sauerstoff zum Leben. Es wird geknüppelt, es wird geprügelt und jede Melodie bereits im Ansatz gekillt. Aus dem Alter bin ich raus, dass ich alles nur scheisse finde und muss ehrlich sagen, dass neben den tollen Gitarrenparts kaum was hängen bleibt. Für jüngere Hörer vielleicht der nächste Schwanengesang, um sich im Mosh-Pit die Schulter auszukugeln. Aber dann höre ich mir doch lieber die alten Helden (ja, ich weiss, jüngere Thrash-Bands haben es bei mir unglaublich schwer) an. Die verstehen es wenigstens, richtige Songs zu schreiben.
Tinu 
Punkte: 5.0 von 10
THEOSOPHY – Towers Of Dark Patheon
Sliptrick Records
Theosophy ist wohl eine der bekannteren Bands der russischen Black Metal-Szene und das auch zurecht. Die vier Mitglieder der Gruppe haben seit der Gründung 2004 bereits eine Demo, eine Single, ein Split-Album und fünf Studioalben veröffentlicht. Was mir direkt an der Scheibe auffällt, sind die kurzen Songs. Mit acht Titeln kommt das Album trotzdem nur auf knappe 40 Minuten. Ob hier die Würze wirklich in der Kürze liegt, gilt es herauszufinden. Wir beginnen gleich mit dem Titeltrack «Towers Of Dark Patheon», welcher klassisch mit einem Instrumental-Intro beginnt und später von den Vocals begleitet wird. Selbige sind etwas gefühls- und ausdruckslos, aber ansonsten ganz klassisch. Selbiges gilt leider für den Grossteil der Songs auf dem Album. Von der Melodie über die Instrumente, die Blastbeats und Riffs sind meiner Meinung nach alle mehr oder weniger Standard. Der dritte Song «When Thuner Reigns» fällt durch das enorme Tempo etwas aus der Reihe und «Old Stone In The Woods» hat ein paar echt beeindruckende Soli zu bieten. Bei letzten Track sieht man meiner Meinung nach am meisten Emotionen. «From Eternity To Past» schafft es fast, eine Atmosphäre aufzubauen, wird aber ebenfalls durch die Eintönigkeit hart gebremst. Das Album wäre in den frühen 90ern Möglicherweise eine absolute Neuheit gewesen, aber hier scheint es nur wie: ‘speise einem Musikcomputer 500 Black Metal-Alben ein und schau, was er produziert’.
Simu
Punkte: 3.0 von 10
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