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Samstag, 10 Januar 2026 21:10

ICE ROCK Festival 2026 Empfehlung

08. bis 10. Januar 2026, Wasen i. E. - Nussbaum-Schachen
By Tinu (tin) & Rockslave (rsl) - All Pics by Rockslave

Was einst, heisst 2003 unter Freunden als "Bier-Idee" ersonnen wurde und zunächst in einem Oper-Air gipfelte, ist im Verlauf der Jahre zu einem Event gewachsen, der weit über die heimatliche Landesgrenze hinausstrahlt! Internationale Bands und Künstler wie Morgana Lefay, Geoff Tate, Treat, Wig Wam, The 69 Eyes, Kissin' Dynamite, Gus G., Threshold, One Desire, Sorcerer, Almanac, Voodoo Circle oder aktuell auch All For Metal glänzten neben einheimischen Grössen der Marke Shakra oder Newcomern wie Rock-Out oder Voltage Arc. Ein guter Mix macht es aus, und das zeichnete auch die 22. Ausgabe des ICE ROCK Festivals von diesem Jahr aus. (rsl)

Donnerstag, 08.01.2026 (Erster Tag)

Hard Buds
Es muss schon was dran sein wenn sich eine Band, wie der Festival-Opener Hard Buds, in Girona (ES) in ein Auto setzt, gut zehn Stunden unterwegs ist und dabei um die 900 km unter die Räder nimmt, um in Wasen auf der Bühne zu stehen. Robert (v, g), Mark (g), Lex (b) und David (d) taten dies und brachten ihren AC/DC-artigen Hard Rock mit, der genau das richtige Element war, um das noch nicht so zahlreich anwesende Publikum einzustimmen. Besonders Bassist Lex legte sich ziemlich ins Zeug und gab Vollgas.

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Frontmann Rob besitzt eine prägnante, scharfe Gesangsstimme, die etwas an Bon Scott erinnert und erste Mitsing-Parts wurden bereits ordentlich mitgetragen. Entfernt kamen mir dazu (die noch aktiven?) Kollegen von '77 in den Sinn. Die erste Performance des Tages dauerte gut eine Dreiviertelstunde, und dem Ganzen ging natürlich noch die Begrüssung von Lea und Fridu voraus. An der Stelle wurde auch der leider viel zu früh verstorbene und unvergessene René "Kaufi" Kaufmann erwähnt, was Fridu um Tränen ringen liess. (rsl)

Setliste: «Intro/ Stand Up» - «No Turning Back» - «It's Never Too Late» - «Thunderstorm» - «Are You Ready? » - «Break The World» - «Big Hot Night Alone» - «Fire» - «On The Road Again» - «If You Want It» - «Fireballs» - «It's Rock And Roll»

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D'Or
Das letzte Mal sah ich Gitarrist/Sänger Andy Dormann mit D'Or am "RVBang Festival" 2025 in Balingen. Dieser Auftritt war ganz ordentlich, offenbarte aber noch etwas Luft nach oben, was der Position als Opener geschuldet war. Heute Abend war die Ausgangs-Lage eine andere, heisst die beiden Auftritts-Orte könnten nicht unterschiedlicher sein. Ich versprach mir hier am ICE ROCK mehr, und kaum legte die Band mit ihrer musikalisch wie gesanglich an W.A.S.P. angelehnten Mucke los, sah ich mich umgehend bestätigt.

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Das Ganze versprühte mehr Energie und besass auch mehr Druck. Der etwas auf modern getrimmte Gitarren-Sound passte derweil gut zur Gesangsstimme von Andy, die zwischendurch auch an Alice Cooper erinnerte. Auch optisch machten die Musiker mit leicht geschwärzten Gesichtern einen auf leicht düster. Die besten Momente wurden mit eingängigen und vielschichtigen Songs wie «Dancing» hinterlassen. Dies wurde auch von den Besuchern honoriert, und «One Way To Rock» als (Cover-) Zugabe war hammermässig! (rsl)

Setliste: «Shapeshifter» - «Howling» - «Electric Shock» - «Veleno» - «Future, Baby» - «Antihero» - «Kiss My Ass» - «Scream» - «Veni, Vidi, Ignis» - «Alice» - «Dancing» - «Cold Drink In Hell» - «Rage Unbound» -- «One Way To Rock (Sammy Hagar Cover)»

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Rock-Out
Die einstige Schüler-Band aus Lützelflüh ist seit 2018 drangeblieben, hat sich durchgebissen und zeigt sich mittlerweile mehr als gefestigt. Der einstige Rohdiamant befindet sich nun in der Schleifwerkstatt, wo aber zum Glück noch einige der rauen Stellen und harten Kanten unerbittlichen Widerstand leisten. Apropos Leistung, respektive in Sachen Leistungsausweis steht das agile Quartett mit ihren bisherigen drei Longplayern und dem Frontiers-Deal zum aktuellen Album «Let's Call It Rock'n'Roll» blitzsauber da.

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Am ICE ROCK war man schon mehrmals zu Gast, und dieses Jahr gereichte es erstmals zum Headliner-Slot. Dieser Ehre wurden Rock-Out vor inzwischen deutlich mehr Fans mehr als nur gerecht. Aus den Hopefuls der frühen Tage ist ein gut geöltes Kollektiv geworden, das um seine Stärken weiss und diese auch einsetzt. Allen voran natürlich die mörderisch-scharfe wie kräftige Gesangsstimme von "Flopsi" Badertscher, die von Anfang an auf Weltklasse-Niveau stand, flankiert von seinen überaus solide aufspielenden Kollegen.

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So lässt es sich ordentlich abrocken, und der Headliner wurde dabei seinem Anspruch als Höhepunkt des ersten Tages gerecht. Zu etwas weniger Sprüchen als auch schon, flottem Drive von einem Song hin zum anderen und mit einem guten Querschnitt der ganzen Diskographie wurde das Tenn am Hornbach zum Vibrieren gebracht. Weitaus besinnlicher fiel die Ballade «Tears Are The Rain» aus, die "unserem Kaufi" gewidmet wurde. Hintenraus gab es ungeplant noch zwei Songs extra oben drauf, was für ein Fest! (rsl)

Setliste: «The Boys Are Back» - «American Way» - «Rolling Thunder» - «High Class Women» - «Hit Me» - «Don't Call Me Honey» - «Bloodmangang» - «Tears Are The Rain» - «Stand Together» - «Let's Call It Rock'n'Roll» - «I Wanna Live» - «Deadriders» - «Pump It Up» - «7 Minutes To Paradise» -- «HCRNRSM» - «Dynamite» --- «House Of The Rising Sun» (The Animals Cover) - «Can't You See, feat. Hey Jude (Marshall Tucker Band/The Beatles Cover)»

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Freitag, 09.01.2026 (Zweiter Tag)

Chickenhouse
Was macht man, wenn eine Truppe (in diesem Fall Sweet Electric) absagt? Logisch, man sucht nach einem Ersatz und dies war, nicht unerwartet, die eigene Band des Veranstalters Fridu Gerber. Die Jungs um den Schlagzeuger, der einmal mehr sein Drum ganz vorne an der Bühne in der Mitte platzierte und somit seinen Mitspielern so ziemlich jede Bühnenfreiheit raubte, rockten sich mit ihrem knackigen Classic Blues Rock durch die anstehenden Minuten.

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Was das Quartett spielt, macht Laune und man kann sich dem Charme, der von Sänger Andy Zaugg ausgeht, nicht entziehen. Dabei kam die Mundharmonika ebenso zu Einsatz, wie das kleine Drum- Battle zwischen Fridu und seinem Schwiegersohn Gregory. Mit dem "Chickenhouse Train" und der obligaten wie unabdingbaren Polonaise durch die Scheune des ICE ROCK, fand der Auftritt des Hühnerstalls sein Ende, der von viel Applaus begleitet wurde. (tin)

Setliste: «For The Love Of Money» - «Hold On To Love» - «Bluesman» - «Let's Make Love» - «Trust In Me» - «Ask No Questions» - «Anyone But You» - «Asylum Seeker» - «Texas Blues» - «Working Man» - «Slide In On Home» -- «Three In A Bed»

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Voodoo Circle
Was in Wasen schon vor drei Jahren hätte über die Bühne gehen sollen, fand nun 2026 seinen grossartigen Einzug. Voodoo Circle, die Truppe um Gitarrist Alex Beyrodt und Sänger David Readman, zog alle Register ihres Könnens und konnte dabei auf die musikalischen Fähigkeiten von Alex Jansen (Bass), Alessandro DelVecchio (Keyboard, Gesang) und Markus Kullmann (Drums) bauen. Was das Quintett bot, war eine Meisterleistung, sofern man auf Whitesnake und die teils leicht ausufernden und verspielten Momente von Deep Purple steht.

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Das schien beim Publikum nicht immer der Fall zu sein, die eher nach Party lechzten. Trotzdem boten die Deutschen, der Engländer und der Italiener in meinen Augen eine sensationelle Darbietung. Eine, die auch dank Songs wie «This Could Be Paradise» mit ganz viel Melodie und Groove zu überzeugen wusste. Das ausufernde «Blind Man» mit seinem Keyboard- und Gitarren-Duell war einer der ganzen grossen und emotional ergreifenden Momente des Auftritts, der zu Beginn leider unter dem "bescheidenen" Sound litt.

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Die Versuche sich mit dem Publikum auf Deutsch zu unterhalten, wurden zum spassigen Moment des Auftritts. "Gehts euch gut?" und "Kann mir jemand 50 Euro leihen?" schien sich der singende Engländer auf seine Hand geschrieben zu haben. Daneben sang Mister Readman wie ein junger Gott und hatte eine Ausstrahlung, die seinesgleichen sucht. Die grandiosen Backing-Vocals stammten von Alessandro, sowie das meisterliche Gitarrenspiel von Alex (Ritchie Blackmore hätte Freude daran) beides weitere Fundamente dieses mitreissenden Auftritts. Auch wenn es den Anschein machte, dass nicht alle meine Euphorie teilten, so legten Voodoo Circle die Messlatte für die kommenden Konzerte von 2026 verdammt hoch! (tin)

Setliste: «Heart Of Babylon» - «No Solution Blues» - «This Could Be Paradies» - «Blind Man» - «Tears In The Rain» - «When Destiny Calls» - «Devils Daughter» - «Cry For Love» - «King Of Your Dreams» - «Graveyard City» -- «More Than One Way Home»

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Wig Wam
Als 2016 Ammunition beim ICE ROCK aufspielten, wurde der Grundstein für den Wig Wam Auftritt in Wasen gelegt. Die Poser-Rocker aus Norwegen hatten mit Sänger Glam (Åge Sten Nilson) den perfekten Zeremonienmeister, der gesanglich sicherlich kein Meistersänger ist, aber allein durch seine mitreissende Art für Begeisterungstürme sorgte. Dies nicht nur mit dem eingemittetenReggae bei «In My Dreams» und dem vom ICE ROCK laut unterstützten Mitsingspiel, sondern bereits ab «Rock My Ride», bei dem sich das Tenn in der kollektiven Party- Stimmung wiederfand.

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Konnten Voodoo Circle leider nur bedingt mit ihren hohen musikalischen Fähigkeiten punkten, wurde einmal mehr klar, dass sich diese Location eher für eine ausgelassene Party aktivieren lässt. Somit frassen die Anwesenden Wig Wam förmlich aus den Händen. "It's great to be back" liess der Sänger das Publikum wissen und unterbrach die Stimmung nur mit einer Schweigeminute für die Opfer aus Crans-Montana. Danach rockte der Bär und die Stimmung kannte kein Halten mehr. Die Melodien von «Bless The Night», «Dare Devil Heat», oder «Hard To Be A Rock'n Roller» packten die Anwesenden bei den Eiern.

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Es wurde mitgesungen, getanzt, geschunkelt und gefeiert, als würde es kein Morgen geben. Mit einer goldenen Glitzerjacke, den Spass auf den Lippen und siegessicher verabschiedeten sich die Nordländer. Wie gewohnt wurde die Truppe von Lea und Fridu auf die Bühne zurückgeholt, weil der Auftritt "sensationell" war und Wig Wam aus der Not eine Tugend machten, sprich mit «Ballroom Blitz» von Sweet ihren Auftritt beendeten. (tin)

Setliste: «Intro» - «Never Say Die» - «Rock My Ride» - «Non Stop Rock’n Roll» - «Bless The Night» - «I Turn To You (Mel C Cover)» - «Out Of The Dark» - «Kilimanjaro» - «Human Fire» - «The Drop/Vlad» - «Dare Devil Heat» - «Hard To Be A Rock’n Roller» - «Forever More» - «Gonna Get You Someday» - «In My Dreams» - «Do Ya Wanna Taste It» -- «Ballroom Blitz (Sweet Cover)»

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Against The Machine
Wenn man gemütlich sitzend beim Morgenessen erfährt, dass Point Of Conception ausfallen werden, ist guter Rat teuer und schnelles handeln angebracht. So wurde aus der Not eine Tugend gemacht und mit der Race Against The Machine Cover-Band Against The Machine kurzfristig ein valabler Ersatz aufgeboten. Die Jungs um Sänger Chlöisu Flückiger hinterliessen technisch einen vorzüglichen Eindruck und konnten mit ihrem Crossover die letzten Reserven der Verbliebenen aktivieren.

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Wer sich mit den Klassikern von RATM auskannte, wurde nochmals ordentlich auf eine musikalische Reise von Unterdrückung, politischen Statements und purer Aggressivität mitgenommen. Es groovte ohne Ende und ein Hauch einer Klassiker-Truppe lag in der kalten und verrauchten Luft der Scheune. Das sich in guter Stimmung befindende Publikum ging auf jeden Fall voll mit und bescherte allen einen würdigen Abschluss des zweiten Tages. (tin)

Setliste: «Bombtrack» - «Take The Power Back» - «Bullet In The Head» - «Know Your Enemy» - «Bulls On Parade» - «Wake Up» - «Guerilla Radio» - «Fistful Of Steel» - «Sleep Now In The Fire» - «Township Rebellion» - «Freedom» - «Born Of A Broken Man» - «Killing In The Name»

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Samstag, 10.01.2026 (Dritter Tag)

Magma Ocean
Der Opener des dritten und letzten Festival-Tages firmierte bis zum Frühjahr 2024 unter dem Namen Molotov Train. Mit dem Einstieg des britischen Sängers Harry Ballantyne erfolgte die Umbenennung in Magma Ocean. Ihr Sound wird als eine Mischung aus modernem Heavy Rock, groovigen Riffs wie atmosphärischen Elementen beschrieben und war genau das Richtige, um die bereits anwesenden Besucher wirksam abzuholen. Leider fehlte Cyril Montavon (Shakra, Ex-Maxxwell) als zweiter Gitarrist.

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Dies hielt den Rest Truppe freilich nicht davon ab, auch so Vollgas zu geben. Das Ganze vertrömte viel Drive, was vor allem der Verdienst des versierten Frontmannes Harry war, der mit seinen Dreadlocks nur vermeintlich nicht ins Bild passte. Die gespielten Songs wie «Traces», «Void» und «Price Of Failure» stammten mitunter von der EP «Liminal» (2024) und «Worthless» sowie «Counterfeit» waren neue Singles von 2025. Auch wenn die Chose teilweise recht rüde wirkte, war stets viel ansteckender Groove dabei. (rsl)

Setliste: «Pass Mat» - «Split Tongue» - «Borrowed Breath» - «Traces» - «AIOS» - «Void» - «Price Of Failure» - «Worthless» - «Rayleigh» - «Scattering» - «Solitude» - «Counterfeit»

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Front Row Warriors
Gespannt war ich auf die deutsche Band Front Row Warriors. Schliesslich kamen die Jungs und Sängerin Elkie Gee nicht zu Unrecht mit Vorschusslorbeeren ins Emmental. Selten (oder noch nie) sah ich einen Keyboarder (Richie Seibel), der mehr am Bangen war als die Gitarrenfront. Das Tier am den schwarz/weissen Tasten schüttelte ständig sein Haar. Zusammen mit den Gitarristen und den Doppel-Leads gehörten sie zum Grundgerüst des Sextetts.

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Der Rhythmus wurde mit Schmackes vorgetragen, und es wäre wohl alles bestens gewesen, hätte man nicht gesehen, dass die Sängerin einen bis zuletzt verlorenen Kampf mit ihrem In-Ear System austrug. Trotzdem fand der treibende Hard Rock seine Fans was Elkie veranlasste, sich beim Publikum mit der schweizerdeutschen Ansage "huere geil" zu bedanken. Ganz am Schluss wurde das Publikum zum Mitsingen animiert ("Ihr hattet heute noch keinen Job, aber jetzt habt ihr einen"), welchem nicht nur der direkt angesprochene Max aus dem Publikum nachkam. (tin)

Setliste: «Rise Against» - «Hell Invaders» - «Cast A Spell» - «Fantastic» - «Love Is Not A Game» - «Running Out Of Time» - «Wheel Of Fortune» - «The Holy» - «Don’t Think The Night Is Over» - «Turn The Tide» - «New Horizons»

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Felskinn
Letztes Jahr feierte die Truppe um Meistersänger Andy Portmann ihr 20-jähriges Jubiläum. In diesen zwei Dekaden sind zwar zwischen 2006 und 2022 nur vier Longplayer erschienen, aber die hatten es musikalisch in sich. In der Schnittmenge zwischen hartem Rock und Metal ist Frontmann Andy die Konstante im Zentrum, während jedes Album von einer anderen Besetzung eingespielt wurde. Dies gilt auch für das aktuelle, runderneuerte Line-up, das hier und heute auf der Bühne stand. Geblieben sind jedoch die Songs!

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Als Opener wurde mit dem oberfetten Groover «Remember My Name» gleich der neueste Track intoniert, mit dem Felskinn nahtlos an ihren bisher stärksten Output «Enter The Light» (2022) anschliessen. Effektiv wurde jedoch der Vorgänger «Mind Over Matter» (2018) gleich zur Hälfte berücksichtigt. Dabei liess Master Portmann gesanglich natürlich nirgends was anbrennen und brillierte erneut mit seinen unglaublichen Screams. Dazu durfte Neu-Trommler Gregory Birrer sein Talent mit einem Solo beisteuern und lieferte ab. (rsl)

Setliste: «Intro» - «Remember My Name» - «Close Your Eyes» - «Pictures In My Dreams» - «Send The Angels Down» - «Rain Will Fall» - «Sleep Well» - «Our Favorite Game» - «Drum Solo Gregory Birrer» - «Call Me Anytime» - «The Night Before The Dawn» - «Gone Forever» - «Darkness In My Eyes» - «Crush My Balls» - «Wake Up On Mars» - «Life Was Better» - «Your Life Is Mine» - «Bastards Out» -- «170105»

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Voltage Arc
Tja, der Aargau und die Berner, das ist so eine Geschichte, und trotzdem konnten Voltage Arc die Berner aufmischen. Dies nicht nur mit nackten Oberkörpern oder beim Soundcheck noch mit schwarzen Bademänteln bedeckt, sondern auch mit ihrer echt fetten Bühnen-Präsentation. Die vier jungen, wilden Hengste bewegten sich verdammt aktiv auf der Bühne, liessen die Haare kreisen und präsentierten sich mit synchronem Posing. Sie griffen an und punkteten bei den Anwesenden, die sich von der sehr agilen Performance anstacheln und mitreissen liessen.

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Dass dabei die Gitarre von Merlin immer wieder schiefe Klänge von sich gab (lag das an der über seinem Körper ausgeschütteten Mineralwasser-Flasche?) und die Songs keine sind, welche sich bei mir nach der Show nachhaltig setzten, schien dabei niemanden stören. Hauptsache die Party lief, Sänger Toni konnte seine Axl Rose Moves zur Show stellen und das Schwyzerörgeli fand seinen erneuten Einsatz. Am Schluss wurde die Textsicherheit mit dem «Vogel-Lisi» getestet. Danach verabschiedeten sich die vier Helden von ihrem Publikum, das völlig aus dem Häuschen war. (tin)

Setliste: «The Underground» - «Apple Dream» - «Break Free» - «Friday Night» - «Mack It To The Top» - «Backseat» - «I Don’t Know You» - «Waiting To Get Wild» - «Hardrock Hotspot» - «For Rock'n Roll» - «Rockin' Man» - «Sin City» - «Never Forget To Drink» -- «Vogel-Lisi»

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All For Metal
"Ein frohes und gesundes neues Jahr" begrüsste Sänger Tim Schmidt die Anwesenden, welche alle bereit waren für den Metal der Protagonisten. Ja, All For Metal spalten die Metal-Gemeinde entzwei. Während sich die einen darüber aufregen, dass die Damen und Herren hörbar Bass und Keyboard haben, beides aber nicht auf der Bühne zu sehen war, plus das Pathos triefender ist als bei Manowar oder Virgin Steele, freuen sich die anderen über «Valhalla», Säbel und Metal ohne Ende, da alles für die "perfekte" Party aufgetischt wird. "Meine Freunde, ihr kennt die Botschaft!

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All for Metal and Metal for all, also lasst uns die Segel setzen". Wer aus den Achtzigern stammt, wird das als puren Frevel verstehen. Wer hingegen mit All For Metal und ähnlichen Combos aufwächst, als das Evangelium des Metals, den Koran, die Bibel und den Taufstein dazu. Die abwechselnden Gesänge mit tiefen und schreienden Vocals sowie die bedienenden Amazonen an den Gitarren, es war angerichtet für die Party, die selbst Manowar wie Chorknaben aussehen lässt.

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All For Metal überlassen nichts dem Zufall und wenn Tim (der Mann ist ein Bär von einem Menschen) dem Publikum mitteilt, dass er wisse, wieso sie nicht jede Schlacht gewonnen haben, und ein noch grösseres Schwert präsentiert (Zitat aus dem Publikum: "Das sieht eher wie ein Bügelbrett aus!" Und die gleiche Person war zudem der Meinung, dass selbst Dschingis Khan damals geiler waren), erfreute dies die Metal- Gemeinde sichtlich.

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Die Requisiten unterstrichen, was textlich verbreitet wurde. Waren es die Schwerter, oder der Hammer von Thor, nichts wurde dem Zufall überlassen und das Publikum bei jedem Song zum Mitsingen animiert. Mit Sänger Ivan, als kurzfristig eingesprungener Ersatz für Antonio, dem geforderten Circle-Pit (der eher einem sich im Kreis hinterher rennen glich) und der Verbrüderung zwischen den Metal Sisters und Brothers beendeten All For Metal einen begeistert gefeierten Gig. (tin)

Setliste: «Intro» - «Gods Of Metal» - «Fury Of The God» - «Hear The Drum» - «When Monsters Roar» - «Prophecy Of Hope» - «Mountain Of Power» - «Raise Your Hammer» - «Years Of The Dragon» - «Temple Of Silence» - «Path To The Brave» - «Valkyries In The Sky» - «Coronation» - «Run» - «Born In Valhalla» -- «All For Metal» - «Goddess Of War»

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The Clan
Wer letztes Jahr schon in Wasen mit dabei war wusste, was nun zum Abschluss des ICE ROCK 2026 folgen würde. Obwohl ihr Sound nach nebligen Highlands und torfigem Whiskey klingt, stammen die Mitglieder von The Clan aus der Gegend um Mailand. Gegründet im Jahr 2013, entstand die Band aus einer tiefen Leidenschaft für traditionelle irische Musik und der rohen Energie von Folk-Punk-Grössen wie den Dropkick Murphys oder The Pogues. Neben E-Gitarre, Bass und Drums durften Dudelsack, Banjo und Fiddle natürlich nicht fehlen!

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Damit war klar, dass auch der diesjährige Ausklang des Festivals heiter, beschwingt und fröhlich ausfallen wird. Da "half" es sicher auch ein wenig, dass die verbliebenen Besucher nach der epischen Metal-Keule von All For Metal den ganzen Abend lang mitunter genug getrunken hatten. So kam die erwartete, ausgelassene Stimmung schon bald auf, liess die Tanzbeine in grosser Zahl schwingen und versetzte das Tenn nochmals in Party-Laune. Ein Blick auf die wiederum sehr lange Setliste liess erahnen, wie lange es dauern wird. (rsl)

Setliste: «Intro (Cornamusa)» - «Foggie Dew» - «We Are The Clan» - «Paddy's Day» - «Let Me Go» - «Jenny Porter» - «Second Changes» - «Another Fake Irish Pub Song» - «Reel O'Fire» - «Johnny (Non Parla)» - «Solo Violino» - «Joseph, Mary And Son» - «Il Giorno Piu Freddo Dell' Anno» - «Sailors Of The Drinking Clan» - «Vesuvius» - «No Guts, No Glory» - «Ulysses And The Siren» - «Rebel Town» - «Popcorn And Beer» - «Galway Girl» - «Whole Lotta Jig» - «Rievoluzione» - «Wayfaring Stranger» - «More Than A Lie» -- «Leaving Of Liverpool» - «I'll Tell Me Ma» --- «Irish Rover»

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Zusammenfassend lässt sich konstatieren, dass die Ausgabe 2026 des "ICE ROCK Festivals" einmal mehr eine ganz erfreuliche Veranstaltung war, die nach wie vor vom Herzblut der erfahrenen Organisatoren getragen wird. Der letztjährige Sprung ins kalte Wasser für Lea "Lees" Gerber als Nachfolgerin vom einstigen Stamm-Booker Marco Forster ist definitv verdaut, und die zweite, gelungene Feuertaufe nährte die Hoffnung, dass es eine Zukunft für das Tenn am Hornbach im "Wase" gibt…, mehr ist mehr!

Dieses Jahr nahmen nämlich wieder spürbar mehr Fans den Weg ins Emmental unter die Räder und bescherten den Machern so einen positiven Ausblick auf die kommenden Jahre. Leichter wird das Ganze freilich nicht, aber es bleibt zu hoffen, dass diese Herzensangelegenheit noch lange bestehen bleibt. Wir von Metal Factory können uns jeweils den Jahresbeginn ohne das "ICE ROCK Festival" schlicht nicht mehr vorstellen, und die Erinnerungen an den viel zu früh verstorbenen "Kaufi" bleiben eh für immer! (rsl)

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