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Mit Facelift in die Zukunft: so oder ähnlich könnte man die Karriere von Sacriversum passend beschreiben. Die Polen wurden Anfang der 90er Jahre gegründet und ihr Debütalbum «The Shadow Of The Golden Fire» gilt als Kultalbum im Subgenre des Old-School Death-Metals. Im Wandel der Zeit verfolgte der Fünfer einen etwas anderen Ansatz (gotisch anmutenden, melodischen Metal), und löste sich schliesslich 2005 auf.
Gitarrist Krystian „MacKozer” Kozerawski ist der Mann, der Remigiusz „Remo” Mielczarek (b/v) schliesslich überzeugen konnte, Sacriversum wiederzubeleben. 2022 wurde die Reunion ausgerufen, und mehr als 30 Jahre nach der Veröffentlichung ihres Debütalbums, kehrt die Truppe mit der neuen Scheibe «Before The Birth Of Light» zurück. Diese Platte bedeutet nicht bloss eine Reformation, sondern auch die Rückkehr zu ihren musikalischen Wurzeln, wenngleich die neun Songs, die die Band präsentiert, nach wie vor sehr vielschichtig sind.
Es gibt viele markante Einflüsse in der Mischung, aber insgesamt ist es ein relativ einzigartiger Sound. Kehlkopfgesang, schwere und doch melodische Gitarren mit vielen verschiedenen Abschnitten innerhalb jedes Songs, grossartige Basslinien und ein komplexes Schlagzeugspiel. Besonders markant sind die herausragenden Keyboard-Parts, gespielt von Krzysztof Baranowicz, die dem Album eine besondere Note verleihen.
In einigen Songs spielt er die Hammond-Orgel, wie man sie von Deep Purple kennt, und in anderen Stücken fügt er Synth-Ebenen hinzu, die für zusätzliche Klangtexturen sorgen. Ein auch nicht zu vernachlässigender Aspekt ist die Tatsache, dass die Band 20 Jahre lang inaktiv war, und dann mit so starkem Material wieder auftaucht. Man spürt bei jedem Song die Sorgfalt und die Liebe zum Detail, die in das Songwriting und die Arrangements eingeflossen sind.
«Before The Birth Of Light» beheimatet nur Killer (keine Filler), dennoch würde ich «We're Storming Through The Night», «March Of The Giants» und «Chaotic Realm Of The Sea» als meine Favoriten bezeichnen. Jeder Track enthält mehrere wahnwitzige Riffs, Soli oder Keyboard-Passagen, die einen wirklich bleibenden Eindruck hinterlassen und auch die Produktion ist sehr gut.
Die Veröffentlichung wird von einer Reihe an Konzerten in Polen begleitet, und es bleibt zu hoffen, dass «Before The Birth Of Light» eine internationale Reichweite haben wird, sodass in der zweiten Jahreshälfte auch Shows ausserhalb Polens möglich sind. Ein verrücktes, aber sehr empfehlenswertes Album!
Oliver H.