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Mit «Sceaduhelm» entfernen sich CRIPPLED BLACK PHOENIX von den grossen, nach aussen gerichteten Themen früherer Alben und konzentrieren sich auf etwas viel Persönlicheres. Die Songs handeln von Erschöpfung, emotionaler Abnutzung und dem Punkt, an dem Widerstand nicht mehr möglich scheint. Es ist kein dramatischer Niedergang im üblichen Sinne, sondern ein stiller, stetiger Verfall, den die Band beobachtet, anstatt zu versuchen, ihn zu beheben.
Es existiert eine Art von Dunkelheit, die darauf abzielt, zu schockieren, und dann gibt es jene, die einen in ihren Bann ziehen. «Daemonium Regni», das selbstbetitelte Solo-Debüt von Micke Broberg im Gewand von DAEMONIUM REGNI, gehört eindeutig zur letzteren Kategorie.
Das neue Werk der Italiener VANDERLUST startet sehr symphonisch mit dem zum Teil gesprochenen «Humanity 2.0 – The Human Farm». Das Konzept-Album spielt im Jahre 2050, in dem eine uralte, ausserirdische Spezies Namens "Coelacanth" der Menschheit Schutz und Wohlstand gewährt. Zu einem festen Preis, wobei jeder im Alter von vierzig Jahren eliminiert werden muss. Interessante Geschichte.
Als der Gitarrist Dan Lorenzo und der Schlagzeuger Johnny Kelly die Band PATRIARCHS IN BLACK gründeten, hatten sie weder Nostalgie noch eine Neuerfindung im Sinn. Ihr Konzept war von Anfang an einfach: dichte, groovige Riffs, Hardcore-Backbone, routinierte Selbstsicherheit – und wechselnde Sänger, die dem Sound Charakter verleihen, ohne ihn zu verwässern.
Mit dem Segen von Ur-Drummer Louie Beateaux führen Sänger und Bassist Baron Misuraca (Ex-Sheer Terror), Gitarrist Chuck Leniah (Ex-Crumbsuckers) und Drummer Joe Cangelosi (Ex-Kreator, Ex-Massacre) das Erbe des legendären Pete Steele fort.
Abattoir waren seine erste Station, bevor sich Juan Garcia mit Agent Steel und den ersten beiden Alben ein Denkmal sondergleichen setzte. Bewegten sich diese beiden Bands noch eher im typischen Speed Metal Bereich, wandte sich der Gitarrist mit EVILDEAD dem Thrash Metal zu.
Century Media schaffen es wieder und haben mit «Cryptic» das nächste Werk von EDGE OF SANITY liebevoll wiederveröffentlicht. Das 1997 erschienene Album wurde remastert, und dem geneigten Käufer wird mit einer Bonus-CD viel Gegenwert geboten.
Das kanadische Quartett THE SHEEPDOGS präsentiert hier seinen ganz eigenen Retro-Sound, verwurzelt in den 70ern.
Sieben Jahre ist es her, seit die Briten AGGRESSIVE PERFECTOR ihr Debüt «Havoc At The Midnight Hour» veröffentlicht haben. Nun folgt das zweite Album, welches im Prinzip keinerlei Neuerungen bietet, weder im Band-Gefüge noch im dreckigen Sound des Trios. Dreckiger Thrash mit Anleihen von Motörhead, Venom und Midnight.
Manchmal braucht es kein grosses Drumherum: THREAT SIGNAL drücken auf «Revelations» einfach wieder den Reset-Knopf und zwar genau dort, wo ihre Stärken schon immer lagen. Druck, Präzision und diese leicht unterkühlte Melodik, die sich wie ein roter Faden durch das Album zieht.
Musik, die direkt aus den norwegischen Wäldern zu entspringen scheint – kalt, uralt und doch seltsam lebendig – hat etwas unverkennbar Suggestives an sich. Mit «Morbid Desires» knüpfen die Osloer Veteranen von TULUS erneut an diese Atmosphäre an und liefern ein Album ab, das wie eine Bekräftigung ihrer Identität nach 35 Jahren Band-Geschichte wirkt.
Parallel zu den Re-Releases der Studio-Alben von EDGE OF SANITY veröffentlichen Century Media, wie im letzten Jahr, wieder ein Doppel-Album voller Remixes, Live- oder Demo-Tracks. Nicht weniger als 37 Songs (!) wurden auf die beiden Silberlinge gepresst.
Wie schon beim Debüt gingen EVILDEAD, die Jungs um Gitarrist Juan Garcia, ihren Weg mit politisch wie sozialkritischen und Horror-Themen der Endzeit in den Texten weiter.
Nach siebzehn Jahren kehren POISON THE WELL mit ihrem sechsten Studio-Album «Peace In Place» zurück – und das mit einem Selbstverständnis, das man ihnen nach so langer Pause nicht unbedingt erwartet hätte.
«Seed Of The Formless» von THE MOON AND THE NIGHTSPIRIT wie eine stille, aber entschlossene Erweiterung des Horizonts. Für eine Band, die seit Langem mit zarten, naturverbundenen Folk-Atmosphären in Verbindung gebracht wird, bringt dieses achte Album eine neue Anziehungskraft mit sich: schwerere Texturen, einen tieferen Klangraum und ein Gefühl für Weite, das über die Waldbilder ihrer früheren Werke hinausgeht.
Die Amis TEMPLE OF VOID spielen oldschooligen Death Metal mit modernem Touch, quasi in der Region von Paganizer und Konsorten, einfach mit etwas mehr Melodie. Klingt soweit eigentlich alles ganz ordentlich, grosse Abwechslung muss man hier nicht erwarten, aber wenn man auf diese Art von Mucke steht, will man dies in Regel auch nicht.
Der Album-Titel ist Programm, denn mit neuem Line-up, runderneuertem Sound und mit neuem Label-Deal, haben WASTELAND CLAN in der Tat ein neues Zeitalter ihrer Bandgeschichte eingeläutet.
Aus Würzburg stammen ZERRE, welche laut einer kleinen Recherche bereits zwischen 2012 – 2017 aktiv waren, damals scheinbar noch eher im Hardcore Punk unterwegs. Nach der Reunion 2022 entschied man sich, ihr Glück eher im Thrash zu suchen, allerdings nicht ganz ohne alternative Einflüsse. So beschreibt das Label den Sound als Mischung zwischen Metallica, Exodus und Faith No More, wobei ich auch Hardcore Elemente heraushöre.
Als ich las, dass die Band aus Norddeutschland stammt, schweiften meine Gedanken zwischen trostlosen Küsten und seltsamen, halb vergessenen Geschichten umher – fast wie bei Timmy oder Fridoline, (je nach Quelle) dem in den kalten nordischen Gewässern verlorenen Wal, der die ganze Welt verückt macht. Dieses Bild trägt etwas Still-Existentielles an sich und passt gut zu ABKEHRs viertem Album.
Es gibt Wut, die laut ist – und es gibt Wut, die über Jahre im Inneren wächst, sich festsetzt und irgendwann einen Ausweg erzwingt. Bei ANGER MGMT ist diese Wut kein Stilmittel, sondern ein Zustand.
Bei der Genre-Bezeichnung habe ich im Netz irgendwo Goth'n Roll gelesen, finde ich zwar unpassend, aber lustig. Dafür, dass das eigentlich nicht so mein Ding ist, gefallen mir die ersten paar Songs von HELL BOULEVARD aber schon mal sehr gut.