Die Erwartungen an den Nachfolger waren entsprechend hoch. Bereits die vorab veröffentlichten Singles «You Got This» und «This Is the Sound» setzten die Richtung klar: Spass, Energie, kein Wenn und Aber. Wer Komplexität und Tiefe sucht, ist bei Skindred wird nicht fündig – und das ist keine Kritik. Das Konzept der Waliser ist so simpel wie konsequent: Alltagsdruck abschütteln, gemeinsam eine gute Zeit haben und dabei den Kopf ausschalten. Diesem Credo bleiben sie auch auf «You Got This» vollständig treu.
Soundtechnisch setzt das Album auf den typischen bassgetriebenen Reggae-Groove und die druckvolle, cleane Stimme von Benji Webbe. Im Vergleich zu älteren Werken wie «Babylon» klingt die Produktion polierter und moderner – weniger roh, dafür radiotauglicher. Die Balance zwischen Metal-Härte und Reggae-Leichtigkeit bleibt das Markenzeichen der Band, und die einzelnen Songs sind hörbar auf Festivalkompatibilität ausgelegt. Eine Neuerfindung war weder geplant noch nötig.
Die Songstrukturen sind erwartungsgemäss vorhersehbar: keine komplexen Riffs, keine dramaturgischen Überraschungen – die Variation liegt im Vibe, nicht in der Komposition. Ein übergeordnetes Albumkonzept gibt es nicht - «You Got This» ist eine Sammlung eigenständiger Tracks mit unterschiedlichen Stimmungen, die sich thematisch dennoch stark ähneln. Was sie verbindet, ist die klare Message des Titelgebers: Positivität statt Druck, Gemeinschaft statt Vereinzelung. Live, vor einer tobenden Festivalmenge, dürfte diese Kombi aus jeden Fall funktionieren.
Skindred bedienen ihre eigene Nische im Alternative Metal mit der Präzision einer Band, die genau weiss, was sie ist – und was sie nicht sein will. «You Got This» erreicht nicht die durchgehende Stärke von «Smile», hat aber genau das, was es verspricht: gute Laune auf Knopfdruck. Eine perfekte Beilage zu Grillwürsten und Bier.
Stéphanie P.