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Bands sind oft wie eine Familie und es gibt kaum etwas Schlimmeres zu verkraften, als wenn sich ein Familien-Mitglied das Leben nimmt. SHIELDS mussten dies zu Beginn des Jahres 2018 erleben und haben sich daraufhin kurzerhand aufgelöst. Nun sind sie wieder da, und ihre Widerstandsfähigkeit ist ein Beweis für ihre Fähigkeit, auch die schwierigsten Erfahrungen des Lebens gemeinsam durchzustehen.
Gegründet 2012 von den Hauptsongwritern Joe Edwards (Gesang) und Samuel Kubrick Finney (Gitarre/Gesang), bedeutet ihre Rückkehr, angesichts der tragischen Umstände, eine mutige Entscheidung. Dennoch lassen Shields nichts unversucht, um mit kraftvollen neuen Tracks zurückzukehren und gemeinsam mit ihren Fans, die nächste Evolutionsstufe ihres Sounds zu erleben. Dieses neue Kapitel wird, neben den beiden Gründungsmitgliedern, nun auch von Alastair Wain (Schlagzeug) und Krishan Pujara (Bass) unterstützt.
Doch was darf musikalisch erwartet werden? Wer viel zeitgenössischen Metalcore hört, entwickelt nämlich nicht selten eine gewisse Ermüdung, eine geringe Toleranz gegenüber Trends und Kopien. «Death & Connection» ist anders. Es beginnt kontrovers mit einer gesprochenen Passage, die sich explizit mit dem Tod befasst: aufrichtig, doch ziemlich schräg. Es bleibt schräg, zumindest was das Musikalische angeht. Anstatt sich auf einen Rhythmus festzulegen, schwingt sich die Band weiterhin über jedes einzelne Hindernis.
Offenherzig, ehrlich trifft man den Punkt genau oder schlägt hemmungslos daneben. Keine leichte Kost! In seiner direktesten Form kommt «Abuser» daher, so böse und gemein, wie der Titel vermuten lässt. Mit einer Länge von gut einer Minute ist er ein reissender Deathcore-Song, voller Gift, Galle und Fluchen. Ähnlich kommt «Wolfskin» rüber, ein Song mit hartem Gitarrensound, der dich durch die kurze Spielzeit schleift. Als wahre Stärke der Band könnte die unermüdliche Kreativität bezeichnet werden, die allerdings das Hören der zwölf Songs nicht vereinfacht. Jeder Track scheint aus zwei oder mehr widersprüchlichen Teilen zu bestehen, die kaum miteinander vereinbar sind.
Ein weiteres seltsames Element ist Edwards' Mischung, verschiedener Gesangsstile. Diese könnten extrem fesselnd sein, doch es fehlt irgendwie an einer leitenden Gesamtrichtung. Trotz aller Inspiration zur Mitte hin, sind die letzten Momente des Albums genauso holprig wie der Anfang. Shields darf man gratulieren, dass sie sich wieder in den Sattel geschwungen und ein Comeback-Album geschaffen haben, doch mit «Death & Connection» ist leider nur soviel sicher, dass nichts sicher ist!
Oliver H.