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Mit «Survive/Yourself» schärfen DEMONS MY FRIENDS ihre Identität zu etwas, das zugleich vertraut und beunruhigend persönlich ist. Das Trio setzt auf einen dichten, heruntergestimmten Sound, der Anklänge an den Alternative Rock der 90er-Jahre aufgreift, sich jedoch weigert, in Nostalgie zu versinken. Stattdessen bewegt sich das Album mit einer bewussten Schwere: Langsam aufbauende Riffs prallen auf Ausbrüche von Dringlichkeit, während die Rhythmusgruppe alles in einem dichten, beinah tanzbarem Groove verankert.
Was diese Veröffentlichung auszeichnet, ist ihre emotionale Direktheit. Es gibt keinen Versuch, Verletzlichkeit hinter Abstraktion zu verbergen: Die Songs wirken gelebt und eher von Druck geformt, als für den Komfort aufpoliert. Titel wie «The Theory Of Change» zeigen diese Balance gut auf und wechseln zwischen Zurückhaltung und Ausbruch, ohne dabei an Zusammenhalt zu verlieren. An anderer Stelle experimentiert die Band subtil mit Textur wie Tempo und hält die Aufmerksamkeit der Zuhörer gefesselt, ohne die bedrückende Atmosphäre des Albums zu zerstören.
Die Produktion bewegt sich auf einem schmalen Grat: Sie ist klar genug, um Details hervorzuheben, hat aber dennoch eine gewisse Rauheit. Der oft zwischen Melodie und Anstrengung schwingende Gesang fungiert als emotionaler Kern und führt einen durch Momente der Spannung und Entspannung. «Survive/Yourself» wird diejenigen nicht ansprechen, die nach sofortigen Ohrwürmern oder Easy Listening suchen. Fans von schwerem, introspektivem Rock und Grunge-Doom erwartet jedoch ein fesselndes, ehrliches Erlebnis, das Geduld und wiederholtes Anhören anstatt sofortige Befriedigung belohnt.
Lukas R.