New Music Reviews Februar 2019
Wertung:
  9.0 bis 10 Kaufempfehlung.         7.5 bis 8.9 Gut.
  4.0 bis 7.4 Vor Kauf reinhören.   0.0 bis 3.9 Nicht empfohlen.
AENIMUS - Dreamcatcher (Limited Edition LP)
Nuclear Blast/Warner
'Dreamcatcher' ist die progressive, technical Brutal-Death-Metal-Offenbarung dieses Monats. Nach beinahe sechs intensiven Arbeitsjahren nach ihrem Erstling 'Transcend Reality' erfolgt nun derer Zweitling. Der kalifornische Fünfer schöpt aus vollen Kontingenten, wie man im Fussball, Eishockey oder anderen Teamsportarten so schön sagt. Ja, auch hier, der berühmte Spruch: 'Gut Ding will Weile haben', in diesem Falle, sehr gutes Ding, das 'Dreamcatcher'-Teilchen. 11 Songs von immens grosser, musikalischer Bandbreite, einfach und komplex auf den Punkt gebracht. Ja, nicht nur Stoff für besessene Musiker des oben genannten Stilbereiches, sondern auch für solche Individuen, die einfach gut gemachte, komplexe Mucke im metallischen Bereich mögen. Da werden musikalische Momente im eben genannten technisch-progressiven Death Metal mit Extrakten aus dem Brutal-Death-Metal, dem Thrash-Metal, dem Speed-Metal, dem Power-Metal, dem Symphonic-Metal, dem Fusion (= Jazz-Rock), aber auch Klassik-Elementen werden dabei hinzugemischt. Dream Theater meets Symphony X meets Beyond Creation meets Revocation meets Soreption meets Fates Warning meets Archspire meets Alan Holdsworth meets everything. Und dennoch sehr eigenständig unterwegs, will sagen, eine der wenigen Bands, die ihren eigenen Stil kreiert haben, die man von den ersten Klängen an sofort erkennt und das Kopfschütteln, im englischen Sprachraum als 'Headbangen' auch bekannt, beginnt. Komplexes Guitar-Riffing gepaart mit Bassläufen und Drumpatterns sowie beinhartem, gutturalen Gesang. Progressiv und technisch wären nicht technisch und progressiv, wenn durch die Komplexivität noch das Abstrakte, das Verspielte und Emotionale hinzukommen würde. Abwechslung wird ebenfalls in grossen Lettern durchwegs durchs Album angeprangert. Arpeggierte, getappte, schnell wie melodiös gespielte Gitarrensoli, gefüllt mit akustischen und jazzig-rockigen, fusionartige, Momente. Beinhartes Gitarrengewitter und präzises Riffing. Tieftonartige Exzesse, ebenfalls in die jazzig-rockige und metallische Offenbarung. Das ausufernde und extreme Drumming, gepaart mit Blasts und feinen, akzentuierten Patterns, speedigen und thrashigen Elementen. Der gutturale Gesang kombiniert mit den feinen, cleanen Vocals, einfach eine gesangliche Offernbarung. Ja, das Wort 'Offenbarung' kommt in dieser Rezension einige Male vor, ist total gerechtfertigt, denn es ist eine absolute musikalische Offenbarung, eine unverbrauchte, groovige Angelegenheit von genialer, metallischer Musik. Selbstredend und -erklärend ein absolut geniales Cover-Artwork, gepaart mit einer sehr druckvollen, sauberen und perfekten Produktion. Der 'Dreamcatcher' von Aenimus hat mich voll überzeugt und in den Bann gezogen. Ein weiteres Highlight im noch jungen Metal-Jahr 2019. Masterclass!
Leopold  
Punkte: 10 von 10
KING DIAMOND - Songs For The Dead LIVE (CD & 2 DVDs)
Metal Blade/Sony Music
Eigentlich ist es schon ein stattliches Wunder, zu dieser Zeit so ein überzeugendes Live-Dokument von King Diamond in den Händen halten zu können. Kim Bendix Petersen musste 2005 die gesundheitliche Reissleine ziehen, und eine Zeit lang sah es nicht danach aus, als dass der ehemalige Mercyful Fate Shouter je wieder ganz fit wird. Glücklicherweise kam es anders und spätestens der 2016 miterlebte Hammerauftritt beim "Sweden Rock" Festival untermauerte die Gewissheit, dass der King wieder präsent ist und eigentlich nie besser war. Der Falsett-Gesang als Markenzeichen kehrte mit voller Kraft zurück und erzeugte Gänsehaut im Überfluss, da jeder noch so markerschütternde Schrei ohne Fehl und Tadel sass. Und spätestens seit Herr Peterson vor zwei Jahren noch späte Vaterfreuden mit Söhnchen Byron (als Ode an den verstorbenen Uriah Heep Sänger) erleben durfte, ist der Mann mit sich im Reinen und körperlich absolut fit. Mit «Songs Of The Dead» erhält der Fan nun die Vollbedienung der letzten grossen Tour, wo nebst einigen Musts wie «Eye Of The Witch», «Halloween» oder «Come auch der Mercyful Fate Klassiker «Melissa» berücksichtigt wurde. Der zweite Teil des Sets gehört dann der Huldigung des kompletten «Abigail»-Albums von 1987. Besser geht eigentlich nicht, ausser der Feststellung, dass selbst ein dreistündiger Monster-Set längst nicht alles Relevante dieses Kult-Sängers wiedergeben könnte. Die Audio-Tonträger (DCD und DLP) enthalten die komplette Show von Philadelphia vom 25.11.2015 (Live at The Fillmore), während die Blu-ray zusätzlich noch den gleichen Set vom Graspop Metal Meeting am 17.06.2016 auffährt. Somit die totale Fanbedienung, da nicht nur der Ton, sondern auch das Bild von der Kamera-Führung her nichts zu wünschen übrig lassen. Wer also dieser glanzvollen, wenn nicht überhaupt besten Phase des Kings in der Gegenwart nicht selber live beiwohnen konnte, darf sich «Songs For The Dead LIVE» keinesfalls entgehen lassen! Long live the King!!
Rockslave
   
Punkte: keine Wertung
RIVAL SONS - Feral Roots (2 LPs)
Atlantic Records/Universal
Die Amis aus Long Beach werden schon eine Weile als neue Super-Group gehandelt, und spätestens seit dem Zweitling «Pressure & Time von 2011, wo mit dem hitlastigen Titelsong die legendären Led Zeppelin anklingen, ohne anbiedernd zu wirken, stehen die Zeichen auf Sturm. Dies nicht zuletzt auch durch Support-Slots für AC/DC, Judas Priest oder Alice Cooper. Im Zentrum der Band steht der extrovertierte Frontmann Jay Buchanan, der alles verkörpert, was das Rockstar-Gehabe mit sich bringt. Meine Erinnerungen an die energetische Show vom "Sweden Rock" Festival 2017 auf der Festival Stage sind noch allgegenwärtig. Obwohl der Auftritt bei vollem Tageslicht stattfand, war die Wirkung der ganzen Band nicht minder gewaltig. Da man stilistisch einfach Rockmusik dazu sagen kann, lässt sich der Sound der Kalifornier kaum in eine Schablone pressen. Das kommt nun vor allem beim neuen Album «Feral Roots» zum Tragen, das acht Jahre nach «Pressure...» schon erkennen lässt, wenn sich eine Band künstlerisch weiter entwickelt hat, ohne die Wurzeln zu verleugnen. Der erste Durchlauf vermittelte zunächst den Eindruck einer unspektakulären Scheibe, aber mit jedem Umgang mehr gibt dieses edle Teil seine ganze Klasse preis. Das ungestüme Element der früheren Werke ist einer musikalisch hochstehenden Gelassenheit gewichen, die voll ins Schwarze trifft. Das fängt mit dem groovenden Opener «Do Your Worst» an, wo sich gleich der ganze Raum mit Musik füllt und die sanften Reminiszenzen an The Cult wohlig klingen. In ähnlichem Fahrwasser bewegt sich das fluffige «Sugar On The Bone», was sich daran festmacht, dass Jay eine durchaus eine ähnliche Gesangsstimme wie Ian Astbury besitzt. Nicht mehr so "ungestüm" zu Werke gehen heisst natürlich nicht, dass es nicht mehr rockt, im Gegenteil. Man höre sich dabei das treibende «Back In The Woods» an. Das zu Beginn indisch anmutende Intro zum Song «Look Away» mutiert anschliessend wieder zu einem Bastard aus Rival Sons und The Cult, was jedoch höchst reizvoll ist. Das Highlight ist der halbballdeske Titelsong, der, wenn man an «Forever Free» von W.A.S.P. denkt, glatt auch von Blackie Lawless gesungen werden könnte. Rival Sons in Reinkultur ist allerdings «Too Bad» und «Stood By Me» trieft dermassen geil nach den Rolling Stones wie Alice Cooper's «I'll Bite Your Face Off». Die Kunst besteht freilich darin, die grossen Vorbilder zu ehren und nicht nur billig nachzuäffen. Die insgesamt elf Songs weisen in sich selber keinerlei Schwächen auf, lassen vielfältige Vibes erkennen, die aber nach wie vor zu etwas Eigenem zusammen geschmolzen wurden. «Feral Roots» ist ohne Zweifel das bisherige Masterpiece der Amerikaner und wird seine Güte auf allen Bühnen der Welt, ob klein oder gross, bald freisetzen. Ganz stark!
Rockslave 

Punkte: 10 von 10
AVANTASIA - Moonglow (2 LPs)
Nuclear Blast/Warner
Tobias Sammets Avantasia melden sich mit ihrem 8. Studioalbum "Moonglow" zurück und werden ihre Fans damit überraschen. Weniger Rock-Oper dafür opulent, detailverliebt, melancholisch und vor allem persönlich, ist es künstlerisch genauso herausragend wie das faszinierende Cover-Artwork des renommierten schwedischen Zeichners Alexander Jansson, das doch sehr an Tim Burtons Schaffensstil erinnert. Über zwei Jahre hat sich Tobias Sammet Zeit genommen, um neue Ideen zu sammeln, in andere Welten einzutauchen, sein Innerstes nach aussen zu kehren und mit "Moonglow" ein neues Avantasia-Kapitel aufzuschlagen. Ohne Zeitdruck oder Verpflichtungen (da zu der Zeit kein Plattenvertrag bestand) und losgelöst von Zugeständnissen an den Musikmarkt verbarrikadierte sich der Sänger und Songwriter im eigens dafür gebauten "The Great Mystery"-Studio und schrieb Tag und Nacht an dem neuen Material, bis sich schliesslich elf Tracks zu einem vollständigen Werk zusammenfügten, das "Mondglühen" heisst und auch für den Künstler selbst neue musikalische Massstäbe setzt. Es ist das ausgeschmückteste und detailreichste Album mit definitiv viel Liebe zum Detail. Keltische Elemente, Worldmusic-Einflüsse, grosse Chöre, atmosphärische Parts, Thrash-Elemente, klasse Gastgesangsbeiträge unter anderem von Michael Kiske (Helloween), Ronnie Atkins (Pretty Maids), Eric Martin (Mr. Big), Geoff Tate (Original-Queensryche), Jorn Lande und Bob Catley (Magnum) sowie neue Gäste wie Candice Night (Blackmore's Night), Hansi Kürsch (Blind Guardian) und Mille Petrozza (Kreator) - und all das in den typischen Avantasia-Sound eingepackt. Für "Moonglow" verwirklichte der Künstler seine musikalischen Vorstellungen, bis die eigenen Erwartungen erfüllt waren. Vorbei an allen Trends und den Vorgaben der Musikindustrie, handgemacht und persönlich entstanden epische 10-Minuten-Stücke neben eingängigen Rocksongs. Mit "Moonglow" entstehen Geschichten, Welten, Charaktere und Bilder, die mit ihrer Vielschichtigkeit dafür sorgen, dass sich Musikliebhaber auf eine Reise zwischen Realität, Traum, Übermut und Melancholie begeben. Tobias Sammet hat diese Kunst perfektioniert und liefert ein auch für ihn sehr besonderes Werk ab. Grandios!
Oliver H. 

Punkte: 9.5 von 10
OVERKILL - The Wings Of War (LP)
Nuclear Blast/Warner
Bin ich bei Overkill objektiv? Gewisse Leute würden hier laut «NEIN» schreien. Und ja, vielleicht haben sie auch recht. Aber meine Lieben, wenn ich sehe, mit welcher Wucht die Jungs um die beiden Bandleader Bobby "Blitz" Ellsworth und D.D. Verni noch immer aufs Gas drücken und das mit einer ansteckenden Lebensfreude? Was will man mehr? Schon der Opener «Last Man Standing» haut uns eine Thrash-Keule um die Ohren, mit den entsprechenden US-Power Metal Elementen, dass es eine wahre Freude ist. Ein ganz Grosser ist dabei erneut Jason Bittner, der mit seiner Drumarbeit alles in Grund und Boden stampft. Dazu kommen die spitzen Schreie von Bobby und die Gitarrenparts von Dave Linsk sowie Derek Tailer, die sich duellieren bis auf den letzten Tropfen Blut. Und ihr wagt es mich als un-objektiv zu titulieren? Okay, dann machen wir doch mit «Believe In The Fight» weiter. Noch Fragen? Mit welcher Wucht und ja auch Virtuosität hier gearbeitet wird, ist doch wie von einem anderen Stern! Wie auch das galoppierende «Head Of A Pin», das auch dank der noch immer sensationellen, kreischenden Stimme von "Blitz" lebt. Oder das zum Klassiker werden könnende «Bat Shit Crazy». Wie auch das pfeilschnelle «Welcome To The Garden State». Und dann!!! Ja dann!!! Packen Overkill auch ihre schleppenden Parts wieder aus und lassen mit «Where Few Dare To Walk» einen unglaublich kraftvollen Track auf uns los. Diese typischen Black Sabbath Elemente kann keine andere Truppe besser in ihren Sound verarbeiten als die Amis. Mit dem Abrisskommando «Hole In My Soul» wird das 19. Album der Jungs beendet. Okay, «The Wings Of War» ist kein «Feel The Fire» geworden. Aber haben AC/DC jemals wieder ein «Back In Black», Iron Maiden ein «The Number Of The Beast» oder Flotsam And Jetsam ein «Doomsday For The Deceiver» veröffentlicht? Eben. Overkill sind heute noch immer eine der besten Thrash-Bands, die mit einem tollen Gespür für Härte, Geschwindigkeit und Melodie neue Tracks komponieren. Und! Sie werden dabei nicht langweiliger. «The Wings Of War» ist ein absolut geiles Werk mit einem extrem tollen Coverartwork geworden. Warum keine Höchstnote? Weil dazu der ganz grosse Hit in Form eines «Elimination», «Hello From The Gutter» oder «In Union We Stand» fehlt. Trotzdem, danke Jungs dafür, dass ihr noch immer allen zeigt, dass ihr auch nach fast 40 Jahren allen in den Arsch treten könnt, und dies mit einem schelmischen Grinsen wie unheimlichen Spass in den Backen! Und so ganz nebenbei: Wäre ich nicht objektiv, hätte ich eine 12 statt eine 9.8 gegeben!
Tinu 

Punkte: 9.8 von 10
ROTTING CHRIST - The Heretics (White Vinyl LP)
Season of Mist/Irascible

Wenn die inzwischen hochgefeierten Griechen eine neue Scheibe rausbringen, ist solides Material eigentlich vorprogrammiert. Die einzige richtige Enttäuschung war wahrscheinlich die riesige Sammlung die vor nicht allzu langer Zeit mit ganz vielen Demos und Extras veröffentlicht wurde. Diese taufte nämlich nur zu Sammlungszwecken. Ansonsten präsentierten die Tolis-Brüder während ihrer langen Karriere bislang stets qualitativ hochwertige Publikationen. Mit "The Heretics" erhalten wir einen würdigen Nachfolger zum 2016er-Album "Rituals". Der atmosphärische Black Metal der Band klingt immer vertraut, während gekonnt mit verschiedenen anderen Genreelementen gespielt wird und stets neue, kleine aber feine Experimente gewagt werden. Griechische Passagen und teilweise musikalische Orientierung an volkstümlicher Musik geben dem Sound der Athener noch den gewissen Touch, den man bei anderen Bands vergebens sucht. Ob dieses Album an den Vorgänger rankommt, weiss ich nicht. Das Niveau ist vergleichbar, dieses mal scheint die Dosierung der zusätzlichen Elemente ein Wenig sanfter dosiert, was jedoch keineswegs ein Nachteil sein sollte. Vertraut und dennoch neu, wie jedes RC-Album ist auch dieser 13te Longplayer ein Muss für die CD-Sammlung. Mehr Worte werden nicht benötigt. Ein flüchtiges Reinhören müsste selbst Black Metal-Verweigerer überzeugen. Für mich klar der Monatsfavorit und einer der potentiellen Jahresfavoriten.
Mona   
Punkte: 9.5 von 10
KALEIKR - Heart Of Lead (CD)
Debemur Morti Productions
"Heart Of Lead" steckt voller Überraschungen. Und wenn ich das so sage, dann meine ich es auch so. Beginnen wir nur mal beim Artwork des Albumcovers; es ist farbig. Sehr farbig. Gar nicht passend zum eigentlichen Klischee des isländischen Black Metals. Aber lassen wir das Schubladisieren mal bei Seite. Der erste Song "Beheld At Sunrise" beginnt ruhig und sehr friedlich mit klar gespielten Klängen von Klavier und Viola. Dann aber setzt auch der Rest der Instrumente ein, und die Stimmung wird immer düsterer. Aggressiv trifft den Nagel nicht so richtig auf den Kopf, zumindest nicht gegen Aussen gerichtet. Die Gefühle, die übermittelt werden, gehen eher Richtung pure Melancholie und Selbsthass. Gemischt mit den Klängen der Viola, die leise im Hintergrund zu hören ist, erzeugt diese Mischung echt Gänsehaut! "The Descent" behält diese brutale Stimmung über den ganzen Song gleich bei und schafft so ein perfektes Gegenstück zum nächsten Song "Of Unbearable Longing", welcher mit leisem, aber gut platziertem Geklimper beginnt, um dann in eine abwechslungsreiche Mischung aus rasenden Riffs, blastenden Drums und melodiösen, herzzerreisenden Parts überzugehen. "Internal Contractions" ist wieder etwas trockener, gefasster. Hier sticht der Einsatz der Viola dadurch nur noch mehr hervor und verleiht der aufputschenden Melodie etwas Beruhigendes. Ich muss zugeben, diese Jungs können wirklich etwas, was die Liedzusammenstellung angeht. Der sechste Song trägt den gleichen Namen wie das Album selber. "Heart Of Lead" startet mit ruhigen Klängen der E-Gitarre, die so verstärkt ist, dass es klingt, als ob die Melodien von weit aus der Ferne kommen. Leiser Sprechgesang unterstreichen diese melancholische Atmosphäre nur noch mehr bis dann ein Umbruch kommt, die Instrumente mit voller Wucht und kalter Wut einsetzen. Okay, ich gestehe, dieses Album spricht mir total aus der Seele. Ich bin begeistert von seiner abwechselnder Stimmung, die aber dann im Gesamtbild immer die gleiche Message herüberbringt; klassische, isländische Melancholie. Genau so wie ich sie schätze und liebe. Einfach genial!
Zoé 

Punkte: 9.5 von 10
SONS OF MORPHEUS - The Wooden House Session
Czar Of Revelations
Nach dem altbewährten Motto: Alle guten Dinge sind drei, kommt das Basler Trio Sons Of Morpheus zum dritten Mal mit einem Album um die Ecke. Zeitloser und grenzenlos ausufernder Psychedelic Blues Rock wird in einer Perfektion dargeboten, wie man es sonst nur von einigen wenigen internationalen Acts her gewohnt ist. Als grobe Anhaltspunkte könnten Kadavar und Mastodon heran gezogen werden, aber bei Sons Of Morpheus steckt von allem ein wenig mehr drin! Aber jetzt mal der Reihe nach. "Doomed Coowboy" versetzt einem rein instrumental in den Wilden Westen und ich sehe mich schon dem Sonnenuntergang entgegen reiten! So ist der Einstieg schon mal sehr originell und gelungen. So darf es gerne weitergehen. Mit einem pumpenden Bass empfängt uns "Looner", bevor es Gitarren-technisch in die psychedelische Richtung abgeht! Und der Bass von Lukas Kurmann pumpt und pumpt, dazu passt der Hammer-Gesang von Manuel Bissig wie die Faust auf's Auge! Natürlich wäre der Sound ohne das taktangebende Druming von Rudy Kink nicht einmal die Hälfte wert! Man merkt, wie gut das Trio aufeinander eingespielt ist, was aufgrund diversen Touren nicht verwundert! Nach einem Hit, ist vor einem Hit und so folgt mit "Paranoid Reptiloid" das nächste Ausrufzeichen! Massiv wie sich dieser Song auf der Gehirn-Festplatte einbrennt! Trotz grossem Hitpotential, ist dieser Song herrlich abgedreht! Ganz grosses Kino! Ruhig und mit einem akustischen Intro, startet "Nowhere To Go" und nun wird im Doom-Sumpf gewattet. Zum Schluss hin wird die Schlagzahl nochmals erhöht. Was für geniale Songschreiber Sons Of Morpheus sind, wird einem mit "Sphere" ein weiteres Mal eindrücklich bewusst! Es ist unmöglich, diesen Song wieder aus den Gehörgängen zu bekommen, weil er sich für immer dort eingenistet hat! Absolute Spitzenklasse! Leider folgt mit "Slave (Never Ending Version) schon der letzte Track dieses Hammeralbum's. Man wähnt sich als Zeuge einer endlosen Jamsession und der Hauch von Woodstock liegt spürbar in der Luft! Ich bin mir sicher, dass mir dieses geniale Stück Musik noch lange Freude bereiten wird und deshalb empfehle ich es allen Liebhaberinnen und Liebhabern, von zeitloser und genial gespielter Rockmusik! Livemässig sind Sons Of Morpheus in nächster Zeit öfters zu sehen und die genauen Daten können auf www.sonsofmorpheus.com nach gesehen werden!!
Roolf 

Punkte: 9.5 von 10
DOWNFALL OF GAIA - Ethic Of Radical Finitude (LP)
Metal Blade/Sony
Die deutschen Grossmeister in Sachen Post Black Metal bringen mit "Ethic Of Radical Finitude" bereits ihr fünftes Machwerk auf den Markt, und dieses Mal handelt es sich nicht um ein weiteres Konzeptalbum, sondern die Songs klammern sich an dem Leitmotiv, das Unzufriedenheit und die niemals versiegende Gier heissen soll. Interessant, interessant, was uns also erwarten soll! Leider wird der Auftakt mit einem Intro, das eine Soundcollage darstellt, den Erwartung in keiner Weise gerecht. Schon leicht genervt, aber was jetzt folgt, ist Downfall Of Gaia in Reinkultur, und diese Band zeigt ganz klar mit "The Grotesque Illusion Of Being", was sie im Stande ist, zu spielen. Tobende Wutausbrüche, die richtig brachial sind, wechseln sich mit melodischen Parts so gekonnt ab, dass das Wort Perfektion im Raume schwebt! Dazu kommt noch der angepisste Gesang, der dem Sound von Downfall Of Gaia ein Alleinstellungsmerkmal gibt. Mit massig Hymnen schleicht sich "We Pursue Of The Serpent Of Time" in die Gehörgänge und ist trotz Schallgeschwindigkeit von einer genialen Melodie besessen. Spätestens jetzt ist klar, dass Downfall Of Gaia keine kleinen Brötchen mehr backen, sondern zu den besten Bands dieses Musikstiles gehören. Pfeilschnell düst "Guided Through A Starless Night" vorbei, zumindest bis zum ersten Break! Mit diesen Tempovariationen wird für massig Abwechslung gesorgt! Leider wird der Song gegen Ende hin endlos in die Länge gezogen! Das die Würze in der Kürze liegt, demonstriert "As Our Bones Break To The Dance" auf eindrückliche Art und Weise. Endlich kommt der Kahn wieder in reissende Gewässer und so gefallen mir Downfall Of Gaia am besten! Mit "Of Withering Violent Leaves" ist der grossartige Spuk leider auch schon wieder vorbei. Nochmals werden alle Register gezogen, und jetzt wird auch noch mit Atmosphäre Hühnerhaut erzeugt! Ein geniales Album, das im strahlenden Sonnenlicht glänzt und nur wegen dem Intro kurzzeitig im Dunkeln tappt! Mit diesem Album können Downfall Of Gaia ihre Spitzenposition weiter ausbauen, und aus diesem Grund sollten all die Leute, die Downfall Of Gaia schon gekannt haben, dieses Album unbedingt kaufen! Für alle Anderen sind Downfall Of Gaia mein Geheimtipp dieses Soundchecks!
Roolf 

Punkte: 9.3 von 10
YERÜSELEM - The Sublime (LP)
Debemur Morti Productions
Mit Yerüselem hat sich Vindsval, bekannt auch als Mastermind von Blut Aus Nord, ein neues Betätigungsfeld zugelegt, und so lotet er zusammen mit W.D. Feld die Grenzen aus. Geboten wird ein origineller Mix aus Industrial, kaltem New Wave und Electronica! Spätestens jetzt können alle Traditionalisten aufhören weiterzulesen, denn ab hier wird zu neuen Ufern aufgebrochen! Sehr elektronisch beginnt "The Sublime", wird aber von einer genial gespielten Gitarre begleitet, die der eiskalten Industrial-Musik ein wenig Wärme einhaucht! Schon mal das erste Ausrufezeichen gesetzt! Industrial pur und genau nach der geltenden Industrienorm, so wird in "Autoimmunity" gearbeitet und trotz des verstörenden Klangbildes hat auch dieser Song das gewisse Etwas! Trotz Eintönigkeit, wie es sich für Fabrikarbeit gehört, kommt keine Langeweile auf. Man fühlt sich in eine kalte Fabrikhalle versetzt, in der unter monotonem Lärm gearbeitet wird. Mit "Eternal" geht es mehr in Richtung New Wave und auch diese Facette steht Yerüselem gut zu Gesicht! Mystisch schleicht sich "Sound Over Matter" in die Gehörmuschel und ist eigentlich mehr Intro als Song! Flirrend elektronisch und mit einer Soundcollage direkt aus einer Werkhalle, kann "Joyless" für sich punkten. Ähnlich wie bei einigen Veröffentlichungen von Blut Aus Nord, hat dieser Sound gar nichts mehr mit Metal zu tun. Wem aber schon die Soundexperimente von Blut Aus Nord aus früheren Zeiten gefallen haben, der wird dieses Stück Industrial lieben! Pumpend und absolut anorganisch, geht "Trinity" als gelungenes Beispiel von vertonter Monotonie durch und verbreitet eine düstere Stimmung. Wahrlich ein weiteres Highlight! Mit "Babel" wird es synthetisch und nicht von Menschenhand, so zieht dieser Song eine tiefe Furche in die Hirnrinde! Als Folterinstrument wäre dieser Song auch eine gute Wahl! Ganz grosses Fabrikhallen-Theater! Spuren von Gitarren enthält "Reverso", auch wenn die industriellen Klänge schnell wieder die Oberhand gewinnen! Den Sänger hört man dezent aus der Tiefe der Fabrikhalle. Eine geniale Soundcollage folgt nach der anderen und alles ist von Maschinen erzeugt! Als Outro darf "Textures Of Silence" herhalten und besinnlich ein geniales Album, das nur so von Expermentierfreude strotzt, beenden. Für mich sind Yerüselem die Entdeckung dieses Soundchecks und ein Kauftipp meinerseits!
Roolf 

Punkte: 9.3 von 10
WOLF COUNSEL - Destination Void
Endless Winter
Gar nicht langsam im Veröffentlichen von Alben, im Gegensatz zur dargebotenen Musik, sind Wolf Counsel, und so ist mit "Destination Void" bereits der fünfte Streich vollbracht. Mit feinstem Doom, der klassischer nicht sein könnte, verwöhnen Wolf Counsel unsere Ohren. Wie seine Vorgänger auch, wurde "Destination Void" im Little Creek Studio unter der Fittiche von V.O.Pulver aufgenommen und kann deshalb auch produktionstechnisch glänzen. Das Doom-Hörspiel beginnt mit "Nazarene", und vom ersten Ton an, wird klassischer Doom geboten, der aber nicht allzu langsam ist, sondern mit moderatem Tempo abdampft. Somit ist der Einstieg schon mal geglückt. Mit "Nova" wird der Wind aus den Segeln genommen, und eigentlich müsste dieser Song "Lava" heissen, so zähflüssig kommt er aus den Boxen gekrochen. Die Kadenz wird erhöht und das Resultat nennt sich "Mother Of The Plagues"! Dieser Song ist näher an der NWoBH dran und die Doom-Spuren sind nur schwach zu vernehmen! Was speziell erwähnt werden muss, ist die hervorragende Gitarrenarbeit und das knackige Drumming! Der Abwechslung zuliebe gibt es mit "Men Of Iron Men Of Smoke" einen ganz ruhigen Song zu hören. Interessant, auch diese Seite von Wolf Counsel hat ihren Reiz! Kirchenorgeln und Doom passen sehr gut zusammen, deshalb bilden die Kirchenorgeln auf "Destination Void" das Intro. Was nachher folgt, ist eine Demonstration von genial gespieltem und flottem Doom. Natürlich hat der Song auch schleppende Passagen feil zu bieten, also eigentlich das Doom-Gesamtpaket! Herrlich sägend und im NWoBH-Modus fräst sich "Tomorrow Never Knows" in die Gehörgänge. Gespickt mit ganz ruhigen Passagen, ist dieser Song sehr abwechslungsreich und ein weiteres Highlight auf diesem Album. Die letzten zehn Minuten werden von "Staring Into Oblivion" bestens genutzt, um ein ganz starkes Album mit einem würdigen Schluss zu versehen. Dieser Song pendelt sich im zähflüssigen Bereich ein und zeigt Wolf Counsel abermals von ihrer besten Seite! An alle Doomer unter euch: Unbedingt reinhören oder noch besser gleich kaufen! Ein absolut geniales Doom-Album, das auch den internationalen Vergleich nicht scheuen muss!
Roolf 

Punkte: 9.2 von 10
BEAST IN BLACK - From Hell With Love (2 LPs)
Nuclear Blast/Warner
Peino-Metal - das ist das Genre, das Beast In Black mit ihrem zweiten Werk erfunden haben. Und weil das neue Album dermassen überzeugt, setzt sich das Quintett auch gleich die Genre-Krone auf. Sie werden also quasi zu den "Kings Of Peino-Metal"! "Peino" leite ich von "peinlich" ab. Das wäre der Sound von Beast In Black auch, wenn das Ganze nicht derart eingängig, geil gespielt und aufgenommen wäre. Wer bei 80er-Pop, Kitsch und Synthies das Weite sucht, wird diese "Extrem-Metal-Gruppe" schlicht hassen. Wer aber eingängige Lieder mal mit mehr oder weniger Heavy Metal-Gitarren mag, wird für Beast In Black sofort einen Thron bauen wollen. Ich gehöre zu Letzteren und feiere Lieder wie das Starter-Trio "Cry Out For A Hero", "From Hell With Love" und "Sweet True Lies" ohne Ende ab. Erstaunlich ist dabei, dass Beast In Black das songwriterische Niveau über sämtliche elf Lieder halten können. Rausschmeisser wie "Die By The Blade" (Achtung massiver Keyboard und Madonna-Pop-Einsatz), die einzige Ballade "Oceandeep" oder Abschädelnummer "No Surrender" lassen keine Wünsche offen. Battle Beast-Gitarrist Anton Kabanen hat nach seinem Ausstieg bei Battle Beast eine mehr als ebenbürtige Gruppe zusammen gestellt und präsentiert mit dem Griechen Yannis Papadopoulos einen sehr starken Sänger mit äusserst variabler Stimme. "From Hell With Love" löst bei mir Jubel, Bewunderung und Glückshormone aus. Aber Achtung! Peino-Metal ist Peino-Metal, und darum nur für ganz wenige Auserwählte geeignet! Wer es nicht glaubt, dem sei ein Blindkauf herzlich empfohlen.
Roger W. 

Punkte: 9.1 von 10
NEED2DESTROY - Show (CD)
Fastball Music
Nun noch eine teutonische Angriffswelle auf die Gehörgänge unsererseits, aber diese Angriffswelle lasse ich gerne ohne Gegenwehr durch. Aus der ostwürttembergischen Provinz kommt der germanische Vierer namens Need2Destroy und bringt sogleich mit 'Show' deren Erstling - nach der EP namens 'Genoma' - mit, der musikalisch ebenfalls wie 'ne Bombe einschlägt. Eben, eine gewollte Angriffswelle. 13 Tracks, die alle Facetten des Metals vereinen, deshalb eben Crossover genannt. Was, alle Facetten des Metals vereint? Ja, richtig gelesen, Need2Destroy lassen alle musikalischen, metallischen Mauern einstürzen und verschmelzen die verschiedenen, metallischen Stilrichtungen zur 'Show', der 'Show' von Need2Destroy, dem Crossover-Metal. Widerspruch? Wohin denn, nein! Selbst wenn hauptsächlich in spanischer Sprache gesungen, was ich sagen muss, sehr gut zum Soundteppich von 'Show' passt. Gesungen, sogar im Tenor, gepaart mit bis zu deathigen Shouts und Growls. Dazwischen? Alle Facetten des Gesanges, gar gerappt, einfach eben alles. Kann ich ja beinahe nicht glauben? Ja, deshalb mindestens anhören und antesten, wie immer, Kollega. Auch gitarrentechnisch wird da alles abgerufen, was es so eben halt gibt. Mal rappend, mal crossovernd, mal deathig, mal thrashig, mal einfach heavy-metallisch, mal rockig, mal funkig und bluesig, leicht jazzig, eben ... Crossover-Metal! Egal, ob akustisch oder mit Distortion; egal, ob riffend oder solierend. Der Tieftöner wird durch die vermischten Sounds auch zu einem Leadinstrument, so wie alle Instrumente bei Need2Destroy. Die Drums tänzeln nur so flockig leicht durch den Crossover-Sound, wie schon lange nicht mehr gehört, oder dann anleihend an Infectious Grooves, dem Funk-Crossover-Thrash-Metal-Projekt mit Mike Muir von den Suicidal Tendencies. So, die Produktion ist ebenfalls perfekt gelungen, sauber, druckvoll und messerscharf hart. Das Coverartwork schlicht und doch viel aussagend, einfach passend zum Sound auf 'Show', reflektierend darf man getrost schreiben. Nun, an wen richtet sich den 'Show'? Well, an alle Metallerinnen und Metaller, gar sogar ausserhalb eben dieser imaginären Mauern. Es ist Metal, aber mit Schmackes und viel Weitsicht, grenzenlos und verbindend. Überrraschend hervorragend gelungen und Need2Destroy sind ... nein, sie sind live wohl eine Sensation und deshalb warten wir gespannt auf die kommende Tour in unseren Gefilden. Ansonsten wird wohl jemand hier eine Reise tun in teutonischen Gefilden ...
Leopold  

Punkte: 9.0 von 10
STARBREAKER - Dysphoria (Gatefold LP)
Frontiers Music/Musikvertrieb
Tony Harnell gehört noch immer zu meinen absoluten Lieblingssängern. Das erste Mal hörte ich ihn bei den norwegischen TNT schreien und dem Album «Knights Of The New Thunder», eine Jahrhundertscheibe, die bis heute von TNT selber nicht mehr übertroffen wurde. Dass er mit Riot-Gitarrist Mark Reale und Danger Danger Bassist Bruno Ravel und Westworld eine fantastische Truppe an Laufen hatte, wissen nur die Wenigsten. Was Tony ein bisschen in seinem heldenhaften Glanz blasser erscheinen lässt, ist das ewige Rein-Raus-Spiel bei TNT und dass er nur kurzfristig bei Skid Row sang. Ja was denn und wo denn nun? Nun, heisst «Dysphoria» und ist die dritte Scheibe zusammen mit Starbreaker. Dieses Werk ist ein melodisches Metal-Highlight, das mit dem kräftigen Opener «Pure Evil» heftig startet und mit «Last December» eine unter die Haut gehende Nummer vorweist. Eine melodische Perle ist «My Heart Belongs To You». Der Titelsong ein geiler Power-Track. «Fire Away» ein Hit, wie man ihn von Tony kennt und «Starbreaker» ein fetziger Abschluss. Ja genau, eine Cover-Version des Judas Priest-Klassiker, die von Tony sensationell gesungen und durch die hervorragende Gitarrenarbeit von Magnus Karlsson (Primal Fear-Studiomusiker) unglaublich abgerundet wird. Tony schreit noch immer wie ein junger Gott, hat mit diesem Album ein weiteres, hervorragendes Lebenszeichen abgegeben und gehört nach wie vor zu den Highlights der noch lebenden Sänger.
Tinu  
Punkte: 9.0 von 10
PORN - The Darkest of Human Desires ACT II  (CD)
Echozone
Gewohnt düster, gothisch und entführend begrüssen schon die ersten Sekunden den gespannten Hörer. Der Zweite Akt der Saga enttäuscht nicht. 50 Minuten nehme ich mir gerne, um meinen Ohren diese Form der Pornographie zuzuführen. Schon die Vorgängeralben wussten wie man die Ohren umgarnt, nichts anderes erwarte ich von dieser Scheibe. Die französischen Industrial-Metaller bedienen sich wie gewohnt auch an Elementen der frühen Gothicbewegung und bekannt klingenden, modernen Inputs. Den ersten Part der Trilogie über die Erscheinung namens Mr. tranglers lernten wir im Jahr 2017 kennen, der erste Akt wurde The Ogre Inside benannt. noch im Dezember teaste uns die Gruppierung mit einem richtig gut gelungenen Remix-Album (Remixe des ersten Aktes). Nicht überraschend kommt die Thematik dieses Longplayers, innerer Kampf und dunkle Begierden, Unterdrückung des eigenen Willens durch die Gesellschaft. Der industrielle Gothic Metal scheint das innere Monster wahrlich zu entfesseln, therapiert den Hörer mit einer Art Trance, wie sie schon auf den Vorgängeralben vorgekommen ist. Persönliche Kaufempfehlung! Gönn dir das Album, lehne Dich zurück (vielleicht mit einem Glas Wein oder Stärkerem) und lass die Reise in die Untiefen deiner versteckten Düsterheit beginnen. Erster Kandidat für die Favoritenliste 2019.
Mona  
Punkte: 9.0 von 10
BLODHEMN - Mot Ein Evig Ruin
Soulseller Records
Purer Black Metal dringt aus den Boxen, als das dritte und neueste Album "Mot Ein Evig Ruin" der norwegischen Band Blodhemn erklingt. Obwohl Band ja relativ ist, denn eigentlich handelt es sich ja um ein Einzelprojekt des Künstlers "Invisus", welcher einfach live von vier anderen Musikern unterstützt wird. Das Intro des Albums ist sehr interessant aufgebaut, Schlagzeug und Bass leiten ein und werden dann von einem Sprech-/Flüstergesang einer Frau unterstützt. Schwierig, sich eine eigene Meinung darüber zu bilden, ist aber ein cooler Auftakt in den zweiten Song "Det Gjekk Ein Faen". Hier geht es schon wesentlich schneller zu und her und die Lead- und Rhythmgitarre wechseln sich in einem passenden Einklang ab. Natürlich nicht zu vergessen von den verzweifelten, krächzenden Screams, welche das Ganze komplettieren. "Døgenikt" hört sich relativ ähnlich an wie sein Vorgänger aber dafür sorgt dann der nächste Song "Østfront" für einen Stimmungswechsel. Rhythmisch gespielte Riffs leiten in das Lied ein und bleiben während den ganzen fünfeinhalb Minuten präsent. Dieser Song erscheint im Gegensatz zu den bisherigen schon beinahe fröhlich, soweit das im Black Metal auch möglich ist. Ein weiterer Exot des Albums ist "Uante Krefter I Fra Nord", welches äusserst melodiöse Instrumentals hervorbringt und dem Werk eine weitere metaphorische Farbe auf seiner Palette beisteuert. Interessanterweise haben die meisten Werke immer ein Lied, welches das gesamte Album zusammenfasst: Das ist auch hier der Fall mit dem letzten Song "Mot Midnat", welcher zu gleichen Teilen aus schnellen und langsamer gespielten Teilen besteht, eine gewisse Brutalität verkörpert und doch durch seine melodiösen Parts eine leichte Weichheit mitbringt. Der ideale Ausgleich eines Songs sowie eines Albums, den ich mir wünsche; genial! Ach übrigens an alle die ihrem Partner ein (trves) Valentinstaggeschenk machen wollen: "Mot Ein Evig Ruin" erscheint am 15. Februar. Einen Tag zu spät, ich weiss, aber der Valentinstag besteht ja mittlerweilen ja eh nur noch aus Kommerzwahnsinn ;-)
Zoé   
Punkte: 9.0 von 10
WITHIN TEMPTATION - Resist  (LP&Digital Copy)
Universal Music Group
Within Temptation schlagen nun endgültig einen neuen Weg in ihrer Musikentwicklung ein. Die Symphonic / Alternative Metal Band aus den Niederlanden liefern nun nach 23 Jahren Karriere ihr siebtes Studioalbum. Sie bleiben sich selbst trotz des Genrewandels treu - die Dynamik und Energie in ihren Kompositionen nimmt nicht ab. «Resist» lehnt stilmässig ihrem vorgängigen Album «Hydra» an, es wird auf Elekto-Einflüsse gesetzt und die Band distanziert sich von den pompösen Symphonie-Einlagen. Der Opener «The Reckoning» bläst vom Hocker und konfrontiert den Hörer mit einer epischen Energie. Growl-Einlagen ergänzen die melodiöse Gesangsstimme Sharon Den Adels und bilden ein neues Gemisch aus dumpfer Härte und eingängiger Melodie. Solche Knaller sind noch weitere enthalten - «Raise your Banner» als drittes oder «Trophy Hunter» als Abschluss liefern Schub und erfüllen mit der typischen Within Temptation-Energie, aber eben mit der Kombination von Techno-Effekten, die meiner Meinung nach nicht "too-much" sind, sondern einen neuen Touch verleihen. Neben den härteren Liedern sind viele eher ruhigere, doch genauso erfüllende Tracks enthalten - als Beispiel «In Vain» oder «Holy Ground». Letzteres geht schon fast zu sehr in den kitschigen Pop hinein, was ein bisschen schade ist. Aber ja, die «The Silent Force»-Zeiten sind vorbei und mit «Resist» präsentieren uns die Band ihre neueste Entwicklung. Der Stil ist wirklich schwierig zu beschreiben - energiereich, eingängig und melancholisch wären Begriffe, die die Musik Within Temptations treffen könnten. Ich als langjähriger WT-Fan stehe sehr gespalten zu «Resist», da diese neuen Elemente gewöhnungsbedürftig sind. Wenn das Album ohne das Kennen der Vorgänger betrachtet wird, sind ihre Kompositionen sehr eigen und gehen unter die Haut. Ich denke, es ist nun eine neue Ära angebrochen, die mit der alten nicht verglichen werden soll, sondern die als eigenen Stil zu betrachten ist. Eine Abwechslung von ruhigen, sinnlichen Passagen und harten, schweren Parts wird auf jeden Fall im Verlauf des Albums geliefert. Und was noch erwähnt werden muss - Sharons Stimme ist voller Power und dennoch sinnlich. Ich habe den Eindruck, dass sie sich mit jedem Album verstärkt. Je mehr ich das Album höre, umso besser gefällt es mir. Wer melodiöse epische Musik hören möchte - gebt diesem Werk eine Chance!
Sina  
Punkte: 8.9 von 10
HORNDAL - Remains  (Colord LP)
Prosthetic Records
Prosthetic Records präsentiert voller Stolz ihren Neuzugang, nämlich die schwedischen Horndal mit ihrem Debütalbum "Remains". Die Band gehört zu den Besten der Skandinavischen Hardcore-Szene. Sie machen musikalisch eigentlich immer einen Schritt vorwärts denn stehenbleiben liegt dem Quartett nicht aber die wahre Qualität liegt in ihrem Songwriting. Ihre Songs werden so zu echten "fist to the face"-Hymnen. Mit "Remains" erzählt der Vierer die wahre Horrorgeschichte über die teuflische Zerstörung ihrer Heimatstadt Horndal in den 70er Jahren. Ihr Sound ist eine spezielle Mixtur aus Hardcore mit etlichen Einflüssen, der markanteste davon ist der klassische schwedische Death Metal. Bei vielen Metal-Bands in der heutigen Zeit fehlt die Dynamik und sie klingen oft monoton. Horndal schreiben visionäre Tracks mit klaren Ideen, sie wissen wohin ihr Sound sie bringen soll und dafür tun sie wirklich alles. Sie sind innovativ, experimentierfreudig und haben einfach riesig Spass bei dem, was sie tun. Aggressiv, wild und wirbelsturmartig fegen die neun Songs den Staub von den Boxen und machen in den Gehörgängen Platz für ein neues Hörerlebnis. "Remains" ist laut, roh und voller unbändiger Power. Ein Album, das ziemlich viel Abwechslung und Unterhaltung bietet.
Oliver H.  
Punkte: 8.8 von 10
MIKAEL ERLANDSSON - Capricorn Six  (CD)
AOR Heaven/Non Stop Music
Oha, der Sänger von The Last Autumn's Dream, Mikael Erlandsson, kommt mit dem sechsten Solowerk um die Ecke. Einmal mehr überzeugt der Göteborger mit seiner Stimme, die einerseits sanft, aber andererseits auch sehr kraftvoll erklingt. Zu hören auch auf dem Opener «Eye Of The Hurricane». Wer seine Stammband liebt, wird an seiner Solo-Scherbe nicht vorbei kommen. Die Mischung aus melodischen Parts und kräftigen Rock-Elementen überzeugt einmal mehr auf der ganzen Linie. Auch wenn der melodische Teil («Why») ein bisschen zu stark in den AOR driftet. Dafür rockt er mit «Pain» wieder locker los, oder mit dem schon fast bösartig gesungenen «Evil». Wow, wie sich Mikael da die Stimme aus dem Körper schreit, ist schon ganz grosses Kino. Wer sich gerade mit Liebeskummer abgibt, sollte die Finger von «Had To Let You Go» lassen. Sehr grosse Emotionen verarbeitet der Schwede in dieser Ballade. Eine Mischung aus Trauer und Hoffnung, wie man sie heute nur noch selten zu hören bekommt. Mit viel Hitpotenzial rockt Mister Erlandsson dann mit «Break Another Heart» weiter, wie auch bei «Ok». «Capricorn Six» ist sicher kein 10-Punkte Album, aber sicher eines, das man sich immer wieder gerne anhört. Schwedischer Hardrock mit einem leichten Hang zum AOR. Wem dies gefällt, muss hier zugreifen!
Tinu  
Punkte: 8.8 von 10
FERNDAL - Singularitäten  (CD)
Einheit Produktion
Wie Black Metal mit Cello funktionieren soll, wollen Ferndal mit ihrem zweiten Album "Singularitäten" demonstrieren. Die Bandbreite von melancholischer Erhabenheit bis zur düsteren Aggression soll in den Klangwelten von Ferndal voll ausgeschöpft werden. So startet das Album mit einem Intro, das den treffenden Namen "Intro" hat. Schon wird klar, dass mit den Cellos gekonnt auf der Klaviatur der dunklen Gefühlen gespielt werden kann. Von Melancholie weist auf "Weltenbrand" nichts mehr hin, denn ab sofort hat der Meister Black Metal die Zügel in der Hand. Dieser Song besitzt trotz der Garstigkeit eine klassische Seele. Die Mischung zwischen ruhigen und hektischen Passagen ist ausgewogen und perfekt abgestimmt. Verzweifelte Celloklänge stimmen "Bringer der Leere" an. Nach besinnlichem Start wird gewaltig auf die Tube gedrückt, und so funktioniert das Zusammenspiel zwischen Black Metal und klassischem Cello-Spiel ausgezeichnet! Man hört die Cellos deutlich und sie können sich im Gesamtsound bestens behaupten! "Sternenlicht" bringt zwar nichts Neues mit sich, aber die ausgewogene Mischung zwischen hart und zart kann auch hier erneut überzeugen. Mit diesen Wechselbädern der Gefühle ist eine grosse Abwechslung garantiert, und so ist Langeweile ein Fremdwort! Die einzige Frage, die sich stellt, ist, wie die Black-Metaller zu den ausufernden Ausflügen in die klassische Musik stehen?! So ist der nächste Song "Klavierquintett in E-Moll (Mother North)" Klassik pur und mit der Dauer von über 8 Minuten definitiv zu viel des Guten! "Die Verlorenen" setzt auf Atmosphäre und kommt sehr ruhig daher. Auch in diesem Song ist der klassische Touch omnipräsent! Stark finde ich Ferndal in der wütigen und rasenden Version, nur sind leider diese Momente eher rar gestreut! Das Gekeife ist Hammer und der Klargesang geht in Ordnung. Ziemlich zügig treibt "Siebter Gesang" voran, nur leider wird auch hier wieder, nach kurzer Zeit, aufs Bremspedal gedrückt und die Dynamik verabschiedet sich sogleich. Unheimlich Spass machen Ferndal mit "Serenades", denn jetzt heisst es Vollgas voraus! Trotz Klassik-Intermezzo trommelt sich der Drummer um seinen Verstand. Für mich der beste Song dieses Albums. Den besinnlichen Ausklang stellt "Distanz" dar und zeigt Ferndal nochmals von der ganz ruhigen Seite. Ein sehr abwechslungsreiches Album, das für die Leute, die keine Berührungsängste mit klassicher Musik haben, sehr interessant sein könnte!
Roolf   
Punkte: 8.7 von 10
TORA TORA - Bastards Of Beale  (LP)
Frontiers Music/Musikvertrieb
Frontiers Music haben erneut eine Truppe ausgegraben. Tora Tora! Wer erinnert sich noch an die Band aus Memphis? Eine Combo, die zwischen 1989 und 1992 mit «Surprise Attack» und «Wild America» zwei tolle, hart rockende Werke veröffentlichte. Auch heute noch ist es der bluesige Hardrock, den man als eine trockenere und rockendere Version von Great White ansehen kann, welche dem Hörer um die Ohren gehauen wird. Also, alle Retro-Mucker sollten hier genau hinhören. Da sind die wahren Helden aus den Achtzigern, welche dem damaligen Hair Metal den Kampf ansagten und durch die Grunge-Ära ebenso dem Tod geweiht waren . Aber, sie sind wieder da und die Stimme von Anthony Corder hat nichts von ihrem Charme verloren, wie auch Gitarrist Keith Douglas nichts von seinem Können eingebüsst hat. «Giants Fall», «Everbright», «Silent The Sirens» und «Lights Up The River» definieren ziemlich genau den Sound der Amis. Tora Tora sollten sich all jene anhören, welche sich in letzter Zeit mit kernigem Hardrock und einer Prise siebziger Jahre angefreundet haben. Denn genau dort hat der Vierer seine Werkstatt aufgebaut. Unbedingt antesten!
Tinu   
Punkte: 8.7 von 10
THORNBRIDGE - Theatrical Masterpiece  (LP)
Massacre Records/Musikvertrieb
Das zweite Album «Theatrical Masterpiece» der Power Metal Band Thornbridge geht unter die Haut und reisst mit. Thematisch verarbeiten die Musiker die Zeiten der Hexenverfolgungen im Spätmittelalter und die damals dazugehörende Folter und Unterdrückung der Bevölkerung. Das Thema wiederspiegelt sich jedoch nur in den Texten, in der Musik ist nicht viel dieser dunklen und brutalen Zeit zu hören. Dies, weil die Musik durchzogen ist von melodiösen Gitarrenriffs und powerreichen Soli. Klar, auch dumpfe und harte Parts dürfen nicht fehlen, aber meistens werden diese beiden Elemente hervorragend kombiniert - im Hintergrund sorgen die Rhythmusgitarren und die Drums für Schub und Härte, während die Leadgitarre oder der Gesang für die eingängige Melodien verantwortlich sind. Die eingängigen heroischen Refrains sind durch Chöre unterstützt - typisch Power Metal. Es passt aber perfekt als Kontrast zu den energiereichen solo gesungenen Strophen, die Spannung erzeugen und hervorragend in die eher simplen Refrains überführen. Es wurde komplett auf ein ruhiges Lied verzichtet. Trotzdem wirkt «Theatrical Masterpiece» keineswegs monoton, denn die Lieder variieren ständig im Rhythmus. Jeder Track hat seinen eigenen Charakter und jede Melodie fährt erneut unter die Haut. So entsteht ein Gesamtwerk, das wirklich als Masterpiece bezeichnet werden kann. Zudem muss noch gesagt werden, dass die verschiedenen Gitarrensoli das Können der Gitarristen perfekt zeigen - sie reissen mit und passen fantastisch zum Gesamtkonstrukt. Mir persönlich werden die meisten Power Metal-Alben im Verlauf langweilig. Aber Thornbridge hat mich definitiv mit ihrem zweiten Studioalbum überzeugt und ich würde es jedem empfehlen, der heroisch epische Melodien sowie viel Schub und Power im Ohr haben möchte.
Sina   
Punkte: 8.6 von 10
VANIR - Allfather (LP)
Mighty Music
Die dänischen Vikinger von Vanir sind zurück! Seit ihrer Gründung 2009 hat die Truppe bereits vier Longplayer rausgehauen, und nun steht sie mit dem fünften Werk "Allfather" in den Startlöchern. Es ist kein Geheimnis mehr, dass Vanir der geilste dänische Act in Sachen Viking Metal ist. Ihr Sound wird beeinflusst von Folk bis Death mit einer satten Prise Black Metal. Mit "Allfather" kreierte die Band wieder ein tödliches Brett, das den Fokus scharf auf Melodien und brutale Riffs legt. Somit schliessen sie den Graben zu Bands wie Ammon Amarth, Immortal oder Ensiferum und können sich einer neuen Fanschar sicher sein. Ihre Lyrics handeln von nordischer Mythologie und historischen Sagen, die teils in Englisch und teils in Dänisch eingesungen sind. Ob Valhallas Hallen oder deutsche Schlachtfelder - Vanirs Musik macht keine Kompromisse und kennt auch keine Grenzen. Es ist schlichtweg eine Fusion zwischen Vergangenheit und Neuzeit, eingehüllt in einem harten melodischen Soundkleid. "Allfather" ist aber auch in erster Linie eine Hommage an den alten dänischen König Svend Tveskæg. Die Band hat sich in den vergangenen Jahren bei etlichen Festivals in Norwegen, Schweden und auch Deutschland einen Ruf als makelloser Liveact erspielt. Reinhören lohnt sich!
Oliver H.   
Punkte: 8.6 von 10
THRONUM VRONDOR - Ichor (The Rebellion)  (LP)
Pulverised Records
Bombastisch, symphonisch, black-metallisch. Der Drittling des belgischen Trios hier mal kurz umschrieben. Hat mich seit dem ersten Anhören magisch in den Band gesogen, mein Blut habe ich für 'Ichor (The Rebellion)' hergegeben und bin nicht enttäuscht worden. Sehr hervorragend geschriebenes Black-Opus aus belgischen Landen. 9 Songs säumen diese Rebellion und einer ist bombastischer und symphonischer als der andere. Nein, nicht so symphonisch wie Dimmu Borgir. Vielleich ist symphonisch etwas die unkorrekte Bezeichnung für Thronum Vrondor, eher atmosphärisch und mystisch? Oder dann alle drei Bezeichnung zusammen geschmolzen? Ja, das würde perfekt passen. Es ist teilweise gar progressiver, experimentieller und technisch sehr versierter Black-Metal, welches man auf dem Drittling hier serviert. Ja, Black-Metal ist das Elementare, man bezieht aber auch Elemente und Zutaten aus dem Doom- und Death-Metal. Klar, es gibt massenweise Blastelemente und -attacken im Songwriting, dennoch nicht nur. Man öffnet die Pforten zur Hölle auch im Midtempo-Bereich, wo man sehr bombastisch werkelt, wo man Mystik, Atmosphäre und Symphony miteinander verschmelzt, wie seinerzeit auf 'Blood, Fire, Death' von Bathory. Ja, viele rümpfen jetzt die Nase, ja, weit hergeholt, aber wenn ihr dann das Antesten von 'Ichor (The Rebellion)' hinter euch gelassen habt, dann versteht ihr mich, was ich damit ausdrücken möchte.

Die Gitarre ist nicht unbedingt nur mit Black-Metal-Riffs bestückt, denn diese kommt sehr klar und druckvoll rüber, hat auch viele Riffs aus dem Death-Metal-Ofen. Ja, sie ist teilweise melodiös, gar solodesk unterwegs, aber immer mit dem nötigen Respekt dem Black-Metal huldigend. Der Bass reiht sich wunderbar in die Struktur mitein und wird auch als Leadinstrument so bespielt, was einerseits dem Soundteppich dienlich ist, andererseits ganz neue Facetten im Black-Metal eröffnet. Die Drums sind meist blastend, doublebass-lastig, aber können durchaus sehr groovend und treibend daherreiten. Die Vocals sind teils guttural gehalten, teils shoutend, eher im tieferen, nicht unbedingt keifender Art, wie sie im Black-Metal oft eingesetzt werden, ja, eben total passend zum Gesamtsound. Auch die Produktion kommt sehr druckvoll und sauber rüber, gepaart mit einem interessant gestalteten Cover-Artwork, welche die Diversifizität von Thronum Vrondor klar hervorbringt und auch die leichten progressiven und technisch versierten Elemente und Zutaten hervorzeigen. Ein sehr interessantes Black-Metal-Album. Das ungeschriebene Gesetz im Metal besagt ja, dass jeweils die dritte Scheibe entscheidend ist bzw. sei für eine Band. Nun, wenn dies so zutreffen sollte, sei bzw. ist Thronum Vrondor eine hervorragende Zukunft satanischen Wirkens vorausgesagt und zugeschanzt, denn mit 'Ichor (The Rebellion)' ist den Belgiern ein hervorragendes Werk gelungen, was eindeutig Lust und gieriges Verlangen nach mehr in einem schreien lässt.
Leopold   
Punkte: 8.6 von 10
MAESTUS - Deliquesce  (LP)
code666
Die amerikanische Band Maestus haben sich mit ihrem zweiten Album "Deliquesce" dem Doom mit blackmetallischem Gekeife verschrieben. Vier Songs mit einer Spieldauer von über 50 Minuten werden geboten. So beginnen Maestus mit dem gleichnamigen Titeltrack "Deliquesce", und man begibt sich in die untiefen Klanguniversen des Doom Metal. Typisch für diese Art von Doom ist, dass in dem einen Song eigentlich mehrere Songparts stecken, die auch unterschiedlich sind. Leider wirkt dann der Song überhaupt nicht wie aus einem Guss! Dunkel und bedrückend, bricht mit "Black Oake" ein neues Zeitalter an und lässt den vorangegangenen Song rasch vergessen. Das Gekeife trägt ebenfalls zum Gelingen dieses Songs bei! In diesem Song hat die Langweile nichts verloren und es wird einfach nur geile Musik geboten! Mit "The Impotence Of Hope" wird es romantisch und gefühlvoll! Dieser Song lässt einem in eine zauberhafte Traumwelt eintauchen. Ein wirklich geiles Stück Doom! Zum Gekeife gibt es auch Klargesang und was nun besser zum Song passt, ist absolute Geschmackssache! Mit "Knell Of Solemnity" leben Maestus nochmals ihre tiefschwarze und romantische Ader aus. Nach Klargesang und Gekeife, kommt noch Gegrowle dazu! Und dieses Gegrowle ist auch das Highlight dieses Song's. Dieses Album legt, nach zerfahrenen Start bis zum epochalen Ende, eine kontinuirliche Steigerung an den Tag, und deshalb sollten die Doom-Jünger unbedingt in dieses Album von Maestus reinhören!
Roolf   
Punkte: 8.6 von 10
TRAUMA - As The World Dies  (LP)
Pure Steel Records/Musikvertrieb
Wie Flotsam And Jetsam logischerweise immer die Band sein werden, wo Jason Newsted (Ex-Metallica) in seinen jungen Jahren gespielt hat, sind Trauma die Combo, wo dessen Ex-Member Cliff Burton (R.I.P.) seine ersten Duftmarken gesetzt hat, wenn auch tonträgermässig nur auf dem ersten Demo von 1982, bevor er zu Metallica stiess. Sein Nachfolger wurde damals Lucas Advicula und 1984 erschien die Debütscheibe, die auch heute noch verehrt wird. Der speedige Power Metal liess zumindest teilweise erahnen, in welcher Weise Cliff so zu sagen im nachfolgenden Geiste gewisse Inputs bei Hetfield & Co. einbrachte. Während Metallica bald darauf wie ein Zäpfchen abgingen, versanken Trauma in gleicher Weise wieder in der Versenkung. Es sollte bis 2015 dauern, ehe mit «Rapture And Wrath» der Versuch unternommen wurde, ein paar Rest-Krümelchen des grossen Kuchens abzubekommen. Die Resonanz war eher bescheiden, obwohl die mit eher gemässigterem Tempo eingespielten Songs den Vibe des klassischen US-Metals locker transportieren konnten. Vier Jahre nach dem Comeback sind nun die beiden Ur-Members Donnie Hillier (v) und Kris Gustofson (d) wieder am Start und haben sich hierzu Joe Fraulob (g, Ex-Danzig), Steve Robello (g, Ex-Dublin Death Patrol) sowie Bassist Greg Christian (Ex-Testament) mit ins Boot geholt. «As The World Dies» lässt mit seiner zeitgemässen Produktion ordentlich die Tassen im Schrank klappern, die thrashigen Einflüsse im bisherigen Trauma-Sound passen optimal und lassen Vergleiche zu den wiedererstarkten Flotsam And Jetsam zu. Erstaunlich auch, wie gut Donnie Hillier noch bei Stimme ist. Da sind eigentlich keine Abnützungs-erscheinungen feststellbar. Wie denn auch mit dieser Bandgeschichte, aber nach so langer Zeit noch so abliefern zu können, verdient auf jeden Fall ordentlichen Respekt. Trauma in der Ausgabe 2019 sind stärker denn je, überzeugen nach wie vor mit ihren Roots, die tempomässig wiederum variabel gehalten werden und so, respektive mit leicht neuen Einflüssen, ein sehr rundes wie abwechslungsreiches Album hervor bringen. Wer auf US-Metal steht, sollte den Jungs eine neue Chance mittels Aufmerksamkeit und Support gewähren.
Rockslave   
Punkte: 8.5 von 10
ALMOST HUMAN - XS2XTC  (CD)
Fastball Music
Uhei, was kommt da auf mich zu? Es klingt nach einer Art Metalcore, dann wiederum nach Heavy Rock, mit symphonisch angehauchten Einsprengseln, Schreigesang, Klargesang, Geflüster, treibenden Beats in modernem Gewand, einem roh klingenden Grundgerüst mit melodischen Ausreissern und düsterer Atmosphäre - jepp, gekauft! Die Truppe von Almost Human bedient sich generell ein wenig überall bei dem, was ihnen gefällt, und vermischen das zu einer eigenständigen Mixtur. Klingt auf der einen Seite wie ein ordentlicher Schlag in die Kauleiste, auf der anderen Seite aber auch subtil, beinahe bedrohlich. Ist echt noch schwierig, zu beschreiben, wie sich "XS2XTC" anhört bzw anfühlt. Da schimmern in jedem Song ganz eigene Strukturen durch, ohne den roten Grundfaden zu verlieren. Vergleichbare Bands aufzulisten ist praktisch nicht möglich, aber dem Versuch zuliebe würde ich spontan sagen, dass Static-X, Mudvayne, Papa Roach zu "Hollywood Whore"-Zeiten, In This Moment, Rev Theory, Sons Of Texas... Ach fuck, sucht euch selber etwas aus. Punkt ist: Aufgrund der Professionalität, der Abwechslung, der Konsistenz in der Qualität sowie dem Groove kann ich Almost Human nur empfehlen, wer auf moderneren Rock/Metal-Sound steht und eine ehrliche Attitüde zu schätzen weiss, der dürfte seine Freude an diesem Output haben - nicht zuletzt deswegen, da sich Almost Human stellenweise selbst nicht allzu ernst nehmen. Ein grosses Dankeschön geht ans Label Fastball Music Records, welche mir ein physisches Exemplar anstelle schnöder MP3-Dateien haben zukommen lassen. Merci!
Toby S.   
Punkte: 8.5 von 10
GHOST SHIP OCTAVIUS - Delirium  (LP)
Mighty Music
Mögt ihr Pain Of Salvation, Nevermore und Kamelot? Gut dann seid ihr hier mit den Amis Ghost Ship Octavius genau richtig. Anspruchsvoller Power Prog Metal mit dem ehemaligen God Forbid-Gitarristen Matthew Wicklund und Ex-Nevermore-Drummer Van Williams. Die Mischung aus harten Klängen und schönen Melodien gefallen gut und sind gut zu hören bei spannenden Tracks wie "Ocean Of Memories" Schön gesungen und tolle Chöre findet man hier. "Saturnine" dann brachial hart und treibend trotzdem wird die Melodie hier nicht vergessen, starke Mischung. Dem entgegen steht das coole "Delirium" beginnend mit schönem Solo und Westerngitarre, das in einen Metalsong mündet mit Doublebass-Drums und geilem Gitarrenriff. In dieselbe musikalische Kerbe schlägt dann auch "Ghost In The Well" ganz starke Gitarren prägen diesen Song. Bei "Edge Of Time" zeigt auch Shouter Adon Fanion seine stimmliche Vielfalt, einen wirklich tollen Sänger haben sich die Amis hier geangelt. Passt hervorragend zur Musik und setzt sich toll in Szene. Bei solch starken Prog-Nummern drücken dann ab und zu schon mal Dream Theater durch. "Far Below" erinnert dann hin und wieder an Pain Of Salvation. Der Abschluss Song "Burn This Ladder" zeigt dann nochmals die große musikalisch Vielseitigkeit der Amis. Eine Symbiose oben genannter Bands, perfekt verschmolzen in einem 7 Minuten langen Prog-Song, eine herrliche Nummer. Im Ganzen ein sehr hörenswertes Album, unbedingt anchecken.
Crazy Beat   
Punkte: 8.4 von 10
NEBULA - Charged (Re-Release LP)
Heavy Psych Sounds Records
Neben der Veröffentlichung von bisher unveröffentlichtem Material, wurde letzten Monat die Neuauflage des zweiten Nebula - Langdrehers "Charged" angekündigt, und schon fuzzt und rockt sich das Teil durch meine Gehörgänge. Nachdem die Scheibe im fernen 2001 auf die Fans losgelassen worden war, verliess Tieftöner Mark Abshire (Ex-Fu Manchu) das Trio um sich erst wieder bei dessen Wiederbelebung im Jahr 2018 anzuschliessen. Warum ich dies scheinbar völlig zusammenhangslos erwähne? Weil es für mich nicht nachvollziehbar ist, dass man eine Band nach einem dermassen geilen Albums verlassen kann. Was Charged ausmacht, ist die Vielfalt. Nicht dass wir uns missverstehen, ich meine nicht Vielfalt im progressiven Sinn, davon sind wir hier weit entfernt. Vielmehr ist es so, dass die Songs zwar relativ geradlinig und trotz sporadischer Ausflüge in kosmische Sphären ("All The Way") geerdet klingen, aber absolut kein Song ähnelt dem anderen. Gemäss der guten, alten Led Zeppelin - Schule halten sich auf "Charged" akustische Geschichten ("This One"), Bluesiges ("Travelin" Man's Blues") und coole Rocker mit richtig dicken Klöten (eigentlich der ganze Rest) einigermassen die Waage, und trotzdem klingt die Scheibe nicht zerfranst und ziellos. Der Kitt, der das ganze stilistische Sammelsurium zusammenhält, ist wenig überraschend der leicht schräge Sprechgesang von Gitarrist Eddie Glass, der seine eigene, ganz sympathische "I-don't-give-a-fuck" - Attitüde versprüht. Eigentlich ist es für mich völlig unverständlich, dass diese Band damals ein Geheimtipp in der Stoner / Space / Desert Rock Szene geblieben ist, denn gemessen an den Releases einiger grösserer Szeneikonen von damals, ich will jetzt keine Namen nennen, hätten Nebula voll durchstarten sollen. Aber wie es so ist, kann man das Rad der Zeit nicht zurückdrehen, sondern nur hoffen, dass die Band im gerade aktuellen zweiten Anlauf jene Lorbeeren einheimsen kann, die sie sich verdient hat. Man kann übrigens buntes Vinyl zwar toll finden, aber holt euch trotzdem die CD, denn nur darauf werdet ihr die zwei Bonustracks "Giant" (Demoversion) und "Cosmic Egg" finden.
Mirko B.
   
Punkte: keine Wertung
STONE BLUE ELECTRIC - Speaking Volumes  (LP)
OMN Label Services
Hier kommen vier Herren aus Finnland, Helsinki, und beschallen unsre Ohren mit starkem Heavy Rock / Hardrock. Schon der rockige Opener "Generation Snowflake" gefällt beim ersten Anhören. Crunchige Gitarren, rauer Gesang und treibende Drums, so muss das sein. In dieselbe Kerbe schlägt das folgende "GYDIAR", cool, rockig und sehr melodiös. Lebendige Drums und ein toller Mitsing-Refrain. Dann folgt das etwas ruhigere "Is Pose Its A Shame". klasse die musikalische Vielseitigkeit der Finnen. "Every Picture Tells A Story" geht dann etwas in Richtung Volbeat, Bad Religion und Green Day. Sänger Patrik Eriksson gefällt mit seiner rauen Stimme und bringt die nötige Würze in die Songs. Ganz geil ist "Screaming At The Disco" bleibt sofort im Gehirn hängen, schaut euch mal das coole Video dazu an auf youtube. "Hey Sue" klingt sehr melodiös und hat ebenfalls einen hohen Mitsing-Charakter, starke Nummer. Zum Schluss gibt`s noch eine ruhige Akustische Nummer die gegen Ende mit einem wunderschönen Keyboard-Part zum Schweben einlädt. Und beendet ein wahrlich spannendes, abwechslungsreiches, Album. Ganz gross das Debüt hier der Finnen, absolut und uneingeschränkt zu empfehlen, tolle Mucke.
Crazy Beat   
Punkte: 8.4 von 10
CRYSTAL LAKE - Helix  (CD)
Sharptone Records/Warner
Wow, was für eine Überraschung, welche uns der Fünfer aus der japanischen Hauptstadt namens Tokyo bzw. Edo, mit ihrem Fünftling namens 'Helix' anliefern. Grindcorelastiger Metalcore gepaart mit deathigen und posthardcorigen Elementen. 12 Songs haben auf dem Fünftling Platz gefunden, und diese hauen einem mit den ersten Tönen das Samuraischwert wie ein Damoklesschwert über die headbangenden Häuptern der geneigten Gefolgschaft und allen anderen Neulingen. Welcome to "Helix"! Hardcore gepaart mit Metal ergibt Metalcore, Death-Metal gepaart mit Posthardcore ergibt Death-Postcore. Metalcore gepaart mit Death-Postcore ergibt ... Crystal Lake. Logisch, oder etwa nicht? Verdammt logisch, ohne Widerrede bitte! Klar, der amerikanische Touch ist nicht von der Hand zu weisen, doch eben die Zutaten, welche die Japaner zu ihrem Sound machen, genau die machen es aus, denn da wird viel experimentiert und zwar im positiven Sinne. So ist der Sound stets abwechslungsreich. So erscheint es wenig überraschend, wenn man als Anhaltspunkt Bands wie In Flames, Veil Of Maya, After The Burial oder Crossfaith, eine andere geniale Band aus Japan, nennt. Ja, selbst etwaige Soundeinflüsse von Rammstein, Prong und Konsorten können und dürfen genannt werden, da diese auch den gehörten Soundfiles standhalten. Nun, die Gitarrenarbeit ist ausserordentlich sauber, druckvoll und präzise gehalten, die Melodylines passen ins Soundkonstrukt. Der Bass unterstreicht das saubere, druckvolle Riffing stets mit feinen Läufen und oft mit allgemeiner Untermalung, besonders bei den akustisch gehaltenen Momenten, so dass die Melodylines der gesaiteten Quetschbalken noch intensiver rüberkommen. Das Drumming ist mal blastend, dann grindcorend, dann doublebassig, stets groovend. In den ruhigen Momenten ebenfalls untermalend, sich etwas gekonnt zurücknehmend. Der Gesang ist mal klar growlend, dann wiederum in klaren Gesang sich wechselnd, mal erzählend, mal wütend shoutend, wie in einem Theaterstück gehalten. Ein wundervoll gestaltetes Coverartwork rundet diese gelungene Produktion wie diesen ebenfalls gelungenen Release ab. Ganz neue Töne aus dem Land der untergehenden Sonne, doch diese Sonne von Crystal Lake, ist konstant emporsteigend. Ein weiterer, interessanter Lichtblick am metallischen Firmament.
Leopold   
Punkte: 8.2 von 10
THE QUILL - The Quill & Silver Haze (Re-Release, LP&CD)
Metalville/Musikvertrieb
Re-Releases haftet in der jüngeren Vergangenheit nicht selten der schale Nachgeschmack reiner Abzocke an. Die Kuh wird bis zum Erbrechen gemolken, und solange das Geschäft offenbar als Trittbrettfahrer des eigenen (Vinyl-) Hypes funktioniert, wird das bis Peak so weiter gehen, ehe es dann wohl wieder rasant der Berg runter geht. In diesem Umfeld muten reine CD-Wiederveröffentlichungen noch absurder an, doch es gibt noch Leute in der Szene, die erstens über diesen Dingen stehen und zweitens gibt es durchaus einige Scheiben, die aus verschiedenen Gründen wieder ans Tageslicht zurück gezerrt werden müssen. Dazu gehören mit Sicherheit die weiteren Re-Issues von den schwedischen Stoner-Rockern The Quill, dessen Mucke aktuell, respektive stilistisch nicht mehr ganz on top ist, aber qualitativ einfach zu gut ist, um in der Versenkung zu schmoren. Nach dem letzten und starken Neuwerk «Born From Fire» 2017 gingen Metalville nun hin und verpassten zuerst im letzten Herbst «Voodoo Caravan» von 2002 und «Hooray! It's A Deathtrip» (2003) einen neuen Anstrich. Nach der Neuauflage von «Silver Haze» (1999) im Januar folgt nun Rücksprung zum gleichbetitelten Debüt von 1995, das dermassen frisch daher kommt, dass man(n) gar nicht glauben kann, wie alt diese geile Mucke mittlerweile schon ist. Die frühen The Quill verbanden den Spirit des damaligen Stoner Rocks, zu dem natürlich Black Sabbath die DNA geliefert haben, mit Hammond Organ Sound und nicht so tief runter gestimmten Klampfen wie andere Combos damals und später. In der Zeit, respektive 1996 kamen mir ja unter anderem Spiritual Beggars mit ihrem genialen Zweitling «Another Way To Shine» unter, die sich mit den Jahren ja eher in die Richtung entwickelten, die The Quill zu Beginn verfolgten. Dass in den 2000ern (mit Unterbruch) noch der ehemalige Beggars-Bassist Roger Nilsson mitmischt, erklärt gewisse Gemeinsamkeiten auf dem Fusse. Wer des Stones Rocks noch nicht überdrüssig geworden ist, sollte sich The Quill nicht nur grundsätzlich einverleiben, sondern speziell den Backkatalog würdigen, der es wirklich in sich trägt! Bei dieser Gelegenheit kann man sich dann ja auch gleich wieder um Spiritual Beggars bemühen, die ebenso mehrere Spitzenalben abgeliefert haben, die es echt verdienen, dass sie weder Patina noch Staub ansetzen.
Rockslave
   
Punkte: keine Wertung
SPIRITS OF FIRE - Spirits Of Fire  (CD)
Frontiers Music/Musikvertrieb
Frontiers Music sind dafür bekannt, dass sie immer wieder Projekte ins Leben rufen, die dann leider auch das bleiben, was sie sind. Nämlich Projekte statt eine Truppe, die man kontinuierlich aufbaut. So geschehen auch mit Spirits Of Fire. Die Truppe besteht aus Sänger Tim «Ripper» Owens, bekannt durch seine Teilnahme bei Judas Priest und Iced Earth. Gitarrist Chris Caffery kennt man von Savatage, Bassist Steve DiGiorgio neuerdings von Testament und Schlagzeuger Mark Zonder von Fates Warning. Was darf man somit erwarten? Sicherlich nicht eine Hardrock-Truppe, sondern lupenreinen US-Power Metal. Jetzt besteht aber das Problem, dass die Herren alle in Bands spielten, welche Klassiker in ihrem Bereich veröffentlichten und sie damals nicht zu den Hauptsongschreibern gehörten. Fazit: Man sollte sich die Scheibe "vorsichtig" anhören. Die Herren sind alles fantastische Musiker, keine Frage. Aber werden sie ihr Können auch in Songs umwandeln können? Auf jeden Fall hat der Vierer ein Werk abgeliefert, das auch mal etwas langsamer aus den Boxen dröhnt («Temple Of The Soul») oder mit fett durchgetretenen Doublebass Drumes aufwartet («All Comes Together», «Stand And Fight»), schwerfällig mit viel Virtuosität erklingt («Spirits Of Fire», «Never To Return») oder bei den Melodiebögen sogar fast bei Judas Priests «Turbo» klaut («It's Everywhere»). Mit der Ballade «Alone In The Darkness» sind vage Savatage-Elemente zu vernehmen. Die Scheibe hat einiges zu verkünden, aber am Songmaterial müsste man noch Verfeinerungen vornehmen. Am Ende des Tages hat der Vierer dennoch ein vielfältiges und interessantes Werk abgeliefert, das man sich durchaus anhören kann.
Tinu   
Punkte: 8.2 von 10
SKRAECKOEDLAN - Earth  (LP)
Fuzzorama Records
Die Band mit dem unaussprechlichen Namen (steht irgendwie für "Godzilla" auf Schwedisch) zockt nach eigenen Angaben "Fuzzience-Fiction Rock" mit schwedischen Lyrics. Stimmt absolut, wenn man noch den eindeutig progressiven Approach erwähnt, der auf dem dritten Longplayer des Quartetts deutlich zum Vorschein kommt. Gut gemacht meine Herren kann ich da nur sagen, denn der Zuwachs an musikalischem Anspruch steht der nach dem Abgang von Bassist / Sänger Tim Ångström zum Trio geschrumpften Band sehr gut. Seit besagtem Abgang übernimmt Robert Lamu (ehemals an der Gitarre) das Doppelmandat und meistert dies mit Bravour. Vom Stil her erinnern mich Skraeckoedlanan immer wieder an ihre Labelmates Truckfighters, die sich momentan eine unbefristete Auszeit gönnen. Schlecht für die Letztgenannten aber gut für die hier besprochenen Prog-Fuzzer, denn die aufs Wartegleis abgeschobenen Fans werden die angebotene Alternative dankbar annehmen. Die Klangreichweite welche die Band anbietet ist enorm und reicht von lieblich verträumten Melodien und Soundscapes bis hin zu wirklich harten Riffgewittern, die allerdings nie ins Brachiale abrutschen, sondern immer kontrolliert und dosiert klingen, und somit keinen störenden Kontrast zu den filigraneren Passagen darstellen. "Earth" (auf dem Cover steht das schwedische Pendent "Eorþe" drauf) klingt danach, wovon es handelt, Mammuts, Monster mit Tentakeln, Cthulhu, H.P. Lovecraft etc. Man kann sich bei solchen Themen überreissen, aber hier haben die drei ein gutes Händchen dafür bewiesen, Sagen, Mythen und abstruse Fantastereien musikalisch glaubwürdig umzusetzen, ohne dabei entweder in verkopfte, pseudointellektuelle Frickelei oder billiges Hollywood Fantasy Theater abzudriften. Insofern bietet "Earth" musikalischen Anspruch ohne dabei zu überfordern, empfehlenswert!
Mirko B.   
Punkte: 8.2 von 10
ELECTROCUTION - Psychonolatry  (CD)
GoreGoreCords
Schwere Kost im positiven Sinne. Der vierte Longplayer, neben zwei weiteren EPs, folgt nun mit 'Psychonolatry' vom italienischen Fünfer nach fünfjähriger Abstinenz zum letzten Release. Electrocution ist eine Institution im italienischen Death-Metal-Bereich, mittlerweile, denn seit über 25 Jahren zelebrieren sie ihren Death-Metal, welche Anleihen zu Morbid Angel, Arch Enemy, Benedection, Carcass und Konsorten aufweisen. Aber nur aufweisen, denn wie auch bei allen anderen, sind dies genannte Einflüsse, um dem zelebrierten Death-Metal eine Kontur zu geben. 11 Songs zieren das bisher dato reifste Werk namens 'Psychonolatry'. Da wird frickelnder Death-Metal mit thrashigen Einflüssen geboten, gepaart selbstschreibend mit blastenden Elementen, aber auch teils midtempo-lastigen Parts. Die Gitarren riffen in leichtem florida-deathigen Touch durch die Songs, untermalt mit melodiösen und schnellen, shreddenden Gitarrensoli. Akustische und ruhigere Momente werden auch eingebaut, dabei erscheint wiederum die Bassarbeit stechend markant heraus, obwohl dieser wiederum interessante Laufarbeiten aufweist. Die Drums blasten, thrashen, deathen, speeden und double-bassen was das Zeugs hält, unverfroren, geradewegs in die Krypten des Undergrounds. Die Vocals growlen in verständlicher Weise brutal zum Gesamtsound, zweitweise auch einfach brutal tief shoutend. Die Produktion ist satt, bretterhart und sauber geraten. Das Coverartwork passt hervorragend zum Sound, denn der thrash-metallige Touch ist darauf zu spüren. Ein gefundenes Fressen für alle Death-Thrasher from Hell!
Leopold
   
Punkte:
8.1 von 10
ROSY VISTA - Unbelievable  (2 LPs)
Steamhammer/Musikvertrieb
Die aus Hannover stammende Frauentruppe Rosy Vista veröffentlichte 1985 eine 5-Track-EP. Das Aufsehen damals entstand eher durch die Tatsache, dass sich hier vier Frauen an Musik versuchten, denn an dem Gespielten. Die Songs damals waren okay, aber sicher nicht dazu vorgesehen, die Welt zu revolutionieren. Knapp 34 Jahre später erscheint nun die erste offizielle Platte der Ladys. Noch immer ist Sängerin Andrea Schwarz an vorderster Front und wird durch ihre langjährigen Begleiterinnen Anca Graterol (Gitarre) und Marina Hlubek (Drums) unterstützt. Neu im Bandgefüge ist Bassistin Angela Mann. Die zwölf Songs bestehen aus den fünf Liedern der damals erschienen EP (alle neu eingespielt), einer Coverversion von Steppenwolfs «Born To Be Wild» und sechs neuen Tracks. Den Hardrock der Damen kann man sich durchaus geben, speziell die bekannten Lieder «Tables Are Turned», «Rocking Through The Night» und «Until I'm Satisfied», wie auch die neueren Songs «Master Of Control», «Poor Rosy» und «Change My Mind». So schlecht, wie die Ladys immer gemacht werden, sind sie garantiert nicht, im Gegenteil! Klar, den grossen Hit haben sie (noch) nicht geschrieben und es bleibt abzuwarten, ob und wie sich die Truppe bestätigen wird. Hierzu braucht es eine Tour, mit der man sich den Namen Rosy Vista merken kann. Wer auf guten Hardrock steht, kann hier bedenkenlos rein hören. Selbst das längst totgespielte «Born To Be Wild» erfährt in der Version der Deutschen eine echte Frischzellenkur. Also, Scheuklappen weg und gebt Rosy Vista eine faire Chance.
Tinu     
Punkte:
8.0 von 10
TO THE RATS AND WOLVES - Cheap Love (Boxset, LP & 2 CDs)
Arising Empire/Warner
"Cheap Love" ist zu 100% To The Rats And Wolves, lässt die Band aus Essen verlauten, die in den vergangenen sechs Jahren einen beachtlichen Aufstieg aus dem deutschen Underground hingelegt hat. Ihr energetischer Mix aus elektronischen Elementen und moderner, zeitgenössischer Heavyness ist einzigartig in der heutigen Musiklandschaft, und ihr neues Album profitiert von ihrer absoluten DIY-Attitüde. Die Jungs haben sich dieses Mal um jeden Aspekt selbst gekümmert und keinerlei Einflüsse von aussen zugelassen. Dadurch ist die Platte bodenständiger und erwachsener und hat ein Quäntchen von der genannten Heavyness abgelegt, im gleichen Atemzug jedoch eine Menge mehr Gefühl und Emotion entwickelt. Trotz dieser hörbaren Änderungen ist "Cheap Love" kein Weichspüleralbum geworden, denn TTRW zeigen eindrucksvoll, dass sie noch immer Riffs durch ihre Venen pumpen können. Der eröffnende Titeltrack zum Beispiel, verkörpert so ziemlich alles, wofür die Band immer stand und hält sich mit Party Vibes, tanzbaren Beats und Aggressivität nicht zurück. Der Song ist eine Fusion aus alten und neuen musikalischen Elementen und geht einfach richtig ab. Alles in allem ist "Cheap Love" ein Album voller grossartiger Stimmungen, echten Gefühlen und heftigen Momenten - vor allem aber ist "Cheap Love" ein ehrliches Album geworden.
Oliver H.     
Punkte:
8.0 von 10
HEY ZEUS - X
Argonatua Records
Ach du Scheisse, da kommt was ganz Altes aus den Boxen! Klingt wie Deep Purple, vermischt mit The White Stripes (ja, die haben effektiv alt klingende Elemente in ihrem Sound, trotz aller Moderne), Beatles, Black Sabbath, The Lions... Das könnte noch eine lange Liste mit sehr verschiedenen Namen werden, deswegen lasse ich diese Widersprüche so einfach mal stehen. Hey Zeus spielen ohne jegliche Schnörkel oder Firlefanz ihren klassisch angehauchten Hard/Heavy Rock, mit einem Sänger, der klingt, als würde er aus der Vergangenheit in die Gegenwart singen. Auch der Sound als solches ist eher etwas dumpf gehalten, was auch dieses 'alte' Gefühl erzeugt. Perfekter Sound für eine Ausfahrt mit dem Motorrad in den Frühling (wenn er denn mal kommt).
Toby S.     
Punkte:
8.0 von 10
BLACK MASS - Warlust
Iron Shield Records
Das amerikanische Fun-Thrash-Crossover-Trio hämmert uns mit 'Warlust' ihren Zweitling sowie 10 Songs pfannenfertig gemosht um die Ohren. Thrash-Metal mit einem gesunden und riesigen Fun-Factor, will schreiben, speedig, eben thrashig - logischwerweise - und gemoshed. Dabei scheuen sie sich nicht, auch mal etwas punkige, hardcorige, rock'n'rollige und sonstige Einflüsse mitzunehmen, in die Tracks einzupacken und gut geschüttelt auf die Gehörgänge aller Aufnahmewilligen einprasseln zu lassen. Da etwas Motörhead, da etwas Anvil, etwas Venom, etwas Municipal Waste, etwas Prong, etwas M.O.D., etwas ... von allem. Keine Bange, auch Black Mass haben den Weg gewählt, eigenständig zu bleiben. Man frönt sich eben dem schnellen, schörkellosen Thrash-Metal mit Schmackes zu, der stete moshige Parts beinhaltet. Mmh, goile Party-Mucke. Gitarren-Riff-Gewitter, wie sägende, zahnscharfe Scheiben die zu Frisbees' mutieren, jeden Head köpft und den Rumpf headbangen lässt. Kurze, prägnante, raffelnde, teils melodiöse Soli summieren die Gitarrenarbeit. Der bekannte Tieftöner untermalt die sechssaitige Arbeit, tanzt jedoch tänzelnd ab und an aus der Reihe und macht den Mosh zum Experiment. Die Drumarbeit speeded, moshed und thrashed flockig locker so vom Hocker und treibt den Crossover-Thrash wundervoll in besagte Dimensionen. Der Gesang ist leicht punkig, meist thrashig shoutend und klar verständlich. Das Coverartwork passt zum crossoverigen Thrash-Metal und die Produktion stimmt auch, passt, druckvoll, klar und mit punktgenauer Landung. Nun, dieses Scheibchen darf in keiner Partysammlung fehlen, nebst selbstschreibend in einer angesehenen Thrash-Crossover-Sammlung. Also, party on und hellyeah!
Leopold     
Punkte:
8.0 von 10
HEART - Live In Atlantic City  (CD & Blu-ray)
ear Music/Phonag
Das 2006 aufgenommene Konzert der Wilson-Schwestern wird nun endlich Weltweit veröffentlicht. Sofort fällt auf, dass Ann Wilson in Top Form ist. Gut zu hören bei "Bebe La Strange" das zusammen mit Dave Navarro gespielt wird. Genauso wie das funkige "Straight On" und das starke "Crazy On You" Die Band ist in Höchstform. Ebenfalls sehr hörenswert sind das rockige "Even It Up" und das Zeppelin-Cover "Rock`n`Roll" mit der hübschen Gretchen Wilson, die sich den Gesang mit Ann teilt. Ein weiteres Highlight die Wilson-Schwestern performen zusammen mit Alice In Chains deren Hits "The Rooster" und "Would?", zusammen mit Duff McKagan. Seit vielen Jahren liebe ich die Hammerballade "Alone", die hier natürlich nicht fehlen darf. Und wenn Ann diesen Song zusammen mit Carrie Underwood singt, ist Gänsehaut garantiert. "Alone" hat nichts von seiner Faszination verloren. Das Heart grosse Led Zeppelin-Fans sind, weiss ja wohl jeder, der die Musik der Wilson-Schwestern kennt, und so kommt es, dass immer wieder Songs von Zep in ihrem Live-Set auftauchen wie hier das geile "Misty Mountain Hop", klasse gespielt. Zum Schluss gibt's noch das wunderschöne "Dreamboat Annie" und na klar "Barracuda", bei dem alle Gäste mit auf der Bühne sind und mitspielen, ein würdiges Ende für ein ganz tolles Live-Album. Übrigens dem Album liegt noch eine Blu-ray des Konzertes bei, tolle Beigabe, sehenswert. Sehr Schade nur, dass sich Heart in Europa live so rar machen.
Crazy Beat    
Punkte: keine Wertung
INGLORIOUS - Ride To Nowhere (LP)
Frontiers Music/Musikvertrieb
Die Briten wurden schon fast etwas voreilig als legitime Nachfolger von Whitesnake gehandelt. Als 2016 das wirklich sackstarke selbstbetitelte Debüt erschien, erhielt der geneigte Fan so zu sagen das europäische Gegenstück zu den The Dead Daisies. Nebst dem fetten Sound brilliert dabei vor allem Frontmann Nathan James mit seiner prägnanten Gesangsstimme und drückte dem Ganzen bisher seinen Stempel auf. Bereits 2017 präsentierte die italienische Music-Scuderia "Frontiers Music" den Nachfolger mit dem simplen Titel «II». Die Erwartungen schraubten sich nach der Steilvorlage im Vorjahr bereits in schwindelerregende Höhe. Das Resultat konnte sich ebenso hören und sehen lassen. Der Groove war immer noch vorhanden, und dass die Jungs das auch locker auf die Bühne bringen, konnte man mitunter letztes Jahr am "Sweden Rock" Festival erleben. Doch dann passierte im Herbst 2018 halt das, was an sich nichts Weltbewegendes darstellt, für eine Band jedoch tiefgreifende Folgen haben kann. Die Rede ist vom Abgang von gleich drei Bandmitgliedern, nachdem zuvor schon Wil Taylor als einer der Ur-Gitarristen durch Drew Love ersetzt wurde. Letzterer ist somit nur am aktuellen Studio-Album beteiligt. Das "make it or break" Ding Nummer drei wurde also noch von der alten Crew eingespielt. Der Opener «Where Are You Now» erfüllt die hohen Ansprüche mühelos, und auch «Freak Show» trumpft mit dem gleich bollernden Basssound wie zuvor, haut schön einen drauf. «Never Alone» als Ballade taugt ebenso und etwas weiter hinten groovt «Time To Go» in altbewährter Manier, während die Halbballade «I Don't Know You» echte Emotionen freisetzt. Somit alles gut?! Jein, denn «Ride To Nowhere» braucht ein paar Anläufe, um richtig in die Gänge zu kommen. Wer sich darauf einlässt, wird den Zugang mitunter über den nach wie vor geilen Sound finden, aber das Debüt und einiges des Nachfolgers bleibt wegen des leicht düstereren Touchs für mich unerreicht.
Rockslave     
Punkte:
8.0 von 10
KORPIKLAANI - Beer Beer (Tour Edition)
Nuclear Blast/Warner
Die finnischen Folk Metal-Superstars Korpiklaani haben ihr aktuelles Studioalbum "Kulkija" (Wanderer) bereits 2018 veröffentlicht. Ehe die Band dieses auf ihrer umfangreichen Wayfarers & Warriors Tour 2019 vorstellen wird, wird sie eine besondere Tour-Edition des Werks auf den Markt bringen, die neben den regulären Tracks mit der "Beer Beer"-CD aufwartet, die lediglich physisch erhältlich sein wird. Der Inhalt ist schnell erklärt: 14 verschiedene Versionen des titelgebenden Korpiklaani-Songs, zu denen unter anderem Christopher Bowes (Alestorm), Steve "Zetro" Souza (Exodus), Andreas "Gerre" Geremia (Tankard), Jesper Anastasiadis (Turisas), Trollfest und viele weitere befreundete Musiker und Bands ihren Teil beigetragen haben. So ist es schlussendlich eine grossangelegte Bierkampagne geworden, die in 14 Sprachen zu hören ist. Die Idee ist lustig und für Sammler und Liebhaber sicher auch ein Leckerbissen. Dem normalen Hörer aber geht der Song vermutlich schon ab der fünften Version tierisch auf den Sack, denn abgesehen von der Sprache sind die Songs, bis auf ein paar Ausnahmen, ziemlich identisch.
Oliver H.
   
Punkte: keine Wertung
INSANITY ALERT - 666-Pack  (Crystal Clear LP)
Season Of Mist/Irascible
Hola, 21 Songs auf '666-Pack', dem Drittling der Österreicher von Insanity Alert. Da gewisse Tonträger eine Maximalzahl an möglichen Aufnahmen vorgeben, kann man sich als gewiefte/r Kenner/in der Metalszene sich vorstellen, dass die Songs recht kurz und heftig einem entgegen geschmettert werden. Dies ist korrekterweise der Fall. Was sagt uns das? Das gab's doch schon? Ja, man erinnere sich an 'Scum' von Napalm Death, 'Stormtroopers Of Death' von S.O.D., 'U.S.A. For M.O.D.' von M.O.D., und so weiter, und so fort. Nun, auf '666-Pack' wird uns gestandener Fun-Party-Thrash-Crossover präsentiert. Somit geht man mit den genannten Exponaten einher, bis vielleicht soundmässig von Napalm Death. Ja, partymässiger Fun-Crossover-Thrash-Metal, welcher durch das geniale Cover-Artwork perfekt dargestellt wird und die druckvolle, saubere Produktion diesen Output gekonnt in die Regale stellt. Der Vierer serviert uns kostbares Gerstensäftchen in Form eines musikalischen Humpens. Der Gesang shoutet sich durch die Tracks im Stile des im Crossover-Thrash-Bereiches verwendeten Gesanges, aber auch gewisse Anleihen in den Hardcore-Corner sind nicht von den Stimmbändern zu weisen. Die Gitarrenriffs moshen, thrashen, crossovern durch die kurzen Songs, mal shreddernd, mal laut solierend, mal einfach nur headbangend. Begleitet wird der Sechssaiter vom Viersaiter, der tiefen Version eines Quetschbalkens, wunderbar ergänzend und treibend. Zu guter letzt treibt der Kesseltreiber ... äh ... die Drums mal moshend, thrashend, doublebass-mässig patternd die ganze Schose von hinten her an. Wie auch die amerikanischen Kollegen von Black Mass, gibt's hier volles Party-Crossover-Thrash-Brett. Mmh, eine Tour zusammen mit denen in unseren Gefilden, wow, da wär' die Party am Knallen und Metallern. Was für eine explosive Mischung.
Leopold     
Punkte:
8.0 von 10

CHAOSEUM - First Step To Hell
Eigenvertrieb
Obwohl das Album schon länger veröffentlicht ist, möchte ich hier noch meinen Senf zu «First Step To Hell» geben. Chaoseum ist eine vierköpfige Schweizer Band, die 2018 gegründet wurde und mit diesem Album in ihre gemeinsame Karriere einsteigen. Ich persönlich würde ihren Stil als Power Metal bezeichnen, eindeutig ist es jedoch auf keinen Fall. Eines ist jedoch klar - die Band liefert Energie und Schub! Schnelle treibende Rhythmen, düstere sowie melodiöse Gitarreneinlagen und mitreissender harter Frauengesang bilden die Grundlage der Musik Chaoseums. Ehrlich, Lola van Loo als Frontwoman hat's definitiv drauf. Ihre dominante kratzige Stimme verleiht der Musik einen prägenden Touch. Jedoch liefert die Band zusätzliche Abwechslung mit "growlenden" Einlagen, die präzise und passend im Album gewählt wurden. Ein perfektes Beispiel hierfür ist «First Step To Hell», in dem die Growl-Parts höchst präsent sind. Auch sie als Frontwoman liefert Gutturalgesang vom feinsten - also zusammengefasst wechseln die Vocals vom einen Extrem ins andere. Das Werk ist wirklich schwierig zu beschreiben. Dumpfe, schwere Einlagen stehen im Kontrast zu sinnlichen, melodiösen Motiven; straighter purer Metal steht im Kontrast zu divers verzierten Parts, z.B. durch orchestralen Einflüsse im siebten Track «New Dawn», einem schönen reinen Instumental. Was kann ich noch anderes sagen? Das Album überzeugt und stellt einen ganz eigenen Stil dar, was Chaoseum einen perfekten Start bietet und ihnen eine einzigartige Note verleiht. Eine Kritik habe ich noch - das Coverartwork passt meiner Meinung nach nicht wirklich zur gelieferten Musik. Für das horrormässige, düstere, abstrakte Bild sind ihre Kompositionen zu melodiös und eingängig. Auch wenn die durchzogene Stimmung durch das Album eher dunkel und schwer ist, überliefert das Albumcover einen anderen, fast schon fälschlichen Eindruck. Ansonsten - reinhören und entdecken.
Sina   
Punkte:
8.0 von 10
M.I.GOD. - Specters On Parade  (Digipak)
Fastball Music
Kein einfaches Album präsentieren die deutschen Prog-Metaller M.I.GOD mit ihrem Zweitwerk. 21 Lieder (die Band spricht von 13 Stücken plus sieben Intro-Scenes) bietet «Specters On Parade». Entsprechend vielseitig und schräg klingt es teilweise. Es sei ein musikalisches Drama, Thriller, Horror und Mystery zugleich, schreibt die Band. Rund fünf Jahre arbeitete die Truppe daran. Dabei scheint ein wenig der Fokus auf das Gesamtwerk verloren gegangen zu sein. Es sei denn, man braucht ebenfalls fünf Jahre, um das Konzept des Werkes zu verinnerlichen. Wer sich Zeit nimmt für dieses Werk, findet immer wieder eingängige Melodien, harte Gitarren und ab und zu Überraschendes. Das ganze Album an einem Stück anzuhören wird allerdings zur Geduldsprobe. Wer es in Häppchen wagt, stösst auf Melodien, die im Ohr teilweise nachhallen. M.I.GOD. wollen mit «Specters On Parade» nicht jedem gefallen, und kreieren sich ein ganz spezielles musikalisches Gemälde. Dieses ist beim Anhören rauszuspüren, auch wenn man nicht ins Konzept hineingerissen wird. Wer sich gewohnt ist, einem Album mehrere Chancen zu geben und zudem Prog-Metal mag, wird hier mit einer tollen Scheibe belohnt. Wem es aber schnell zu kompliziert wird, ist hier an der falschen Adresse.
Roger W.     
Punkte:
8.0 von 10
BLOODSUCKING ZOMBIES FROM OUTER SPACE -
All These Fiendish Things    (Colored LP)
Schlitzer Pepi Records
Haha, Horror Punk, wie man ihn von The Other, Kitty In A Casket und Konsorten kennt. Die Mucke ist sehr energetisch, der Sänger macht seinen Job echt gut, singt kraftvoll und glaubwürdig durch die Songs. Allzu viel mehr muss man dazu auch nicht mehr sagen, die Thematiken sind bekannt (und werden immer wieder durch entsprechende Einsprengsel untermalt) und werden dementsprechend augenzwinkernd untermalt. Wo bei The Other immer noch eine Spur ernsthaftigkeit mitschwingt und man sich nie sicher sein kann, ob das jetzt nun ernst gemeint ist oder nicht, kann man bei den Zombies hier generell rein von Spass in den Backen sprechen. Wem Lordi zu kommerziell sind, der dürfte mit "All These Fiendish Things" seine wahre Freude haben. Nett sind immer wieder auftauchende Assoziationen an bekannte Horro-Filme, wie beispielsweise Chucky die Mörderpuppe. Klingt wirklich gut und macht Laune auf einen nächtlichen Besuch auf dem Friedhof.
Toby S. 
Punkte:
8.0 von 10
WEST BOUND - Volume I  (CD)
Frontiers Music/Musikvertrieb
Was für ein Hammersong als Opener für den Erstling des Sechsers aus sunny Los Angeles, CA, U.S.A., welche goile hardrockerische Power da rüberkommt. Und dies zieht sich wohl wahrlich durch alle 11 Tracks auf dem Debut, einfach mal 'Volume I' genannt. Warum auch nicht? Denn die Mucke stimmt von A-Z. Hardrock, satter powervoller Hardrock, gemixt mit einem Schuss Heavy-Metal und melodischem Power-Metal. Dabei kommt der Groove, grossartige Hooklines, eine gesunde Portion Melodie nie zu kurz. Ob es sich hierbei um gnadenlos treibende Hardrocker oder balladesk angehauchte Songs sind, man ist nie zu verwegen und verlegen, sich nicht dem zu 'schmachtenden' oder gar 'sülzigem' Genre des Hardrocks zuzuwenden. Nein, da wird stets mit verstaubten Cowboystiefel gegen getreten, stets mit gesunder Hardrockhärte entgegen gewirkt. Nun, die 11 Songs sind wohl wörtlich dem Shouter zugeschrieben, denn sein Stimmbänder fühlen sich in allen Songs zuhause, ein wortwörtliches Goldkehlchen, darf man gekonnt schreiben. Auch die beiden Gitarren geben mächtig Gas, riffen das gesamte Hardrockspektrum auf die sechs Saiten runter. Herrliche Gitarrensoli, überraschende Licks in den balladesken Momenten. Der Tieftöner blubbert wie ein V8 in den Niederungen und zementiert die hardrockige Wucht. Die Drums treiben mal doublebassend, stets groovend, mal versiert zu den balladesken und mal einfach straight zu den rockigen Momenten. Die Keyboards setzen Akzente wie in guten, alten Uriah Heep- und Deep Purple-Zeiten, mal den Sound unterstützend, mal etwas dominanter in den balladesken Momenten, jedoch nie in Form der Übernutzung. Erinnert so, um Anhaltspunkte geben zu dürfen, à la Badlands, Jake E. Lee, Steelheart, Bonham, Dokken, Lynch Mob, L.A. Guns, Ratt, Bruce Dickinson, Alice Cooper, Pretty Maids, etc. Nun, ein interessantes Hardrock-Debut, wovon alle Musiker ihre Instrumente hervorragend beherrschen. 'Never Surrender', 'The Traveler', 'Roll The Bones' oder 'No Room For Sympathy'
Leopold 
Punkte:
7.9 von 10
SAOR - Forgotten Paths  (LP)
Avantgarde Music
Seit der Gründung im Jahr 2013 steht für den SAOR-Kopf Andy Marshall thematisch stets seine Heimat Schottland im Fokus. Der Mann hinter dem Folk-Black-Metal-Projekt, gibt mit seinem kommenden vierten Album "Forgotten Paths" erneut Einblick in seine Seelenwelt. Der düstere Mix aus atmosphärischem Black Metal, Celtic Folk und traditioneller schottischer Musik ergibt ein Ganzes, das einfach in diese raue Landschaft passt. SAOR kennt keine Grenzen, wenn es ums Experimentieren geht. So ist es dann auch kein Wunder, dass die Platte 40 Minuten lang geworden ist, die sich jedoch nur auf vier Nummern verteilen. Während der letzten zwei Jahre wurde hart am neuen Material gearbeitet und immer wieder daran rumgefeilt. Eine Horde talentierter Studiomusiker hat Marshall bei seinem Projekt tatkräftig unterstützt, und auch Alcest-Mastermind Stéphane "Neige" hat einem Track seine Gaststimme geliehen. "Forgotten Paths" verspricht ein Album zu sein, das sich mit keinem anderen vergleichen lässt. Klingt irgendwie hochgestochen, hat aber auch realistischen Charakter, denn "Forgotten Paths" ist keine leichte Kost und schon gar nicht für Einsteiger gedacht. Die Platte braucht Zeit, Raum und Zuhörer, die jeglichem Musikstil gegenüber offen sind.
Oliver H. 
Punkte:
7.9 von 10
CALCINED - Discipline  (CD)
Great Dane Records
Salut, les Romands! Aus dem fribourgischen Bulle grüssen Calcined mit ihrem Zweitling 'Discipline' - will schreiben dem zweiten Longplayer - mit ihrem unverwüstlichen und unverkennbaren brutalen Death-Metal den geneigten Zuhörer - pardon, die geneigte Zuhörerin - besagter Stilrichtung. 9 Songs in formschönstem Brutal-Death-Metal geistern dem Schreiberling durch die satanischen Gehörgänge. Auf besagtem, vollgepackten, longplayerischen Zweitwerk verfeinerte man den blastenden, grindcorigen, brutalen Death-Metal nochmals und geht beinahe schon in die napaldeathig-desken Gefilde hinein. Schnell, hart, grindcorig und direkt wird auf 'Discipline' gebolzt. Für mich gehören Calcined zu den härtesten Metal-Acts in der Eidgenossenschaft. Anhängerinnen und Anhänger des wahrlich sehr extremen grindcorigen und blastenden Todesbleimetals werden hier den 'Tanz der Teufel' tanzen. Erstaunlich saubere, druckvolle und klare Produktion dieses sehr vertrackten Brutal-Extreme-Death-Metals. Die Klampfe rattert die Noten rauf und runter, riffen in ultrafähiger Geschwindigkeit klar und deutlich durch die Songstrukturen. Unterstützt wird die Klampfe mit dem sehr dominanten und sauber heraushörbarem Tieftöner, welcher mal unterstützend und oft seinen eigenen Wege ... äh ... Läufe verfolgt, was Calcined eben unterscheidet von anderen Bands in besagtem Genre. Die Drums pflegen die blastenden, grindcorigen, doublebass-lastigen Momente des extremen Metals, jedoch stets treibend und groovend. Die Growls sind bös, ja, sehr böse und doch zeitweise verständlich. Untermalt werden diese durch ab und an einsetzende thrashige Shouts, welche sehr gut zum grindcore-lastigen Death-Metal passen. Ein mystisch gehaltenes Coverartwork zeigt die Stil- und Gangrichtung auf 'Discipline' ganz klar an. Dieses extreme eidgenössische 'Discipline' hat nun soeben die Duftmarke gesetzt.
Leopold   
Punkte:
7.8 von 10
SYRENCE - Freedom In Fire  (Digipak)
Fastball Music
Die ist das Debüt-Album der Stuttgarter Band Syrence, die ihren neuen Rundling mit der Hardrock-Nummer "Freedom In Fire" eröffnen. Das Ganze klingt frisch und macht Spass beim Anhören. Auch das folgende "Living On The Run" gefällt mit tollem Mitsing-Refrain und vor allem die beiden Gitarren spielen starke Melodien und Soli, ergänzen sich fabelhaft und man findet sich oft in den 80ern wieder, musikalisch. Etwas ältere Priest und Thin Lizzy finden sich oft wieder in der Musik der Stuttgarter. Der Sound ist nie überproduziert, klingt klar etwas trocken, genauso soll es sein bei dieser Art von Musik. Auch das abwechslungsreiche, durch Tempo und Rhythmuswechsel spannend gehaltene "Fozzy`s Song" eines der Highlights, gefällt außerordentlich gut. Oder das flotte "Adicted", auch sehr stark. Natürlich darf auch die obligatorische Ballade nicht fehlen, "Symphony" genannt. Schöne Nummer, die mit einem längeren Gitarrensolo glänzt. Bei einigen Songs kann man auch hie und da etwas ältere Domain raushören. Syrence spielen hier zeitlosen guten Hardrock, der zwar in den 80ern beheimatet ist, aber perfekt in die Gegenwart transportiert wird. Es macht echt Spass, die Musik der Stuttgarter zu geniessen, erinnert halt eben auch ein wenig an die guten alten Hardrock-Zeiten.
Crazy Beat 
Punkte:
7.8 von 10
EUCLIDEAN - Quad Erat Faciendum (LP)
Division Records
Aus dem beschaulichen Neuenburg kommen Euclidean und bringen ihr Album "Quad Erat Faciendum" nach digitalem Release jetzt auch noch in physischer Form auf den Markt. Mit "Increatus" wird in die postmetalische Richtung musiziert. Als angenehme Background-Musik würde ich diesen Song einstufen, der aber auch noch alle Richtungen offen lässt, wohin die Reise gehen soll! Etwas heftiger geht es mit "Numbers Hold Sovereignty" weiter. Ein wirklich langer Song, der leider vor sich hin plätschert und rar an Highlights ist! Auch ist der Gesamtsound alles andere als brilliant, sondern übersteuert und nervt gewaltig! Dissonant und noisig, schleicht sich "Superstitio" direkt in die Gehörgange und zeichnet sich durch die Endlosschleifen aus! Mit diesem Instrumental wird einem wirklich bis auf die Zahnwurzel gefühlt! Post Noise Metal in Reinkultur! Ähnlich noisig werden die Gehörgänge mit "As He Reached The Divine" sandgestrahlt, und jetzt meldet sich auch der Sänger wieder zu Worte, das gibt als Resultat eine minimale Abwechslung! Die nächste Haltestelle heisst "Obstinatio" auf unserer Reise durchs Post Metal-Universum! In diesem Song wird wieder die Zauberformel namens Endlosschleife angewandt, denn auch hier gilt: Stetige Wiederholgung höhlt jedes Massiv! Der Sound mag durchaus zu gefallen, nur wird mit der Songlänge masslos übertrieben, was einen Abzug in der B-Note nach sich zieht! Die Ereignisse überstürzen sich auch bei "And God Bred Chaos" nicht wirklich. Kein schlechter Song, dem aber leider der Wiedererkennungswert abgeht, was bei der Überlänge aber auch kein Wunder ist. Reduziert und genauso dissonant, beginnt das Instrumental "Religio", das gefällig vor sich hin tönt. Zum Schluss kommt eine zweite Version von "Numbers Held Sovereignity", die in 15 Minuten nochmals alle Facetten zeigen kann, für die Euclidean stehen. Leider fehlt dem Album das gewisse Etwas, um sich von anderen Post Metal-Bands abzusetzen! Liebhaber, die gerne dissonanten und noisigen Post Metal mögen, sollten trotzdem dieser Band eine Chance geben und mal rein hören!
Roolf 
Punkte:
7.8 von 10
MORILD - Så kom mørket...   (LP)
Indisciplinarian
Dänischer Black Metal, gegründet im Jahr 2016, verbindet den klassischen Black Metal mit dem modernen einfach in guter Aufnahmequalität. So würde ich das Erstgeborene von Morild in einem Satz beschreiben. Aber selbstverständlich gibt es das Ganze auch noch in Ausführlich. Der erste Song "Så kom mørket og tog mig på ordet" beginnt mit einem episch klingenden Chor im Hintergrund, welcher effektiv einen totalen Gegensatz zum später einsetzenden Schreigesang wirft. "En sort sky af minder" bringt dafür den klassischen Black Metal, wie man ihn kennt, perfekt hervor, mit den rasenden Gitarren und dem verzweifelten, hohen Screams des Sängers. Der Einzige Unterschied ist, dass sich die Musik in den Boxen nicht überschlägt. Eine interessante Abwechslung bringt aber der kurze Unterbruch, wo die Gitarren klar und fein spielen mit dem hasserfüllten Gesang, der hier im Hintergrund steht. Okay ich korrigiere meine erste Aussage, einige DSBM Einflüsse sind auch noch darauf zu hören. Der dritte Song "I afgørende stunder", beginnt zur Abwechslung komplett ruhig und bleibt auch so, zumindest im Gegensatz zum Rest des Albums. Auch hier hält sich der Gesang stets präsent aber doch im Hintergrund gehalten und sorgt so für eine kalte, melancholische, depressive Stimmung. Der Exot dieses Werkes versteckt sich im fünften Song "Jeg håber det forsvinder med lyset", einem kompletten Instrumental, in dem das Quintett auf die gewohnte Brutalität verzichtet hat. Ein richtig fröhliches Lied, wenn man das Gesamtbild des Albums betrachtet. Dafür, dass es ihr erstes Werk ist, ist es echt gut gelungen. Ich bin gespannt, was da alles sonst noch so kommen wird in den nächsten Jahren, denn diese Band hat Potential, nicht zuletzt, weil sie sich nicht nur auf eine Richtung des Black Metals fixiert, sondern gern über ein erweitertes Spektrum verfügt.
Zoé 
Punkte:
7.8 von 10
DIABOLICAL – Eclipse  (Red Vinyl)
Indie Recordings/Irascible
Die Schweden geistern ja nun auch schon ein paar Jahre durch den Untergrund, ob sich dies mit „Eclipse“ wirklich ändern wird, wage ich zwar zu bezweifeln, doch soll diese Einschätzung nicht den Respekt schmälern, denn „Ecplise“ ist ein sehr abwechslungsreiches Death Metal-Album geworden, welches weit über den Tellerrand hinaus schaut. Dazu gehört auch ein fetter Chor, der sich gleich schon beim Opener „We Are Diabolical“ gekonnt in Szene setzt. Selbst wenn die ersten Takte an Dimmu Borgir erinnern, so macht Diabolical nicht den Fehler und kleistert „Eclipse“ mit Bombast komplett zu. Abgesehen vom den symphonischen Klängen gibt es viel Melodie, clean Vocals und Tempowechsel, dies wird Death Metal-Puristen die Fingernägel nach hinten rollen lassen, doch wer offen ist für variable Klänge, der bekommt Einiges geboten. Highlight und zugleich das härteste Stück „Failure“, weckt mit seinem dezenten Black Metal-Einschlag gar Erinnerungen an Keep Of Kalessin, während „Requiem“ mehr Richtung Opeth schielt. Dagegen wirken die im Tempo gedrosselten „Betryal“ und „Inception“ eher langweilig, wobei „Inception“ wenigstens im Chorus mit einer eingängigen Melodie punkten kann. Der ganz grosse Wurf ist Diabolical mit „Eclipse“ meines Erachtens zwar nicht gelungen, dazu fehlen dem Werk die bekannten letzten 10 Prozent und der absolute Killer-Song, doch ich habe durchaus schon massiv langweiligere Scheiben gehört. Wer sich gerne in die Ecke Septicflesh stellt, der sollte „Eclipse“ von Diabolical unbedingt mal sein Gehör schenken, vielleicht sogar auf der gemeinsamen Europa-Tour diesen Frühling.
R.K. 
Punkte:
7.8 von 10
IMPERIA - Flames Of Eternity  (LP)
Massacre Records/Musikvertrieb
Imperia dürfte mittlerweile den meisten Gothic/Symphonic Metal-Fans ein Begriff sein. Nach rund 15 Jahren Bandgeschichte ohne Line-Up-Wechsel hört man hier deutlich, dass ein gut eingespieltes Team am Werk ist. Unbestrittener Mittelpunkt dürfte dabei die opernhafte Stimme von Helena Iren Michaelsen sein, die früher bei Trail Of Tears und Sahara Dust (Heute bekannt als Epica) am Mikrofon war. Ansonsten bedient sich die Band munter an den Klischees des Female Fronted Symphonic Metals - Manche Tracks könnten genauso gut aus dem Portfolio von Within Temptation stammen (z.B. «Beauty Within»). Mit «The Ocean» bringen Imperia eine Ode an den orientalisch angehauchten Metal, der an Bands wie Epica oder Orphaned Land erinnert. Natürlich gibt es in ihrem Repertoire auch Tracks, die in Richtung Nightwish tendieren, wie beispielsweise «My Guardian Angel». Positiv gesehen könnte man sagen, Imperia picken sich von allem das Beste heraus. Kritiker würden sagen, dass sie mehr kopieren als ihren eigenen Stil weiter zu entwickeln. Ich mag Imperia eigentlich, und doch habe ich sie selten auf dem Schrirm, einfach, weil sie zu wenig eigene Persönlichkeit mitbringen, um wirklich aus der breiten Masse der Bands in diesem Genre herauszustechen. Fazit: «Flames Of Eternity» ist wie auch schon seine Vorgänger objektiv ein sehr gelungenes Album. Songwriting, Gesang, Lyrics, Instrumente - Ich habe eigentlich nichts zu meckern. Und doch bleibt kaum etwas hängen - kein Ohrwurm, der mich immer wieder zurücktreibt, kein Moment bei dem ich sage: «Ah, genau DAFÜR liebe ich diese Band!». Ich mag die Band, ich mag das Album. Aber es reisst mich einfach nicht wirklich mit. Reinhören lohnt sich aber auf alle Fälle!
Patricia H.
 
Punkte:
7.7 von 10
HEROD - Sombre Dessein  (2 LPs)
Pelagic Records
Mit 'Sombre Dessein' erfolgt ein weiteres eidgenössisches Metalprodukt und rasselt in die Regale gut sortierter Shops. 7 Tracks zeichnen 'Sombre Dessein' aus, gepaart mit einem interessant, beinahe post-apokalyptischen Coverartwork, welches perfekt zum dargebotenen Songstruktut von Herod passt. Da trifft sich Doom, Stoner, Sludge mit deathigen Anleihen zu einem Kontext. Wie die meisten Bands aus heimischer Produktion, wagen sich auch Herod an musikalischen Experimenten, welche man von Bands aus besagter Stilrichtungen eher nicht erwarten dürfte. Deshalb erscheint 'Sombre Dessein' auch hierbei mit einem avantgardistischen Touch, wie seinerzeit 'Into The Pandemonium' von Celtic Frost. Nun, 'Sombre Dessein' ist nicht so extrem avantgardistisch wie genanntes Album von Celtic Frost. Dennoch ist die Experimentierfreudigkeit besagter Herren, genanntem Vierer namens Herod, unverkennbar. Die Vocals sind mal extrem growlend und shoutend, wie im Death-Metal allseits bekannt, andersweitig haben auch cleane Vocals den Weg auf dieses Album gefunden. Die Drums sind treiben, doublebassend, punkig, hardcorig, doomig, stoner-slushend gehalten. Der Tieftöner wummert passend zum Soundfragment, ergänzend zum Gitarrensound, mal begleitend, mal autark. Die Gitarren riffen mal schwer doomend, mal deathig, mal schrummelnd, aber auch in akustischer Form durch die Songs. Mal melodiös, mal mit kurzen, prägnanten Soli. Der Soundteppich ist teilweise auch sehr psychopatisch gestaltet, mit vielen Breaks. Die Produktion ist satt, etwas dumpf, aber sehr druckvoll. 'Sombre Dessein' ist ein leicht psycho-avantgardistisches Soundwerk, welches viele soundtechnischen Elemente miteinander verbindet und so neue Sphären öffnet. Herod beschreiten stets neue Pfade, lasst es euch servieren.
Leopold   
Punkte:
7.5 von 10
RHAPSODY OF FIRE - The Eighth Mountain (Gatefold 2 Clear Blue LPs)
AFM Records/Musikvertrieb
Mit "The Eighth Mountain" starten die italienischen Rhapsody Of Fire eine neue, von Roby De Micheli und Alex Staropoli unter dem Banner "Nephlins Empire Saga" entwickelten Geschichte. Musikalisch bleibt dagegen alles in gewohnten Bahnen. Sänger Giacomo Voli durfte nach der Best Of von 2017 jetzt sein erstes reguläres Rhapsody Of Fire einsingen. Allerdings sind die stimmlichen Unterschiede zu seinem langjährigen Vorgänger Fabio Leone dermassen klein, dass man diese nur als grosser Fan der Gruppe wahrnimmt. Als Gelegenheitshörer fällt diese Tatsache nicht weiter auf. Geblieben ist auch das Songwriting, das auf hohem Niveau abwechslungsreich vor sich herklingt. "Herklingt" deshalb, weil mir auch nach zwei Wochen Dauerbeschallung praktisch nichts hängen bleibt. Und somit sind wir beim Grundproblem der letzten Rhapsody Of Fire-Scheiben angelangt. Es klingt zwar bei genauem Hinhören alles fantastisch gut gespielt, progressiv und dufte - aber reissen kann die Band für mich nichts. Wer es anders sieht: toll, schön, herzliche Gratulation. Habt Freude an dramatischen Liedern wie «White Wizard», «March Against The Tyrant» oder am zehnminütigen «Tales Of A Heros Fate». Mir aber sagt dieses Album zu wenig. Die Punktezahl ist denn auch eine reine Mutmassung. Wer Alex Staropolis-Version von Rhapsody mag, kann bedenkenlos zugreifen. Neulingen sei aber ein langsames Herantasten empfohlen.
Roger W.   
Punkte:
7.5 von 10
FIND ME - Angels In Blue (CD)
Frontiers Music/Musikvertrieb
Und noch eine "Band" aus dem Hause Frontiers, die diesen Monat mit der dritten Scheibe den Ritterschlag holen oder den Kopf verlieren will. Einst einer der zahlreichen Visionen von Präsident Serafino Perugino entsprungen, hat sich die Mucke unter der Federführung von Daniel Flores (Issa) und Robbie LaBlanc (Blanc Faces) zu einem Genre-Highlight entwickelt. Das bereits vor sechs Jahren veröffentlichte Debüt «Wings Of Love» liess mitunter die grandiosen Giant wieder aufleben und etwas später kamen auf dieser Welle One Desire mit ihrem genialen Erstling um die Ecke geflitzt. Nebst der nötigen Qualität der Songs ist es vor allem die hämmermässige Gesangsstimme von Robbie, die FIND ME aus der dicht besiedelten Stilecke heraus ragen lassen. Das gefundene Rezept ging auch beim Nachfolger «Dark Angel» (2015) weitestgehend auf, wo sich das erwartete Niveau halten konnte. Nun sind vier Jahre ins Land gezogen, bis der mit Spannung erwartete Drittling beweisen kann, ob er sich mit den beiden Vorgängern messen lässt. Der Opener «No Tears in Paradise» setzt zumindest nahtlos da an, wo sich das bisherige Material eingenistet hat, heisst Melodisches im Überfluss, das durch die wiederum markige Gesangsstimme von Mr. LaBlanc einmal mehr veredelt wird. Der Keyboard-Sound ist allerdings dominanter, und das lässt bereits die ersten Sorgenfalten im Gesicht entstehen. Das nachfolgende «Chain Of Love» ist eher guter Durchschnitt und «True Believer» segelt vor allem dank LaBlanc härter am Wind. Das töfte Solo von Michael Palace setzt hier allerdings den nötigen Markstein. Die Halbballade «One Last Kiss» erfüllt einerseits die Genre-Vorgaben locker und bewegt sich andererseits aber nahe an der Plüschgrenze. Besser kommt «Show Me What You'd Died For» daher, und der Grund dafür ist schnell gefunden, weil hier der Key- respektive Pianosound wie früher leiser gefahren wird. Das grosse Manko von «Angels In Blue» ist aber das Fehlen von einem oder mehreren Killer-Songs mit Widerhaken. So kann man eigentlich hin skippen wo man will, es klingt fast immer gleich. Genre-Fans werden das Teil trotzdem lieben und gerne zu den zwei anderen CDs hinstellen.
Rockslave    
Punkte:
7.5 von 10
FESTERDAY - iihtallan  (LP)
Season Of Mist/Irascible
Wie man räudigen Death Metal gut abkocht führen uns diese finnischen Altmeister vor. Vor 30 Jahren gegründet (nach drei Demos aufgelöst, danach bei ..and Oceans oder Havoc Unit Lärm gemacht und seit 2015 wieder aktiv) knallen dir Festerday soliden old school Death Metal frühneunziger Prägung um die Ohren. Und "iithallan" punktet zwar nicht mit musikalischer Revolution aber einem Siech voll "typisch" finnischen Grooveriffs, einem angezerrten, pumpenden Bass und diesem bestimmten, treibenden Minimalistikdrumming zu welchem du schlichtweg nicht nicht-bangen kannst. Dazu ein Sänger welcher problemlos zwischen angepisstem Elchgeröhre und einem jungen Tompa (At The Gates) variiert und diesem warm produzierten Album ein weiteres passendes Mosaiksteinchen hinzufügt. Wer auf nordischen, groovegeführten Death Metal mit Rock'n'Roll-Eiern der Marke early Entombed oder entspannten Total Devastation steht, könnte mit Festerday 2019 einen adäquaten Lückenfüller entdecken. Reinhören empfohlen!
Hardy    
Punkte:
7.5 von 10
FM - The Italian Job (Live, CD/DVD)
Frontiers Music/Musikvertrieb
Seit mitunter einigen Jahren findet jeweils im Frühling im italienischen Trezzo d'Adda das so zu sagen betriebseigene Festival der Firma "Frontiers Music" statt. Die Idee, da jeweils laufend die besten oder gerade angesagten Pferde im Stall live zu präsentieren, hat sich längst etabliert. Was liegt also näher, als ausgewählte Konzerte bei Bedarf und dies trotz der schon länger anhaltenden Tonträger-Absatzflaute aufzunehmen sowie nachhaltig für die Nachwelt bereit zu stellen?! Das hat den Fans in der letzten Zeit einige Trouvaillen beschert, darunter von Mr. Big, Quiet Riot, Tyketto, Steelheart oder der Graham Bonnet Band. Nun stossen die britischen Hardrocker FM, die spätestens seit 2008 wieder zurück im Geschäft sind, dazu. Die letzten Studioalben waren ja ganz in Ordnung, und man mag der Truppe den späteren Erfolg oder sagen wir mal die Anerkennung im Herbst der Karriere auf jeden Fall gönnen. Allerdings ist die Mucke gegenüber den Kollegen von Thunder oder Y&T insgesamt doch eher zahm, aber wer es etwas gemächlicher mag, ist hier gut aufgehoben. Fans von mehr Schmackes haben ja eine breite Palette an valablen Alternativen zur Hand, die für Abhilfe sorgen, wenn einem bei «The Italian Job» allenfalls das Gesicht einschläft.
Rockslave  
Punkte: keine Wertung
SKULLCLUB - Smækhugger  (LP)
Mighty Music
Hier ist der Name Programm - Die Dänen schwingen den Rock-Prügel nämlich erbarmungslos und die Musik geht direkt in den Schädel. Harter Punk Rock wird gepaart mit melodischem Sing-Along-Folk. Die Mischung ist durchaus interessant, wirkt mitunter aber etwas gar roh und ungeschliffen. Wobei genau das auch ein bisschen den Charme der Truppe ausmacht. Ein ungeschliffener Diamant? Da scheiden sich die Geister. Am ehesten vergleichbar sind Skullclub jedenfalls mit Bands wie Korpiklaani oder Alestorm - wobei mich manche Momente an Volbeat, manche aber auch an Ska-P erinnern. Viele unterschiedliche Einflüsse also! Das macht den Mix mitunter aber auch etwas nervös und unbalanciert. «Smækhugger» ist das zweite Full Length Album der Band, wobei es mit 43 Minuten Spielzeit ganz schön kurz geraten ist. Allerdings muss man dem Album zu Gute halten, dass es über die gesamte Länge abwechslungsreich und unterhaltsam ist. Skullclub drücken jedem einzelnen Track ihren unverwechselbaren Stempel auf. Die meisten Lyrics sind in Dänisch, was sie ebenfalls nochmals von der breiten Masse abhebt. Fazit: Wer auf mitreissenden Folk mit Punk-Attitüde steht, gerne zu Korpiklaani headbangt und mit Alestorm mitgröhlt (oder umgekehrt), der sollte hier mal reinhören.
Patricia H.   
Punkte:
7.5 von 10
ARTILLERY - Terror Squand (Re-Release Digipak)
Dissonance Productions
1987, also zwei Jahre nach dem Debüt, schossen die Dänen aus allen Rohren. Die Songs waren mit einem deutlich roteren Faden versehen und man merkte den Jungs die Weiterentwicklung an. Speziell die Gitarren knallten nochmals gehöriger aus den Boxen und auch Sänger Flemming versuchte sich mit seinen "Gesangslinien" mehr an den Tracks zu orientieren. Ähnlich wie Kreator mit «Coma Of Souls» gehen Artillery auch hier einen bedachteren Weg, ohne dabei die Geschwindigkeit zurück zu schrauben oder die Härte zu dezimieren. Spannend wird es auf diesem Album, wenn die Herren mit mehr Black Sabbath Schwere und weniger Speed ans Werk gehen. Wie beim Titelsong, der eine ungemeine Kraft entwickelt und dem Thrash völlig neues Leben verleiht. So ist es dann auch «At War With Science», das neben «Terror Squand» am meisten überzeugt und der Rest verschwindet eher, da vieles zu gleichförmig klingt.
Tinu  
Punkte: keine Wertung
ASCHEREGEN - Untot  (CD)
Pure Underground Records
Die Deutsch-Heavy-Metaller Ascheregen machen einem das Reviewen nicht einfach. Denn einerseits schreie und schreibe ich immer nach Innovation - und dann werden die kreativen Bands trotzdem abgekanzelt. Dieses Debütalbum offenbart jedoch grosses Potenzial. Dieses wird aber noch nicht vollständig ausgeschöpft. Positiv ist das Songwriting, das erste gute bis sehr gute Lieder hervorbringt und über die 13 Lieder der Langeweile keine Chancen einräumt. Hier wird mal episch, fast powermetallisch gerockt, dann wieder eher Heavy Metal gespielt oder Hard Rock- und Industrial Metal-Elemente rein gebracht. Die deutschen Texten sind fern von irgendwelchen Sex, Drugs and Rock'n'Roll-Klischees, sondern philosophisch angehaucht. Diese besitzen mal weniger, mal mehr offensichtlichen Tiefgang. Zudem ist es toll, mal die Texte im Heavy Metal ohne Konzentration zu verstehen. Somit hätten wir eigentlich ein 9 Punkte-Plus-Album - hätten wir! Wäre da nicht der Gesang. Denn dieser schwächt die vielen positiven Ansätze merklich. Ascheregen gelingt es auf «Untot» noch nicht, den deutschen Gesang so in ihren Heavy Metal zu integrieren, dass es super bis geil klingt. Im Gegenteil: In der jetzigen Form nervt er vor allem. Ascheregen hätten dieses Manko mit vertrautem englischem Gesang sehr einfach lösen können. Dass sie das nicht getan haben, ist ihnen trotzdem hoch anzurechnen. Von daher ist zu hoffen, dass sie weiterhin ausprobieren und schleifen, bis sie eine Formel für Heavy Metal mit deutschem Gesang gefunden haben, die funktioniert. Es wird aber wahrscheinlich nicht reichen, nur die etwas rumpligen Reime zu glätten. Vielmehr müssen Klang und Ausdruck mit der Musik abgestimmt werden. Dass es funktionieren kann, beweisen Bands im Mittelalter-, Industrial-, Alternative- und Gothic-Metal bereits. Ascheregen traue ich zu, dass sie dies im Heavy-/Power-Metal schaffen. Zumindest haben die Deutschen jetzt schon etwas erreicht, was andere Bands während ihrem gesamten Bestehen nicht geschafft haben: Sie klingen einzigartig - und das ist wirklich bemerkenswert.
Roger W.
  
Punkte:
7.5 von 10
TUG OF WAR - Soulfire  (CD)
Escape Music/Non STop Music
Das klingt alles ganz gut, was uns Tug Of War hier vor den Latz knallen. Hardrock mit vielen melodischen Momenten, der schon fast etwas eines Filmsoundtracks hat. Tommy Denander, der von vielen Hardrock-Platten her bekannt ist, verwirklicht sich hier wieder einmal mehr. Klingt handwerklich alles sehr gut, aber für einmal leider auch zu aufgesetzt. Stimmlich überzeugt B.K. Morrison, der mit seiner Stimme perfekt in den siebziger- und achtziger Jahre-Sound passt. Hätte auch bei Survivor eine gute Figur abgegeben, wenn sie einen kompletten Soundtrack zu "Rocky" hätten schreiben müssen. Wem Survivor zu wenig rocken, der kann sich an der Joan Jett-Nummer «Fade To Black» erfreuen. Jedenfalls ist das Ganze toll produziert und hinterlässt einen guten Eindruck.
Tinu    
Punkte:
7.4 von 10
DBA - The Sky Is Falling  (Digipak)
Metalville
Da haben sich drei ältere Herren zusammengetan, um ein weiteres Projekt zu verwirklichen, es gibt ja inzwischen sooo viele, dass man schon lange die Übersicht verloren hat. Aber das ist eine andere Geschichte. Hier haben sich der Gitarrist Rick Derringer, Basser Tim Bogart und Drummer Carmine Appice zusammengefunden und dieses Album geschaffen. Den Gesang haben die drei unter sich aufgeteilt. Die beiden ersten Songs, die Ami Rock-Nummer "Blood From A Stone" und das flotte "The Sky Is Falling" mit einen ordentlichen Van Halen-Touch werden ganz ok von Derringer gesungen. Die nächsten drei Nummern singt dann Carmine Appice. Das rockige "Grey Day", die Funk-Nummer "Everybody`s Comin" mit tollen Groove-Drums. Und "Bye Bye Baby" eine echt coole Nummer die an Extreme erinnert, klasse gespielte Gitarre hier. "Telling Me Lies" erinnert mich an späte Deep Purple mit Glenn Hughes und Tommy Bolin, starke Nummer. Auch noch sehr hörenswert die coole Blues-Nummer "Alone Now", das haben die Herren echt drauf. Dann gibt's da noch das acht Minuten lange "Rhapsody In Blue", eine Instrumental-Nummer, ganz gut, bei der sich die drei musikalisch voll austoben können. Danach gibt's noch eine Live Version vom The McCoys-Cover "Hang On Sloopy", die ganz gut gelungen ist. Und zum Schluss noch eine Live-Version von "Rock`n`Roll Hoochie Coo" von Rick Derringer aus dem Jahre 1973. Alles in allem ein gutes, abwechslungsreiches Rock-Album. Nichts Weltbewegendes, aber doch zeitlos und hörenswert.
Crazy Beat  
Punkte:
7.4 von 10
LUCER - Ghost Town  (Blue Vinyl)
Mighty Music
Lucer - das ist leichter, eingängiger Pop-Rock aus Dänemark. Hier werden besonders Fans von The Struts, Liam Gallagher und The Dandy Warhols begeistert sein. Es sind viele tolle Songs dabei, die schnell Ohrwurm-Charakter annehmen - aber im Grossen und Ganzen ist es etwas seicht geraten. Sänger und Bassist Lasse hat allerdings eine sehr angenehme Stimme, und so sei ihm der poppige Einschlag gerne verziehen. Die Lyrics sind leider mehrheitlich ziemlich lahm bis kitschig: Sehr repetitiv und allzu oft wird auf ausgelutschte Klischees zurückgegriffen. Grossartige Melodien stehen hier klar im Vordergrund, wobei die Instrumentierung eher zurückhaltend eingesetzt wird - manchmal ist weniger halt eben doch mehr! Highlights sind der Opener «Indestructable», der Titeltrack «Ghost Town» sowie das unglaublich eingängige «Killer». Fazit: Wer Lust auf etwas leichtere Kost verspürt, der ist mit diesem Album sicherlich gut bedient. Solider Pop-Rock, der Freude macht.
Patricia H.  
Punkte:
7.4 von 10
DEAD WITCHES - The Final Exorcism  (Limited Edition Colored LP)
Heavy Psych Sounds Records
Mag ja sein, dass die britische Combo Dead Witches nach Electric Wizard klingt. Aber das ist ja nun wirklich keine Überraschung, schwingt doch Ex-Electric Wizard-Drummer Mark Greening bei diesen Doomstern die Stöcke. Auf dem 2017 erschienenen Erstling "Ouija" stand noch Virginia Monti am Mikrofon, ihres Zeichens Frontfrau von Psychedelic Witchcraft und wohl eines der beliebtesten Pin Up-Girls der gesamten Doomszene. Auf der neuen Scheibe ist nun die Londonerin Soozi Chameleone zu hören, welche neben dem ebenfalls neu hinzugekommenen Oliver Irongiant (Grave Lines, Sea Bastard) an der Gitarre einen wirklich amtlichen Job abliefert. Dead Witches klingen genauso, wie ich mir okkult angehauchten Doom Rock vorstelle. Gitarre und Bass mit ordentlich Zerrung, donnernd perkussive Drums, die gerne auch mal flotter agieren und dazu ein Gesang, der sich irgendwo zwischen evozierender Beschwörung und aggressivem Todeszauber hin und her bewegt, ohne dabei die Grenze zum weinerlich - melancholischen Gejammer auch nur zu streifen. Das Ganze zu guter Letzt natürlich nicht zu sauber eingespielt und analog aufgenommen, so wie es die guten, alten Saint Vitus gelehrt haben. Somit ist eigentlich schon ziemlich genau beschrieben, was auf "The Final Exorcism" abgeht, wenig überraschender aber powervoll dargebotener Doom Rock der guten alten Schule, frei von Experimenten und stilistischen Abweichungen. Einzig "When Do The Dead See The Sun" tanzt diesbezüglich im negative Sinn aus der Reihe, 1:38 Minuten vertonte Langeweile, welche aber im Sinne eines kurzen Intermezzos glücklicherweise nicht schwer zu Buche schlägt. Der Text besteht übrigens aus insgesamt zwölf Sätzen, acht dieser zwölf Sätze sind wiederum einfach der Songtitel, das entspricht zwei Dritteln oder 66,6% der verwendeten Sätze, aber dies nur am Rande bemerkt. Wer erst mal zur Sicherheit reinhören will, dem empfehle ich den abschliessenden Longtrack "Fear The Priest". Da holt die Truppe wirklich alles aus sich raus und sorgt für rund neuneinhalb Minuten andauernde Doom - Powerkost der Klasse "Ultraheavy". Für Traditionalisten ist diese Scheibe auf alle Fälle eine lohnende Investition, und im Übrigen wird das Debüt "Ouija" ebenfalls über Heavy Psych Sounds Records zeitgleich zu "The Final Exorcism" neu veröffentlicht, haltet also eure Geldbörsen bereit.
Mirko B. 
Punkte:
7.2 von 10
DAMNATION'S HAMMER - Unseen Planets, Deadly Spheres  (CD)
Massacre Records/Musikvertrieb
Düstere dumpfe Klänge werden mit dem zweiten Album der britischen Heavy Metal Band Damnation's Hammer geliefert. Die vierköpfige Gruppe lässt sich jedoch in ihrem Stil nicht einschränken - Heavy Metal ist nur als Überbegriff gedacht. Auf der neuen Scheibe sind starke Einflüsse von Doom- sowie von Thrash-Elementen zu hören, was eine total spannende Kombination darstellt. Oftmals beginnen die Lieder auf «Unseen Planets, Deadly Spheres» langsam, schwer, "doomig" und steigern sich im Tempo im Verlauf der Musik. Das baut eine gewisse Spannung auf, welche in die brachialen Melodien, wenn man diese als Melodien bezeichnen kann, hineinführen. Der vierte Track «Hammers Of War» ist ein perfektes Beispiel dafür. Hier muss ich auch sagen, dass der Titel perfekt gewählt ist, denn der Rhythmus und die Härte zusammen erinnern an schwere Schläge eines Hammers - richtig toll. Zudem hat Damnation's Hammer eine düstere Sphäre erschaffen, die sich durch das ganze Album durchzieht. Das siebte Lied «Gates Of The Necronomicon» ist mir persönlich aus den meist ähnlich klingenden Songs aufgefallen, denn es beginnt ruhig und zeigt einen unter die Haut gehenden Verlauf auf. Zwischen den schweren Riffen werden Passagen eingebaut, die den Fokus auf das rhythmische Schlagzeug gelegt haben und die brachialen Gitarren in den Hintergrund versetzen - dies passiert sonst praktisch nie im gesamten Album. So entsteht im ganzen Konstrukt eine ergreifende Abwechslung. Diese ist aber leider auch fast die einzige - wie schon erwähnt sind die Songs durch die durchzogene Härte und durch das Fehlen an melodiösen Passagen ähnlich aufgebaut. Das Album sollte meiner Meinung nach als Ganzes angeschaut werden, denn die einzelnen Lieder sind wie nicht voneinander getrennt anschaubar. Die Stimme Prestons unterstreicht diese Behauptung nochmals, denn sein Gesang variiert durch das ganze Werk nicht. Seine Vocals gehen durch seine nicht eindeutig beschreibbare Gesangsart unter die Haut. Er geht eher in Richtung Sprechgesang mit seiner kratzigen tiefen Stimme, die teils schon fast wie verzerrte Growl-Einlagen klingen - sehr spannend und doch teils durch die fehlende Variation mühsam. Musikalisch ist «Unseen Planets, Deadly Spheres» zusammengefasst voller dunkler Energie und Schwere, was mir persönlich sehr gefällt. Dennoch fehlt mir das gewisse Etwas.
Sina  
Punkte:
7.2 von 10
DESERTED FEAR - Drowned By Humanity  (LP)
Century Media/Sony
Viertes Album, gleiches Rezept. Schwedisch geprägter Death Metal der "poppig deutschen" Sorte. Fett (über)produziert, auf dicke Hose getrimmt und sämtliche coolen Clichés (Breitbeinigkeit, DIY-/Halt-die-Augen-offen-Attitüde, Kumpelband) bedienend. Die musikalischen Einflüsse von Grave oder Asphyx lasse ich gelten, die produzierte Aura empfinde ich aber aufgrund des potent rundgeschliffenen Gesamteindrucks eher Kapellen wie In Flames oder Ektomorf zugehörend. Sie machen alles richtig, schlüssige Songs mit gutem Flow, schwer groovenden Riffs und passenden Soli. Dazu gibt es angenehme Growls welche den Spirit der einzelnen Lieder unterstützen sowie viel Liebe zum Detail wenn es um Videoproduktionen, Artworkgestaltung oder allgemeiner Selbstdarstellung geht. Ich bin geschäftlich beeindruckt von soviel Selbstinitiative. Und da Deserted Fear ihre Formel durch den aktuellen Erfolg gleich selbst bestätigen, liegt es mir wirklich fern ihnen für die Zukunft Schlechtes zu wünschen. Nichts desto Trotz, "mein" Death Metal verfügt über Zähne, Klauen und verschiedenste Körperfüssigkeiten. "Drowned By Humanity" verschafft mir jedoch eher Gelüste auf Bier, Kebap und einen italienischen Rennauspuff für meinen Puch Maxi. Live und mit ein paar Drinks im Gesicht würde ich ziemlich sicher mit dem Arsch wackeln, aber auf Platte... Reinhören!
Hardy  
Punkte:
7.0 von 10
CORRODED - Bitter  (2 LPs)
Despotz Records/Cargo
Hmmm... Heavy Rock in moderner Ausrichtung, ob das gut kommt? Im Falle von Corroded kann man dies gerne mit einem Kopfnicken bestätigen, denn die Band gibt sich zwar betont heavy, flechtet aber die moderneren Elemente gut ein, so dass ein harmonisches Ganzes entsteht. Erinnert irgendwie an Gloomball, vermischt mit White Zombie. Das einzige, was ich jetzt wirklich bemängeln kann, ist die doch sehr glattgebügelte musikalische Leistung. Klingt teilweise wie Machinae Supremacy. Andererseits wiederum zockt man beinahe hymnisch anmutenden Rock/Metal. Klar ist, dass sich Corroded nicht unbedingt auf ein bestimmtes Konzept ausgerichtet haben, die Grundrichtung bleibt dieselbe, aber das Drumherum ist jedesmal wieder anders. Anders aber wie bei anderen Bands vermisse ich persönlich doch eine etwas konzentriertere Richtung, will sagen: Eine Spezialisierung oder zumindest mehr von einer Richtung hätte dem Sound noch besser zu Gesicht gestanden. So ist "Bitter" zwar sehr schön, aber auch etwas anstrengend. Muss man selber gehört haben, um dies beurteilen zu können.
Toby S.  
Punkte:
7.0 von 10
RAVAGER - Thrashletics  (CD)
Iron Shield Records
Wild, wilder, oder ungezügelter. Das sind die Deutschen von Ravager. Frei nach dem Motto: Wir mähen alles nieder, was sich uns in den Weg stellt, donnern die Herren über den Zuhörer los. Dabei sind es die Riffs, die aufhorchen lassen, die aber immer wieder durch die zunehmende Geschwindigkeit an Glanz verlieren. Es klingt ja ganz gut, aber mit dem neuen Album von Overkill in den Ohren kackt jede Band bei mir ab. Man muss den Jungen immerhin attestieren, dass sie versuchen, Härte mit einer gewissen Melodie zu verbinden und dabei auch schon mal an Sacred Reich erinnern. Extrem gelungen finde ich «Dysphoria», das Testament, Kreator und Destruction in Erinnerung ruft. Ansonsten regiert durchgehend die gleiche Geschwindigkeit, was dem Album doch einen gewissen langatmigen Touch verleiht. Da ändern gewisse Breaks auch nichts («Dead Future»), denn der Grundspeed bleibt oftmals gleich. Hier haben andere Truppen oftmals bessere Ideen und halten somit das Ganze spannender. Ja und Thrash muss ja nicht ein athletischer Sport sein, sondern darf durchaus aus mal ein bisschen gemässigter angegangen werden.
Tinu  
Punkte:
7.0 von 10
ALTARAGE - The Approaching Roar  (Silver Vinyl)
Season Of Mist/Irascible
Spanischer Black-Metal mit deathigen Einflüssen, old-school-mässig gehalten. 'The Approaching Roar' ist der Drittling von Altarage. 9 Tracks, welche meist in hypermässigen Grindcoreblasts über die Bühne huschen, sehr düster und schwammig recorded. Der Vierer aus Bilbao pflegt den blastenden Black-Metal mit deathigen Einschüben, ohne Firlefranz, ohne unnötigen Beilagen, also stetig auf der Überholspur, wie auf deutschen Autobahnen, selbstredend und -schreibend auf den, mittlerweilen nur noch teilweise, bestehenden 'Freie Fahrt'-Abschnitten. Klar, es ist menschenmöglich eben unmöglich, ein stetes Grindcoreblasting mit Songs zwischen drei und fünf Minuten konstant durchzuziehen. Ab und an werden dann auch doomige Elemente, stark gebremste, metallische Einschübe mit berücksichtigt. Beinahe würde ich sagen, dass auch noisige Elemente auf 'The Approaching Roar' den Weg gefunden haben, nein, ich schreib' es sogar. Durch die sehr spezielle Produktion, eben sehr düster, roh, dreckig und eben sehr schwer, da kommt nun doch diese satanisch-angehauchte Emotion seitens des Schreiberlings empor. Ja, das Doomige findet vor allem Anklang in den über sechs- bis sieben-, acht-minütigen Songs. Das atmosphärische Düstere findet eben in besagten Momenten des Doom-Black-Blast-Metal den geeigneten, bös-fruchtbaren Boden. Bekannte, soloistische Gitarrendarbietungen sind Mangelware auf diesem Album, doch gewisse, seltene Melodieöffnungen sind zu erkennen und erhören. Dennoch hält die dämonische Düsterheit diesem Werk die Treue. Die Riffs sind sehr schwer, sehr schnell, sehr dumpf gehalten. Der Tieftöner wummert genüsslich zu den schweren Gitarrenriffs hinzu. Die Drums sind sehr mächtig gehalten, grindcorig und blastend gespielt, schwerfällig und 'traurig' in den doomigen Momenten. Die gutturalen Vocals sind ebenfalls sehr im tiefen Bassbereich angesagt, durchwegs sehr böse, ohne Wenn und Aber. Das Coverartwork ist interessant zum Gehörten gestaltet. Die Produktion lässt mögliche Wünsche offen, dennoch passt es hingegen wieder zum dunklen, schweren, blastenden, doomenden und düsteren Soundteppich. Altarage für Black-Metaller, die auch doomige, deathige, grindcorige und noisy Elementen nicht verabscheuen.
Leopold  
Punkte:
7.0 von 10
FUELED BY FEAR - This Forsaken Place (EP)
Ashburn Production
Die eidgenössischen Hardcorer vom Dienst mit einer brandneuen EP namens 'The Forsaken Place'. Der Fünfer konnte und durfte am 26.01.2019 in der Met-Bar, Lenzburg, mit Chelsea Deadbeat Combo und Homewards, begutachtet werden. Und wie! Denn da präsentierten Fueled By Fear ihren bombastischen Hardcore/Crossover. Vorweg: Es war keine Release-Party von 'This Forsaken Place', aber was noch nicht gewesen ist, könnte ja noch werden ... 5 Tracks finden sich auf dieser EP - Ein Album (= Longplayer) hat gemäss den Richtlinien mindestens 5 Stücke oder eine Spielzeit von mehr als 23 Minuten; und das hat 'This Forsaken Place' zwar mit den Stücken, jedoch die Spielzeit ist weniger (= 21min25sec) - mit neuen Songs, welche noch etwas brutaler, straighter, grooviger und härter geworden sind, als bereits bekannt. Einflüsse sind erkennbar aus der New York Hardcore-Szene, sowie thrashigen Elementen, will schreiben, so à la Biohazard, Stuck Mojo, etwas Prong, etwas C.O.C., D.R.I., M.O.D., etwas S.O.D., etwas Slayer, so als Anhaltspunkte. Gerifft wird hammerhart und stets groovend, Melodylines untermalend, kurze, shreddende Soli. Der Tieftöner ergänzt perfekt die beiden Klampfen, ebenfalls knüppeldick und hammerhart. Die Drumarbeit zeichnet sich ebenfalls durch Groove, Mosh-Parts und vielen Doublebass-Attacken aus. Der Gesang shoutet extrem und ebenfalls hart, im bekannten Stile des Hardcore, Thrash oder auch Crossover. Ein ganz gelungenes Coverartwork sowie die hervorragende, harte und saubere Produktion runden diese EP gekonnt ab und machen Lust auf mehr, auf viel mehr. Geduldig wird der Schreiberling auf einen neuen Longplayer warten, denn nachdem er dieses Scheibchen mit den 5 Tracks rauf und runter gehört hat, läuft ihm bereits der Sabber aus den Mundwinkeln herunter. Dieses Teilchen spricht sowohl gestandene Thrasher, als auch Crossover- und Hardcore-Fans an. Für viele Metaller beider Geschlechter viel goiles Metalmaterial.
Leopold  
Punkte: keine Wertung
CRITICAL DEFIANCE - Misconception  (CD)
Unspeakable Axe Records
Chile und Thrash Metal? Klar, man hat ja Critical Defiance. Interessant nur, dass man die Jungs mit den frühen achtziger Jahren der Bay Area vergleicht, beziehungsweise deren Bands!? Da haben die Jungs eher bei alten Kreator und Destruction abgeschaut und spielen den Zuhörer mit solitischen Ausflügen schwindlig. Ein richtiger Hasswürfel ist die Scheibe geworden, auch dank der Stimme des Sängers. Okay, ein grosse Schlagseite Slayer ist allgegenwärtig und die pure Wut, Ablehnung und angepisste Attitüde merkt man den Herren richtig an. ABER, das haben Slayer viel besser und Sacred Reich um einiges cleverer umgesetzt. Trotzdem muss man den Jungs attestieren, dass sie einen gelungen Einstand abgegeben haben. Wer auf wilden Thrash Metal steht, muss sich diese Scheibe zumindest mal anhören.
Tinu  
Punkte:
7.0 von 10
DROTTNAR - Monolith  (CD)
Endtime Productions
Drottnar ist eine christliche Black Metal Band aus Norwegen, die seit 1996 existiert. An alle, die denken, dass das ganze etwas wiedersprüchlich klingt; jap so hab ich auch reingeschaut als ich es bei meinen Recherchen gelesen habe. "Monolith" ist das dritte Album, welches die Band während ihrer bisherigen Karriere hervorgebracht hat, und es beginnt mit rauschenden, aber eher langsam gespielten Gitarrenriffs, dafür haut dann der zweite Song "Funeral Of Funerals" richtig rein. Mit krächzendem Gesang und rhythmischen Instrumentals wird für richtig `fetzige` Stimmung gesorgt. Vorallem der Refrain bleibt durch seine melodiös gestalteten Gitarrenriffs im Ohr hängen, gefällt mir. "Aphelion" ist dagegen schon etwas düsterer, die Riffs sind schneller gespielt und die Melodien weniger markant. In diesem Stil geht es dann auch gleich weiter bis der Song "Ophir" beginnt. Er ist ruhig und kurz. Auf seiner knappen Minute ist bloss einfaches, leicht gruseliges Geklimper auf der E-Gitarre zu hören. "Nihilords" beginnt dafür wieder mit rhythmischen Riffs und ganz am Anfang meint man sogar, Gesangseinlagen zu hören, welche an eine abgeschwächte Form von Dani Filths Screams erinnern. Über den Rest des Liedes kann man aber das gleiche sagen, wie über das ganze Album; er besitzt wiederkehrende, melodiöse Parts, die Geschwindigkeit bleibt in einem gleichen Rhythmus und der Gesang klingt zugleich bestialisch wie auch human. Es ist eine interessante Mischung, welche Stimmung macht. Für eine längere Autofahrt an ein Festival bestens geeignet, aber doch würde ich es sonst vermutlich nicht von selber hören, da mir einfach das Gewisse etwas fehlt.
Zoé  
Punkte:
7.0 von 10
BREATHE ATLANTIS - Soulmade  (CD)
Arising Empire/Warner
Gefühlvoll und sanft in der zugeführten Härte behandeln Breathe Atlantis unsere Ohren mit nicht ganz so typischem Alternative. Wenn sanftere Musik, dann warum nicht eigentlich diese Scheibe. Allgemein angenehm, dezent aber mit wohldosierten, härteren Parts, hört sich die Scheibe wirklich gut. Leider aber fehlt mir wieder einmal das gewisse Etwas, ein WOW, eine Gänsehaut. Somit driftet das sanfte Hörvergnügen rasant in die Kategorie "für Zwischendurch, evtl. für eine Hochzeit". Es liegt wohl an der zarten Natur dieser Sorte Musik, dass sie selten wie eine Bombe einschlagen kann. Ein Tacken mehr Power würde der Gruppe sicherlich nicht schaden. Für die sanften Persönlichkeiten und die, die auch Softeis geniessen können, definitiv eine Empfehlung.
Mona  
Punkte: keine Wertung
ARTILLERY - Fear Of Tomorrow (Re-Release Digipak)
Dissonance Productions
1985 wurde diese Scheibe der dänischen Thrash-Metaller veröffentlicht. Damals klang alles noch eine Spur "dilettantischer", passte aber perfekt in die damalige Zeit. Denn Artillery lagen mit ihrem Sound zwischen den konfusen Startversuchen von Kreator und Sodom sowie den verspielten Anfangstagen von Testament. Was den Fans besonders gefiel, waren die messerscharfen Riffs, die wie eine Kreissäge durch Butter gingen. Dafür war der Gesang von Flemming Rönsdorf für viele sehr gewöhnungsbedürftig. Trotzdem oder vielleicht gerade deswegen hat das Debüt von Artillery mit seiner verspielten Art genau den Weg in die Herzen der Thrasher gefunden, auch wenn der grosse Erfolg bisher (leider) immer ausgeblieben ist. Anspieltipps sind «Show Your Hate», das schleppend beginnende «King Thy Name Is Slayer», «Deeds Of Darkness» und der Titelsong. Aber seien wir ehrlich. Im Vergleich zu den Debütalben der damaligen US-Helden wie Overkills «Feel The Fire», Megadeths «Killing Is My Business», Slayers «Show No Mercy» oder Testaments «The Legacy» steht «Fear Of Tomorrow» ziemlich weit hinten an.
Tinu  
Punkte: keine Wertung
THE MOTH GATHERER - Esoteric Oppression  (LP)
Agonia Records
Meine Güte, wie geil würde diese Band klingen, wenn sie einen echten Sänger anstelle eines Schreihalses hätte. Das waren Anno Dunnemals so meine Gedanken, als ich mich mit den Frühwerken von Paradise Lost und My Dying Bride konfrontiert sah. Und heute? Sehe ich das immer noch genauso. Scheinbar ist es so, dass gewisse Bands nicht aus den vergangenen Fehlern anderer gelernt haben und sozusagen die Sünden ihrer Väter wiederholen. Denn wie auf den ersten Lebenszeigen der oben genannten Truppen, trifft auf dem dritten The Moth Gatherer - Longplayer teils brachiale, teils doomige, teils melancholische aber immer sehr atmosphärische Musik, die die Seele wirklich zu berühren vermag, auf deplatzierten Brüllgesang, der die akribisch aufgebaute elegische Stimmung jedes Mal zu verderben weiss, und das gründlich. Es gibt zwar durchaus Momente, in denen das Gebelle von Gitarrist Victor Wegeborn genau das Richtige ist, und zwar immer dann, wenn die vier Schweden ihren selbstgewählten "Post Rock" und "Post Metal" (habe dieses ganze "Post Irgendwas" - Gelaber nie wirklich kapiert) beiseitelassen und in Richtung breaklastigen Sludge abdriften. Nur ist es halt so, dass diese heftigen Momente eher die Ausnahme bilden und die Tracks im Grossen und Ganzen von einer schweren, erhabenen Atmosphäre leben, welche durch den treffsicheren Einsatz von weiblichen Vocals, Keyboards und sonstigen Klangeffekten aus der Welt der elektronischen Tasteninstrumente noch verstärkt wird, und genau da empfinde ich dieses Gebrülle als störend. Das stete Wechselspiel zwischen hart und herzlich sorgt selbstredend für viel Spannung und Dynamik in den teils wirklich sperrigen und dennoch angenehm progressiv ausgerichteten Kompositionen. Auch wenn die Band durch den anvisierten Stilmix nicht wirklich fassbar ist, ist für mich rein musikalisch somit alles im Lot, denn die Trauer und die Verzweiflung, welche die fünf langen Songs vermitteln, wirken wirklich authentisch und keinesfalls aufgesetzt. Aber eben, wie geil würde diese Band klingen, wenn sie einen echten Sänger anstelle eines Schreihalses hätte?
Mirko B.
 
Punkte:
7.0 von 10
STEEL RAISER - Accacio  (CD)
Iron Shield Records
Es gibt Alben, bei denen eineinhalb bis zwei Wochen schlecht ausreichen, um sich über eine CD eine Meinung zu bilden. Ein gutes Beispiel dafür ist das vierte Werk der italienischen Steel Raiser. Nach dem ersten Anhören war da eine kraftvolle Musik mit groben Ecken und Kanten auszumachen, der aber jegliche Ohrwürmer und Feinheiten fehlten. Lässt man dem Album aber etwas Zeit, wird immer offensichtlicher, was Steel Raiser sein wollen: Nämlich ein ungeschliffener Diamant. Oder mit anderen Worten: Das ist purer Heavy Metal. Sänger Alfonso Giordano klingt dabei sehr extrem und sollte aus verschiedenen anderen Stimmen herauszuhören sein. Ein gewisser "Nervfaktor" ist zu erahnen, stellt sich aber bei mir nicht ein. Und die Lieder? Diese sind schön arrangiert, lassen nichts an Intensität vermissen und überraschen mit einem Stratovarius-artigen Keyboard. Dieses wird aber sparsam und auch nicht in jedem Lied eingesetzt. Trotz einer Ballade unter den elf Liedern wirkt hier alles auf Power getrimmt. Was aber zum Aufstieg in höhere Liegen fehlt, sind die Hits. Hier ist alles schön anzuhören und gut gespielt. Das nützt aber wenig, wenn nur wenig hängen bleibt. Können Steel Raiser dieses Mankos künftig nicht ausmerzen, bleibt ihnen nichts anderes übrig, als mit aussergewöhnlichen Konzerten zu punkten. Das Album selber ist aber eher etwas von Liebhabern für Liebhaber, denen das Rohe am Herzen liegt.
Roger W.  
Punkte:
7.0 von 10
EXITWOUNDS - Visions
Sharptone Records/Warner
Hach, Metalcore! Welch ein spannendes Genre. Die Spanne zwischen genial und "Na ja" ist sehr lang. Dieses Werk dauert 20 Minuten und trotz der bescheidenen Länge ist dies gut bemessen. Mehr wäre definitiv zu viel. Trotz hörbarem Potential fehlt es den Jungs aus Indianapolis noch am gewissen Etwas, aber trotzdem schafft die Band es, ein solides Album zu präsentieren, welches überzeugt. Ein bisschen Paradox ist es schon. Das Klima des Albums, um es mal so zu nennen, ist auf den Punkt getroffen. Die Atmosphäre reisst einen mit, beinahe meditatives Kopfwippen stimmt den Klängen zu. Ein überraschend guter... äh, "Short player" muss man eigentlich sagen. Jedem Core-Fan wärmstens zu empfehlen und möglicherweise auch den Metal-Neulingen, die noch nach ihrem Lieblingsgenre suchen. Diese Band ist es sicherlich wert, weiter verfolgt zu werden, ich kann mir gut vorstellen, dass da noch Einiges im Core-Bereich abgehen wird mit denen.
Mona  
Punkte:
7.0 von 10
LACERATION - Remnants (Compilation)
Unspeakable Axe Records
Was für eine arschgoile Death-Thrash-Granate ist denn das hier? Ja, ich weiss, es ist eine Compilation, aber was für eine! Interessanterweise existieren die Kalifornier von Laceration wieder, nach einem kurzen Unterbrüchen. Der U.S.-Vierer frönt dem 'old-school'-mässigen Death-Thrash-Genre, so à la Suffocation, Demolition Hammer, Solstice, Deicide, Cannibal Corpse, Death und Konsorten. Ja, ich weiss, was haben den die Deather von Deicide, Cannibal Corpse, etc. im Death-Thrash zu suchen? Hallo? Hört euch mal die Mucke von denen an, da ist sogar sehr viel Thrash vorhanden, und zwar im positiven Sinne. Bekanntlich ist der Spagat zwischen 'old school' Death-Metal und Thrash-Metal nicht alle Welt und sehr eng miteinander verknüpft, glücklicherweise. Kommen wir doch wieder zum Thema 'Remnants' von Laceration zurück. 10 Tracks ihres bisherigen Schaffens, erschienen in diversen Forman als EP-, Demos- oder Split-Releases, jedoch nie als Longplayer. Somit könnte man direkt schreiben, dass mit 'Remnants', auch wenn eine Compilation, auf eine Art und Weise der erste Longplayer von Laceration released worden ist. Die Gitarren riffen sich herrlich in alter und frischer Manier durch die Tracks, mal deathig und mal thrashig, stets groovend und straight, gepaart mit herrlichen Soli, Arpeggi, Tappings und melodiösen Läufen. Auch der Tieftöner passt sich diesem Muster an, mal thrashig, mal deathig, aber stets hörbar groovend. Die Drums doublebassen oft, dann mal wieder so schön thrashig leicht blastend à la Demolition Hammer und Solstice, dann wieder deathig moshend und groovend. Der Gesang ist eher im thrashigen Bereich anzusiedeln, shoutend, wütend, tief, dennoch verständlich, leicht growlend. Auch da werden Erinnerungen an Demolition Hammer, Death und Solstice wach gehalten, jedoch ohne diese genannten Einflüsse einfach zu kopieren. Nein, da wird in Eigenmanier und -regie kräftig gedeath-thrashed. Für mich, trotz als Compilation herausgebracht, ein weiteres Highlight musikalisch-metallischen Ergusses im 2019. Death-Thrash as it's best!
Leopold  
Punkte: keine Wertung
JOHN DIVA & THE ROCKETS OF LOVE -
Mama Said Rock Is Dead (3 LPs)
Steamhammer/SPV
Dass Steel Panther irgendwann einmal ihre Nachahmer finden würden, war klar. Hier ist der erste davon. John Diva, dessen Mutter eine schwerarbeitende, als Groupie in den Backstageräumen der grossen US-Stars zu findende Frau war, hat Mister Diva den Einstieg ins Rockbusiness erleichtert. Van Halen sind bei den Rockets Of Love ebenso gegenwärtig wie damals bei Steel Panther. Lieder wie «Lolita», das schwerfällige «Rock'n'Roll Heaven», das flotte «Wild Life», das gefährliche «Toxic» und «Rocket Of Love» können Spass verbreiten. ABER! Während Steel Panther wenigstens noch Hits schrieben, ist hier vieles nur auf einem Image aufgebaut. Das wird sicherlich fruchten, da bin ich mir sicher, aber John kommt mit seinen Songs, die von Country über Blues bis zum Hard Rock alles beheimaten, nicht an die grossen Helden an. Junge! Du hast doch alle gesehen, zusammen mit deiner Mam! Hast du ihnen nicht abgeschaut, wie man tolle Tracks schreibt? Selbst Pretty Boy Floyd und Tuff haben mehr Hitpotenzial in den Poren. Sorry, aber muss man denn jeden Trend ausschlachten? Klingt interessant, aber wer mit so viel Brimborium angekündet wird, der sollte auch mit dem Songwriting mehr bieten können.
Tinu   
Punkte:
6.8 von 10
FEVER 333 - Strenght In Numbe333rs   (CD)
Roadrunner Records/Warner
Letlive sind tot - lang lebe Fever 333. Es hat bekanntlich nicht lange gedauert, bis sich Fronter Jason Butler nach dem Ende seiner alten Kombo mit einem neuen Projekt befasst hat. Nur drei Monate nach dessen Ableben gebar er Fever 333. Das 333 im Bandnamen steht für die drei "C" von Community, Charity und Change. Eine Crossover-Band mit derartigen Ambitionen gab es vor vielen Jahren schon mal, und der Vergleich mit Rage Against The Machine wird auch seit dem 1. Tag von Fever 333 immer wieder gerne ins Feld geführt. Zu Butler gesellen sich noch der ehemalige The Chariot-Axtschwinger Stephen Harrison sowie Night Verses-Drummer Aric Improta. Nach der EP "Made An America" hauen nun Fever 333 ihr Langspieldebüt "Strength In Numb333rs" raus. Die Platte kommt glücklicherweise deftiger und abwechslungsreicher daher als es die Songs auf der EP erwarten lassen würden. Butler singt und brüllt sich gekonnt durch seine bewährten Tonlagen, während Harrison und Improta mit Riffs und Patterns ihren Part zur auf Hochglanz getrimmten Revolution beisteuern. Ob man mit derart glattgebügelter Musik allerdings die gewünschte Revolution anzetteln kann, bleibt fraglich. Was Fever 333 da fabrizieren wird, im Volksmund "Rapcore" genannt und ist im Prinzip nichts anderes als Rock mit HipHop- und Rap Einflüssen - je nach Song mal mehr, mal weniger. Ich würde den Sound nicht direkt als ordinär bezeichnen, aber das Gesamtpaket Fever 333 definiert sich Grossteils aus der Politisierung der Band und Jason Butlers Fähigkeiten am Mikro, denn wenn auch Schlagzeug, Gitarre und Bass (wahrscheinlich vom Band, da es keinen Bassisten gibt) vorkommen, so sind sie dennoch als Ganzes zu wenig im Einsatz. Über die zehn Songs hinweg lassen sich immer wieder kleine Highlights entdecken, an einer Revolution jedoch schrammt die Platte meilenweit vorbei.
Oliver H.   
Punkte:
6.8 von 10
THE SONIC DAWN - Eclipse  (LP)
Heavy Psych Sounds Records
Die dänischen Psych / Retro Rocker geben sich auf ihrem dritten Album ganz schön laid back, aber, und das ist der entscheidende Punkt, sie lassen dabei keinen Augenblick lang ihre ganz spezielle, lässige Coolness missen. Der Opener ?Forever 1969? sagt eigentlich schon alles über dieses Trio aus, im Titel selbst wie auch musikalisch, denn die Verwurzelung in den ausgehenden Sechzigern könnte kaum tiefer sein. Offensichtlich haben sich die drei irgendwo im Spannungsfeld zwischen Savoy Brown, Amboy Dukes und Pink Floyd zu ganz frühen David Gilmour-Zeiten eingependelt, die musikalischen Parallelen zu diesen Perlen der modernen Populärmusik sind definitiv nicht von der Hand zu weisen, und das ist gut so. Einzig die knietiefe Verneigung vor Chris Isaaks "Wicked Game" (gecovert von u.a. HIM) namens "The Stranger" hätten sie sich sparen können, da ist mir die Inspiration einfach zu offensichtlich und man kommt dabei der Grenze zum Plagiat gefährlich nahe, ähnliches gilt im Übrigen für die Pink Floyd - Erinnerungsnummer "On The Edge Of Our Time". Und warum ausgerechnet der obercoole Rocker "No Chaser" gerade mal 1:34 Minuten dauert, wird sich mir wohl nie erschliessen. Dabei hätten sie solch deutliche Querverweise eigentlich gar nicht nötig, denn sie sind durchaus in der Lage, eigenständig klingende Psxchedelic Rock - Juwelen aus dem Ärmel zu schütteln, hört euch nur mal "To Change Who We Are" an. Aber sei's drum, die Jungs schwimmen eindeutig mit aller Konsequenz gegen den Strom und zeigen allen selbsternannten Neuhippies, wo der mit Blumen verzierte Hammer hängt, denn für entspannte Augenblicke in patchouligeschwängerter Atmosphäre und lavalampenbeleuchteter Umgebung bietet "Eclipse" den ultimativen Soundtrack.
Mirko B.
   
Punkte:
6.8 von 10
BLOOD RED SAINTS - Pulse
AOR Heaven/Non Stop Music
Das dritte Album der Briten von Blood Red Saints? Okay, es soll melodischer Rock sein, aber dazu hantieren die Herren mit zu viel (zu) modernen Sounds, welche dem Ganzen einen "komischen" Glanz verleihen. Etwas überspitzt gesagt, als würde Bon Jovi mit Rammstein-Sounds experimentieren. Da erinnert mich vieles an W.A.S.P. «Kill! Fuck! Die!», ein Werk, das eigentlich tolle Songs besass, aber eine zu Industrial-artige Produktion. Man kann den Tracks auch die Luft zum Atmen nehmen, was hier bei «Pulse» definitiv passiert. Muss es denn immer dieser kalte Sound sein, der guten Tracks das Leben einfriert? «Invincible» wäre eigentlich ein toller Song, der aber auch an der Produktion scheitert. Nicht, dass sie schlecht ist, aber definitiv nicht zum Lied passt. Ganz ehrlich, so macht das Anhören eines Albums keinen Spass. Das habe ich schon damals bei meinen Helden von W.A.S.P. bemängelt, und davon bringt mich auch niemand ab. Schimpft mich altbacken, aber Lieder sollen doch auch Emotionen vermitteln?! Doch in der heutigen Social Media Zeit passt das halt bestens hinein. Keine Gefühle zeigen und sich hinter einer Fassade verstecken. Sorry Jungs, aber das ist nichts!
Tinu 
Punkte: 6.5 von 10
HEXVESSEL - All Tree  (LP)
Century Media/Sony
Die in Finnland gegründete Psychedelic Forest Folk Rock Band Hexvessel veröffentlichen ihr viertes Studioalbum «All Tree» unter Former Mat "Kvohst" McNerney. Das sinnliche und berauschende Album lässt den Hörer in schöne Landschaften eintauchen. Der Fokus liegt auf schönen Akustikgitarren-Melodien, dazu greifbare Geigenmelodien, die der Musik einen Feinschliff verpassen und verträumtem Gesang. "Psychedelic" ist eine passende Beschreibung - in welche Richtung sich die Musik Hexvessels entwickelt, ist in jedem ihrer Lieder unklar. Die erzeugte Stimmung ist emotional und dennoch brüchig - diverse Empfindungen werden hervorgerufen, die sich teils wieder ausstechen. Von schönen Melodien, die Glück und Zufriedenheit erzeugen, wechselt es oft zu innerem Zwiespalt und eigener Hinterfragung. Oftmals, beispielsweise im dritten Track «Old Tree» oder im siebten Titel «A Sylvan Sign», erinnerte mich die Musik durch die dominante Akustikgitarre an die typische Lagerfeuer-Stimmung im Wald. Das im letzteren Lied eingeschleuste Vogelgezwitscher unterstreicht diesen Eindruck nochmals. Dazu muss ich sagen, dass mich das Lied vom Gesang und der allgemeinen Atmosphäre an «Us and Them» von Pink Floyd erinnert hat - was den psychedelischen Inhalt nochmals deutlich hervorruft. Jedoch muss ich allgemein sagen, dass die Lieder nicht hängenbleiben. Ich persönlich denke, dass das Album zur Entspannung ganz gut sein kann, aber wirklich einschlagen oder fesseln kann es nicht. Hexvessel kopieren sich manchmal selbst bzw. die Lieder klingen teils ziemlich ähnlich - dadurch erscheint auch leider «All Tree» eher monoton. Musikalisch vertreten sie das Genre super. Aber bisschen mehr Abwechslung im Musikaufbau wäre von Vorteil. Dennoch tut's das Album als Hintergrundmusik beim Entspannen oder Nachdenken.
Sina 
Punkte: 6.5 von 10
SEBASTIEN - Behind The World (EP)
Pride & Joy Music
Nur ein Jahr nach dem hervorragenden «Art Of Creation»-Album veröffentlichen die Tschechischen Power Metaller eine EP mit vier Liedern. Diese hinterlässt beim Metal-Fan einige Fragezeichen. Nicht, dass das starke Songwriting schwächer geworden ist. Im Gegenteil, sämtliche Lieder müssen den internationalen Vergleich nicht scheuen. Hier sind Leute mit grossem Talent am Werk. Für Verwirrung sorgt dagegen die Produktion. Was eigentlich wie Heavy Metal klingen sollte, wurde derart poppig produziert, dass die vorhandenen aggressiven Gitarren fast nicht mehr zu hören sind. Klingt der Titelsong noch wie Rage zu «XIII»-Zeiten, wurden dem darauf folgenden «Fight For Love» sämtliche Zähne gezogen. Dass es auch anders geht, beweisen diesen Monat die Peino-Metaller Beast In Black, deren Sänger auch auf dieser EP bei «Fight For Love» zu hören ist. Bei Beast In Black ist bei aller Pop-Affinität aber noch Metal auszumachen. Dieser Anteil wird auf dem jetzigen Kleinwerk auf ein maximales Minimum reduziert. Schade! Denn das Songwriting ist, wie gesagt, mehr als hörenswert. Bleibt zu hoffen, dass diese EP nicht die Marschrichtung für folgende Alben vorgibt. Sollte das so sein, wird vom bisher hart erarbeiteten guten Ruf bald nicht mehr viel übrig bleiben. Und das wäre definitiv ein grosser Verlust.
Roger W.  
Punkte: keine Wertung
LUMBAR -The First And Last Days Of Unwelcome (Re-Release LP)
Argonauta Records
Dieser wüste Doombrocken erschien erstmals 2013 unter dem Southern Lord Banner und wird jetzt über Argonauta Records nochmal veröffentlicht, mit neuem Artwork, selbstverständlich in limitierter, bunter Vinyl-Auflage aber zum ersten Mal auch als CD. Die Story hinter der Musik ist eigentlich eine recht traurige. Mastermind und Multiinstrumentalist Aaron Edge (Ramprasad / Bible Black Tyrant / Rote Hexe / Iamthethorn / Roareth / Phemüt), schrieb die sieben Songs übers Wochenende, woraufhin Mike Scheidt (Yob) und Tad Doyle (Brothers of the Sonic Cloth / TAD) den finsteren Lyrics von Edge ihre Stimmen liehen. Zu diesem Zeitpunkt wurde bei Edge Multiple Sklerose diagnostiziert, was nicht nur ihn und schlussendlich dieses x-te kurzlebige Projekt zerriss, sondern auch seine Ehe. Insofern ist die Neuauflage von "The First And Last Days Of Unwelcome" für Aaron Edge nichts anderes als die Rückblende auf diese eine tief einschneidende Wende in seinem Leben. Dementsprechend klingt die Scheibe auch. Die schlicht als "Day One" bis "Day Seven" betitelten und durchnummerierten Songs, die mit einer Durchschnittslänge von 3:30 Minuten für Doom - Verhältnisse ungewöhnlich kurz ausgefallen sind, vermitteln ausschliesslich tiefsten Pessimismus und nicht enden wollenden Schmerz, musikalisch umgesetzt mittels schleppendem Tempo, höllisch tiefen Gitarren und einem wüst verzerrten Bass. Hinzu kommen die Beiträge von Scheidt und Doyle - ein Sänger bzw. ein Screamer - die mit ihrer kranken Gesangsperformance dem Ganzen die Krone aufsetzen. Meins ist das nicht wirklich, denn ganz ehrlich, die meisten Songs sind nichts anderes als eine einigermassen strukturierte, im Loopmodus agierende Geräuschkulisse mit Geschrei oder Geflüster. Da ist mir dann sogar noch der oft von mir belächelte "Wohlfühl - Doom" lieber, und das will was heissen. Von dieser Neuveröffentlichung sollten Menschen, die zu Selbstzweifel, Schwermut und Lebensangst neigen, die Finger lassen.
Mirko B.  
Punkte: keine Wertung
TOURNIQUET - Gazing At Medusa  (CD)
Pathetic Records
Die hierzulande wohl etwas unbekannte Metalband aus Los Angeles lädt schon in den ersten paar Sekunden mit spannendem Intro ein. 45 Minuten lang ist das neunte Studioalbum und meine Gefühle sind gemischt. Es scheint mir, als hätte ich das alles schon mal gehört und dennoch höre ich gerne weiter. Manchmal ist Altbekanntes eben doch nicht so schlecht und es tut den Ohren gut. Mit der Zeit fehlt aber schon ein WOW-Effekt, was den ansonsten positiven Gesamteindruck verblassen lässt. Die angenehme Mischung aus soliden, wenn auch nicht extrem innovativ wirkenden Riffs und stärkem Gesang regen dennoch den "Headbang-Muskel" an. Nichtsdestotrotz, bin ich nicht komplett überzeugt. Alles in Allem leider ein weiteres Album ohne bleibenden Effekt. Fans von klassischen Heavy Metal dürften jedoch viel Freude an der Scheibe finden, auch wenn es anregenderes Material da draussen gibt. Die Gitarren scheinen das Album etwas zu retten.
Mona 
Punkte: 6.0 von 10
PALISADES - Erase The Pain  (LP)
Rise Records
Post-Hardcore, eine merkwürdige Bezeichnung für diese doch recht auffällige Mischung aus Metalcore und Pop. Kann natürlich sein, dass ich mich zu wenig auskenne, aber die Atmosphäre entspricht eher einem Mix Bring Me The Horizon zur Zeit ihres Stilwandels mit teils guten, aber teils auch einfach durchschnittlichen Pop-Vocals. Alles in Allem ganz netter Sound, welcher jedoch keinen bleibenden Effekt hinterlässt und (zugegebenermassen etwas oberflächlich betrachtet) sehr substanzlos wirkt. Schade, könnte doch recht interessant sein, Potential ist nämlich klar hörbar. 33 Minuten scheinen eine gute Länge zu sein, mehr wäre zu viel des Guten, da das der Hörer nicht wirklich gepackt wird und sich diese halbe Stunde sehr in die Länge zieht. Wie so viele Alben dieses Genres kann ich es bloss als "nette Abwechslung" kategorisieren. Der Sound geht trotz drohender Andeutung von Langeweile nicht auf den Keks, da das Zusammenspiel es schafft, die Ohren zu umschmeicheln. Gerade noch gerettet. Genre-Anfängern bestimmt zu empfehlen.
Mona      
Punkte: 6.0 von 10
DAWN OF ASHES – The Crypt Injection II (Non Serviam)
Metropolis Records
Zugegeben ich bin weder ein Anhänger noch ein Experte der düsteren Tanzschuppen-Musik, von daher ist meine Meinung eher subjektiv als objektiv, was diese Electro/Industrial-Metal-Klänge anbelangt. Da mir daher die Band bislang am Popo vorbei ging, war ich doch erstaunt, dass „The Crypt Injection II (Non Serviam)“ bereits Album Nummer 10 der L.A.-Düstertruppe ist, somit scheint es doch einige Seelen zu geben, welche zu stampfenden Beats ihr Tanzbein schwingen. Um die Klänge zu beschreiben, würde ich sagen, es wird versucht, eine Atmosphäre zu erschaffen, wie es Samael auf „Passage“ vorgelebt haben, dazu mischen sich ein paar Fear Factory-Riffs und natürlich viel Electro- und Synthklänge. Nach einem brauchbaren Intro sind es besonders „Reborn In Fire“ und „The Serpents Of Eden“, die ordentlich einheizen, zumal bei diesen Songs der Metal-Anteil noch hörbar ist, während beim weiteren Verlauf mehr Gewicht auf die Electro-Schiene gelegt wird. Schade eigentlich, denn besonders bei einem Songtitel wie „The Spirit Of Anger“ hätte ich eigentlich mehr Aggressivität erwartet als nur sich wiederholende elektronische Zutaten. Zwar kann sich die düstere Atmosphäre über die gesamte Spielzeit behaupten, und auch die Produktion ist gut gelungen, nur flacht für mich das Album nach dem feurigen Start zu sehr nach hinten hin ab. Dies mag durchaus meinem Geschmack geschuldet sein und daher kann ich definitiv nur raten, weniger auf meine Wertung acht zu geben, als selber mal ein Ohr zu riskieren. Wer gerne sein Leben auf der schwarzen Hüpfburg verbringt und noch jung im Saft ist, der könnte von Dawn Of Ashes durchaus begeistert sein.
R.K.      
Punkte: 6.0 von 10
OPPROBRIUM - The Fallen Entities  (CD)
High Roller Records
Alte Hasen kennen die Band noch unter dem Namen Incubus, welche in den späten 80ern/frühen 90ern mit ihren Alben "Serpent Temptation" und "Beyond The Unknown" einigen Bekanntheitsgrad in der Sparte "Amerikanischer Death/Thrash" erlangt hat. Die beiden Howard-Brüder Francis (git/vox/bass) und Moyses (drums) legen uns nun im Duobetrieb (und dem beinahe schon bewährten Zehnjahrestakt) ein neues Album vor. Zuhause aufgenommen und von Patrick W. Engel gemastert, bieten Opprobium 30jährigen, leicht sperrigen Südstaaten-DeathThrash in furztrockener Proberaumqualität an. Acht Songs mit Groovefaktor 5%, Riffschiebereien und gutklassigem Kartoffeldrumming 55% und leicht abgelenkt wirkendem, angedeathtem Geheisere weil sich der Sänger gleichzeitig auf die Gitarre konzentrieren muss 40%. Pluspunkt ist die gnadenlose Ehrlichkeit dieser Aufnahme, denn viele Bands könnten sich durch "The Fallen Entities" wieder einmal vor Augen führen wie sie eigentlich vom Zuschauerraum aus tönen. Eine stabile Scheibe mit nostalgischem Flair aber auch zu naivem Songwriting, als dass man dazu eine ehrliche Faust ballen könnte. Für Ultra-Nostalgiker, Riff-Nachspieler und Professionelle Demos-Fans. Reinhören.
Hardy      
Punkte: 5.0 von 10
RIBOZYME - Argute  (CD)
Indie Recordings/Irascible
Ganz nett, was die Leute von Ribozyme da von sich geben - leider aber irgendwie auch nicht mehr. Hard Rock mit einem Sänger in den höheren Stimmlagen. Kennt man, ist nix Neues. Klar, man spielt ganz gut, die Produktion stimmt auch (ist einfach extrem leise), es stimmt prinzipiell alles - aber für mich persönlich steckt da zu wenig Seele dahinter. Kann man sich anhören, muss man aber nicht.
Toby S.
   
Punkte:
 5.0 von 10
TEMPESTARII – Temple Of Skies
Mercenary Musik
Von Namen hätte ich erst blind auf Finnland getippt, doch diese Atmospheric Black Metal-Truppe stammt doch tatsächlich aus Idaho. Diese Tatsache macht jedoch leider die Musik nicht besser, auch wenn man hier so was wie einen „Exotenbonus“ geltend machen könnte, so ist das Werk ein zelebrieren der Langeweile. Hat man sich den Opener „Holy Dread“ einverleibt, der grundsätzlich nicht mal so übel ist, so bieten die folgenden vier Songs kaum noch Überraschungen. Da nützt auch die wie üblich in diesem Subgenre teils mehr als 10 Minuten Spielzeit eines Songs wenig. Gerade wenn ein Song so lange dauert, erwarte ich gewisse Spannung und Ideen, welche mich an die Musik fesseln, doch leider plätschern die Klänge oftmals nur so vor sich hin und es bleibt kaum was haften. Wenn ich mir parallel dazu Bands anhöre wie Forteresse, Uada oder Mgla, dann verliert sich Tempestarii schlicht in der Belanglosigkeit. Der Black Metal, welcher hier auf „Temple Of Skies“ vorgelegt wird, ist Stangenware, Melodien, welche sich im Hirn verankern, gibt es kaum und wirklich Atmosphäre kommt höchst selten mal auf. Schade, aber vielleicht klappt es ja beim nächsten Versuch besser.
R.K.   
Punkte: 3.5 von 10
PAPA ROACH - Who Do You Trust?
Eleven Seven Music
Mann oh Mann - Ich war ja schon vom Vorgänger "Crooked Teeth" nicht allzu begeistert, aber "Who Do You Trust?" schlägt sogar diese Enttäuschung. Zumindest aus meiner Sicht. Papa Roach haben sich, abgesehen von ganz wenigen Ausnahmen, komplett von ihren musikalischen Wurzeln und Trademarks entfernt und spielen nun eine Art sehr modernen, weichgespülten Soft Rock mit sehr vielen elektronischen Einsprengseln, Soundcollagen und Ambient/Post-ähnlichen Einflüssen. Alles sehr steril, eben modern, ohne jegliche Ecken und Kanten. Klar, einzelne Ausreisser gibt es ("I Suffer Well", der Anfang von "Maniac", Teile von "Renegade", die allerdings auch von Marilyn Manson stammen könnten) - hmm, jetzt, da ich es mir nochmals überlege: Jepp, der gute Brian Warner scheint grossen Einfluss auf Papa Roach gehabt zu haben, denn er scheint immer wieder aus der, ähm, Musik hervor zu grinsen. Nun, man kann Papa Roach zugute halten, dass man sich nicht auf eine bestimmte Musikrichtung versteift, sondern immer wieder was Anderes macht. Ist prinzipiell auch super, aber man kann auch zu weit weg wandern... Wie dem auch sei: Kann man sich antun, aber man sollte einfach immer bedenken, dass Papa Roach eindeutig nicht mehr so klingen wie ano dunnemals. Modern, seicht, ohne Ecken und Kanten, einfach ziemlich heftig belanglos.
Toby S.   
Punkte: 3.5 von 10
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