Die Platte umfasst neun gut konstruierte Tracks, in denen Melodie, Kraft und Aggression zu energiegeladenen und mitreissenden Songs verschmelzen, die ausserdem durch Keyboard-Akzente veredelt werden. Dem einen oder anderen dürfte letzteres Instrument zu sehr im Mittelpunkt stehen - mir gefällts. Vanir sind mit den fortschreitenden Veröffentlichungen zunehmend von ihrem Folk Metal/Viking Metal Kurs abgekommen, zugunsten eines reinen Melodic Death Sounds, wie er heutzutage von Wolfheart, Insomnium und Unleashed gespielt wird.
Inhaltlich dreht sich das Album ums Thema des menschlichen Schicksals, gewoben aus Kriegen, aus Entscheidungen der Gesellschaft und aus deren Folgen, die unsere Welt geprägt haben. Die Dänen verbinden melodischen Todesmetal mit epischem Storytelling, das uns daran erinnert, dass Entscheidungen, die wir heute treffen, den Keim für die Schlachten von morgen in sich tragen können. Visuell wird der Kern des Albums durch den Künstler David Troest zum Leben erweckt.
Dessen dramatisches Cover zeigt einen geflügelten Husaren, der als eine der furchterregendsten Kriegsm-Maschinen der Geschichte gilt. Die Szene spielt in der legendären Schlacht bei Wien (1683), in der die polnische Kavallerie das Osmanische Reich zum Rückzug zwang und dessen Expansion nach Europa stoppte. Dennoch ist «Wyrd» mehr als ein historisches Album. Es ist eine musikalische Reise in die Vergangenheit, gekoppelt mit den Themen und den technischen Möglichkeiten von heute.
Vanir erfinden die Musik nicht neu, haben dafür jedoch ein unterhaltsames Ganzes geschaffen, das ohne Tiefpunkte oder schwächere Momente auskommt. Wer also kraftvoll dargebotenen Melo-Death mit ausreichend Anspielungen auf Viking Metal mag, ist mit Vanirs «Wyrd» todsicher bestens beraten.
Oliver H.
