Während ich dieses Review schreibe, scheint draussen die Sonne und ein sattes Grün sorgt für Sommerstimmung. Dieses Album ist aber eine konsequente Perfektionierung ihres ureigenen Markenzeichens: der ultimativen Vertonung von herbstlicher Tristesse, Melancholie und trotzdem hoffnungsvollen Melodien. Die Riffs walzen zäh und tonnenschwer durch die Songs, besitzen aber jederzeit diese bittersüsse Note, die Draconian seit je her von stumpfem Death Doom abheben. Das Herzstück bleibt das bewährte Wechselspiel aus Licht und Schatten.
Die harschen Growls brechen ein wie ein plötzlicher Kälteeinbruch, während der zuweilen liebliche Klargesang von Lisa den Zuhörer auf eine Reise durch Licht und Dunkelheit mitnimmt. Die Chemie stimmt hier einfach: Die Stimmen duellieren sich nicht, sie verschmelzen. «In Somnolent Ruin» verlangt aber auch Geduld, denn die Songs sind lang, verzichten auf Tempowechsel und entfalten sich erst nach und nach. Draconian vertrauen ganz auf ihre bisherigen Stärken und präsentieren dem Käufer ein wundervolles Gesamtkunstwerk. Prädikat wertvoll!
Rönu