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Wenn es darum geht, wie präsent die Musik von VILLAGERS OF IOANNINA CITY im Hause Ritzel ist, gibt es nur eine ehrliche Antwort: Seeehr präsent! Ich kann dafür nicht einmal die volle Verantwortung übernehmen, denn VOIC sind eigentlich die Lieblingsband meiner Frau. Ihre Musik begleitet uns folglich fast jeden Tag. Zum Glück hat sie einen ausgezeichneten Geschmack (Metallica, G&R, Pink Floyd).
Nach mehreren Singles melden sich die Griechen endlich mit einem neuen Album zurück. «Venceremos» erscheint am 18. September 2026 bei Napalm Records, und ich bin leider zu spät dran, um als Erster die Bestnote zu vergeben. Mein liebstes deutschsprachiges Musikmagazin, Eclipsed, hat es bereits zum Album des Monats gekürt. Da kann ich nur von ganzem Herzen zustimmen. Meine Frau kann diese neun neuen Songs in den nächsten Monaten getrost in Dauerschleife laufen lassen.
Villagers Of Ioannina City haben schon immer Heavy- wie Progressive-Rock mit psychedelischen Stimmungen und den traditionellen Klängen ihrer griechischen Heimat kombiniert. Auf «Venceremos» wirkt diese Mischung kraftvoller, fokussierter und metallischer denn je. Dudelsäcke, Zourna und andere Blasinstrumente werden behutsam eingesetzt: Sie behalten ihren exotischen Charakter, ohne die eigentlichen Songs zu überlagern. Diese Ausgewogenheit ist eine der grössten Stärken der Band.
Das Album spielt in einer dystopischen Welt, die von Angst, Täuschung und Kontrolle beherrscht wird. Seine Reise durch Entfremdung, Exil, Rebellion und Erwachen führt letztendlich zu einer zentralen Idee: Freiheit. Nach dem Opener «Alienation» zieht uns «Home» mit seinem ungewöhnlichen 5/4-Rhythmus, dem hypnotischen Gesang und einem berauschenden Dudelsack-Höhepunkt sofort in seinen Bann. «Ghosts In The Sky» verbindet treibende Grooves, weitläufige Post-Rock-Gitarren und Folk-Elemente mit einer fast filmischen Weite. Der Titeltrack wird zu einer kraftvollen Heavy-Rock-Hymne, während seine Dudelsäcke gelegentlich an Subway To Sally erinnern.
«The Ruiner» wagt sich in deutlich dunklere Gefilde vor. Seine obsessive Atmosphäre, die sich wiederholenden Gesangslinien und die zunehmende Intensität erinnern an die frühen Tool, bevor der Song ein fast industrielles Mass an Härte erreicht. Mein persönliches Highlight ist jedoch «Here And Now». Alex Karametis singt wieder einmal grossartig, während sich der emotionale Refrain sofort in das Gedächtnis des Zuhörers einprägt. Einige der Gitarrensoli auf diesem Album sind ehrlich gesagt so schön, dass sie mich fast zu Tränen rühren. Gegen Ende bricht der Song plötzlich mit der Energie klassischer Deep Purple hervor.
Das siebenminütige «Requiem» sorgt für einen angemessen epischen Abschluss und vereint progressive Strukturen, traditionelle Instrumentierung und befreiende Heavy-Rock-Kraft. «Venceremos» ist melodisch, emotional, abenteuerlich und genau an den richtigen Stellen heavy. VOIC haben ihre einzigartige Identität verfeinert, ohne dabei ihre Seele zu opfern. Das ist griechischer Heavy Psych in seiner fesselndsten Form - und ein Album, das im Hause Ritzel endlos weiterlaufen wird. Und wenn ihr je die Chance habt; Live sind sie noch besser!
Lukas R.