Der Einsatz von Twin-Gitarren-Harmonien, triumphalen Power Metal-Steigerungen und dichten, industriell anmutenden Phrasierungen verleiht dem Sound eine einzigartige Schärfe und eine unverwechselbare Atmosphäre. Mit ihrem vierten Album «They Are Born Under Rules Of The Darkness» zeigt sich eine Band auf dem Vormarsch, die nun die brutaleren Elemente ihres Sounds in den Vordergrund rückt. Rasantes, stampfendes und rhythmisches Hämmern steht nun gezielt im Vordergrund ihrer Songs.
Der Opener «Nekromanteion» lässt keinen Zweifel an der Absicht dieser Band aufkommen, denn dieser präsentiert hart treibende Riffs und grandiose Vocals, die die gesamte Spielzeit von 38 Minuten dominieren. Villemorte und Henri von Hardy spielen ihre Gitarren mit messerscharfer Technik und wilder Unbekümmertheit, dass ineinander schlingende Soli und perkussive Riffs jeden Quadrat-Zentimeter ausfüllen und mit einer unbändigen Geschwindigkeit gnadenlos dahinrasen. Meine Fresse, was für ein Run!
Das Schlagzeug explodiert in wilden Fills und findet seinen Rhythmus in maschinenartigen, fast roboterhaften Grooves, während verzerrte Riffs auf «Hellstorm» und «Stygian Waters» ungewöhnliche Tonleitern für exotische Kontraste einsetzen. Zu der wütenden Raserei mischen sich eine Vielzahl anderer Instrumente und Klänge (Geigen, O-förmige Chöre, Kehlkopfgesang, Hörner, Sonarsignale von U-Booten und so weiter) in den Mix ein. Nach ein paar Hördurchgängen in Endlos-Schlaufe verfolgen einen die orchestralen Melodien von «Die Amour» oder die gleitenden Gitarren-Harmonien von «Sanguine Masquerade» im Schlaf.
Mein Grinsen ist mittlerweile eingefroren, und die Faszination für die technische Brutalität und die rasende Melodik steigert sich ins Unermessliche. Gemastert hat «They Are Born Under Rules Of The Darkness» kein Geringerer als Dan "The Man" Swanö. Verdammt! Diese Kompositionen und die ganze Produktion hat meine Aufmerksamkeit aus dem Nichts erobert, und ich werde Torchia von heute an hüten wie meinen Augapfel, egal welche Dunkelheit dies künftig mit sich bringen mag. Augenblicke wie diese finden sich beim Rezensieren wenige, aber genau diese Perlen machen meine Arbeit so bereichernd! Besser geht es momentan nicht!
Oliver H.