Geht es hingegen nach der Wartezeit, stimmt diese Aussage, denn acht Jahre mussten Fans der Norweger Geduld haben. Daneben musste man den Ausstieg von Gitarrist Galder verkraften, dieser wird sich wohl in nächster Zeit wohl hauptberuflich seiner Band Old Man's Child widmen. Das Fundament des Albums bildet eine bemerkenswerte Balance aus roher, Aggression mit einer fast schon theatralischen Erhabenheit. Anstatt die Gitarrenwände unter Tonnen von Keyboard-Spuren zu begraben, agieren die Riffs in diesem Mix erstaunlich kantig und dominant.
In Sachen Härte haben Dimmu Borgir mehr als eine Schippe nachgelegt. Besonders auffällig ist der Verzicht auf allzu eingängige, repetitive Hooks. Die Songs entwickeln sich organisch und fordern dem Zuhörer eine intensive Aufmerksamkeit ab, da sich die wahre Brillanz der Arrangements oft erst beim dritten oder vierten Durchlauf im Gehörgang festsetzt. Sparen können hätte man sich eigentlich nur die jeweils viel zu lang geratenen Intros und Outros.
Ansonsten zeigen Dimmu bei Songs wie «Ascent», «As Seen In The Unseen» oder «The Exonerated», wie man klassisch-symphonische Elemente und donnernden Black Metal in einer Weise kombinieren kann, die seinesgleichen sucht. Dimmu Borgir liefern mit diesem Release kein nostalgisches Pflicht-Programm ab. «Grand Serpent Rising» ist ein mutiges, sperriges und zugegeben etwas zu langes Kunstwerk, das beweist, dass symphonischer Extreme Metal auch im aktuellen Jahrzehnt noch absolut relevant, finster und unberechenbar klingen kann.
Rönu