Aktuell sind Burning Witches auf Tour in der Schweiz, bevor sie das restliche Europa bereisen. Da geht es weiter nach Grossbritannien, Belgien, Holland, Deutschland, Frankreich und Spanien. Kurz darauf geht es dann wieder in die USA. Gitarristin und Chef-Hexe Romana Kalkuhl stand für ein paar Fragen zu Verfügung.
MF: Ihr seid mitten auf eurer CH-Tour 2026 – wie fühlt es sich an, endlich wieder auf Schweizer Bühnen zu stehen?
Romana: Es ist tatsächlich ein tolles Gefühl, vor allem auch so viele CH-Shows zu spielen, und natürlich geniessen wir die Aufmerksamkeit zu Hause sehr.
MF: Euer neues Album «Inquisition» ist am 22. August 2025 erschienen – wie habt ihr die Resonanz erlebt und welche Songs kommen live bisher am besten an?
Romana: Die Resonanzen sind super und ganz toll. Wir haben grosse Freude, weil sich die Fans auf der ganzen Welt sehr auf das Album gefreut haben. Es ist bis jetzt alles so geworden wie wir es geplant und uns vorgestellt haben. Es wurden noch nicht so viele Songs vom neuen Album gespielt, aber von denen die gespielt wurden, ist «High Priestess Of The Night» bisher am besten angekommen.
MF: Wie unterscheidet sich eine Show in der Schweiz von euren Konzerten im Ausland – zum Beispiel in London, Paris oder Barcelona?
Romana: Die südlichen Länder sind viel emotionaler und machen mehr einen auf Party, aber nun zum Beispiel London, als multikulturelle Metropole, lässt unsere Fans auch sehr frenetisch feiern, aber die beste Stimmung bisher ist und bleibt Buenos Aires in Argentinien.
MF: Was bedeutet es euch, als Schweizer Band international so erfolgreich zu sein und mit rein weiblicher Power auf Heavy Metal Bühnen zu stehen?
Romana: Es ist ein tolles Gefühl, und wir fühlen uns inzwischen auch sehr privilegiert wie verstanden in der Metal-Szene. Und dann die Haupt-Basis in der Schweiz zu haben, ist ganz toll aber auch wichtig und korrekt so für uns. Hier lassen uns die Leute in Ruhe, und wir können uns ganz normal bewegen.
MF: Wie sieht euer Tour-Alltag wirklich aus – eher Chaos, disziplinierte Routine oder etwas ganz anderes?
Romana: Hmm…, es ist eine Art Mix aus Top-Disziplin, Party-Ausrutscher, starkem Willen und sehr viel Geduld. Aber vor allem ist der starke Wille sehr wichtig…, denn ohne den würde nix mehr laufen.
MF: Viele Fans lieben euch für eure Energie auf der Bühne – wie schafft ihr es, diese Power Abend für Abend zu halten?
Romana: Wenn man die Chance kriegt etwas Tolles und Aussergewöhnliches zu machen, muss man diese einfach packen und alles geben oder es einfach sein lassen. Ich und wir haben die Aufgabe dankend angenommen, und so sind es eben vor allem auch die Fans, die einen antreiben.
MF: Wie wichtig ist euch der direkte Kontakt zu euren Fans – gerade bei kleineren, intensiven Konzerten mit um die 500 Personen?
Romana: Für mich spielt es keine Rolle, ob ich auf einer grossen oder einer kleinen Bühne stehe. Wichtig ist es einfach dabei zu sein und die Freude mit den Fans zu teilen. Und klar, bei kleineren Konzerten baut man schon mehr Verbindung zu den Fans auf, und wir gehen ja gerne unter die Leute, respektive reden auch, da wir keine Backstage-Langweiler sind!
MF: Was inspiriert euch aktuell am meisten beim Songwriting? Gab es Einflüsse aus dem Tourleben oder vom neuen Album?
Romana: Nein, die Alben und die Themen gehören einem speziellen Moment und bedingen spezielle Aufmerksamkeit. Als wir damals «Hexenhammer» geschrieben hatten, sind wir privat durch die Schweiz und Deutschland gereist und haben Ideen gesammelt. So waren wir an Orten, wo Hexenfolterungen stattfanden und probierten so tief ins Thema zu gehen, wie es nur geht. Auf der Tour wollen wir nur Spass haben…, obwohl..., einmal gab es während der Tour auf einer Fahrt in Florida einen grossen Sturm, wobei der Song «In The Eye Of The Storm» entstand. Dies gehört allerdings zu einer Ausnahme, weil es ein aussergewöhnliches Erlebnis war mit einem grossen Hurrikan.
MF: Was war bisher euer verrücktestes oder emotionalstes Erlebnis auf dieser Tour?
Romana: Da gibt es einfach zu viele Momente, Emotionen und unzählige Erinnerungen…, aber nehmen wir mal 2019; wir spielten in Moskau, und nach der Show wollten wir unter die Leute um etwas zu trinken und einen tollen Sommer-Abend zu geniessen. Dann kam aber alles anders, und wir wurden von den Fans, "die so richtig heftig drauf waren", überrannt, wie wir das zuvor noch nie erlebt haben! Eine unglaubliche Energie war das und alles ohne Security. Der Veranstalter hat uns dann massgeregelt und gemeint "ihr könnt doch nicht einfach unter die Leute gehen! Die essen euch auf!"…, ha ha ha…, das war ein supertoller Abend.
MF: Was können die Besucherinnen und Besucher an einem Konzert im Januar erwarten – dürft ihr schon etwas zum Set oder Special-Guests verraten?
Romana: Wir bereiten ein tolles Set mit natürlich einigen Extras (die noch nie im Set waren) vor, und so freuen wir uns sehr auf die anstehenden Shows, die auf uns zukommen.
MF: Habt ihr eine persönliche Botschaft an eure Schweizer Fans – besonders an die Metal-Community?
Romana: Es wird definitiv ein heisser Winter!!! Verpasst die "Inquisition-Tour" nicht!!