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Metal Factory since 1999
Achtung! Mit Heavy Metal oder Hard Rock hat dieses Album überhaupt nichts zu tun. Es klingt bei BRENNAN WEDL eher wie ein Singer-Songwriter-Werk, das zwischen Rock und dezenten Country- und Punk-Einschlägen pendelt.
"Oh, eine weitere dieser ewig gleich klingender Tröten-Mittelalter-Heavy Metal-Bands." Das war ein spontaner Kommentar eines Bekannten, als ich ihn kurz in das neuste Album von TANZWUT reinhören liess. Ich wies dann darauf hin, dass es sich hier nicht um eine x-tausende Mittelalter-Rockband handelt, sondern um einer der ersten überhaupt.
«Everything I Saw» ist eines der Alben, bei denen ich mir nicht sicher bin, ob es wirklich in den Kosmos unserer geschätzten Leserschaft von Metal Factory gehört. Dies nicht, weil die Musik von THE MENZINGERS etwa schlecht wäre, sondern weil es mit seiner Mischung aus Pop, Rock, Alternative Rock und dezenten Punk-Einsätzen wirklich gar nichts mit Hard Rock oder allen Untergenres des Heavy Metals zu tun hat.
Die finnischen Prog-Metaller ODDLAND erweisen dem Genre die Ehre, wieder einmal so zu klingen, wie es benannt ist – nämlich progressiv. Trotzdem bin ich Musikjournalist genug, um sie sofort in die gleiche Ecke wie die norwegischen Prog-Metaller Leprous zu stecken. Das hilft schliesslich den Leserinnen und Lesern, sich ein Bild davon zu machen, ob man bei Oddland reinhören möchte oder nicht.
Das fünfte Album der Deutschrocker ARTEFUCKT zeigt einmal mehr das Potenzial dieser Band auf, die sich abgesehen von den deutschen Texten irgendwo stilistisch zwischen viel Punk, ein wenig Rock, einer Prise Heavy Metal und einer weiteren Prise Industrial Metal bewegt.
Für wen Punk Rock nicht nur Musik, sondern eine kritische Auseinandersetzung mit dem Hier und Jetzt ist, für den könnte die dritte Platte der Amerikaner DEAD PIONEERS eine Offenbarung werden – sofern man einigermassen Englisch versteht. Denn die Musik ist hier "nur" eine Unterstützung der Botschaften, welche meistens eher gesprochen als gesungen werden.
Die kanadischen THE FLATLINERS veröffentlichen ein Album, das an meinen Ohren leider komplett vorbeirauscht. Das Promo-Schreiben benennt ihren Stil Punk Rock. Darunter verstehe ich selber eine andere Art von Musik. Für mich klingen The Flatliners nach härterem Rock – nicht mehr und nicht weniger. Ich schreibe bewusst nicht "Hard Rock", denn auch diesbezüglich verstehe ich etwas anderes.
Nur ein Jahr benötigten die italienischen Symphonic Power Metaller MOONLIGHT HAZE, um dem regulären Album die EP «Beyond» eine nachzuschieben. Umso erstaunlicher ist der Fortschritt im Songwriting, den die Band in dieser Zeit gemacht hat.
Es gibt nur ganz wenige Bands, deren Alben mich dazu "zwingen", ihnen regelmässig über neun Punkte zu vergeben. Zu diesem erlauchten Kreis gehören die christlichen Heavy Metaller NARNIA. Und auch 2026 nötigen sie mich mit ihrem neustem musikalischen Gebet zu diesem Schritt.
Spannend und eingängig musizieren die Deutsch-Rocker UNZUCHT auf ihrem neuen Album. Dieses bewegt sich irgendwo zwischen Industrial Metal und Gothic. Die Plattenfirma nennt das schlicht Dark Rock – wieso auch nicht?