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Die finnische Band UNEARTHLY RITES war mir bis dahin kein Begriff, doch ihr neues Werk «Tortural Symphony Of The Flesh» sollte dies definitiv ändern. Ihre Death-Crust-Energie ist vom ersten Ton an spürbar, dazu eine beeindruckende Portion Experimentier-Freude, die einen grotesken Sound erzeugt und eine neue Dynamik schafft.
Selbst das Cover-Artwork ist eine Abkehr vom typischen Death-Fokus und Unearthly Rites mischen während zehn Songs Todesmetallisches mit Doom-Elementen und überraschenden Zwischenspielen, die auf Atmosphäre, dissonante Akustik, geflüsterte Passagen und sogar Noise als Hintergrund setzen. Unearthly Rites wurden 2020 gegründet und haben bisher eine EP sowie das Debütalbum «Ecdysis» (2024) veröffentlicht, das dystopische Visionen von kolonialistischer Gier und Ökozid thematisierte.
Der Nachfolger «Tortural Symphony Of The Flesh» erweitert und intensiviert diesen thematischen Kern. Während zehn Tracks präsentiert sich der totale Zusammenbruch von Natur, Menschheit und Maschine. Musikalisch treibt das Album die vernichtenden Riffs und die charakteristische, muffige Düsternis der Band in Richtung einer bösartigeren und brutaleren Klanglandschaft voran. Manchmal überwältigt das Ausmass an Chaos, dann wiederum lässt es plötzlich eine Zartheit zu, die eine ganz andere Geschichte erzählt.
Zwischendurch gesellen sich immer wieder beissende Soli zu sepulkralen Vocals, die insgesamt eine arg bedrückende Atmosphäre produzieren. Die Band dokumentiert nicht nur die Gräueltaten der kapitalistischen Gesellschaft, sondern ruft ausdrücklich zum Handeln auf, um die Natur und die Rechte ethnischer, geschlechtlicher und sexueller Minderheiten zu verteidigen. Im Mai cruisen Unearthly Rites, zusammen mit Sonic Poison, dank ihrer Release-Tour durch Europa.
Oliver H.