Auch sonst sah man viele kopfschüttelnde Metalheads im Publikum. Das nächste Mal, dass ich so viele ratlose Gesichter an einem Konzert sah, war beim Helloween Auftritt in der Hall, als Beast in Black den Support gaben, notabene ebenfalls ohne Keyboarder. Auch ich finde es immer befremdlicher, dass diese Combos zwar ihre Songs mit Keyboards fast zukleistern, aber kein Tastenmann engagiert ist. Somit wäre die Brücke von Induction zu Beast In Black elegant gebaut, denn der Sound der Deutschen fällt in dieselbe Kerbe wie Beast In Black, Battle Beast oder Sabaton.
Ebenfalls nicht neu ist, dass sich das Besetzungs-Karussell wieder ordentlich gedreht hat. Markus Felber an den Drums, Justs Sahlmann an der Gitarre und Gabriele Gozzi am Mikro sind neu dazugestossen. Ein grosser Quantensprung in Sachen Qualität ist dadurch weder nach unten, noch nach oben zu vermelden. Gabriele macht seine Sache mehr als ordentlich und macht Craig Cairns (Tailgunner) schnell vergessen (was nicht heissen soll, dass Craig ein mieser Sänger war!).
Zu den Songs: Natürlich verbraten Induction auch auf ihrem dritten Album jede Menge Kitsch und Melodien mit mächtig Zuckerguss. «Virtual Insanity» ist ein Ohrwurm par Excellence, «Steel And Thunder» ein flott vorgetragener Banger mit (natürlich) einem Refrain zum Mitsingen, «Beyond Horizons» schlägt mit der Bombast Keule um sich und der Titeltrack dürfte ein Midtempo-Stampfer, welcher live ganz sicher ankommen wird. Es ist ja beileibe nicht so, dass ich etwas gegen bombastische Power Metal Songs hätte, aber der Gedanke des fehlenden Keyboarders hallt einfach nach.
Fans des vielzitierten ‘Schlager Metal’ werden mit «Love Kills!» vollkommen zufrieden gestellt. Wer mit den genannten Bands überhaupt nichts anfangen kann, der wird auch mit Induction seine Probleme haben. Es bleibt allerdings zu hoffen, das man jetzt mal Ruhe in das Line-up bringt, denn eine eigene Identität ist der Band nach wie vor nicht nachzuweisen.
Rönu