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Die letzten Alben von Exhumed waren Reisen durch Schottlands Friedhöfe und Operations-Säle, durch die Horror-Abteilungen der Videotheken ihrer Jugend und durch die eigene Band-Geschichte. Dieses Mal geht der Trip an einen Ort, den die Menschheit unverhältnismässig oft besucht - die amerikanischen Strassen.
«Red Asphalt», das neueste Werk der treibenden Kraft des Gore Metal, lässt den hooklastigen, rasanten Deathgrind der Band in groovige, gefährliche musikalische Kurven übergehen, die einem das Genick brechen könnten. «Red Asphalt» ist eine kranke Liebeserklärung an den Asphalt dieser Welt, mit schrecklichen Unfällen, defekten Autos, blutigen Lehrvideos, zombifizierten Biker-Gangs und vielem mehr. Ganz getreu dem Motto von Exhumed zieht «Red Asphalt» den Zuhörer in einen Strudel aus riffgeladenem Wahnsinn.
«Unsafe At Any Speed» gibt ordentlich Gummi auf dem Weg zu Mach 666 und ist der perfekte Opener für eine Platte, die sich mit den dunklen Highways und blutigen Nebenstrassen Amerikas befasst. Mit unerwartet melodischem Dual-Leadwork, der Gitarristen Matt Harvey und Sebastian Phillips, ist der Titeltrack nicht ganz so rasend wie sein Vorgänger, aber mit «Shock Trauma» kehrt die Welt der Geschwindigkeits-Fanatiker zurück.
«Shovelhead» groovt, ist irgendwie vom Blues geprägt und einer der Favoriten dieses Albums. Ross Sewage, der Mann am Bass startet bei «Crawling From The Wreckage» einen langsamen und tiefen Gang-Grinder, und Harveys Stimme klingt wilder und manischer denn je. Nach dem Speedfreak «Symphorophilia» erliegt man dem Song «The Fumes», der nach Strasse stinkt und in einem Haufen aus verkrustetem Staub, Fleisch und Treibstoff zusammenbricht. Exhumed präsentieren auf «Red Asphalt» zehn inspirierte und schmutzige, schlammgetränkte Gore-Songs, deren Träger, in der Szene, zu den verstörendsten Alben des Jahres 2026 gehören könnte.
Oliver H.