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Live-Alben im Extreme Metal lassen sich oft in zwei Kategorien einteilen: Entweder es handelt sich um eine verschwommene Wand aus Lärm oder um eine höfliche Dokumentation korrekt gespielter Songs. «Darkness Alive» liegt irgendwo dazwischen – es fühlt sich an, als stünde man zu nah an der Bühne, während die Lichter in den Augen brennen und die Kick-Drum den Brustkorb durcheinanderwirbelt.
Die griechischen Symphonic-Extreme-Metaller übersetzen ihren theatralischen Studiosound in etwas Roheres und Gefährlicheres, ohne dabei die grandiose Atmosphäre zu verlieren, die sie auszeichnet. Keyboards und Chöre sind immer noch im Hintergrund präsent, wirken hier aber eher wie Gewitterwolken als wie polierte Ornamente.
«Crimson Dawn» und «Pentalpha» machen sofort klar, dass es sich nicht nur um eine Greatest-Hits-Aufnahme handelt: Die Tempi treiben voran, der Gesang klingt schärfer, beinahe konfrontativ. «Dark Web» wird live aggressiver und verliert etwas von seinem modernen Glanz zugunsten von Biss. «Into Hell Fire We Burn» wird zu einem echten Crowd-Ritual – der Refrain ist eindeutig für erhobene Fäuste und erschöpfte Stimmen gedacht.
Der Höhepunkt, «Dragona», entfaltet sich auf der Bühne auf dramatische Weise. Seine Black-Metal-Geschwindigkeit kollidiert mit epischem Tempo und mündet in einem Finale, das sich verdient anfühlt.
Die Aufnahme behält genug Unvollkommenheiten, um authentisch zu bleiben, ist aber klar genug, um die Musikalität zu würdigen. Fans der Pracht von Septicflesh oder der Zeremonien von Behemoth werden hier viel zu geniessen finden.
Für Gelegenheitshörer ist sie nicht unbedingt notwendig, aber für diejenigen, die Atmosphäre und Publikumsenergie schätzen, fängt Darkness Alive eine Band ein, deren Identität eher unter Konzertlichtern als in einem Tonstudio am natürlichsten zum Ausdruck kommt.
Lukas R.