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WEEDPECKERs «V» trifft einen nicht wie ein Bong-Zug ins Gesicht, sondern ist eher wie das langsame Ausatmen danach, wenn der Raum grösser erscheint als zuvor und die Zeit sich höflich zu einem setzt. Die polnische Band bleibt mit einem Bein im Stoner Rock, doch der Grossteil dieses Albums schwebt irgendwo zwischen Late-Night-Prog, verschwommenem Shoegaze-Glow und sanft melancholischer Psychedelia.
«Fading Whispers» dehnt sich geduldig aus, Gitarren kreisen wie Rauchringe, die sich nicht auflösen wollen. Anstatt einen grossen Höhepunkt anzustreben, lässt die Band den Groove atmen: Die Drums drängen kaum, die Synthesizer schimmern und plötzlich sind elf Minuten vergangen, ohne dass man sich gewehrt hat. «Ash» ist im Ton schwerer, aber nicht im Gewicht: eine warme, bittersüsse Strömung, die sich in der Mitte in einem dichten Riff niederlässt, wie Wolken, die sich nach einem friedlichen Sonnenuntergang sammeln.
«In The Dark We Shine» wird zum emotionalen Zentrum: Sanfte Vocals, leuchtende Keyboards und eine Melodie, die schon beim ersten Hören nostalgisch wirkt - perfekt für Hörer, die ruhige Momente von Elders mehr geniessen als ihre Stürme. «Mirrors» ist am singleartigsten: rhythmisch fundiert, einprägsam und mit einem fast beiläufig wirkenden Hook. «The Last Summer of Youth» beendet die Reise mit einem allmählichen Abheben, einem langen Aufstieg, der irgendwo zwischen Akzeptanz und sanfter Euphorie landet.
Ein Fan hat auf Reddit den Reiz am besten zusammengefasst: "Sie sind Heavy Psyche der Spitzenklasse." Das ist zutreffend, wobei dass "heavy" hier eher aus dem Gefühl als aus der Verzerrung kommt. Im Vergleich zu riffdominierten Stoner-Bands legen Weedpecker Wert auf Atmosphäre und Geduld. Das macht «V» ideal für nach Mitternacht, Kopfhörer und Zuhörer, die ihren Rock eher expansiv als überwältigend mögen. Nicht jeder Moment fesselt sofort, aber das Album belohnt Hingabe - und manchmal ist das die bessere Reise. Schiebt angenehm!
Lukas R.