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Aarhus gilt als eine Stadt, die Dinge offen und lautstark vertritt, und genau nach diesem Prinzip wurden DEFACING GOD 2015 gegründet. «Darkness Is My Crown» ist ein kompromissloses und emotional ernstes Werk, ein Album über Transformation, das auch so klingt. Die Dänen jagen keinen Trends hinterher und bügeln auch keine Falten, doch sie liefern ein Album ab, in dem sich Blackened Death Metal, symphonische Dunkelheit und okkulte Atmosphäre überschneiden.
«Darkness Is My Crown» scheint in der Hitze der Musiker-Persönlichkeiten geschmiedet worden zu sein. Eine davon ist Sandie „The Lilith“ Gjørtz. Sie ist die prägende Präsenz des Albums, eine Sängerin, deren Stimm-Umfang über diese zehn Tracks hinweg wirklich beeindruckend ist und die von Wildheit zu etwas fast Elegischem wechselt, ohne dabei den Faden zu verlieren. Der Rest der Besetzung, Jakob Batten (g), Christian Snapholt Nielsen (g), Rasmus „Kalke“ Munch Nielsen (b) und Michael Olsson (d), agiert als geschlossene, zielstrebige sowie rasende Einheit.
Das Album beginnt mit «Nocturnal Vestige», das sanft in eine Welt einführt, die schnell an Bissigkeit zunimmt. «Malediction Manor» und «It Comes At Night» machen keinen Hehl daraus, dass diese Platte keinen Schonwaschgang hat. «I See Shadows» und «Nefarious Enclave» dringen tief in den thematischen Kern des Longplayers vor, und «Hymns Of The Memoir» trägt jene Schwere in sich, die dann entsteht, wenn eine Band aus etwas Realem schöpft. Ein Moment der Ruhe inmitten des musikalischen Sturms. Was dieses Album von der beachtlichen Masse an Extreme Metal-Alben abhebt, die weltweit veröffentlicht werden, ist die emotionale Architektur der Songs.
Sie befassen sich wirklich mit der Dunkelheit, anstatt sie nur darzustellen. «There Is No Light» und «Your Presence Lingers Here» halten genau diese geschaffene Stimmung mit einer erdrückenden Intensität aufrecht. «Transition» leitet, wie der Titel vermuten lässt, über, und der Rausschmeisser «The Last Revelation» bringt alles mit einer melodisch geschmiedeten Endgültigkeit auf den Punkt. Defacing God tauchen tiefer in das ein, was sie auszeichnet, und «Darkness Is My Crown» verlangt, nach seinen eigenen Massstäben gehört zu werden. Der Fünfer festigt seinen Platz in der Welt der Extreme: nicht durch Spektakel, sondern durch Authentizität, emotionale Tiefe und eine unerbittliche Vision.
Oliver H.