
Swiss Hard Rock and Heavy Metal Magazine since 1999
You can reach us via email or phone.
+41 (0) 79 638-1021
Metal Factory since 1999
Mit «Deathrace» veröffentlicht die deutsche Metalcore-Band ihr fünftes Studio-Album. In den letzten Jahren haben sich RISING INSANE Schritt für Schritt vom Underground Richtung internationale Bekanntheit bewegt – wer die Band verfolgt hat, konnte diese Entwicklung auf Tourneen mit renommierten Namen der Szene mitverfolgen.
Bereits die Single «Good Enough», eine Kollaboration mit Caskets, sorgte im Vorfeld für grosse Streaming-Reichweite und weckte entsprechend hohe Erwartungen an das neue Album. Nach einem kurzen Intro, in dem lediglich Schritte zu hören sind, eröffnet «Deathrace» mit dem gleichnamigen Titeltrack voller Power und gibt damit den Ton für den Rest der Platte vor. Im Gegensatz zum Vorgänger «Wildfires» bewegt sich die Band zurück zu ihren Wurzeln: mehr klassische Metalcore-Elemente, weniger Synthesizer und Pop-Anleihen.
Die Gitarren rücken wieder in den Vordergrund, der Gesang klingt roher – insgesamt wirkt das Album aggressiver und unmittelbarer als sein Vorgänger. Neben Matt Flood von Caskets holt sich die Band weitere Gäste ins Boot: Steven Jones von Bleed From Within, David Schneider von The Butcher Sisters sowie Accvsed. Die Songs sind kompakt gehalten, einzig «Grey» überschreitet mit gut vier Minuten die Spielzeit der übrigen Tracks. Die Übergänge sind schnell, die Produktion dicht – Leerlauf findet sich auf «Deathrace» nicht.
Ein übergeordnetes Konzept verfolgt das Album nicht, wohl aber eine klare Botschaft: Die Lyrics lesen sich wie eine Verarbeitung persönlicher wie gesellschaftlicher Themen – Macht und Gier, soziale Ungerechtigkeit, der Verlust von Zusammenhalt. Während die Welt insgesamt ein Todesrennen führt, kämpft jeder Einzelne sein eigenes: gegen Traumata, mentale Überforderung, Trauer und Wut. Der Titel «Deathrace» trifft damit den politischeren Ton dieses Albums genau.
Mit «Deathrace» liefern Rising Insane ihr bislang härtestes und direktestes Werk – mit einer stimmigen Balance zwischen Härte und Melodie, auch wenn die einzelnen Songs wenig Abwechslung bieten. Riffs, Breakdowns, Hardcore-Energie: Das Album ist auf hohe Live-Tauglichkeit gebaut – ein Konzertbesuch lohnt sich hier auf jeden Fall.
Stéphanie P.