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Nun, da plötzlich jeder "weiss", wer Banksy ist, erscheint es nur fair, ein anderes sorgfältig gehütetes Geheimnis zu respektieren. Ja, wir werden die Identitäten von GAEREA genau dort belassen, wo sie hingehören: hinter der Maske.
Mit «Loss» wagt das Kollektiv aus Porto einen weiteren Schritt weg von den schattenhaften Ecken des Post Black Metal hin zu einer weitläufigen, emotionsgeladenen Klanglandschaft. Was einst von unerbittlicher Trostlosigkeit lebte, atmet nun durch Kontraste: schimmernde Melodien, sorgfältig platzierte klare Gesangspassagen und Refrains, die weit länger nachklingen als erwartet. Doch trotz dieser neu gewonnenen Zugänglichkeit gibt die Band ihre Wurzeln nie ganz auf: Es gibt immer noch eine anhaltende, unterschwellige Spannung und das Gefühl, dass die Dunkelheit nie weit entfernt ist.
Klanglich wirkt «Loss» eher architektonisch als bedrückend. Gitarrenwände erheben sich und brechen wie Wellen zusammen, während der Gesang zwischen viszeralen Schreien und zerbrechlicher Klarheit wechselt und eine menschliche Verletzlichkeit hinzufügt, die frühere Veröffentlichungen nur andeuteten (Sleep Token lässt grüssen). Die Produktion verstärkt diesen Dynamik-Umfang und gibt jedem Element Raum, ohne an Gewicht einzubüssen. Was das Album besonders macht, ist seine Bereitschaft zu polarisieren.
Einige Momente tendieren hin zur modernen Metal-Ästhetik und flirten sogar mit Mainstream-Strukturen, während andere die eher aggressive Identität der Band bewahren. Dieses Wechselspiel wird zum bestimmenden Merkmal des Albums und ist keineswegs ein Makel. «Loss» mag Puristen verunsichern, doch es öffnet neue Türen für Zuhörer, die emotionale Tiefe in der Heavy-Musik schätzen. Es ist kein perfektes Album, aber eine zielgerichtete und faszinierende Weiterentwicklung, die zur Diskussion anregt und sich beim wiederholten Anhören auszahlt.
Lukas R.