Während frühere Veröffentlichungen entweder in Richtung sludgiger Schwere oder progressiver Ausuferung tendierten, findet dieses Album einen Mittelweg, der durchdacht und erwachsen wirkt. Im Kern basiert das Material auf dichten Midtempo-Riffs, also dichten, leicht rauen Gitarren-Tönen, die ein befriedigendes physisches Gewicht haben, ohne bedrückend zu wirken. Was diese Grundlage aufwertet, ist das Gespür der Band für Melodien: Harmonische Lead-Linien, sorgfältig geschichtete Texturen und ein ausgeprägtes Gespür für Phrasierung verleihen selbst den schwersten Passagen eine gewisse Leichtigkeit.
Die Rhythmus-Gruppe sorgt mit straffem, groove-orientiertem Schlagzeugspiel für Bodenhaftung und verstärkt den gleichmässigen, fast hypnotischen Fluss des Albums. Gesanglich sorgt das Wechselspiel zwischen klarem und rauem Stil für Kontrast. Die klareren Melodien hinterlassen tendenziell den stärkeren Eindruck und verankern die Songs oft mit einprägsamen Refrains. Es ist auch eine subtile progressive Sensibilität am Werk, die sich nicht in technischer Übertreibung äussert, sondern in der Art, wie sich die Tracks entfalten. Dabei wird Spannung durch Wiederholung und allmähliche Variation statt durch abrupte Wechsel aufgebaut.
Wenn es eine Schwäche gibt, dann liegt sie im Tempo: Mehrere Nummern bewegen sich in einem ähnlichen Tempo-Bereich, sodass es mit der Zeit eintönig wirken kann. Dennoch trägt diese Konsistenz auch zu seiner immersiven Qualität bei, besonders, wenn man es sich als Ganzes anhört. «Through The Hourglass» zieht einen langsam in seinen Bann und belohnt Geduld mit Details, Atmosphäre und einem klaren Sinn für musikalische Absicht. Ich glaube an den Erfolg dieses Werkes.
Lukas R.
