Die Tour unter dem Namen "Pirates And Kings" startete seine Reise im Z7. Die Wahl, diese beiden Bands als Double-Headliner auf die Bühne zu schicken, war goldrichtig. Auch wenn die Halle längst nicht ausverkauft war, so waren doch genug Fans anwesend, um mächtig Stimmung zu machen. Wenn man allerdings etwas kritisieren müsste, dann dass die Spielzeit pro Band mit 75 Minuten halt einfach zu kurz ist. Nichts gegen Induction, aber man hätte auf eine Vorband verzichten und dafür beide Headliner neunzig Minuten aufspielen lassen können. Doch das ist auf jeden Fall jammern auf hohem Niveau, denn der Abend liess kaum Wünsche offen.
Induction
Die mittlerweile internationale Truppe um Tim Hansen (Sohn von Gamma Ray und Helloween Legende Kai) macht sich wirklich nicht rar und schafft es immer wieder, Unterschlupf auf grossen Touren zu finden. So supportete man schon Bands wie Savatage, Battle Beast oder Stratovarius. Leider leidet man auch etwas unter den zahlreichen Wechseln des Line-ups, um dauerhaft im Gedächtnis zu bleiben. Diesmal präsentierte man mit Gabriele Gozzi (Eternal Idol, Fallen Sanctuary) erneut einen neuen Frontmann, der aber über musikalische Klasse verfügt.
In gewisser Weise erinnerte er mich an Beast In Black Sänger Yannis Papadopoulos, was eigentlich perfekt zum Sound von Induction passt, denn der Keyboard orientierte Euro Power Metal passt zur Stimme von Herrn Gozzi. Die neuen Songs, des kürzlich erschienenen Album «Love Kills!» fügten sich nahtlos ein und so war dies eine kurzweilige Angelegenheit. Aber trotzdem: Auch wenn man sich live deutlich härter präsentierte, so verstehe ich es einfach nicht, dass wenn man diese Spielart repräsentiert, kein leibhaftiger Keyboarder auf der Bühne steht.
Setliste: «Beyond Horizons» - «Dark Temptation» - «Love Kills» - «Strangers To Love» - «Steel And Thunder» - «Gods Of Steel» - «Queen Of Light»
Warkings
Ave Prattulus! Was für eine triumphale Rückkehr der Warkings! Die Band hämmerte eine Granate nach der anderen ins Publikum, und so erreichte die Stimmung eine neue Dimension an diesem Abend. "The Tribune" zeigte sich wie gewohnt als komödiantischer Entertainer. "Hopp Schwiiz", "Warriors Of Rütlischwur" oder "Merci viu mau, so isch guet gsi" sind nur einige Beispiele, wie der Sänger es bestens versteht, die Meute zu unterhalten. Doch auch Morgana Le Fay soll hier erwähnt werden, denn die gute Dame ist definitiv ein Gewinn für die Warkings. Die Growls sorgen für die nötige Härte, aber sie kann auch mit ihrem Klargesang und ihrer Bühnenpräsenz brillieren.
In Sachen Setliste liess man kaum Wünsche offen. Schon der Intro-Song «Warriors Of The World» von Manowar war gut gewählt, und wer dann Hymnen wie «Genghis Khan», «Maximus» und «Odin’s Sons» zu Beginn spielen kann, der besitzt ein sehr reichhaltiges Portfolio an Ohrwürmern. Dazwischen immer mal wieder der Warkings-typische Schlachtruf: "What is your Profession?" - "Aaaaaaauuuu!!". Nach dem grandiosen «To The King» wurde Morgana mit einem "Happy Birthday" Chor überrascht und ebenfalls überraschend, aber nicht minder cool war die Wahl vom Opus Megahit «Live Is Life» als Cover-Version. «Sparta» und «Gladiator» setzten den Schlusspunkt unter eine grandiose Darbietung, und nun waren die Piraten von Visions Of Atlantis definitiv gefordert!
Setliste: «Genghis Khan» - «Maximus» - «Odin’s Sons» - «Armageddon» - «Hephaistos» - «Warriors» - «Circle Of Witches» - «Hangman's Night» - «To The King» - «Fight» - «Kings Of Ragnarök» - «Live Is Life (Opus Cover)» - «We Are The Fire» - «Sparta» - «Gladiator»
Visions Of Atlantis
Musikalisch kann man die Band nicht mit den Warkings vergleichen, denn die Zuschauer erwartete nun mehr Bombast und Symphonic Metal vom Feinsten. Im Gegensatz zu den Grössen des Genres wie Nightwish oder Within Temptation haben Visions Of Atlantis es geschafft, ihre Eingängigkeit zu bewahren. Allerdings dürften Fans der Frühphase heute enttäuscht worden sein, denn mit zwölfl Songs lag der Fokus auf den beiden letzten Alben, also ihrer Piraten-Ära.
Vor einem beeindruckenden Bühnenbild startete die Truppe in ihren Set und zeigte einmal mehr, dass das Zusammenspiel von Sängerin Clémentine Delauney und dem italienischen Pendant Michele Guaitoli ein absoluter Ohrenschmaus ist. Schön auch, dass der neuste Song «Pirates And Kings» zusammen mit den Warkings auf der Bühne die Premiere feierte. Ansonsten stieg die Stimmung bei ihren grössten Hits wie «Clocks», «Legion Of The Seas» und «Heroes Of The Dawn» natürlich sofort an.
Bei «Armada» wurde der Z7 Chor gefordert und er lieferte ab. «Hail Jolly Roger» hallten aus den Kehlen der Besucher, Gänsehautstimmung. Nach dem Zugabenblock mit «Master Of The Hurricane» und «Melancholy Angel» war dann püntklich um 23:00 Uhr Schicht im Schacht. Ein Abend der viel versprach und den Erwartungshaltungen standhielt.
Setliste: «To Those Who Choose To Fight» - «The Land Of The Free» - «Tonight I’m Alive» - «Pirates And Kings» - «Legion Of The Seas» - «Heroes Of The Dawn» - «Mercy» - «Hellfire» - «Underwater» - «Pirates Will Return» - «Armada» - «Master Of The Hurricane » -«Melancholy Angel»
