
Swiss Hard Rock and Heavy Metal Magazine since 1999
You can reach us via email or phone.
+41 (0) 79 638-1021
Metal Factory since 1999
Nur ein Jahr benötigten die italienischen Symphonic Power Metaller MOONLIGHT HAZE, um dem regulären Album die EP «Beyond» eine nachzuschieben. Umso erstaunlicher ist der Fortschritt im Songwriting, den die Band in dieser Zeit gemacht hat.
Wirkte auf ihrem vierten Album noch alles wie Massenware auf hohem Niveau, kann man nun das Wort "Massenware" aus der Beschreibung weglassen. Hier ist wirklich alles auf "hohem Niveau", wobei es an der Länge der Lieder nicht liegen kann. Denn bereits auf «Beyond» (2025) waren die Songs mit meist zweieinhalb bis viereinhalb Minuten für Symphonic Metal Verhältnisse eher kurz gehalten. Auf «Interstellar Madness» wirkt jetzt aber alles zwingender und schlüssiger. Und das liegt nicht daran, dass die EP gerade mal 21 Minuten dauert.
Denn auf auch in dieser Zeit könnte Langeweile aufkommen. Das ist hier definitiv nicht der Fall. Zudem wirkt die Band mit der an ihre Fans gerichteten Hymne «Moonlight Legion» äusserst sympathisch – zumindest wenn man sich dazu den Video-Clip ansieht. Ansonsten herrscht mal schmissiger Power Metal mit «Shine», ein symphonisch episches «Interstellar Madness» mit italienischem, opernhaftem Zwischenteil und auch mal ein dynamischer Stampfer wie «We Are Fire». Aber auch ein an Rhapsody Of Fire erinnerndes «Lost In Moonlit Symphonies» ist dabei.
Das alles wird um die wunderbar flexible Stimme von Chiara Tricarico aufgebaut. Diese hebt sich mit ihrem Gesang tatsächlich von der zahlreichen Konkurrenz ab. Sie beweist damit endgültig, wieso sie mittlerweile bei Avantasia live mit dabei sein darf und wieso auch deren Produzent und Gitarrist Sascha Paeth mit seiner eigenen Band bei Konzerten auf ihre Dienste zählt. Das Fazit: Mit einer solch starken Leistung hatte ich, trotz des Potenzials auf der Vorgänger-Scheibe, nicht gerechnet. Bleibt zu hoffen, dass Moonlight Haze dieses Niveau auch mal auf Album-Länge halten können.
Roger W.