
Swiss Hard Rock and Heavy Metal Magazine since 1999
You can reach us via email or phone.
+41 (0) 79 638-1021
Metal Factory since 1999
Nach vier Jahren Veröffentlichungs-Abstinenz kehren LAMB OF GOD mit ihrem neuen Werk «Into Oblivion» zurück. Doch, was kann von einer Band erwartet werden, die so viele Jahre im Business aktiv ist und nicht als besonders innovativ gilt? Am besten nichts erwarten, sondern den Sound für sich sprechen lassen!
Lamb Of God nehmen nämlich während zehn Songs ihre Position als moderne Metal-Veteranen ein, die niemandem etwas schuldig sind und nichts mehr beweisen müssen. Die geballten Tracks knüpfen gekonnt an die Wurzeln der Band an, verstärken ihren charakteristischen Groove und erweitern ihren musikalischen Ansatz, was zu einer Platte führt, die sowohl straff geführt als auch ungebunden wirkt. Die Band hat sich für «Into Oblivion» von allen Trends oder Erwartungen befreit, was neben traditionellen Songs wie «The Killing Floor» auch Platz für Titel wie «El Vacio» geschaffen hat.
Altbestehend sind hingegen die Texte von Sänger Randy Blythe, der bekanntlich selten ein Blatt vor den Mund nimmt. «Into Oblivion», was soviel wie "ins Vergessen" heisst, ist eine Klageschrift ans heutige Amerika: Dinge, die vor zwanzig Jahren noch entsetzt hätten, sind heute akzeptiert. Damit ist im Allgemeinen der anhaltende und rasche Zerfall des Sozialvertrags gemeint. Auch wenn sich Lamb Of God über die Jahre immer wieder mit Kritiken an ihrem ewiggleichen Sound herumschlagen mussten, auch «Into Oblivion» nicht völlig anders ist, ist es dennoch gefühlt das vielseitigste Werk der Band: anspruchsvoll, vielschichtig, kraftvoll und enorm zugänglich, auch für Genre-Einsteiger.
Die Instrumente wurden an mehreren Orten aufgenommen, die eng mit der Identität der Band verbunden sind. Die Schlagzeugspuren wurden in Richmond, Virginia, aufgenommen, Gitarren und Bass in Mortons Heimstudio. Blythe nahm seinen Gesang im legendären "Total Access Studio" in Redondo Beach, Kalifornien, auf, dem Geburtsort wegweisender Punk-Alben von Black Flag, Hüsker Dü und Descendents. Produziert und gemischt wurden die schlussendlich vollen 39 Minuten von Josh Wilbur, einem langjährigen Studio-Kollegen der Band. Lamb Of God haben sich irgendwie selbst übertroffen und sind mit «Into Oblivion» wieder an die Spitze des Groove-Metals zurückgekehrt.
Oliver H.