Spell stammen aus Kanada und sind seit 2013 aktiv. «Wretched Heart» ist das fünfte Album und es lässt erneut viel Diskussionsraum um den Stil zu schubladisieren. Ähnlich wie Craver aus der Schweiz kreieren die Jungs eine Mischung aus klassischem Metal, Gothic und Hard Rock. Ja phasenweise klingen sogar AOR-Einflüsse durch. Die 70er spielen dabei eine wichtige Rolle und sicherlich haben die Jungs auch schon mal Blue Öyster Cult auf ihren Plattentellern gehabt.
Die Stimme von Frontmann Cam Mesmer klingt dabei oft in klaren und ruhigen Tönen, was dem Album eine markante, fast schon atmosphärisch-okkulte Aura verleiht. Im Prinzip reichen die ersten beiden Songs um sich ein Bild zu machen. Der Opener «Dark Inertia», der durch galoppierende Rhythmen und den verträumten Synthie-Teppichen, die perfekte Balance zwischen Eingängigkeit und leicht progressivem Songwriting findet. «Lilac» ist für mich der stärkste Song.
Er besticht durch seine melodische Leichtigkeit und seiner Ohrwurm-Qualitäten. Daneben gibt es auch Songs wie «Oubliette», welche dem Hörer etwas mehr abverlangen. Es ist sicher nicht ein Album, dass ich täglich auflegen werde, aber wenn Lust auf diese leicht melancholische, aber auch verträumte Phase der Siebziger in Verbindung mit klassischem Metal hat, ist «Wretched Heart» eine gute Wahl.
Rönu