Montag, 22. Juni 2026

Metal Factory since 1999


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Bei Namen wie "Doedsadmiral" und "Antichristian" erwartet man fast schon eine Gruppe karikaturhaft böser Schurken, die zwischen rituellen Opfern ihre Dreizacke schärfen und für ihre Auftritte proben. Das dramatisch düstere Coverbild dämpft diese Erwartungen keineswegs, sondern fordert geradezu dazu auf, alles sehr, sehr ernst zu nehmen. Glücklicherweise (oder unglücklicherweise) verzichten Dødsvangr auf das Cosplay und liefern mit «Within The Flesh» etwas weitaus Überzeugenderes ab.

Wenn man sich «Gloomy, Eerie And Weird» anhört, versteht man sofort, warum sich THE MUGSHOTS schon so lange in der Underground-Szene behaupten. Hinter diesen Songs stecken Erfahrung und ein Sinn für verspielte Theatralik, die verhindern, dass das Album zu düster oder zu ernst wird.

Seit gut 18 Jahren steht die Band NECROTTED, wie fast keine andere ihres Genres, für mitreissende Melodien bei gleichzeitig gnadenloser Geschwindigkeit und Brutalität.

Der europäische Power Metal hat mir in letzter Zeit etwas Sorge bereitet. Bands wie Battle Beast, Beast In Black oder Angus McSix übertreffen sich förmlich mit völlig übertriebenen Pop-Keyboard-Zuckerguss Attacken, so dass man sich phasenweise in einer härteren Version von Modern Talking wähnte. Zum Glück gibt es auch heute aber noch Bands, die hier mächtig Gegensteuer geben.

AVON – Black On Sunshine

Donnerstag, 21. Mai 2026

AVONs «Black On Sunshine» kommt mit all den richtigen Schlagworten daher: Wüsten-Rock-Rauheit, psychedelische Anklänge, Verbindungen zu Kyuss und Queens Of The Stone Age. Doch das Hörerlebnis wird diesem Versprechen selten gerecht. Was sich stattdessen entfaltet, ist ein Album, das sich hartnäckig im ersten Gang festgefahren anfühlt und sich auf Wiederholungen wie auch Rohheit als Ersatz für echte Tiefe im Songwriting verlässt.

WHIRLWIND – 1640

Donnerstag, 21. Mai 2026

Kommt die Frage nach Bands auf, welche wie Running Wild klingen kommen mir spontan X-Wild, Blazon Stone und mit Abstrichen Lonewolf in den Sinn. Mit WHIRLWIND aus Spanien mischt nun noch eine weitere Band mit.

CAGE FIGHT – Exuvia

Donnerstag, 21. Mai 2026

Mit «Exuvia» legen CAGE FIGHT ein Album vor, das keine Gefangenen macht. Die Band kombiniert Hardcore-Wucht, Thrash-Energie und moderne Metal-Grooves zu einem aggressiven Gesamtpaket, das vom ersten Moment an auf maximale Intensität ausgelegt ist. Dabei wirkt die Platte aber nie chaotisch oder ziellos – vielmehr steckt hinter der brachialen Fassade erstaunlich viel Präzision.

Ich musste einfach mit Titel sieben anfangen. Warum? Weil es «Wicked Game» war – ein Song, den ich wirklich liebe und der kürzlich von einer meiner Lieblingsband The Basement Saints gecovert wurde. Die Erwartungen waren daher vielleicht etwas zu hoch. Leider stellte sich schnell Enttäuschung ein.

Sie geraten leider immer wieder in Vergessenheit, die dänischen ARTILLERY. Dabei hatten sie 1985 mit dem Debüt-Album «Fear Of Tomorrow» einen meisterlichen Einstieg in die Szene, welcher mit dem dritten und besten Werk «By Inheritance» (1990) gefestigt wurde.

UNZUCHT – Neon Dom

Freitag, 22. Mai 2026

Spannend und eingängig musizieren die Deutsch-Rocker UNZUCHT auf ihrem neuen Album. Dieses bewegt sich irgendwo zwischen Industrial Metal und Gothic. Die Plattenfirma nennt das schlicht Dark Rock – wieso auch nicht?

"Keine Frage: Qualität muss immer vor Quantität gehen", erklärt DIMMU BORGIRs Silenoz mit ruhiger Gewissheit. "Wir setzen uns zwar irgendwann Deadlines, aber in der Anfangsphase eines neuen Albums gibt es überhaupt keine Zeitpläne. Eile bedeutet uns nichts. Die kraftvollste Black Metal Kunst lässt sich einfach nicht erzwingen, ohne ihre Essenz zu verlieren." Nun, ob man mit siebzig Minuten Spielzeit diesem Credo wirklich gerecht wird?

Wie hat Rönu doch so treffend in seiner Victorius Review vor einem Monat erwähnt? Dass ich mich nicht gerade über die Aussage des Sängers gefreut habe, der meinte: "Wir sind Victorius und wir spielen Power Metal". Dass mir nur meine Gesichtszüge entglitten sind, kommt einem Kosenamen gleich, denn ich stand kurz davor die Truppe von der Bühne zu holen und, für die frevlerische Aussage, Abbath zum Frass vorzuwerfen. Nein, es war Gotteslästerung in Reinkultur, denn was bitte schön haben Victorius mit Power Metal zu tun? Wahrscheinlich so viel wie Journey mit Death Metal, nämlich rein gar nichts!

CREMATORY – Greatest Hits

Samstag, 23. Mai 2026

Braucht es in Zeiten von Spotify und YouTube noch Best-Of’s, wenn man doch so leicht eigene Playlists erstellen kann? Meiner Meinung nach nicht, und da ist es mir egal, ob die Band Helloween, Priest oder eben Crematory heisst. Zu einem weiteren Kritikpunkt komme ich später auch noch und der hat es in sich!

Black Metal bot schon immer Raum für Theatralik, Provokation und eine überlebensgrosse Bildsprache. Gut und schön. Aber es gibt einen Unterschied zwischen dem Schaffen von etwas Beunruhigendem und Einprägsamen und dem blossen Stehen vor dem Spiegel mit dem Gedanken: "Mehr Corpse Paint und Satan sollten das Problem wohl lösen." ISEGRIM, 1999 erstmals veröffentlicht und nun auf Vinyl neu aufgelegt, fällt oft eindeutig in die letztere Kategorie.

Hmm..., so sehr ich mich auch auf einen Release dieser Truppe freue, so stelle ich mir hierbei einige Fragen. Der Sound erklingt nicht wirklich remastered, eventuell etwas weniger "staubig" oder "körnig" als auf dem Original von 1991. Eventuell kann man den Gesang etwas besser differenzieren – aber das wars dann auch schon.

Während sich alle mit Metallicas «Kill’em All» vergnügten, stand ich eher auf die erste Scheibe von SLAYER. «Show No Mercy» war für mich so etwas wie der Einstieg in die aufkeimende Thrash Welle, bis ich mich dann völlig bei Megadeth, Overkill, Testament, Flotsam & Jetsam, Heathen, Anthrax, Exodus, Sacred Reich und anderen vergnügte.

DRAKEN aus Oslo präsentieren hier ihr neuestes Werk. Der Opener «The Great Deceiver» setzt direkt ein Statement: Massive, tief gestimmte Riffs treffen auf zunächst klare, später zunehmend aggressive Vocals. Ein kraftvoller Einstieg, der die stilistische Bandbreite andeutet.

Es gibt Alben, die sofort mit voller Wucht einschlagen. Und dann gibt es Werke wie «Your Favorite Toy», die sich erst langsam entfalten, dabei aber von Durchlauf zu Durchlauf wachsen. FOO FIGHTERS setzen diesmal weniger auf rohe Stadion-Energie, sondern stärker auf Atmosphäre, Melodie und emotionale Zwischentöne. Trotzdem bleibt jederzeit klar, wer hier spielt.

Mit ihrem Debüt «Lore» legten THE NARRATOR einen soliden Grundstein – ein Album, das allerdings noch zwischen Genre-Standards pendelte und einen eigenen Stil vermissen liess. Der Labelwechsel zu Nuclear Blast Records erhöhte den Erwartungsdruck spürbar. Zwei Jahre später kehren die Ruhrgebietler mit «Phosphor» zurück. Die Frage steht im Raum: Haben sie ihr Alleinstellungsmerkmal gefunden?

Im Zentrum von INGESTED stehen seit fast zwanzig Jahren die Gründungs-Mitglieder Sean Hynes (Gitarre, Co-Gesang) und Lyn Jeffs (Schlagzeug), das kreative Rückgrat, dessen Vision, Chemie und unermüdlicher Antrieb die Band seit dem ersten Tag beflügeln. Das Duo wird ergänzt durch Gitarrist Andrew Virrueta, der auch Gesangs-Parts beisteuert, und Bassist Thomas O’Malley, die eine Besetzung vervollständigen, die das wohl dynamischste und beeindruckendste Werk der Band hervorbringt.

Ich bin eigentlich ein grosser Fan von Space- und Psychedelic-Musik – besonders Bands wie Naxatras oder auch My Sleeping Karma treffen genau meinen Geschmack. Mit «Beyond The Beyond» tauchen THE COSMIC DEAD erneut kopfüber in ihr charakteristisches Universum aus ausuferndem, halbimprovisiertem Space Rock ein – doch diesmal fühlt sich die Reise eher anstrengend als lohnend an.

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