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Es war nicht leicht, das vorliegende Album zusammenzustellen. Monatelang stiessen BODYSNATCHER bei jeder Songwriting-Session auf Sackgassen, aber schliesslich haben sie es doch geschafft, fünfzehn Demos zu produzieren und am Ende zehn der besten Songs herauszubringen. Diese bilden nun «Hell Is Here, Hell Is Home», das vierte Album der Deathcore-Band aus Florida.
Es folgt auf die brutale, von Will Putney produzierte EP «Vile Conduct» aus dem Jahr 2024 und serviert eine weitere kraftvolle Salve kompromisslosen Deathcore, die Katharsis so laut und so viszeral wie nur möglich aufdreht. Wer also «Vile Conduct» oder eines der drei Vorgängeralben gehört hat, weiss, dass sich Kyle Medina (v), Kyle Carter (g), Kyle Shope (b) und Chris Whited (d) stets mit persönlichen Tragödien auseinandersetzen und auf individueller Ebene gegen die dunklen Tiefen der Verzweiflung kämpfen (oft inspiriert von ihren eigenen Erfahrungen).
«Hell Is Here, Hell Is Home» knüpft genau da an, und ist nicht weniger aggressiv und brutal – im Gegenteil. Mit der Reifung der Band und dem Wachstum an Lebenserfahrung liegen mehr Themen auf dem Tisch, aus denen der Vierer schöpfen konnte. Das zeigt sich bereits beim Opener «The Maker», ein regelrechter Sturm aus Wut, Lärm und knochenbrechenden Riffs, der die Intensität von Bodysnatcher auf ein neues Mass steigert. Die Band war schon immer für unerbittliche Härte bekannt, aber auf dem Longplayer scheint sie noch eine dunklere und brachialere Richtung einzuschlagen.
Diese direkte Dunkelheit zieht sich durch die nächsten neun Songs, von der gnadenlosen Rache in «Writhe And Coil» und «Violent Obsession» bis hin zur glühenden Trotzhaltung in «Blade Between The Teeth» sowie «Survive Or Die». Letzterer enthält Gastgesang von Scott Vogel, dem Frontmann von Terror, einer Band, die Bodysnatchers geschwärztem Herzen sehr nahesteht. Obwohl «Hell Is Here, Hell Is Home» ein äusserst persönliches Album ist, ist es auch eine düstere Reflexion der Welt im Allgemeinen und ihrer aktuellen Dystopie. Es geisselt den Zustand der Dinge mit einer schrecklichen Wut.
Das Leben ist schliesslich zu kurz, um sich von anderen auf der Nase herumtanzen oder ausnutzen zu lassen. Manche Menschen sind Monster, die verraten, missbrauchen, vernachlässigen, morden und teilweise fühlt es sich ganz so an, als würden sie sich in der Hölle, in der sie sich befinden, viel zu wohl fühlen. Das darf nicht die Zukunft sein, deshalb stehen Bodysnatcher, als Waffe gegen das Böse, zur allgemeinen Verfügung!
Oliver H.