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MALUMs «From The Voids» will nicht einladend zu wirken. Von den ersten Augenblicken an schärft das norwegische Trio seinen Sound zu etwas Kaltem, Direktem und Erstickend Stillem – ein stetiger Abstieg in etwas Dunkleres und Innerlicheres.
Das Album ist fest in den Traditionen des Black Metal der zweiten Welle verwurzelt und verbindet eisige Tremolo-Riffs, unerbittliche Blast-Beats und entfernte, gequälte Vocals. Was es jedoch auszeichnet, ist seine Zurückhaltung. Anstatt den Zuhörer mit ständiger Aggression zu überwältigen, dosieren Malum das Erlebnis sorgfältig. Die Gitarren tragen einen Grossteil der emotionalen Last und weben hypnotische Muster, die sich sowohl repetitiv, als auch weiterentwickelnd anfühlen – wie kreisende Gedanken, denen man nicht ganz entkommen kann. Tracks wie «In Gloom II» verdeutlichen diese Balance besonders gut.
Hier lässt die Band Raum zwischen der Intensität entstehen und erzeugt so eine Spannung, die sich psychologisch anfühlt. Die Produktion unterstützt diesen Ansatz: Sie ist roh genug, um die Rauheit zu bewahren, aber gleichzeitig klar genug, um der Struktur und den Klangschichten Raum zum Atmen zu geben. Nichts wirkt zufällig, jede scharfe Kante scheint bewusst platziert. Textlich und atmosphärisch lehnt sich «From The Voids» stark an existenzielle Themen an. Es entsteht das Gefühl, den Verfall zu beobachten, statt nur darauf zu reagieren.
Dadurch erhält das Album unter seiner Aggressivität einen nachdenklichen, beinah philosophischen Ton. Es geht weniger um Chaos als vielmehr darum, der Leere direkt ins Auge zu sehen. Dieses Werk verlangt Aufmerksamkeit und belohnt Geduld – insbesondere von Zuhörern, die Bands wie Mgła oder die breitere Nidrosian-Szene schätzen. Wer bereit ist, sich auf seine langsam aufkeimende Intensität einzulassen, erlebt mit From The Voids eine fokussierte und immersive Reise – düster, ja, aber auch fesselnd.
Lukas R.