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Bei Evergrey weiss man mittlerweile ziemlich genau, was man bekommt (dies weiss Chefe Roxx als auch ich). Und das ist keineswegs negativ gemeint. Die Schweden gehören zu den Bands, die seit Jahren ein hohes Niveau halten und dabei trotzdem nicht völlig auf der Stelle treten.
Rock’n’Roll lebt von Typen, die sich etwas trauen. Nicht unbedingt musikalisch revolutionär, aber mit genug Persönlichkeit, dass man nach zwei Songs weiss, wer da gerade aus den Lautsprechern kommt. Genau das gelingt Des Rocs auf «To Hell and Back».
Als ich Gary Arce einmal live in der Schweiz gesehen und getroffen habe, wurde mir sofort eines klar: Sein Gitarrenspiel scheint einer ganz eigenen Logik zu folgen. Sein Stil verfolgt einen natürlichen Fluss, der sich weniger wie Komposition und mehr wie Instinkt anfühlt. Strukturen entstehen, lösen sich auf und verwandeln sich in Echtzeit.
Aus dem Schatten von Goatess tretend, geben die Stockholmer GODDESS mit «Ritual Of The Cloven Hoof» ziemlich cooles Debüt ab. Die Band bleibt den traditionellen Doom Metal Wurzeln treu, vermeidet es jedoch, bekannte Genreformeln einfach zu wiederholen.
In Schweden hat es nie an Black Metal Bands gemangelt, die kalt, gewalttätig und effektiv klingen. Doch FLYKT schaffen es, diesem vertrauten Frost etwas Menschlicheres einzuhauchen.
Kann Musik zu schön sein? Kann Schönheit zum Kitsch werden? Wenn ich mir «Sanctuary» anhöre, würde ich sagen: Nein. Trotzdem mache ich es kurz in meiner Review, weil ihr wisst wohl schon alle was Euch bei EVANESCENCE im Prinzip erwartet.
Mit ihrem selbstbetitelten fünften Album bewegen sich KHEMMIS weiterhin weit über die Grenzen des traditionellen Doom Metal hinaus. Die gewohnte Schwere und Melancholie sind nach wie vor vorhanden, doch dieses Album wirkt wie eine epische Heavy-Metal-Reise und weniger wie ein langsames, erdrückendes Doom-Album.
Gerade sitze ich in einem Gartenstuhl, geniesse den strahlenden Frühlingssonnenschein und höre mir das neue Album von GODTHRYMM an. Dabei ertappe ich mich, wie ich darüber nachdenke, wie sehr unsere Umgebung unsere Wahrnehmung und letztlich unsere Beurteilung von Musik beeinflusst.
An Kreativität, Ideen und Einzigartigkeit mangelt es diesen Jungs ganz sicher nicht. MALADIE machen Extreme Metal, der trotz aller Brutalität immer wieder seltsame Melodien und Momente der Schönheit aufblitzen lässt.
THE GHOULSTARS versuchen wohl nicht, Rockmusik neu zu erfinden – "Ukko auta!" geben sie auch nie vor, dies zu tun. «The Dark Overlords Of The Universe» ist purer B-Movie-Eskapismus: laut, schmalzig, karikaturhaft und mit Stolz übertrieben.