Es hört auf den schönen Namen «Ride The Apocalypse», und ist das bisher intensivste und ambitionierteste Album der Niederländer. Der Sound sticht sofort positiv heraus, und ist nicht wie erwartet rumpelig und roh, sondern voll fett mit einem hohen Anteil an Metal. Dies führt dazu, dass sich der Metalhead genauso abgeholt fühlt, wie ein waschechter Punk. Da die Songs auf «Ride The Apocalypse» eher kurz sind, liegt die Annahme nahe, dass der Platte ein guter Anfang, ein solider Mittelteil und ein ordentliches Ende fehlt. Falsche Annahme!
Vitamin X wissen nicht nur, wie man den Fans eine gute Zeit bereitet, sie beherrschen auch das Schreiben guter Songs. Dies gilt sowohl für die musikalische als auch für die inhaltliche Seite. «Genetic Mutation» ist ein passendes Beispiel dafür, dass die Band nicht viele Worte braucht, um ihre Botschaften unters Volk zu bringen. Vitamin X tauchten erstmals mit der frühen Welle moderner Crossover- und Thrash-Revival-Bands wie Municipal Waste und Wolfbrigade auf, und haben sich seitdem einen unverkennbaren Sound erarbeitet: ultraschnell, messerscharf, gesellschaftspolitisch, spassig und stets völlig ausser Kontrolle.
Gemastert wurde das vorliegende Werk von Joel Grind (Toxic Holocaust, Municipal Waste) und fürs apokalyptische Artwork zeigt sich Andrei Bouzikov (Municipal Waste) verantwortlich. «Ride The Apocalypse» hält sich bis zum Jahresende vielleicht nicht im Ranking "Album des Jahres 2026", aber bietet momentan mit seinen nicht weniger als siebzehn Tracks, pures Chaos, das das Interesse an Hardcore Punk wieder neu zu entfachen vermag.
Oliver H.
