Die norwegische Band setzt ihre Sci-Fi-Saga fort, als wäre es eine verschollene VHS-Fortsetzung von einem meiner Lieblingsfilme "Heavy Metal" (1981) - nur lauter und mit deutlich mehr Fuzz. Musikalisch befindet sich das Album genau an dem Sweet Spot zwischen Stoner Metal, Doom und psychedelischem Space Rock, an dem Riffs nicht einfach fallen, sondern wie Asteroiden mit Attitüde herabstürzen. Die Gitarren sind dick, warm und unverhohlen übersteuert, während die Rhythmus-Gruppe wie ein Dünen-Buggy groovt, der über den Mars cruist.
Der Eröffnungstrack «Juno» spaced gleich los: Er ist das klangliche Äquivalent dazu, sich an eine Rakete zu schnallen, die von Kyuss-Platten und fragwürdigen Lebensentscheidungen angetrieben wird. Von da an bewegt sich Kal-El zwischen vernichtender Schwere («The Nine») und melodischeren, beinah hypnotischen Passagen («The Prophecy»), wobei er stets einen Fuss in der Wüste und den anderen im Weltraum hat. Der klare, gebieterische und leicht heroische Gesang schneidet durch den Dunst wie ein Retro-Sci-Fi-Erzähler.
Dieser erklärt nämlich, warum gleich alles explodieren wird. Was dieses Album auszeichnet, sind nicht nur die Riffs - obwohl, seien wir ehrlich, diese Hammer-Riffs könnten wahrscheinlich die Miete bezahlen. Es ist das Bekenntnis zur Atmosphäre. Die subtilen, spacigen Effekte, das Tempo, der narrative Faden - alles fühlt sich an wie ein Konzept-Album, dem man tatsächlich folgen möchte, statt nur so zu tun, als würde man es verstehen, während man weise dazu nickt.
Wenn Ihr das Album richtig erleben wollt, dann setzt Euch ins Cockpit (aka Sofa), dimmt das Licht, legt die Platte auf und esst Dinge, die kein Ernährungs-Berater mehr empfehlen würde. Blastet Euch dann die Ohren voll und grinst dabei wie die Grinsekatze aus Alice im Wunderland. Ist es revolutionär? Nope. Macht es unglaublich viel Spass? Auf jeden Fall. Wenn Ihr Eure Musik gerne heavy, kosmisch und mit einem Augenzwinkern mögt, ist «Astral Voyager Vol. 2» einen Abstecher wert.
Lukas R.