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Die Zusammenarbeit von Metal-Bands mit Orchestern ist mittlerweile fast schon zur Routine geworden. Dennoch unterscheidet sich «Symphonique» deutlich von diesen vorhersehbaren "Greatest Hits mit Streichern" Produktionen («Moments Of Glory» mit den Scorpions – autschhh!!!). Live im Juni 2025 mit dem Quebec Symphony Orchestra aufgenommen, klingt diese Veröffentlichung wie eine natürliche Erweiterung von VOIVODs bizarrem, musikalischem Universum.
Seit Jahrzehnten bewegen sich Voivod in einer fast ganz eigenen Kategorie und verschmelzen dissonante Thrash-Riffs, progressive Strukturen, Punk-Energie und dystopische Science-Fiction-Atmosphäre zu etwas Unverwechselbarem. Diese Elemente besitzen bereits auf ihren Studioalben eine seltsam filmische Qualität, doch hier verstärken die Orchester-Arrangements jeden Aspekt dieses Sounds. Das Ergebnis ähnelt oft dem Soundtrack einer zusammenbrechenden futuristischen Welt.
Was «Symphonique» so gut funktionieren lässt, ist die Weigerung, auf Nummer sicher zu gehen. Das Orchester sitzt nicht einfach im Hintergrund und sorgt für harmlose Dekoration. Blechbläser, Streicher und Percussion verstärken aktiv die Spannung und Instabilität innerhalb der Songs. Tracks wie «Experiment» und «Tribal Convictions» werden zu gewaltigen, chaotischen Konstruktionen, in denen Metal und klassische Musik ständig gegeneinander drängen. Anstatt die Kanten abzurunden, verstärkt das Orchester die Dissonanz und Fremdartigkeit der Songs so stark, dass manche Passagen fast körperlich unangenehm wirken.
Besondere Erwähnung verdient Snakes Performance. Seine theatralische Präsenz lässt sich überraschend gut allein über den Ton vermitteln und verleiht vielen Passagen das Gefühl eines verstörten Erzählers, der die Zuhörer durch eine kosmische Katastrophe führt. Gleichzeitig klingt die Band während der gesamten Performance energiegeladen und messerscharf.
Die visuelle Inszenierung spielt bei diesem Live-Erlebnis eine zentrale Rolle. Betrachtet man zusätzlich die Aufnahmen auf YouTube, entsteht stellenweise beinahe der Eindruck, dass ohne die Animationen und das monumentale Bühnenspektakel ein Teil der eigentlichen Wirkung verloren geht. Dennoch bleibt das Album als rein musikalisches Erlebnis bemerkenswert wirkungsvoll, besonders bei hoher Lautstärke.
Es ist kein leichtes oder zwangloses Hörerlebnis. Es ist dicht, exzentrisch und unverhohlen ambitioniert. Für Zuhörer, die abenteuerliche Musik irgendwo zwischen King Crimson, Meshuggah, Tool und klassischer dystopischer Science-Fiction schätzen, ist «Symphonique» jedoch eine der faszinierendsten Live-Metal-Veröffentlichungen der letzten Jahre.
Lukas R.