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Aus Saint-Pierre stammt das Trio LOMOR. Hört man sich den derben und wilden Thrash Metal an, muss das Leben auf dieser wunderschönen Insel ziemlich schrecklich sein, wenn man sich die musikalischen Attacken der Jungs zur Brust nimmt. Da hätte ich eher auf einen stimmigen Reggae getippt, als auf diese zerstörerischen Melodien.
Vielleicht werden Sonne, Sand, Strand und Palmen mit der Zeit doch ziemlich langweilig, ich weiss es nicht. Die Gitarren erinnern an ein Sound-Gewitter, wie man es von den ersten Kreator Scheiben her kennt. Auch der Gesang erinnert an eine kernigere Version von Mille mit vielen Elementen von Coroners Ron Broder. Mit eingestreuten Tempi-Wechseln und wenigen Verweisen hin zu Testament wie Metallica («Sanctuary»), halten Babouk (Gesang, Gitarre), Micha (Bass) und Typhvs (Drums) das Geschehen spannend.
Trotzdem fehlt den Tracks ein gewisser Grad der Wiedererkennung. Wie so oft bei vielen, neueren Thrash Bands, werden die Songs mit viel Power und Energie aus den Boxen gewuchtet. Am Ende bleibt aber kaum was haften, wie früher bei den alten Klassikern von Sodom, Kreator, Testament, Overkill, Metallica oder Slayer. «Sabouk Rouge» ist so gesehen kein schlechtes Album, aber eines, das sich den Weg in die Herzen der Thrash-Fans erst noch bahnen muss.
Tinu