Auch das Cover fügt sich hervorragend in die mystische Atmosphäre der EP ein: Die dargestellte Figur erinnert stark an eine Alraune (Mandragora) - jene sagenhafte menschenförmige Wurzel aus europäischer Folklore – und unterstreicht damit visuell die erdige, naturverbundene und leicht unheimliche Stimmung der Musik. Der Eröffnungstrack «Drömmen Om Död Och Förruttnelse» (Proto Doom) trägt einen langsamen Proto-Doom-Puls und verbindet melancholische Gitarren-Linien mit einer ruhigen Schwere.
Der Titeltrack «A Sinner's Child» (Folk Doom) verschiebt die Stimmung in Richtung einer weicheren, folkigen Landschaft. Er balanciert Wärme und Unbehagen gleichermassen aus, deutet auf Erlösung hin und behält dabei den charakteristischen düsteren Charakter der Band bei. «Even Darker Days» (Americana) reduziert die Dinge noch weiter und entfaltet sich als düstere, akustische Klage, die Pelanders ausdrucksstarkes Songwriting hervorhebt. Erinnert mich dann schon fast an Ry Cooder.
Spätere Titel wie «Själen Reser Sig» und «Sinner’s Clear Confusion» verbinden die Folk- und Doom-Elemente wieder miteinander und verleihen der EP einen zusammenhängenden Bogen. Das Ergebnis ist weniger eine vollständige Aussage als vielmehr ein nachdenklicher Epilog nach dem jüngsten Wiederaufleben der Band. Zuhörer, die die Schnittstelle zwischen Vintage-Doom, psychedelischem Folk und introspektivem Songwriting schätzen, werden hier viel zu geniessen finden. «A Sinner's Child» ist kurz, doch sein zurückhaltender Ansatz beweist, dass die emotionale Kraft von Witchcraft in den leisesten Momenten genauso stark sein kann.
Lukas R.
