Montag, 22. Juni 2026

Metal Factory since 1999

LP/CD-Reviews (6013)

Probieren geht bekanntlich über studieren, und diesen Leitspruch scheinen die Amerikaner FROZEN SOUL, bei der Produktion ihres dritten Albums «No Place Of Warmth», herzlichst berücksichtigt zu haben. Das Album ist nämlich ein frostiger Brocken Todesmetal geworden, der sehr überzeugend dargeboten wird.
Schon der Eröffnungs-Song «Hey Sugar» von KISSING KAOS überzeugt als sehr melodiöser Hard Rock Song mit eingängiger Gesangs-Melodie. Joe Flynts Stimme gefällt sofort und erzeugt gleich gute Laune.
Mit «Etheric Realms Of the Night» veröffentlichen IATT (ausgesprochen "ei ät") nicht nur ein Album, sondern schaffen ein umfassendes audiovisuelles Erlebnis.
Frida Ohlin, die Sängerin mit der markanten roten Mähne und ihre Band REXORIA sind nach drei Jahren wieder mit einem neuen – dem insgesamt vierten - Longplayer zurück. Am Rezept haben sie zum Glück nichts geändert, nach wie vor zockt man melodiösen Power Metal, der mit symphonischen Elementen mächtig Pathos aufwirbelt. Mit Mike Anderson von Tungsten und Johnny Gioeli von Axel Rudi Pell hat man diesmal sogar zwei Gastsänger am Start. Grund genug also sich etwas näher mit «Fallen Dimension» zu beschäftigen.
Mit Facelift in die Zukunft: so oder ähnlich könnte man die Karriere von SACRIVERSUM passend beschreiben. Die Polen wurden Anfang der 90er Jahre gegründet und ihr Debüt-Album «The Shadow Of The Golden Fire» gilt als Kultalbum im Subgenre des Oldschool Death Metals. Im Wandel der Zeit verfolgte der Fünfer einen etwas anderen Ansatz (gotisch anmutenden, melodischen Metal), und löste sich schliesslich 2005 auf.
Jenseits der Wolken, jenseits des letzten verklingenden Echos der Verzerrung, durchschneidet ein Raumschiff die Leere. Und darin? Vielleicht, nur vielleicht, ist es Ozzy Osbourne auf seinem Rückflug aus jenem Rock'n'Roll Jenseits, über das er nun herrscht. R.I.P. – aber nicht verschwunden, sondern nur umgeleitet.
Meine Kollegen werden vermutlich erneut die Augen verdrehen - wieder eine ausführliche Besprechung, wieder eine hohe Bewertung. Ist das also ein Album für die Ewigkeit? Wahrscheinlich nicht. Doch im Hier und Jetzt entfaltet diese Musik eine enorme Wirkung: Sie begleitet, fordert und fasziniert. Sicher kein Werk für jeden Geschmack, aber für mich in diesem Moment absolut überzeugend. Eventuell sogar was für Renés "MF End-of-the-year top 10".

SEVENDUST – One

Freitag, 08. Mai 2026
SEVENDUST legen mit «One» ihr fünfzehntes Studio-Album vor – und bleiben dabei konsequent sich selbst treu. Was auf den ersten Blick wie Stillstand wirken mag, ist in Wahrheit das Fundament ihrer Stärke: unmittelbare Ehrlichkeit, die keine Verkleidung braucht. Ihre Fangemeinde weiss und erwartet das seit Jahrzehnten – auch wenn der eine oder andere neue Impuls willkommen gewesen wäre.

ALICATE – Too Bad To Be Good

Donnerstag, 07. Mai 2026
Die schwedischen ALICATE wurden Ende der Achtziger gegründet und haben sich dem melodischen Hard Rock verschrieben. Was damit gemeint ist, präsentiert der Titelsong, der durch eine Keyboard Melodie getragen wird, aber immer noch über genügend Eier verfügt, um nicht in schwülstigen Sounds unterzugehen.

ABRAMS – Loon

Donnerstag, 07. Mai 2026
Der Vierer aus Denver Colorado berichtet hier von komplettem Chaos und entsprechender Hoffnungslosigkeit. So entstanden sowohl die härtesten und auch die eingängigen Songs, gibt Sänger und Gitarrist Zach Amster von ABRAMS bekannt.
Da die Welt am Rande der völligen Zerstörung zu stehen scheint, braucht es gewisse Helden, die das Ganze nicht so todernst sehen. Glücklicherweise gibt es sie im hohen Norden Kanadas, die Geheim-Agenten des Slam: CRÈME FLESH!
Finnland, düstere Mucke und kein Ende in Sicht. "Mal besser, mal Buner" sag ich da nur. Nun, GRAIN OF PAIN kommen mit ihrem zweiten Album daher, 2024 war die Geburt des Erstwerkes. Hmmm..., aber Moment mal, diesen cleanen Gesang, den erkenne ich doch..., und nach einer kurzen Recherche war klar: Jupp, das ist Lars Eikind.

KAASIN – The Underworld

Mittwoch, 06. Mai 2026
Die Norweger von KAASIN kommen mit ihrem zweiten Album ums Eck. Die Jungs um Sänger Jan Thore Grefstad (Saint Deamon, TNT) werden dabei allen Fans des Classic Rocks mit ihren Liedern beglücken. Das liegt an der Spielweise von Gitarrist Jo Henning Kaasin, der mit verdammt viel Gefühl in den Fingern ins Rennen geht und immer wieder an Michael Schenker erinnert.

FRONTSIDE – Nemesis

Mittwoch, 06. Mai 2026
Mit «Nemesis» legen FRONTSIDE ein Album vor, das keine Umwege kennt. Hier wird nicht lange aufgebaut oder experimentiert – die Platte geht direkt nach vorne und bleibt über weite Strecken im Angriffs-Modus. Genau das ist Stärke und Schwäche zugleich.
Das Konzept hinter «The Sound of Absent Life» ist offensichtlich: eine erfahrene Besetzung, eine klare Hingabe an den klassischen Epic Doom und ein bewusst roher, analoger Aufnahmestil.

BARA – Mary Cry

Mittwoch, 06. Mai 2026
Nun ja..., Italos..., die ach so melodramatische, sich ins Seufzende übergebende Musik spielen. Kennt man von irgendwo her, nur in besser. Im Prinzip wären die Jungs von BARA ja gar nicht mal so übel, es sind definitiv Anleihen an Bands Wie Fields Of The Nephilim oder Dreadful Shadows vorhanden, allerdings bemüht man sich krampfhaft, einen auf düster-mysteriös zu machen.

BATTLEROAR – Petrichor

Dienstag, 05. Mai 2026
Epic Metal und Griechenland. Das passt einfach zusammen wie Pech und Schwefel. BATTLEROAR sind Vertreter dieser Behauptung, und im Underground haben sie längst Kultstatus erlangt.
POLY-MATH sind eine Instrumental-Band aus Brighton und London, Grossbritannien, die Ethno-Jazz, klassischen Progressive, Post Rock und Math Rock miteinander verbinden. «Something Deeply Hidden» ist ihr fünftes Album.
Achtung, dies ist nix für Metal-Heads. Mit «Nowhere in Between Forever» weigern sich LANTLOS erneut, stillzustehen. Was vor Jahren im Schatten des Black Metal begann (.neon), hat sich nun in etwas weitaus Schwererfassbareres verwandelt: eine schimmernde Mischung aus Alternative Metal, Dream-Pop-Texturen und elektronischer Nostalgie, die zugleich unmittelbar und seltsam fern wirkt.
Vancouver ist die Heimatstadt dieses Trios, welches hier der Metal-Gemeinde sein zweites Album zu Füssen legt. Gerne würde ich natürlich eine gute Kritik schreiben, weil jede Band ja viel Herzblut in ihre Musik legt, aber ich kann diesem Album von EGREGORE leider nicht nur positive Zeilen bescheren.
Progressive Death Metal sieht sich einem neuen Namen gegenüber – ORDH. Ihr Debüt-Album «Blind In Abyssal Realms» macht sich definitiv daran, neu zu definieren, was der Begriff Progressive Death Metal wirklich bedeutet.
Mit «Did You Ask To Be Free?» zeigen AS EVERYTHING UNFOLDS einmal mehr, dass sie genau wissen, wie man Gegensätze nicht nur kombiniert, sondern elegant ineinander überführt. Oder anders gesagt: Dieses Album klingt so, als hätte jemand Chaos und Kontrolle in denselben Proberaum gesperrt – und beide hatten überraschend viel Spass dabei.
Fünf Jahre haben sich TIGER'S Zeit für ihr siebtes Album gelassen. In allen Songs schwingen dabei immer eine Portion Melancholie und viele Melodien mit. Letzteres berührt, egal, ob nun Gitarrist Ben Walsh oder Keyboarderin Brianna Collibs am Gesangs-Mikro stehen.
Erinnert sich noch jemand an die Band Karo, die 1988 mit «Heavy Birthday» ein richtig gutes Werk ablieferte? Der damalige Sänger DAN LUCAS erlangte seine Bekanntheit erst viel später, als er die Casting Show «The Voice Of Germany - Senior» gewann. Nun legt der Deutsche sein eigenes Album «Age Is Just A Number» vor, bei dem der Titel Programm ist.
THE DEAD DAISIES gehören zu den kraftvollsten und dynamischsten Live-Bands dieser Erdkugel. Die Shows der Amis sind stets elektrisierend, wie auch mitreissend und antreibend.

KONQUEST – Dark Waters

Samstag, 02. Mai 2026
KONQUEST sind ein weiterer Vertreter der New Wave Of Traditional Heavy Metal. 2019 in Italien gegründet, ist «Dark Waters» nun das dritte Werk des Quartetts. Die beiden Vorgänger-Alben habe ich als solide Metal-Scheiben im Gedächtnis, welche aber – und so ehrlich muss man sein – kaum noch in den CD-Schacht wandern. Zu stark ist die Konkurrenz.
ONLY HUMAN sind noch frisch in der Szene, dennoch steht die dänische Band mit ihrem Debüt-Album bereits vor dem grossen Durchbruch. «Planned Obsolescence» umfasst acht Songs, und «Drift» fungiert dabei als Opener.

IGNESCENT – Eternal

Samstag, 02. Mai 2026
IGNESCENT stammen aus Chicago und leben von der farbenfrohen Sängerin Jennifer Benson, die wie die Tochter vom Joker aussieht. Dass der Opener dann per Zufall auch «Joker» heisst, ist garantiert purer Zufall.
Mit «Lost In Hollywood» legen LOST IN HOLLYWOOD ein selbstbetiteltes Debüt vor, das klar im modernen Metalcore verankert ist, dabei aber immer wieder bewusst in Richtung Alternative Rock und eingängigerer Klangwelten schielt. Die Band setzt auf einen zeitgemässen Sound, der Härte und Melodie geschickt miteinander verzahnt und sich hörbar an einem internationalen Publikum orientiert.
Mit «Maledicti In Aeternvm» liefern die Italiener von DEATH DIES ein Album ab, das wie eine bewusste Schärfung der feindseligsten Kanten im Black Metal wirkt.
Freunde des brutalen Musikgeschmacks aufgepasst: mit dem Debüt «Contemplation Of A Declining World» stellen sich AILUROPHOBIA als neue CH-Band am todesmetallischen Himmel vor.

DARK HEART – Evolution

Freitag, 01. Mai 2026
«Evolution» ist das dritte Album von DARK HEART, die bereits 1984 mit dem Debüt-Album «Shadows Of The Night» ans Tageslicht traten. Ihr AOR, beziehungsweise Hard Rock profitiert von der Stimme von Alan Clark, der mit seinem kräftigem Organ den Songs den Stempel aufdrückt.

GODSNAKE – Inhale The Noise

Donnerstag, 30. April 2026
Mit «Inhale The Noise» liefern GODSNAKE ein grundsolides Thrash-Album ab. Modern mit Groove und Hooks. Der Schwerpunkt wird auf Riffs gelegt, welche die Nackenmuskulatur arbeiten lassen.

GRADE 2 – Talk About It

Donnerstag, 30. April 2026
Von der Isle Of Wight stammen GRADE 2, die 2013 von Schulfreunden gegründet wurden. Mittlerweile hat sich diese Band scheinbar einen guten Namen weit über die britischen Landesgrenzen gemacht. Wieso das so ist, kann man auf dem neuen Album «Talk About It» hören.
Dying Victims werden in näherer Zukunft die Alben der Saarländer wieder neu veröffentlichen. Den Anfang macht das Debüt-Werk aus dem Jahr 2009. War man damals noch als Quartett unterwegs, sind WITCHING HOUR mittlerweile zum Trio geschrumpft.
«Still There's A Glow» ist ein hart erkämpftes Dokument der Selbstreflexion und des Wachstums. SWEET PILL geben sich während dreizehn Songs unverfälscht und authentisch, voller lyrischer Ehrlichkeit.

SUNN O))) – Sunn O)))

Mittwoch, 29. April 2026
Auf dem Innencover steht das folgende Zitat: ‘Wir bewegen uns zu schnell und sind zu weit entfernt; alle Geschichten entgleiten uns, ausser unserer eigenen.’"(Robin Wall Kimmerer)
Mit zugänglichen Songs über Alltags-Themen, Party-Energie und metallischer Härte haben sich SKINDRED ein breites Publikum erspielt, das über die klassische Metal-Gemeinde weit hinausgeht. 2023 bescherte ihnen «Smile» – befeuert durch viralen Erfolg in den sozialen Medien – den bislang grössten kommerziellen Durchbruch ihrer Karriere.
Mit ihrer Rohheit wirkt die Band MONSTERNAUT in der heutigen, übermässig glattpolierten Musik-Landschaft fast schon provokativ. Das finnische Trio reduziert dabei alles auf das Wesentliche und geht noch einen Schritt weiter!

FIRESKY – Firesky

Mittwoch, 29. April 2026
Hier ist sie, die neue Sensation im AOR-Rock unter der Leitung von Drummer Mikka Brushane. FIRESKY defininiert sich als internationales Studio-Projekt, respektive als eine Band, lässt uns das Infoschreiben wissen. So, und jetzt kommt mir schon die Galle hoch!

TOXIKULL – Turbulence

Dienstag, 28. April 2026
Wer Anfangs Mai das – von Sin Starlett organisierte – "Starlett Stock Festival" in Luzern besuchen wird, darf sich auch auf den Auftritt der Portugiesen TOXIKULL freuen. Seit zehn Jahren mischt das Quartett zumindest die iberische Metal-Szene auf, aber auch im Rest von Europa hat man vor allem mit dem hervorragenden Vorgänger «Under The Southern Light» für Furore gesorgt.
Beim Namen SEPULTURA zieht sich ein Riss durch die Fangemeinde, der seit 1996 nicht mehr zu kitten ist. Für den Grossteil der Community existierte Sepultura bloss in der Urformation und starb mit dem Weggang von Frontmann Max Cavalera. Dies war aber kein Grund für die verbliebenen drei Musiker, die Flinte ins Korn zu werfen.
Mit «Reflections» legen FROM AHES TO NEW ihr fünftes Studio-Album vor – und befinden sich damit klar in ihrer Post-Etablierungsphase. Die Band ist längst kein Newcomer mehr, das Fundament steht. Was «Reflections» repräsentiert, ist kein Ausbruch, sondern eine Konsolidierung: Der Sound wird nicht neu gedacht, sondern auf Hochglanz gebracht. Wer das als Schwäche liest, verkennt die Stärke dahinter.

CREYE – IV Aftermath

Dienstag, 28. April 2026
Während Generation Radio typisch amerikanisch klingen, hört man bei den ersten Klängen, dass CREYE eine schwedische Truppe sein muss. Mit Refrains, die an Treat, Talisman und Europe erinnern, machen die Jungs nichts falsch.

ELEGANT WEAPONS – Evolution

Montag, 27. April 2026
Die Zeit nach Judas Priest hat sich Gitarrist Richie Faulkner mit dem Debüt-Album von ELEGANT WEAPONS schon 2023 gelegt. Damals erschien «Horns For A Halo» und hat mich in meinem Grundgerüst mächtig durchgeschüttelt.
Das von Sänger Romain Negro (Ex-Stortregn) ins Leben gerufene Projekt APOLAUSTIC schart Merlin Bogado (Gitarre/Bass) und Nicolas *Ranko" Muller (Schlagzeug) um sich, um das Debüt-Album «No Plenitude Without Suffering» zum Leben zu erwecken.
Spass beiseite – immer noch Chaos, aber diesmal mit Absicht. DON BROCO sind mit ihrem fünften Studio-Album «Nightmare Tripping» aus den eigenen Jugendjahren herausgetreten und positionieren sich unmissverständlich als reifere, international ernstgenommene Band. Es ist zugleich ihr erster Release unter "Fearless Records" – und ein bewusstes Ablegen der alten Haut.
Von dieser Band aus Manchester habe ich noch nie etwas gehört. Ich habe allerdings die Vermutung, dass dies unter anderem daran liegt, dass man bisher bei zwei kleinen Label unter Vertrag waren, die im deutschsprachigen Raum kaum stattfinden. Das Trio zockt räudigen Black Metal mit viel Punk-Einflüssen, präsentiert nun sein viertes Album und der Name WOLFBASTARD ist tatsächlich Programm, ebenso die Tatsache, dass man mit gerade mal 29 Minuten genretypisch kurz unterwegs ist.

THE ORDER – Empires

Samstag, 25. April 2026
Wow, da sind sie wieder! Die Schweizer Rock-Band THE ORDER mit Gianni Pontillo am Gesang. Tja, schade ist er nicht mehr mit Victory unterwegs, denn da hat er wie der berühmte Deckel auf den Arsch gepasst. Dafür schreit er sich aber wieder bei The Order die Stimme aus seinem Körper, wenn das aktuelle Engagement bei Nazareth dies zulässt.
"Lache niemals, wenn ein Leichenwagen vorbeifährt, sonst bist du der Nächste, der stirbt" so die Aussage von Chris Barnes, Mastermind von Six Feet Under. Mit «Next To Die» schleudert die Band das fünfzehnte Album seit dem Debüt «Haunted» (1995) auf den Markt.
Mit «Determined To Death And Beyond» liefert das belgische Duo ARCHAIC OATH ein Debüt ab, das sich wie eine bewusste Rückkehr zu etwas längst Vergessenem anhört. Verwurzelt in den Traditionen des melodischen Black Metal der 1990er Jahre, doch geschärft durch moderne Produktion und Erfahrung, schafft das Album einen Ausgleich zwischen Ehrfurcht und einem Gefühl der Vorwärtsbewegung.
Der Musiker EINAR SOLBERG (Sänger von Leprous) kehrt mit «Vox Occulta», seinem zweiten Projekt, zurück unter eigenem Namen und einem kühnen, schweren wie symphonischen Statement, das in Zusammenarbeit mit dem begehrten "Norwegian Radio Orchestra" aufgenommen wurde.
2025 ist ein Jahr, auf das der gepflegte Metal-Fan mit gemischten Gefühlen zurückblickt. Nebst vielen tollen Veröffentlichungen hatte die Szene auch herbe Verluste zu verbuchen.

JOHN CORABI – New Day

Freitag, 24. April 2026
Der ehemalige The Scream (was war das für eine Götterscheibe!), Mötley Crüe, The Union und aktuelle The Dead Daisies Shouter JOHN CORABI veröffentlicht eine feine Solo-Scheibe, welche den Namen mit recht tragen darf.
Bei der Genre-Bezeichnung habe ich im Netz irgendwo Goth'n Roll gelesen, finde ich zwar unpassend, aber lustig. Dafür, dass das eigentlich nicht so mein Ding ist, gefallen mir die ersten paar Songs von HELL BOULEVARD aber schon mal sehr gut.
Es gibt Wut, die laut ist – und es gibt Wut, die über Jahre im Inneren wächst, sich festsetzt und irgendwann einen Ausweg erzwingt. Bei ANGER MGMT ist diese Wut kein Stilmittel, sondern ein Zustand.
Als ich las, dass die Band aus Norddeutschland stammt, schweiften meine Gedanken zwischen trostlosen Küsten und seltsamen, halb vergessenen Geschichten umher – fast wie bei Timmy oder Fridoline, (je nach Quelle) dem in den kalten nordischen Gewässern verlorenen Wal, der die ganze Welt verückt macht. Dieses Bild trägt etwas Still-Existentielles an sich und passt gut zu ABKEHRs viertem Album.
Aus Würzburg stammen ZERRE, welche laut einer kleinen Recherche bereits zwischen 2012 – 2017 aktiv waren, damals scheinbar noch eher im Hardcore Punk unterwegs. Nach der Reunion 2022 entschied man sich, ihr Glück eher im Thrash zu suchen, allerdings nicht ganz ohne alternative Einflüsse. So beschreibt das Label den Sound als Mischung zwischen Metallica, Exodus und Faith No More, wobei ich auch Hardcore Elemente heraushöre.

WASTELAND CLAN – A New Era

Donnerstag, 23. April 2026
Der Album-Titel ist Programm, denn mit neuem Line-up, runderneuertem Sound und mit neuem Label-Deal, haben WASTELAND CLAN in der Tat ein neues Zeitalter ihrer Bandgeschichte eingeläutet.

TEMPLE OF VOID – The Crawl

Donnerstag, 23. April 2026
Die Amis TEMPLE OF VOID spielen oldschooligen Death Metal mit modernem Touch, quasi in der Region von Paganizer und Konsorten, einfach mit etwas mehr Melodie. Klingt soweit eigentlich alles ganz ordentlich, grosse Abwechslung muss man hier nicht erwarten, aber wenn man auf diese Art von Mucke steht, will man dies in Regel auch nicht.
«Seed Of The Formless» von THE MOON AND THE NIGHTSPIRIT wie eine stille, aber entschlossene Erweiterung des Horizonts. Für eine Band, die seit Langem mit zarten, naturverbundenen Folk-Atmosphären in Verbindung gebracht wird, bringt dieses achte Album eine neue Anziehungskraft mit sich: schwerere Texturen, einen tieferen Klangraum und ein Gefühl für Weite, das über die Waldbilder ihrer früheren Werke hinausgeht.
Nach siebzehn Jahren kehren POISON THE WELL mit ihrem sechsten Studio-Album «Peace In Place» zurück – und das mit einem Selbstverständnis, das man ihnen nach so langer Pause nicht unbedingt erwartet hätte.
Wie schon beim Debüt gingen EVILDEAD, die Jungs um Gitarrist Juan Garcia, ihren Weg mit politisch wie sozialkritischen und Horror-Themen der Endzeit in den Texten weiter.
Parallel zu den Re-Releases der Studio-Alben von EDGE OF SANITY veröffentlichen Century Media, wie im letzten Jahr, wieder ein Doppel-Album voller Remixes, Live- oder Demo-Tracks. Nicht weniger als 37 Songs (!) wurden auf die beiden Silberlinge gepresst.

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