Schon zu Beginn wird klar, dass hier vor allem Atmosphäre und Wiedererkennungswert im Vordergrund stehen. Druckvolle Gitarren treffen auf elektronische Akzente, während die Songs konsequent auf starke Refrains aufgebaut sind. Die Produktion wirkt dabei sehr aufgeräumt und kraftvoll – modern, ohne komplett glattgebügelt zu klingen.
Im Zentrum steht der Gesang, der sich überwiegend auf klare, melodische Linien stützt und nur punktuell durch härtere Passagen ergänzt wird. Gerade diese Kombination sorgt für Dynamik und verleiht den Tracks eine emotionale Tiefe, die sich vor allem in den Hooklines entfaltet. Viele Songs erreichen ihre Wirkung nicht durch Komplexität, sondern durch Direktheit und Zugänglichkeit.
Genau hier zeigt sich aber auch die Kehrseite: Das Album bewegt sich oft in vertrauten Strukturen, wodurch einzelne Tracks teilweise ineinander verschwimmen. Mutige Ausbrüche oder unerwartete Wendungen bleiben eher die Ausnahme, was dem Gesamtbild etwas an Eigenständigkeit nimmt. Nichtsdestotrotz funktioniert «Lost In Hollywood» genau dort, wo es soll.
Es ist ein eingängiges, modernes Album mit klarer Ausrichtung auf starke Melodien und eine breite Zuhörerschaft. Die Band beweist ein gutes Gespür für Songwriting und liefert einen Einstand, der Lust auf mehr macht. Ein solides Debüt mit Fokus auf Atmosphäre, Hooks und moderner Produktion. Auch wenn der letzte Schritt zur eigenen Handschrift noch fehlt, ist das hier ein vielversprechender Start.
Roxx
