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EXCIDE aus North Carolina dürfen nach einer Reihe von produktionstechnischen Herausforderungen endlich ihr zweites Werk «Bastard Hymns» präsentieren. Die Platte ist der nächste logische Schritt nach dem Debüt-Album «Deliberate Revolver», doch nun gibt es für die Band keine Vorgaben oder Grenzen mehr.
Der Fünfer ergab sich förmlich seiner Kreativität und Entdeckungs-Freude. Klanglich liessen sich Tyler Washington (Gesang), Gill Gonzalez (Gitarre), Gage Lanza (Gitarre), Caleb Hogue (Bass) und Jacob Paris (Drums) von den Grooves und der Energie von Post Hardcore Bands der späten 90er Jahre (Cast Iron Hike oder Snapcase) inspirieren, während sie Melodien und strukturelle Elemente, ähnlich Quicksand und Cave In, übernahmen. Bei den zwölf Songs schaltet die Truppe nochmals einen deutlichen Gang höher, und insgesamt ist das Album ein rockiges, grooviges und äusserst wütendes Teil.
Durchdrungen vom Leiden des Aufwachsens in einer höllischen Hillbilly-Nachbarschaft und dem Drang zu überleben, um davon erzählen zu können. Das Ergebnis ist das hier vorliegende «Bastard Hymns». In Zusammenarbeit mit Co-Autor und Produzent Austin Coupe haben Excide ihre ohnehin schon aggressive Grundlage weiterentwickelt und sich damit auf unbekanntes Terrain begeben. Hinzu kommen die verzerrte Prahlerei von Queens Of The Stone Age, die Schwere von Soundgarden und die Atmosphäre von Failure, und schon hat man eine Platte, die sich sowohl vertraut als auch völlig neu anfühlt.
Die Riffs und Grooves machen Spass, sind kraftvoll, technisch und einprägsam, auch der Gesang ist beeindruckend, da er die Emotionen der Songs unterstreicht. Die Band und ihr Material wirken harmonisch, auch wenn der Sound manchmal fast dissonant daherkommt. Zu den persönlichen Favoriten gehören «Ruiner 95'», «Void Of Function» und «Heartware». Bei diesen gibt es so viele musikalische Texturen, die den Gesamtsound gut ergänzen. «Bastard Hymns» ist ein durchdachtes und kraftvolles Album geworden.
Oliver H.