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Als ich Gary Arce einmal live in der Schweiz gesehen und getroffen habe, wurde mir sofort eines klar: Sein Gitarrenspiel scheint einer ganz eigenen Logik zu folgen. Sein Stil verfolgt einen natürlichen Fluss, der sich weniger wie Komposition und mehr wie Instinkt anfühlt. Strukturen entstehen, lösen sich auf und verwandeln sich in Echtzeit.
"Hahahaha—ha—HA—HAHAHAHA!!" Die ersten Momente von «Stoned Villains» fühlen sich an, als würde man einen rauchverhangenen Jahrmarkt betreten, der von Verrückten geleitet wird: Ein verstörendes, fast schon Joker-artiges Gelächter gibt den Ton an, bevor die Band einen kopfüber in ihr dichtes, riffgeladenes Universum zieht. Von da an verschwendet das Turiner Quartett keine Zeit: Das ist Sludge Metal mit voller Wucht, bei dem jeder Groove wie eine langsam schwingende Abrisskugel einschlägt.
Ich bin eigentlich ein grosser Fan von Space- und Psychedelic-Musik – besonders Bands wie Naxatras oder auch My Sleeping Karma treffen genau meinen Geschmack. Mit «Beyond The Beyond» tauchen THE COSMIC DEAD erneut kopfüber in ihr charakteristisches Universum aus ausuferndem, halbimprovisiertem Space Rock ein – doch diesmal fühlt sich die Reise eher anstrengend als lohnend an.
Mit ihrer Rohheit wirkt die Band MONSTERNAUT in der heutigen, übermässig glattpolierten Musik-Landschaft fast schon provokativ. Das finnische Trio reduziert dabei alles auf das Wesentliche und geht noch einen Schritt weiter!
Die Nadeln schlagen rot aus, und niemand hat vor, sie wieder runterzudrehen. THE LORDS OF ALTAMONT stürmen mit «Forever Loaded» zurück in meine Kopfhörer. Das fühlt sich wie ein Aufstand in Retro-Bomber-Jacken an.
WEEDPECKERs «V» trifft einen nicht wie ein Bong-Zug ins Gesicht, sondern ist eher wie das langsame Ausatmen danach, wenn der Raum grösser erscheint als zuvor und die Zeit sich höflich zu einem setzt. Die polnische Band bleibt mit einem Bein im Stoner Rock, doch der Grossteil dieses Albums schwebt irgendwo zwischen Late-Night-Prog, verschwommenem Shoegaze-Glow und sanft melancholischer Psychedelia.
Mit «A Sinner's Child» zeigt uns die schwedische Band WITCHCRAFT, dass Intensität nicht zwangsläufig mit Lautstärke einhergeht. Die EP mit fünf Tracks wirkt bewusst intim, fast wie eine Late-Night-Session, bei der der Zuhörer nur wenige Meter von den Musikern entfernt sitzt. Anstelle von gewaltigen Riffs und einer dichten Produktion liegt der Fokus auf Atmosphäre, Melodie und der unverwechselbaren Stimme von Bandgründer Magnus Pelander.
Mit «Buried Under The Weight Of Reason» liefern DESERT STORM ein ausgereiftes Statements ihrer Karriere - Ein Album, das "heavy" nicht nur durch harte Riffs oder laute Gitarren ausdrückt, sondern auch durch eine dichte, bedrückende Stimmung, langsame Rhythmen und eine spürbare emotionale Belastung.
BELZEBONG klingen mit ihrem «The End Is High», als hätte Satan ein veganes Restaurant eröffnet, dessen Speisekarte ausschliesslich verbotenen Spinat enthält. Warum? Weil dieses Album nicht auf eine kirchenverbrennende Art und Weise böse wirkt. Es wirkt böse, als hätte man vergessen welcher Tag heute ist, und die Lava-Lampe wäre zum Lebensberater geworden.
Es ist schon eine stille Ironie, wie zuverlässig Italien immer wieder fesselnde Doom-Bands hervorbringt (siehe meine Rezensionen zu Messa und Epitaph). Ein Land, das man mit Sonnenschein und Wärme verbindet, liefert immer wieder grossartige Musik, die von Schatten, Schwere und Introspektion geprägt ist. «The Grotesque Within», das vierte Album des norditalienischen Quartetts OREYEON, fügt sich in diese Tradition ein, ohne sich davon einengen zu lassen.