Mit zehn brandneuen Songs entfaltet sich «Threnodies» als Zeitzeuge des menschlichen Zerfalls: zehn Klagelieder für all jene, die nach der Wahrheit hinter der Welt suchten, nur um das Chaos zu finden. Jeder Song erzählt von einem anderen Abstieg in verbotenes Wissen, Wahnsinn und Tod von Männern und Frauen, die aus Trauer, Glauben oder Sinneshunger zu tief in den Mythos vordrangen. Ihre Geschichten handeln einmal nicht von Monstern, sondern vom menschlichen Bedürfnis, hinter die Illusion von Ordnung zu blicken. Musikalisch schöpft «Threnodies» aus der düsteren Kadenz von Doom und Black Metal, jedoch mit einem offensichtlichen Horror-Ton.
Jeder Track ist eine Threnodie, ein Trauergesang im ursprünglichen Sinne, nämlich ein Lied für die Toten und für das, was in uns stirbt, wenn wir zu viel verstehen. Irgendwo zwischen Doom und Gothic Metal hypnotisieren die klaren Vocals, unterstützt von kreischenden Violinen sowie langen Soli, die gelegentlich auf bedrohliche Growls treffen. Die Obertöne verfolgen stets die Hörer, obwohl der Gesamtsound oft sanft, der Verlauf rhythmisch bleibt, um schliesslich in Schwere und Dissonanz zu explodieren. Mit dem exotischen Zwischenspiel «The Undoing Of An Unknown», von Justin Bruces, ermöglicht es, die Seelen wieder zu erhellen, bevor sie erneut mit «The Fall Of Maximillian Montagne» in Dunkelheit gehüllt werden.
Die Band um XDS (Gesang/Gitarre/Keyboards), JT (Leadgitarre), RD (Bass) und GVC (Rhythmusgitarre) schafft mit «Threnodies» einen Ausgleich zwischen erdrückenden Doom-Riffs, düsterer Atmosphäre und ritualistischem Tempo und schmiedet einen Sound, der sich weniger als Konfrontation anfühlt, sondern eher als langsame Unterwerfung.
Oliver H.