Fulminant geht es mit «19(fucking)78» zur Sache, ein technisch versierter Track, der komplexe Melodien, rasante Riffs, vernichtenden Gesang und sogar einige extrem groovige Passagen sowie Momente majestätischen Clean-Gesangs bietet und damit die ganze Bandbreite der Vielfalt an den Tag legt. Erstaunlich ruhig beginnt «Truth Or Consequences», das mit Flamenco-Elementen in den Song geht, um dann förmlich zu explodieren. Erneut stellen die Bandmitglieder ihr Können unter Beweis, mit vernichtenden Rhythmen, die vielleicht auch mal “zuviel des Guten“ ausfallen.
Die Songs sind imposant komponiert, wirken aber stellenweise überladen, sodass sie zwischenzeitlich keine bleibende Melodie zulassen. Gewollt? Möglich! «1912» nämlich, ist von starker Melancholie geprägt, die durchaus wieder ins Ohr geht. Symphonic Death Metal gepaart mit Deathcore-Elementen, insbesondere im gewaltigen Mittelteil und dem Rhythmus. Auch die restlichen fünf Songs wechseln zwischen ultraschnellen Passagen und viel langsameren, vernichtenden Riffs, während stets brutale Obertöne toben und tiefe Growls oder markerschütternde Schreie die Zuhörerschaft gnadenlos hin und her werfen.
Die teilweise eingebauten Samples unterstreichen bestimmte Sound-Passagen und verleihen den Tracks mehr Zusammenhalt, machen sie andererseits auch unruhiger, was wieder schade ist. Auch nach mehrmaligem Anhören komme ich zum Schluss, dass Carrion Vael sehr viel Potenzial an den Tag legen, musikalisch aber, zumindest auf «Slay Utterly», übers Ziel hinausschiessen.
Die Chose ist brutal, technisch hochstehend produziert, aber auch überladen. Dies macht die einzelnen Songs etwas sperrig und unzugänglich, obwohl jeder Track auch seine grossartigen Momente hat. Am besten ist es wohl, die Platte selber anzutesten und sich ein eigenes Urteil darüber zu bilden.
Oliver H.